Rassismus-Vorwürfe: taz-Mitarbeiter suchen Schutz vor Protestierenden

Die Essenstische draußen vor dem taz-Café blieben gestern zur Mittagszeit weitgehend leer. Rund zehn Personen standen zwei Stunden lang in einer Reihe auf dem Bürgersteig und beobachteten die taz-Mitarbeiter. Die meisten von uns fanden es unangenehm, sich den Blicken der Protestierenden so unmittelbar auszusetzen und aßen ihr Mittagessen lieber durch eine Glasscheibe geschützt im Inneren des taz-Cafés. Dort war die Aktion, mit der die Initiative “taz watch” gegen Rassismus und Diskriminierung durch die taz protestierte, das Thema vieler Tischgespräche.

In dem über Facebook verbreiteten Aufruf hatte die Initiative “die geringe bewegungsmöglichkeit ‘der taz’ in punkto der ihr zugetragenen kritik in der jüngsten vergangenheit” kritisiert. Die Initiatoren wollen der taz klarmachen, “dass man uns nicht ungefragt mit den so lieb gewonnenen rassismen, der so liebgewonnen deutungshoheit belästigen darf ergo auch kein rassismus im journalismus, keine diskriminierung, keine beleidigung stattfinden darf”. Geplant war ein stiller Protest: “schauen wir durch die fensterfront des tazcafés, das auch eingang zur redaktion ist. wir bleiben friedlich. wir schauen einfach ganz genau hin und bedeuten damit u.a. der taz: es muss aufhören!!!”

Der Blick von drinnen nach draußen

Ein tazler provozierte, indem er fragte, warum die Teilnehmer der Aktion nicht vor dem Axel-Springer-Verlag stehen würde, der sei doch viel schlimmer. Andere tazler suchten aber auch das Gespräch. Die Protestierenden machten dabei deutlich, wie enttäuscht sie gerade von der taz seien, da diese Zeitung sich links verstehe. Rassismus und Diskriminierung sei in dieser Gesellschaft weit verbreitet, die taz solle sich als verlässliche Verbündete in dem Kampf dagegen beteiligen. Vor allem wünschten sie sich, dass die taz sich entschuldigt und sich auf einen Dialog auf Augenhöhe einlässt. Saraya Gomis berichtet auf unserer Facebook-Seite von ihrem Gespräch mit Ines Pohl.

Zwischendurch kamen zwei Polizisten vorbei und fragten die Teilnehmer der Aktion, wie lange sie hier noch stehen würden.

Blick aus dem zweiten Stock auf die Protestaktion: So wird das nichts mit dem Dialog auf Augenhöhe

Nach der Aktion schrieb die Initiative auf ihrer Facebook-Seite: “Wir bleiben bei der einfachen Forderung, die wir schon mehrfach geäußert haben: Liebe “taz”, hört einfach auf mit der medialen Verbreitung von Rassismen! Die Semantik ist abhängig vom Kontext, d.h. wenn eine/r von “UNS” zu bestimmten Begriffen, o.ä. ein anderes Verhältnis hat als ein/e andere, dann könnt ihr das im privaten Rahmen ja alles gemeinsam absprechen. In der Öffentlichkeit, in der medialen Verbreitung ist dies inakzeptabel!!! STOP that sh…!!!” Uns wird dort zudem “das handliche Buch von Susan Arndt als Einstiegslektüre” empfohlen sowie ein Anti-Rassismus-Training.

taz-Chefredakteurin Ines Pohl suchte das Gespräch

Die Auseinandersetzung entzündete sich ursprünglich durch eine Podiumsdiskussion Ende April auf dem taz-Kongress. Auf der Veranstaltung mit dem Titel “Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen” sollte es um Sprache, Diskriminierung und Zensur gehen. Es kam zum Eklat, als Deniz Yücel ein Zitat aus einer Rede von Martin Luther King vorlas und dabei zum wiederholten Mal das umstrittene N-Wort aussprach. Im Audio-Mitschnitt der Veranstaltung findet sich die Stelle im Teil 4 ab Minute 9.20, hier ein Transkript:

Triggerwarnung: Rassistische Sprache

Deniz Yücel: “Und dann habe ich hier noch ein letztes Zitat für heute: ‘Aber einhundert Jahre später ist der Neger immer noch nicht frei. Einhundert Jahre später ist das Leben des Negers leider immer noch von den Handfesseln der Rassentrennung und den Ketten …'”

Zwischenruf aus dem Publikum: “Sag doch einfach ‘N-Wort’!”

Deniz Yücel ruft: “Ich sage was ich will! Und ich lese den Text so vor …”

Weitere Zwischenrufe

Deniz Yücel ruft: “Sag mal! Entschuldigung! Das könnt ihr vielleicht an der Universität machen, ich lasse mir das Wort hier nicht verbieten!”

Deniz Yücel brüllt: “Du kannst gerne vor die Tür gehen!”

Deniz Yücel sagt: “So. Und ich lese diesen Text so, wie er geschrieben wurde! ‘Und den Ketten der Diskriminierung …”

Zwischenrufe: “Sag das Wort nicht! Sag das Wort nicht!”

Deniz Yücel ruft: „Geh bügeln! – ‘Einhundert Jahre später – Einhundert Jahre später lebt der Neger immer noch auf einer einsamen Insel der Armut in der Mitte eines weiten weiten Ozeans des materiellen Wohlstands.’ Eine Passage aus Martin Luther Kings berühmter Rede ‘I have a Dream’…“

Weitere Zwischenrufe

Deniz Yücel: “Wir sind hier aber nicht an der Universität und wenn jetzt die versammelten Kulturwissenschafts-Spackos den Saal verlassen, dann können wir diese Veranstaltung in Ruhe zu Ende führen. Ist noch wer da, dann bitte jetzt gehen, es ist jetzt die Gelegenheit! Hallo, Du auch bittesehr, da ist die Tür, oder der Ausgang!”

Auch Sharon Otoo, Mitglied im Vorstand der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., verließ das Podium.

Deniz Yücel schrieb anschließend in der taz über die Zwischenrufer: “Es ist dies ein zwangsneurotisches Verhalten, das man weniger bei aufgeklärten Menschen, Intellektuellen gar, vermuten würde und das an ganz andere Leute erinnert: An katholische Nonnen, die versehentlich auf Youporn gelandet sind (‘Weiche, Satan!’). Oder an Hinterwäldler in Pakistan, die mit Schaum im Bart und Schuhen aus Autoreifen an den Füßen gegen Karikaturen protestieren (‘Death to Amerikka!’). Ähnlich ist nicht nur der religiöse Abwehrreflex, ähnlich ist auch der inquisitorische Furor, mit man zu Werke geht. In diesem Zusammenhang also: Das Wort ‘Neger’ ist schlimm, schlimm, schlimm und muss weg, weg, weg.”

Sharon Otoo antwortete in der taz: “Das N-Wort ist traumatisierend, ruft grausame Erinnerungen und gewaltvolle Bilder hervor. Es wurde damals benutzt, um die Versklavung von Millionen von Afrikaner_innen zu legitimieren.” Ihr sei natürlich klar gewesen, dass das Wort in der Veranstaltung vorkommen würde, aber sie habe nicht gewusst, dass es so häufig sein würde. Otoo: “Trotzdem bin ich erst aufgestanden, als Herr Yücel anfing, das Publikum lauthals zu beschimpfen. Ich bin gegangen, weil ich nicht mehr Teil einer so respektlosen, verhöhnenden Diskussion sein wollte.” Sie wolle niemandem etwas verbieten, dazu habe sie ja auch gar keine staatliche Gewalt, sie wolle jedoch aufrufen: “Wenn ich für eine gendergerechte und rassismusfreie Sprache plädiere, dann, weil ich andere – und mich selber – für die eigenen Privilegien zu sensibilisieren versuche. Auch mittels Sprache kann ich mich solidarisch zeigen und es kostet mich wenig. Die möglichen ästhetischen Kosten (dieses Binnen-I sieht so hässlich aus!) erscheinen mir als das kleinere Übel gegenüber den Zumutungen, denen marginalisierte Menschen sonst täglich ausgesetzt sind. Sie haben keine Wahl.”

Chefredakteurin Ines Pohl und der Leiter des taz.labs, Jan Feddersen, haben gemeinsam ihr Bedauern öffentlich gemacht. Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland warf Deniz Yücel in einem offenen Brief vor, er habe den Kolonialismus verharmlost, Genozide relativiert und sich als Moderator respektlos verhalten. Die Initiative verurteilt erneut die Benutzung des N-Wortes. Der Begriff werde “nach wie vor im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen und Alltagsdiskriminierung gegen Schwarze Menschen in Deutschland verwendet” und sei “integraler Bestandteil rassistischer Konzepte” gewesen. Es werde Zeit, “dass sich die taz, ebenso wie die breite Gesellschaft, endlich kritisch mit dem Thema Rassismus und Sprache auseinandersetzt” und die “Stimmen derjenigen ernst nimmt, die üblicherweise als die so genannten Anderen gelten” und die als “Expert_innen zum Themenfeld Rassismus und Diversity anzuerkennen” seien. Den offenen Brief haben zahlreiche Gruppen sowie mehrere hundert Menschen unterschrieben.

Unsere Chefredaktion hat darauf eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es heißt, die Redaktion habe in vielen Gesprächen – durchaus kontrovers – über den Vorfall, unseren Umgang damit und das Thema Sprache und Rassismus diskutiert. Rassismus sei für die taz inakzeptabel, Respekt im Umgang miteinander unabdingbar. Die Redaktion nehme die Vorwürfe, die im offenen Brief der ISD genannt werden, sehr ernst. Sie wisse, dass sich die taz, wie die Gesellschaft überhaupt, diesem Thema stellen müsse. Dabei müsse es um Grenzen gehen, die wir nicht überschreiten sollten, aber auch um die Frage, wann Diskussion unmöglich gemacht werde und wo Zensur beginne.

Die taz druckte eine ganze Seite Leserbriefe zu dem Thema und begann eine Debattenserie. Unser Redakteur Daniel Bax unterstellte in dem ersten Artikel Deniz Yücel einen “Willen zur Verhöhnung” und fragte: “Warum muss man ein Wort wie ‘Neger’ verwenden, wenn sich andere dadurch verletzt fühlen?” In einem zweiten Artikel antwortete Bettina Gaus: “Die Tatsache, dass es oft vernünftig ist, Betroffene selbst eine Sprachregelung treffen zu lassen, heißt jedoch nicht, dass im Konfliktfall alle anderen zu schweigen hätten. Diskriminierung bedeutet nicht nur Herabwürdigung, sondern auch Ausgrenzung. Wer meint, nur Betroffene seien zu einem Urteil berechtigt, fördert selbst die Ausgrenzung.” Im dritten Teil der Debattenserie schrieb Hadija Haruna: “Sicher, es ist unbequem, sich bewusst zu machen, dass viele Worte eine Bedeutung haben, die über das hinausgehen, was man vielleicht sagen möchte. Doch leider können sich Menschen einer rassistischen Sprache bedienen, obwohl schwarze Menschen, Schwule und Lesben, Sinti oder Muslime zu ihrem Freundeskreis zählen. Und dass sie es nicht rassistisch gemeint haben, ist kein Argument dafür, dass ihre Sprache nicht auch rassistische Spuren aufweist.”

