taz-Auflage: Zeitungssterben – ohne uns!

In ganz Deutschland geht das Zeitungssterben um, die Auflagen schrumpfen, die AbonnentInnen und KioskkäuferInnen ziehen von dannen, überall in den großen Verlagsimperien ist die Lage dramatisch – nur eine kleine, genossenschaftlich organisierte “tageszeitung” stemmt sich tapfer gegen den Trend: die taz.
Der Branchendienst meedia hat die Auflagen der deutschen Tageszeitungen im 4. Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahr analysiert:

Das kleine Plus beim “Handelsblatt” resultiert laut meedia nur aus einem Zuwachs bei den Gratis-Bordexemplaren. Wenn die oben inkludierten e-Paper-Verkäufe herausgerechnet werden sieht der allgemeine Auflagenschwund noch dramatischer aus – nur die taz konnte einen kleinen Zuwachs verzeichnen:


Kommentare (24)

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  1. Ihr habt schon die halbe Auflage der FR? Krass.

  2. @ The User:

    Junge Welt steht nicht auf der Liste, da die ihre Auflage nicht vom IVW prüfen lassen.

    Für die jW auch völlig egal, da es bei der Prüfung der Auflage darum geht, dass man potentiellen Werbekunden versichern kann, wie viele MEnsche ihre Anzeige zu Gesicht bekommen.

    Für die jW, die ja tatsächlich fast völlig werbefrei ist also nicht wichtig.

    Aber die JW hat grade die verkaufte Auflage von 17138 auf 18174 gesteigert,
    nachzulesen hier:

    http://www.jungewelt.de/2013/01-19/012.php

  3. Klasse, freut mich!
    Warum das Herausrechnen der ePaper Abos die Aussagekraft der Statistik verbessern soll, verstehe ich allerdings nicht. Es kommt doch auf die Zahl der Leser, nicht das Medium an. Ich reise viel und lese Zeitungen nur auf iPad.
    Auch ich glaube, dass Frau Pohl einen großen Anteil an dieser erfreulichen Entwicklung hat!

  4. Gibt es einen Grund, dass die junge Welt nicht auf der Liste steht? (bei der FTD gibt es einen ;))

  5. Liebe taz, wenn deine Auflage wächst, dann müsste doch auch deine “Kriegskasse” gut gefüllt sein. Wie wäre es mit einem neuen ehrgeizigen Projekt? Nachdem der WAZ Konzern einen Großteil der Pressevielfalt im Ruhrpott plattgemacht hat (Stichwort Westfälische Rundschau), kannst du in das Vakuum vorstoßen und einen neuen Anlauf in Sachen Lokalausgaben West unternehmen. Wenn du das tust, wäre ich dir nicht nur sehr dankbar, sondern würde sogar Genossenschafterin werden. Versprochen! Wenn das kein Angebot ist …!

  6. Eike: Der Flattr-Button muss bei den Hausblog-Artikeln manuell von uns eingebaut werden, was wir nur selten machen. Bitte klicken Sie stattdessen auf einen Flattrbutton unter einem beliebigen taz.de-Artikel. Dort werden die Buttons immer automatisch eingebaut. Und der Betrag, der an die taz fließt, ist der gleiche.

  7. Egal: Wir fragen unsere Neu-Abonnenten nicht, welche Zeitung sie vorher hatten. Und wir haben auch keinen Einblick in die Abodatenbank der FR. Wir wissen daher nicht, wie viele Leser von der FR oder von einer anderen Zeitung zu uns gekommen sind.

  8. balea: Nur sechs Flattr-Klicks. taz-zahl-ich weiß ich nicht, ob wir das artikelscharf nachverfolgen können. Überweisungen kommen in aller Regel ohne Bezug auf einen bestimmten Artikel.

    Ich hatte das vor einiger Zeit mal analysiert und war zu dem Ergebnis gekommen: Am stärksten honoriert werden die Texte, in denen es gegen die Lieblingsfeinde unserer Leser geht. http://blogs.taz.de/hausblog/2010/07/01/flattr_bringt_uns_99850_euro_im_jun/

    Damals erhielten wir für einen Flattr-Klick 17,7 Cent. Das schwankt ja monatlich, aber wenn es auch diesen Monat so viel sind, haben wir mit diesem Artikel über Flattr 1,06 Euro verdient.

    Finanziell gesehen hätte es sich sicherlich eher gelohnt, wenn der Artikel für strengere Waffengesetze gewesen wäre. Aber wir lassen uns eben durch das freiwillige Bezahlen für die Artikel auf taz.de nicht in unserer Themenauswahl oder gar der Richtung unserer Kommentierung beeinflussen.

  9. Dann sag bitte vorher Bescheid, inkl. Zeitpunkt und Adresse.
    Ich würde liebend gern unter deinem Fenster stehen und das Geld auffangen!
    LG

  10. Ich bitte dringend darum, beim nächsten Mal offenzulegen wieviel Geld durch den Artikel “Pro Waffenrecht” hereingekommen ist.
    “Das Recht, zu schießen” von Johannes Thumfart, 25.1.2013

    Statistik: flattr, Taz zahl ich, Überweisungen mit entsprechendem Betreff etcetc

  11. Unfassbar wie viele Menschen Geld für eine “Zeitung” wie die BILD ausgeben. Da kann ich mein Geld gleich zum Fenster raus werfen!

