taz.lab: „Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen“ lautete der Titel einer Podiumsdiskussion auf dem taz.lab am vergangenen Wochenende im Haus der Kulturen in Berlin. Ein Panel, das schon durch den Titel als kontroverses angelegt war. Als Gäste waren die Schriftstellerin Sharon Otoo, die Zeitungskolumnistin Mely Kiyak und der Titanic-Chefredakteur Leo Fischer eingeladen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von unserem Kollegen Deniz Yücel, taz-Journalist und Kurt-Tucholksy-Preisträger, der bekannt ist für seine provozierenden Texte, die oft das tun, wofür die taz gegründet wurde, warum es sie gibt: Grenzen auszutesten, sich nicht unhinterfragt von Traditionen und Tabus abhalten zu lassen, neue Denkräume zu betreten – und das auch mittels Satire, die weht tut. Die taz publiziert mithin Texte, die verschrecken mögen – um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Deniz Yücel ist in seiner Funktion als Moderator der Veranstaltung leider aus der Rolle gefallen, seine wütende Interventionen als Moderator bedauern wir – wie unser Kollege selbst ja auch. So schrieb er es auch in seiner taz-Kolumne vom vorigen Montag.

Die Diskussion um den Gegenstand der Veranstaltung, die Frage also, wie politisch Sprache sein kann – und wo Zensur beginnt, wo ein Sprechen von Verboten grundiert sein könnte – wollen wir unbedingt weiter führen. Mit taz-JournalistInnen und, in gelebter taz-Tradition, auch GastautorInnen.

Ines Pohl, taz-Chefredakteurin; Jan Feddersen, taz.lab-Kurator

Nachtrag: Auf Soundcloud ist inzwischen ein Audio-Mitschnitt der Veranstaltung aufgetaucht. In der Ausgabe vom 30. April druckten wir als Reaktion einen Artikel von Sharon Otoo in der taz. Am 4. Mai druckten wir eine Reihe von Leserbriefen zum Thema ab. Am 24. Mai erschien als Auftakt einer Serie ein Debattenbeitrag von Daniel Bax, am 31. Mai einer von Bettina Gaus.

Kommentare (199)

  1. Pingback: Dokumentiert: “Einfach mal zuhören” (www.isdonline.de / Sharon Dodua Otoo) | ecoleusti

  2. Pingback: Die taz und ihre alten Säcke | antiblog

  3. Liebe Diskutierende, da nun alle Argumente und Beleidigungen ausgetauscht sind, schließe ich die Diskussion hier. Sebastian Heiser

  4. catcher in the rye says: „Wenigstens auf den ausgeprägten Sozialneid ist beim stupid white man noch Verlass… *facepalm*“

    nun werden Sie mal nicht rassistisch!

  5. @Frl. Rottenmeier,
    „Sie scheint zu denken, es ist die verdammte Pflicht der Deutschen, sich dafür zu interessieren, weil SIE IST SCHWARZ.“

    Von mir aus könnte sie weiss, rot oder grün sein,ich finde ihre Haltung furchtbar anmaßend. Sie wird aber viel zu tun haben, bis sie allen Menschen ihrer eigenen Hautfarbe beigebracht hat, wie die sprechen, denken oder singen dürfen. :-)

    http://www.youtube.com/watch?v=-pTS4MVJ340

    @Catcher, ich glaub nicht dass der Seehaus wegen Sozialneid schreibt, im Gegenteil eher. LOL.

  6. “ catcher in the rye says:

    …Frau Otoos Marketing Agentur …blablabla… Strategie entworfen …sülzsabberrülps…

    Wenigstens auf den ausgeprägten Sozialneid ist beim stupid white man noch Verlass… *facepalm*“

    Si tacuisses, philosophus mansisses.

  7. …Frau Otoos Marketing Agentur …blablabla… Strategie entworfen …sülzsabberrülps…

    Wenigstens auf den ausgeprägten Sozialneid ist beim stupid white man noch Verlass… *facepalm*

  8. @Seehaus, jau „if you’ve got it, flaunt it“

    man sollte Verständnis haben. Die arme Frau denkt, sie ist farblich benachteiligt. Sie bildet sich ein, eine Schriftstellerin zu sein. Sie scheint der irrigen Annahme zu sein, die Deutschen würde es interessieren was sie denkt, während sie höflich lächelt….

    Ich berichtige: Sie scheint zu denken, es ist die verdammte Pflicht der Deutschen, sich dafür zu interessieren, weil SIE IST SCHWARZ. Aber wehe, wehe, drei mal wehe, man spricht das aus.

  9. @Schuhe des Fischers,

    was soll DY denn bedauern? Dass er noch keinen Kotau vor Frau Otoos Marketing Agentur (und vor allem bei demjenigen der diese Strategie entworfen hat), gemacht hat? Das ist in der Tat verwerflich, den Namen von diesem Könner seines Faches hätte ich liebend gerne.
    Fabelhaft, was die sich ausgedacht haben. Die können sich wahrhaftig bis zur Rente auf die Schulter klopfen.

  10. @Rita

    Es ging mir mehr um den nachträglichen Umgang mit der ganzen Chose. Erst die Kolumne, in der im Wesentlichen ausgeteilt wurde, mit einem sehr halbherzigen Halbsatz des „Bedauerns“, der von einer überaus großzügigen Chefredaktion sogar zur „Entschuldigung“ hochstilisiert wurde. Nun deutet aber das Verhalten in den Social Media hin – und das ist nun meine Meinung -, dass er bis heute stolz auf sein „aus der Rolle fallen“ (Zitat taz) ist und gar nichts bedauert.

    Meinetwegen kann er sich für die gelungene Provokation auch bis zur Rente auf die Schulter klopfen. Nicht jeder ist zur Selbstkritik fähig.

    Achso, fast vergessen: ;-)

  11. Schuhe des Fischers says: „Oder vielleicht doch nur spätpubertäres Schulhof-Gehabe?“

    und wie nennen Sie das, wenn am 31.Mai die Verwirrten einen Brief mit ein paar lausigen Unterschriften bei der TAZ persöhnlich vorbei bringen ? Hoffentlich sind wenigstens ein paar Femen dabei :-)

  12. Schuhe des Fischers says: „Für mich unterstreicht es D. Y.s fehlende Eignung als “Moderator”, die aber auch schon hinlänglich diskutiert wurde.“

    Eben, da gehen die Meinungen auseinander. Ehe der Mitschnitt aufgetaucht ist, konnte jede*r Alles behaupten. Jetzt kristalisiert es sich aber heraus (das ist meine Meinung), dass das Publikum wohl doch teilweise sehr unreif war, Frau Otoo sich nicht artikulieren konnte und verzweifelt versuchte, nur ihre vor der Veranstaltung geübten Sätze an den Mann*Frau zu bringen. Was bringt es dann jetzt noch, Deniz Yücel zu kritisieren, der sich redlich bemühte, Ruhe in den Sauhaufen zu bringen. Da wäre mir auch die Hutschnur geplatzt. Auch ist er nicht der erste Moderator, dem das passiert ist ;-)

    http://www.youtube.com/watch?v=8Z9mpEzwxK8

  13. @Rita

    Keine Ahnung, warum Sie in Kategorien wie „Gewinner“ und „Verlierer“ denken. Für mich unterstreicht es D. Y.s fehlende Eignung als „Moderator“, die aber auch schon hinlänglich diskutiert wurde.

    Was soll mir eigentlich der Zwinker-Smiley in Ihrem Post sagen? Der wirkt irgendwie deplaziert. ;-)

  14. @Schuhe des Fischers, wird jetzt in den Krümeln gesucht? Das nenne ich SCHLECHTE VERLIERER ;-)

  15. Derzeit schmückt Herr Yücel seinen Twitter-Account (auf dem er sich gerne über kritische Weißwein- oder auch Weisweinforschung auslässt) mit einem Bügeleisen. Auch das soll wahrscheinlich ein Ausdruck seines „Bedauerns“ sein.

    Oder vielleicht doch nur spätpubertäres Schulhof-Gehabe?

  16. @sebastian heiser

    interessant der mitschnitt. ich habe die debatte mit großem interesse verfolgt – und bin jetzt doch überrascht, wie relativ friedlich und inhaltlich gehaltvoll die ganze sache war. mely kiyak hat die meisten klugen sachen gesagt. (was gar nicht erwähnt wird) und deniz yücel hat die weggehenden als „kulturspackos“ bezeichnet (lustig). die guten argumente vor allem von mely kiyak scheinen mir, leider, von sharon otoo nicht wirklich aufgegriffen worden zu sein.

  17. „Einfach mal zuhören!“

    rofl

  18. Na wunderbar – was für ein Sturm im Wasserglas :-) und diskutieren kann Sie auch nicht. Ladet das nächste Mal besser erwachsene Gäste ein.

  19. Auf Soundcloud ist inzwischen ein Audio-Mitschnitt der Podiumsdiskussion aufgetaucht:
    http://soundcloud.com/momentum2013/sets/taz-lab-2013

  20. @Aaron, Die Stellungnahme der Mädchenmannschaft ist vom September 2012 und die Mädelz haben bis heute nichts dazu gelernt. Kaum ist die Schleimspur getrocknet, machen sie mit „unangemessenen Reaktionen“ weiter.

  21. Die Stellungnahme von „taz“ ist keine Satire, sondern tatsächlich erst gemeint – aber nicht von der taz, sondern von der Mädchenmannschaft: http://maedchenmannschaft.net/stellungnahme-aufgrund-der-ermoeglichung-rassistischer-reproduktionen-bei-mmwird5/

  22. Kann es sein, dass Frau Otoo im Rahmen der Ökonomie der Aufmerksamkeit, einfach nur maximalen Effekt (und Kohle) für sich selbst mobilisieren will ?

  23. Wie Ihnen bereits aufgefallen ist: Die Stellungnahme von „taz“ ist nicht von uns.

    Hinweisen möchte ich noch darauf, dass wir gestern eine Reihe von Leserbriefen zum Thema abgedruckt haben: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2013/05/04/a0217

  24. @Schuhe des Fischers, SPOILSPORT :-)

  25. Es spricht für sich, dass manche Kommentatoren die „offizielle Positionierung“ anscheinend für echt halten.

  26. come to the dark side :-)))

    „Es wird Zeit, dass sich die taz, ebenso wie die breite Gesellschaft, endlich kritisch mit dem Thema Rassismus und Sprache auseinandersetzt.“

    sagt wer ?

    http://medienelite.de/der-umgang-mit-rassismus-und-schwarzen-expertinnen-in-den-medien/

  27. Atif says: „Oh je, Fräulein Rottenmeier, finden Sie nicht, daß Sie jetzt doch zu dreist werden? Was wollen Sie?“

    Ha !

    tdt sagt: „Und Frau Otoo gegenüber, stehen unzählige afrikanische Schriftsteller, die nach wie vor behaupten, Schwarzer sei Beleidigung. Soll man jetzt jene Schriftsteller auch zensieren?“

    http://www.taz.de/Kolumne-Besser/Kommentare/!c114947p3296/#send-comment

  28. Dhimitry says: „Ist das jetzt Satire?“

    Wie hätten Sie´s denn gerne ? Hier in der taz werden Sie geholfen. Was nicht passt, wird passend gemacht ;-)

    Schon mal was von Fußatmern gehört ?

  29. Die verlängerten Rücken der höchst verehrten PoC Damen müssen ja geradezu phänomenalst sein, wenn die taz so weit reinkriecht.
    Heiliger St. Hubertus hab Erbarmen.

  30. so liebe taz, jetzt bitte alle zusammen :

    http://www.youtube.com/watch?v=Ojhs3gJDFzI

    was tut man nicht alles für einen lausigen sitzplatz….

  31. Ist das jetzt Satire?

  32. 1 : 0 für die Neger – nehmen wir´s sportlich….

  33. Hallo »»»taz«««, als ach-wer-weiss-wie-Positionierte_r im sicheren Raum meiner Glashäus_in beglückwünsche ich euch aufrichtig zu eurem Neuzugang in der awareness-Struktur: Wer kann denn da vor lauter political correctness kaum noch laufen? Sacht mal, den_die_das Sprecher_in_dings eines abgehalfterten Politbüros habt ihr doch sicher günstig auf eBay geschossen, gelle? Autsch, kann Sprache weh tun!

  34. @Schneeweisschen, keep cool – das MUSS Satire sein – rofl

    taz says : „PoC waren akut in Gefahr, die Artikulation des N-Worts hören zu müssen.“ :-)

  35. „Wir waren nicht dazu in der Lage, einen solchen “sicheren” Ort für alle zu schaffen. Letztlich konnten sich auf dem taz.lab lediglich weiß positionierte Personen halbwegs sicher bewegen. PoC waren akut in Gefahr, die Artikulation des N-Worts hören zu müssen. Dafür und für die Konsequenzen, die dies für nicht weiß positionierte Teilnehmer_innen auf dem Podium und im Publikum hatte, bitten wir um Entschuldigung.“

    @taz,
    geht bügeln!

  36. Ok, tit for tat. Jetzt ist die Entschuldigung von Frau Otoo an Astrid Lindgreen fällig.

  37. @Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. , und, seid ihr jetzt zufrieden ? Mehr im Staub kriechen geht nicht.

  38. Zu dem Offenen Brief der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. möchten wir uns wie folgt positionieren:

    Am vorvergangenen Samstag kam es auf dem taz.lab während der Podiumsdiskussion “Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen” zu wiederholten rassistischen Handlungen. Wir bitten um Entschuldigung für die Duldung dieser Vorfälle, unsere unangemessene Reaktion darauf und unsere Unfähigkeit, einen safer space für People of Color herzustellen. Das war vollkommen inakzeptabel und ein Zeugnis mangelnder awareness und Vorbereitung. Wir bitten auch dafür um Entschuldigung, dass es mehrere Tage gedauert hat, bis dieses Statement veröffentlicht werden konnte und dass wir uns auch erst am 30. April eine Stellungnahme von Sharon Otoo abgedruckt haben.

    Auf dem Podium saßen Sharon Otoo, Vorstandsmitglied der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., Leo Fischer, Chefredakteur der „Titanic“, Mely Kiyak, Publizistin und Kolumnistin. Moderiert werden sollte das Podium von Deniz Yücel von der tageszeitung (taz).

    Deniz Yücel äußerte mehrfach einen rassistischen Begriff, unternahm keinerlei Rechtfertigungsversuche und derailte die Kritik von Sharon Otoo und Teilnehmer_innen of Color aus dem Publikum folgte. Sharon Otoo und mehrere Teilnehmer_innen verließen den Raum.

    Auf der Veranstaltung wurden Rassismen reproduziert, weiße Dominanzstrategien konnten ausgeübt werden und wurden von Seiten der weiß positionierten taz.lab-Orgas nicht unterbunden. Sharon Otoo erfuhren bei ihren Interventionen von den Verantwortlichen unter uns keinerlei Unterstützung. Aufgrund der Unfähigkeiten weiß positionierter taz.lab-Organisator_Innen musste sich Sharon Otoo, die eigentlich von uns eingeladen worden war, um uns über die politisch korrekte Wortverwendung zu informieren, in einer Rolle auf dem Podium wiederfinden, die mit der ursprünglich vorgesehenen und von ihr akzeptierten kaum noch etwas zu tun hatte. Diese Unfähigkeiten haben auch dazu geführt, dass wir erst nach der Veranstaltung an Sharon Otoo herangetreten sind, um sie darum zu bitten, in einem taz-Artikel Raum für ihre Positionierung und die Darstellung unserer Unfähigkeiten zu erhalten.

    Die taz.lab-Organisator_Innen hatten bereits vor Beginn der Planungszeit für die Veranstaltung Kenntnis von den Kritiken an Deniz Yücel. Dies war für uns jedoch kein Grund, seine Auswahl als Moderator für diese Veranstaltung nicht in Erwägung zu ziehen.

    Den weiß positionierten taz.lab-Orgas hätte klar sein müssen, dass auf der Podiumsdiskussion Rassismen re_produziert werden könnten. Die Vorfälle während des Panels kamen also für keine_n von uns überraschend. Wenn schon kein Hausverbot Deniz Yücels von unserer Seite erfolgte, hätte also eine Erklärung, welchen Zweck wir der Diskussion in der vorliegenden Konstellation zugedacht hatten, sowie sofortige Intervention (und ggf. Ausschluss_Raumverweis) durch die weiß positionierten taz.lab-Orgas bei den ersten problematischen Erwähnung des N-Wortes erfolgen müssen. Dies ist jedoch nicht passiert.

    Ein Hausverbot für Deniz Yücel schätzten einige weiß Positionierte von uns im Vorfeld als Paternalismus gegenüber Kritiker_innen ein. Diese Einschätzung war falsch, weil wir damit seinen Dominanzstrategien Raum gegeben haben. Der Raum für Kritik wurde auf dem Rücken von PoC und anderen Betroffenen von Rassismus unsererseits bereitgestellt, weshalb die weiß positionierten taz.lab-Veranstalterinnen Verantwortung für die ausbleibenden Interventionen und mehrfachen Wiederholungen von Rassismen und weißen Dominanzen tragen. Das Panel hätte auch ohne Deniz Yücel stattfinden können. Letzten Endes lag unser Fokus stärker darauf, das Panel zu organisieren und zu besetzen, als darauf, eine entsprechende awareness-Struktur zu schaffen. Das Stattfinden der Diskussion stand im Vordergrund und wir haben in Kauf genommen, dass dies auf Kosten eines halbwegs sicheren Raumes für PoC geschieht.

    Trotz der internen Bedenken auch bei weiß positionierten Organisator_innen der Veranstaltung bezüglich der Reproduktion von Rassismen und der Gefährdung eines in Ansätzen “sicheren” Raumes für PoC und Betroffene von Rassismus, auch – aber nicht nur – im Kontext der Podiumsdiskussion, wurde nur zeitweise oder gar nicht über eine Umbesetzung der Veranstaltung mit einer_m anderer_n Moderator_in nachgedacht.

