Warum ich nicht mehr für die taz arbeite

Von Kai Schöneberg

Natürlich hatte ich die nettesten Kollegen überhaupt. Die besten Chefs. Und die flexibelsten Arbeitszeiten. Weil ich ja, logisch, auch für die wichtigste Zeitung der Welt gearbeitet habe. Ich habe viel gelernt. Wir waren ein duftes Team. Es war Selbstverwirklichung pur. Niemand hat mich gegängelt. Ich durfte schreiben, was und wie ich es wollte. Acht Jahre lang. Ein Traum. Vor zwei Jahren habe ich die taz trotzdem verlassen.

Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich die jährlichen Rentenbescheide lese. Das wird später nicht mal Hartz IV. Man muss Geld mitbringen, um für die taz arbeiten zu können. Viele taz-Mitarbeiter lassen sich von jemandem aushalten. Es gibt die, die gespart oder geerbt haben, die mit den besserverdienenden Lebenspartnern, die mit den wohlsituierten Eltern, vielleicht ja sogar börsenzockende oder lottoverwöhnte taz-Redakteure. Und es gibt die, die wirklich sparen können.

taz-Rad: Zu teuer für taz-Mitarbeiter

taz-Rad: Zu teuer für taz-Mitarbeiter

An meinem ersten oder zweiten Schnuppertag bei der taz bremen sollte ich zu einem Termin zu den Bremer Stahlwerken, mindestens zehn Kilometer von der Redaktion entfernt. Ich hatte bei meinem Job davor etwa dreimal so verdient wie bei der taz und fragte unseren guten Redaktionsgeist Elke Rosenkranz: „Kannst du mir ein Taxi rufen?“ Elke baff: „Welches Taxi?“ Sie gab mir eine Fahrkarte für die Tram. Ansonsten fährt eine tazze natürlich Fahrrad. Aber das aus dem taz-Shop konnten wir uns natürlich nie leisten.

Wir sind den Abo-Zahlen auf den Leim gegangen. Und hatten ständig Angst, dass die aus der Berliner taz-Zentrale uns dicht machen würden. Sparen war in Bremen, trotz der miserablen Grundausstattung mit allem, Dauerthema. Redaktions-Godfather Klaus Wolschner sagte gerne: „Passiert schon nix. Die Berliner drohen schon, solange es uns gibt.“

Aber eines Tages war er dann auch unruhig: Es gab also einen Plenumsbeschluss, die Gehälter nicht wie geplant um ein oder zwei Prozent steigen zu lassen. Das Lohnniveau in Bremen lag unter dem der Berliner, aber auch dem der Hamburger Redaktion. Dort waren die Zahlen aber auch nicht besser.

Das Knausern hatte damals vor allem zwei Namen: Franz Schilling, unser guter Verlagsgeist, ein Finanz-Genie: Wahrscheinlich hat er von dem schmalen Salär, das monatlich auf seinem Konto landete, sogar noch nebenher ein Vermögen gehortet. Franz fertigte in unverdrossener Schnippel- und Locherarbeit unser in der ganzen Stadt bekanntes und belächeltes taz-Erkennungsmerkmal: die Blöcke aus den Rückseiten benutzter Ausdrucke und Kopierpapier. Franz schüttelte auch die Kopiertonerkartusche, damit sie noch ein bisschen länger hielt.

Ex-Geschäftsführer Andreas Marggraf kam tatsächlich irgendwie aus Schwaben. Ein echter Sparfuchs. Er rettete die kleine Zeitung jeden Tag mit waghalsigsten Kalkulationstransaktionen, die jedem Finanzbeamten die Zornesröte ins Gesicht getrieben hätten – wäre er Andreas denn je auf die Schliche gekommen.

Legendär die Weihnachtsfeiern im Bremer Sozialraum. Andere Firmen schicken ein 13. Monatsgehalt und lassen es bei einer Betriebsfeier krachen. Die taz bremen vergab – in guten Jahren – Sauna-Gutscheine, ein Gegengeschäft. Zudem teilte Andreas Marggraf an einem Abend im Dezember Tomaten und Feta-Käse an türkischem Fladenbrot im Sozialraum aus. Es gab irgendeinen Fusel, vielleicht noch Aldi-Flips und -Chips, und wir betranken uns. Nicht zu vergessen: Der Boßel-Ausflug einige Wochen später ins Blockland.

Das Problem: All die Entbehrungen und das Gegrübele, wie man nur noch etwas knausriger sparen könnte, hatten nur wenig Erfolg. Auch wenn Klaus die Regale in der Redaktion mit seiner Stichsäge zuschnippelte und selbst montierte und wir nur ein aktuelles Behördentelefonbuch hatten, auf das der Godfather „KAWE seins“ geschrieben hatte: Statt vier gab es irgendwann nur noch eine tägliche Lokalseite, der Bremen-Stadtplan im Sozialraum wurde durch eine Norddeutschlandkarte ersetzt. Einige Kollegen zogen nach Hamburg um, ich nach Hannover, andere mussten gehen – immerhin mit einem Sozialplan.

