Drucktechnik: Unsere verflixte Abhängigkeit

An alle, die es ganz genau wissen wollen: In diesem Beitrag wird erklärt,

- warum wir die taz in mehreren Büchern drucken,
- warum wir sie sie auch in einem Buch drucken könnten, was aber deutlich teurer wäre,
- warum bei zwei Büchern das erste Buch so viele Seiten haben muss wie das zweite und
- warum bei vier Büchern das erste Buch so viele Seiten haben muss wie das dritte und das zweite Buch so viele wie das vierte.

Die Ursache für all das: Der Umfang der Druckwalze in unserer neuen Druckerei ist doppelt so groß wie eine taz-Seite hoch ist. Ich habe ein paar Tage gebraucht, um das zu verstehen. Aber beginnen wir doch ganz vorne.

Die taz wird auf Papier gedruckt, das von großen Rollen kommt (die im fliegenden Wechsel ausgetauscht werden). Solchen Rollen wie diesen:

Foto: NatiSythen/Creative Commons BY-SA 3.0 Unported

Foto: NatiSythen/Creative Commons BY-SA 3.0 Unported

Vor Druckbeginn werden die Druckplatten mit den einzelnen Seiten auf den Druckzylinder montiert. Hier im Video sieht man genau: Der Druckzylinder ist so groß, dass zwei Seiten übereinander auf einen Zylinder passen. Das ist sozusagen die alles entscheidende Stelle.

Dann läuft die Druckmaschine langsam an. Ein Druckzylinder bedruckt das Papier von oben, ein zweiter von unten, heraus kommt dann ein beidseitig bedrucktes Papierband. Hier sieht man das bei einer etwas veralteten Maschine, was den Vorteil hat, dass man so gut hereinschauen kann:

Ich habe eine fertige taz auseinandergenommen und hier einmal simuliert, wie diese taz auf der bedruckten Papierbahn aussieht:

In der oberen Reihe die Seiten 2, 9, 4, 7 und 5. In der unteren Reihe sind die Seiten 12, 19, 14, 17 und 15. Die anderen Seiten sind auf der Rückseite. Diese beiden Reihen wiederholen sich nach oben und unten immer und immer wieder. Der hier zu sehende Ausschnitt mit den zwei Reihen ist genau der, der bei einer Umdrehung des Druckzylinders gedruckt wird.

Als nächstes wird die Papierbahn in mehrere Teile zerschnitten, einfach indem man ein Messer in die laufende Bahn hält (zu sehen in diesem Video von Minute 1:53 bis 1:56). So entstehen aus einer Papierbahn drei Papierbahnen – zwei breitere und eine schmalere (die schmale Bahn wird später übrigens die verhasste flatternde Einzelseite):

Die beiden rechten Bahnen werden nun so seitlich versetzt, dass sie über der linken Bahn laufen. Im Prinzip werden die Zeitungsbahnen dabei einfach nur über zwei Stangen geführt, die im Winkel von 45 Grad zur Laufrichtung stehen:

Die Bahnen liegen anschließend übereinander. Die ehemalige linke Bahn mit zwei Zeitungsseiten liegt ganz unten. Darüber liegt die mittlere Bahn. Und die rechte Bahn, die nur eine Zeitungsseite breit ist, liegt ganz oben (und nur auf der rechten Hälfte).

Es handelt sich dabei immer noch um einen endlosen Papierstrom, der in zwei bis drei Lagen übereinanderliegt. Jetzt wird einmal in der Mitte gefalzt. Das funktioniert so, wie wenn man bei einer Zeitung die linke und die rechte Seitung zusammenklappt. So sieht das in einer Druckerei aus:

Foto: Ulrike Schmidt

Foto: Ulrike Schmidt

Man kann das auch in dem zweiten Video sehen, auch dort wird der Papierstrom am Ende der alten Druckmaschine einmal zusammengeklappt. So entsteht im Falle der taz ein fünflagiges Papierband:

Oben liegt mit dem Kopf nach unten die Seite 1, es folgen dann die Seiten 2 bis 10. Unten liegt die Seite 11 mit dem Kopf nach unten, es folgen die Seiten 12 bis 20. Es handelt sich dabei immer noch um einen unendlich langen Papierstrom. Und jetzt kommt der zweite entscheidende Punkt – der Schnitt. Die Papierbahn läuft nun in einen Klappenfalzapparat. Und zwar erst der untere Teil mit den Seiten 11 bis 20, im folgenden Video ockerfarben dargestellt, danach der obere Teil mit den Seiten 1 bis 10, im Video blau dargestellt:

Die untere Reihe mit den hinteren Seiten (ockerfarben) wird vom Falzapparat mit Nadeln gegriffen. Daher kommen übrigens die Löcher unten auf den taz-Seiten. Der Papierstrom läuft nun über die Trommel und wird nach 47 Zentimetern abgetrennt. So hoch ist eine taz-Seite. Die Trommel hält die (ockerfarbenen) taz-Seiten mit den Nadeln weiter fest und macht eine zweite Umdrehung. Bei dieser zweiten Umdrehung wickeln sich die vorderen taz-Seiten (blau) über die hinteren Seiten. Auch hier wird wieder nach 47 Zentimetern abgetrennt. Die hinteren Seiten liegen innen auf der Trommel, die vorderen Seiten außen. Jetzt wird die fertige Zeitung gegriffen und aus der Trommel auf ein Fließband befördert. Fertig ist die taz!

Sprich: Die eine Hälfte der Zeitung wird mit der ersten halben Umdrehung der Drucktrommel gedruckt. Die andere Hälfte mit der zweiten halben Umdrehung. Erst im allerletzten Schritt werden beide Hälften übereinandergelegt. Dieser Produktionsprozess beschränkt die Möglichkeiten, wie wir die Zeitung aufteilen können. Hausblog-Kommentator Heisenberg fordert: “Wenn schon zwei Bücher unbedingt nötig sind (was zu bezweifeln ist), dann wenigstens mit einer Seitenaufteilung von 12 und 8″. Genau das geht aber leider nicht. Wenn der Papierstrom von der großen Rolle bei der ersten halben Umdrehung der Drucktrommel zwölf Seiten breit ist, dann kann er nicht bei der zweiten Hälfte der Umdrehung nur noch 8 Seiten breit sein. Sprich: Es gibt immer eine Teilung in der Mitte.

Ganz problemlos kann man hingegen ändern, wie man die erste Hälfte mit 10 Seiten und wie man die zweite Hälfte mit 10 Seiten jeweils in sich aufteilt. Man kann zum Beispiel die ersten 10 Seiten in zwei Büchern drucken – ein Buch mit vier Seiten und ein Buch mit sechs Seiten. Das erreicht man, in dem man die Seiten anders übereinanderlegt. Dann muss aber auch die hintere Hälfte der Zeitung die gleiche Aufteilung haben. Einfach deshalb, weil die vordere Hälfte und die hintere Hälfte der Zeitung während des größten Teils des Druckprozesses identisch behandelt werden. Der eine Teil ist einfach nur 47 Zentimeter früher auf der Rolle als der andere Teil. So lange wir auf einer modernen Standard-Druckwalze drucken, die einen Umfang von 94 Zentimetern hat und so lange eine taz-Seite 47 Zentimeter hoch ist, wird das immer so bleiben. Die alte Caro-Druckerei in Frankfurt hatte einfach eine Maschine mit einer ungewöhnlich kleinen Druckwalze.