    Insgesamt gab es keine internen Diskussionen und Arbeitsprozesse zur Gestaltung eines “sicheren” Raumes für People of Color und Betroffene von Rassismus. Die weiß positionierten Organisatorinnen erwarteten nicht, dass sich dieser Raum von selbst schaffen würde, unternahmen dennoch nur wenige Anstrengungen diesbezüglich. Zwar konzipierten sie die Veranstaltung insgesamt mit einem rassismuskritischen Anspruch, wurden diesem aber nicht gerecht, weil sie ihn nicht konsequent dauerhaft und intensiv mitgedacht hatten, dementsprechend keine konkreten Maßnahmen überlegt und umgesetzt wurden.

    Die weiß positionierten Organisatorinnen haben keine Struktur geschaffen, in der sich weiß positionierte Teilnehmer_innen in der (Mit)Verantwortung sahen zu intervenieren. Die Veranstaltung war trotz der Erfahrungen, dass dies nötig sein würde, nicht so vorbereitet/konzipiert, dass sich alle, die partizipieren, als verantwortlich begreifen müssen. Es gab weder Verhaltens-Guidelines, doch wurde auf diese konsequent und regelmäßig hingewiesen, noch gab es genügend Personen, die konkret auf die Einhaltung geachtet haben.

    Dauerhafte Arbeits- und Kritikprozesse während der Organisationsarbeit für die Veranstaltung mit den Vorstandsmitgliedern der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. wurde nicht in Betracht gezogen, weil die weiß Positionierten nicht die Ressourcen von Betroffenen in Anspruch nehmen wollten. Wir erkennen an, dass diese Haltung eine Überschätzung unserer Kompetenzen in Sachen Rassismuskritik, Inklusions- und Raumpolitik, Unterstützungs- und Interventionspraxis darstellte, wie die Realitäten zeigen. Es wäre Aufgabe der weiß positionierten taz.lab-Veranstalter_innen gewesen, den Ort möglichst frei von Rassismen zu halten oder im schlechtesten Fall sofort zu intervenieren.

    Wir waren nicht dazu in der Lage, einen solchen „sicheren“ Ort für alle zu schaffen. Letztlich konnten sich auf dem taz.lab lediglich weiß positionierte Personen halbwegs sicher bewegen. PoC waren akut in Gefahr, die Artikulation des N-Worts hören zu müssen. Dafür und für die Konsequenzen, die dies für nicht weiß positionierte Teilnehmer_innen auf dem Podium und im Publikum hatte, bitten wir um Entschuldigung.

  39. @Schneeweisschen, ich finde ja, Aufmerksamkeit kann man auch anders erregen. Nimm zum Beispiel die lieben, jungen Aktivistinnen vor ein paar Tagen. Nackt, wie Gott sie schuf. Der Männeranteil bei solchen Aktionen ist wohl nicht sehr hoch ? Schade….

  40. Frl. Rottenmeier, pfui.:-)
    Mehr Verständnis für die Initiative. Endlich ist man im Gespräch, das muß ausgenützt werden bis zum letzten. So eine Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder.

  41. Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. reagiert mit einem offenen Brief auf die Stellungnahme von Ines Pohl und Jan Feddersen:
    http://neu.isdonline.de/offener-brief-an-die-taz-stellungnahme-der-isd/

  42. Freiheit für Deniz!Wenn ich diese moralischen Eiferer alle so lese im TAZ-Blog….was geht denn da plötzlich für eine Mode ab.“white awareness..“ ?Man kann es auch übertreiben..mit diesem Neusprech. Das geht mir voll auf den Sender diese „Bewegung“ white supremacy..hahaa, geht mal in die demokratische Republik Kongo oder nach China oder nach Pakistan, das wird Euren Blick für Rassismus und Sexismus sicherlich etwas fokussieren.. Habt ihr nichts wichtigeres zutun in Zeiten von Turbokapitalismus und fortschreitender Zerstörung des Planeten Erde ? Ich lese die TAZ seit den Anfängen, und wir haben uns mit Kolonisation, und Rassismus auseinandergesetzt, als einige Schreihälse von heute in der Tat noch in den Windeln lagen.Da gibt es eine gravierende Unwucht in der heutigen Rassismusdebatte. Diese neue Sittenpolizei wird mich gewiss auch noch zur Strecke bringen wollen, sei es als Pippi Langstrumpf fan, als Vertilger von Schokoküssen oder Kritiker der israelischen Siedlungspolitik. So verkommt p c zudem , was sie eigentlich nie sein wollte, ein rechter Kampfbegriff wird von selbsternannten Linken okkupiert.
    Jürgen Schierholz/Bremen

  43. negamike says: “ Warum hast du Frau O. nicht gleich gefragt, ob man sie mit der Banane aus dem Urwald gelockt hat? “

    @negamike, auf sowas muß man erst mal kommen. DAS IST RASSISTISCH UND MENSCHENVERACHTEND ! Frau O. kommt nicht aus dem Osten Deutschlands.

    http://www.youtube.com/watch?v=jd-48XjG_Cs

  44. @Sebastian Heiser, ich schlage vor, aus dem Bügelbrett einen Wanderpokal zu machen „Für herausragende Verdienste“

  45. In Herrn Yücels Artikel steht auch folgendes:

    …“ebenso wenig der Umstand, dass durch den Kolonialismus die Menschen in der Dritten Welt auch ein philosophisch-politisches Instrumentarium in die Hände bekamen, das sie gegen die Kolonialherren wenden konnten“…

    und das ist nicht aus dem Zusammenhang gerissen sondern genauso gemeint. Liebe Taz Redaktion ich dachte sie wären eine linke Tageszeitung. Und sie veröffentlichen Artikel in denen auf absurde Weise Kolonialismus mit Kolonialismus verteidigt wird. Ich finde das sehr traurig muss ich sagen.

  46. Oder bügelt Mutti immer noch deine Hemden?

  47. Als Reaktion auf die Veranstaltung erreichte uns inzwischen dieses Bügelbrett: http://blogs.taz.de/hausblog/2013/04/30/geschenk-per-paket-ein-bugelbrett/

  48. Hey, Deniz, alter Kümmeltürke, hab heute das Foto von deiner verkackten Veranstaltung gesehen. Geht ja gar nicht. Wer so ein Mikro hält, sollte lieber bei Silbereisen Schlager singen. Was? Singen kannste auch nicht? Lass dir doch mal wenigstens die Haare schneiden und setz dir ’ne schöne Mütze auf. Und die locker gebundene Krawatte. Wow. Aber so was von Womanizing. Brain Ferry wäre in den Achtzigern wohl echt neidisch geworden. Warum hast du Frau O. nicht gleich gefragt, ob man sie mit der Banane aus dem Urwald gelockt hat? Das ist auch nichts anderes, als ständig inhaltslos Neger, Neger, Neger zu proklamieren. Tja, so geht’s, wenn Journalisten lieber Comedy machen wollen. Das hättste mal besser Herrn Titanic überlassen. D e r übrigens: tadellos gekleidet. Ich war ja nicht bei der Veranstaltung, aber wenn ich dich in der taz so sehe und lese, werde ich das Gefühl nicht los, dass du ein ganz starkes Aufmerksamkeitsdefizit hast. Lass Flörsheim doch endlich mal Flörsheim sein.

  49. @fräulein rottenmeier

    Mich interessiert das aufrichtig. Wie funktioniert denn das? Mir kommt das sehr binär vor. Aber die ganzen Ideen der Critical Whiteness Leute einfach so abzutun, da machen sichs die Leute auch wieder zu einfach, findich.

  50. @Hugo, Wen interessiert das ?

    Wem der Schuh passt, der soll ihn sich anziehen ;-)

  51. sagt mal leute.
    wer definiert denn, wann jemand „weiß“ ist und wann nicht? gibts da nicht übergänge? was ist mit einem sehr hellhäutigen menschen mit einem türkischen namen? so ein mensch kann doch auch schlimmen rassismus erlebt haben (und gleichzeitig rassist_in sein).
    bin neugierig.

  52. Christiana: Wer bestimmt denn, ob Jude eine antisemitische Bezeichnung ist? Und ob das N-Wort eine rassistische Bezeichnung ist?

  53. Ich finde es eigentlich zum Schreien komisch, dass es echt nicht wenige weiße Deutsche gibt, die immer wieder mit dem Wort Jude daherkommen, als sei es eine rassistische /antisemitische Bezeichnung. Lässt tiefer blicken, als so manche_r es möchte…

  54. Frau Otoo says: „Das N-Wort ist traumatisierend, ruft grausame Erinnerungen und gewaltvolle Bilder hervor. Es wurde damals benutzt, um die Versklavung von Millionen von Afrikaner_innen zu legitimieren.“

    und was ist mit dem J-Wort ? Es wurde damals benutzt um die Vergasung von Millionen von Juden_innen zu legitimieren.

  55. @Berit Pohle: Man kann eine unveraenderliche Tatsache nicht hinterfragen, von daher sind alle Weissen natuerlich (sic!) unhinterfragt weiss. Man kann und sollte eine solche Tatsache natuerlich reflektieren, aber auch damit ist sie trotz aller moeglichen Selbstaufgabe und Ideologie nicht aenderbar…

  56. Ja, wie Annette Kübler schreibt „zu hören geht anders“.
    Nicht nur von Seiten der taz, sondern auch von Seiten etlicher, die hier schreiben.

    Hier wird auf der Deutungshoheit von Weißen darüber bestanden,
    welche Worte rassistisch sind und welche nicht,
    wie Verletzungen entstehen und wer dafür verantwortlich ist,
    wie Geschichte geschrieben wird, wer sie schreibt und wie und ob in Sprache fortgeschrieben wird…

    Der Umgang
    mit Schwarzen Menschen und ihrer Kritik (und auch der von anderen),
    die Wahl des Titels der Veranstaltung,
    mit den Absprachen mit Sharon Dodua Otoo,
    dem Artikel von Sharon Dodua Otoo
    spricht eine deutliche Sprache.
    Eine Sprache der Ignoranz, der Privilegien, des unhinterfragten Weiß-seins.

  57. „Antirassismus kann doch nicht bedeuten, dass denen, die sowieso schon von Rassismus betroffen sind, noch mehr Leid zugefügt wird, sondern dass wir einander sorgfältig zuhören. Das wäre, in Deutschland, wirklich ein radikaler Akt.“

    Danke, „Schuhe des Fischers“ du hast es klar auf den Punkt gebracht. Dieser Kasten ist so unverschämt. Reiner Machtmissbrauch: wir lassen Sharon zwar schreiben doch wir behalten immer die Definitionsmacht.Wir setzen den Rahmen und behaupten was uns passt.

    So ein guter, offener, zu Kommunikation einladender Artikel – und dann dieser Kasten , eine Ohrfeige statt der immer noch ausstehenden Entschuldigung.

    „Einfach mal zuhören“ geht anders.

    Vielleicht wurde deshalb auch der Titel des Artikels geändert?

  58. Pingback: “Einfach mal zuhören” | Initiative Schwarze Menschen in Deutschland

  59. Schön, dass Sharon Otoo die Gelegenheit gegeben wurde, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Noch schöner, dass sie sich trotz ihrer Zweifel darauf eingelassen hat. Ihr Text trägt hoffentlich zur Versachlichung der Debatte bei.

    Peinlich ist aber der Kasten, den die taz neben den Text gestellt hat:
    „Deniz Yücel entschuldigte sich am 22. April in seiner Kolumne auf dieser Seite für die Eskalation auf der Bühne (…) taz-Chefredakteurin Ines Pohl entschuldigte sich im „Hausblog“ der taz (…)“

    Soo, Deniz Yücel hat sich entschuldigt? Nochmal nachlesen. „Dennoch wäre es eleganter gewesen, wenn der Moderator (also ich) auf Gebrüll nicht mit Gebrüll reagiert hätte und stattdessen der Forderung der Aktivisten nachgekommen wäre.“

    Und Frau Pohl hat sich auch entschuldigt? Auch nochmal nachlesen. “ (…) seine wütende Interventionen als Moderator bedauern wir (…)

    Liebe taz: Zwischen „etwas für eleganter halten“, „etwas bedauern“ und einer echten, ehrlichen Entschuldigung gibt es einen ziemlich deutlichen Unterschied. Als Journalisten solltet Ihr sauberer mit Eurem Vokabular umgehen und nicht versuchen, Euch mit Halbwahrheiten die Weste reinzuwaschen.

  60. Vielen Dank vorab für die Veröffentlichung des Artikels von Sharon Dodua Otoo. Vielleicht wird ja dann wieder zivilisierter debattiert …

  61. Oh je, Fräulein Rottenmeier,

    finden Sie nicht, daß Sie jetzt doch zu dreist werden? Was wollen Sie?

  62. „Antirassismus kann doch nicht bedeuten, dass denen, die sowieso schon von Rassismus betroffen sind, noch mehr Leid zugefügt wird“

    das aussprechen eines wortes fügt dieser frau also „leid“ zu. und zwar mehr leid, als ein keulenschwingende horde von glatzen.

    sry, da habe ich eine andere definition von leid.

  63. Schönen Dank, Frau Otoo, für den Beitrag in der taz. Sie haben mir Argumente für einen Bekannten gegeben, der sehr dickköpfig weiterhin auf dem N-Wort beharrt, obwohl er kein Rassist ist meiner Meinung nach. Nur etwas bildungsfern.

    Ich streite und diskutiere mit ihm seit Monaten zu dem Begriff. Seit der Märchenbuch-Debatte. Dabei kam heraus, dass er das Konzept der Menschenrechte nicht einmal richtig verinnerlicht hat. So ganz grundsätzlich. Er tritt auch für die Todesstrafe ein – ich habe noch viel zu tun. Nichtsdestotrotz. Aus Ihrem Text kann ich ihm einfach vorlesen. Der ist ein starkes Argument.

    Hoffentlich bekommt die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland durch die Auseinandersetzung anlässlich des taz-Kongresses mehr Aufmerksamkeit.

  64. Sharon Otoo says : „Wenn ich für eine gendergerechte und rassismusfreie Sprache plädiere, dann, weil ich andere – und mich selber – für die eigenen Privilegien zu sensibilisieren versuche. Eine gute Möglichkeit, sich dann mit mir, meinen Kindern und tausenden von anderen Schwarzen Menschen in Deutschland solidarisch zu zeigen ist es, eine respektvolle und antidiskriminierende Sprache zu benutzen.“

    nun, Frau Otoo sollte sich an die eigene Nase fassen.

    „Jetzt startet der Linken-Stadtrat Orhan Akman einen weiteren Vorschlag zur Befreiung der Sprache von rassistischen Begriffen. Konkret stört er sich am Wort: „Schwarzfahrer“. Die Münchner Verkehrsgesellschaft soll dem Stadtrat darstellen, wie sie das Wort „Schwarzfahrer“ in den U-Bahnen, Trambahnen und Bussen „durch einen anderen Begriff, der nicht-rassistisch ist, ersetzen kann“. Zur Begründung führt er an: Diese umgangssprachliche Bezeichnung für Menschen, die kein Ticket haben, sei rassistisch, „da sie die Hautfarbe bestimmter Menschen in einen negativen Kontext stellt“.“

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.diskriminierung-ist-schwarzfahren-rassistisch.aec794c2-fc1e-442f-bae1-d98461ccfe89.html

  65. In der morgigen Ausgabe der taz drucken wir auf Seite 14 den folgenden Text von Sharon Otoo:

    Einfach mal zuhören

    RASSISMUS Auf dem taz.lab am 20. April in Berlin endete eine Veranstaltung über diskriminierende Sprache in einem Eklat. Ein Teil des Publikums ging vorzeitig, ebenso Podiumsgast Sharon Otoo. Hier schreibt sie, warum

    Von Sharon Otoo

    Eigentlich war ich fest entschlossen, meine kurze, schmerzhafte Beziehung mit der taz zu beenden. Es sollte leider nichts werden zwischen uns, dachte ich. Doch dann musste ich in der taz und im Netz einige ziemlich ärgerliche Dinge über die Veranstaltung lesen, zu der ich von der taz am 20. April eingeladen worden war („Meine Damen und Herren, Liebe N-Wörter und Innen!“). Es scheint ein gefährliches Halbwissen zu kursieren über die Frage, warum ich dort einfach aufgestanden bin und warum zahlreiche andere gleichzeitig die Veranstaltung verlassen haben. Darum komme ich hiermit dem Wunsch nach, meine Seite der Geschichte zu erzählen.

    Als ich zum taz.lab 2013 in Berlin eingeladen wurde, hatte ich die Hoffnung, dass es dort eine ernsthafte Debatte um diskriminierungsfreie Sprache geben würde. Ich habe mich bereit erklärt, die taz zu unterstützen, gerade weil der Moderator Deniz Yücel mir versichert hatte, es würde sich um einen respektvollen Umgang handeln. Doch schon nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass seine ganze Veranstaltung geradezu darauf angelegt war, so oft wie nur möglich das N-Wort zu wiederholen. Meine Versuche, auf dem Podium immer wieder ruhig und klar deutlich zu machen, dass das Wort für viele Schwarze Menschen verletzend sei, ignorierte er.

    Dabei ging es nicht um irgendeine abstrakte Theorie. Auch mein Sohn saß im Publikum. Das N-Wort ist traumatisierend, ruft grausame Erinnerungen und gewaltvolle Bilder hervor. Es wurde damals benutzt, um die Versklavung von Millionen von Afrikaner_innen zu legitimieren. Mir war natürlich klar, dass es in der Veranstaltung vorkommen würde, aber die Absprache zwischen Herrn Yücel und mir war eindeutig („nicht in jedem fünften Satz“ so seine Zusage). Trotzdem bin ich erst aufgestanden, als Herr Yücel anfing, das Publikum lauthals zu beschimpfen. Ich bin gegangen, weil ich nicht mehr Teil einer so respektlosen, verhöhnenden Diskussion sein wollte.

    Doch auch danach gingen die Beleidigungen munter weiter. Noch am selben Abend erschien ein Artikel in der Online-taz, in dem die Ausfälle Yücels verschwiegen wurden. Auf seinem Twitter-Account und in seiner in der taz erschienenen Kolumne äußert er sich abfällig zum Vorfall, zu meiner Person und den Leuten, mit denen ich aktivistisch arbeite. Er behauptet sogar, sie hätten von vornherein geplant, seine Veranstaltung zu „torpedieren“.

    Ich hatte auf eine offizielle Entschuldigung seitens der taz gehofft. Doch auch die Erklärung der taz-Chefredaktion, die am Donnerstag im „Hausblog“ auf taz.de erschien, ist eine einzige Enttäuschung, in der sie ihn für seine provozierenden Texte lobt. Dass er ein Autor sei, der Grenzen austeste und sich nicht von Tabus und Traditionen abhalten ließe.