  12. Wow, Glückwunsch! Sind schon super Zahlen! Da kann wirklich das ganze Team stolz drauf sein!

  13. Mich freut das auch, auch wenn ich es schade finde, dass das Auflagenniveau im Vergleich zu den “Großen” so niedrig ist. Gibt es eigentlich nachvollziehbare Zahlen in Punkto Abwanderung von anderen Zeitungsprodukten wie etwa von der FR?

    btw: Warum schalten die Redakteure die Kommentare in letzter Zeit so selten frei. Ich hab jetzt in den letzten Wochen 2-3 Kommentare geschrieben und jedes Mal erschienen überhaupt keine Kommentare unter dem Artikel und selbst nach mehreren Tagen waren weder meine noch der anderen taz-Leser freigeschaltet. Gibt es da ein Moratorium des Nichtfreischaltens oder ist das inzwischen mit der Einzel-Freischaltung zu aufwändig für den einzelnen Redakteur? Wenn ja, dann sperrt doch lieber gleich die Kommentar-Funktion, dann ärgert man sich auch nicht, dass man wieder fürs Nirvana kommentiert hat…

  14. taz, weiter so!
    In meinen Augen hat die taz inhaltlich gewonnen, sie ist ernster zu nehmen als etwa noch vor drei Jahren. Denn auch allein mit der taz ist mensch über das Wesentliche informiert – es braucht keine Zweitzeitung mehr (Seit ihrem ersten Erscheinen 1979 kenne und schätze ich sie jetzt, auch wenn mein Einkommen häufig zu gering war, um mtl. 40 EUR für eine Zeitung abzuzweigen)
    Wer die Chefredaktion wie vornimmt und damit die Zeitung auch nach aussen repräsentiert, spielt dafür auch eine Rolle.
    Dass die deutsche Presse insgesamt so schrumpft – um die Bildzeitung ist es nicht schade, um die anderen schon.
    Bemerkenswert an den obigen Äußerungen: wie persönlich und emotional die Menschen reagieren können, warum nur?!

  15. Was für eine selbstentlarvende Meinung, die “okidoki” da vertritt.

    Meistens meint man ja, im Anderen genau die Eigenschaften zu erkennen, die man an sich selbst nicht wahrhaben will. Projektion, nichts weiter. Tun wir irgendwie alle.

    So über einen Menschen zu urteilen, den man nicht kennt und ohne dieses Urteil auch nur ansatzweise zu begründen, zeugt folglich von Blasiertheit, Geschwätzigkeit, Borniert- bzw. Dummheit.
    Mit Frau Pohl hat das Ganze herzlich wenig zu tun.

  16. Ines Pohl – der Schrecken hat einen Namen. Sie ist die perfekte Darstellerin von Blasiertheit, Geschwätzigkeit und reichlich viel Borniert- bzw. Dummheit.

  17. Das permanente minus beim neuen deutschland stimmt schon nachdenklich. Denen sterben einfach die Leser_innen weg und neue kommen eher wenig nach.
    Sehr schade, denn es ist mittlerweile eine wirklich gute linksliberale Tageszeitung, die von ihrem einstigen SED-Zentralorgan-Image nur noch den Namen hat.
    Gehört genau wie die taz unbedingt zum linken Zeitungsmarkt, mal sehen, wie lange sie noch durchhält :-/.

  18. Schade, dass man diese interessanten Artikel noch nicht flattrn kann bzw. freiwillig für Bezahlen kann. Ist das für die Zukunft geplant?

  19. Für Ingo Bohn ist es also „vermessen“, wenn jemand seine Sicht der Dinge darstellt.

    Wieso er in der Formulierung “zu einem großen Teil” eine implizite Abwertung der Arbeit des übrigen taz-Personals sieht, ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Ferner habe ich keinesfalls behauptet, die Frau würde die Zeitung mehr oder minder im Alleingang MACHEN, sondern sie REPRÄSENTIERT die taz in der Öffentlichkeit. Das tut sie – in ihrer Funktion als Chefredakteurin – natürlich in einem weitaus höheren Maße als ihre Kollegen und Kolleginnen. Und meines Erachtens erfüllt sie diese Aufgabe sehr, sehr gut.

    Mich freut es einfach, wie diese Frau sich entwickelt hat. Zu Anfang schien sie von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen zu stolpern, mittlerweile wirkt sie reflektiert, klug und souverän. Ich bin davon überzeugt, dass gerade ihr öffentliches Auftreten zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für die taz führt – im positiven Sinne.
    Das tut dieser Zeitung schlichtweg gut und trägt wesentlich zum Gelingen bzw. wirtschaftlichen Erfolg bei.

  20. Ines Pohl hat die Zeitung wieder zu einem ernstzunehmenden linken Medium gemacht. War sicher nicht leicht, das zu korrigieren, was das Duo Mika und Unfried jahrelang vorher ins Seichte und Belanglose geritten hat.

  21. Na ja, ich finde das etwas vermessen bzw. wird auch den restlichen taz-Mitarbeitern nicht gerecht, den Erfolg “zu einem großen Teil” Ines Pohl zuzuschreiben. Sie alleine macht sicher keine Zeitung, auch nicht zu einem großen Teil.

  22. Freut mich!

    Das liegt bestimmt auch zu einem ganz großen Teil an der Chefredakteurin.
    Wie sich Ines Pohl in den letzten Jahren gemacht hat, wie sie mittlerweile die taz repräsentiert – einfach klasse.

    Hoffentlich bleibt die Frau der taz noch lange erhalten.

  23. Aha, interessant: 5.504 Exemplare verkauft die taz also schon als e-taz (ca. 10% der Gesamtauflage). Nicht schlecht.

  24. Na da kann man euch ja nur beglückwünschen. Qualität setzt sich eben durch, gerade in der allgemeinen Krise !