Klaus Sutor an der alten Frankfurter Druckmaschine. Foto: Bernd Hartung

Caro-Drucker Klaus Sutor schreibt: “Die Maschine bei Caro war ein Exot unter den Rollenmaschinen, und meines Wissens, und das ist nicht gering, gibt es keine Maschineninstallation in Deutschland, die ähnlich wäre.” Die Maschine wurde unter anderem deshalb angeschafft, weil die Räumlichkeiten im Ökohaus Frankfurt so beengt waren. Karl Sutor: “Und wenn es möglich gewesen wäre, hätte Caro 2007 nicht in diesen Exoten unter den Maschinen investiert, sondern in eine der gängigen Maschinen, und so wärt ihr viel früher in den Genuss mehrerer Bücher gekommen, den die Leser im Norden und im Osten der Republik schon immer hatten.”

Wie wir doch eine taz aus einem Buch drucken könnten

So, jetzt habe ich lang und breit erklärt, warum die taz aus zwei Büchern bestehen muss. Und jetzt kommt der Trick, wie auch die neue Druckmaschine eine taz mit einem Buch schafft. Man tut einfach so, als würde man ein Produkt mit 40 Seiten drucken. Mit der ersten halben Umdrehung druckt die Walze die ersten 20 Seiten, mit der zweiten Umdrehung die zweiten 20 Seiten. Man schneidet fünf Bahnen, legt sie übereinander, falzt sie in der Mitte und am Ende in der Trommel mit dem Falzapparat lässt man die taz einfach keine Ehrenrunde drehen, damit zwei Lagen sich übereinanderwickeln, sondern zieht die Zeitung direkt aus der Trommel. Fertig ist die taz mit 20 Seiten in einem Buch.

Das Problem dabei: Man braucht doppelt so viele Druckplatten. Bei jeder halben Umdrehung des Druckzylinders muss schließlich die gesamte taz rauskommen. Bei der ersten halben Umdrehung müssen alle Seiten von 1 bis 20 gedruckt werden. Und bei der zweiten halben Umdrehung müssten ebenfalls alle Seiten gedruckt werden.

Es verdoppelt sich also der Verbrauch an Druckplatten. Und es dauert doppelt so lange, die Platten in die Maschinen einzuspannen. Diese fixen Kosten sind bei der taz ganz erheblich, weil die Auflage so klein ist. Ich habe Heiko Hülsmann, Geschäftsführer unserer Berliner Druckerei Henke gebeten, mal ganz grob über den Daumen gepeilt zu schätzen, in welcher Größenordnung der Preisaufschlag wohl liegt. So rund um 25 bis 30 Prozent, meint er. Hier eine Übersicht über alle unsere Ausgaben – die Druckkosten sind der große senfgelbe Bereich links:

Im Jahr 2011 lagen unsere Druckkosten bei 3,9 Millionen Euro. Wenn die um ein Viertel steigen, wäre das eine Million Euro. Bei 40.400 Abonnenten unserer täglichen Ausgabe sind das pro Person 25 Euro im Jahr. Wenn unsere Abonnenten alle bereit sind, diesen Betrag zusätzlich zu bezahlen – wir stellen das sofort um.

Was wir stattdessen machen könnten

Unsere Leser im Westen und Süden beklagen nicht nur, dass es überhaupt zwei Bücher gibt. Sondern auch, dass die Trennung an so einer seltsamen Stelle ist. Das erste Buch endet nämlich mit der ersten Auslandsseite, das zweite Buch beginnt mit der zweiten Auslandsseite. Das ist in der Tat ziemlicher Nonsens.

Die Frage ist also: Wenn wir unsere 20 Seiten schon in zwei Bücher mit zehn Seiten aufteilen müssen, können wir dann die Seiten nicht so anordnen, dass die Trennung an einer Stelle erfolgt, die Sinn ergibt?

Die Antwort: Ja, das geht. Man müsste nur die Reihenfolge der Seiten tauschen. Zwei Seiten, die bisher in der vorderen Hälfe sind, müssten weiter nach hinten wandern. Die bisherige Seite 13 – wo die tazzwei beginnt – wäre dann die neue Seite 11 und damit würde hier das zweite Zeitungsbuch beginnen. Aber leider nur in Gießen. In Berlin und Hamburg werden nämlich mehr Seiten gedruckt, wegen der Lokalteile. Und damit ergibt sich hier eine ganz andere Aufteilung zwischen den einzelnen Büchern.

Unter der Woche drucken wir in Hamburg und Berlin an den meisten Erscheinungstagen 24 Seiten. Wir könnten das dort in zwei Büchern mit 12 Seiten drucken. Aber wir wollen, das auch die Lokalteile mit ihren 4 Seiten ein eigenes Buch sind. Also müssen auch in der vorderen Hälfte die letzten vier Seiten ein eigenes Buch sein. Hier unser Produktionsplan. Die dicken schwarzen Striche markieren dabei, wann ein Buch endet und wann das nächste beginnt.

Um die Sache zusätzlich zu verwirren haben die einzelnen Seiten bei uns intern andere Bezeichnungen als die, die dann auf der gedruckten Seite stehen. “Akt” steht für Aktuelles, auf der Seite steht “Der Tag”. “TdT” steht für “Thema des Tages”, auf der Seite steht “Schwerpunkt”. “Öwi” steht für “Ökologie und Wirtschaft”, auf der Seite steht “Wirtschaft + Umwelt”. “LB” sind die Leserbriefe. Auf den Seiten 14 bis 16 steht in der Zeitung “Gesellschaft + Kultur”, im Seitenplan hingegen mal “GKM/tazzwei”, mal “Gesellschaft” und mal “Kultur”, was daher kommt, dass die Seiten hier im Haus von verschiedenen Ressorts betreut werden, aber das wäre ein Thema für einen eigenen Blogbeitrag. Was in der Zeitung “Flimmern + Rauschen” heißt, nennen wir Medien, die “Leibesübungen” sind der Sport.

In Pinneberg und Berlin jedenfalls drucken wir also vier Bücher mit 8, 4, 8 und 4 Seiten. Das dritte Buch beginnt sehr schön mit der ersten tazzwei-Seite. Das vierte Buch mit dem Lokalteil. Doch der Übergang vom ersten zum zweiten Buch ergibt keinen Sinn – er geht mitten durch die beiden Seiten Wirtschaft + Umwelt.

Donnerstags drucken wir in Berlin 40 Seiten – neben dem Lokalteil mit vier Seiten auch noch ein Veranstaltungsprogramm für die ganze Woche mit 16 Seiten. Wir drucken vier Bücher mit 4, 16, 4 und 16 Büchern. Dafür spricht: Der Lokalteil mit 4 Seiten ist ein eigenes Buch und der Veranstaltungsplan ist ein eigenes Buch. Der Nachteil: Der Übergang vom ersten zum zweiten Buch ergibt keinen Sinn.