    Schade nur, dass Herr Yücel mir offensichtlich all die Zeit, die ich neben ihm auf dem Podium saß, gar nicht zugehört hat. Für ihn und all die anderen Kritiker_innen meiner vermeintlichen Position möchte ich deshalb noch einmal klarstellen: Ich will niemandem etwas verbieten. Wie denn auch? Ich habe weder eine staatliche Position inne noch habe ich einen Überwachungsapparat zur Hand. Ich kriege es nicht mal hin, meinen Kindern das Computerspielen zu verbieten.

    Sprache ist lediglich ein Mittel zum Zweck. Wenn ich für eine gendergerechte und rassismusfreie Sprache plädiere, dann, weil ich andere – und mich selber – für die eigenen Privilegien zu sensibilisieren versuche. Auch mittels Sprache kann ich mich solidarisch zeigen und es kostet mich wenig. Die möglichen ästhetischen Kosten (dieses Binnen-I sieht so hässlich aus!) erscheinen mir als das kleinere Übel gegenüber den Zumutungen, denen marginalisierte Menschen sonst täglich ausgesetzt sind. Sie haben keine Wahl.

    Natürlich gibt es gravierendere Probleme. Wenn mir eine Gruppe von Skinheads entgegenkommt, laut brüllend und den Schlagstock schwingend, werde ich bestimmt nicht mit ihnen diskutieren, doch bitte die weibliche Form des rassistischen Schimpfwortes zu benutzen. Geschenkt. Aber diese Ganz-oder-gar-nicht-Einstellung gegenüber antirassistischer Arbeit teile ich nicht. Sich für gerechtere Sprache einzusetzen, heißt nicht, gegen andere Formen des Aktivismus zu sein.

    Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und gehe davon aus, dass wenn Sie eine weiße Person sind und diesen Text lesen, Sie auch gegen Rassismus sind. Eine gute Möglichkeit, sich dann mit mir, meinen Kindern und tausenden von anderen Schwarzen Menschen in Deutschland solidarisch zu zeigen ist es, eine respektvolle und antidiskriminierende Sprache zu benutzen.

    Antirassismus kann doch nicht bedeuten, dass denen, die sowieso schon von Rassismus betroffen sind, noch mehr Leid zugefügt wird, sondern dass wir einander sorgfältig zuhören. Das wäre, in Deutschland, wirklich ein radikaler Akt.

    (Hinweise zur Autorin)

    Sharon Dodua Otoo gibt die englischsprachige Buchreihe „Witnessed“ in der Edition Assemblage heraus. „the things i am thinking while smiling politely“ ist die erste Novelle der Britin und erschien im Februar 2012.

    Otoo ist seit Jahren in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland aktiv und Mutter von vier Kindern. Sie lebt und arbeitet in Berlin

  66. Es will mir nicht ins Hirn wie ein Deniz Yücel meint mit solch dümmlichen und einfach zu durchschauenden Provkationen ohne Imageschaden davon zukommen. Es war ja wohl zu erwarten, dass am Thema interessierte und somit auch engagierte Menschen dort erscheinen werden. Außerdem war es zu erwarten, dass das rezitieren von Textstellen in denen das Wort Neger vorkommt als reine Provokation wahrgenommen werden würde, wenn man nicht deutlich macht warum dies ein Beitrag zur Diskussion sein soll.

    Yücel hätte nicht aus Martin Luther Kings Rede vorlesen und andauernd das N-Wort wiederholen müssen, er hätte ja einfach erwähnen können, dass MLK dieses Wort häufig gebraucht hat und der Runde dazu eine Frage stellen können. Zum Beispiel ob es für die Benutzung und Rezeption heute von Bedeutung ist, ob Martin Luther King 1963 das N-Wort benutzt hat.

    Yüzel bezeichnet vermutlich auch alle Frauen als Fotzen, weil Lady Bitch Ray das Wort auch mal benutzt hat.

  67. nes Pohl, taz-Chefredakteurin; Jan Feddersen, taz.lab-Kurator:
    „Deniz Yücel ist in seiner Funktion als Moderator der Veranstaltung leider aus der Rolle gefallen, seine wütende Interventionen als Moderator bedauern wir – wie unser Kollege selbst ja auch. So schrieb er es auch in seiner taz-Kolumne vom vorigen Montag.
    Die Diskussion um den Gegenstand der Veranstaltung, die Frage also, wie politisch Sprache sein kann – und wo Zensur beginnt, wo ein Sprechen von Verboten grundiert sein könnte – wollen wir unbedingt weiter führen. Mit taz-JournalistInnen und, in gelebter taz-Tradition, auch GastautorInnen.“

    @Berit Pohle, lesen auch nicht ? :-)

  68. Eine Woche später und immer noch keine Distanzierung weder zum Auftreten von Yucel noch von diesem Kommentar noch eine Stellungnahme zu der fundierten und sachlichen Kritik, die so viele Menschen formuliert haben?

    So viel Selbstherrlichkeit – so wirkt das auf mich – hätte ich selbst von der taz nicht erwartet.

  69. Aufmerksam zuhören, dann klappts vielleicht …

    http://www.youtube.com/watch?v=J3Xe1kX7Wsc

  70. Sehen Sie Froilein verRottenmeier, jetzt haben Sie noch ‚AchAchim‘ dabei. Da können Sie ja bald ’ne Partei gründen. „Die Reaktionären Revanchisten“ oder „Die Postpostkolonialisten“ oder etwas ähnliches Hübsches. Hauptsache pastellfarben, wie in Ihrer netten Videoempfehlung …

  71. Nun ja, der Hinweis ist ja schon berechtigt. Wenn Papa Langstrumpf von der Bevölkerung freiwillig zum König gekrönt wurde, dann kann man das mit der brutalen Unterdrückung durch die Kolionalmächte wohl kaum vergleichen.

    Wenn in den USA ein Schwarzer zum Präsidenten gewählt wird, dann ist das die autonome Entscheidung der Bevölkerung, die man von außen nicht zu kritisieren habe, selbst wenn später herausstellt, dass der Präsident viele seiner Versprechen nicht hat halten können. Aber wenn irgendwo in der Südsee Papa Langstrumpf zum König ernannt wird, weil er so beeindruckend stark ist, dann ist das schlimmster Rassismus und Kolonialismus, alles klar.

    Oder bezweifeln Sie, dass Papa Langstrumpf freiwillig zum König ernannt wurde? Aber wie kommen Sie darauf? Sie haben ein Satz in einem Kinderbuch, der zwei Behauptungen enthält. Erstens: Er wurde König. Zweitens: Die Bevölkerung hat ihn freiwillig dazu gemacht. Warum glauben Sie, dass die erste Behauptung stimmt, aber die zweite nicht? Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welche der Behauptungen stimmt?

  72. Keep cool verehrtes Frl Rottenmeier

    In diesem Strang wird Ihre Intelligenz noch klaftertief unterboten.

  73. „Schließlich muss ich mich ja auf mein Hildesheimer Studium konzentrieren. Und bügeln “

    Siehste – nu is ruut.
    Morgens um vier im Blue Note in Hildesheim
    und ich hatte James – die alte Sax-Kanne – noch
    gewarnt: sach jetzt nix!
    Aber so sind se, die Darmhessen;
    da machste nix. Voll von der Bühne die Ansage:
    “ Ich bin ein N…“

    Du warst da? laut? – daher der Schock?
    Klar – vieles beruht ja auf Hörfehlern! Logo – bei seinem Ansatz!
    Und jetzt ? ach so, ja ne geht klar – bügeln in Hildesheim!

  74. Puh, Froilein verRottenmeier,

    Ihre Blödheit ist echt nicht zu überbieten …

  75. Jonas says: Die Geschichte, dass Pippis Vater irgendwo hinsegelt und sagt ‘Ich bin jetzt König’, das ist kurz gesagt die Geschichte von Kolonialismus, das ist Rassismus.”

    Ganz so war es nun doch nicht. In Pippi Langstrumpf geht an Bord steht : „Sag mal, Vater Efraim“, sagte Pippi, „wunderten sich die Neger nicht, als du auf ihrer Insel ans Land gespült wurdest ?“ „Ja, sie wunderten sich ganz schrecklich“, sagte Kapitän Langstrumpf. „Aber als ich eine Palme mit bloßen Händen ausgerissen hatte, machten sie mich zum König.“

  76. Birgit, ich habe das Interview gerade nochmal durchgelesen. Es geht darin um rassistische Inhalte in Sarrazins Buch, nicht um seine Sprache. Kritisiert wird an Sarrazins Buch der „krude Biologismus“ – Sarrazin hatte Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft kategorisiert.

    In dem Buch kommt übrigens das N-Wort kein einziges Mal vor. Sarrazin nennt Asiaten auch nicht Fidschis, er nennt Türken nicht Muselmanen. Das zeigt: Man kann ein durch und durch rassistisches Buch schreiben, ohne einen der Begriffe zu benutzen, die die Vertreter der kritischen Weißseinsforschung nicht lesen möchten.

    Ob ein Text unkorrekte Begriffe enthält oder nicht ändert nichts an seiner Intention, seinem Inhalt. Wenn man aus einem Text mit rassistischem Inhalt die unkorrekten Begriffe streicht, dann bleibt er genauso rassistisch wie zuvor – das sagte Sharon Dodua Otoo im taz-Interview: „Der Rassismus in ‚Pippi Langstrumpf‘ zum Beispiel hängt nicht davon ab, ob die Schriftstellerin Astrid Lindgren ursprünglich das N-Wort benutzt hat. Auch wenn man dieses Wort streicht, wird Rassismus weiterhin eine Rolle spielen. Die Geschichte, dass Pippis Vater irgendwo hinsegelt und sagt ‚Ich bin jetzt König‘, das ist kurz gesagt die Geschichte von Kolonialismus, das ist Rassismus.“ (Hervorhebung von mir, Quelle: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2013/02/20/a0133)

    Ich verstehe diese absolute Versteifung auf die Begriffe nicht. Warum wird nicht auch über die Inhalte in der taz diskutiert?

  77. Gar nichts natürlich. Selbstverständlich, wie Du auch schon dank Deiner argumentativen Höhenflüge erkannt hast, glaube ich wie Du fest an ein stalinistisches Sprachverbot, dass allein die Welt besser machen wird, brülle das ab und zu in die Gegend und sitze ansonsten rum und trinke Kaffee.
    Gespräche führen, mich weiterbilden, zuhören, Artikel schreiben, Solidarität zeigen, aktivistisches Engagement, auf Veranstaltungen gehen, demonstrieren, Projekte machen, Zivilcourage zeigen und mein Wissen konstruktiv in meine professionelle Arbeit einfließen lassen halte ich für pure Zeitverschwendung. Schließlich muss ich mich ja auf mein Hildesheimer Studium konzentrieren. Und bügeln :D

  78. „Ach so, Kolonialgeschichte, Genozid, Versklavung, “Völkerschauen”, mundtot machen,“

    Das wäre dann Erbschuld. Wenn das gilt, fordere ich die Abschaffung des Wortes Hexe wegen Unterdrückungsgeschichte, Gynozid, Versklavung, mundtot machen.

    Wir verbieten einfach ein Wort und

    „tägliche sexistische Übergriffe (die ganz aktuell auch gerne als “Beziehungstat” dargestellt werden) und Beschimpfungen,sowie Bücher, Studien, Websiten, Artikel, Kommentare, Vorträge, Filme und Interviews“

    sind dann gar kein Problem mehr. So schnell kann man Sexismus abschaffen. Rassismus natürlich auch.

    Was machst du denn noch so gegen Rassimus, du Heldin? Außer so wacker gegen das Wort „Neger“ streiten.

  79. Taz-Abo kündigen? Ich bin ja schon entsetzt gewesen über den Umgang meiner langjährigen Zeitung mit einer schwarzen Frau auf dem Podium und der Ignoranz gegenüber sämtlichen Rassismus-Debatten der letzten Jahre.
    Noch entsetzter bin ich allerdings über den noch unmöglicheren Umgang mit der Eskalation während der Veranstaltung. Hallo Chefredaktion, habt ihr irgendwas verstanden? Vorgestern dann ein Interview in der TAZ von Daniel Bax mit der Vorsitzenden des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Lest euch einfach mal die Antworten durch, allein dadurch könntet ihr schon mal was lernen.

    UND DANN ENTSCHULDIGT EUCH ENDLICH!

  80. Klaus Söndgen says: „Deniz Yücel darf sich selbst feiern und das Publikum weiter beschimpfen“

    Jau, da hat der Yücel leider vergessen : Only a ginger can call another ginger ginger

    http://www.youtube.com/watch?v=jRbgnHSxLBA

  81. Boooey, watten Larm inne Baoud.

    Mit Tucholsky – Schnipsel:
    „Wenn Literaten, Literaten, Literaten nennen“
    Ganz schön langweilig die in Schaum geborenen
    Elaborate zu lesen.
    Und die ewige Wiederholung des Irrtums,
    daß Worte schon Sprache seien.
    Die Blockwart-Ordogesellschaft als Ablenkungsspielwiese:
    „Machen Sie Platz, ich bin Mutter“ feiert fröhliche
    Urständ.
    Na – Mahlzeit.

    Und James – alte Sax-Kanne -, wenn du dich noch mal
    im Beisein von Kindern Neger nennst, gibt’s auf’s Maul,
    alter Darmhesse!

  82. @Leo: „Zur Eskalation am Schluss: Yücel wollte lesen, die Leute haben immer lauter dazwischen gerufen, bis Yücel sie per Mikrofon niedergebrüllt hat. Das war unfreundlich und hart, aber vielleicht der einzige Weg zu verhindern, dass die Veranstaltung gesprengt würde.“
    Nein: Es war de facto Yücel, der die Veranstaltung gesprengt hat.
    Noch mal: Ja, er wurde provoziert und vom Publikum verbal angegangen, ohne Frage.
    Er hat aber nicht einen Moment lang ernsthaft den Versuch unternommen, als Moderator deeskalierend zu wirken. Im Übrigen habe ich in meinem vorherigen Kommentar die Sache nicht ganz korrekt wiedergegeben: die Leute sind nicht gegangen, sie wurden von Yücel rausgeworfen! Und aus Solidarität mit ihnen sind viele andere auch gegangen, darunter Sharon Otoo. Ich für meinen Teil hätte die Veranstaltung aber eigentlich gerne weiter verfolgt, aber das konnte man dann natürlich vergessen.
    Aber im Grunde ist das ja gar nicht mehr das Problem. Was mich wirklich ärgert ist, wie die taz mit der Affäre umgeht.
    1. Akt: der Artikel von Philipp Möcklinghof vom 20.4.: http://m.taz.de/!114886;m/
    Darin wird mit keinem Wort erwähnt, dass Yücel herumgebrüllt hat wie Gernot Hassknecht auf Speed und Leute beleidigt und rausgeworfen hat. Stattdessen: „Als schließlich Yücel ein Adorno-Zitat anführt, dass einige Male „Neger“ enthält, kommt es zum eingangs beschriebenen Eklat. Nach erneuten Unterbrechungen aus dem Publikum erklärt er, er lasse sich von niemandem das Wort verbieten. Es werde versucht aus subjektiven Positionen eine absolute Deutungshoheit zu konstruieren. Daraufhin verlässt Otoo zusammen mit einigen Dutzend Menschen unter lautem Protest die Veranstaltung.“ Oho, Yücel „erklärt“ und die anderen üben „lauten Protest“. Sharon Otoo hat übrigens keineswegs unter lautem Prozess die Menschen beim Verlassen der Veranstaltung angeführt, wie man meinen könnte. Sie ist einfach gegangen, NACHDEM diese Menschen rausgeworfen worden sind.
    2. Akt: Deniz Yücel darf sich selbst feiern und das Publikum weiter beschimpfen: http://www.taz.de/!114947/
    Wobei er – wie ich meinem ersten Kommentar ausgeführt habe –von der Sache her mit seiner Kritik an der Critical-Whiteness-Bewegung ja nicht unrecht hat. Aber darum ging es schon längst nicht mehr. Statt wenigstens ein bisschen Selbstkritik und Einsicht zu zeigen, stilisiert er sich zum Helden der Meinungsfreiheit.
    3. Akt: die taz-Führung veröffentlicht – mit reichlicher Verspätung – diesen Blogeintrag.
    Lediglich ein halbherziges „Bedauern“, ansonsten Lob auf Yücel („Kurt-Tucholksy-Preisträger“, „Texte, die oft das tun, wofür die taz gegründet wurde“). Und keinerlei Rückmeldung zu den Kommentaren!
    Was bitte soll das? Das ist Wagenburgmentalität.
    Allmählich frage ich mich, warum ich diese Zeitung eigentlich abonniere, dafür auch noch den politischen Preis bezahle und Genossenschaftler bin.
    Werde drüber nachdenken.
    P.S.: Während des gesamten tazlab hat übrigens im Hintergrund dunkelhäutiges Personal uns allen das Geschirr weggeräumt.

  83. Ergänzung: Eine Bekannte, die die Veranstaltung von ganz hinten verfolgt hat, war von Yücel Ausbruch überrascht und entsetzt. Von der Aufregung in dieser Gruppe von ZuschauerInnenn, den lauten Zwischenrufen usw. hatte sie aber kaum etwas gehört – was sicher auch daran lag, dass dieses Podium im Foyer stattfand mit viel Laufpublikum, Thekenlärm usw.

    Ich hingegen saß ziemlich weit vorne, so dass ich gut verfolgen konnte, wie sich das Ganze hochgeschaukelt hat.

    Mein Urteil: Beide Seiten haben zur Eskalation beigetragen, Deniz Yücel genauso wie diese Gruppe im Publikum.

    Sharon Otoo hingegen hat L. Fiascher und M. Kiyak zwar ab und zu unterbrochen, aber insgesamt war sie ruhiger als Yücel – und ruhiger als die Leute, die zu kennen schien und mit denen sie gegangen ist.

    Und Yücels Aufforderung „Geh bügeln“ galt nicht Sharon Otoo, sondern, wie Buenaventura hier schon geschrieben hat, der „blonden, weißen Frau mit rotem Schal, die schreiend und wild gestikulierend direkt vor der Bühne stand“.

