Auch Neonazis wollen Aufmerksamkeit. Dafür brauchen sie die Medien. Drei taz-JournalistInnen berichten, welche Erfahrungen sie mit der NPD machen.
Zurückrufen und höflich sein
Von Astrid Geisler
Das Strategiepapier muss eine Zumutung sein – zumindest für viele überzeugte Neonazis. “Wir sind im Ton freundlich, bedanken uns für das Interesse an unserer Arbeit und versuchen ggf. Wünsche zu erfüllen”, heißt es im 39 Seiten langen Leitfaden der NPD zur Pressearbeit. “Am Telefon melden wir uns mit dem Namen unserer Partei. Wir gehen ans Telefon, wenn jemand anruft. Wenn unser Kontakttelefon nicht zu erreichen ist, dann haben wir zumindest den Anrufbeantworter eingeschaltet und rufen natürlich auch umgehend zurück.”
Journalisten zurückrufen und dabei auch noch höflich sein? Und das, obwohl unter Rechtsextremen doch eigentlich Konsens ist, dass die “Schmierfinken” von der “Judenpresse” der letzte Abschaum sind? So wünscht es zumindest die NPD-Parteiführung. Für die Strategen in der Berliner NPD-Zentrale gilt die Devise: Journalisten umgarnen statt verprügeln. Schließlich ist die Partei auf Medienberichte angewiesen, um zu den Wählern durchzudringen. Und die Reporter sollen beim Stichwort NPD an professionell auftretende Politiker denken – nicht an gewaltbereite Neonazis. Gerade jetzt, da auf allen Kanälen über das rechte Killerkommando aus Jena und seine mutmaßlichen Verbindungen zur NPD berichtet wird.
Verantwortlich für die Regeln zur Pressearbeit ist Klaus Beier, langjähriger NPD-Sprecher und Parteivorsitzender in Brandenburg. Beier hat selbst vor Jahren dem “Bund Frankenland” in Bayern angehört, einer Neonazi-Kameradschaft, die laut dem bayerischen Verfassungsschutz “die Beseitigung des Grundgesetzes, der parlamentarischen Demokratie und die Schaffung eines ,Vierten Deutschen Reiches nationalistisch-rassistischer Prägung” anstrebte. Ideologisch ist er mit den militanten Neonazis auf einer Linie. Dennoch steht er für einen geradezu radikalen Pragmatismus im Umgang mit Journalisten. Dass seine Gesinnungsgenossen am Rande von Parteitagen oder Demonstrationen immer wieder Reporter anpöbeln oder sogar handgreiflich werden, passte Beier nicht ins PR-Konzept. Die Funktionäre der NPD könnten “die geborenen Zulieferer für regionale, aber auch überregionale Medien” sein. Doch dazu müsse seine Partei “die Hinterzimmeratmosphäre” überwinden und “ganz bewusst die Öffentlichkeit” suchen.
Als Pressesprecher hat Beier täglich die offensive Pressestrategie umgesetzt. Die taz konnte auf der Seite eins titeln: “NPD: die Verbrecherpartei” – und ein paar Tage später stand er taz-Journalisten trotz allem wieder höflich Rede und Antwort. Auch sein Nachfolger, der neue NPD-Sprecher Frank Franz, will diese Anbiederungstaktik offenbar fortführen. Gleich in einer seiner ersten Pressemitteilungen versichert er: “Medienvertretern mit vernünftigem journalistischem Anspruch stehen wir gerne Rede und Antwort.” Die NPD respektiere Journalisten, die “gewillt sind, objektiv über das zu berichten, was die NPD betrifft”.
Das heißt allerdings auch: Für einige, als besonders lästig wahrgenommene Journalisten ist die NPD nicht zu sprechen. Szenekennerinnen wie die freie Journalistin Andrea Röpke bekommen schon mal eine schriftliche Ausladung statt einer Akkreditierung zum Bundesparteitag. Begründung: Sie hätten in der Vergangenheit “im vorauseilenden antifaschistischen Gehorsam die antidemokratischen Phantasien der multikulturalistischen BRD-Obrigkeit Realität werden lassen”.
Solche Exempel haben für die NPD-Führung einen nicht zu unterschätzenden positiven Nebeneffekt. Sie besänftigen jene Parteimitglieder, denen die Anbiederung an die “Feindpresse” zu weit geht.