In Pinneberg hat der Lokalteil am Donnerstag 8 Seiten, wir drucken hier in vier Büchern mit 6, 8, 6 und 8 Seiten. Der Grund dafür: Der Lokalteil soll ein eigenes Buch sein. Dafür nehmen wir hin, dass der Übergang vom ersten zum zweiten sowie vom zweiten zum dritten Buch keinen Sinn ergibt. Hier unser interner Produktionsplan für Donnerstag:

Samstags drucken wir in Berlin 56 Seiten, in Pinneberg 48 Seiten und in Gießen 44 Seiten. Die taz besteht überall aus 16 überregionalen aktuellen Seiten und 24 Seiten Wochenendmagazin “Sonntaz”. In Berlin kommen 12 Seiten Lokalteil und 4 Seiten kontext dazu. In Pinneberg 8 Seiten Lokalteil. In Gießen 4 Seiten kontext. Wenn man sieht, welche Probleme wir ansonsten mit der Aufteilung haben, dann ist der Produktionsplan für Samstag geradezu von betörender Schönheit. An allen drei Druckstandorten besteht der aktuelle Teil mit den ersten 16 Seiten aus einem Buch. Der Lokalteil besteht ebenfalls aus einem Buch. Und kontext kann man leicht herausnehmen, weil es immer in der Mitte eines Buches platziert ist:

Der Nachteil: Die Sonntaz wird in jeder Druckerei anders getrennt – und zwar an insgesamt vier unterschiedlichen Stellen. So kam es auch, dass ein doppelseitiger Artikel auf der Seite 22 und 23 plötzlich an einem Druckstandort (Gießen) auf zwei Bücher verteilt war. Die Sonntaz will nun darauf achten, dass sie doppelseitige Artikel möglichst nur auf Seiten druckt, die an allen drei Druckstandorten zum gleichen Buch gehören. Wir können aber nicht versprechen, dass das immer klappt. Es soll ja auch inhaltlich Sinn ergeben, in welcher Reihenfolge wir die Artikel drucken.

Damit kontext in der Mitte eines Buches liegt, wird es an verschiedenen Stellen gedruckt. In Berlin nach Seite 34, in Gießen nach Seite 28.

Was mit Kontext geht, könnte man auch mit anderen Seiten machen. Man könnte in der einen Druckerei die Seiten in einer anderen Reihenfolge drucken als bei der anderen. Die tazzwei-Aufschlagsseite wäre dann mal die zehnte Seite, mal die zwölfte Seite – und immer die Aufschlagsseite eines eigenen Buches.

Allerdings, und das ist das Problem, kommen wir dann mit den Seitenzahlen durcheinander. Es gibt zwei Möglichkeiten. Wir drucken auf die Seiten verschiedene Zahlen, je nachdem, ob an welche Druckerei wir sie schicken. Dann muss unser Layout jede Seite zweimal anlegen und die richtige Zahl draufschreiben, bevor sie in den Druck geschickt wird. Auch alle Seitenverweise auf der Seite 1 müssten doppelt angelegt werden. Und das gilt auch, wenn wir in einem Artikel auf einen Text auf einer anderen Seite hinweisen. Kurz: Es wäre eine riesige Fehlerquelle, bei täglich etwas danebengehen würde.

Die zweite Möglichkeit ist, wir lassen die Seitenzahlen weg (wie bei kontext – die haben keine in die taz-Zählung eingebunden Seitenzahlen). Auf der Titelseitw würden wir dann nicht mehr auf “Seite 17″ verweisen, sondern auf “Leibesübungen”. Je nach Druckstandort wäre diese Seite dann mal weiter vorne und mal weiter hinten in der taz. Wir vermuten allerdings, dass es für unsere Leser leichter ist, die Seiten zu finden, wenn sie durchnummeriert sind.

Sie sehen: Dafür, dass wir eigentlich nur Journalismus machen wollen, müssen wir uns in der taz auch relativ stark mit den technischen Produktionsbedingungen und ihren Beschränkungen auseinandersetzen. Eine optimale Lösung gibt es leider nicht. Ich hoffe, Sie können jetzt besser nachvollziehen, welche Ursache die einzelnen Unzulänglichkeiten haben.

Einige Details des Druckprozesses habe ich vereinfacht, um den Vorgang besser erklären zu können. Und vielen Dank an Heiko Hülsmann von unserer Berliner Druckerei Henke für das hilfreiche Gespräch!

Kommentare (69)

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

CAPTCHA-Bild

*

  1. vor jahren hat der presseclub eine online-abstimmung gestartet, weil es einen aufschrei unter den zuschauern gab, weil ein neuer tisch angeschafft wurde. auf grund der abstimmung, bei der die überwiegende mehrzahl wieder eine länglichen tisch wollte und keinen runden, ist der presseclub innerhalb kürzester zeit wieder zu seinem alten tisch zurückgekehrt. das nenn ich demokratie.

  2. ist keine stellungnahme mehr möglich?

  3. ich melde mich nochmal, nicht, weil ich nachtarocken will, das liegt mir fern, sondern weil ich eine schöne und wahre geschichte erzählen möchte: vor einigen jahren hat der presseclub einfach den länglichen, leicht gebogenen tisch ausgetauscht in einen runden, an dem die gesprächsteilnehmer im kreis saßen! es gab einen aufschrei unter den zuschauern! daraufhin hat der presseclub eine online-abstimmung gestartet mit dem ergebnis, dass die überwiegende mehrzal der zuschauer ihren länglichen tisch zurück wollte! und daraufhin hat der presseclub innerhalb kürzester zeit wieder eine länglichen tisch angeschafft, an dem heute noch die journalisten sitzen – auch die der taz! und die können gut zuhören und argumentieren, was auch der grund ist, dass ich nach jahrelangem sz-abo seit drei monaten ein taz-abonennt bin! aber: die taz sollte sich in sachen demokratie ein scheibchen vom presseclub abschneiden!

  4. die idee von alexander, einen aufruf in der print-taz zu machen, finde ich sehr gut; anschließend irgendeine art von abstimmung, an deren ergebnis sich gehalten wird, und die ganze sache kommt dann mal zu einem ende.

  5. Lieber Sebastian Heiser,

    Sebastian Heiser says (Januar 27th, 2013 at 15:39):
    “Wenn die übergroße Mehrheit der Leser im Westen und Süden das will, stellen wir das um. Also, liebe Leser, wie darf’s denn sein?”

    Die Diskussion in diesem Blog hat offenbar keine Aufmerksamkeit mehr. Da kam mein Vorschlag wohl etwas zu spät. Aber drei positive Äußerungen bei keiner negativen Replik lassen mich hoffen!

    Meine Bitte an euch in der Taz: macht noch einmal einen in der Print-Taz stehenden Aufruf an die LeserInnen des Westens und Südens, sich entweder für meinen “Einlege-Vorschlag” zu äußern oder für die Beibehaltung des Bestehenden – z.B. über eine online-Abstimmung. Denn das scheinen die finalen Alternativen zu sein, da die Vorschläge der inhaltlichen Ergänzung offenbar nicht umsetzbar sind.