Warum ich mir das angetan habe? Ich hätte ja gehen können – anstatt mich jetzt und hier zu beschweren. Der Vater meiner Freundin sagte einmal unter Alkoholeinwirkung: „Du kannst meine Tochter nicht ernähren.“ Ich stritt mich mit ihr, weil ich nicht die ganze Hälfte der Miete zahlen konnte. Tat natürlich alles weh.

Es ist ja auch absurd, dass die meisten taz-Leser wahrscheinlich die Klammheit vieler taz-Mitarbeiter keineswegs teilen. Viele glauben wahrscheinlich noch an das „Einheitsgehalt“ – längst abgeschafft. Natürlich sind heute bei der taz nicht mehr alle auf gleiche Art und Weise gleich, viele Kollegen haben längst irgendwelche Extrawürste ausverhandelt. Ich habe später einen Tag in der Woche reduziert und nebenher gejobbt, Öffentlichkeitsarbeit. Dann sah ich das Geldding auch entspannter.

Vehement habe ich mich immer dagegen gewehrt, wenn jemand sagte, ich würde wohl aus „Idealismus“ bei der taz arbeiten. Revolution ist Mist, wenn am Monatsende doch Strom und Wasser bezahlt werden müssen. Idealismus, gar Altruismus halte ich also für Quatsch, trotz Praktikantengehältern: Der Job hat einfach Sinn und Spaß gemacht. Wenigstens meistens. Und ehrlich: Wer bei der taz war, will auch nicht mehr bei jedem billigen Jakob anfangen.

Jetzt arbeite ich für eine Zeitung, die noch nie schwarze Zahlen geschrieben hat. Die Auflage bröckelt, das Redaktionssystem ist seit zehn Jahren dasselbe, das Lohngefälle ist der Wahnsinn, aber immerhin gibt es einen akzeptablen Haustarif. Jedes Mal, wenn neue Sparrunden drohen, sagen die altgedienten Gutverdiener: „Die erzählen uns schon seit Jahren, dass es uns bald nicht mehr gibt. Ruhig Blut.“

Kai Schöneberg, 43, war von 2001 bis 2003 bei der taz bremen und dann unser Niedersachsen-Korrespondent in Hannover. Seit 2009 ist er Redakteur bei der Financial Times Deutschland.

 

UPDATE
Geld ist nicht alles im Leben: Kai Schöneberg ist seit Mai 2012 wieder bei der taz, als Leiter des Ressorts Wirtschaft & Umwelt.


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Kommentare (60)

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  4. „Seit 2009 ist er Redakteur bei der Financial Times Deutschland.“

    Die Financial Times Deutschland gibt es schon lange nicht mehr, armer Journalist, auch der Springerverlag muß sparen, arme Journalisten…

    Vielleicht doch lieber Ingenieur werden, aber auch hier wird kräftig gespart und ausgebeutet in den Leiharbeitsbuden…

    Vielen „Dank“ auch an die SPD und die Grünen für die Agenda 2010…

    Mein Kommentar (25Juli2013) kommt sehr spät, aber ich hoffe nicht zu spät…

    • Seit Mitte 2012 ist Kai Schöneberg übrigens wieder bei der taz. Er hat also rechtzeitig den Absprung dort geschafft, bevor die Zeitung zum Jahresende ihren Betrieb eingestellt hat.

  5. Knüppel, sagen Sie mal, reden wir hier von der gleichen Zeitung?

    Das alleine sind 4 der zahlreichen Artikel aus den letzten Monaten, die alles andere als nach der „neoliberalen Einheitssauce“ klingen:
    http://www.taz.de/Debatte-Neoliberalismus/!75505/
    http://www.taz.de/Pedro-Pez-ueber-Krise-und-Kapitalismus/!77087/
    http://www.taz.de/US-Soziologin-ueber-Occupy-Bewegung/!80929/
    http://www.taz.de/Leben-in-Armut-/!80562/

    Und wenn die taz sich von der Durch-Ideologisierung des Dauer-Themas „soziale Gerechtigkeit“ distanziert, dann ist das ausdrücklich zu begrüßen, denn verstaubte Ideologien, vergiftete Schlagwörter und Parolen (Klassenkampf) des 19. Jahrhunderts werden kaum dazu taugen, die Probleme im hier und jetzt zu lösen. Anstatt also Hofberichterstattung für Ewiggestrige aus der „Linkspartei“ zu erwarten, dürften Sie als offenbar explizit Linker doch froh sein, wenn Redakteure für tatsächliche Probleme auch mal neue Perspektiven eröffnen. Denn für eine sinnvolle, stabile Ordnung der Bankenwelt, faire Arbeitsbedingungen, Lösung der Staatsschuldenkrise usw. kann man auch ohne ideologische Schablonen und Vorkauer sein.

  6. Nachtrag
    Das ist in meinem Kommentar verloren gegangen: Ich bezog mich auf den Kommentar von rasender reporter am 31.10.2011

  7. Ich stimme dem Kommentar zu und frage mich schon seit Jahren, wie die taz-Mitarbeiter mit dieser „Schizophrenie“ umgehen.