Gerade im militanten Neonazi-Spektrum fordern viele weiterhin einen Boykott der Massenmedien. Die rechtsextreme Zeitschrift Volk in Bewegung hat diese Strategie in zwölf “Leitlinien Feindpresse” zusammengefasst. Der “sogenannten liberalen Presse” wird einiges vorgeworfen. Ihre “Hetzjournalisten” seien “bewusst ausgewählte geistig-seelisch und körperlich minderwertige Menschen”. Jede Zusammenarbeit “mit Institutionen, deren Aufgabe es ist, Volk und Staat in den Ruin zu schreiben”, schließe sich daher aus. Pressemitteilungen seien “Munition an den Feind”, Pressesprecher nichts anderes als “Verbindungsoffiziere zum Feind”.
Obwohl die NPD-Führung seit Jahren versucht, zumindest ihre Mitglieder von diesem Boykott abzubringen, tun sich einige noch schwer mit der offensiven PR-Strategie. Der Potsdamer NPD-Stadtverordnete Marcel Guse zum Beispiel versicherte in einer E-Mail an einen taz-Journalisten, er empfinde “einen unaussprechlichen Ekel, wenn mich volksfeindliche Elemente Ihres Schlages anschreiben”. Dann ließ er seinen Gefühlen freien Lauf: “Sie und ihr rotes Käseblatt sind eine Schande für die vielen Generationen unseres Volkes, die vor uns kämpften und starben damit Deutschland leben kann. Ich verachte Sie!”
Systempresse? Abhauen!
Von Wolf Schmidt
“Erlebnisscheune” heißt der Veranstaltungsraum des Hotels “Romantischer Fachwerkhof” bei Erfurt, in den sich die Thüringer NPD nach der Landtagswahl 2009 zurückgezogen hatte. Sie wollte hier den Einzug ins dritte Ostparlament feiern, doch am Ende hat es für die Rechtsextremen mit 4,3 Prozent knapp nicht gereicht.
Gefrustete Neonazis, das wollte ich mir anschauen. Doch am Eingang der “Erlebnisscheune” traf ich an dem Abend Ende August erst mal einen freundlichen NPD-Pressesprecher in Sakko und Hemd: Patrick Wieschke. Ach, von der taz, ja, Herr Schmidt, kommen Sie doch rein, sagte der nur. Essen und Trinken gebe es auch.
Patrick Wieschke ist vor knapp zehn Jahren zu 33 Monaten Haft verurteilt worden, weil er an einem Anschlag auf einen Döner-Imbiss in Eisenach beteiligt war: als Anstifter. Umgangssprachlich nennt man das wohl Terror. Mit so einer Vita auf Typ netter Schwiegersohn zu machen, dafür muss man schon ziemlich dreist sein. Drinnen auf der Wahlparty in der “Erlebnisscheune” wollten freilich nicht alle so freundlich tun wie Wieschke. Und statt Anzug trugen viele der NPD-Kader und -Anhänger einfach nur T-Shirts mit dem Aufdruck “Nationaler Sozialismus”.
Nach einer guten halben Stunde begann jemand in der “Erlebnisscheune” laut zu grölen: Ob die von der “Systempresse” jetzt mal abhauen könnten, damit man endlich richtig anfangen könne. Da bin ich dann doch lieber gegangen.
Vor wenigen Tagen habe ich wieder mit Patrick Wieschke telefoniert. Er ist vor zwei Wochen in den Bundesvorstand der NPD aufgestiegen. Er, der früher nicht nur der “Döner-Bomber von Eisenach” war, sondern auch beim “Thüringer Heimatschutz” mitmarschierte, wie Fotos aus alten Tagen zeigen. Jenem militanten Kameradschaftszusammenschluss also, bei dem einst auch das Neonazi-Terror-Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe mitmischte.
Mit denen, sagt Wieschke heute, habe er nichts zu tun. “Ich kenne keinen Nationalsozialistischen Untergrund”, sagt er. Ganz freundlich.
Kaffeetrinken mit den Nazis
Von Andreas Speit
Ein Marktplatz in Boizenburg, Mecklenburg-Vorpommern, kurz vor der Landtagswahl 2011. Die NPD hatte einen Infostand aufgebaut und verteilte Flugblätter. An jenem Markttag war ich der einzige Journalist vor Ort.