  84. Ich war auch da und ich hatte den Eindruck, dass die Leute, die später gegangen sind, tatsächlich von Anfang an ziemlich gereizt waren – womöglich deshalb, weil sie dieses Podium mit drei „Weißen“ grundsätzlich für falsch hielten.

    Jedenfalls deckt sich mein Eindruck eher mit dem, das Yücel in seiner Kolumne schildert und weniger mit dem, das Klaus Söndgen hier schreibt.

    Es stimmt, Yücel ist gleich bei den ersten Zwischenrufen sehr bestimmt dazwischengegangen, vielleicht war zu autoritär. Aber er hat mit dieser Reaktion dafür gesorgt, dass es danach lange relativ ruhig blieb.

    Zur Eskalation am Schluss: Yücel wollte lesen, die Leute haben immer lauter dazwischen gerufen, bis Yücel sie per Mikrofon niedergebrüllt hat. Das war unfreundlich und hart, aber vielleicht der einzige Weg zu verhindern, dass die Veranstaltung gesprengt würde.

    Bei der kurzen Publikumsrunde, die es danach trotzdem noch gab, fanden, wenn ich mich richtig erinnere – zwei ZuhörerInnen Yücels Verhalten absolut inakzeptabel, während zwei andere ihn verteidigt haben.

    Ich glaube also: Selbst wenn es Videoaufnahme gäbe, könnte man sie so oder so sehen – wie das ganze Thema.

  85. harhar,

    videobeweis wäre wirklich hilfreich. wobei klaus söndgens beitrag schon recht glaubhaft rüber kommt.

  86. Ich fordere den Videobeweis!

    Aus den gegenteiligen Darstellungen können wir uns kein Bild machen, was wirklich passiert ist.

    Und den MSM könne wir ja sowieso nicht mehr trauen. Also, wo ist der Stream zur Veranstaltung?

    Es gibt keinen, genau wie zu allen anderen Veranstaltungen auf dem taz.lab – Sebastian Heiser

  87. was ich nach wie vor nicht verstehe, ist, wie plumpe provokationen aus der untersten schublade tatsächlich von leuten als satire, die einen interessanten beitrag zur gesellschaft bietet, gelesen werden können.
    was ist es denn, das yücels verhalten befördert? (der satz kann zwiefach gelesen werden und ist auch so gemeint) wen unterstützt er (und mit ihm ines pohl und jan feddersen), wenn nicht eine rassistische und sexistische mehrheitsgesellschaft?
    wen beisst die satire? >>menschen, die ohnehin täglich diskriminierungen begegnen. na toll.
    ich kann da nichts revolutionäres entdecken und frage mich wirklich, warum die taz yücel als antirassist und agent provocateur abfeiert.
    ich sehe da nur leute, die sich krampfhaft an ihren privilegien festklammern (zu denen auch gehört, behaupten zu können, sie seien AUF JEDEN FALL die guten, EGAL was sie tun oder sagen) und nicht in der lage sind, sich kritik an ihrem eigenen verhalten zu öffnen, was ein zeichen für kommunikationsfähigkeit und empathie wäre.

  88. Pingback: tazlab, oder : So wird sich in die Scheiße geritten | shehadistan

  89. Lieber Seehaus, ich stimme Ihnen und auch Gustav Gans aus dem Kommentarstrang „Liebe N-Wörter, ihr habt´t nen Knall“ vollkommen zu.

    27.04.2013 von Gustav Gans :

    Lieber Deniz, what shall´s – mach´s wie ich ;-)

    http://www.youtube.com//watch?v=aKd-63cIchU

  90. Warum soll die taz so tun als sei es mehr als eine bedauerliche Petitesse @Klaus Söndgen ?
    Wenn Frau Otoo zur Unterstützung ihrer werten Meinung ihr Kind mitbringt, nach dem Motto, Kinder und kleine Tiere ziehen immer,merkt doch der Dümmste die Absicht, die dahinter steckt und ist verstimmt.
    Hier die Rassismus Keule gegen ausgerechnet Deniz Yücel und jeden, der nicht in hysterisches Geheule ob seiner „Untat“ ausbricht, zu schwingen, das ist wirklich nicht zu fassen.

  91. @Fräulein Rottenmeier
    Die Veranstaltung begann um 15.30. Ich bin gegen 15.45 dazu gestoßen. Da waren wir gerade bei der Ästhetik gegenderter Sprache. Harmlose Debatte. Nichts wesentlich Neues seit den letzten 25 Jahren. Es folgte eine recht sachliche Diskussion über Preußler und Pippi Langstrumpf, einzelne Zwischenrufe, allerdings kaum zu vernehmen.
    Kurzer Blick in meiner Twitter-TL:
    Eintrag 16.08: „Deniz Yücel greift durch. Wenn das Podium spricht, schweigt das Publikum.“
    Eintrag 16.47: „Herr Yücel dreht durch und schmeißt Zwischenrufer raus. Peinlicher Auftritt.“
    Ca. 10 min. zuvor das: http://www.taz.de/uploads/images/684×342/_WB_6057.jpg
    Yücel sinngemäß paraphrasiert: Na, Frau Otoo, wie finden Sie das? Verletzt Sie das? NA?
    Sharon Otoo blieb völlig ruhig und gefasst. Unruhe stattdessen im Plenum.
    Es folgte das berüchtigte Adornozitat, die Zwischenrufe wurden lauter und Yücel ging in die Luft.
    Einige aus den vorderen Reihen verließen das Plenum, darunter auch ein schwarzes Kind, anscheinend Frau Otoos Sohn, woraufhin auch sie das Podium verließ. Spätestens an dieser Stelle hätte die Veranstaltung abgebrochen werden müssen, hätte Yücel das Gespräch mit Sharon Otoo suchen und sich entschuldigen müssen.
    Und die taz tut so, als sei das eine bedauerliche Petitesse und nicht mehr. Nicht zu fassen.

  92. Ach so, Kolonialgeschichte, Genozid, Versklavung, „Völkerschauen“, mundtot machen, tägliche rassistische Übergriffe (die ganz aktuell auch gerne als „Beziehungstat“ dargestellt werden) und Beschimpfungen,sowie Bücher, Studien, Websiten, Artikel, Kommentare, Vorträge, Filme und Interviews zu diesen Themen reichen Dir als weißer Typ nicht als stichhaltige Argumente.
    Das ist dann natürlich auch ein bisschen schwer für Dich zu verstehen, weswegen Du Deinerseits auch so top-stichhaltige Hammer-Argumente wie „Notice: Die Verletzung geschieht im eigenen Kopf. Es ist deine Entscheidung, ob, wovon und von wem du dich verletzen lassen möchtest.“ auffahren musst.
    Sowas kann man sich gar nicht ausdenken. Das ist denn offenbar das intellektuelle Niveau, das Yücel abfeiert. Congrats.

  93. „Rassismus erklären leicht gemacht:“

    Christina, hier geht es gar nicht um Rassimus. Es geht um sich verletzt fühlen und die, die ihre Verletztheit ins Feld fühlen, sind zufälligerweise schwarz. Deshalb – so glauben manche – wäre das Rassimus. Wäre es aber Rassimus, dann gäbe es stichhaltigere Argumente als das subjektive Beleidigtsein.

  94. „Die Verletzung geschieht im eigenen Kopf.“ Rassismus erklären leicht gemacht: Die Opfer sind selbst schuld, wenn sie sich aufregen.
    Wer solche Unterstützer_innen hat…

  95. „Es ist ganz einfach nur die Frage, ob man jemanden verletzen will oder nicht. Das ist alles. Wenn jemand sagt: Das N-Wort verletzt mich, oder das Z-Wort oder das generische Maskulinum, dann kann ich mir überlegen, ob ich lieber diese Sprache beibehalte, um bestimmte Leute zu verletzen, oder ob es mir lieber ist, eine andere Sprache zu wählen und zu versuchen, niemanden zu verletzen.“

    Ein anderes, stichhaltiges Argument scheints wohl nicht zu geben, wenn man permanent auf die subjektive Befindlichkeit verweisen muss.

    Notice: Die Verletzung geschieht im eigenen Kopf. Es ist deine Entscheidung, ob, wovon und von wem du dich verletzen lassen möchtest.

  96. Neues von der Front

    Jan Fleischhauer (über Deniz Yücel) : „Sein größter Fauxpas war allerdings ganz zweifellos der Satz „Geht bügeln“, mit der er die empörten Antirassismus-Aktivisten verabschiedete.

    Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, wie wenig ausreicht, um Menschen, die der Linken angehören, in Aufregung zu versetzen. Man sollte bei Leuten, die sich, wenn es sein muss, an Gleise ketten lassen und jedem Wasserwerfer zu trotzen wissen, mehr Verblüffungsresistenz erwarten.“ :-)

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-wie-ich-auf-einem-taz-podium-fast-fuer-einen-eklat-sorgte-a-896469.html

    Mely Kiyak : „Liebe Telecom !“ rofl

    http://www.fr-online.de/politik/kolumne-liebe-telekom-,1472596,22596308.html

    Sharon Dodua Otoo : Das Bild übrigens, das jetzt im Netz kursiert, mit mir auf dem Podium und dem N-Wort ganz groß hinter uns eingeblendet, ist ein kaum zu überbietender Affront. 8-0

    http://neu.isdonline.de/tazlab-2013-stellungnahme-seitens-der-taz-leitung-erwunscht/

  97. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern….

    Diese Veranstaltung könnte eine der unterhaltsamsten des taz.lab 2013 werden: Denn das Trio auf der Bühne eint nicht nur Charme und Intelligenz, die drei sind auch das, was man – sofern diese Bezeichnung keine diffamierende ist – Rampensäue nennen könnte.
    Im Grundsatz dürfte auf diesem Podium Einigkeit herrschen. Hier sitzt niemand, der einer willkürlichen Zensur das Wort reden würde.

    http://www.taz.de/!114687/#send-comment

    Deniz Yücel : „Alle auf dem Podium wissen um den Zusammenhang von Sprache und Herrschaft, niemand bestreitet das Fortleben von Rassismus. Dennoch kommt es KURZ VOR SCHLUSS zum Eklat.
    Es ist das Auftreten selbstherrlicher Subjekte, die die Integrität ihrer Person und die Unbestechlichkeit ihrer Urteile per Definition für sich reklamieren. Ich bin Opfer, Opfer, Opfer, und habe darum recht, recht, recht. “

    http://www.taz.de/!114947/#send-comment

    @Klaus Söndgen, sehr guter Beitrag. Laut Deniz the Menace kam es erst kurz vor Schluss zum Eklat. Wie war´s denn sonst so ?
    „Aber nicht nur der Umgang mit dem Publikum war schwer erträglich, sondern auch die Art und Weise, wie mehrfach die Toleranzgrenzen der Podiumsteilnehmerin Sharon Otoo ausgetestet wurden.“

    Da muß ich allerdings sagen Oh ha, eine Mutter von vier Kindern aus dem Gleichgewicht zu bringen, das ist eine reife Leistung !

  98. Ich habe das Panel live erlebt und war einfach schockiert von Yücels Benehmen.
    Vorab zur Klärung: Nein, ich gehöre nicht zu den Leuten, die hinsichtlich diskriminierender oder politisch korrekter Sprache einem primitiven stimulus-response-Muster anhängen. Seit gut 25 Jahren verfolge ich die Debatte. Ich habe Frauen erlebt, die bei Diskussionen welcher Art auch immer erst dann aus dem Standby-Modus aufwachen, wenn jemand eine weibliche Substantivendung unterschlägt. Ich habe den Begriff „Gutmensch“ schon benutzt, als er noch kein Kampfbegriff rechter Zyniker war, sondern eine korrekte Umschreibung für die Sorte Mensch, die ihre wohlfeile libertäre Gesinnung wie eine Monstranz vor sich herträgt, von der man aber erwarten kann, dass sie, aus ihrer Komfortzone herausgerissen, alle guten Sitten fahren lässt. Ich habe in den 80ern und 90ern auch Titanic gelesen, habe Wiglaf Droste und damals auch noch Henryk M. Broder für ihre beißenden Satiren geliebt.
    Und ich war auch bereit, Deniz Yücel aus diesem Blickwinkel zu bewerten. Ich mag seine Texte. Auch seine Kolumne, in der er sich zu den Ereignissen auf dem Panel äußert, ist von der Sache zum Teil richtig. Ärgerlich und nicht hinnehmbar ist aber der Versuch, die Ereignisse so umzudeuten, dass sein inakzeptables Verhalten die Aura eines Abwehrkampfes gegen drohende totalitäre Unbill erhält.
    Man könnte meinen, das Publikum hätte sich mit Megaphonen bewaffnet und sich angeschickt, das Podium zu stürmen und den N-Wort-Sagern Fischer und Yücel ans Leder zu gehen.
    In Wahrheit gab es einfach ein paar harmlose Zwischenrufe, wie man sie auf jeder halbwegs kontroversen Diskussion einfach erwarten kann und mit denen ein an einer sachlichen Debatte interessierter Moderator umgehen können muss.
    Die Art und Weise, wie Yücel auf die Provokationen aus dem Publikum reagiert hat, lässt die Ankündigung des Panels im tazlab-Programm in einem anderen Licht erscheinen: der Verdacht eines inszenierten, kalkulierten Eklats liegt nahe.
    Aber nicht nur der Umgang mit dem Publikum war schwer erträglich, sondern auch die Art und Weise, wie mehrfach die Toleranzgrenzen der Podiumsteilnehmerin Sharon Otoo ausgetestet wurden. Mit dem Satireprofi Fischer als Repräsentanten des tabulosen „Satire-darf-alles“-Grundmusters im Rücken versucht Yücel, die einzige Schwarze im Podium zu seiner eigenen Selbstvergewisserung zu benutzen, selbstverständlich im Recht und im Zweifelsfall im Besitz sämtlicher Definitionshoheit zu sein.
    Sind das die „neuen Denkräume“, die die taz betreten will? Oder bedient die taz einfach nur dumpfe Querdenkereiattitüden mit Yücel als Allzweckwaffe?
    Auch dazu ist eigentlich schon lange alles gesagt:
    „Im scharfen Tonfall des bedrohten, angegriffenen Außenseiters, sogar Ketzers längst Mehrheitsfähiges und Binsenweises herauszuposaunen, das ist wahre Querdenkerei.“ (Wiglaf Droste im Wörterbuch des Gutmenschen 1994)
    Interessanterweise versucht sich die taz dabei durch den Begriff Satire zu schützen. Bleiben wir doch einfach mal dabei. Ob man nun Martin Luther King oder Adorno mit F-Wort-Stellen zitieren kann, ist mir relativ wurscht. Viel interessanter ist der Satirebegriff, wie er in Gestalt des Titaniccovers mit Roberto Blanco als Präsidentschaftskandidat („Warum nicht mal ein Neger“) daherkommt.
    Es hat mich schon überrascht, dass sich die Titanic humorkritisch betrachtet seit den frühen 90ern nicht wesentlich weiterentwickelt zu haben scheint. Und es war wirklich jammerschade, dass die Diskussion darüber nicht fortgesetzt werden konnte. Fischer meinte, man habe das N-Wort eben mit antirassistischen Zielen verwendet. Aber heute könne man so etwas sicher nicht mehr machen. Was meinte er damit? Traut man es sich nicht mehr? Steht damit die Behauptung im Raum, Satire dürfe nicht mehr alles? Satire als Opfer der politisch korrekten Umstände? Oder WILL man solche Satire nicht mehr machen, weil die satirisch zu behandelnden Fragen und die Zielgruppen sich geändert haben?
    Ja, in den 80ern und 90ern habe ich zahlreiche antirassistisch gemeinte oder auch nur anarchische „Neger“-Satiren erlebt und durchaus goutiert. Auch heute noch steht meine Sondermann-Gesamtausgabe des großen Bernd Pfarr in meinem Bücherregal, ganz ungeachtet des „Negerradios“ und des „Negerschrubbens“.
    Das ist nichts, weswegen ich mich schämen muss, es ist lediglich Geschichte. Die Geschichte von weißen eher linken Männern, die eine weiße, eher von Männern geprägte Gesellschaft auf die Schippe nehmen und dabei nicht im Traum daran denken, dass es Menschen gibt, die sich dadurch nicht nur beleidigt fühlen könnten, sondern tatsächlich beleidigt werden. Diese Menschen sind aber keine marginale Gruppe mehr, sie sind Teil dieser Gesellschaft. Satire darf zwar weiterhin alles, aber sie sollte sich über ihren Bezugsrahmen im Klaren sein.
    Es ist ein Ärgernis, dass ein unfähiger Moderator diese wichtige Diskussion verhindert hat.

  99. @Fräulein Rottenmeier
    die (fiktive) Kausalkette würde ich anzweifeln. ausreden lassen hätte, da bin ich ziemlich sicher, nicht dazu geführt, dass das adorno-zitat zur besseren verständigung/information geführt hätte.

    @Olaf
    Bah. Leute wie Du führen dazu, dass manche Critical Whiteness Leute so extrem sind.

  100. „Wenn der Bub hätte ausreden dürfen, wüßten wir es vielleicht.“

    Chapeau, verehrtes Frl. Rottenmaier.

  101. Hugo says: „Es soll mir mal bitte jemand erklären, warum es nötig war, Adorno-Zitate vorzulesen, welche Erkenntniserweiterung hat das bewirkt?“

    Wenn der Bub hätte ausreden dürfen, wüßten wir es vielleicht.

  102. Der Krawalltürke Yücel macht in der taz den HM Broder für Arme und wäre schon längst besser bei Springers „Welt“ aufgehoben, wo HMB sein Gnadenbrot kriegt und rumpöbeln darf – gegen alles was links, alternativ, grün oder israelkritisch ist.
    Yücel unterbietet dieses Niveau mittlerweile regelmäßig und die taz wäre gut beraten ihn auf die andere Straßenseite zu entlassen.
    Ich habe nichts gegen Provokationen wenn sie erhellend, intelligent und in die richtige Richtung – von unten nach oben – gerichtet sind, und die taz stand lange für ebensolche, weshalb ich sie gerne gelesen habe. Yücel aber pöbelt nur noch dumpf, besserwisserisch und mackerhaft in die falsche Richtung – ein peinliche Nummer.