Korrektur: In einer ersten Version dieses Textes hieß es, Saraya Gomis habe auf ihrer Facebook-Seite von ihrem Gespräch mit Ines Pohl berichtet. Tatsächlich geschah dies auf unserer Facebook-Seite. Danke an “taz watch” für den Hinweis, der Fehler ist korrigiert.

Zweite Korrektur: In dem Text hatte ich ursprünglich die Aussage der Polizisten wiedergegeben, die Teilnehmer der Aktion sollten sich, wenn sie in zwei Wochen wiederkommen, vorher noch mal melden. Daraus schloss ich: “Offenbar war die Aktion vorher nicht als Versammlung angemeldet worden.” Inzwischen hat “taz watch” erklärt, dass die Aktion sehr wohl bei der Polizei angemeldet war. Ich habe meine gegenteilige Mutmaßung daher aus dem Artikel entfernt.

Kommentare (84)

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  1. K.Eisner: Ich fand die Situation nicht brenzlig.

    Worum geht es denn?

  2. Hallo ARMES taz-team, ja, ich seh schon anhand der aggresiven Leute, die vor dem Gebäude der taz stehen, wie brenzlig die Situation für euch war.
    Leider habt ihr es wohl immer noch nicht verstanden worum es geht.

  3. Man sollte den zitierten Ausschnitt aus Kings Rede, sowie das darin enthaltene, heiß diskutierte Wort, in seinem historischen Kontext sehen. Anstatt vom Stand der heutigen Sprachentwicklung auszugehen, und so aktuelle Standards auf die Vergangenheit anzuwenden, sollte man dem Fakt Rechnung tragen, dass jede Generation bei der Anwendung der ihr gegebenen Sprache, den Worten ihren eigenen Kontext, ihren eigenen Sinn gibt – der Gebrauch kann dabei auch ambivalenten Charakters sein, wie das Bsp. gut zeigt. Es ist sehr gut, dass wir heutzutage sensibler mit dem Gebrauch bestimmter instrumentalisierter, diskriminierender Wörter umgehen, trotzdem ist es falsch, diese in Reden aus der Zeit einfach zu zensieren. Der Fakt, dass sich manche über den Gebrauch des Wortes in einer Rede eines DER Kämpfer für die Rechte der Schwarzen dermaßen beschweren, lässt sogar den Verdacht der Verdrängung zu – die Motivation, für Toleranz einzustehen ist in diesem Verhalten nicht mehr erkennbar. Stattdessen nur ein blindes, Vorgehen gegen alles was irgendwie ins Feindbild passt. Dieses Feindbild – rassistisches Verhalten im Allgemeinen – ist nicht, was mich stört, sondern seine naive Anwendung. Bloß weil keiner mehr Nigger sagt, ist die Geschichte nicht ungeschehen gemacht. Man muss sich mit erschreckenden Realitäten der Vergangenheit jedoch auf eine objektive Weise auseinandersetzen, ohne sie aus ihrem historischen Kontext zu reißen, aber natürlich auch ohne die eigenen Werte zu vergessen. Und das geht nur, wenn man die Dinge beim Namen nennt, anstatt die – in diesem Kontext – harte Geschichte durch Euphemismen aufzuhübschen und zu zensieren.

  4. “Doch leider können sich Menschen einer rassistischen Sprache bedienen, obwohl “schwarze Menschen”….zu ihrem Freundeskreis zählen.”

    “Schwarze Menschen”? Ist das nicht lediglich ein anderer Begriff für “N….”, denn was bedeutet das Wort “N….” denn überhaupt? Nun, es stammt von dem lateinischen Adjektiv “Negro” ab, was schlicht und einfach “Schwarz” meint. Aha. Und was sind dann Asiaten in den Augen von Hadija Haruna? “Gelbe Menschen”? Und die indigenen Nord- und Südamerikaner? “Rothäute”, bzw. “rote Menschen”? Und die Europäer? “Langnasen”?, so wie uns ua. die Chinesen nennen? Und warum steht der Begriff “Weisse(Menschen)” für Europäer eigentlich nie bei irgendwem unter schlimmen Rassismus- und Dikriminierungsverdacht, wo er doch auch, wie in allen anderen Beispielen auf sehr pauschalierende Art_und_Weise die jeweilige Pigmentierung einer menschlichen Haut mit einem Individum in einem Zusammenhang, in einem Kontext bringt? Bin ich da eigentlich der einzigste, der darin eine ziemlich krude, verlogene Doppelmoral sieht?

    Fazit: Offenbar weist die Sprache von Hadija Haruna auch rassistische Spuren auf, was sie sicher nicht so gemeint hat, was aber kein Argument dafür ist, ihr diesen linguistischen Betriebsunfall durchgehen zu lassen. Naja okay. Kann ja mal passieren. Man sollte aber, wenn man selbst auch nicht der mega-total fehlerfreie Mensch ist, dann bitte nicht allzu selbstgerecht den moralisch engierten Zeigefinger allzu bigott auf andere weisen und jene “Sünder” vor dem Korrektheitsgott selbstgefällig und dünkelhaft verurteilen, abstrafen, belehren und erziehen wollen. Das kommt nämlich idR. ziemlich arrogant rüber und diskreditiert alles, was man mit seiner Tun eigentlich erreichen wollte.

    Ps. Vielleicht sollte man statt “schwarze Menschen” einfach “Menschen mit afrikanischer….europäischer….asiatischer, oder sonstiger Herkunft” sagen. Wäre ja viel neutraler und passender.

  5. Also in dem Zusammenhang und vor allem mit der -antirassischten- Intention
    kann ich Yücels’s festhalten am -rofl- N-Wort gut verstehen. Menschen mögen da unterschiedlich sensibel sein, aber wenn mich z.B. Amis heute noch als “Krauts” titulieren, kann ich das gut verstehen. Gegen Nazi hilft nur Klarstellung, ebenso wie ich neben den meisten Türken auch immer mal wieder ‘nem Guffel begegne, zum Glück sind die meisten Türks mitlerweile so schlau, dass sie sowas von sich aus unterbinden.Neger in einem Zitat von Luther King, sagte der Nigger oder was ?? Bimbo ? oo, watn Schmarrn..

  6. Grundsätzlich gehört jedes Wort zur Sprache, egal wie es sich anhört.
    Das Wort soll komunikation Fördern, nicht einschränken.
    Jeder Verbot eines Wortes, verbietet auch freie Komunikation.
    Es kann nicht sein, dass durch Milchmädchenrechnung ein wort verboten wird, um danach zu hoffen, dass es danach keine Diskriminierung mehr gibt.
    Jeder Mensch soll das Vertrauen aller besitzen, dass er jedes wort benutzen darf, um somit Komunikation(egal in welche Richtung sie geht)in bewegung halten zu können.
    Ich kann allerdings auch die Menschen verstehen, die sich verletzt fühlen.
    Leider ist aber die direkte konfrontation mit der Realität, immernoch die beste Form, der Bewältigung.Realität kann weh tun, allerdings verhilft sie auch dazu, sich weiter zu entwickeln.

    • Gehören Schwuchtel, Spasti und Fettsack auch dazu? Dann darf ja in Zukunft jeder jedes Wort benutzen und Menschen verletzen und beleidigen. Super! Hoch lebe die Meinungsfreiheit. Fühlt sich immer am besten für die an, die nicht betroffen sind.

  7. Ich würde gern die Kommentare lesen

  8. Eine Gegendemo würde ich organisieren, wenn Berlin nicht so weit weg wäre!
    Aus Lotta aus der Krachmacherstraße, Pippi Langstrumpf, der kleinen Hexe und anderen sprachoptimierten Kinderbüchern würde ich rezitieren und mir ein Tablet umhängen mit diesem Youtube Video: http://www.youtube.com/watch?v=tAdyJe13Hmc
    Einen Bauchladen mir Negerkussbrötchen und Zigeunerwürstel würde ich mir umbinden und nebenbei den Yücel’s Purlitzer Bügelbrett Preis aufbauen und dort Wäsche bügeln für den, der es braucht und mit einem großem Plakat Pressefreiheit für Deniz Yücel fordern. Die Redaktion der taz rückt ja mittlerweile komplett von Yücel ab: “Unserem Redakteur Deniz Yücel war die Moderation leider entglitten, die Schriftstellerin Sharon Otoo verließ unter Protest das Podium.”, obwohl es auch andere gegenteilige Artikel in der taz gab. Unter der “die taz druckte eine ganze Seite Leserbriefe zu dem Thema” las ich nur ziemlich zensierte und der Redaktion genehmen Artikel und diese sind dann veröffentlicht worden. Die Kommentarfunktion bei dem “dritten Teil der Debattenserie” von einem ISD Mitglied wurde komplett deaktiviert. Schade, dass die Redaktion jetzt komplett einknickt, denn Neger (Opfer?) haben immer Recht! Sorry, aber ich bin komplett gegen den Sprachtotalitarismus des ISD. Die Meinung “so etwas hätte ich von einer linken Zeitung nicht erwartet” kann ich zwar nachvollziehen, doch ich habe bisher den liberalen, freigeistigen und konstruktiven Umgang mit diesem Thema der taz geschätzt.
    Meine Kinder lieben den vom ISD verbotenen Negerkönig aus Taka Tuka Land und ich werde Ihnen weiterhin aus Lotta aus der Krachmacherstraße vom Negersklaven vorlesen. A. Lindgren hat nicht nur in den 50’ern verstanden, die Welt zu beschreiben, wie sie nur Kinder sehen können. Spätesten, wenn sie in ein paar Jahren Django sehen, werden sie begreifen, dass Neger (Nigger) ein zu vermeidendes Wort ist. Mit Verboten oder Zensur erreicht man meist nur das Gegenteil.
    Wirklich Kindergartenniveau! Dem taz Artikel von D. Yücel “Liebe N-Wörter, ihr habt ‘nen Knall” ist auch nichts mehr hinzuzufügen.
    Ladet doch bei der nächsten Podiumsdiskussion bitte mal jemanden ein der WIRKLICH Ahnung von der Materie hat und nicht beim ersten “der hat Neger(Jehova) gesagt” mit Betroffenheitsgejohle die Tribüne verlässt z.B. den amerikanischen und schwarzen Entertainer Ron Williams. Er wurde übrigens 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Engagement gg. Rassismus ausgezeichnet.
    Viele Grüße
    Der alte Fritz – nur echt mit dem Sarottimohr

    • dieses unterirdische Niveau findet in der taz nun eine feste Bleibe. Als ein Opfer von Zensur – wie Sarrazzin: “Man wird doch wohl noch sagen dürfen.”