    Es wäre zu schade, wenn diese einfache und kostenneutrale Idee, die den Fans der 1-Buch-Taz (m.E. war das die Mehrheit) diese mit nur ein wenig manuellem Aufwand wiedergeben könnte, nur mangels Aufmerksamkeit versandete.

    Wenn ich meinen Vorschlag noch einmal vorformulieren soll, kann ich das gerne tun.

    Herzliche Grüße,
    Alexander

  6. No propaganda por favor: Das ist richtig.

    Torsten hatte vorgeschlagen, die in Gießen gedruckte taz um vier Seiten zu erweitern. Darunter sollte eine Seite mit Platz für Anzeigen sein, um mehr Einnahmen zu generieren. Ich wies darauf hin, dass diese Rechnung nicht aufgeht, weil mehr Platz für Anzeigen noch nicht bedeutet, dass dann auch mehr Anzeigen bei uns geschaltet werden und der Platz nicht der limitierende Faktor ist.

    Ob Werbung überhaupt schlecht oder gut ist, dazu kann man verschiedene Meinungen haben. Meine steht hier: http://blogs.taz.de/hausblog/2011/02/28/unsere-finanzielle-abhaengigkeit/

  7. “Fehlen” wirklich zusätzliche Werbekunden?

    Wenn ich mich recht entsinne, war genau diese weitgehende Unabhängigkeit von Werbekunden bei irgendeiner der zahlreichen Zeitungskrisen schon mal von riesigem Vorteil:
    Alle anderen Zeitungen wurden durch den Wegfall von zahlenden Werbekunden vor erhebliche finanzielle Probleme gestellt, nur die taz kam ungeschoren davon.

    Auch aus Sicht der Leser ist es vermutlich ein Riesenpluspunkt für die taz, wenn sie nicht tagtäglich mit nervtötender Werbung zugemüllt zu werden.

    Auf euer “Werbedefizit” könnt Ihr doch stolz sein. Finde ich zumindest.

  8. Torsten: Wir haben genug Platz für Werbung, dafür brauchen wir keine zusätzliche Seite. Was uns fehlt, sind zusätzliche Werbekunden.

    Und ohne die zusätzlichen Einnahmen durch zusätzliche Werbung gibt es natürlich ein Problem, wie wir die zusätzlichen Kosten für den Druck von vier weiteren Seiten finanzieren sollen…

  9. Also ich finde die Idee mit den Füllseiten “tazarchiv”, mit denen Einzelblätter vermieden werden sollen, und alte Artikel, Reportagen, etc. nochmal aufgewärmt werden, hervorragend.

    Wenn ihr 3 zusätzliche Seiten mit alten Artikeln füllt (z.B. “heute vor 10 Jahren, 20 Jahren, 30 Jahren” oder so) und die dritte Seite für Werbung nutzt, habt ihr zusätzliche Einnahmen dadurch und gute Artikel, die längst vergessen sind, können nochmal ins Gedächtnis der Leserschaft gerufen werden. Ihr habt ja doch immer wieder mal zeitlose Artikel dabei. ;)

  10. Steffen: Das geht leider nicht. Es muss immer eine Trennung genau in der Mitte geben. Zusätzliche Trennungen sind möglich, aber um diese eine Trennung genau in der Mitte kommen wir nicht herum. Bei 20 Seiten muss die Trennung also nach 10 Seiten kommen, nicht nach 12.

  11. eine taz in zwei Büchern ist schon okay, aber bitte teilt sie anders. Ein Buch bis Seite 12 und das zweite ab Seite 13. So das das zweite Buch mit der “taz 2″ beginnt. Danke das wäre super.

  12. 4 bücher, 2 bücher, 6 bücher, flatterseite, beilage – ojeoje – das waren halt noch zeiten, als es nur ein buch gab. ojeoje.

  13. Genau, es gab eine achtseitige Beilage der UDK. Die taz hatte daher 28 statt 20 überregionale Seiten. Damit die Beilage ein eigenes Buch ist, haben wir in Gießen die taz in vier Büchern mit 8-6-8-6 Seiten gedruckt, davon war die Beilage das dritte Buch. In Pinneberg haben wir sechs Bücher mit 8-4-4-8-4-4 Seiten gedruckt. Sowohl die Beilage als auch der Lokalteil war dadurch ein eigenes Buch. In Berlin kann man nicht mehr als vier Bücher drucken, daher mussten wir uns hier entscheiden: Soll die Beilage ein eigenes Buch sein oder der Lokalteil? Wir haben uns für den Lokalteil entschieden und vier Bücher mit 12-4-12-4 Seiten gedruckt. Die Beilage bestand aus den mittleren acht Seiten des dritten Buchs.

    In Gießen hätte diese “Berliner Lösung” nicht funktioniert. Wenn wir in Gießen zwei Bücher gedruckt hätten, hätte jedes Buch 14 Seiten und damit eine Flatterseite. Wegen dieser Flatterseite war es unmöglich, die Beilage so zu drucken, dass man sie herausnehmen kann. Die Beilagenseiten wären zwingend auf einem Bogen mit taz-Seiten. Wir wollten aber, dass man die Beilage herausnehmen kann – und das ging nur mit vier Büchern.

  14. Wurde die taz heute wegen der Beilage in diese elenden Heftchen zerlegt?

  15. Heisenberg: Das geht leider nicht. Es muss immer eine Trennung genau in der Mitte geben. Zusätzliche Trennungen sind variabel möglich, aber um diese eine Trennung genau in der Mitte kommen wir nicht herum.

  16. letzter versuch:

    wenn schon nicht 1 buch, dann wenigstens bei den 2 büchern eine aufteilung von 12 und 8 seiten, damit es die elende einzelseite in der mitte eines jeden buches nicht mehr gibt, welche tierisch nervt, wenn man die taz nicht gerade am küchentisch liest.

  17. @ Sebastian:
    Der Vorschlag von Alexander wäre doch genau die Lösung, um wieder eine “1 Buch taz” zu haben!
    Bin dafür.

  18. Alexander: Das wäre gar kein Problem. Es geht allerdings nur für alle Leser, die die taz von dieser Druckerei bekommen, oder für niemanden. Wenn die übergroße Mehrheit der Leser im Westen und Süden das will, stellen wir das um. Also, liebe Leser, wie darf’s denn sein?

  19. ups, ich meinte natürlich Alexander

  20. Danke für die ausführliche Erläuterung. Das macht den Umgang mit den zwei Büchern zwar immer noch nicht einfacher, und ich bin immer noch etwas enttäuscht, dass wegen besserer Werbeeinnahmen die höheren Kosten durch den Farbdruck eine Einbuchausgabe nicht mehr möglich machen, aber etwas mehr Verständnis für die Maßnahmen ist zumindest meinerseits nun vorhanden. Soviel Transparenz hätte ich mehr gern in Vorhinein gewünscht.

    Ich unterstütze aber das Anliegen einiger Leser die Anzahl der Seiten mit einer Sammlung der besten Lokalartikel auf so eine Anzahl zu erhöhen, die die losen Blätter überflüssig macht.

    Der Vorschlag von Alexandra klingt auch mal erprobenswert.