Der NPD fiel ich gleich auf. Offene Ablehnung brachten sie einem entgegen. “Guten Tag, Herr Speit, noch Platz?”, fragte aber lächelnd Stefan Köster, NPD-Landtagsabgeordneter. Zusammen mit Michael Grewe, damals NPD-Fraktionsmitarbeiter, stellte er sich zu mir an einen Tisch, beim Kaffee- und Kuchenstand.
Vor knapp sechs Jahren trat Stefan Köster auf eine am Boden liegende Demonstrantin ein. Ich stand daneben bei dem Wahlauftakt in Schleswig-Holstein. Ich wusste nicht, ob ich eingreifen sollte oder nur beobachten. Später sagte ich gegen Köster aus. In der Deutschen Stimme erschien auch deswegen später ein diffamierendes Porträt über mich. Bis heute finden die meisten Veranstaltungen der Szene unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – wie besondere Konzerte, alle Lager, politische Schulungen und auch NPD-Landesparteitage.
Wenn wir als Journalisten diese Veranstaltungen dennoch entdecken, werden wir angegangen. So stand bei einer meiner Recherchen mal ein Neonazi mit einer Eisenkette vor mir. “Ich mach dich platt”, sagte er. Ein anderer Neonazis versuchte mit seinem Auto meinen Wagen von der Fahrbahn zu drängen. Grundsätzlich wollen die Rechtsextremen nicht, dass es Journalisten gelingt, zwischen Schein und Sein der Szene zu unterscheiden. Gelingt es dennoch, wird im Internet immer wieder gegen uns gehetzt.
Vielleicht auch, weil unsere Berichte Folgen haben: Neonazis verloren Arbeitsplätze oder kamen vor Gericht. Nach einem brutalen Angriff auf Gegendemonstranten nannte ich Namen von anwesenden Neonazis. Ein Verfahren gegen Grewe und weitere Kameraden folgte.
In Boizenburg auf dem Marktplatz plauderte er trotzdem mit mir. “Noch einen Kaffee?”, fragte er. “Es wird wohl das erste und letzte Mal sein, dass ich Ihnen einen anbiete”. Dachte ich auch und sagte: “Nein danke!”
Siehe auch das Interview mit Andreas Speit über seine bisher bereits 20 Jahre währende journalistische Beschäftigung mit der NPD: “Gern wird auch geschubst, gespuckt oder geschlagen.”


vic says:
Von Rechten gedisst zu werden, ist eine Ehre für Journalisten. Meinen Glückwunsch.
Dezember 2nd, 2011 at 19:05
Linkliste vom | Floyboy says:
[...] taz.de: Wie die NPD mit der taz umgeht at taz Hausblog Die NPD hat eine neue Offensive gestartet – und redet jetzt auch mit der Presse. Und mit der taz. Ein paar Erfahrungsberichte. [...]
Dezember 5th, 2011 at 07:43
shenanigans says:
“Sie und ihr rotes Käseblatt sind eine Schande für die vielen Generationen unseres Volkes, die vor uns kämpften und starben damit Deutschland leben kann. Ich verachte Sie!”
Na das nenne ich doch mal eine aufrichtige Ehrung. Meinen Glückwunsch, Leute!!
Dezember 5th, 2011 at 16:00
toni says:
Unterlassene Hilfeleistung, Gaffer, Sensationslust …….
Dezember 7th, 2011 at 00:31
Alois H. says:
Nun, zumindest zeigen die drei Beiträge – mehr oder weniger offen – eines: Die Journalisten berichten nicht offen unvoreingenommen und objektiv. Genau das aber ist ihre Aufgabe.
Was die Neonazis angeht, so sollten die einfach mal ihr Gehirn aktivieren. taz und Neonazis prangern in vielem dieselben Misstände an, sehen aber natürlich ganz andere Lösungsansätze.
Und noch etwas haben beide gemeinsam: beide haben Hitler und seine Ideen, sein Weltbild nicht verstanden (Nein, ich heisse es nicht gut; ich erwähne lediglich eine schlichte und offenkundige Tatsache).
Und sie haben noch ein Drittes gemeinsam, die Journalisten und die Neonazis: Beide sind vom “gegen (jemanden oder etwas sein)” getrieben.