  103. „Why hurt another person? The great riddl of human existence“ Joyce Carol Oates
    (https://twitter.com/JoyceCarolOates/statuses/326412301865472000)

  104. @Fräulein Rottenmeier

    Für Championsleague (37 mio hätten nur die Bayern oder jetzt Dortmund) ist Denis Yücel noch zu kritikunfähig. Es soll mir mal bitte jemand erklären, warum es nötig war, Adorno-Zitate vorzulesen, welche Erkenntniserweiterung hat das bewirkt? Und wieso wurde jemand als Moderator gewählt, der in der Frage bekannterweise parteisch ist? Da fragt mensch sich schon was in Pohls/Feddersens Köpfen vorgegangen ist.

  105. Ach was – wegen ein paar Negern geht die TAZ nicht unter

  106. Die 37 Millionen wird sie allerdings brauchen, um ihren Laden wieder halbwegs aufzubauen. Denn den zertrümmert Yücel gerade.

  107. @Helmut Becker, so wie ich das sehe, will Frau Pohl (die TAZ)den Yücel für eine Ablösesumme von 37 Millionen verkaufen. Da bügelt man doch keine Hemden ;-)

  108. Weil sie offenbar total benebelt ist von ihm und überhaupt nicht begreift, was passiert. Von Satire zu sprechen und den Tucholsky-Preis zu erwähnen, wenn es um einen pöbelnden, die
    Zuschauer beleidigenden „Moderator“ geht, der frauenfeindliche Sprüche von sich lässt, zeugt schon von einer gewissen Wahrnehmungstrübung.

  109. Helmut Becker says: „Ich schätze mal, Frau Pohl bügelt die Hemden von Yücel.“

    Warum sollte sie das tun ?

  110. Ich schätze mal, Frau Pohl bügelt die Hemden von Yücel.

  111. GRIIIIINS

    VERBOTEN

    Guten Tag,
    meine Damen und Herren!
    Soso, das ZDF sucht also dringend nach anarchischen Moderatoren, wie verboten der gestrigen Zeitung entnommen hat (das mit dem Lesen dauert halt inzwischen auch ein bisschen länger, wir sind ja alle so dick und gemütlich geworden). Dafür kann verboten dem ZDF vielleicht aus der Patsche helfen, wenn es wirklich einen anarchischen, leicht durchgeknallten, stets für eine Überraschung gut seienden Moderator sucht, der mal wieder richtig Schwung in die müde Bude bringt, der Lachkrämpfe ebenso auslöst wie Empörung, Wut, Tränen und Geschrei. Garantiert bügelfrei. Festgeschriebene Ablösesumme: 37 Millionen.

    http://www.taz.de/

  112. Ach TinaTon, Sie sind echt drollig …

    Und Thomas_More, eine politische Einstellung/Überzeugung, eine Positionierung innerhalb einer Gesellschaft wählen die meisten Menschen selbst, können Sie ändern, wenn sie es wollen, modifizieren, annehmen, ablehnen, entwickeln, verleugnen, so wie sie es selbst für richtig halten (und wenn es ihr gesellschaftliches Umfeld es zuläßt). Jetzt versuchen Sie dasselbe mal mit Ihrer Hautfarbe! Viel Erfolg, möchte ich Ihnen zu rufen …

  113. @Christiana: Du verstehst einfach den Punkt nicht: Dir und deinen Freund*Innen wird zugehört, die Argumente werden gelesen. Ihr verfügt über mehr Lehrstühle, mehr Studiengänge, wo eure Ideologie verbreitet wird, als irgendeine Strömung der Linken. Es gibt zusammen mehr Critical Whiteness Seminare als z. B. zu Kapitalismuskritik. Warum siehst du das nicht?
    Was du intellektuell einfach nicht begreifst oder begreifen willst: Nur weil du ein Argument vorträgst, das du überzeugend findest, heißt das doch nicht, dass andere das auch gut finden müssen. Du bist doch nicht fünf und wir deine Eltern.

  114. Spitzenargumentation, „Neonazi“ mit rassistischen Beleidigungen zu vergleichen. „Die Perspektive der “Objekte” von Bezeichnung/Sprache ist – immer – unverzichtbar.“ Wenn Sie das schon so sagen, dann berücksichtigen Sie es doch auch bitte.
    Und beachten Sie doch dann gleich auch noch, wer denn über die Deutungshoheit über rassistische Begriffe zur Zeit verfügt. Wem wird denn da zugehört? Und warum erscheint das so selbstverständlich?

  115. Mal abgesehen von dem ermüdenden Geplänkel, wer jetzt wie laut gebrüllt hat – vielleicht ein Frage zur Sache selbst:

    Wer hat die Deutungshoheit darüber, wann Sprache als rassistisch bzw. als verletzend zu gelten hat?

    @Laura schrieb:
    „…und vor allem verletzt sie gruppenbezogen Menschen.
    … Es geht nicht darum, ein “unanständiges” Wort zu verbieten. Es geht darum, *ismen nicht zu reproduzieren. Und natürlich haben die, die von dieser Sprache betroffen sind, da die “Deutungshoheit”.“

    Aha. Nur damit wir uns recht verstehen: Wenn ich z.B. einen (subjektiv vermutlich ehrlich) heftigen Nationalstolz empfindenden Weißen Deutschen schlicht als Neonazi bezeichne, kritisiere, bekämpfe – beansprucht er dann zu Recht die Deutungshoheit, sich verletzt zu fühlen? Und ich soll meine Klappe halten?

    Die Perspektive der „Objekte“ von Bezeichnung/Sprache ist – immer – unverzichtbar. Aber sie definiert niemals automatisch eine ausschließliche Deutungshoheit. Ein bisschen mehr Mühe muss schon sein.

  116. Als weiß positionierter Priviligierter sehe ich meine Aufgabe nicht darin, einem negativ von Rassismus Betroffenen vorzuschreiben, wie er sich zu verhalten hat. Deniz Yücel macht Veranstatlungen, auf denen er Leserbriefe an ihn vorliest. Darin heißt es zum Beispiel (Triggerwarnung: Rassistische Sprache, die Retraumatisierungen auslösen kann): „Ein Ausländer bleibt immer ein Ausländer. Siehe Türken.“ Oder: „Gehen Sie doch zurück nach Fickdeppenarschland, wo Sie herkommen!“ Oder: „Ich bin dafür, Ausländer auch mit deutscher Staatsbürgerschaft abzuschieben.“ Oder: „Sie erzeugen doch nur Vorurteile bei Leuten, die vorher keine hatten.“ Oder: „Den Sprung vom Eselskarren zur E-Klasse scheinen Sie nicht verkraftet zu haben.“ Politically Incorrect bezeichnet ihn ironisch als „grün-migrantische, multikulturelle, islamische “Bereicherung”“.

    Als negativ von Rassismus Betroffener hat Deniz Yücel das Recht, selbst zu entscheiden, wie er das verarbeitet und wie er damit umgeht. Ich sehe meine Aufgabe darin, ihm zuzuhören, ihm Raum zu geben und meine Privilegien zu reflektieren.

  117. Wollen wir doch mal sehen, was Mely Kiyak am 18. Januar 2013 in der FR dazu schrieb:

    „Liebe Neger!

    Entweder, man verzichtet auf Pippi Langstrumpf oder man kommentiert den Negerkönig und seine Negersprache.“

    http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-liebe-neger-,1472602,21497890.html

  118. „Na, da wird sich Deniz Yücel aber freuen – so als Deutscher rofl“

    Wollen wir wetten, dass er schon mal wegen seiner Herkunft diskriminiert wurde? Übrigens hat er die doppelte Staatsbürgerschaft, wenn der Wiki-Eintrag über deutsch-türkische Schriftsteller korrekt ist.

  119. Ich war nicht dabei, habe inzwischen aber viel über diese Veranstaltung gelesen. Sogar den Fleischhauer musste ich mir wieder mal antun.

    Aus keinem der Texte ist mir klar geworden, WARUM Deniz Yücel es eigentlich für notwendig hielt, zwanghaft Texte vorzulesen, in denen möglichst oft das verfemte N-Wort vorkommt. Mir ist schleierhaft, wie das die Debatte weiterbringen sollte. Er selbst geht in seiner Kolumne auch nicht darauf ein, bezeichnet den Text von Adorno sogar selbst als „saudumm“.

    Die für mich plausibelste Erklärung: Kalkulierte Provokation. Mission erfüllt. Und die Kolumne für Montag schrieb sich wie von allein (sofern sie nicht in Teilen schon vorher fertig war).

    Eine Diskussion mit einem derart vermurksten Einstieg wollt Ihr nun „unbedingt weiterführen“? Give me a break!

  120. @Fräulein Rottenmeier

    Das „GUTEN MORGEN“ können Sie gerne an diejenigen richten, denen das nicht aufgefallen ist. Für die ist Yücel nämlich ein „weißer, privilegierter (wahrscheinlich auch noch heterosexueller) Rassist“. Und dass das Bödsinn ist, muss ich Ihnen wohl nicht erklären.

    Ihnen übrigens auch einen schönen guten Morgen!

  121. Tom Orrow says:

    „Und genau deshalb darf der sehr wohl über die Problematik referieren, ohne blöd von der Seite angemacht zu werden“

    Na, da wird sich Deniz Yücel aber freuen – so als Deutscher rofl

  122. Und genau deshalb darf der sehr wohl über die Problematik referieren, ohne blöd von der Seite angemacht zu werden @Fräulein Rottenmeier

  123. Tom Orrow says: „Hat sich eigentlich von all den vor Schmerz aufschreienden Moralist_innen* mal jemand seinen Namen mal etwas genauer betrachtet?

    “Deniz Yücel”

    Das klingt für mich türkisch“

    @Tom Orrow, GUTEN MORGEN rofl

  124. Hat sich eigentlich von all den vor Schmerz aufschreienden Moralist_innen* mal jemand seinen Namen mal etwas genauer betrachtet?

    „Deniz Yücel“

    Das klingt für mich türkisch. Und das bedeutet, dass Herr Yücel ganz sicher keine rassistisch befreite Kindheit erlebt hat. Nein, ich bin mir sogar sicher, dass Herrn Yücel aus seiner Schulzeit das gesamte Repertoire an Türken-beleidigenden Begriffen geläufig sein müsste. Türken haben in Deutschland eine grob vergleichbare Geschichte in dem Sinne, dass ihre Vorfahren zu Hungerlöhnen Drecksarbeit verrichteten und stellenweise gesellschaftlich ausgegrenzt waren beziehungsweise sind beziehungsweise sich selbst ausgrenzen. Er argumentiert also selbst aus der Rolle des Diskriminierten und zeigt meiner Meinung nach vorbildlich die Gelassenheit, wie man mit Diskriminierungen umgehen kann.

    Die Empörungsarie nutze deshalb vor allem den Nazis als Bestätigung, dass man Menschen mit nicht weißer Hautfarbe mit dem „N-Wort“ weiterhin zutiefst verletzen kann. Währenddessen zeigt ein Deniz Yücel auf, dass man ihn nicht mehr ob seiner Herkunft diskriminieren kann. Seine Gelassenheit signalisiert Unverwundbarkeit. Da könnten sich so einige eine große Scheibe abschneiden – dann gäbe es diese ganze Debatte nämlich überhaupt nicht.

  125. Man kann argumentieren und reden und schreiben und kommentieren und soweiterundsofort, bis man schon selbst die Schnauze voll hat von den ständigen Wiederholungen, und es wird immer wieder einer kommen, der den Yücel macht: „An die StudentInnen und AktivistInnen: Steckt mehr Energie in Argumente.“ Weisste was? Lies die Argumente doch einfach mal nach. Nur weil Du sie noch nicht kennst, heisst das nicht, dass sie nicht existieren. Sogar hier in diesem Thread sind ein paar versammelt, und es gibt einen Haufen Begriffe, die man mal googlen könnte. Und auf der Veranstaltung wurden auch einige von Frau Otoo mundgerecht serviert.
    Bei keinem anderen Fachgebiet wird es deutlicher, wer sich so für den Nabel der Welt hält.
    Und jetzt geht raus, genießt den Frühling und pflegt Eure Neurosen.

  126. kolja says: „Die ebenholzfarbenen, dunkel leuchtenden Häute dieser Millionen – abgezogen, zu Bildern erstarrt …

    Nur Echo lauscht angespannt in die Welt: ihn noch einmal zu wiederholen den stolzen Gesang …“

    ACHTUNG, DIE PSYCHATRISCHE HAT AUSGANG… rofl

  127. Dieser Mann bildet sich das mit dem Rassismus gewiss auch nur ein:

    Dann begann – nach Aussage von Onukogu – ein Spießrutenlauf: Als „Neger“, „Nigger“ und „Affe“ soll der Torhüter beschimpft worden sein. Es ist unstrittig, dass sich Onukogu an den Schiedsrichter wandte und ihm sagte, er werde rassistisch beleidigt.

    Ich finde es gut, dass die taz mal was gegen diese übersensiblen Leute macht, ob Neger, Frauen oder Schwule! Die spielen sich schon lange viel zu sehr auf, gut, dass die taz dem etwas entgegen setzt.

  128. TinaTon, er sei Ihnen gereicht, der vergoldete Lorbeer, er sei Ihnen sanft auf’s Haupt gedrückt.

    Steigen Sie hinauf auf Ihren Thron, errichtet aus den lichtfarbenen Gebeinen der Millionen, über die Sie zu triumphieren das Privileg haben …

    Die ebenholzfarbenen, dunkel leuchtenden Häute dieser Millionen – abgezogen, zu Bildern erstarrt …

    Nur Echo lauscht angespannt in die Welt: ihn noch einmal zu wiederholen den stolzen Gesang …

  129. @Clementine Burnley and Jenseits von Böse: thanks for your words, so true!

  130. @Yücel: Junge, sach, dat de krank bist, dann verzeih isch dir!

    @Chefredaktion: Ihr seid co-abhängig. Wie oft wollt ihr das cholerische und recherchefaule Verhalten eures Kollegen noch mit Statements aus Absurdistan zu vertuschen versuchen? Kriegt ihr Privates und Berufliches da überhaupt noch getrennt?

    Ich hoffe, Herr Yücel macht demnächst einfach mal drei Wochen Urlaub, denkt ein bisschen nach und kommt besonnener und emphatischer wieder zurück. Hildesheim soll ganz nett sein.

  131. War die unmissverständlich harte Reaktion von Deniz Yücel auf Unterbrechungen kein „Wehret den Anfängen“?

    In meinem Gedächtnis spielt sich die Szene mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière in der HU Berlin von vor einigen Wochen noch lebhaft ab. StudentInnen applaudieren so laut, dass der Mann gar nicht erst sprechen kann.

    Ist das alles, was unsere Generation drauf hat? Der verstorbene Rudi Dutschke, Vorbild der taz, konnte der Bundespolitik Paroli bieten. Weil er einfach lauter redete? Nein: Weil er überzeugender redete.

    An die StudentInnen und AktivistInnen: Steckt mehr Energie in Argumente.

  132. Genau, Solidarität zeigen (mit einem geladenen Gast!) und Meinungen äußern geht gar nicht, ist klar. „massiv stören“???

  133. Da magst du Recht haben. Aber allein schon auf eine Veranstaltung zu gehen, von der man weiß, worum es geht, was dort für Worte fallen werden, wer sie moderiert und diese dann so massiv zu stören, geht einfach nicht. Geht doch einfach nicht hin, aber wenn ihr hingeht, dann müsst ihr auch Menschen aushalten, die nicht eurer Meinung sind.
    Das festzustellen, heißt nicht, die Aufforderung zum Bügeln gehen, gutzuheißen.

  134. “ Sie müssten sie ja nicht teilen, aber zur Kenntnis nehmen und akzeptieren ohne auszurasten, würde schon reichen.“
    Wer ist letzten Samstag nochmal ausgerastet? Es gab Zwischenrufe, ja, aber keine, die eine derart unterirdische Reaktion von Yücel rechtfertigt hätten. Ich finde es interessant, dass hier von manchen Leuten anderen totalitäre Rechthaberei unterstellt wird, während im gleichen Atemzug ein Mann verteidigt wird, der herumgebrüllt hat, er rede so wie er es wolle und damit basta.

  135. Julia, man kann links-sein und Rassismus nicht objektivieren. Ist es eine linke Forderung Atomkraftwerke abzuschaffen? Für die Grünen ja, für die Sozialisten in der DDR nicht. Ich könnte jetzt unzählige Beispiele liefern, an denen deutlich würde, dass
    – linke Positionen oft einen Zeitkern haben und, was viel zentraler ist,
    – es ganz unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, was links ist (Marxisten, Anarchisten, Grüne, Sozialdemokraten …)

    Hierin scheint mir der Denkfehler schlechthin zu liegen: Zu glauben, man könnte Antirassismus oder links-sein objektivieren. Damit gäbe es dann auch die eine objektiv richtige Position. Und wer bestimmt sie? Ach natürlich Julia und Sula.
    Das ist so leid es mir tut, wirklich ein Denkfehler. Und wenn die Critical Whiteness Menschen diesen Denkfehler nicht aufsitzen würden, dann gäbe es auch die ganze Debatte nicht. Denn dann würde Sula und co wenigstens versuchen, nachzuvollziehen, warum es auch mehr Meinungen zu Rassismus gibt. Sie müssten sie ja nicht teilen, aber zur Kenntnis nehmen und akzeptieren ohne auszurasten, würde schon reichen.

    Julia, diese „Attacke“ sollte dir deutlich machen, dass man eben nicht objektivieren kann, was links ist. Das letzte Mal als ich mich mit Grünen auseinandergesetzt habe, war es bei ihrem Kriegsparteitag in der Form einer zünftigen Massenschlägerei. Kannst du verstehen, dass ich von jemandem, der nach dem Angriffskrieg gegen Jugoslawien, nach der Spitzensteursatzsenkung etc. dieser Partei beigetreten ist und auch trotz Hartz4 Mitglied blieb, aus meiner Sicht, nun wirklich nicht die Instanz für Urteile über links-sein ist?
    Ich spreche dir nicht dein links-sein ab, aber wundert es dich, wenn ich meine, dass man nach dieser politischen Vergangenheit, etwas zurückhaltender in der Abwertung und Bewertung von anderen Linken sein sollte?