  21. Alexanders Vorschlag mit dem einlegbaren zweiten Buch gefällt mir sehr gut.
    “Die einzelnen Seiten werden bei uns der Reihe nach (als PDF-Datei glaube ich) an die drei Druckereien übertragen.”(Sebastian Heiser, Januar 21st, 2013 at 13:05)
    Wenn die Seiten ohnehin einzeln nummeriert an die Druckerei geschickt werden, müsste das doch machbar sein, oder? Auch eine Buchtrennung bei der Taz2 auf dem neuen Buch anfängt und zwei Seiten für den Druck Gießen aus dem ersten Buch verschoben werden sollte gelingen können.

    Ich lese die TAZ meistens auf dem Weg zu Arbeit und bevorzuge da eindeutig ein einzelnes Buch. (Vor allem bei dem Wind der letzten Zeit) Die Berliner Ausgabe mit ihren Flatterblättchen fand ich noch nie überzeugend und war immer froh es besser zu haben.
    Wenn mein Partner und ich beim Frühstück zuhause beide in der TAZ lesen wollten, haben wir sie ganz selbstverständlich ohnehin schon geteilt. Zuhause oder sonst wo in Ruhe ist das auch kein Problem einzelne Blätter zu haben. Aber als Pendlerin in einem vollen RE eine echte Herausforderung.

    Falls die TAZ Südwest tatsächlch um 4 Seiten erweitert werden sollte, dann bitte keinen weiteren Berlin-quatsch. Ich kann den ganzen Hauptstadt-Zentralismus einfach echt nicht mehr hören.

    Insgesamt hat diese Umstellung immerhin mein Wissen über Drucktechnik erweitert. Danke für die ausführlichen Erklärungen.

  22. Danke für die Mühe für die Erläuterungen. Ich verstehe, dass da jede Menge Gedanken drin stecken, die ich im Einzelnen nicht alle nachvollzogen habe, da ich mich nicht zum Drucklayoutexperten machen will, aber ich kann mit den 2 Büchern so jetzt auch im ÖPNV besser leben. Ich finde es immer noch einen Rückschritt, aber wenn es nicht anders geht…
    Momentan nehme ich mir im Zug als erstes Buch 2 und lege es in die Mitte von Buch 1 ein, dann habe ich wieder eine Zeitung, die ich halten kann. Leider geht damit die ursprüngliche Ordnung verloren.

    Wahrscheinlich geht es auch nicht, die Zeitung so zu layouten, dass Buch 2 genau die Seiten enthält, die in die Mitte von Buch 1 gehören würden, oder? Denn dann könnten die Liebhaber einer geteilten TAZ diese am Tisch weiterhin teilen, hätten lediglich eine andere inhaltliche Teilung (nämlich die von früher: “Kann ich auch einen Teil haben?” “Klar, hier, ich nehme Dir die Mittelseiten heraus!”) – und die Fans eines Buches legen es sich dann eben manuell zusammen und haben wieder die 1-Buch-TAZ in der gewohnten Reihenfolge).
    Wäre schön, wenn ich ein kurzes: “Ginge im Prinzip!” oder “Geht nicht.” lesen könnte. Muss m.E. auch nicht lang und breit erklärt werden.
    Danke.

  23. itsapity: Danke für den Hinweis, ist korrigiert!

  24. Gerd: Soweit ich das verstanden habe, kontrollieren die Drucker vor allem die Druckqualität. Ob also zum Beispiel nicht eine der vier Druckfarben leicht versetzt zu den anderen gedruckt wird.

    Das Hauptproblem ist aber tatsächlich die Kalkulation – und zwar die Zeitkalkulation. Wenn der Drucker den Fehler beim Durchsehen bemerkt, dann bei der taz die Seite nochmal anfordert, die Seite elektronisch übertragen wird, die Druckplatte hergestellt wird, die Druckplatte eingespannt und die Maschine wieder eingestellt wird, dann dauert das natürlich. Diese Zeit haben wir nicht, weil ja draußen schon die Lieferwagen warten. Wir müssten also den gesamten Prozess so weit nach vorne legen, dass wir diesen Zeitpuffer auf jeden Fall noch drin haben. Sprich: Wir müssten den Redaktionsschluss nach vorne legen. Die Zeitung würde weniger aktuell werden. Und das für einen Fehler, der nur alle paar Monate auftritt. Wir finden, dass sich das in der Abwägung nicht lohnt.

  25. @Sebastian
    Zur doppelten Seite 31: Jeder Drucker zieht sich beim Einrichten des Druckjobs ein Exemplar und blättert das durch. Wenn auf Seite 26 die Seite 31 folgt (und dann die Seite 28) müsste der den Fehler aber bemerkt, die Maschine gestoppt und neue Daten für eine neue Druckplatte angefordert haben. Oder lässt das die Kalkulation für die taz-Herstellung in Gießen nicht zu?

  26. Und nochmal die Anmerkung: Bei eurem Blog ist noch Sommerzeit, die Zeitangaben sind bei allen Einträgen 1 Stunde zu weit!

  27. Vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Damit ist nun die “einbüchige” taz wohl leider Geschichte. Schade drum. Na ja, mit zwei Büchern kann man schon leben. Das wirklich ärgerliche an 2 Büchern sind die verfluchten, weil äußerst unpraktischen, Einzelseiten. Vielleicht schafft ihr’s ja, die taz unter der Woche von 20 auf 24 Seiten zu erweitern (Ideen gab’s ja)… Das wäre toll. Nur bitte nicht zurück zu 4 Büchern!

  28. Zum Fehler mit der doppelten Seite 31 habe ich jetzt neue Informationen. Der Fehler entstand im Zusammenhang mit Kontext, das ja an den verschiedenen Druckstandorten an verschiedenen Stellen gedruckt wird (siehe den Samstags-Produktionsplan oben). Daher müssen die einzelnen Seiten mehrfach mit verschiedenen Zuordnungen an die einzelnen Druckereien übertragen werden – und dabei ist der Fehler aufgetreten.

  29. Stefan Machatschke: Das ist ein ärgerlicher Fehler. Die einzelnen Seiten werden bei uns der Reihe nach (als PDF-Datei glaube ich) an die drei Druckereien übertragen. Dabei muss der Druckerei jeweils auch elektronisch mitgeteilt werden, um welche Seite es sich handelt. Leider geht dabei ganz selten einmal etwas schief, und wir übertragen eine Datei unter zwei verschiedenen Seitenzahlen an die Druckerei.

    Auf Seite 27 befindet sich ein ganzseitiges, buntes Foto von Martina Löw, mit der das Sonntaz-Gespräch geführt wurde. Sonst ist dort kein weiterer Text. Wenn Sie wissen möchten, wie Frau Löw aussieht, finden Sie auch ein kleines Foto von ihr auf Seite 13 oben.

  30. Moritz’ Vorschlag von Freitag abend, die Einzelseiten um ausgewählte Archivtexte zu ergänzen, finde ich charmant!

    Zumindest solange es keinen täglichen Lokalteil für Südwest gibt – den würde ich auf jeden Fall bevorzugen, egal wie weit “lokal” reicht!