    Wenn ich dann noch das regelmaßige Bashing gegen DIE LINKE. lese (tragikomisch, in diesem Zusammenhang, empfinde ich dabei regelmäßig die Reinecke-Kommentare zur LINKEN), vermisse ich bei der taz leider jegliche Distanz zur neoliberalen Einheitssauce von CDU/CSU, SPD, FDP, Die Grünen.

    Damit hat die taz für mich ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem, dss sie seit Jahren mit sich herumschleppt. Mein Abo habe ich inzwischen gekündigt.

  8. Tja, die Zensur meines Kommentars durch Euch zeigt lediglich Eure enge geistige Verwandschaft mit Euren Cousins von „PI-News“.
    Ihr seid für mich mindestens so widerwärtig wie das PI-Pack.

  9. Schön ist auch, dass ich (Studium, Texter, Kundenakquise, jahrelang Erfahrung) mich als Anzeigenverkäufer beworben habe, drei Mal; hätte Kunden mitgebracht, die direkt ganzseitig inserieren wollten usw (kein Scherz), aber die taz hat drei mal nein gesagt. Ich hatte Idealismus und wenig Gehalt bereits eingeplant, weil die taz für mich immer wie eine NGO im Zeitungsbereich war und was war? Zu alt, zu ausgebildet, nicht taz-konform. Nun, danke, jetzt klebt mir die Kack-Bild am Arsch und will, dass ich für die arbeite. taz…?….ich hätte euch ordentlich was gerobbt, ihr wollte in euerer kleinen Welt bleiben…seht zu, dass ihr überlbt, meine Kontakte kriegt ihr nicht!

  10. HamburgerX: Das Geld reicht nicht nur für Kinowerbung! Wir schalten auch in vielen anderen Medien Werbung, um neue Leser für die taz zu gewinnen. Unsere Ausgaben dafür liegen bei rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr (siehe http://blogs.taz.de/hausblog/2011/02/28/unsere-finanzielle-abhaengigkeit/). Der Grund dafür ist, dass pro Jahr rund 7.000 Abonnenten (grobe Zahl, ich erinnere mich nicht mehr so genau) ihr Abo kündigen – weil sie nicht genug Zeit für die Lektüre haben, weil sie mit dem Inhalt unzufrieden sind, weil sie ins Ausland ziehen oder weil sie gestorben sind. Über unsere Werbung müssen wir die gleiche Zahl an Abonnenten dazugewinnen, damit die Abozahl stabil bleibt.

  11. Interessanter Artikel. Die Geldnöte haben ja aber immerhin ermöglicht, im Kino Werbung für die taz zu schalten. Respekt!

    Ansonsten habe ich schon immer geglaubt, dass die FTD einen taz-Einschlag hat. Zu viele Artikel sind mir da politisch gefärbt.

    Die Zukunft der taz liegt m.E. im Internet. Gute Artikel gibt es zu Hauf. Das Problem dürften die Werbekunden sein. Die wollen (logischerweise) ein Umfeld, in dem möglichst konsumfreudige bzw. zahlungskräftige Kunden unterwegs sind.

    Wie kann der Spagat gelingen? Lasst mehr Kontroverse zu (auch beim Thema Sozialstaat, Migration usw.) und denkt ergänzend an die Themen der „besser Verdienenden“. Schreibt mal mehr zu Unternehmensgeschichten, Urlaubsreisen, gönnt Euch ein klein wenig Boulevard und Prominews (Marktlücke: gesellschaftliche Aspekte) und nicht nur den 20. Artikel zur Frauenquote. Und von einer Meinung zu überzeugen macht doch viel mehr Spaß, wenn es nicht immer nur die Gleichen und die gleiche Erwartungshaltung trifft.

  12. Sehr interessanter Artikel und Diskussion, danke!

  13. einer der spannensten artikel + besten kommentare seit ewigkeiten. das internet ist doch nicht nur sinnlos :)

  14. KChristoph: Die taz ist ein selbstverwalteter Betrieb. Wer hier länger als ein Jahr angestellt ist, erhält Stimmrecht bei der Mitarbeitendenversammlung, die unter anderem die Mehrheit des Vorstands wählt.

    Als Mitglied der Mitarbeitendenversammlung, die also die oberste „Leitungsebene“ in der taz ist, kann ich zur Höhe der Bezahlung sagen: Wir geben so viel Geld aus, wie wir einnehmen (sogar über die Jahre gesehen etwas mehr, was dann von der taz-Genossenschaft aufgefangen wird). Es gibt keine renditehungrigen Investoren, die von der schlechten Bezahlung der Mitarbeiter profitieren würden. Wir würden uns gerne ein höheres Gehalt zahlen, wenn wir mehr Einnahmen hätten. Die Details zur finanziellen Situation der taz stehen hier:
    http://blogs.taz.de/hausblog/2011/02/28/unsere-finanzielle-abhaengigkeit/

  15. An Michael Mahlke:
    Danke.
    „…schlechte Gewissen Zeitung der vielen etablierten Grünen ist, die mittlerweile viel Geld verdienen …“
    Diese „Grünen“ sollten auch schon selbst daran denken.