Wir werden die neonazis nicht los, indem wir gegen sie sind und anschreiben (oder ihre Partei verbieten). Wir werden sie los, indem wir etwas *für* diejenigen tun, die in den Neonazis etwas wie die einzige Hoffnung sehen. Die Neonazis haben in Dingsbumshausen und Sonstwostadt einen Stand, Präsenz und erwecken den Eindruck, die Not dort sei ihnen nicht egal. Warum haben die Menschen in vielen unattraktiven Gegenden nur NPD Stände als politische Ansprechpartner? Warum bietet ein Andreas Speit den Menschen dort nicht mehr, nicht besseres, nicht konstruktiveres als “keinen Kaffee mit einem Nazi trinken”? Die Speits sind bei genauem Hinsehen nicht weniger peinlich als die Nazis, nur gefälliger und windschnittiger.
Dezember 8th, 2011 at 10:16
Stefan says:
@Aloys H.
Seit der Werturteilsdebatte von Karl Mannheim in der Weimarer Republik müsste eigentlichen jedem klar, dass so etwas wie “Objektivität” oder “Wertfreiheit” nicht gibt und nicht geben kann, weder in der Wissenschaft und schon gar nicht in der Journalistik. Aber offentlich schafft es die vorherrschende Lehrmeinung oder sollte ich besser: Propaganda sagen, immer noch Illusionen in den Köpfen und selbstbetrügerische Reminiszenzen auch heutzutage zu fixieren. In diesem Sinne: was ist schlimmer als (Lebens)Lügen? Illusionen!
Dezember 8th, 2011 at 13:07
jr says:
Leider muss ich Alois H. in allen Punkten widersprechen. Wer sagt, dass Journalisten offen und unvoreingenommen berichten müssen? Das steht nirgendwo. Man mag es persönlich als Genugtuung empfinden, wenn einem Journalisten so etwas gelingt und dies ist gelinde gesagt auch mein eigener Anspruch.
Wenn beide Seiten Hitler nicht verstanden haben, dann bitte ich dringends um Aufklärung. Denn zu so einem Urteil dürfen sie nur gelangen, wenn Sie ihn verstanden haben.
Zum Dritten: Nein, wir werden sie nicht los. Das behauptet auch keiner. Aber wir unterbinden damit staatliche Unterstützung. Warum kapiert niemand, dass man beides machen muss? Das ist untrennbar miteinander verbunden. Der Staat darf sich keine Partei erlauben, die ihn abschaffen will.
Speit mag nicht weniger peinlich sein, er ist jedoch jemand der die Grundrechte und Gesetze der BRD achtet und schützt. Dies tut ein aktiver Nazi mit nachgewiesener Sicherheit nicht.
Dezember 8th, 2011 at 13:11
Alois H. says:
Stefan
Es geht hier nicht um philosophische Betrachtungen, sondern um das, was man üblicherweise im Zusammenhang mit Journalismus mit dem Begriff “objektiv” meint und erwartet: Das Bemühen, sachlich und unvoreingenommen zu informieren.
jr
“Wer sagt, dass Journalisten offen und unvoreingenommen berichten müssen?”
Spätestens ein Großteil der Leser, für die man ja schreibt, erwartet das.
“Wenn beide Seiten Hitler nicht verstanden haben, dann bitte ich dringends um Aufklärung. Denn zu so einem Urteil dürfen sie nur gelangen, wenn Sie ihn verstanden haben.”
Sie irren abermals. Man muss etwas nicht verstehen, um zu erkennen, dass jemand anderer es nicht verstanden hat. Man muss auch nicht Physiker sein, um zu verstehen, dass die Aussage “Ein Elektron ist eine Art Kuchenkrümel” aus Nichtverstehen entspringt.
Vor allem aber:
Nicht nur unterbinden Sie mit solchen Beiträgen nicht staatliche Unterstützung, weil das erfreulicherweise ohnehin geschieht, sondern ein Rechtsstaat, der (nicht nur) Ihnen ja soviel bedeutet, darf – auch extrem und gefährlich – Andersdenkende nicht einfach zensieren oder mundtot machen, sondern er muss entweder zuhören und überzeugen oder aber die Grundlage entziehen, denn sonst handelt er nicht rechtsstaatlicher als mordende Soldaten (die das “Recht” ihres Landes hinter sich wissen) oder ein Diktator, der missliebige Parteien ausschliesst; auch er beruft sich auf seine Verfassung und auch er wähnt, diese sei richtig und rechtens.