  31. Vielen Dank für die Erklärung der Zeitungsbücher. Fällt mir zwar schwer, werde mich aber daran gewöhnen.
    Viel ärgerlicher ist aber das in meiner letzten Wochenendausgabe die Seite 27 fehlte und dafür die Seite 31 zweimal enthalten war. Auch in der vorletzten Wochenendausgabe haben bei mir Seiten gefehlt (u.a. mit dem auf der Titelseite angekündigten Artikel) In dieser Hinsicht solltet ihr zu alter Qualität zurückkehren.

  32. Zum Thema “Kartoffelzeitung“: Ich hadere häufig mit der sonntaz und wünsche mir oft, man würde die Kartoffelzeitung Le monde diplomatique einfach vierteilen und wochenends anstelle der seichten sonntaz beifügen…
    Sollte ich mal eines Tages kein taz-Vollabo mehr haben, käme mir aus diesem Grund eher ein LMD-Abo ins Haus als etwa eine Wochenend-taz.

  33. Vielleicht ist die Frage an die taz untergegangen, daher stelle ich sie nochmal:
    Was ist in der Wochenendausgabe mit der doppelten Seite 27 und dem Teddybärenartikel passiert?

  34. 23skidoo: Ich persönlich würde auch lieber eine taz ohne Sportseite abonnieren, weil mich Sport nun einmal nicht interessiert. Andere Leser können vielleicht auf die Auslandsberichterstattung verzichten, oder auf die Kommentar-Seite, oder auf die Wahrheit. Andere hingegen wollen den Lokalteil Berlin auch in Westdeutschland lesen. Es wäre sicher möglich, auf alle diese Wünsche einzugehen – aber sehr teuer. Erstens beim Druck. Die Vorteile der Massenproduktion einer Zeitung entstehen ja gerade durch die hohen Stückzahlen. Die Druckmaschine wird einmal eingerichtet und wirft dann mehrere hundert taz-Exemplare pro Minute aus.

    Stellen wir uns einmal vor, wir würden in unserer Berliner Druckerei Kontext nicht mitdrucken für die Leser, die Kontext nicht wollen. Wir müssten dann nach dem ersten Teil des Drucks die Maschinen anhalten, die vier Kontext-Druckplatten herausmontieren und alle folgenden Druckplatten müssten entsprechend um vier Plätze verlegt werden. Das würde nicht nur Zeit brauchen – es bringt auch die ganze Buchaufteilung durcheinander.

    Statt 52 Seiten hätte die taz nur noch 48 Seiten. Es gäbe also auf jeden Fall einen Buchwechsel in der Mitte nach 24 Seiten. Zudem könnte man weitere Buchwechsel machen, wobei das erste Buch so dick sein muss wie das dritte und das zweite so dick wie das vierte. Und dann geht die ganze Rechnung nicht mehr auf. Man könnte die Aufteilung entweder 16-8-16-8 machen. Dann haben wir für den aktuellen Teil mit den ersten 16 Seiten ein eigenes Buch, das zweite Buch beginnt mit der Sonntaz – aber der Lokalteil Berlin hat kein eigenes Buch mehr, sondern ist verstreut über zwei Bücher. Die andere Alternative ist 12-12-12-12. Dann ist der Lokalteil Berlin ein eigenes Buch, aber das zweite Buch beginnt mit vier Seiten aktuellem Teil und dann beginnt mitten im zweiten Buch die Sonntaz. Das wäre ja auch quatsch.

    So viel zum Druck, jetzt kommt der Vertrieb. Wir übergeben die taz den Trägerdiensten in großen Bündeln und die fahren nachts von Haus zu Haus und befördern die taz in die Briefkästen. Dabei gibt es bisher keine personalisierte Zustellung von einzelnen Exemplaren – jeder bekommt einfach irgendein Exemplar, sie sind ja eh alle gleich. Das müsste dann komplett umorganisiert werden. Wir müssten die Exemplare irgendwie personalisieren, also die Adresse noch zusätzlich draufdrucken. Und dann müssten wir schauen, dass jeder Trägerdienst genau die tazzen bekommt, die er braucht. In der Druckerei würden wir ja erst in einem Rutsch alle tazzen ohne Kontext und ohne Lokalteil drucken, dann alle tazzen mit Lokalteil und mit Kontext, dann alle ohne Lokalteil und mit Kontext, dann alle mit Lokalteil und ohne Kontext. Da hätten wir dann vier Haufen mit vier Produkten. Als nächstes müssten wir noch eine Sortierphase einrichten, damit jeder Lieferdienst genau die tazzen bekommt, die er braucht, und zwar am besten genau in der Reihenfolge, wie er die Dinger austrägt.

    Es wäre wahrscheinlich irgendwie möglich, aber deutlich teurer und es würde länger dauern (wir müssten also unseren Redaktionsschluss nach vorne ziehen und wären weniger aktuell). In der Realität also: Unpraktikabel. Die niedrigen Kosten für eine taz sind nur dank Massenproduktion am Fließband nach den Prinzipien des Fordismus möglich.

  35. Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, weil ich von Papier-Abo auf Höllenmaschinen-Abo umgestellt habe? Beim Frühstück gibt es jedenfalls keine Probleme mit dem 7-Zöller, es sei denn, er wird mit Kaffee begossen; im Schneesturm nur unter Null und auf dem Klo nur, wenn er rein fällt. Aber es bleibt ein Kulturtechnikwechsel. Immerhin lassen sich aber auch Kommentare auf dieser Lese-Maschine schreiben…

  36. Hallo,

    als langjähriger Leser möchte ich mich nun auch in die Diskussion um die „ Fledder-Taz“ einschalten.

    Das Gegenteil von gut, ist gut gemeint!

    Ich finde diese Lösung der neuen Seitenaufteilung ziemlich unpraktisch…wenn auch gewissen Umständen geschuldet. Wie schon öfters erwähnt zerfällt die TAZ nun in mehrere Teile und ist nicht „ lesbar“!
    Meinetwegen muss der Innenteil der TAZ auch nicht in Farbe sein…spart der s/w Druck wirklich Geld?
    Wäre es nicht auch eine Lösung, dass ihr auf die unseligen Beilagen „ Le Monde“ und „Kontext“ verzichtet.? Wer diese, – bei uns nur „ Kartoffelzeitung“ ( weil wir darin immer nur Gemüse/Kartoffel/Küchenabfälle einpacken) – genannten Beilagen lesen möchte, soll doch dafür extra bezahlen. Möglich wäret dann ein Model „ TAZ“ und ein „TAZ/Plus x“ und dann entsprechend preislich angepasst. Ich bezahle im Moment für Beilagen, die mich nicht die Bohne interessieren. Von dem gesparten bzw zusätzlichen eingenommen Geld könntet ihr dann wieder eine „schöne“ TAZ wie gewohnt drucken!
    Denkt doch mal drüber nach!

    23skidoo

  37. Danke: Ja, Genossen werden im Vorfeld informiert. Auf der Genossenschaftsversammlung am 15. September sagte Verlagsgeschäftsführer Karl-Heinz Ruch, dass die taz zum Jahreswechsel die Druckerei wechselt und dann alle Seiten farbig gedruckt werden.