    Ich habe kurz bei Ihnen geschaut, bestimmt finde ich etwas zum Thema „Freistellen“ auch ohne etablierte Gebilde …

  16. Idealistische Projekte leben oft länger als kommerzielle Projekte. Die TAZ hat genau den Geist, der Themen anpackt, die es woanders nicht gibt. Und die TAZ ist die einzige Plattform in Deutschland, die journalistisch die Chance gibt, sich idealistisch abzuarbeiten.

    Viele, die bei der taz waren, beklagen die schlechte Bezahlung. Aber die taz ist eben auch ein Sprungbrett. Ihre Kraft kommt von den Wurzeln und die hat sie in Berlin, einer verwöhnten und geschichtsträchtigen Stadt, ihren Geist hat sie von der Zeit des Aufbruchs in Deutschland.

    Die taz kann nicht dafür, wenn in Deutschland die Politik das Rentensystem verstümmelt, aber sie hätte auch ihre vielen grünen Gründermütter und Gründerväter mal näher an die neue Hartz 4 und Rentenmentalität führen müssen.

    Solange die TAZ die schlechte Gewissen Zeitung der vielen etablierten Grünen ist, die mittlerweile viel Geld verdienen, sollte sie daran denken, deren Anteile zu erhöhen.

    Sobald die TAZ diesen Zustand transzendieren will, sollte sie sich der Worte von Wolf Biermann erinnern: „Nur wer sich ändert bleibt sich treu.“

  17. Hab‘ ich übersehen:
    Der in meinem Nachtrag erwähnte Text bezog sich schon auf den neuen „klammen“ Arbeitgeber von Herrn Schöneberg …

  18. An Sebastian Heise:

    [ KChristoph: Ein “Statement” von TAZ-ganz-oben zu welcher konkreten Frage? Oktober 26th, 2011 at 08:15 ]

    Als autodidaktisch und gefühlsbetont agierender Mensch fortgeschrittenen Alters habe ich den Text als „Angriff“, Beschwerde gegen das Gebilde „TAZ“, dem ja wohl eine „Leitungsebene“ vorsteht, empfunden, wahrgenommen.
    (All‘ die Folgebemerkungen habe ich aus Zeitgründen noch nicht gelesen.)
    Eine Reaktion dieser Ebene zu diesem „Angriff“ würde mich interessieren.
    Danke.
    Nachtrag:
    „Die erzählen uns schon seit Jahren, dass es uns bald nicht mehr gibt. Ruhig Blut.“
    „Die“, ist damit die von mir als Leitungsebene benannte „Gruppe“ gemeint ?
    Mmmmhhh.

  19. @rasender reporter

    Wer die Weltrevolution will, muß halt Entbehrungen hinnehmen.LOL

  20. So sieht´s also aus:
    taz RedakteurInnen sind von (Alters) Armut betroffen.

    Kann mir dann mal jemand erklären, wieso die taz immer wieder soviel unerträgliche Propaganda für die seit Jahren von Neoliberalen geführte Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN macht?

    Diese Partei macht – seit rot-grünauf Bundesebene regierte- eine unsoziale, ArbeitnehmerInnen feindliche Politik.

    Diese Partei hatte zusammen mit der SPD das verheerende Hartz IV – Gesetz und die Agenda 2010 eingeführt. Sie hat dadurch, als sie mitregierte, Niedriglöhne, Leiharbeit, Minijobs, die Rente erst ab 67 und viele Begünstigungen für Reiche (Absenkung des Spitzensteuersatzes, Deregulierung der Finanzmärkte etc.) verwirklicht.

    – Alles soziale Verschlechterungen, von denen auch taz-RedakteurInnen betroffen sein können. eine kritischere berichterstattung über so eine unsoziale Politik auch der grünen wäre also bei der taz nur logisch.

    Allerdings wird das wohl dadurch erschwert, dass viele taz-GenossenschaftlerInnen, die die Zeitung finanzieren, Mitglied bei den Grünen sind.

  21. „KChristoph says:

    Schönen Dank für die Offenheit.
    So ähnlich sieht es wohl auch bei vielen feinen relativ kleinen Bio-Läden und ähnlichen Gebilden aus … ?
    -“

    hrmpf „gebilde“ tz, bioläden sind wie der rest der lebensmittelbranche keine goldgruben, eher stehen sie noch schlechter da. in deutschland wird sehr wenig geld für lebensmittel ausgegeben.konventionelle erzeugung in großbetrieben wird von der kwf stark gefördert, und bioprodukte fast garnicht.dadurch entstehen preisvorstellungen beim verbraucher, die den produktionskosten und lebenskosten nicht entsprechen.da kann nur noch beim personal gespart werden.
    da können sich nur sehr wenige überhaupt ne goldenen nase verdienen, und die findet man schon garnicht in freien läden. also immer schön höflich zur frau an der kasse und am backtresen, sie macht den job für weit unter 10€brutto, 30tage urlaub und hat ooch keen weihnachtsgeld. ohne dass ein schurkischer chef davon auf malle lebt, meistens arbeitet der auch neben ihr bis zum umfallen mit 67. altersarmut ahoi!
    und dann das gemaule, wenn das brot teurer wird- als ob das der laden entschiede! die ungebildete bioladen kundschaft liest keine wirtschaftsseiten und weiss klassisch nix von missernten und getreidepreisen. wenn babynahrung im einkauf 80cent kostet und im laden für 1,20 steht, glauben die, von der differenz gehen die geldgeilen besitzer am wochenende feiern. puh, das musste mal raus, jetzt geht’s mir schon besser.