    Das ist überhaupt der komischste Zug dieser ganzen Debatte: Plötzlich meinen irgendwelche Hippies, irgendwelche Grünen, irgendwelche Entwicklungsarbeitsgutmenschen, mit denen mich politisch nichts verbindet, mit denen ich nie in Kontakt käme, zu wissen, dass richtiger Antirassismus objektiv definierbar ist und sie es auch ganz zufällig sind, die die 10-Antira-Gebote vom Berg Sinai geholt haben.

  136. Julia Seeliger, ich mein das jetzt nicht böse, aber von jemandem, der den Grünen beigetreten ist, als die gerade Hartz4 beschlossen haben, attestiert zu bekommen, rechts zu blinken, würde ich mir doch gerne verbitten.

    Was soll diese ad hominem Attacke? Zumal auf falschen Aussagen basierend? Ich bin den Grünen vor Hartz-IV beigetreten und wir haben uns in unserem Kreisverband auch dagegen eingesetzt, allein, wir haben keine Mehrheit in der Partei und damit auch nicht in der Koalition gefunden.

    Zur Sache: man kann Rassismus und links-sein objektivieren. Außer natürlich, man differenziert sich im Postmodernen kaputt. Davon habe ich in dieser Debatte aber noch nicht viel bemerkt.

    Und was mich noch bewegt: Wann äußern sich hier endlich Deniz Yücel, Ines Pohl und Jan Feddersen?

  137. Dear Ms Pohl, Dear Mr Fedders

    You appear to have entirely overlooked the requirement to select a competent person to manage the simple task of running a podium discussion. A quick google will reveal that a moderator should 1) arbitrate or mediate between discussants 2) Preside over a debate.

    Mr Yucel was unable to perform neither of these functions. Indeed he seems to have confused his role with that of a particularly thuggish discussant.

    I consider Mr Yucel’s selection to be a sign of contempt from the taz lab organisers towards the members of the public who paid for tickets and wasted their time at the taz lab last weekend. I was one of the unfortunate people who chose Mr. Yucel’s session under the mistaken impression they were about to partake in a civil discourse. Instead we were treated to intermittent temper tantrums by an infantile pseudo-moderator that went on for almost an hour.

    While Mr Yucel congratulates himself on transgressing imagined social taboos, saying the N-word out loud 200 times hardly merits the almost masturbatory display of excitement he displayed on the podium while he made the same tedious point over and over again. I have no quarrel with Mr Yucel’s apparently restricted vocabulary but given the choice I would prefer not to pay for the privilege. I can hear the N-word at no charge by choosing the right kneipe anywhere in Berlin. I came to the widely advertised taz lab looking for intellectual confrontation within the framework of a civilised debate. I expected the different positions to be set out with some intellectual rigour and criticised with some seriousness. Instead I was treated to a demonstration of unprofessionalism unequalled in my experience. „Geh bugeln“? Really? The next time I go to what is supposed to be an intellectually stimulating discussion about paradigm shifts in German society, I will expect to see a real moderator in the sense of the word instead of an incompetent, insecure, choleric and worst of all unoriginal poser. To pay ten euros for this was to subject myself to fraud. Mr Fedders, Ms Pohl … is the taz lab a forum to propagate civil discourse or the culture of insult? I would like my money back and some for Ms Otoo as well.

  138. Was ich an der Debatte nicht verstehe, sind Beiträge von Sula oder Julia Seeliger. Warum glaubt ihr, festlegen zu können, was rassistisch ist oder was links ist? Ihr könnt und solltet ja für euch da eine Position zu haben, aber was um alles in der Welt bewegt euch dazu, so selbstherrlich hier anderen abzusprechen, dass sie antirassistisch sind, sich mit irgendwas nicht beschäftigt haben oder rechts blinken?

    Deniz Yücel hat seine Kritik dezidiert dargelegt:
    „Für diese Leute spielt es auch keine Rolle, zu welchem Zweck jemand die inkriminierten Vokabeln benutzt.“
    „Das Credo dieser Leute, die […] für wenig mehr als sich selber sprechen, lautet: „Ich bin schwarz, darum weiß ich Bescheid. Du bist nicht schwarz, darum weißt du nicht Bescheid.“
    „Die Kränkung, die diese Leute empfinden, wenn in einem historischen Text das Wort „Neger“ fällt, ist echt. Aber der Trick ist: Man tut so, als sei die eigene Meinung unmittelbar von der Hautfarbe abgeleitet“

    Der ganze Text ist eine inhaltliche Auseinandersetzung. Argumente über Argumente, die dir vielleicht nicht passen, die du nicht richtig findest, aber das den Critical-Whiteness Gegner_Innen abzusprechen ist wirklich absurd. Z. B. die Behauptung, ihr würdet euch anmaßen, für alle PoC zu sprechen: Natürlich könnt ihr lang und breit erklären, dass ihr natürlich nur für euch selber sprecht. Wenn ihr aber nur für euch selber sprecht, was maßt ihr euch an, wenn ihr nur für euch 20 Leutchen sprecht, Veranstaltungen zu verhindern. Nein, ihr glaubt die Definitionsmacht darüber zu haben, was Rassismus ist und lasst andere Meinungen auch von PoC nicht gelten. Insofern hat Deniz Yücel mit seiner Behauptung ins Schwarze getroffen, wäre dem nicht so, könntet ihr euch nicht in dieser Kompromisslosigkeit von Rassismus sprechen.

    Julia Seeliger, ich mein das jetzt nicht böse, aber von jemandem, der den Grünen beigetreten ist, als die gerade Hartz4 beschlossen haben, attestiert zu bekommen, rechts zu blinken, würde ich mir doch gerne verbitten.

  139. Bügelservice: Nach Deiner Analogie hätte Yücel Frau Otoo zugehört und sie für ihr Expertinnenwissen bezahlt. Beides wäre mir neu…

  140. @Sula

    Liebe Sula, wenn sie zum Hausarzt gehen haben sie bestimmt auch die Forschungsergebnisse der letzten 50 Jahre zum Thema Medizin gelesen, sonst dürfen sie dort auch nicht mitreden.

    Nein, haben sie nicht?, sie lassen sich lieber auf ihre nachfragen und Einwände hin überzeugen und Empfehlungen geben, weil der Arzt nicht ihr Vormund ist und sie nicht sein Mündel?
    Ach so…

  141. was ja irgendwie schon auffällt, finde ich, dass die kommentare unter der aktuellen kolumne sehr viel weniger rassistische ausfälligkeiten gegen deniz yücel selber beinhalten als üblich. und jan fleischauer äußert sich wohlwollend. dennoch finde ich, dass die auseinandersetzung zu scharf geführt wird. deniz yücel ist kein rassist. er kann sich manchmal nicht gut benehmen und ist vielleicht auch nicht der beste im umgehen mit kritik. ich hätte nie gedacht, dass ich dass mal denken geschweige denn schreiben würde, aber: gibts nicht tatsächlich größere probleme?

  142. Bei all den klugen Beiträgen, die ich oben schon gelesen habe, danke Christana und Jenseits von Böse, sehe ich immer mehr, dass eine gerechte Sprache machbar ist und sinnstiftend.
    Diese Sprache muss aber dann auch von uns gesprochen werden.
    Das Problem ist doch bei den meisten Menschen, daß sie im Alltag nicht darauf achten. Ich unterstelle Herrn Y. nicht, daß er Rassist ist und diese Anspielungen auf seinen Namen zeigen deutlich wie wenig auf das Problem geachtet wird.Herr Y. ist Herr Y. egal in welcher Wellenlänge das Licht von seinem Körper remittierd wird und wo er wohlmöglich schon einmal war.Das ist eine Selbstverständlichkeit. Müsli wurde auch von den Schweizern(?) erfunden und nicht von den Türken.
    Wir müssen darauf achten, wie wir sprechen – und wenn wir uns ertappen, was sehr wahrscheinlich passieren wird, dann müssen wir reagieren. Die Flucht nach vorn: „Ich darf das N* benutzen, weil ich ….“, ist doch bei den meisten nur die Schockreaktion, aus der Erkenntnis in welchen rassistischen, diskriminierenden Strukturen wir denken. Wir aufgeklärten Biodeutschen. Bin ich auch nach jahrelangem Tablettenkonsum als gebürtiger Berliner noch Biodeutsch? Nur am Rande, aber abbaubar.
    Nun kommt die Henne und das Ei. Das Ei des Kolumbus wäre es aber, wir fingen damit an anders zu sprechen. Dann ändern sich auch die Strukturen in denen wir denken.Als Kinder sagten wir auch zu U-Bahn, Bus nur Auto. Haben wir verlernt zu lernen oder ist das Roß zu hoch um wieder herrunter zu kommen?

  143. Was ich an der ganzen Debatte ja nicht verstehe ist, warum hier versucht wird US-amerikanische Gepflogenheiten 1:1 in den deutschen Sprachraum zu übertragen. Und das auch noch falsch, denn das amerikanische „N-word“ meint niemals, niemals „negro“ – ein mittlerweile veralteter und definitiv inkorrekt Begriff, wie auch z.B. „colored people“ – sondern eben, naja, das N-Wort halt. In den Staaten würde niemand auf die Idee kommen negro mit „N-word“ zu umschreiben, weil das zwei ganz verschiedene Begriffe sind und ersterer absolut nicht jene hasserfüllte und entmenschlichende Konnotation trägt. Das selbe gilt auch für das deutsche Wort „Neger“. Sicherlich ein negativ geprägter und vollkommen veralteter Begriff, der aktiv nicht mehr verwendet werden sollte, aber ihn mit dem amerikanischen N-Wort gleichzusetzen kommt einer Verharmlosung dessen gleich. Es würde ja auch im Deutschen niemand auf die Idee kommen „Kanacke“ oder „Polacke“ mit „K-Wort“ bzw. „P-Wort“ zu zensieren.

    Ich führe das mal an die im Internet immer bedeutend werdende Social Justice-Bewegung zurück, die sich allerdings in großen Teilen gezielt auf die US-amerikanische Gesellschaft bezieht. Davon ist sicherlich sehr viel auf andere westliche Länder übertragbar (speziell in puncto Feminismus), vieles aber auch eben nicht ganz. Gerade das wäre genau so ein Fall.

  144. Die selbsternannten PC-sensiblen nerven einfach nur noch. Sie sind schon lange weit über das Ziel hinausgeschossen.
    D.Yücel haelt ihnen den Spiegel vor.

  145. Hallo Tim,

    ich habe mich unklar ausgedrückt: ich meinte aufklärerisches Trollen, vielleicht, wie Tucholsky es meinte. Nach Deniz letzter Kolumne habe ich mich nach seinem Troll-Stil gefragt und da wohl zu komplex gedacht. Ein Freund meinte zu mir: Broder halt, was willst du.

    Mich macht das alles sehr traurig. Wo bleibt da die Selbstkritik? Man könnte es jetzt noch drehen mit einer Entschuldigung und einer wirklich fundierten Erklärung.

    Aber rechts blinken ist immer einfacher. Jaa, die linken Dogmen hinterfragen. Immer gerne doch, aber dann doch bitte mit Niveau. Doppelte Verneinung vielleicht, aber dann doch irgendwie geframt.

    Disclaimer: natürlich schreibe ich das nun so kompromisslos, nachdem meine Kolumne abgesetzt wurde. Damit bin ich nicht mehr solidarisch mit der taz – ob das meinen Blick erweitert oder trübt, weiß ich nicht.

  146. Hallo Diskutanten, war leider nicht dabei, hier wird der Verlauf der Veranstaltung wiederum ganz anders beschrieben: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-wie-ich-auf-einem-taz-podium-fast-fuer-einen-eklat-sorgte-a-896469.html. Auch, falls dieser Artikel sehr subjektiv sein sollte, ist er auf jeden Fall extrem unterhaltsam und damit empfehlenswert.

  147. @TinaTon
    Es ist etwas ganz anderes, anderer Meinung zu sein oder sich garnicht erst mit der Materie beschäftigt zu haben. Dazu gehört eben auch, sich argumentativ mit der gegnerischen Seite auseinanderzusetzen und auf diese Argumente einzugehen. Das ist leider auf Seiten der Führsprecher_innen Rassistischer Sprache auf dem tazlab (und auch sonst) nicht passiert. Nur Mely Kiak hatte sich jenseits von „schau mal wie lächerlich das klingt“ oder „das interessiert doch keinen“ hinaus beschäftigt und nochmal klargestellt, dass Pipi auch ohne N-Wort rassistischer Bullshit ist, der nicht in Kinderbücherregale gehört. Das das nicht in Ihre Argumentationslinie passt ist bedauerlich, ändert aber nichts an der Tatsache, dass eine solch bewusstes Ignorieren von Perspektiven und der Wissensproduktion jenseits des Mainstreams, also kritischen Schwarzen und auch Weißen Standpunkten diese Debatte in Deutschland dominieren. Weshalb sie auch auf einem Stand verweilt, der Andererorts bereits vor 50 Jahren weit zurückgelassen wurde. Aber das ist halt Deutschland, ne. Ist ja auch nicht verboten, mit Absicht Dinge nicht zu wissen. Blos dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn wir kein Gespräch zustande kommt.

  148. Die Logik einiger taz-Leser und ausgebildeter Gesinnungswächter:

    1. Wer Artikel negativ kommentiert (also anderer Meinung als der Autor ist), der ist ganz klar ein rechtskonservativer Troll.

    2. Wird ab und zu ein Artikel von Herrn Yücel übermäßig in den Kommentaren gelobt, so sind dies natürlich auch alle rechtskonservative Trolle.

    3. Kann man jemanden als Troll bezeichnen, so muss man sich nicht mehr mit dessen Meinung auseinandersetzen. Er „trollt“ ja nur.

    Zu einfach, liebe PC-besessenen Aufschreier_*Innen_menschen/queers!

  149. @ Jonas
    das hab ich schon gesehen, danke. Unter einer Erklärung verstehe ich etwas anderes.

  150. Stephanie: Die offizielle taz-Erklärung von Frau Pohl finden Sie hier

  151. Julia Seeliger: Dafür, dass die taz angeblich nicht trollen kann, sind aber viele drauf angesprungen…

  152. Und immer noch fehlen:

    eine offizielle taz-Erklärung von Frau Pohl
    und
    eine Entschuldigung von Herrn Yücel

  153. Sehr geehrte Frau Pohl,

    netter Versuch, aber eine Laudatio auf einen verdienstvollen Journalisten hätte ich an dieser Stelle am wenigsten erwartet. Mein erster Verdacht, es handele sich vielleicht um Satire, zerstreute sich schnell, denn Satire ist definitiv nicht Ihr Metier.

    Sonst hätten Sie vermutlich auch nicht den beliebten Satire-Vorbehalt für Deniz Yücel geltend gemacht – ich darf Ihnen versichern, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen Satire und Pöbelei gibt: Erstere dient (jedenfalls wenn man sich auf Tucho beruft) der subtilen Aufklärung, Letztere der Erregung von Aufmerksamkeit für sich selbst.

    Allein die Tatsache, dass der geschätzte Hausanwalt Eisenberg sein politisches Talent nach meiner Zählung bereits zwei Mal für vollkommen unpolitische Verbalinjurien eines begnadeten Selbstdarstellers hergeben musste, zeigt doch, dass der Deniz eher vom groben Fach ist.

    Der angesichts des selbst erhobenen Anspruchs auf Satire bemerkenswerte Umstand, dass es Herr Yücel bis heute nicht auf die Satire-Seite der taz geschafft hat, ist bezeichnend und nötigt mir Respekt für die Kollegen von der Wahrheit ab. Um es kurz zu machen: nein, Satire kann der nicht.

    Nun verweisen Sie auf Yücels Bedauern in seiner taz-Kolumne: Seufz, die hab ich mir bereits vorher angetan, allerdings ohne dort viel Bedauern zu finden. Stattdessen: jede Menge ICH. So schreibt nur einer, der sich nicht aus der egozentrischen Mitte seines eigenen kleinen Paralleluniversums bewegen will. Ungenügend.

    Von aussen bleibt mir nur, Sie um verstärktes Nachdenken zu bitten. Zum Beispiel darüber, welchen politischen Zielen es wohl dient, wenn Deniz Yücel in schlechter Broder-Tradition wahllos irgend welche Tabus bricht, um sich ins Gespräch zu bringen. Oder, warum sich in den Kommentaren zu seinen Artikeln bemerkenswert viele rechtskonservative Trolle tummeln.

    Eine linke tageszeitung zu machen ist nicht leicht. Gerade wir Linken müssen uns ständig mit einem hohen Anspruch auseinandersetzen, unsere Positionen ständig hinterfragen. Und, natürlich: provozieren, unbequem und zugleich wahrhaftig sein. Sonst sind wir nur Krawallmacher ohne Substanz.

    Bei solch einem Anspruch erfordert es Mut, sich jemanden wie Yücel zu leisten. Ich muss sagen: da leisten Sie sich allerhand! Übrigens eine frappierende Parallele zum ehemaligen Nachrichtenmagazin: der Aust leistete sich seinen Broder. Nun ja, alte Kumpels von den Sankt-Pauli Nachrichten. Ich weiss nur nicht, ob Sie diesen Umstand als Kompliment empfinden.

    Die großartige Bascha Mika hat schwer unter der taz gelitten (und diese an ihr). Dieses Leid wünsche ich Ihnen nicht, wohl aber die Größe, die tageszeitung nicht dem Boulevard zu opfern und ständig neue Sauen durch’s mediale Dorf zu treiben. Klar, in Bascha Mikas Schuhen können Sie ausgedehnte Spaziergänge unternehmen, aber es muss doch nicht unbedingt in Begleitung Ihres Ferkeltreibers sein.

    Mit sehr nachdenklichen Grüßen…

  154. Annette Kübler sagt

    sehr geehrte frau pohl, bitte tragen Sie das Ihnen mögliche dazu bei
    1) dass in der taz viel viel häufiger menschen zu wort kommen, die sich mit rassismus wirklich beschäftigt haben. grada kilomba, die menschen der ISD, paul mecheril, mark terkessidis, mekonnen mesghena uvam

    Das Frau Kübler hätten sie auch einfacher schreiben können:

    sehr geehrte frau pohl, bitte tragen Sie das Ihnen mögliche dazu bei
    1) dass in der taz viel viel häufiger menschen zu wort kommen, die meiner Meinung sind.