    Die Genossen, die nicht zur Sitzung kommen konnten, erhielten diese Information auch per Post mit dem Heft “Genossenschaftsinfo” (PDF, Seite 2). Dieses Heft ist auch für alle Interessierten über die taz-Seite zugänglich, und zwar in der Rubrik “Für GenossInnen” und dort in der rechten Spalte gleich unter dem Foto unserer Genossenschafts-Betreuer.

    Ob auf der Genossenschafts-Versammlung auch angekündigt wurde, dass die taz ab Januar im Westen in mehreren Büchern gedruckt wird, daran kann ich mich nicht erinnern. Ich glaube es nicht. Wir haben völlig unterschätzt, wie wichtig vielen Lesern in West- und Süddeutschland eine taz in einem Buch ist. In Nord- und Ostdeutschland gab es die taz ja auch vorher schon in mehreren Büchern, ohne dass wir von dort irgendwelche Beschwerden darüber gehört hätten.

  38. Jürgen, Ingo Bohn: Das ist ein ärgerlicher Fehler. Die einzelnen Seiten werden bei uns der Reihe nach (als PDF-Datei glaube ich) an die drei Druckereien übertragen. Dabei muss der Druckerei jeweils auch elektronisch mitgeteilt werden, um welche Seite es sich handelt. Leider geht dabei ganz selten einmal etwas schief, und wir übertragen eine Datei unter zwei verschiedenen Seitenzahlen an die Druckerei.

    Auf Seite 27 befindet sich ein ganzseitiges, buntes Foto von Martina Löw, mit der das Sonntaz-Gespräch geführt wurde. Sonst ist dort kein weiterer Text. Wenn Sie wissen möchten, wie Frau Löw aussieht, finden Sie auch ein kleines Foto von ihr auf Seite 13 oben.

  39. Gerd und Udo: Danke für den Hinweis, ich habe das Foto gelöscht.

  40. Sind wir hier bei Wünsch-Dir-Was? Als Nicht-Berliner / Nicht-HHler wusste ich nur von den Lokaltteilen, aber nicht von dem “Veranstaltungsprogramm für die ganze Woche mit 16 Seiten”… O_o
    Finde die Idee einer 24-Seiten-West-TAZ natürlich super! Mehr taz + ein Buch. ;-)

    Ich fände noch ein paar Worte zum häufig angesprochenen Papierwechsel schön. Vom neuen Papier geht natürlich die Welt nicht unter, aber es ist doch logisch, dass die Leser einer kritischen Zeitung bei solchen (häufig allein wirtschaftlich motivierten) Entscheidungen kritischer nachfragen als es vielleicht bei anderen Zeitungen der Fall wäre…

    Ernst gemeinte Frage, weil ich schon häufiger Mitglied werden wollte: Wäre man als Genosse im Vorfeld bzw. besser informiert bei solchen Dingen? Wird z.B. sowas wie die Umstellung auf Farbe für bessere Werbe-Einnahmen diskutiert oder mit Zahlen nachvollziehbar gemacht?

  41. Danke für die Aufklärung.

    Wir sind sehr zufrieden mit mehreren Büchern, lassen sich zu zweit besser teilen.

    Die Einzelpersonen, die hier rumnörgeln, sollten sich langsam beruhigen, es gibt Wichtigeres, z.B. der INHALT des Druckerzeugnisses.

  42. Hallo,
    ich schließe mich dem Dank für die ausführliche und gut verständliche Erklärung der anderen Kommentatoren an. Schon vor dem lesen der Kommentare war auch ich zu dem Schluss gekommen, dass Gießen 24 Seiten braucht (ohne Halbe- oder Flatterseiten).
    LG aus dem Sauerland

  43. Na, heute habt ihr euch mit der ganzen Bücherei aber selbst ins Knie geschossen. :( Au weia…!
    Zumindest bei meiner taz war heute nach der Seite 26 die Seite 31, und der “Kuscheltierkünstler” war zwar ganz nett, aber nicht soo toll, daß man ihn zweimal drucken muß.

    Hm, ganz ehrlich…? War heute zum ersten Mal auf der Abo-Website unserer lokalen Zeitung, um zu schauen, was die kostet…

  44. Ein dickes Dankeschön für die ausführliche und detailierte Erläuterung.
    Ich kann die Gründe jetzt gut nackvollziehen.
    Die taz in einem Buch war trotzdem besser, aber ich verstehe natürlich auch, daß das leider nicht mehr so einfach möglich ist.
    Letztendlich ist mir wichtiger, daß die taz unabhängig bleibt und daß die inhaltliche Qualität stimmt. Lieber an dieser Stelle Geld und Hirn investieren, als in zig verschiedene regionale Produktionsverfahren.

  45. Vielen herzlichen Dank für diese ausführliche, nachvollziehbare Information! Ich LIEBE es, wenn ich verstehen kann, warum etwas, das mich ein kleines bisschen nervt, genau SO ist wie es ist, und nur unter unverhältnismäßigem Aufwand geändert werden könnte. Schwupps wechsel’ ich die Seiten und wo ich mich vorher geärgert habe, kann ich mich jetzt sogar freuen. Zum Beispiel über die Gedanken, die innerhalb der taz darüber gewälzt worden sind, wie sie den technischen Gegebenheiten möglichst viel Komfort abtrotzen kann.
    Dankeschön!

  46. @ Jürgen – Guter Hinweis. Was wird uns denn auf der fehlenden Seite 27 heute vorenthalten?

  47. Jetzt brauche ich nur noch eine Erklärung, warum es zwingend notwendig war, in der heutigen sonntaz die Seite 31 2-mal zu drucken, und dafür auf die Seite 27 zu verzichten.

  48. … hab heute erst in meiner Abo-Taz etwas über die Hintergründe der Umstellung auf “Bücher” und die Diskussion darum mitbekommen. Ich möchte dem Tenor des Berichts in der taz widersprechen, dass die Leserschaft weitgehend konservativ ist und die Umstellung nicht wünschgt. ICH find die “Bücher” gut, sogar besser 4 statt 2, hab immer drauf gewartet, weil ich das von der Berliner Ausgabe kannte und weil das lesepraktischer ist – also bitte: kein “Roll Back” betreiben …

  49. Danke, Herr Heiser, für die ausführliche Erklärung! Jetzt macht das Ganze Sinn und wir Leser sollten uns geschlagen geben. Vorschlag für ÖPNV-Nutzer: vielleicht lassen sich die Flatterseiten ja mit einer Klemmschiene bändigen. Die wäre leicht zu verstauen.

  50. @Gerd: Ich wollte es auch schon posten.
    Das ist doch eine Tiefdruckmaschine und kein Rollenoffset…

  51. Vorschlag für die “Bundesausgabe”, also für alle ohne eigenen Regionalteil:

    24 Seiten in 2 Büchern.
    Die 4 “leeren” Seiten werden mit einem den besten Artikeln aus Berlin bestückt. Oder 2 Seiten “best of Berlin” und 2 Seiten “best of Norden”.

    Die Rheinische Post hat z.B. auch in allen* Lokalausgaben eine Seite “Landeshauptstadt” mit lokalen Infos aus Düsseldorf.