  9. Wie kann ich die Kommentare einsehen?

  10. Nein: Welche denn?

  11. “Kulturwissenschaftsspakos” nennt Yücel Kritiker seiner Lieblingswortwahl (er hält ja auffällig verbissen dran fest). Soviel ich weiß, leitet sich das umgangssprachlich pejorative “Spako” von “Spastiker” also dem spastisch Gelähmten ergo Behinderten ab. Und dieser autoritäre Besserwisser will etwas von rassistischer Sprache verstehen? Dass die TAZ bisher nicht gewillt ist, klar Stellung zu beziehen, lässt tief blicken. Wir sehen, nicht zuletzt an den “verständigen” Kommentaren: Rassismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen (Interessant auch Frau Melli K.s Meinung zu Roma, die es angeblich gar nicht gäbe. Vielleicht macht sie sich mal schlau über Herkunft und Bedeutung des Wortes “Rom”? Dass Roma AUCH Bulgaren, Rumänen usw. sind, auf diese Idee verfällt sie gar nicht erst). Yücels bis dato unreflektierte Haltung zu seiner Entgleisung spricht jedenfalls Bände. Mit Schaudern wende ich mich ab und lese lieber andere Zeitungen.

  12. Die Gesellschaft kann sich ein Wort auch zurückerobern. Nach meinem Verständnis hat es in diesem Sinne auch Martin Luther King benutzt.

  13. Wo ist eigentlich Andreas Speit?

  14. Deniz! Halt durch! Lass Dich nicht zensieren. Kämpfe weiterhin gegen Rassismus und bediene Dich dabei klarer Sprache.

    Sieh bei all dem auch das positive. So bekommt das Thema (und Du) immerhin Aufmerksamkeit.

  15. @Fred

    Na Sie Held,
    dann versuchen Sie sich mal an einer King-Übersetzung, die der Tatsache gerecht wird, dass King “Negro” sagt.

  16. zitatverbot durch agressive zuschauer. und da soll man als moderator ruhig und gelassen bleiben?

    holt euch doch nächstes mal markus lanz!

  17. Wenn Martin Luther damals das Wort “negro” verwandte, dann duchaus im Bewusstsein, dass die Gegenseite dieses Wort eben negativ besetzte.
    Ich als sofort erkenntlicher nicht Bioeinheimischer verwende gerne das Wort “Scheissausländer” wenn ich von Ausländerfeindlichkeit resp. der Ablehnung von “Papiereinheimischen” rede/schreibe. Denn nur die Sprache der GegnerInnen entlarvt sie.
    Klar schauen mich dann manchmal Leute seltsam an, aber falsch verstanden wurde ich diesbezüglich nur von xenophoben Reinblutidioten.
    FreundInnen sagen mir manchmal, ich solle mich “doch nicht so” haben, “ich” sei ja garnicht gemeint mit den bösen Worten.
    Doch, bin ich. Und ich lege Wert darauf genau diese Worte meinen KommunikationspartnerInnen um die Ohren/Augen zu knallen, weil nur im Gebrauch dieser Worte der Unsinn so hervorsticht.
    Was wäre denn hier für “negro” die Übersetzung der Luther-Rede heute 2012/13?
    Etwa “US-AmerikanerInnen mit Entführungs-, Folter-, Ausbeutungs- und Mordhintergrund”?
    Das könnte auch ganz falsch verstanden werden, weil: nix mit deutsche Sprach logisch und klar.
    Macht euch nicht lächerlich!

  18. @e.i.p.

    “(…) will ich ausdrücken, das Diskriminierung und Unterdrückung nicht an einem Wort festgemacht werden können”

    Diese “Meinung” haben sie dann wohl exklusiv. Schauen sie sich doch bitte zum Beispiel mal an, wie die heutige Rechtsprechung mit dem Beriff “Kaffer” umgeht:

    Der Begriff stammt ursprünglich ab vom arabischen Kufr (“Ungläubiger”), als auch vom jiddischen kafer (“Bauer”).

    “Namensgebungen wie Kaffernbüffel, Britisch-Kaffraria, Kaffrarian Museum oder Kaffir Express (Zeitschrift einer Missionsschule im 19. Jahrhundert) lassen erkennen, dass der Ausdruck anfangs weniger wertend gebraucht wurde. In den Zeiten der Kolonialisierung und der Apartheid dagegen wurde er als Schimpfwort verwendet.” (Wikipedia)

    Der Bezug auf das diskriminierende und rassistische System der Apartheid ist so stark, dass die Verwendung dieses Wortes in Südafrika heute als “Hate Speech” (Volksverhetzung) unter Strafe steht.

    Diskriminierung und Unterdrückung können also SEHR WOHL an einem Wort festgemacht werden. Wer dies leugnet, zeigt damit nur, dass sie/er selbst nie Opfer einer solchen Unterdrückung gewesen ist und dass ihr/ihm die empathischen Möglichkeiten fehlen, dies bei anderen anzuerkennen.

  19. Jetzt muss ich doch noch mal, extra für FFF eine kleine Nachhilfe in Sachen Musik: Regea, Hip Hop und Rap haben ganz klar ihren Ursprung in Afrika, (Auch wenn es natürlich inzwischen etliche Weiße gibt, die das – oft mehr schlecht als recht – machen) ebenso wie natürlich Samba, Salsa, Blues, Funk und Soul – und auch der Rock’n Roll ist von schwarzer Musik beeinflusst. Schließlich war Chuck Berry, einer der ersten Rock’n Roller ein Schwarzer.
    Fast möchte ich behaupten, der größte Teil der derzeit populären Musik hat afrikanische Wurzeln und natürlich gibt es auch in Afrika selbst eine Menge interessanter Musik, die sich wiederum an europäischen Vorbildern orientiert. So viel. Ich bin also keineswegs auf Hip Hop als Beispiel schwarzer Musik und Kultur fixiert. Auch was die ISD ist, ist mir sehr wohl bekannt und ich habe bereits meine persönlichen Erfahrungen mit dieser Vereinigung gemacht. Die waren so im Stil des Textes mit dem Sie mich hier verunglimpfen wollen. Anyway, es ist mir ziemlich egal ob Sie oder andere mich für rassistisch halten, meine Meinung tue ich trotzdem kund.
    In diesem Sinne, mit freundlichen Grüßen Ihre
    waschechte deutsche Mittelklasserassistin

  20. @ Alle die der Meinung sind, dass man die Übersetzung von “Negro” zum deutschen “Neger” in der Rede Martin Luther Kings nicht überdenken sollte:

    Vielleicht einfach mal daran denken, dass bis in die 60er Jahre beispielsweise im “Duden”, die Begriffserklärung des Wortes “Neger” den Vorstellungen der nationalsozialistischen Rassenlehre entsprach. Schon vergessen?
    Der Irrglauben “Neger” hätte keine eigene sehr deutsche Bedeutung, liegt wohl hauptsächlich darin begründet, dass die untrennbare Verbindung des Wortes mit einer Rassenideologie bis heute kaum aufgearbeitet wurde.

    Ich bin wirklich begeistert von Leuten, die einen naiven Glauben zeigen, man könne ein Wort mit einer eigenen Bedeutung in der einen Sprache, mit einem Wort mit eigener Bedeutung in einer anderen Sprache, wirr vertauschen.

    @ E.i.P:
    Klasse. Ich gratuliere dazu, dass sie das “N-Wort” nicht benutzen. Ansonsten denken sie aber dennoch in rassistischen Klischees.

    [Zitat] Aber – nur um das Klarzustellen: über “Afrikanische Kultur” habe ich tatsächlich nicht geschrieben, sondern “schwarze Kultur heutzutage”…, und dachte dabei wohl eher an Reggea und Hip Hop.[Zitat Ende]

    Grossartig. Ihre “Schwarze Kultur heutzutage” klingt ja ähnlich wie die (bestimmt ganz neutralen) Vorwürfe der “Negermusik” gegen Elvis Presley und Co., als sie Rythm & Blues für die Entwicklung des Rock ’n’ Roll verwendeten.

    Kleiner Tip: Reggae und Hip Hop sind längst wesentlich weniger von der Hautfarbe der Künstler abhängig, als es da ein E.i.P. wahrhaben will. Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind auch nicht kulturell darauf beschränkt, sich lediglich im Reggae- und Hip Hop-Bereich zu tummeln.

    Aber danke für die offene Darstellung von rassistischen Vorurteilen.

    Schlimmer ist diese merkwürdige Argumentation, die ISD, könnte sich doch mit wichtigeren Themen (natürlich hauptsächlich in Afrika angesiedelt) befassen, statt sich mit den rassistischen Überbleibseln in der deutschen Spache zu beschäftigen, ist doch wohl irgendwie absurd?

    Schon mal daran gedacht, dass “ISD” für “Initiative Schwarze Menschen in Deutschland” steht und dementsprechend durchaus eine Betroffenheit vor Ort vorhanden ist?

    Was soll denn das überhaupt heißen? Schwarze Menschen in Deutschland sollen sich doch nicht so haben und das Wort “Neger” (das man in der Deutschen Sprachgeschichte kaum als “neutral” bezeichnen kann) hinnehmen, weil sie doch in Deutschland so viel privilegierter sind, als schwarze Menschen in Afrika?

    Kernaussage von E.i.P.also:
    Der “Neger” in Deutschland soll sich nicht so haben, er wird doch hier sonst so gut behandelt?

    Gratuliere E.i.P., waschechter Mittelklasserassismus in Reinform.

    Zum Kotzen.

  21. @E.i.P

    Danke ebenfalls für Ihre Antwort. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass keine Unterstellung eines Nicht-Wissens über den afrikanischen Kontinent intendiert war. Ich habe verstanden, dass für Sie die Diskussion beendet ist und respektiere dies. Eine letzte Anmerkung dann auch meinerseits: Vielleicht völlig zu Unrecht habe ich den oben stehenden Artikel über taz watch als Artikel über taz watch verstanden. Nicht als einen Bericht über den ISD.
    Wenn ich auf der taz watch-Seite nachlese, dann steht dort u.a. geschrieben, dass sie “(…) keine Organisation sind, keiner Partei oder Institution zugehörig sind; (…)” und dass “Es geht hier weder im Alleinstellungsmerkmal um Schwarze Menschen” ginge.
    Das war es dann nun auch für mich.

  22. NRJ:
    Stimmt, Sie werde ich vermutlich nie verstehen. Leider bin ich auch dem Kindergarten seit ein paar Jahren entwachsen und nicht mehr ganz so empfänglich für pädagogische Maßnahmen. Aber – nur um das Klarzustellen: über “Afrikanische Kultur” habe ich tatsächlich nicht geschrieben, sondern “schwarze Kultur heutzutage”…, und dachte dabei wohl eher an Reggea und Hip Hop. Sorry! Ich würde übrigens auch nicht behaupten, dass “Minderheiten” egal welche, hier überhaupt nicht diskriminiert werden oder es absolut keine Feindseligkeiten gegen schwarze Menschen gibt. Auch benutze ich das bewusste Wörtchen nicht und plädiere nicht für seine weitere Verbreitung. Punkt.