    das soll alles nicht heissen, dass ich journalisten nix gönne, viele tazleser bekommen aber tatsächlich weniger geld für ihre arbeit.
    das journalisten zu wenig geld für ihre wertvolle arbeit bekommen, hängt natürlich auch mit der abneigung der werbenden gegenüber der taz ab. kein mercedes, keine tui, wenn man keine redaktionelle einsicht zeigt: wo kein geld ist, kannste keins verteilen. nichtinordnung: kein geld für pflege, kinderbetreung, einzelhandel, journalismus, kultur.
    aber geld für werbung, geldverwaltung, konsum, fastfood. alles schurken. oder so.

  22. Oh je. Gibt’s denn wenigstens im taz-Café ab und zu mal Kaffee und Kuchen umsonst?

    Ich mag Euch*. Ich finde es großartig, wenn Leute aus Idealismus für so wenig Geld so gute Arbeit leisten.

    * ausgenommen Frau Kappert. DIE hat auch tatsächlich nicht mehr Geld verdient – eher weniger. Das DIE regelmäßig Kommentare veröffentlichen darf, die von einem absolutem Mangel an Verständnis für’s Thema geprägt sind, entsetzt mich jedesmal wieder. Eindeutiger Fall von tiefbegabt.

  23. 0,8-Stelle, kaum Geld, dafür knallrotes Badetuch, Kaffeetasse, Buttons und den Atlas der Globalisierung – ich glaub mir wird schlecht. Echt jetzt.

    Trotzdem: gut dass es eucht gibt! Weiter so!

  24. Das Tarifgehalt für einen Redakteur im 7. bis 10. Berufsjahr liegt bei 4.000 Euro, danach bei 4.401 Euro. Wie „branchenüblich“ es ist, Tariflohn zu zahlen, kann ich allerdings nicht beurteilen.

  25. Wie diese EUR 2.000 zu bewerten sind, weiß ich auch nicht.
    Vielleicht wäre ein Vergleich mit den branchenüblichen Gehältern sinnvoll.
    Ich meine vor einiger Zeit mal gehört zu haben, dass Ines Pohl als Chefredakteurin der taz auf die Hälfte ihres vorherigen Gehalt verzichtet – obwohl sie vorher nicht in einer Chefredaktion tätig war.

    Frage:
    Weiß jemand, ob ich damals richtig gehört habe? Und was denn ein branchenübliches Gehalt für einen Redakteur mit Vollzeitstelle bei einer „normalen“ Zeitung wäre? wäre?

  26. Ich will ja gar nicht bestreiten, dass knapp über 2000€ brutto kein Wahnsinnsgehalt sind aber in dem Artikel klingt es so, als sei man damit bitterarm („kann die Hälfte der Miete nicht zahlen“ oder sich kein neues Fahrrad leisten können und so weiter).
    Selbst bei Steuerklasse 1 sind 2050€ brutto knapp 1400€ netto und davon kann man hierzulande doch wohl bescheiden aber nicht ärmlich leben. Zumal wenn man nicht alleine wohnt. Ich lebe jedenfalls (mit Job) von ein paar Hundertern weniger und komme mir nicht verarmt vor.

    Nicht falsch verstehen: es ist natürlich völlig okay wenn man damit nicht zufrieden ist & woanders mehr verdient aber wie in dem Artikel aus einem bescheidenen Gehalt ein Armutslohn gemacht wird, finde ich (angesichts echter Armut von Arbeitnehmern in Deutschland) ziemlich daneben.

  27. Angesichts dessen wundert es mich bischen, dass die taz nicht viel schärfer gegen neoliberale Politik auch der Grünen argumentiert hat. Es geht ja nicht nur taz-Mitarbeitern so. Aber, wie man hört, sind die Wähler der Grünen noch wohlhabender als die der FDP. Die Grünen beteiligten sich an der Agenda2010, bei der es genau darum ging: Arbeit billiger zu machen, ihren Preis zu drücken. Es war auch viel von schwarzgrün die Rede und was man da tolles verwirklichen könne. Arbeit teurer zu machen gehörte aber nie dazu. Und das BGE haben die Grünen Realos auch abgelehnt.

    Aber wohlhabende taz-Leser und konservative Grünenwähler werden jetzt wohl einwenden, dass sie ja eine tolle Klimabilanz haben, ihr Altbau wärmegedämmt ist, ihr Kaffee fair gehandelt, ihr Gemüse biodynamisch, und ihre Kleidung ökogetestet. Und dass ansonsten eben jeder seines Glückes Schmied ist. Hat Herr Schöneberg also nur nicht genug sein Glück geschmiedet?