Ihnen zuhören und mit ihnen diskutieren wollen wir verständlicherweise nicht. Bleibt ergo, ihnen die Grundlage zu entziehen – durch wirklich rechtsstaatliches und am Menschen orientiertes Handeln, an jenen Menschen nämlich, die durch das Desinteresse der politiker oder durch Mangel an Aufmerksamkeit und Mühe seitens des Staates und seiner Vertreter erst zur erreichbaren Beute für die Neonazis werden.
Wer sich darauf beschränkt, “nicht mit so einem Kaffee zu trinken” wiederholt in etwas anderer Form den Fehler, der diesen Leuten fruchtbaren Boden für ihr unerfreuliches Tun bereitete.
Freilich macht es kein Vergnügen, mit Leuten die prinzipiell empfänglich für Neonazi “Lösungen” sind, zu diskutieren und sich auf ihre wohl mitunter abstrusen Wahrnehmungen von Problemen oder deren Lösung einzulassen. Nur: Wo soll denn die Grenze gezogen werden? Wenn es zu unerquicklich und also erlässlich ist, mit für neonazistisches Gedankengut Empfänglichen zu diskutieren und sie für Lösungsansätze im Rahmen unseres Staates zu gewinnen … ist es dann auch passabel, sich nicht auf Gespräche mit Arbeitslosen einzulassen, zumal nicht wenige von denen einen Zusammenhang zwischen “viele Ausländer in Deutschland” und “Kein Job für mich” vermuten. Und Rentner? Ist auch die Auseinandersetzung mit diesen ob ihres Alters und damit einhergehender Gebrechen mitunter Unbequemen nicht nötig?
Nein. Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, wenn sie denn ernst gemeint und mehr als flottes Bekenntnis sind, grenzen nicht aus im Dialog; sie wollen umfangen, einschliessen, gewinnen. Das ist das Wesen der Demokratie und nicht eiliges und bequemes Ausschliessen. Genau das überlassen wir doch bitte den Neonazis; Es ist nämlich deren Stärke und nicht unsere.
Dezember 8th, 2011 at 14:15
jr says:
@ Alois H.
Ich verstand und verstehe ihre Ansätze durchaus. Sie untermauern, belegen und/oder beweisen diese jedoch nicht. Für sie ist Faktt, dass ein Großteil der taz-Leser das erwartet. Basta! Solche Schlüsse will ich gar nicht ziehen wollen, sie führen auch nicht zu der sachlichen Auseinandersetzung, die Sie selbst anzustreben scheinen. Ich wehre mich (wie vorhin ja schon) einfach gegen die Vorstellung, dass ein Weg der Richtige ist oder damít einen anderen Weg kathegorisch ausschliesst. Deswegen um bei diesem konkreten Beispiel zu bleiben, NPD versuchen zu verbieten UND zuhören…
Das sollte ein Prozess sein, der realistisch betrachtet wohl niemals enden wird.
Das eilige und bequeme Ausschließen hat man ja probiert und sich dabei völlig zu Recht eine blutige Nase geholt.
Dezember 8th, 2011 at 14:37
Freikorpsgeist says:
Marx ist Murx !
Vielleicht geht auch Ihnen einmal ein Licht auf und Sie werden nicht mehr die nützlichen Idioten des Auslandes sein.
Bis dahin….
PS Der Euro ist tot ! Es lebe die DM ! Nieder mit der EU-Diktatur und den Spesenrittern in Brüssel. Für ein freies, unabhängiges und selbstbestimmtes Deutschland !
Dezember 9th, 2011 at 11:50
Inge Pawelschik says:
ich kenne keine Nazis oder NPDler. Ich habe auch noch nie welche gesehen. Aber davon abgesehen, konnte mir noch niemand die Frage beantworten, warum man rechts bzw. rechtsradikal sein soll, nur weil man seine Heimat nicht mit Fremden/ Ausländern teilen will, wenn man gegen Zuwanderung ist.
Dezember 10th, 2011 at 21:02
Carsten says:
»…müsste eigentlichen jedem klar, dass so etwas wie “Objektivität” oder “Wertfreiheit” nicht gibt und nicht geben kann, weder in der Wissenschaft und schon gar nicht in der Journalistik.«
Es heißt Journalismus, aber egal, die Aussage ist das Letzte! Typen wie Du träumen von einem totalitären Wahrheitsministerium!