    SG,
    das Letzte möchte ich auch Ihnen sagen. (Danke auch für Ihre Antwort!) Es geht mir bei dieser Debatte hauptsächlich um die hysterische Art und Weise, wie sie geführt wird. Sie denken offensichtlich, ich habe keine Ahnung, wie die Verhältnisse in Afrika heutzutage sind, dem ist allerdings nicht so. Ich beschäftige mich seit einigen Jahren damit (zumindest dem Zetral-Afrikanischen Raum), auch mit der Geschichte, die zu den heutigen Zuständen geführt hat. Und ich stimme Ihnen zu, dass es dort auch viel Kreativität gibt, die Hoffnung macht. Leider hat die Hoffnung es aber nicht so leicht in Anbetracht der mächtigen Interessenskonflikte, die dort ausgetragen werden. (Ein Thema, über das wir diskutieren könnten) Ich sehe im Moment vor allem viel Leid, das durch Kriege, Machtkämpfe und unfähige Führer verursacht wird. Und gerade das ist der Grund, warum ich Art der Diskussion, wie sie von der ISD geführt wird so unerträglich finde. Denn das vorherrschende Argument ist doch immer wieder die persönliche Betroffenheit. (“Ich als Schwarze/r fühle Schmerzen bei der Erwähnung dieses Wortes, kann es nicht ertragen”). Entschuldigung, aber bei diesem Argument fühle ich einfach nur Schmerzen. Weil ich an die vielen schwarzen Menschen denke, die nicht so priviligiert sind in Deutschland zu leben und wirklich leiden unter Krieg, Hunger, Mangel etc…. Mag sein, dass das irgendwie überheblich ist, ist mir ehrlich gesagt aber auch egal, Sorry. Ich denke auch, wer von anderen Respekt erwartet, soll mit seinem Gegenüber auch respektvoll umgehen. Und bei einer Podiumsdiskussion ist es nun einmal üblich, den Vortragenden ausreden zu lassen. Oder sehe ich das falsch? Die Leute jedenfalls, die hier den Respekt für ihr eigenes Anliegen einfordern, sind mit Yücel auch nicht unbedingt so respektvoll umgegangen. (Ist ja auch nur ein Türke!?)
    Nun ja, die Diskussion könnte endlos weiterhehen, ist für mich aber hier beendet. Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

  23. @e.i.p. ich berichtige mich: Sie sagten nicht “Afrikanische” sondern “schwarze” – Kultur das macht für mich trotzdem kein Unterschied, wenn ich beim Kern des Problems bleibe.

  24. @e.i.p.: ich fürchte, Sie haben das immer noch nicht verstanden. Versuchen Sie mal bitte außerhalb der Box zu denken: Der Punkt ist dieser: Sie definieren fremd, also bestimmen Sie auch fremd. Und damit latschen Sie über die Grenzen anderer. Ich frage mich immer noch, mit welcher Berichtigung Sie sich über andere erheben wollen. Sie wissen nicht wovon Sie reden – nochmal! Außerdem widersprechen Sie sich. Ist die “Afrikanische Kultur” nun “in”, lt. Ihrer ersten Ausführung hier, oder haben Sie “nichts” von “Afrikanischer Kultur” gesagt, wie Sie ein paar Stellungnahmen später behaupten.? Haben Sie nun die Juden in dem erstgenannten Thread mit den Schwarzen verglichen oder nicht? Finden Sie nicht, dass Sie sich hier etwas unglaubwürdig machen? Sie können noch so tief in Ihrer Argumentationskiste greifen: Mich überzeugt das alles nicht. Adios!

  25. @Schwarzer Rauch:

    Ihre Wortwahl und Ihre Art Vergleiche anzustellen lässt mich fragen wie sachsentreu ihre Einstellung ist und welche vermeintliche Mehrheit Sie repräsentieren? Oder würden Sie nicht am liebsten Roß und Reiter beim Namen nennen wollen?

  26. @E.i.P

    Sie müssen sich nicht entschuldigen, denn nur wenige von uns können 24 Stunden am Tag vor dem Computer sitzen, geschweige denn Kommentare verfolgen, die meist ad hoc aus einer persönlichen Betroffenheit geschrieben werden.
    Wahrscheinlich ist dies das wahre Drama dieser Form der Kommunikation. Das wir in dieser Form gar nicht mehr herausfinden wollen, was uns der andere sagen möchte. Ich sage damit nicht, dass wir einer Meinung sein sollten, doch dass es unser Interesse sein sollte zu verstehen. Dass wir nachfragen. Deshalb bitte ich mit Verlaub um die eine Erklärung, warum Sie die Betroffenheit überhaupt relativieren wollen. Ich wähle ein Beispiel, obwohl ich -auch aus oben stehenden Kommentaren- gelernt habe wie riskant das sein kann: Die Kinderarmut in Deutschland relativiert sich für das Subjekt doch auch nicht, weil andere Kinder noch größeren Hunger leiden.
    Und eine weitere Frage. Die meisten Menschen werden Ihnen wohl zustimmen, dass ein Wort alleine noch keine Diskriminierung ausmacht. Da Sprache jedoch kein festgeschriebener Zustand, sondern Handlung, Spiegelbild und Konstruktion ist, bettet sie sich ein in ein System. Wieso beharren Sie also so sehr auf das eine Wort, welches ja eben Sinnbild des Systems sein soll.
    Und wenn ich mich erdreisten darf anzumerken, dann um das Folgende (sicher bekannte) loszuwerden: Afrika ist ein Kontinent und hat ebenso wie der europäische Kontinent mit Korruption, Gewalt und Despoten (und Schlimmeren) zu kämpfen. Afrika ist ebenso voller Begabung, Forschergeist, Erneuerung, Wissenschaft, Kreativität, wirtschaftlichem Erfolg; wbenso wie Europa oder Asien oder…
    Unser Augenmerk liegt so oft bei den Defiziten, bei den Mängeln und wir werten so gerne ab. Es wäre schön, menschlicher,ökonomischer und fortschrittlicher dies nicht zu tun.

  27. gut gemeinter Tip an Euch tazler:

    bitte nie Schwarzbrot in der Kantine essen. Das ist Rassismus und Sexismus

  28. taz hat Angst vor ein bisschen Kritik und friedlich Demonstierenden?

  29. @ S.G.
    Entschuldigung, dass ich erst jetzt geschafft habe, ihren Kommentar zu lesen, ich sehe, dass Ihre Ausführungen tatsächlich einer Erwiderung bedürfen.
    Meine Äußerungen bezüglich der “Opfer” oder “Anwälte der Opfer” beziehen sich ganz konkret auf die Leute, die hier vor der taz stehen um zu protestieren. Und wie ich schon vorher angeführt habe, ich hatte nie vor, Juden und Schwarze hier irgendwie gleichzusetzen, sondern es ging mir um die Relativierung der Betroffenheit. Auch Sie haben offensichtlich meinen Kommentar nicht gut gelesen oder verstanden. >>> ” Sie leiden, auch wenn sie nicht mehr “N-Wörter” genannt werden, auch wenn ihre Länder ganz offiziell keine Kolonien mehr sind.” <<<< Mit diesem Satz will ich ausdrücken, das Diskriminierung und Unterdrückung nicht an einem Wort festgemacht werden können. Aber vielleicht fällt Ihnen ja auch auf, dass der Satz seinen Sinn nicht so ganz erschließt, wenn ich das bewusste Wort nicht ausschreibe. Also, noch einmal in deutlichen Worten: Ich will hier Nichts verharmlosen, weder die Sklaverei noch die schlimmen Folgen der Kolonisation oder die Leiden der Menschen, die damit zu leben hatten. Im Gegenteil will ich sagen, dass es reine Augenwischerei ist, wenn ein Wort aus dem Sprachschatz verbannt wird, weil es an schlimme Zeiten erinnert. Ich fände es sinnvoller, die Geschehnisse dieser Zeiten aufzuarbeiten und sich evtl. für die Menschen einzusetzen, die noch heute mit den Folgen der Kolonisation zu kämpfen haben. Nichts anderes.

  30. Klassischer Fall von Hybris – nach Abhören der Audioaufzeichnung erscheint mir Yücel als selbstverliebter Hysteriker.

  31. Wenn mir als Sachse nun in den Sinn kommen würde, nicht mehr als Sachse bezeichnet werden zu wollen, weil dies ja negative Assoziationen (Ossi, schrecklicher Dialekt,…) hervorrufen würde und mich auf meine Herkunft reduzieren würde, dürfen dann alle Leute nicht mehr Sachse sagen? Der Zigeuner darf es ja schließlich auch.

    Wenn man es versucht, wirklich allen Quenglern, vermeintlichen Opfern, Unterdrückten und Minderheiten recht zu machen, dann sollten wir uns bald von Worten als Kommunikationsform verabschieden..

  32. Q NRJ:
    “Wenn ich nicht als ‘doofe Kuh’ oder Schlimmeres bezeichnet werden möchte, dann erwarte ich doch auch, dass mein Gegenüber dies respektiert” …. “Genau für Leute wie Sie, liebe E.I.P, wurde dieses Beispiel aufgeführt. Weil Sie anscheinend– sich vor der echten Auseinandersetzung mit dem Thema drückend – einfach nicht in der Lage sind, zu begreifen, worum es hier eigentlich wirklich geht.”

    Doch, ich weiß genau, worum es hier geht – wenn mein Gegenüber nicht als doofe Kuh tituliert werden will, darf ich das Wort “Kuh” überhaupt nicht mehr verwenden und muss stattdessen “K-Wort” sagen, oder “Nutztier, das Milch gibt”. Das meinten Sie doch, oder?

  33. Ich habe hier einen Gedichtband von May Ayim, der Band ist fast vor zwanzig Jahren erschienen und die Allergie gegen Neger besteht schon dort. May Ayim haette sich aber nicht ueber den Kontext des Zitats als just facts aufgeregt. Schwarze Intellektuelle in den 60ern benutzten das Wort negro staendig, negro ging durch. Es gibt poetry Sammelbaende usw von schwarzen Verlagen aus der Zeit (60ies,70ies) die kein Problem mit dem Wort haben. May Ayim hat die afrodeutschen Basicgruppen mitgegruendet.

    Das N-Wort hat sich nie auf negro bezogen. Da gibts ein anderes. Auch dort sind Leute wie Ishmael Reed und andere gegen das Entfernen dieses Wortes aus historischen Quellen und Kontext.

    May Ayim griff nicht die taz an. Es war vielmehr zitty wegen Sexismus und Rassismus.

    Wer das N-Wort auf negro dermassen erweitert macht knallharte Identitaetspolitik. Identity vor responsibility.

    May Ayim analysierte die Hintergruende und dabei fiel vielmehr auf, dass die Allergie gegen negro, Neger vielmehr an negativen Konnotationen festgemacht wird. Bspw. das Boese sei immer schwarz. Das schwarze Schaf. Nega…..tiv. Negrativ. Negra waere die weibl Form von negro. Und alles Positive und Reine ist weiss. Fuer manche schwingt schon bei der phonalen Naehe von Negativ, negro, negieren ein sublinguistischer Angriff mit. Weisse koennten auch so anfangen, weiss/scheiss – eine Reaktion darauf nennt man neurotisch, wenn keinerlei entsprechende Intention dahinter steckte.