    Wäre kürzer gewesen. Und mehr bedeutet ihre Aussage auch einfach nicht, denn es gibt bei diesem Streit auf beiden Seiten viele Menschen, die sich intensiv mit Rassismus beschäftigt haben. Man kann sich nämlich mit Rassismus wirklich beschäftigt haben und nicht ihre Meinung teilen. Man kann sogar erst vor kurzem nach Deutschland migriert sein und nicht ihre Meinung teilen. Man kann sogar schwarz sein und nicht ihre Meinung teilen.
    Wieso ist das so schwer in ihren Kopf und den ihrer Mitstreiter_Innen zu kriegen: Es gibt verschiedene Theorien zu Rassismus, verschiedene Vorstellungen über antirassistisches Handeln, verschiedene Ansichten, was man unter Rassismus fassen sollte und wie man Rassismus am besten bekämpft.
    Und darüber können wir diskutieren oder uns konstruktiv und unkonstruktiv streiten. Aber, Sie und Ihre Gesinnungsgenoss_Innen sind nicht diejenigen, die bestimmen, was andere unter Rassismus zu verstehen haben.
    Genausowenig wie ich oder irgendwer sonst es Ihnen vorschreiben kann.

  155. @Gutmensch

    Lieber Gutmensch, die Menschen sind nicht von Sprache ferngesteuert. Es muss noch viel mehr passiert sein in der Lerngeschichte eines Menschen bevor er zur physischen Gewalt als Mittel greift.
    Hören Sie doch auf ihre Denkverbote mit solchen albernen unwissenschaftlichen Argumenten begründen zu wollen. Es bringt nichts und sie tun der Sache damit keinen gefallen.
    Und natürlich rede ich HIER von Verboten, denn offensichtlich wurde Herr Yücel nicht freundlich darum gebeten nicht mehr ‚Neger‘ zu sagen, da man offensichtlich die nichterfüllung dieses Wunsches nicht freundlich akzeptiert hat, sondern einfach gegangen ist.

  156. Sehr geehrte Frau Pohl

    leider verstehen Sie nichts von dem, was passiert. Deniz Yücel verbreitet Hass, keine Satire. Er wünscht Menschen den Tod, andere brüllt er nieder.

  157. Pingback: tazlab 2013 | Stellungnahme seitens der taz Leitung erwünscht | Initiative Schwarze Menschen in Deutschland

  158. An alle Verteidiger und Verteidigerinnen der White Supremacy: Geben Sie doch Ruhe! Sie haben doch schon gewonnen. Sie behalten Ihre Vormachtstellung. Sie behalten Ihre Privilegien. Genießen Sie die Gewissheit, daß das Abendland auch diesmal nicht untergangen ist, kein Miniwahr gegründet, kein Neusprech eingeführt wurde. Erfreuen Sie sich des Frühlings und schreiten Sie hocherhobenen Hauptes, ihre feinen, weißen Kinderchen an den Händen haltend, über die zerbrochenen Körper derjenigen hinweg, die Sie besiegt haben und deren Stimmen im eigenen Blut ersticken, deren Blick erlischt. Gehen Sie in Ihr feines, weißes Heim und stellen sie Ihren neugewonnenen White-First-Pokal an einen prominenten Platz auf Ihrer feinen, weißen Anrichte.

  159. Die TAZ als Zauberlehrling vor dem Reigen der tanzenden B.. ->Reinigungsgeräte und der Rassismus geht weiter:

    einem anatolischen K-Wort …

    @ John Doe Gibt es Ihrer Meinung nach einen positiven Rassismus?

  160. Oha, jetzt soll der Yücel schon 13 bis 14jährige zum Bügeln aufgefordert haben, war eigentlich jemand von der „Mädchenmannschaft“ (einen Link setze ich jetzt nicht, ihr habt bestimmt euer Traffic-Ziel auch so erreicht) auf der Veranstaltung? Also die Aufforderung ging eindeutig an die blonde, weiße Frau mit rotem Schal, die schreiend und wild gestikulierend direkt vor der Bühne stand. Die Aufforderung war natürlich daneben, geradezu infam. Die Frau, in ihrem Zustand, mit heißem Bügeleisen? Oha.

  161. Was will man von einem anatolischen K-Wort der sich vor einem Publikum voller anderes N-Wort anbiedernd produzieren will schon erwarten?

  162. @TinaTon

    Ich bin gegangen, weil das extrem aggressive und sexistische Verhalten des brüllenden Bügelbrettbohrers einfach nicht der Rolle eines Moderators entspricht und dieses Verhalten die Diskussion ad absurdum führt.

  163. @Bügelservice:

    Dass verbale und körperliche Gewalt in einem Zusammenhang stehen, können Sie ganz aktuell in Frankreich beobachen. Und was soll eigentlich immer dieses Gejammer über das Verbieten? Als hätte Sharon Otoo die Macht, irgendwem die Verwendung des N-Worts zu verbieten. Nur – wenn Sie rassistische Aussagen machen, dann müssen Sie halt damit rechnen, dass Sie früher oder später auf jemanden treffen, der diese rassistischen Aussagen richtigerweise als rassistische Aussagen bezeichnet.

  164. „wofür die taz gegründet wurde, warum es sie gibt: Grenzen auszutesten, sich nicht unhinterfragt von Traditionen und Tabus abhalten zu lassen, neue Denkräume zu betreten – und das auch mittels Satire, die weht tut. Die taz publiziert mithin Texte, die verschrecken mögen – um neue Erkenntnisse zu gewinnen.“

    Sehr gut. Diese Facette gehört zum Journalismus und zur schreibenden Zunft unbedingt dazu. Auch wenn die taz eigene Tabus natürlich davon ausnimmt (z.B. Feminismuskritik).

    Aber das ist solange keine Problem, solange es noch andere Publikationen gibt.

  165. „völlig ungestört“ und „nicht alle zehn Minuten“ sind schon zwei verschiedene Dinge, da müssten sie mir doch zustimmen. Müssen die Blockwarte hier noch die Häufigkeit von rassistischen Beleidigungen zählen, bevor das Thema auch der taz ein ernsthaftes Podium wert wird?

  166. Pingback: Bügelbrett vorm Kopf « mädchenblog

  167. „Verbote“ „einzige Möglichkeit, Antirassismus zu praktizieren“
    Entschuldigen Sie bitte, aber Sie fantasieren da was herbei, was mit den Fakten nicht so viel zu tun hat :)

  168. ‚Verbale Gewalt‘ ist in diesem Zusammenhang sowas von überzogen und lachhaft aber es sollen ja damit Assoziationen zu physischer Gewalt geweckt werden.
    Wer anderen Leuten verbieten möchte welche Wörter sie zu benutzen haben, möchte Ihnen auch verbieten was sie zu denken haben und das ist ganz unabhängig davon ob gewisse Worte für andere beleidigend sind.

    Aber wenn das die einzige Möglichkeit sein soll, antirassismus zu praktizieren muss man sich tatsächlich noch mal über die Bedingungen dessen unterhalten.

  169. @TinaTon

    Also ich werde weiterhin die Meinungsfreiheit zelebrieren und rassistische Aussagen als rassistische Aussagen bezeichnen; auch wenn mir SpOn und taz und WELT und ZEIT und BILD und Sie den Mund verbieten wollen. :o)

  170. Pingback: Bügelbrett vorm Kopf « mädchenblog

  171. sehr geehrte frau pohl,
    bitte tragen Sie das Ihnen mögliche dazu bei
    1) dass in der taz viel viel häufiger menschen zu wort kommen, die sich mit rassismus wirklich beschäftigt haben. grada kilomba, die menschen der ISD, paul mecheril, mark terkessidis, mekonnen mesghena uvam . früher gab es eine frauenseite. heute scheint mir eine tägliche white supremacy seite notwendig, um die kolleg_innen und leser_innen mitzunehmen in eine welt, in der wir angemessen und rassismus-kritisch miteinander umgehen.
    2) dass sie die taz belegschaft ernsthaft mit alltags-rassismus, strukturellem rassismus und white supremacy auseinandersetzt
    3) dass diese unsägliche veranstaltung – vom titel über die nicht-vorbereitung und die zusammensetzung des podiums über den unqualifizierten moderator bis zum verlauf und den skandalösen veröffentlichungen hinterher – wirkliche konsequenzen hat in der zeitung, so dass es wieder eine progressive zeitung für alle und für die zukunft in unserem land wird.
    mfG
    annette kübler

  172. Doch Christina, auch wer Schwarz ist, bekommt nicht alle zehn Minuten „Neger“ hinterhergerufen.

  173. „Wer das hören eines Wortes nicht erträgt, kann sich an unzähligen Orten in Berlin von dieser Buchstabenkombination völlig ungestört aufhalten.“ Wer Schwarz ist, kann das nicht. Das ist offenbar nicht nur Yücel entgangen….

  174. Sehr gut! Ich hatte schon Sorge, die taz würde sich denen, die nicht mehr können, als laut zu Brüllen, fügen.
    Es muss festgehalten werden: Die Schreienden sind verdammt wenige, die nur unheimlich moralisch auftreten (moralisch nach ihrer Definition wohlgemerkt) und es sich zur Gewohnheit machen, als moderne Sittenpolizei Veranstaltungen nach Belieben zu stören. Ich habe das in meinem Studium viel zu oft erlebt, dass 3-Semester auftreten, als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und könnten von nun an allen diktieren, was sie zu sagen haben. Und das nur weil sie auf einem Critical Whiteness Seminar waren und toll klingende Schlagworte auswendig gelernt haben.

    Alle Anwesenden auf der Veranstaltung, inklusive der frühzeitig aufbrechenden Podiumteilnehmerin, wussten worum es gehen sollte. Über welche Worte gesprochen werden sollte usw. Wer das hören eines Wortes nicht erträgt, kann sich an unzähligen Orten in Berlin von dieser Buchstabenkombination völlig ungestört aufhalten. Wenn er aber ausgerechnet die einzige Veranstaltung aufsucht, die sich darum dreht, dann ist ihm_ihr wenn überhaupt durch eine_n Therapeut_in zu helfen.
    Ich bin froh, dass die taz sich deutlich für einen offenen und unreglementierten Meinungsaustausch ausspricht, und gleichzeitig einen dummen, sexistischen Spruch auch als einen solchen benennt.
    Andernfalls wäre es vom Gefühl her nicht mehr meine Zeitung gewesen, auch wenn ich sie, aus Mangel an Alternativen, trotzdem weiter abonnieren würde.

  175. lest ihr diese qualifiziertes feed back zu eurer arbeit und was haltet ihr davon?
    wie lange wollt ihr deniz yüzel und anderen provokateuren) noch dieses forum bieten?
    http://maedchenmannschaft.net/13jaehriger-schlaegt-vor-sag-doch-einfach-n-wort-deniz-yuecel-flippt-aus-impressionen-vom-tazlab/
    was habt ihr davon?
    wo sind eure limits, was ist euer verständnis einer progressiven zeitung?
    rassistische beleidigungen gehören nun dazu?
    eine „white supremacy seite“ so wie es früher ne frauenseite gab… das wäre was, mit wirklich qualifizierten autor*innen.
    besten gruss
    annette kübler

  176. @Christiana

    Der Text über Augstein ist tatsächlich sehr gut, aber Ihre Hoffnung wird wohl unerfüllt bleiben, weil es nunmal zum Standardrepertoire des Neokonservatismus gehört, eine Hierarchie der Diskriminierungsformen zu konstruieren – mit dem „neuen“ Antisemitismus im Gewande der „Israelkritik“ an der unangefochtenen Spitze, im Vergleich zu dem alles andere ja viel weniger schlimmer oder gar nur „Hysterie“ und „übertriebene politische Korrektheit“ sei.

  177. Wie ich verschiedentlich gehört habe, hat Herr Yücel selbst diese Podiums“diskussion“ vorgeschlagen.
    Schon alleine, wenn der „meistgehasste“ taz-Mitarbeiter unbedingt das sensibelste Thema, das auf dem tazlab behandelt wurde, angehen möchte, sollte doch vielleicht die ein oder andere Alarmglocke läuten.
    Wenn er dazu unter diesem Titel noch zwei weitere Gäste einlädt, die sich in der jüngsten Vergangenheit diesbezüglich auch nicht gerade durch große sprachliche Sensibilität ausgezeichnet haben, und dazu eine einzige Schwarze Person, von der er weiß, das sie Fürsprecherin einer antidiskriminatorischen Sprache ist, könnte man auch schon Böses ahnen. Aber die Organisation des tazlab hat das offenbar für eine gute Idee gehalten. Was schon einiges aussagt.
    Yücel ist dann nicht nur als Moderator ausfällig geworden und hat herumgepöbelt, sondern er war auch beschissen vorbereitet.
    Dass auf einer Veranstaltung, auf der es angeblich um gesellschaftliche Veränderungen gehen soll, jemand überhaupt die Möglichkeit erhält, sich auf eine Bühne zu stellen und herumzukrakeelen „Guck mal, wie blöd die sind, guck mal, wie doof das klingt, guck mal, wie oft ich N….sagen kann, was ich für ein krasser Typ bin!“ und anschließend in bester Stammtischmanier die Leute zusammenzubrüllen, die ihm nicht seinen gewohnten Applaus zukommen lassen, sondern widersprechen – „Ich rede hier wie ICH das will, ICH LASS MIR DAS NICHT VERBIETEN!“ ohne auch nur mit einem einzigen ernstzunehmenden Argument aufzuwarten, ist schon einigermaßen bizarr. Dass er dann nachher noch in der taz und auf Twitter verbreitete, es sei ja alles das Publikum schuld, man müsse eben unterschiedliche Meinungen aushalten – während er selbst abweichende Meinungen nur noch mit Scheiße aus der untersten Schublade überzieht („Ihr habt doch nen Knall“, „kreischen“, und natürlich darf auch der gute alte „inquisitorische Furor“ nicht fehlen), ohne dass eine ernsthafte Auseinandersetzung auf argumentatorischer Ebene bemerkbar wäre, ist nur noch armselig.
    Am amüsantesten aber ist seine Behauptung, das Publikum habe die Veranstaltung „sprengen“ wollen. Das behauptet ausgerechnet der, der über den Diskussionsgegenstand – eine „gerechtere Sprache“ – nichts, aber auch gar nichts erzählt – die Geschichte, die Ziele, die Diskussionen, die es schon gab – sondern zu Anfang Texte verlesen lässt, die nie zum lauten Vorlesen vorgesehen waren (nämlich Richtlinien; sich über die Sprache in Gebrauchsanweisungen lustig zu machen, hätte einen ähnlichen Mehrwert gehabt). Eine kreative Auseinandersetzung mit antidiskriminatorischer Sprache, wie Otoo sie vorschlägt, scheint den drei anderen Podiumsteilnehmern im folgenden Gespräch grundsätzlich unmöglich – noch nicht einmal bis zum generischen Femininum, das ja nun wirklich keine „Sprachverstümmelung“ darstellen kann, wurde gedacht. „So kann es nicht weitergehen“? „Erfindet“? Nö, lieber so reden und schreiben, wie’s „schon immer“ war, und sich ein bisschen über diejenigen lustig machen, die gerne weiterdenken wollen.
    Yücel ging dann dazu über, möglichst oft das Wort „N….“ zu sagen, eine Zwangsneurose, die er mit vielen anderen Deutschen teilt. Auf dieser Ebene bleibt die Diskussion dann sowohl in der weißdeutschen Gesamtgesellschaft als auch auf dem ach so progressiven taz-Podium stecken.
    Was genau hatte Adornos Text über Jazz (!) von 1936 (!), den Yücel genüsslich zitierte, denn mit der aktuellen Diskussion im Deutschland des Jahres 2013 zu tun? Und Martin Luther Kings Rede von 1963?
    Zu dieser Rede hat accalmie bei der Mädchenmannschaft auch schon alles Nötige gesagt. Zum Beispiel das hier: „Dass Martin Luther King z.B. in „I Have A Dream”, der berühmten Rede des March on Washington 1963, von „Negro“ spricht, muss dann dafür herhalten, dass das Wort N* im Deutschen dann ja nicht so schlimm sein könne. Auch Du entblödest Dich nicht, dafür die Übersetzung der US-Botschaft heranzuziehen als „Beweis“ (weil eine von der Botschaft abgesegnete Übersetzung ins Deutsche nicht rassistisch sein kann?). Die unterschiedliche Sprachgeschichte von „Negro“ und N* darf hierbei geflissentlich unter den Tisch fallen – dass N* niemals eine selbstgewählte Bezeichnung Schwarzer Menschen in Deutschland war, das muss man dabei außen vor lassen, versteh‘ ich ja… Auch der Fakt, dass sowohl Martin Luther King, Jr., als auch die anderen Hunderttausende Bürgerrechtsaktivist_innen sich in den folgenden Jahren andere Termini aneigneten im Zuge des Black Power Movements und später gar der Einführung des Terminus „African American“ durch Jesse Jackson u.a., bleibt wieder unerwähnt. Dass “Negro” seit über 40 Jahren in den USA nicht mehr (unwidersprochen) benutzt wird, kann natürlich auch außen vor bleiben. Im übrigen würdest Du Dir angesichts der zunehmenden Schwarzen Radikalität eines King und anderer Aktivist_innen der Southern Christian Leadership Conference (SCLC), die meist als der Inbegriff des Civil Rights Movements präsentiert wird, die Augen reiben, verfügtest Du nicht nur über Dein Wikipedia-Wissen über die Bewegung und ihre Protagonist_innen.“
    Der Verdacht liegt nahe, dass Yücel einfach keine andere Schwarze Person eingefallen ist, die er passend zu seinem Knaller-„Konzept“ hätte zitieren können. Als Moderator, der an einer ernsthaften Diskussion interessiert gewesen wäre, hätte man an dieser Stelle zum Beispiel eine Gegenstimme zitieren können. Aber das Ganze sollte ja eine Farce werden, insofern war das nicht möglich (und viel zu viel Recherche-Arbeit, wo kämen wir denn da hin?)
    Auch ist diese „Pointe“ Yücels schreiend unoriginell, und kommt bei so ziemlich jeder beknackten Facebook-Diskussion über das N-Wort früher oder später zum Zuge, und zwar ausnahmslos von Leuten, die – wie Yücel – über King hinaus keine Schwarzen Menschen zitieren. Kurz: Keine Ahnung von der Materie haben, aber dann mal eben King für seinen eigenen Sprachkonservatismus herhalten lassen, weil ÄTSCH! Leider haben Schwarze Leute und antirassistische Aktivist_innen in Deutschland das schon tausendmal gehört und durchgekaut, und es wird nie richtig und zielführend. Yücels Ausführungen zu Dr Dre in seiner Kolumne lassen sein Level an Fachwissen unangenehm deutlich werden – obwohl er doch schonmal einen Text über Critical Whiteness gelesen hat (Großen Applaus an dieser Stelle natürlich, auch wenn dieser Text eine Kritik an Critical Whiteness ist, zu der es auch schon reichlich Diskussionen und Widerspruch gab.)
    Was natürlich von Seiten der taz nicht erwähnt wird, ist das Sharon Otoo dreimal sehr höflich und ruhig deutlich machte, dass sie das N-Wort nicht ausgesprochen hören möchte. Von Frau Kiyak wurde dies anscheinend verstanden, auch Herr Fischer wurde zunehmend ruhiger und hörte zu. Yücel hingegen wurde auf einen Zwischenruf aus dem Publikum hin direkt laut mit „Wir auf dem Podium reden hier, wie wir das wollen!“ – die Tatsache missachtend, dass Frau Otoo als Teil des Podiums neben ihm saß und er ihre Hinweise konsequent ignorierte. Mag ja sein, dass es eine Absprache gegeben hatte, dass das N-Wort in Zitaten ausgesprochen werden würde, aber es wurde überdeutlich, dass Yücel das ausnutzte, um sich daran zu weiden, sonst hätte er nicht diese Texte gewählt, die ja zur Diskussion an sich weiter nichts beitrugen. Es ging ihm darum, Frau Otoo vorzuführen, und richtig wütend wurde er dann, als er merkte, dass das nicht widerspruchsfrei über die Bühne gehen würde.
    Interessanterweise ist ja auch ein nicht geringer Anteil des „käsebleichen“, „inquisitorischen“ „Krawall“-Publikums ja noch in die Veranstaltung über das „Ende des weißen Mainstreams“ gegangen, und dort gab es keinen Eklat, sondern es wurde diskutiert, zwar heftig, aber ohne Herumgebrülle. Was sagt uns das wohl? Ohne Herrn Yücel hätte das Ganze ganz gut werden können…
    Vielleicht sollte die taz Yücel das nächste Mal etwas zum Thema Urban Gardening oder ähnlichem moderieren lassen, das kriegt er vielleicht hin. Aber wie gesagt: dass diese Entscheidung getroffen wurde, ihn das Podium zum umstrittensten und sensibelsten Thema der ganzen Veranstatlung moderieren zu lassen, das lässt tief blicken, wie wenig es der taz an einer ernsthaften Auseinandersetzung gelegen ist. Nun müssen Sie sich nicht wundern, wenn die Leute keine Lust mehr haben, mit Ihnen weiterzudiskutieren, erst recht nicht, wenn bisher keine ernstzunehmende Entschuldigung erfolgt ist. Viel Spaß stattdessen mit den vielen neuen Yücel-Fans, die er durch diesen Komplettausfall gewonnen hat, und die sich schon unter seiner Kolumne entsprechend äußern. Mit Leuten, die es immer noch witzig finden, „Und jetzt einen N….kuss“ als Kommentare zu schreiben, lässt es sich bestimmt auf allerhöchstem Niveau diskutieren.
    Ich empfehle, diesen sehr guten Yücel-Text über Antisemitismus noch einmal zu lesen: http://www.taz.de/!109018/
    und sich mal zu überlegen, ob sich nicht ein paar Dinge auch auf Rassismus übertragen lassen. Der Vergleich ist so direkt nicht zielführend und hinkt, das ist mir klar, aber ähnlichen Scharfsinn würde ich mir in Bezug auf Rassismus auch mal wünschen, statt der üblichen Reflexe a la: „Habt Ihr keine anderen Probleme?“
    In diesem Sinne: „Wann darf man denn hier noch „N…..“ sagen?“ „Man darf. Von Montag bis Samstag. Aber warum sind sie eigentlich so geil darauf?“