  28. Pingback: K♥tzbröckchen 22.10. – 28.10. | Kotzendes Einhorn

  29. @ Sebastian Heiser:

    Sie fragen „In welcher Werbung werben wir mit einem altruistischen Mehrwert?“.

    Vermutlich in absolut jeder – sofern der Beworbene willens und in der Lage ist, sich die Werbung entsprechend zurechtzuinterpretieren. Ausgestattet mit wachem Geist detektivischen Spürsinn könnte er dann vermutlich tatsächlich den altruistischen Mehrwert herbeikonstruieren.

    Sie schütteln den Kopf? Ich auch. Dennoch: Meine tiefempfundene Anerkennung für solche Fähigkeiten.

  30. Ausbeutung liegt meines Erachtens vor, wenn eine Person (bzw. Personenkreis) sich auf Kosten anderer (der Ausgebeuteten) bereichert.

    Dieser Fall kann bei der taz meines Wissens gar nicht eintreten, was schon allein der Organisationsform (Genossenschaft) geschuldet ist.
    Zudem werden – wenn überhaupt – nur ausgesprochen klägliche Gewinne erzielt, an denen sich natürlich niemand bereichern kann.

    Ich bin mir einigermaßen sicher, dass gerade die Genossenschaft höhere Gehälter für taz-Mitarbeiter massiv einfordern würden, wenn die entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen gegeben wären.

  31. Oma Kruse: Wer beutet die taz-Mitarbeiter aus? Es gibt keinen Kapitaleigentümer, die uns zur Erhöhung der Rendite ausquetschen. Im Gegenteil: Die taz macht über die Jahre hohe Verluste, die dann von der taz-Genossenschaft (an der sich 11.000 Leser beteiligen), ausgeglichen werden.

  32. David K. Meyer: Der Text erschien ursprünglich in einer Sonderausgabe der taz Nord zum Geburtstag unserer Nord-Redaktionen. Die Sonderausgabe lag der taz im Norden bei. Der Text steht jetzt im Hausblog, weil er auch überregional interessant ist.

  33. @Stierchen: In welcher Werbung werben wir mit einem altruistischen Mehrwert? Ich kenne nicht alle unsere Werbemotive, da die von der Werbeabteilung erstellt werden und ich in einer anderen Abteilung sitze.

    Ich möchte auch darauf hinweisen, dass Kai Schöneberg in dem Artikel sagt, dass er selbst nicht aus Idealismus in der taz arbeitet. Er wollte damit glaube ich keine Aussage über die Motive anderer taz-Mitarbeiter treffen.

  34. @Stierchen: Ich gebe noch einzelne Seminare, etwa an der Kölner Journalistenschule, bei denen mal als Referent oft 50 bis 200 Euro verdient. Dazu vielleicht 1 bis 2 Veröffentlichungen in anderen Medien, in der Regel Fachmagazine für Journalismus. Im vergangenen Jahr kam zusätzlich auch ein Honorar von 240,75 Euro vom Axel Springer Verlag hinzu (siehe http://blogs.taz.de/hausblog/2010/02/04/kai-diekmann-bezahlt-taz-mitarbeiter/). Das Jahr davon war es glaube ich eine Universität, die ein Foto von mir geklaut hat und der ich dann ein Honorar in Rechnung gestellt habe (verlange ich allerdings nicht von Privatpersonen oder Vereinen). Auch von der VG Wort gibt es Geld, wenn meine Artikel weiterverwendet werden (z.B. in internen Pressemappen von Firmen und Behörden).

    Welche Nebenverdienste bei Journalisten normal sind, kann ich nicht beurteilen.

  35. @Sebastian Heiser

    Bei mir sind es knapp über 2.000 Euro brutto bei einer Vollzeitstelle als Redakteur.

    Ist das Einkommen von der taz das einzige Einkommen, welches du beziehst?
    Journalisten haben normalerweise einige Nebenverdienste.

  36. Idealismus, gar Altruismus halte ich also für Quatsch

    Warum wirbt dann die taz mit der Aussage, dass man bei ihr einen altruistischen Mehrwert hätte, wenn man sie unterstütze oder von ihr ein Abo bezöge?

    Ich halte einige Angestellte der taz und vielleicht auch taz im Gesamten für ein wenig verlogen.

  37. @Jan

    200 Euro im Monat habe ich im Sommer letzten Jahres nicht bekommen, als ich ein Praktikum bei der taz gemacht habe. Dafür gabs ne Kaffeetasse, einen Button und den Atlas der Globalisierung.

  38. Hallo, der Text ist interessant. Aber woher kommt der? Ist der etwa extra fürs Hausblog geschrieben worden? Mir fällt etwas der Kontext… All the best David K. Meyer

  39. @ Oma Kruse

    Ich wage zu behaupten, dass die taz sofort dicht machen könnte, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht „ausbeuten“ würde. Sie verkauft sich halt leider nicht so gut wie die Bild.