    Meine schwarzen TShirts usw sind in der Regel sauber. Anstatt sich aufzuregen, sollten die Leute ein Vokabular finden, was aus der Sektiererei hilft. Die Aufregung ist Macht u knallharte Identitaetspolitik.

  34. @e.i.p. sigh…

  35. Schön wenn sich Linke gegenseitig beschäftigen dank Engstirnigkeit. Hauptsache jeder in seinem eigenen Tunnel, so werden wir die Welt verändern – ganz bestimmt.

    Wer sich durch Vorlesen eines Zitats (selbst wenns übersetzt wurde) vom Vorleser persönlich angegriffen fühlt, muss Probleme haben die erstmal innerhalb des eigenen Körpers gelöst werden sollten. Sonst kann man die Situation ganz leicht auch als Diskriminierung des Vorlesers interpretieren.

    Wenn dann ein Zyniker mit “Geh Bügeln” reagiert ist das mehr als logisch.

  36. HAAAAALLLLLLLOOOOOOOO!!!!

    Ihr lieben Menschen,

    es geht hier doch gar nicht um persönliche Betroffenheit oder Verfälschungswillen oder, oder… auch wenn Betroffenheit auf persönlicher Ebene natürlich existiert und es auch gerechtfertigt ist über Adaptationen, Neueditionen, usw. zu sprechen. Hier geht es auch nicht um Martin Luther King.
    Hier geht es doch um eine Sprache öffentlicher Zeitungen (in diesem Fall der taz), die anscheinend Rassismen (ob nun bewusst oder “unbewusst”) und Diskriminierungen enthält.
    Könnt ihr euch damit vielleicht mal auseinandersetzen????
    Was soll das???? Was ist hier los???
    Muss doch möglich sein, sich damit auseinanderzusetzen. Mit der eigenen Sprache auseinandersetzen, das hört doch nie auf, da man sich selbst weiterentwickelt, die Gesellschaft in der man lebt und die Sprache selbst auch.
    Mensch, Mensch, Mensch…

  37. An E.i.P

    1) Punkto Kindergarten: A) Wie Sie schon richtig versinnbildlicht haben, steckt in Sprache eben auch Gewalt (…“wenn’s auch manchmal grob wird“), die, – vielleicht nicht immer für jeden von uns offensichtlich- sich auch hinter Begriffen „verstecken“ kann, die manche Menschen als unproblematisch für sich selbst und ihr eigenes Leben einstufen. Deswegen heißt es aber auch wohl, dass man nicht von sich selbst auf andere schließen soll… B) Könnten Sie „ehrliche Auseinandersetzung“ näher definieren? Aus Ihren Worten schließe ich, dass die Auseinandersetzung um die Rassismen in der taz ergo „unehrlich“ sei und bitte deshalb um eine nähere Erläuterung. C) Ihr Ziel scheint also ein Vertragen zu sein… Wie soll das aussehen? Wenn ich Ihre weiteren Ausführungen lese, komme ich zu dem Schluss, dass die sog. „Opfer“ und „Anwälte der Opfer“ einfach ihren Mund halten sollen.
    2) Punkto Argumentation um das N-Wort: A) Sie maßen sich an, Behauptungen aufzustellen, die sie selbst bei ein wenig Recherche erstens als falsch hätten identifizieren müssen (das N- Wort verharrte zeitlich, historisch, sozial, usw. und auch in seiner herabwürdigenden Funktion nicht in den Anfängen der europäischen Kolonisation) und zweitens gehen Sie davon aus „die“ Menschen und ihre Lebensgeschichte zu kennen. Mein Vater z.B. hat Kolonialismus erlebt, durfte seine Sprachen nicht sprechen, wurde als Geschichtslos gebrandmarkt, kulturell entwurzelt und ihm wurde jeglicher Wert nur zugesprochen, wenn er sich an von Weißen definierte sog. „Zivilisation“, hat messen lassen… (Es gäbe hier noch viel mehr zu sagen!). Und Sie wollen u.a. mir nun erzählen, was Sie da erzählen??? Und by the way… Namibia zum Beispiel ist in den 90er Jahren unabhängig geworden. Weiteres spare ich mir hier. B) Der konstruierte Begriff N ist NICHT NEUTRAL! Selbst wenn Sie nicht um seine geschichtlichen, gesellschaftlichen, kulturellen, usw. Zusammenhänge wissen oder dies ganz individuell für sich anders deuten, ändert dies nichts daran, denn Sprache beinhaltet Handeln und hat eine soziale Funktion. Ich schließe aus Ihren Worten allein, dass Sie nicht bereit sind, Ihre gewohnte Sprechpraxis aufzugeben. Benennen Sie das dann doch einfach so!
    3) Punkto Opferrolle: A) Über Ihre sprachliche Gleichsetzung Jude – N. sprechen Sie vielleicht einfach auch mal mit z.B. einer Person der jüdischen Gemeinde. Ich bin gespannt auf Ihren Bericht. B) Wenn Sie „die Betroffenen“ als überempfindlich bezeichnen, wollen Sie doch eigentlich nur, dass „die Betroffenen“ sich rechtfertigen müssen. Eine Position also einnehmen müssen, die es für Sie selbst es dann wieder ganz behaglich werden lässt. C) „Schwarze Kultur“ (eine Definition wäre hilfreich) ist also „in“?! Das klingt in meinen Ohren nach positivem Rassismus, aber wahrscheinlich haben Sie das völlig anders gemeint als ich es verstehe. D) Sollten Sie in Ihrem Kommentar auch auf taz watch eingehen, so frage ich mich, inwiefern sich hier jemand als Opfer stilisiert, der lediglich „Stop“ sagt und darüber hinaus nicht mal durchweg der von Ihnen definierten Opfergruppe „Schwarz“ angehört und deren Ziel es gar nicht ist, sich allein mit den Rassismen und Diskriminierungen einer einzelnen Minderheit zu beschäftigen.
    4) Punkto Engagement: A) Woher wissen Sie etwas über das weitere Engagement der taz watchler oder der Menschen, die hier Kommentare posten? Kennen Sie all diese Menschen persönlich? B) Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch neben Beruf, Familie, Freunden, Freizeit einen bestimmten Rahmen an Zeit zur Verfügung hat, in dem sie/er sich in irgendeiner Weise engagiert. Dem einen liegt die kranke Nachbarin besonders am Herzen, die andere trainiert ehrenamtlich eine Fußballmannschaft, der nächste macht aufmerksam auf Rassismus und Diskriminierung, die nächste lenkt unseren Blick auf andere Probleme in der Welt. Diese Vielfalt ist gut so.
    Genug gesagt

  38. Wie blöd ist das denn? Sorry, aber wenn man Martin Luther King nicht ORIGINAL IN SEINER(!!!) Sprache zitieren dürfen soll, wird dem Rezipienten seiner dann VERFÄLSCHTEN Worte die Möglichkkeit genommen, die Gefühle und Aussagen von King zu verstehen. Damit auch das Verständnis für die Befreiungsbewegung Schwarzer US Bürger.

    Man kann es ja nicht mögen, das N-Wort, aber aus der Geschichte Streichen und so tun, als ob es das Wort nicht gegeben hätte, Martin Luther King seine Worte stehlend seine Aussagen zu untergraben, hat viel mit fehlender Kognition zu tun, aber nichts, absolut nichts mit Rassismus.

    Im Gegenteil, es wäre rassistisch die Worte von Martin Luther King zu verfälschen und damit die Erinnerung an Ihn und den Befreiungskampf verblassen zu lassen.

  39. @Fred Ferrington Frost

    “Martin Luther King konnte wohl kaum “Neger” sagen, da er seine Rede ja wohl nicht auf “deutsch” hielt…”

    King sagte jedenfalls eindeutig nicht “black men and women” oder etwas ähnliches. “Negro” ist im Englischen heutzutage ähnlich negativ konnotiert wie “Neger” im Deutschen. Es ist heutzutage weniger hart rassistisch konnotiert als das Wort “nigger” und war zur Zeit der Rede Kings der üblichste und PCste Terminus. Und auch das Deutsche “Neger” hatte vor wenigen Jahren noch nicht dieselbe harte rassistische Note, sondern war eher eine neutrale Bezeichnung.

    Insofern ist das Wort “negro” in der King-Rede wesentlich korrekter mit “Neger” ins Deutsche übersetzt als mit “Schwarzer”. Weil eben deutlich wird, dass King im Englischen einen Begriff verwendet hat, den man heutzutage in der Regel als nicht mehr ganz PC empfinden würde. Von “Schwarzen” zu sprechen wäre eine Verfälschung.

    Reicht Ihnen das an Logik?

  40. also ich weiß nicht, ist das jetzt alles realsatire oder doch das richtige leben im valschen?

  41. warum wird meine antwort auf e.i.p.s beitrag hin nicht veröffentlicht? Zensiert die taz bzw. misst hier etwa mit zweierlei maß??? bitte veröffentlichen, damit auch andere sehen, was ich zu sagen habe.

    • NRJ: Leider können wir keine 24/7-Betreuung der Kommentare anbieten. Deshalb kann es schon mal die ein paar Stunden dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet wird; gerade am Wochenende.

  42. Max, diesen Link fand ich sehr interessant und aufschlussreich, auch für diese Diskussion. Jedenfalls, wenn man sich alles durchliest, was zum Thema dort zu lesen ist. Haben Sie das?