Dezember 12th, 2011 at 11:02
es says:
@ Inge Pawelschik
Nun ja. Das ist so:
Per Definition werden verschiedene politische Richtungen mit Richtungen im Raum verglichen: Links und rechts. Natürlich gibt es immer auch eine Mitte. “Links” ist im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, das man teilen will, Dinge gemeinsam tun oder nutzen, “rechts” dadurch, das man zum Beispiel von “Heimat nicht mit Fremden/Ausländern teilen” redet oder sagt, man sei “gegen Zuwanderung”.
Darum.
P. S.: Rechtsextrem ist das grundsätzlich noch nicht,solange “man” nicht auch noch die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnt.
Dezember 13th, 2011 at 00:24
Günter says:
Wenn ich das hier so lese kriege ich Angst in Deutschland zu leben. . .
Dezember 13th, 2011 at 23:10
Para Neujahr says:
@ Günter:
Echt? Wegen maximal 10-11 Leuten, die sich in diesem Blog verewigt haben, kriegst Du Angst, in Deutschland zu leben?
Meine Empfehlung: Versuch doch mal eine Weile woanders zu leben, z.B. in Afghanistan. Dann kommst Du zurück und vielleicht hat sich dein Angstproblem dann ganz schnell in Wohlgefallen aufgelöst…
Dezember 14th, 2011 at 01:51
Rockit says:
Rechtsradikale und ihre Sympatisanten sind meines Erachtens Menschen mit einer gewaltigen Lern- u. Aggressionsstörung. Von denen kommt kein origineller Beitrag zur Politik. Ihre Lösungen sind die Lösungen der damaligen NSDAP, ein bisschen aufgepeppt.
- Sie wollen das Parlament abschaffen
- sie wollen alle Ausländer und Andersdenkenden “ausmerzen”
- sie wollen stramm stehen vorm Führer, der ihre aggressive Haltung politisch legalisieren soll
- letztlich wollen sie den Pogrom
- Deutsche halten sie für was ganz Besonderes, weil sie selbst was ganz Besonderes sein wollen, dabei sind sie bloß krankhaft aggressive Agitatoren und Schläger, die mit der Verschiedenheit von Menschen und Meinungen nicht klar kommen.
Außerdem glauben sie noch an Märchen, denn die glaueben allen Ernstes, dass sie das Böse in der Welt ausrotten könnten und das Böse ist alles, was nicht deutsch ist….uhahahahah….unglaublich, aber wahr
Gute Sozialpolitik und die sind weg vom Fenster!
Dezember 14th, 2011 at 17:18
Der Zähe says:
Die Frage danach, ob Journalismus nun objektiv sein soll, ist wirklich nicht so philosophisch und wird wahrschenlich schlicht durch den Pressecodex entschieden, doch ob Journalismus diesem Anspruch überhaupt gerecht werden kann ist durchaus ein Gegenstand von Sozialwissenschaften oder Philosophie. Wo sonst auch sollte diese Frage entschieden werden, wenn nicht in dem Diskurs, der solche Begriffe wie “Objektivität” oder “Wertfreiheit” überhaupt erst produziert und marktfähig macht?
Im übrigen finde ich es auch recht interessant, dass die ersten faschistoiden Kommentare (Lob der Nation, Hetze gegen Migrant_innen) erst nach dem äußerst kruden Versuch erschienen sind, Journalist_innen mit den sogenannten “Nazis” gleichzusetzen – eine Bezeichnung, von der ich im übrigen Denken, dass sie viel zu leicht verdeckt, wie tief die überwiegend den “Nazis” zugeschriebene Melange aus Nationalgefühl, Tradition, christlichen und aufklärerischen Werten, Marktradikalismus, konservativem Zeitgeist, Rassismus, Autoritäts- und Ordnungshörigkeit in der Identität dieser Gesellschaft verankert ist, wie sehr die Abneigung gegen alles Arme, Fremde und Unnütze (ehedem “Lebensunwerte”) Teil der berühmt-berüchtigten “deutschen Zustände” ist.
Doch hoch lebe die Wissenschaft! Und die Technik! Und die Konzerne! Wir brauchen messbare Größen! Und mehr Produktion! Fortschritt! Objektive Argumente! Nation! Und natürlich einen, der uns erzählt, warum Journalisten eigentlich so viel mit Nazis gemein haben …
Dezember 15th, 2011 at 01:49
Gabo/HB says:
Sie reden davon, die NPD verbieten zu wollen… . Aber was ist mit der DKP, welche die dt. Verfassung völlig ablehnt?!?!?
