Berlin: taz-Angebot für Exilschwaben

Die taz erweitert ihre Samstagausgabe für Berlin und die neuen Bundesländer um die kontext-Wochenzeitung aus Baden-Württemberg. “Wir wollen auch das Hauptstadtpublikum über die spannenden Entwicklungen im neuen Baden-Württemberg direkt aus Stuttgart informieren”, sagt taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch. Die unabhängige Internet- und Wochenzeitung kontext lag der taz bisher bereits in ihrer Ausgabe West bei (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern, Saarland, NRW). Ruch sagt, er sei überzeugt, dass “das gesellschaftliche Laboratorium Baden-Württemberg auch überregional von Bedeutung ist”. Start ist an diesem Samstag, zeitgleich zum Relaunch der Berlin-Seiten der taz.

kontext-Mitgründer und -Redaktionsleiter Josef-Otto Freudenreich freut sich schon auf die neuen Leser. “Alle Exilschwaben sollen die Chance haben, wenigstens aus der Ferne mitzukriegen, was in ihrer alten Heimat abgeht”, bekräftigt der gebürtige Oberschwabe. “Und die anderen, auch die Politiker, können von der Stuttgarter Republik lernen”.

Damit besteht die Samstagausgabe der taz in Berlin aus 56 Seiten: 16 Seiten tagesaktuelle überregionale Berichterstattung, 24 Seiten Wochenendausgabe “sonntaz”, zwölf Seiten Berlin-Wochenendteil und vier Seiten kontext-Beilage.

Siehe auch: Die taz-Regionalbeilage aus Stuttgart

Kommentare (12)

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  1. In Baden-Württemberg gibt es nicht nur Schwaben!
    Wie der Name schon sagt, gibt es dort auch Badener, und das sind z.T. auch Rheinländer. (Mannheim, Karlsruhe, Offenburg, Freiburg. Sowie die Nachbarstädte Straßburg und Basel)
    Das ist “gods own country”.
    Da fühlt man sich schnell wohl, sofern man kein Schwabe ist.
    Warum die keine Schwaben mögen habe ich allerdings noch nicht verstanden.

  2. Sebastian Heiser:
    Nein, aber als “Lokalteil”. Und da Sie dieses im Rahmen des Satzes “Es gibt keine taz-Leser, die keinen Lokalteil bekommen” erwähnt haben, ist daraus wohl zu schließen, dass Sie Kontext als Lokalteil der taz betrachten.
    Üblicherweise ist der “Lokalteil” ein integraler Bestandteil einer Tageszeitung und erscheint folglich im selben Rhythmus wie das “Mutterblatt” oder aber sie verfügt über keinen “Lokalteil”.
    Sollte es tatsächlich Gegenbeispiele dafür geben (außer natürlich das taz-Kontext-Beispiel), wäre ich sehr daran interessiert.

    Sie aber bezeichnen die mehr oder minder unabhängige “Kontext” als Lokalteil. Und genau das scheint mir absurd.
    Ich hoffe, Sie haben nun verstanden und müssen sich nicht erneut auf kleinliche Spitzfindigkeiten zu Ihrer eigenen Rechtfertigung zurückziehen.

  3. Mir sind die vielen Schwaben in Berlin lieber, als jetzt die Romas und die brandenburgertor-Campierer. Denn die Schwaben sind fleißige Leut die viel arbeiten und so Steuern einbringen statt Sozialleistungen kosten.
    Deshalb haben sie auch eine eigene taz-Beilage verdient, damit sie nicht aus Heimweh wieder zurück gehen. Das sollen besser die anderen genannten Neu-Berliner machen.

  4. Benjamin Horne: Ich habe Kontext nicht als “taz-Lokalteil” bezeichnet.

  5. S. Heiser:
    Die “kontext-Wochenzeitung aus Baden-Württemberg”, die jetzt Samstags erscheint als taz-Lokalteil zu bezeichnen, scheint geradezu drollig.

    Aber bitte. Das Leben ist immer einfacher, wenn man die Dinge so versteht, wie sie einem in den Kram passen, nicht wahr?

  6. Benjamin Horne: Es gibt keine taz-Leser, die keinen Lokalteil bekommen. Jeder Leser bekommt entweder Kontext oder die taz-Nord oder die taz-Berlin.