  43. markos 1:
    1. Ich gebrauche das Wort “Neger” nicht umgangssprachlich, im Gegensatz zu vielen jungen Schwarzen in meinem Bekanntenkreis.
    2. Ich habe nichts gesagt von “Schwarzer Kultur”, der “Judenvergleich” war einfach nur ein Mittel, eine Relation zur Betroffenheit herzustellen. Es geht auch um “sich engagieren” gegen Ungerechtigkeit. Und ich finde es einfach unverhältismäßig, wieviel Engergie von einigen Leuten in die Bekämpfung eines “falschen Begriffes” gesteckt wird.
    Auch wäre nichts zu sagen, wenn es möglich wäre diese Diskussion irgendwie sachlich zu führen, aber es kommt von Seiten der “Betroffenen” rüber als eine Betroffenheitsgeschichte, von wegen “ich kann dieses Wort nicht ertragen” – genau das ist mein Kritikpunkt. Es gibt einfach zu viele Menschen, die ein Schicksal zu ertragen haben, dass sie nicht tragen wollen, schwere Ungerechtigkeiten, Tyrannei, Folter, Krieg … und ihr beschwert euch über ein Wort, das euch unerträglich scheint!!! Nein, sorry, das kann ich einfach nicht nachvollziehen! Und dann die endlosen Debatten über den Ursprung des gewissen Wortes oder die genaue Bedeutung des Wortes Negro – es gibt diese verschiedenen Sichtweisen und Übersetzungen nun einmal und es ist doch einfach nur total simplifizierend zu verlangen, dass Keiner mehr ein bestimmtes Wort in den Mund nimmt, und sei es nur als Zitat.
    Vermutlich gehört auch Yücel zu den Leuten, die umgangssprachlich von “Schwarzen” oder “Afrodeutschen”, “Afroamerikanern”, etc. reden. (Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass selten von “Afrofranzosen” oder “Afrobriten” die Rede ist? Nur so am Rande.) Nur wird offensichtlich Jeder, der darauf hinweisen möchte, dass “N-Wort” nun mal nicht in jedem Fall der optimale Ersatz für das von Ihnen inkriminierte Wort ist, beschuldigt, dieses gewisse Wörtchen auch umgangssprachlich zu benutzen und völlig O. K. zu finden. Genau das ist es, was ich kritisiere. Jeder, der anderer Meinung ist, wird des latenten Rassismus beschuldigt. Es ist der ausgesprochene Wille, ein Rassismus Opfer zu sein, der Sie antreibt. Und so werden Sie auch immer ein Rassismus-Opfer sein. Ist mir aber auch wurscht. Gruß: Eine Weisse Deutsche

  44. @E.i.P:
    “Wenn ich nicht als ‘doofe Kuh’ oder Schlimmeres bezeichnet werden möchte, dann erwarte ich doch auch, dass mein Gegenüber dies respektiert”_Irgendwie sind wir doch hier im Kindergarten gelandet. Wobei – Kinder führen wenigstens ehrliche Auseinandersetzungen, auch wenns manchmal grob wird und können sich hinterher wieder vertragen.“

    Genau für Leute wie Sie, liebe E.I.P, wurde dieses Beispiel aufgeführt. Weil Sie anscheinend– sich vor der echten Auseinandersetzung mit dem Thema drückend – einfach nicht in der Lage sind, zu begreifen, worum es hier eigentlich wirklich geht. Oder wollen Sie das einfach nur nicht begreifen?

    Beispiele obiger Art werden gern in der Erziehung herangezogen, um Kindern auf ganz simpler Art und Weise zu illustrieren, dass es sich einfach nicht gehört (Regeln eines friedlichen Zusammenlebens – so schwierig ist es doch nicht!), über die Grenzen anderer zu latschen. Die meisten verstehen das dann auch. Und – um bei Ihrem Beispiel zu bleiben – mit einem Kind, das grob ist und es nicht kapiert, mit dem will sich irgendwann auch keiner mehr vertragen.

    Es haben in der Vergangenheit schon genug „Erwachsene“ mit Frau I.P. und anderen taz Mitarbeitern über das Thema gesprochen und offensichtlich hat man hier bei der taz diese Sprache nicht verstanden. Vielleicht sollten Sie die Rollenverteilung in Ihrem Stück „Kindergarten“ neu überdenken.

    Wenn ich mir Ihren anmaßenden, überheblichen und respektlosen Erguss so betrachte, wird mir übel. Ist das Ihr Ernst? Argumentiert so jemand, wenn er „erwachsen“ ist? Wollen Sie wissen, was ich glaube? Ich glaube, Ihnen geht es eher darum, Ihre eigenen innerlichen Defizite – welcher Art auch immer und durch was auch immer ausgelöst – mit der Projektion dieser auf andere auszugleichen und Ihr eventuell persönliches Leid damit zu mildern. Das funktioniert hier und so nicht. Müssten Sie dann schon bei sich selbst suchen. Auf den restlichen Ihres, na ja sagen wir mal – leer-reichen Aufsatz – gehe ich gar nicht weiter ein. Denn Sie wissen überhaupt nicht, wovon Sie reden, weil Sie es gar nicht wissen können, wie markos1 schon richtig bemerkte.

    Wenn die taz, sich wirklich auseinandersetzen wollen würde, dann würde sie sich Hilfe holen.

    Auch von mir: Gute Besserung!

  45. @ Sebastian Heiser, bleiben Sie hinter Glas und lassen Sie sich nicht in die Suppe spucken.

    actually I like Your style

  46. Und eines kann ich “der taz” noch empfehlen: Vielleicht mal die taz watch-Seite ein bißchen gründlicher studieren… Es geht auch, aber eben NICHT ALLEIN, um das N-Wort…
    Es geht darum, dass Menschen, die in Deutschland leben und/oder hier geboren sind (welcher Herkunft, Religion, Sexualität oder Colour) in den Medien einen angemessenen sprachlichen Umgang und Respekt erwarten dürfen und nicht dauernd als die “Anderen” von der Mehrheitsgesellschaft markiert werden. Wir leben in einer pluralen Gesellschaft. Scheint eine einfache und KEINE “jammernde” oder “in einer Opferrolle bleibende” Forderung zu sein.
    Jede und jeder sollte diese Forderung unterschreiben, denn es geht um UNS ALLE.

  47. Wer “Negro” mit “Neger” übersetzt, der übersetzt “actual” wahrscheinlich auch mit “aktuell”.

    Bloss weil zwei Worte in zwei Sprachen ähnlich aussehen, heißt das noch lange nicht, daß sie in beiden Sprachen den gleichen Bedeutungskontext haben.

    Wenn ich z.B. einen Vertrag ins türkische, polnische, portugiesische, finnische übersetzen lassen möchte, dann suche ich mir nicht einen Deutschen, der sich im deutschen Recht bestens auskennt und die Fremdsprache in Grundzügen beherrscht, ich suche mir einen Türken, Polen, Portugiesen, Finnen, der genügend Deutschkenntnisse hat, um mein Anliegen in Grundzügen zu verstehen und sich in den (vertragsrechtlichen) sprachlichen Regelungen des jeweiligen Landes bestens auskennt.

    Ich glaube nicht, dass eine (zudem durchweg mit Weissen besetzte) amerikanische Botschaft der frühen 60er Jahre die beste Referenz für die Übersetzung eines oppositionellen Bürgerrechtlers in eine für diese Angestellten fremde Sprache ist. Ich glaube nicht, dass diese Angestellten in der Lage waren, den verschiedenartigen Begriffshintergrund der Worte “Negro” und “Neger” erkennen zu können, noch das sie die notwendige (politische) Motivation dazu hatten.

    Mein Eindruck ist aber, dass es gar nicht mehr so sehr darum geht, ob und wie man Texte zitiert oder übersetzt. In erster Linie geht es darum, ob und wie man sich mit Kritik auseinandersetzt. Der Moderator des taz.labs hat hier sehr früh “Stellung” bezogen, schon bei der Einleitung, also innerhalb weniger Minuten verfiel er in einen lauten, autokratischen und sehr unsachlichen Stil. “Ich rede hier, wie es mir passt und ihr haltet das Maul oder verpisst Euch”, das war in etwa seine Botschaft, lange bevor es um MLK ging. Bei jeder Veranstaltung mit Publikum kommt es – auf die eine oder andere Art – zu Interaktion zwischen Vortragendem und Auditorium.

    Der Versuch der Entmündigung und die Beschimpfung des Publikums sind Kennzeichen eines totalitären Stiles, den keine noch so gute Absicht rechtfertigen kann. Der Moderator gefiel sich z.T. in Rassismen (nicht durch seine Zitate, sondern durch seine Art des Auftretens anderen gegenüber), vor allem aber in doch recht plumpen Sexismus. Seine “Entschuldigung” in der taz war keine, sondern ein ebenso plumpes Nachtreten nach dem Motto: “Geschieht euch doch recht, ihr habt es doch selber provoziert und ihr verdient es auch nicht besser.”

    Und da wundert ihr von der taz euch EHRLICH, dass das mit “ungenüngend” noch schmeichelhaft umschrieben ist?

    Ich kann mich da nur Fred Ferrington Frost anschliessen:
    Gute Besserung.

    Ein reichlich desillusionierter Abonnent.

  48. @ Sebastian Heiser:

    Martin Luther King konnte wohl kaum “Neger” sagen, da er seine Rede ja wohl nicht auf “deutsch” hielt…

    Haben sie eine kleine Logikschwäche bei der Verbreitung “historischer Wahrheiten”?

  49. @ Sebastian Heiser: 7 x das N-Wort, um zu zeigen, dass die taz das Wort Schwarze oder Afrodeutsche benutzt :)?????
    Und die Übersetzung Dr Kings Worten lassen wir dann mal auch außen vor :)! Und all die lustige Satire… ach, machen Sie es sich gemütlich.
    Liebste Grüße

  50. Vor langer Zeit, als es noch legale Rassendiskriminierung und offenen Kolonialismus gab, war Antirassismus wahrscheinlich einmal legitim…heute scheint “Antirassismus” eher was für Moralterroristen und offen Geisteskranke zu sein. Nein danke.

  51. @e.i.p

    Erklären Sie mir bitte den Begriff “schwarze Kultur” und bringen Sie den mit meinem Geburtsort Eritrea zusammen. Sie merken dass das nicht geht. Und darin liegt der Fehler.

    Es gibt kein schwarzes Volk!!

    Ihr Judenvergleich hinkt deswegen total.
    Schwarze statt Neger zu sagen scheint Ihnen und Herrn Y. zu gleichberechtigt zu sein. Oder liegt darin die heimliche Hoffnung der “bio-deutschen” Gesellschaft klar zu machen dass doch Schwarzkopftürken zu ihnen gehören und die Schwarzen eigt. die wahren Ausländer sind? Es ist genauso absurd wie Menschen mit grünen Augen nicht grünäugig nennen zu wollen und stattdessen auf ein altbackenes Wort dafür zu beharren.

    Aber das ausgerechnet blaue Augen in irgendeiner Weise “besser” sind als andersfarbige glauben ja tatsächlich noch Einige, auch einige Türken ;-)

  52. http://dict.leo.org/ende/index_de.html#/search=Negro&searchLoc=0&resultOrder=basic&multiwordShowSingle=on

    Englischnachhilfe!!!!

    Wer an der anderen Übersetzung festhält verrät mehr über sich als ihm wahrscheinlich lieb ist….

    Aber argumentiert ihr euch doch schön um Kopf und Kragen…

  53. Einmal noch:

    Es geht doch hier nicht allein um das N-Wort (obwohl dies schon ausreichen sollte), sondern auch um Artikel mit dem Titel “Onkel…” oder die angebliche Satire über Obama und weitere Begrifflichkeiten, die nicht allein bei schwarzen Menschen halt machen. Es geht soweit ich das verstanden habe auch nicht darum, ob jemand der Betroffenen das Wort nicht aushält, denn die Betroffenen werden es schon 1000x gehört haben. Es geht auch nicht darum, ob irgendjemand größere oder weniger Probleme mit bestimmten Begriffen hat. Es geht darum, WELCHE AUSFLÜCHTE und ENTSCHULDIGUNGEN und ARGUMENTATIONEN wir heranziehen, um Begriffe und damit Sprache und damit Menschenbild und damit Weltbild zu verteidigen. Und: Wenn die Genossenschaft der taz wirklich so erschüttert über einen Einzelfall gewesen wäre, hätte man sich dann nicht öffentlich für die Ausschweifungen eines Einzelnen entschuldigt???? Und wäre dann die Satire überhaupt noch erschienen? Man kann noch so viele Veranstaltungen zum Thema machen und Gastjournalisten ein Forum geben… Wenn man nicht daran glaubt, was man tut (siehe auch Statut oben), dann kommt echter Murks dabei raus.

