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von 07.06.2013

taz Hausblog

Wie tickt die denn? Der Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Von Jost Maurin

Die taz ist mit rund 57.000 verkauften Exemplaren täglich eine kleine Zeitung. Aber die Auflage sagt wenig aus über die publizistische Wirkung. Das zeigt unser Artikel über die Ankündigung des Saatgutkonzerns Monsanto, den Kampf für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Europa aufzugeben.

Wir haben die wichtigsten Zitate aus unseren Interviews mit den Konzernsprechern bereits am 31. Mai – einen Tag vor Erscheinen der gedruckten Zeitung – den großen Nachrichtenagenturen mit deutschsprachigen Diensten geschickt. Alle haben die Meldung übernommen und an ihre Kunden übermittelt, darunter an alle wichtigen Medien. Quellenangabe: „taz“.

Kurz darauf verbreitete unter anderem Spiegel Online die Nachricht. Bis zum Abend erschien die taz-Meldung laut Google News auf mehr als 50 Internetseiten.

Nachrichtenagenturen wie afp, dpa und Reuters übersetzten die Meldung sogar in andere Sprachen. Deshalb zitierten zum Beispiel das Wall Street Journal oder die US-Nachrichtenseite Huffington Post die taz.

Am nächsten Tag stand die taz mit der Nachricht unter anderem in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Berliner Zeitung. Der Deutschlandfunk führte die Nachricht als Grund dafür an, dass der Kurs der Monsanto-Aktie an der New Yorker Börse fiel.

Natürlich wurde auch der Artikel auf taz.de fleißig geklickt. Innerhalb von sechs Tagen mehr als 43.000 Mal.

Als die Medienmaschinerie so richtig lief, schlichen sich allerdings auch Fehler ein. Spiegel Online brachte zwar eine korrekte Zusammenfassung des taz-Artikels, behauptete aber im Vorspann, Monsanto beende „seinen Kampf für Gentechnik“ in Europa. Das Unternehmen wolle nicht mehr „für solche Nahrung lobbyieren“. Eine Expertin des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schrieb sogar der taz die Aussage zu „Monsanto gibt Europa als Markt für Gentech-Pflanzen auf“.

Das war dann doch etwas zu viel des Guten: Monsanto will – wie in unserem Text nachzulesen – weiter bei der EU Zulassungen dafür beantragen, dass europäische Viehhalter Futter mit Gentech-Pflanzen des Konzerns etwa aus Südamerika importieren dürfen. Und dafür werden natürlich auch Monsantos Lobbyisten weiter kämpfen.

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