  40. Die Frage ist doch: Wie kann die taz Kritik an Wirtschaftsunternehmen üben, wenn sie selber ihre Mitarbeiter genauso ausbeutet? Tariflohn ist nun mal nach Tariflohn und miese Leuteschinder erkennt man daran, dass sie nicht nach Tarif bezahlen – in jeder Branche!

  41. Ich würde gerne eine Lohnstatistik machen um z.b. die Übervölkerung und Niedriglöhne vieler Studiengänge z.B. in der Medienbranche aufzudecken. Leider schützt mich niemand vor Abmahnungen und Klagen bis zum Verfassungegericht. Keine Presse, keine Gewerkschaften, keine Parteien, keine Opposition usw :-(
    Tja. Toll :-(((

    Auch ein allgemeines Berufs-Wiki würde ich gerne organisieren. Das was man sich aus vielen Quellen zusammenlesen muss (Bewerbung, Schwerpunktwahl,…) halt sammeln. Wenn man pro Link vielleicht bald 1 Euro pro Monat zahlen muss, lasse ich das doch besser. Von Abmahnungen und Verfassungsklagen mal abgesehen.

    Die korrekte Darstellung zusammenhängender Sachverhalte ist wohl nicht erwünscht und findet sich auch in der Presse fast nie. Stattdessen überwiegend unreflektiert abgedruckte Agenturmeldungen wie schon neulich jemand für ich glaube SPON nachzählte.
    Stattdessen wird immer von völliger Komplexität geschwafelt. Das Kuchenmodell der Besteuerung versteht jeder Grundschüler(in). Bloss findet sich das in der Presse nie und man erkennt sofort, das der Schreiber niemals selber eine Steuer-Erklärung gemacht hat.
    Presse könnte dank Internet viel besser sein. Leider interessiert es wohl keinen :-( und man will morgen auch noch Arbeit haben. Also kann man legale konstruktive Ideen eher oft auch nicht bloggen wenn man nicht selber zur geschützten Pressebranche gehört. Die Schutzfunktion für gute Projekte sehe ich bei Gewerkschaften, Parteien, Verbänden und Presse leider eher kaum :-(
    Dann aber herumjammern. Apple Newsstand wird Print austrocknen und viele Titel gibts dann nur noch digital und bei Newsstand natürlich viel viel mehr als im Supermarkt oder auch Kiosk. Wenn man Sumpfgebiete trockenlegt, ändert sich die Flora+Fauna auch deutlich. Dazu (UnPrint/Print-Austrocknung) finde ich nirgendwo „Diskussionen“. „Blogger und böse Raubkopierer nehmen uns die Butter vom Brot“ ist alles was man sieht. Man kommt sich vor, als wäre man fast nur noch von Nicht-Denkern umgeben.

  42. Schöner Text! @Philippe: Schön, dass Du passabel verdienst, aber das halte ich nicht für repräsentativ für junge freie Journalisten. Man muss unterscheiden.

    Wenn man Redaktionsdienste macht (erst Recht beim Rundfunk) und nicht nur einen Hunni pro Tag bekommt, kann man natürlich auf zwei Netto kommen – aber sicher nicht bei der taz und nicht als freier, junger Autor (auch als alter Autor kann es schwer werden). Außer man ist trotz junger Jahre schon super etabliert, hat Extra-Zeilensatz ausgehandelt und veröffentlicht (!) bis zu zwei Texte täglich. Als Berufseinsteiger ist daher wohl eine taz-Stelle einen Tick sicherer als freie Autorenschaft (in der man wegen der niedrigen Zeilensätze besser nicht für die taz schreibt). Man darf nur nicht auf diese 0,8-Stellen bei der taz reinfallen, bei denen man nur 1100 Netto verdient, aber sicherlich trotzdem Vollzeit arbeitet.

    Am Ende kann man aber die taz schlecht kritisieren, weil sich kein Verleger an ihr bereichert, sondern sie sich selbst trägt und nun mal nicht mehr erwirtschaftet. Die Frankfurter Rundschau hätte sich da mal etwas von der taz abschauen sollen, bevor sie zerschlagen wurde. Und Praktis arbeiten bei der taz nicht umsonst, wie bei manchen größeren Zeitungen, sondern bekommen 200 Euro im Monat.

  43. War Werbung für Glückslose oder so was.

  44. Es war Spam für eine Webseite mit Gutscheinen.

  45. Kann mir jemand den Spam schreiben, er ist wohl doch gelöscht worden…?

  46. Die TAZ mit der Bärenfote erinnert mich an alte antike Zeiten, wo Frauen sich mit Bärenfellen geschmückt hatten und damit ihre kämpferische Macht über den Sieg demonstriert hatten. Daher kommt allerdings auch der Name Berlin (Bär-lin). Nun, wir wissen ja, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird, und daher ist die Stärke natürlich nun in männlicher Hand. Nur, wer führt dann die TAZ? Wenn die Neue Weltordnung der Luziferaner das Ziel des globalen Sozialismus ist, dann sind die Erfahrungen des TAZ-Redakteurs doch die der Absicht. Das ist die gleiche Armut für alle und der Reichtum für wenige.