  7. Einmal im Monat liegt der taz die “Le Monde diplomatique” bei. Das Blatt zeichnet sich durch seine hervorragende Auslandsberichterstattung aus. Auch die taz selbst hat Korrespondenten in aller Welt. Wir berichten von dort nicht, um nach Deutschland migrierte Ausländer als Leser zu gewinnen. Sondern weil wir diese Themen für wichtig halten und davon überzeugt sind, dass auch unsere Leser sich dafür interessieren.

    Ähnlich ist es hier. In Baden-Württemberg findet gerade einer der bemerkenswertesten Vorgänge in der derzeitigen deutschen Politik statt. Die Grünen stellen zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten. Sie haben in ihrem Bundesland die lange Zeit dominierende CDU abgelöst und die SPD überholt. Wie die Grünen jetzt damit umgehen und was konkret nun in Baden-Württemberg passiert – wir sind überzeugt, dass gerade auch die taz-Leser besonders interessiert daran sind.

    Die Lokalteile der taz haben immer einen viel zu großen Erscheinungsradius. Das hängt damit zusammen, dass die taz nur drei Druckereien hat: In Berlin, Frankfurt und bei Hamburg. Der Lokalteil Berlin erscheint also auch in ganz Ostdeutschland. Als es noch einen NRW-Lokalteil gab, lieferten wir ihn auch nach Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, ins Saarland. Umgekehrt gibt jetzt es auch schon Kontext in den angrenzenden Bundesländern, inklusive NRW.

    Die Rückmeldungen der Leser von dort sind positiv. Sie lesen gerne detailliert über die Entwicklungen in Stuttgart.

    Wir haben uns also gedacht: Probieren wir es doch einfach mal aus und vergrößern das Erscheinungsgebiet von Kontext. Die Artikel werden ja ohnehin geschrieben, die Seiten sind fertig layoutet, es geht nur um den reinen Druck. Die Zahl der Seiten, die wir nun in Berlin pro Woche drucken, erhöht sich von 180 auf 184 Seiten. Das ergibt eine Steigerung des Druckumfangs von 2,2 Prozent an einem von drei Druckstandorten..

    Wenn wir aus Baden-Württemberg berichten, bedeutet das übrigens nicht, dass wir uns inhaltlich den Schwaben anbiedern oder dass wir Gentrifizierung unterstützen. Gerade jetzt am Wochenende erschien dieser Artikel, der die These hat, dass die neuen Städter aus Berlin ein Dorf gemacht haben “mit dem Prenzlauer Berg als Blaupause einer posturbanen schwäbischen Kehrwochenglückseligkeit”: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2012/11/03/a0207

  8. Das ist ein Scherz, oder? Warum sind “die Schwaben” auf einmal so wichtig?

  9. Also bitte. Schwabenrassismus braucht kein Mensch.

    Außerdem können (und werden?) sich die schaffe-schaffe-sauteure-Wohnungsle-kaufe-Schwaben vom Prenzlauer Berg die taz vermutlich leisten – im Gegensatz zu vielen Urberlinern.

    Insofern halte ich die Aktion für eine vernünftige, kluge und zielgruppenorientierte Produktweiterentwicklung.

    Was ich allerdings für bedenklich halte: Die taz entwickelt sich immer mehr zu einer Berliner Lokalzeitung – ich befürchte, auf Kosten der überregionalen Berichterstattung.

    Das finde ich schade, denn für die Nicht-Berliner Leser, die überhaupt keinen Lokalteil bekommen, ist dieses berlinzentrierte Gehabe nicht unbedingt ein Attraktivitätsgewinn.

  10. ach echt… weil ja armen exilschwaben sich kein internet leisten können und sowieso so ausgegrenzt werden… ich glaub nicht das ich mir diese zeitung hier nochmal kaufen werde. ansonsten unterstützt man gentrifizierung ja schon mit zeitungslesen…
    also wirklich… eben lese ich ich noch ein kritisches interview und dann bekommen die “berlin muss so ordendlich wie mein dorf sein” aktivisten ihren eigenen zeitungsteil… wo ist denn die türkische odervietnamesische artikelsparte???? oder sind schwaben eure einzigen leser?

  11. Der Schwabe ist freiwillig da.
    Doch was schreibt wikipedia?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Exil

    Mieser Sprachgebrauch.
    Luther würde Euch aufs Maul …