    *[Dies ist eine Vermutung. Zum Glück kenne ich nicht alle Lokalausgaben.]

    Vision: 3 dieser 4 Seiten werden wieder NRW-Teil und eine Seite bleibt für unsere Haupstadt Berlin (für alle mit Heim- oder Fernweh).

  52. Hallo Sebastian,

    ein beeindruckendes (Erklärungs-)Werk.

    Die zweite Maschinenabbildung (die mit dem Menschen im gelben Poloshirt im Vordergrund) zeigt allerdings keine Zeitungsdruckmaschine sondern das Druckwerk einer Tiefdruckmaschine.

    Im Tiefdruckverfahren werden zum Beispiel hochauflagige Zeitschriften (Spiegel, Stern) oder Kataloge (Otto-Katalog) produziert. Und diese Tiefdruckmaschinen haben bis zu 4,32 m Nutzbreite während die Zeitungsmaschinen “nur” bis 2,10 m maximale Papierbahnbreite bedrucken können.

    Schöne Grüße
    Gerd

  53. Hallo Herr Heiser,

    tolle ausführliche Erklärung, schöne Darstellung, vielen Dank.

    Ich gehöre ja eh zu der Pro-Fraktion- bin also eine der Personen, die sehr glücklich ist, die taz in Einzelbüchern zu erhalten und problemlos mit allen teilen zu können – freue mich aber so viel über Druckhintergründe gelernt zu haben.

  54. @ heisenberg:
    Könnte man nicht in die Gießen Taz 4 Seiten “Tazarchiv” einfügen? Also einfach Artikel von vor 10 Jahren oder so was?
    Wäre bestimmt ach nett zu lesen, hoffentlich wenig Mehrarbeit und Einzelblätter wurden weg fallen, oder?

  55. Danke für die Erklärungen, sehr schöner Beitrag
    Leider ändert die die Probleme nicht. Hoffe also, dass ihr eine Lösung weiterhin sucht.
    Möchte nicht doppelt bestraft werden, weil ich kein Lokalteil bekommen kann, bekomme ich auch noch lose Blätter.

    Kann ja wirklich mit fast allem leben, aber die Einzelseiten sind ein No-Go im ÖPNV und da lese ich die Taz zu 70 %.

    Grüße

  56. Kompliment: Das hätte die “Sendung mit der Maus” nicht besser erklären können! Danke dafür.

    Auch ich hatte gehadert mit den fliegenden Blättern, besonders beim Lesen im ÖPNV. Meine Lösung: nach dem Lesen der ersten Seite das erste Blatt nach hinten schlagen, so dass die restliche Zeitung quasi eingepackt ist. Zeitung drehen, Seite 2 lesen. Sobald das Einzelblatt kommt, nicht umschlagen, sondern einfach nach hinten ziehen, Zeitung drehen, weiterlesen.

    Druckt also so viele Bücher, wie ihr wollt. Bzw. wie die Maschinen euch aufzwingen.

  57. heisenberg: Stimmt, das wäre eine Lösung – für Gießen. In Berlin und Pinneberg drucken wir aber vier Seiten Lokalteil zusätzlich. Und mit 28 Seiten hätten wir an den beiden anderen Druckstandorten zwingend zwei Flatterseiten.

  58. tja, nach all den technischen infos (vielen dank dafür), bleibt nur noch eine einzige logische und zwingende konsequenz: die taz muss die seitenzahl auf 24 erhöhen, dann gibt es zwei bücher zu je 12 seiten und keine eingelegten einzelblätter mehr, und gerade das hat ja die meisen leser genervt. also: was kann eine tageszeitung mit vier “neu hinzugewonnen seiten” anfangen?

  59. Hallo Herr Heiser,danke für die informative aber umfangreiche Erklärung.Auf unnötige Kosten muß geachtet werden. Die Informetionen sind das wichtigste und so könnte ich auch auf die bunten Bilderverzichten.
    Grüsse aus SB
    Herwig K Hauschild

  60. Richtig, ein Grund für die Farbe ist Werbung. Wir können Anzeigen teurer verkaufen, wenn sie farbig sind. Mit Anzeigen nehmen wir so rund 2,5 Millionen Euro im Jahr ein. Und wenn wir eine Stelle des Papiers farbig bedrucken, können wir das auch an allen anderen Stellen machen.

    Abgesehen davon finden wir farbige Fotos auch schöner. Aber das ist ja nun eine Geschmacksfrage.

  61. o.k., die neue heft-aufteilung hat also keine sinnvolle alternative. vielen dank für die ausfpührliche erklärung!

    gruß aus Köln!

  62. Hallo Sebastian, vielen Dank auch von mir für diese umfangreiche Erklärung. Das macht die ganze Sache wirklich sehr anschaulich. Irgendwie war das ja auch mein Gefühl, das das alles Gründe hat ;)

    Für mich wäre noch eine Frage offen: Wenn zusätzliche Druckplatten Geld kosten, dann kostet ja auch Farbdruck mehr Geld, denn für jede Grund-Farbe muss ja eine Platte eingefügt werden, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Könnte denn damit nicht mit dem Verzicht auf Farbe (die ja nicht wirklich gut ankam) die Mehr-Kosten wieder reinholen, weil ja dann weniger Platten benötigt werden. Nur mal theoretisch. Ich weiß, das alles hat ja sicher auch mit der Vermarktung der (zugegeben wenigen) Werbeanzeigen zu tun…, oder?

    Grüße aus dem Ruhrgebiet!

  63. - Zuerst mal vielen Dank für die (endlich!) sehr ausführliche und verständliche Schilderung, weshalb die taz nun so ist wie sie seit Jänner ist.

    - Die 25 EUR jährlich wäre ich bereit zu zahlen.

    - Ihr seid leider immer noch nicht auf das Thema Farbdruck und die Kosten (die Sinnhaftigkeit der schreienden Farben lasse ich an dieser Stelle mal außen vor). Ich bin kein Druck-Experte, aber ich vermute doch stark, daß Farbdruck auch teurer ist als S/W. Eventuell könnte damit Geld eingespart werden, so daß die Mehrkosten für die “1 Buch taz” dann bei 20, …EUR lägen?

  64. Lieber Sebastian Heiser,

    zunächst einmal vielen Dank für diese ausführlichen und gut verständlichen Erläuterungen.

    Dann ist es tatsächlich so, dass die Druckerei in Gießen keine taz ohne diese lästigen Einzelblätter drucken kann? Es sei denn, man würde sich für die kostenintensivere Variante mit nur einem Buch entscheiden?

    Schöne Grüße, joma

  65. Wahnsinn – vielen Dank für diese ausführliche Erklärung ! Dass es sooo kompliziert ist, hätte ich nicht gedacht. Also werde ich das natürlich akzeptieren und versuchen die losen Blätter festzuhalten – vielleicht besorge ich mir einen dieser altmodischen Zeitungshalter ?!?! Wann gibt es die im TAZ-SHOP ? Das wäre doch eine versöhnende Maßnahme !

  66. Pingback: Nach Leserkritik: taz stellt Druckverfahren um at taz Hausblog