Bei der NPD widerrum, wird man nichts finden, was gegen die hiesige Verfassung verstößt!! Dabei ist die Gefahr von Linksextremisten weitaus höher, als die der Rechten!
NEIN zum LINKSEXTREMISMUS und anderen ANARCHISTEN, die unserem Land nur schaden wollen!!
Gruß & Sport frei!!!
Dezember 16th, 2011 at 00:33
Indie@ra says:
@rockit: Gute Sozialpolitik und die sind weg vom Fenster!
Das ist die Quintessenz. Ein wenig erweitert dürfte das dann auch die Position von Alois H. sein. Unsere neoliberalen Zeiten – ja, das sind sie immer noch, trotz occupy, und wenn auch wenn die FDP mittlerweile im Rösler-Koma liegt, – haben grundlegende Werte vertrieben – und wollten das auch.
Was Alois H.anspricht, ist einfach: hört auch denen zu, gebt denen Stimme und Verständnis, die im Becken der neoliberalen Haie zu den Gefressenen, den Untergegangenen gehören. Dann wird diesem braunen Sumpf der Nährboden entzogen.
Das zweite Projekt heißt dann: selber denken können, selbständig sein in Recherche und Urteil… Ist schwierig und tut weh. Nix für die deutsche Nation.
Dezember 16th, 2011 at 02:03
Bert B. says:
Es schmerzt schon sehr im Oberstübchen wenn man sich die Ausführungen mancher Kommentatoren hier durchliest. Ich weiss schon lange, dass die Kommentar-Abteilung Kopfschmerz-Gefahr birgt.. Aber ich komme einfach nicht drum herum, Kommentare zu lesen, wenn es welche gibt.
Mein Resultat: Ich kaufe mir morgen mal wieder die Print-Ausgabe, dann kann ich die Artikel ganz ohne angehängten geistigen Dünnpfiff geniessen.
Achso, Inge, du fragst warum man gleich als rechts tituliert wird, “nur weil man seine Heimat nicht mit Fremden/ Ausländern teilen will, wenn man gegen Zuwanderung ist”.
Frage dich mal was anderes, z.B. was wäre wenn das Ausland um dich herum seine Waren und Dienstleistungen nicht mehr mit dir teilen will?! Folgt ja ganz deiner Logik, das “Eigene” nicht mit dem “Fremden” teilen zu wollen..
Dann darfst du den ganzen Tag deutschen Grünkohl mit Kartoffeln essen. Auf dein Handy, deinen Fernseher und viele andere Annehmlichkeiten der Globalisierung musst du dann aber leider verzichten… Das kommt nämlich dummerweise fast alles aus dem Ausland oder kann ohne Güter/Rohstoffe aus der ganzen Welt nicht produziert werden.
Na, darüber haste noch nicht nachgedacht, oder?
Dezember 16th, 2011 at 19:16
Steffen Rönig says:
Ach ja. Warum macht ihr nicht ein Thema auf:
Wie die taz die Pressefreiheit ehrt… wie war das doch gleich, als 2006 ein paar Hansels von der Jungen Freiheit in der Kochstraße Probeexemplare verteilten? Da wurde selbstredend zu Gesprächen eingeladen – von der Kripo, nachdem von den taz-Mitarbeitern Gewalt angewendet (auch gegen eine Frau, weil – so der taz-Mensch – Nazis keine Menschen seien) und Strafanzeigen gestellt wurden. Wohlgemerkt von den JF-Leuten. Tätliche Angriffe scheinen also nicht nur ein Nazi-problem zu sein!
Dezember 16th, 2011 at 22:09
Inge Pawelschik says:
@Bert B.
Ich dachte, wir bezahlen für unsere Importe?
Und was hat Handel mit Massenzuwanderung zu tun? Das erschließt sich mir nicht.
@ es:
Warum teilen dann nicht die, die teilen wollen? Ich teile gerne mit deutschen Hilfebedürftigen. Die meisten der Auisländer kommen aus rohstoffreichen Ländern; dort sitzen die Kinder auf mehr Rohstoffen / Bodenschätzen als unsere Kinder. Was kann ich bzw. unsere Kinder dafür, wenn in diesen Ländern politische Verhältnisse herrschen, die es möglich machen, dass die Menschen dort nicht von diesem Reichtum profitieren?