  47. @julia: 1000 -1500 Euro als Freie? Dann machst du irgend etwas verdammt falsch oder bist noch recht jung. Sry, aber dieses Gejammer über die ach so niedrigen Gehälter in unserer Branche gehen mit sowas von auf den Sack. ich (34, mit 22 Jahren mein Volo beendet und seitdem am ackern) geh mit Sonntagsdiensten mit rund 2100 netto nach Tarif nach hause, meine Partnerin als Kindergärtnerin bekommt bedeutend weniger. reich wird man nicht – aber auch nicht arm.

  48. @Miss Geschick: Als Freie verdient man im Durchschnitt um die 1000-1500 Euro. Wenn es gut läuft, versteht sich.

  49. Mir kommen die Tränen. Was glaubt Ihr denn, was Leute so verdienen, die das Experiment eines lokalen Blogs wagen? Ach ja und Freie bekommen auch bei Regionalzeitungen längst nur noch Hungerlöhne. Bei PR-Seminaren heißt es schon, zahlt Ihnen , wenn sie zu einer Veranstaltung kommen, das Getränk, die 5 Euro wären ein Viertel Ihres Honorars oder so ähnlich.

  50. KChristoph: Ein “Statement” von TAZ-ganz-oben zu welcher konkreten Frage?

  51. Hallo,

    Eon bietet Milliarden für portugiesischen Versorger
    ‎und steicht gleichzeitig jede zweite Stelle in der Konzernzentrale

    http://www.zeit.de/news/2011-10/25/energie-eon-streicht-jede-zweite-stelle-in-der-konzernzentrale-25165603

    Und irgendwie war der Satz richtig gut
    Die erzählen uns schon seit Jahren, dass es uns bald nicht mehr gibt. Ruhig Blut.
    und der großartige Spam um 21:53. Auch hier von mir:
    Bitte nicht löschen* Mehr Gutscheine für arme Jornalisten.

    In meiner Region gibt es selbst für arme Jornalisten kaum Veröffentlichungsmöglichkeiten mehr. Eine ganz ganz kleine taz gibt es hier wohl auch – aber sonst ist hier mehr viel.

    Die erzählen uns schon seit Jahren, dass es uns bald nicht mehr gibt. Ruhig Blut.

  52. Wunderbare Erinnerungen! Ich habe im Frühjahr 2005 mal für ein Praktikantengehalt bei der taz bremen gearbeitet. Ein Praktikantengehalt bei der taz ist übrigens 0 Euro. Bonuszahlung war ein riesengroßes, knallrotes taz-Badetuch (1 x 2 Meter) aus aus 100% Bio-Baumwolle, das irgendwo zwischen dem Behördentelefonbuch und den Blöcken aus den Rückseiten benutzter Ausdrucke und Kopierpapier herumgelegen haben muss. Diese Zeit möchte ich nicht missen. Ich sehe sie aber auch nicht auf meinem Rentenbescheid. (Von dem Selfmade-Schreibblock muss ich hier noch irgendwo ein fast unbenutztes Exemplar haben, Rückseiten Kalkulationstabellen, rote Ringbindung. In 40 Jahren kann ich das vielleicht bei iBay an einen Sammler verkaufen und damit meine Rente aufbessern.)
    Beste Grüße an das Redaktionsteam von damals!

    Und ein großartig passender Kommentar am „Oktober 25th, 2011 at 21:53“, bitte nicht löschen!

  53. Lecker Feta-Käse :-D

  54. wilkommen im osten. das macht man mit uns schon seit 20 jahren. =)

  55. Schönen Dank für die Offenheit.
    So ähnlich sieht es wohl auch bei vielen feinen relativ kleinen Bio-Läden und ähnlichen Gebilden aus … ?

    Sollte ich jetzt vielleicht meinen Twitter-Account @TAZ_statt_HAZ überdenken …

    Gibt es jetzt ein „Statement“ von TAZ-ganz-oben, das würde mich sehr interessieren.
    Dankeschön.
    Ein TAZ-Fan aus Hannover.

  56. @MissGeschick: Bei mir sind es knapp über 2.000 Euro brutto bei einer Vollzeitstelle als Redakteur.

  57. Ich zahl gern für TAZ Artikel – das vorab!

    Weiter im Text, ich lese immer viel von den armen, unterbezahlten Journalisten. Aber ich lese nie etwas davon, wie hoch denn so ein Gehalt ist. Bzw. wie niedrig.
    Immerhin kenne ich Praktikanten, die schon mehr Geld im Monat verdienen, als eine Friseurin im Monat inkl. Verkaufsprovision und Umsatzprovision – das sind summa sumarum 1400 Euro.
    Also rückt endlich raus, was ihr verdient. Ansonsten hab ich auch kein Mitleid, ach ja und dann bitte auch gern mal, wieviel Stunden denn so gearbeitet werden.
    Danke.

  58. Zitat: „Wer bei der taz war, will auch nicht mehr bei jedem billigen Jakob anfangen“.
    Hoffe, er meint nicht Jakob Augsteins „Freitag“.