  178. Was Leute wie Nogger, Herr Yücel, und offentsichtlich auch Frau Pohl und Herr Feddersen nicht verstehen (wollen?), ist, dass *istische Sprache nicht abgelehnt wird, weil „man das nicht sagt“.
    Sie hat eine politische Tragweite, bildet Strukturen ab und vor allem verletzt sie gruppenbezogen Menschen.
    Es geht hier nicht um „Scheiße“ oder „ficken“. Es geht nicht darum, ein „unanständiges“ Wort zu verbieten. Es geht darum, *ismen nicht zu reproduzieren. Und natürlich haben die, die von dieser Sprache betroffen sind, da die „Deutungshoheit“. Um sie geht es schließlich. Und nicht um privilgegierte Befindlichkeiten.

  179. Zumindest haben sich die HERRschaten Pohl&Feddersen inzwischen dazu herabgelassen bei Ihren sparsamen Reaktionen mal die Shift-Taste zu benutzen. Kleine Schritte, wenn das so weitergeht können wir im Jahr 2154 mal l ernsthaft über Rassismus diskutieren bei der taz.

  180. Pingback: Die taz als Hüter und Bewahrer rassistischer Üblichkeiten und Gewohnheiten | Metalust & Subdiskurse Reloaded

  181. ZitterArt einen Rauswurf von Yücel zu fordern, naja.

    Du sagst ja: es wird von der Führung der taz „gedeckt“. Vielleicht auch vom großen Teil der Belegschaft.

    Eine ähnliche Tabubruch-Aktion ist die Deutschland-taz, über die ich mich damals als Mitarbeiterin der Zeitung sehr aufregte. Ich nehme an, dass etwa 1/6 der Kollegen meine Meinung teilten. Vielleicht irre ich mich da aber auch.

    So oder so, wenn man Herrn Yücel „rauswerfen“ bzw. entmachten sollte, dann müsste man auch Herrn Feddersen, der damals die Deutschland-taz (zB mit dem lustigen Interview „Broder interviewt Sarrazin“ und dem Text „Linke Lebenslügen“, letzterer besonders lange im Vergleich zu den anderen Texten auf taz.de präsetiert) entmachten. Tja. Und andere auch.

    Aber wer will denn schon Menschen ihrer Meinung bzw. ihres journalistischen Handelns wegen entmachten? Man darf aber sehr wohl erkennen und darüber streiten, was diese Meinungen für die Ausrichtung der taz bedeuten, einige haben das ja schon angesprochen.

    Vielleicht äußern sich ja auch mal Beteiligte aus der Zeitung hier in dieser Debatte, dafür sollte sie doch da sein. Oder sollte das hier doch nur ein Spielplatz für wütende PC-Fanatiker sein?

  182. „… die Frage also, wie politisch Sprache sein kann – und wo Zensur beginnt, wo ein Sprechen von Verboten grundiert sein könnte – wollen wir unbedingt weiter führen …“

    Diese Fragestellung ist grundfalsch.

    Es ist viel einfacher, und man muss überhaupt nicht irgendwie politisch orientiert, antirassistisch engagiert oder sonst etwas in diese Richtung sein.

    Es ist ganz einfach nur die Frage, ob man jemanden verletzen will oder nicht. Das ist alles. Wenn jemand sagt: Das N-Wort verletzt mich, oder das Z-Wort oder das generische Maskulinum, dann kann ich mir überlegen, ob ich lieber diese Sprache beibehalte, um bestimmte Leute zu verletzen, oder ob es mir lieber ist, eine andere Sprache zu wählen und zu versuchen, niemanden zu verletzen.

    Man muss noch nicht einmal verstanden haben, warum bestimmte Begriffe und Genderkonstruktionen verletzend sind, das ist gar nicht nötig, man darf ohne weiteres denkfaul bleiben, man muss sich nicht einmal auseinandersetzen, es reicht vollkommen aus, niemanden verletzen zu wollen.

    Die Rede von Zensur und grundierenden Verboten – die am Stammtisch „man wird doch wohl noch sagen dürfen“ und „was gesagt werden muss“ heißt –, ist nichts weiter, als das Bedürfnis, andere zu verletzen, ohne aber für den bösartigen Aggressor gehalten zu werden.
    Und es ist das Bedürfnis, die Verletzung und Herabwürdigung bestimmter Personengruppen gesellschaftlich zu verankern.

  183. @Nogger

    Es gibt einen Unterschied zwischen „gnadenlos auflaufen lassen“ und „mit Beleidigungen und Rassismus reproduzierenden Begriffen um sich werden“.

    Herr Yücel hat etwas getan, was per se eine beschissene [sic!] Sache ist, hat das dann noch mit nicht haltbaren „Argumenten“ aka Beleidigungen in unmenschlicher Facon untermauert und wird zu guter (?) letzt noch von DER (…) linken Tageszeitung gedeckt, die nicht verstehen will (augenscheinlich) um was es eigentlich geht.

    Nennen Sie es Neusprech, bezeichnen Sie es als unnötig, aber rechtfertigen Sie damit nicht, dass Menschen in der Öffentlichkeit so behandelt werden und damit verbaler Gewalt ausgesetzt werden, wie sie sicher nicht auf einer solchen Veranstaltungen erwartet werden muss und im generellen respektvollen Umgang mit Menschen verhindert werden muss.

    P.S.: Liebe taz… vielleicht doch mal über den Rauswurf eines „Journalisten“ nachdenken.

  184. Das einzige was Herr Yücel bedauert ist das er nicht mehr ‚Contenance‘ bewahrt hat, wähnt er sich doch sowieso in der moralisch höheren Position als Streiter gegen inquisitorischen PC-Furor.

    Seine und eure Machtposition dabei scheint ihr immer noch nicht zu sehen.

    Es geht hier nicht nur um Herrn Yücel sondern darum wie sich eine größere linke Zeitung zu Rassismus positioniert.

    Denjenigen die euch beten rassistische Fremdbezeichnungen nicht zu benutzen zu erzählen, sie sollen sich nicht so anstellen, denn ‚wir wollen hier innovative Debatten führen‘ ist schlichtweg der gößte fail den ihr jetzt bringen konntet. Euer Tabubruch ist keiner und war niemals einer. Es ist ein rassistisches Profilieren, dass auf dem Rücken anderer Menschen ausgetragen wird.

    Setzt euch doch bitte mal ernsthaft mit der Kritik auseinander. Mich als Leser habt ihr ansonsten jedenfalls verloren.

  185. Aus dem Text bei ISD

    Ein Bild von mir wird auf der Webseite veröffentlicht, versehen mit dem Namen der einzigen anderen Schwarzen Frau die ebenfalls auf ein Podium des Kongresses eingeladen war (und umgekehrt).

    Was sagt uns das?

  186. „Satire, die weh tut“ zielt sozusagen von „unten“ nach „oben“, aber rassistische (oder sexistische, homophobe, etc.) Witze, die nur denjenigen weh tun, die von Rassismus betroffen sind (während die Mehrheit gröhlt und jubelt wie geil und wie politisch inkorrekt das ist, dass da endlich mal einer sagt, aber der als Türke darf ja auch etc.) sind keine Satire sondern Rassismus im Deckmantel des Humors. Es sind Platzzuweisungen.

    Und mit diesem 1×1 der Menschenfeindlichkeit (Ihr übertreibt doch, es ist doch gar nicht SO schlimm, wo anders ist es schlimmer, seit doch nicht so empfindlich, aber ICH finde das gar nicht rassistisch, aber es gibt auch Leute aus eurer Gruppe, die das nicht so sehen, aber was ist mit der Meinungsfreiheit, Satire, etc.) betretet ihr auch keine „neuen Denkräume“ sondern bewegt euch ganz im Gegenteil in gaaaaaaanz, ganz alten und verstaubten.

    Ich weiß auch nicht, seit wann Antirassismus eine „Tradition“ in Deutschland ist. Tradition hat hier höchstens, den Rassismus nur bei „Anderen“, bei Amerikanern oder brandenburgischen Hartz4-Empfängern, zu sehen. Also wirklich, liebe taz, ihr habt ’nen Knall.

  187. Herr Yücel muss sich für gar nichts entschuldigen. Er hat geifernde und selbstgerechte Meinungs(hoheit)schützer gnadenlos auflaufen lassen.
    Dafür sollte man ihm dankbar sein! Gerade auch in Hinblick der Fehlentwicklung hin zu einem orwellschen Neusprech…

  188. schon allein die debatte reicht doch aus, um die simple wie alte frage zu beantworten (soviel zum thema „neue“ denkräume), ob sprache politisch sein kann.

    ja, ist sie. aber klar, das kann mensch auch „provokativ“ einfach immer wieder austesten müssen, weil z.B. von theorie lieber die finger gelassen wird (siehe moderation).

  189. Nur nochmals zur Info, ich lese keine Entschuldigung bei Herrn Y.

    Im Gegenteil, die Behauptung, daß dort dazwischen gebrüllt wurde ist schlicht weg falsch. Es gab Zwischenrufe die durchaus in einer angemessenen Lautstärke waren. Ich saß vorne in der zweiten Reihe also sehr dicht bei Herrn Y.

    Nur aber zur Sache, die Tatsache dass Sprache manipuliert und Machtverhältnisse ausdrückt ist doch wohl den meisten Lese- und Verständinissfähigen klar. Meines Erachtens gehören rassistische und diskrimierende Begriffe auf den Index. Das in der Satire diese durchaus verwendet werden können steht auf einem anderen Blatt. Das Beispiel: Roberto for President; ist also in diesem Zusammenhang durchaus machbar. Zumal der Name Roberto Blanco ja schon Satire ist. In Kinderbüchern oder im echten Leben – bitte nicht – was ist daran hinderlich?

    Das Beispiel der biertrinkenden Studierenden bzw. toten Studierenden ist natürlich manipulativ (Lacher) ausgesucht, aber leicht zu bereinigen: tote Studierte (Punkt).

    Das Argument der Eindeutigkeit des generisch Maskulin, das auch gerne angeführt wird, wird z.B. bei folgendem Satz ad absurdum geführt.
    Die Tanzpartnerin des Ballettstar trat aus der Reihe der zehn Tänzer hervor.
    Stehen da jetzt noch zehn Tänzer, oder nur neun?

    Bügelbrettbohrer! Die Frauen wollen eure schmutzige Wäsche nicht mehr im (Tessin) aufhängen, nu müssta selba waschen

  190. Ahahaha. Nö. Die taz hat sich als linke Zeitung endgültig disqualifiziert.
    „Grenzen auszutesten, sich nicht unhinterfragt von Traditionen und Tabus abhalten zu lassen, neue Denkräume zu betreten“ — das sind hohle Euphemismen für die rassistischen Beleidigungen seitens Yücel. Und was für Traditionen und Tabus werden da bitte gebrochen? Das N-Wort kann ja munter jede_r in die Gegend rotzen, ohne ernsthafte Konsequenzen erwarten zu müssen — im Ernstfall redet man sich halt mit „Meinungsfreiheit“ und „nicht so gemeint, nur falsch verstanden worden“ raus.
    Vor allem letztere Schiene fahren Sie hier ja auch. Als wüssten Menschen, die ihr Leben lang mit rassistischen Zuschreibungen belegt werden, nicht genau, wie sie etwas zu verstehen haben.
    „Neue Denkräume“, das ich nicht lache. Yücel, die taz und Sie bewegen sich hier in gaaanz eingestaubten Denkräumen. Das ist nicht neu, das ist nicht subversiv. Das ist der gesellschaftliche rassistische Mainstream, gegen den eine linke Zeitung eigentlich angehen sollte.
    Da können Herr Yücel und Sie noch so oft beteuern, dass er „Überzeugter Antirassist“ sei; nach dem Vorfall ist das nichts als ein Lippenbekenntnis. Antirassist_in ist ein Prozess, kein Zustand (http://maedchenmannschaft.net/buegeln-gehen-mit-deniz-yuecel).
    Herr Yücel hat unhinterfragt Rassismus reproduziert, trotz wiederholter Bitte von Betroffenen, das zu unterlassen. Das jetzt als „Tabubruch“, „Austesten von Grenzen“ etc. zu beschönigen, ist eine Frechheit.

  191. Geiger, in der Kolumne steht: „Dennoch wäre es eleganter gewesen, wenn der Moderator (also ich) auf Gebrüll nicht mit Gebrüll reagiert hätte und stattdessen der Forderung der Aktivisten nachgekommen wäre.“

  192. Ein weniger bekanntes Zitat des Herrn Tucholsky als „Satire darf alles“ lautet übrigens „Eine Satire, die zum Zeichnen einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine.“
    Gleiches gilt für eine, die die Benutzung des N-Worts rechtfertigt. Und wenn’s wehtut und keine Satire ist, klingt’s gleich etwas weniger glorreich und mehr nach sinnloser Beleidigung, nicht wahr?

  193. Ich kann nirgendwo in der Kolumne von Herrn Yücel erkennen, dass es ihm Leid tut, oder, dass er irgendwas bedauert. Sein selbstgerechter Zorn wird von ihm vielmehr als Rechtfertigung gebraucht.

    Traurig und unnötig, wie dieses Statement.

  194. Herr Sarrazin wollte auch neue Denkräume betreten.

    Die Kolumne soll als Entschuldigung gelten? Sie war zusätzlich provozierend. Bin auf die von euch kuratierte Debatte gespannt, den Start habt ihr erstmal verkackt.

    P.S. Und vom Trollen habt ihr anscheinend auch keine Ahnung.

  195. Hallo Frau Pohl,

    dass Deniz Yücel seine „wütende Intervention“ in seiner Kolumne am Montag bedauert hätte, kann ich dort nicht herauslesen. Er hatt stattdessen die Gelegenheit genutzt, die Anwesenden und überhaupt alle, die ihm in der Sache nicht zustimmen, noch einmal auf ziemlich persönliche Weise zu beschimpfen.

    Ich halte Denis Yücel für sehr begabt, aber leider übertreibt er zu häufig mit seinen Provokationen. Im Gesamtbild wirkt er dadurch leider oft unreif – was er durch eine beleidigte Kolumne wie die vom Montag, die das Gegenteil von Einsicht und Entschuldigung war, noch mal unterstrichen hat.

    Schöne Grüße, Nils Kaczenski