  54. “Wenn ich nicht als ‘doofe Kuh’ oder Schlimmeres bezeichnet werden möchte, dann erwarte ich doch auch, dass mein Gegenüber dies respektiert”
    Irgendwie sind wir doch hier im Kindergarten gelandet. Wobei – Kinder führen wenigstens ehrliche Auseinandersetzungen, auch wenns manchmal grob wird und können sich hinterher wieder vertragen. Was aber hier läuft, ist doch nur noch höchst abstrus. Da gibt es Leute, die fühlen sich von einem Wort verletzt, angeblich weil es sie an ein Martyrium erinnert, dass sie selbst nie erlebt haben – noch nicht einmal ihre Eltern können mit der Erinnerung daran aufwarten. Und dann ist es ja noch nicht einmal so, dass dieses Wort vom Sprechenden als Beleidigung gemeint wäre, wie z.B. “blöde Kuh”, “dumme Schlampe”, “Versager”, “Arschloch” – nein, das Wort wird neutral verwendet und doch als Beleidigung empfunden. Wie blöd ist das denn??? Was sollen denn da die Juden denken (dabei gibt es hier noch einige, die selber den Holocaust erlebt haben), wenn sie täglich das Wort “Jude” hören oder lesen? Immerhin, die Juden waren schlau genug, das einst verachtete Wort mit Stolz zu tragen. Warum können diese Betroffenen das nicht? Immerhin ist schwarze Kultur heutzutage “in”, nicht mehr mit dem Makel früherer Tage behaftet. Warum setzt ihr euch selbst so sehr herab, frage ich mich?! Oder ist es einfach nur toll, sich so als Opfer zu fühlen? (Bzw. als “Anwalt” der Opfer) Liebe Leute, also ich persönlich würde es toll finden, wenn ihr all diese Energie, die ihr hier mit Beleidigt-Sein verplempert, in etwas Sinnvolles investieren würdet. Z.B. gibt es tatsächlich eine Menge Menschen, die tatsächlich tägliches Leid, Tyrannei, Unterdrückung erfahren, rechtlos wie Sklaven im eigenen Land. Ja, viele davon sind auch Schwarze. Sie leiden, auch wenn sie nicht mehr “N-Wörter” genannt werden, auch wenn ihre Länder ganz offiziell keine Kolonien mehr sind. Warum macht ihr euch nicht in dieser Richtung mal ein bißchen schlau, engagiert euch in Solidarität…?
    Aber ihr habt eh nur euren eigenen Ego im Sinn. Das einfachste Mittel Aufmerksamkeit zu erheischen ist doch das arme Opfer mimen. Einfach nur schade.

  55. schlecht ist eigfentlich nur, dass es nicht gelungen ist aus dem protest etwas zu machen – im moment wo er aufgekommen ist.

    denn der ärger oder der grauen über das wort ist ja verständlich. nur dass es bei einer diskussion über rassismus grauslich werden kann wenn man etwa historische texte zitiert ist wohl unvermeidlich.

    wer das nicht aushält muss es halt lassen fürchte ich.

    wer es nicht aushält sich nazi-texte anzuhören kann auch schlecht über den nationalsozialismus diskutieren. und da war das mit dem mlk zitat ja noch vergleichsweise harmlos.

    herrn y. kann man meiner meinung nach nur vorwerfen, dass er sich derart in eine sackgasse begeben hat. es ist sicher nicht leicht wenn man vor publikum attackiert wird aber ein besserer umgang als auf eine konfrontation einzusteigen und auf der macht dessen der vorne steht zu beharren sollte möglich sein.

    man kann jeden protest nützen wenn man über seinen gehalt spricht. manchmal wird sich dann womöglich zeigen, dass die protestierer das nur inszenieren – in dem fall denke ich das aber nicht – da wäre durchaus was interessantes daraus entstanden.

  56. “Wenn ich nicht als ‘doofe Kuh’ oder Schlimmeres bezeichnet werden möchte, dann erwarte ich doch auch, dass mein Gegenüber dies respektiert”. Das ist richtig. Die taz hat aber niemanden als “Neger” bezeichnet. Die taz verwendet in ihrer eigenen Berichterstattung stattdessen Worte wie “Schwarze” oder “Afrodeutsche”.

    Wenn das Wort “Neger” in Texten der taz vorkommt, bei unserer Berichterstattung über das, was da draußen in der Welt passiert. Zum Beispiel als ein Verlag entschieden hat, das Wort “Neger” aus Kinderbüchern zu streichen. Die taz hat über diese Entscheidung des Verlags berichtet. In diesen Berichten hat die taz das Wort “Neger” benutzt. Aber nicht als Bezeichnung der taz für Schwarze Menschen, sondern um zu benennen, um welches Wort es überhaupt im dem Streit geht. In einem Kommentar zum Thema hat der Autor übrigens befürwortet, dass das Wort “Neger” aus den Kinderbüchern verschwindet: “Das Problem ist ja nicht nur, dass das Wort ‘Neger’, das früher gebräuchlich war, heute als diskriminierend gilt. Hinzu kommt, das es vielen Kindern heute schlicht nicht mehr geläufig sein dürfte. Will man es der nächsten Generationen da nun ausgerechnet per Kinderbuch beibringen?” Auch dieser Kommentar konnte jedoch sinnvollerweise nicht geschrieben werden, ohne dabei zu benennen, um welches Wort es überhaupt geht.

    Ähnlich ist es mit der Rede von Martin Luther King. Wenn die taz darüber berichtet, was er damals gesagt hat, dann zitieren wir das Wort “Neger”, das Martin Luther King damals benutzt hat. Wenn wir heute diese Rede selbst schreiben würden, würden wir das Wort “Neger” nicht als unsere eigene Bezeichnung für Schwarze verwenden.

  57. @ Fräulein Rottenmeier:
    Ich denke sie kennen auch den Abstieg von Lenny Bruce. Es wollte ihn irgendwann keiner mehr sehen, weil er sich nur noch für seinen Humor rechtfertigen wollte.
    Das ist auch der Punkt:
    Dennis Yücels Schilderungen über den Eklat beim “taz.lab” sind eben auch nicht gerade genial, sondern überheblich. Er verheddert sich in abstruse Beschimpfungen und betätigt sich als Moralapostel der “political incorrectness” gegen Menschen, die er für Moralapostel der “political correctness” hält. Langweilig, albern, nervtötend.

    Man hätte beim “taz.lab” vielleicht ernsthaft diskutieren können, aber wollte denn Dennis Yücel wirklich mit den “Kulturwissenschaftsspackos” denen er “Geht bügeln!” zugerufen hat, überhaupt diskutieren? Wohl eher nicht.

    @ Parabelius:
    Willkommen im 21. Jahrhundert. Muss ich jetzt noch mal darauf hinweisen, dass “Negro” in der amerikanischen Sprache eben eine ganz andere, “neutralere” Bedeutung hatte als “Neger” im Deutschen? Die aktualisierte Übersetzung wäre tatsächlich “Schwarze”. Und Übersetzungen müssen bei vielen Wörtern eher sinngemäß bearbeitet werden als wortwörtlich, dass sollte ihnen auch bewusst sein.
    Martin Luther King wäre bestimmt begeistert gewesen, was noch alles zu “Neger” und der angeblichen “negriden Rasse” in den damaligen Lexika Deutschlands stand, als die Rede übersetzt wurde.

    Vielleicht hilft ein Beispiel: In einem aus dem englischen übersetzten Roman stand bis in die 80er Jahre “ein Negermädchen”, obwohl der Autor tatsächlich bloss “a black girl” schrieb. Aber bestimmt ist auch dies für sie total richtig und schützenswert, historisch gesehen und so.

  58. Mmmmhhhh….

    1. Eine Übersetzung des Wortes negro soll als Rechtfertigung dienen? Wenn man sich Nachschlagewerke verschiedenster Zeit anschaut, dann finden sich dort als sprachlich verpackt verschiedenste “Zeitgeister”…
    2. Warum die Bitte vieler Menschen ignorieren? Wenn ich nicht als “doofe Kuh” oder Schlimmeres bezeichnet werden möchte, dann erwarte ich doch auch, dass mein Gegenüber dies respektiert und sich nicht auf seine freie Meinungsäußerung beruft. (Der Vergleich hinkt etwas, ich weiß…). Wenn ein liberal eingestellter Mann einer Frau erzählt, dass er nicht frauenfeindlich sein könne, weil er ja so liberal sei, glauben wir das dann? Und wenn jemandem Herrn Wowereits Politik nicht gefält, würen wir uns dann erlauben, ihn aufgrund seiner gelebten Sexualität zu kritisieren????
    3. Ich kann mich den Stimmen nur anschließen… warum beharren wir so sehr darauf etwas zu verteidigen? Das ist hier die Frage!
    4. Wenn wirklich schon so viele versucht haben mit der taz zu sprechen, warum wird hier so getan als handele es sich um einzelne Bekloppte?
    5. Die eigene Freiheit hört da auf, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird… Ist doch eigentlich gar nicht so schwer zu sagen (selbst wenn man nicht 100% einverstandenn ist): okay, das ist deine Grenze und diese respektiere ich….

    Verrückte Welt.

  59. Fred Ferrington Frost says:”Es wäre übrigens auch sehr kollegial von euch, wenn ihr Dennis Yücel daran hindert, sich selbst zum “Lenny Bruce” der Taz herabzuwürdigen, der sich immer mehr in der Provokation um der Provokation willen verheddert.”

    HERABWÜRDIGEN? Lenny Bruce war genial!

    http://www.youtube.com/watch?v=HTWZ0JhAIc4

  60. Oh mein Gott! In welchem Jahrhundert wir noch immer leben möchte ich an der stelle nicht wiedergeben müssen. OB mit oder ohne das Wort “Neger”, es gibt und gab Sklaverei, Gewallt gegen “andersfarbige” und viele schreckliche Dinge mehr. Wenn man auf begriffe wie Neger verzichtet, verschwinden diese dann auch aus dem Bewusstsein? Ich fürchte schon.
    Ich habe ehrlich gesagt etwas mehr Mut und Courage erwartet von den Mitarbeitern. Ich für meinen Teil hätte mich bei schönen Wetter auch draußen anglotzen lassen und den Dialog damit provoziert um meinen Standpunkt zu dem Thema zu erörtern. Schade das diese Chance vertan wurde.
    Schlimme Wörter und deren Hintergrund sollen und müssen meines Erachtens bleiben, sonst gerät alles damit einhergehende in Vergessenheit, was ich persönlich viel schlimmer finde, als das Wort an sich.
    Man kann, muss und darf anderer Meinung sein. Sich aber vor anderslautenden zu drücken ist feige! Zudem die Herrschaften ja friedlich blieben. Ich hätte mein Essen genossen und mir vielleicht sogar einen Negerkuss mitgebracht.