Dezember 17th, 2011 at 13:31
pinarello says:
@inge
deine ausführungen sind ja nur bis zum ersten gefälligen euphemismus gedacht.
zunächst solltest du dir mal vor augen führen, was geschieht, wenn das gesamte “ausland” (scheußliches wort) diese denke übernimmt und zukünftig auf den export deutscher waren verzichtet. für eine exportnation wäre das fatal. für deutschland ganz besonders.
dann betrachte dir doch bitte mal die historie jener rohstoffreichen nationen, welche du da eben ins spiel gebracht hast. da wirst du sehen, dass diese ehemalige kolonien waren von staaten (unter denen auch deutschland), die nur ein interesse verfolgten: möglichst billig möglichst viel mitnehmen. die fehlenden strukturen und die politische instabilität dieser regionen war gewollt und wird teilweise bis heute aktiv geduldet, weil auch heute der gewinn von rohstoffen aus afrikanischen minen größer wird, je ärmer die dort zu entlohnenden arbeiter sind. ums kurz zu machen: insbesondere wir europäer sind für deren situation ursächlich verantwortlich!
Dezember 18th, 2011 at 01:09
Inge Pawelschik says:
@pinarello
Also die meisten Ausländer kommen doch aus Ländern, in denen nicht Ausbeutung das Problem ist, sondern Machtsrukturen, die ein Gewinn/ Teilhabe an den Ressourcen verhindern. Ich denke da gerade an die moslemischen Länder, aus denen ja exorbitant viele Ausländer kommen. Oder Türkei? Was hat Deutschland der Türkei getan, dass wir hier inzwischen Millionen Türken wie selbstverständlich beherbergen und die inzwischen schon in unsere Machtsrukturen eingedrungen sind und über das Wohl und Wehe unseres Volkes mitbestimmen?
Ich denke, dass Problem ist, dass Linke (wie Sie?) nicht verstehen, dass es nie um Menschenfreundlichkeit geht oder Humanismus oder Hilfe, sondern dass es immer nur darum geht, in Deutschland und Europa Lohnkonkurrenz aufrecht erhalten zu können und ntl. die Werte der Immobilien weiter künstlich hoch zu halten. Was ist eine nicht selbst bewohnte immobilie wert, wenn man keine gut zahlenden Mieter findet? Richtig,nichts.
Und nicht zu vergessen ist natürlich die für das Ziel “Vereinigte Staaten von Europa” die Homogenität der europäischen Bevölkerung. Die europäischen Nationen haben trotz vieler Gemeinsamkeiten auch sehr viel eigene kulturelle Eigenschaften, die sie niemals einem europäischen Superstaat opfern würden! Also wird in jedem europäischen Land die eigene Bevölkerung gegen die neue, molslemische Bevölkerung ausgetauscht. Die kömmen zwar aus verschiedenen Ländern, Haben aber alle eines gemeinsam: Islam und damit Scharia! Ausländer sind lediglich die Waffen, mit denen die Politiker gegen ihr eigenes Volk vorgehen, um ihren Traum vom großeuropäischen Reich zu verwirklichen, in dem sie dank Scharia totalitär herrschen können!
Dezember 18th, 2011 at 01:49
Boris Nakamura says:
@Inge Pawelschik
Ich habe das Gefühl, wenn Sie weiter derart haltlose Fantasy-Geschichten produzieren könnten Sie demnächst ein Angebot der NPD für einen Parteiposten erhalten…
Dezember 19th, 2011 at 14:13
Inge Pawelschik says:
@Boris Nakamura
Wie meinen?
Dezember 19th, 2011 at 18:16
Sebastian Heiser says:
Liebe Kommentatoren, hier im Hausblog bringen wir Informationen aus der taz über die taz. In diesem Blogbeitrag geht es um die Frage, wie die taz mit der NPD und wie die NPD mit der taz umgeht. Zu dieser Frage zum Verhältnis einer rechtsextremen Partei zur taz sind auch Kommentare erwünscht. Eine allgemeine Diskussion über die NPD und ihre politischen Inhalte ist hier unerwünscht. Da die Diskussion sich jedoch jetzt schon länger in diese Richtung verlagert hat, sind die Kommentare jetzt geschlossen. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, können Sie sich bei mir, bei meiner Chefredakteurin (taz.die tageszeitung, Ines Pohl, Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin) oder in Ihrem eigenen Blog beschweren.
Dezember 20th, 2011 at 11:46