  61. Die Übersetzungsseiten im Internet übersetzen Negro = Neger

  62. Ach… und P.S. Es scheint mir irreführend mit dem Gebrauch des Wortes negro von Dr. martin Luther King zu argumentieren. Wer sich mit Kings Geschichte beschäftigt hat, weiß, dass er dieses Wort schließlich abgelegt hat, weil er identifiziert hatte, dass er in rassistischen Sprachhandlungen seiner Zeit gefangen war. Man hörte dann nur noch das Wort Black von ihm. Und warum verteidigen wir denn dieses Wort so vehement? Was steckt dahinter? Das gilt übrigens für alle anderen Bezeichnungen der “Anderen”…

  63. Ihr Artikel sagt letztendlich sehr wenig über tazwatch, sondern lenkt des Lesers Augenmerk vor allem auf eine Stellvertreterauseinandersetzung, die dem Leser dann ermöglicht sich zu erheben und das Ganze abzutun (Die haben wohl zu viel Freizeit, die quengeln infantil, usw.)! Sehr schade, denn ich würde gerne wirklich informiert werden…

  64. Fred Ferrington Frost, Yücel las die Übersetzung der US-Botschaft in Deutschland vor: http://usa.usembassy.de/etexts/soc/traum.htm

    Welches ist denn Ihrer Meinung nach die korrekte Übersetzung von “Negro” ins Deutsche?

    “N-Wort” kann es nicht sein, denn der englische Begriff dafür lautet “N-Word”, und das hat King nicht gesagt.

  65. auria: Der Auszug aus dem Redaktionsstatut zeigt ja gerade, wie schwer es ist, im konkreten Fall eine Entscheidung zu treffen.

    “Sie tritt ein für die Verteidigung und Entwicklung der Menschenrechte”

    Martin Luther King behauptete von sich, für die Verteidung und Entwicklung der Menschenrechte einzutreten. Auch viele Beobachter schätzen das so ein, auch wenn man natürlich konstatieren muss, dass er dafür rassistische Worte verwendete, mit der die Versklavung von Millionen von Afrikanerzu legitimiert wurde. Wer sollte hier endgültig die Entscheidung treffen, ob King unter dem Strich mehr für die Menschenrechte oder gegen die Menschenrechte bewirkt hat?

    “und artikuliert insbesondere die Stimmen, die gegenüber den Mächtigen kein Gehör finden”

    Martin Luther King fand mit seiner Stimme gegenüber den Mächtigen zunächst kein Gehör. Man kann allerdings darüber streiten, ob das zum Zeitpunkt der “I have a dream”-Rede noch der Fall war, dort war er ja schon ziemlich populär und er wurde auch von den Mächtigen beachtet (wenn sie ihm auch nicht folgten, aber gehört haben sie ihn damals gewiss).

    “Die Zeitung ist der wahrheitsgetreuen Berichterstattung verpflichtet”

    Das würde dafür sprechen, die Rede so wiederzugeben, wie sie gehalten wurde, und nicht nachträglich ein Wort durch den Begriff “N-Wort” zu ersetzen…

  66. Art 1
    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
    (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
    Art 3
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Art 5
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
    (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

  67. Auszug aus dem Redaktionsstatut der taz

    § 2 die taz: Selbstverständnis
    (3) Sie tritt ein für die Verteidigung und Entwicklung der Menschenrechte und artikuliert insbesondere die Stimmen, die gegenüber den Mächtigen kein Gehör finden.

    (4) Die taz wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung.

    (5) Für die Redaktion ist Freiheit die Freiheit der Andersdenkenden, entscheidet sich Demokratie an den demokratischen Rechten jedes einzelnen Menschen.

    (6) Die Zeitung ist der wahrheitsgetreuen Berichterstattung verpflichtet; sie bekennt sich zur Tradition ihrer publizistischen Sprache, sie widersteht dem Druck der Stereotype und des sprachlichen und thematischen Konformismus, sie gibt den Beiträgen ihrer RedakteurInnen, KorrespondentInnen und AutorInnen besonderes Gewicht.

    Quelle: http://www.taz.de/6/redaktionsstatut/

  68. Dennis Yückel hat ja nicht nur in diesem Fall völlig danebengegriffen. Und das wirft die Frage auf, warum sich die taz von ihm so durch den Kakao ziehen lässt.
    Ich verstehe dass die Protestierenden wütend sind, aber es lenkt eben auch die Aufmerksamkeit von wichtigeren Problemen ab. Wenn jemand wie Yückel das erreichen kann, wäre es an der Zeit sich von ihm zu trennen. Für Kaspereien lese ich lieber das MAD-Magazin.

  69. Liebe Taz,
    Wessen Idee war das denn eigentlich, ausgerechnet Dennis Yücel zum “Moderator” der Taz-Veranstaltung zu machen?

    Und noch eine wichtigere Frage:
    Hättet ihr nicht nach dem Eklat seine selbstverliebte Eigendarstellung der Ereignisse vor der Veröffentlichung intern diskutieren können, bevor sich Dennis Yücel noch tiefer “in die Scheiße reitet”?

    Er war es schließlich, der eine ins deutsche übersetzte Rede von Martin Luther King mit “Neger” als Übersetzung für “Negro” vortragen wollte, aber kein Interesse oder Verständnis zeigen möchte, dass diese beiden Wörter in den jeweiligen Sprachen vollkommen unterschiedlich konnotiert sind.

    Es ist auch etwas merkwürdig von ihm, dann seinen Kritikern vorzuhalten “Diese Leute haben keinen Respekt vor der Authentizität von Texten…”?

    Bitte?

    Wann hat Martin Luther King denn bitte “der Neger” gesagt oder geschrieben? “Authentizität”?

    Verschwörungstheorien über “vornehmlich studentische Aktivisten” und eine vorsätzliche Sabotage der ISD an seiner “Provo-Party” herbei zu phantasieren, ist auch irgendwie albern.

    Ganz aufrichtig: Ich bin Taz-Leser. Normalerweise finde ich auch die Kolumne von Dennis Yücel amüsant. Aber dieses ganze Verhalten rund um die “taz.lab”-Veranstaltung und die Aufarbeitung der Ausfälle von Dennis Yücel sind eben das, was euch diese Proteste eingebrockt haben. Ist ja schön, dass ihr angeblich in der Redaktion anschließend über Rassismus diskutiert habt, nur hättet ihr dann eben eure Leserschaft etwas mehr von dieser Diskussion zeigen sollen, als die Selbstdarstellung von Dennis Yücel abzudrucken, mit der begründete Kritik dann bloss wieder ohne jegliche Auseinandersetzung damit beleidigend zurückgewiesen wird.

    Nein, diese Leute protestieren eben nicht gegen “Axel Springer”, sondern gegen den Mist den ihr gedruckt habt. Das habt ihr leider verdient.

    Es wäre übrigens auch sehr kollegial von euch, wenn ihr Dennis Yücel daran hindert, sich selbst zum “Lenny Bruce” der Taz herabzuwürdigen, der sich immer mehr in der Provokation um der Provokation willen verheddert.

    Trotzdem gute Besserung.

  70. Der merkwürdige Rassismus der taz gegen Schwarze ist mir auch schon aufgefallen. Es gab schon mehrere Glossen, die ein lustiges Spiel mit den “N….” trieben. Frau Gümüsay mit ihrer Hetze gegen “Haustürken” fand ich auch inakzeptabel.

  71. ich finde das nur krank. die orthodoxe linke ist einfach so gestört wie die zeugen jehovas.

    wenn man nicht einmal mehr zitieren darf weil darin “hässliche wörter” vorkommen ist das ja absurd.

    vielleicht kann man da eine einleitung fordern die erklärt warum das so zitiert wird aber das wars dann schon.

    man kann auch einen hitler text verlesen wenn es vom kontext her sinn macht. das macht einen auch nicht zum nazi.

  72. Warum ihr Yücel immer noch beschäftigt ist mir nicht ganz klar. Da geht es wahrscheinlich nicht nur mir so.

    MLK sagt im original übrigens negro. Er verwendet das Wort in einem eigenen historischen und kulturellen Kontext, den USA der 60er. Es ist klar, dass wenn ein Nichtschwazer in Deutschland Neger sagt, dies nur als Beleidigung aufgefasst werden kann.

    Wahrscheinlich würde Yücel auch beim Vorlesen von Kinderbüchern vor Kindern darauf beharren, das N-Wort zu benutzen. Man sollte dann schon konsequent sein.

    Und zu diesem Argument, dass Springer schlimmer sei kann ich nur sagen: Frauen sollten froh sein, dass sie hier immerhin 60% des Gehaltes de Männer bei gleicher Arbeit verdienen. Denn irgendwo auf der Welt wird sich schon ein Ort finden, an dem es noch schlimmer ist. Ergo: Frauendiskriminierung in Deutschland ist gerechtfertigt.

    Schön, dass die taz das irgendwo anders ist es schlimmer Argument auch verwendet. Da wären wir dann auch bei der taz auf Springer Niveau angekommen.

  73. Also: “suchen Schutz vor Protestierenden.” ist aber himmelhochjauchzend übertrieben. Man mag die Konfrontation meiden mit einer Hand voll stehender Leute, indem man sich hinter der Glasscheibe der heile-rosa/moosgrünen-Welt des taz-Cafés “versteckt”, aber sich schützen müssen sich wohl eher die mutigen Protestierenden auf der “anderen” Seite der Glasfront.

  74. “Die meisten von uns fanden es unangenehm, sich den Blicken der Protestierenden so unmittelbar auszusetzen und aßen ihr Mittagessen lieber durch eine Glasscheibe geschützt im Inneren des taz-Cafés.”

    Was gibt´s am 11.6. dem nächsten Aktionstag ? UDELN ?

    Hüpf

  75. egal says:

    “schade, dass ihr das ganze so hämisch und von oben herab kommentiert.”

    Dem stimme ich nicht zu. Ich finde, die taz hat auf das infantile Gequengel sehr nett geantwortet, obwohl sie noch nicht mal in Ruhe Mittag essen konnten.

  76. schade, dass ihr das ganze so hämisch und von oben herab kommentiert. klar, über den protest können wir streiten. klar, der axel springer verlag ist noch schlimmer. aber ich – als eigentlich zufriedener taz-abonnent – finde es trotzdem schade, wie ihr mit dem thema (nicht) umgeht. was sich denis yücel auf dem taz.lab geleistet hat war scheiße – dazu müsst ihr stehen! eure herablassende art, die in diesem artikel nur zu deutlich rauskommt, finde ich schade. (und eigentlich sind (waren?) mir denis yücels kommentare meist fast die liebsten…

  77. Leute, ihr habt zu viel Tagesfreizeit.