Datentracking auf taz.de: Ganz schön vertrackt

etracker_Visitor_Motion_Motion_Map_800_20.png (PNG-Grafik, 800 × 486 Pixel)

Seit einiger Zeit setzen wir auf taz.de die Software „etracker“ ein, die das Verhalten der NutzerInnen aufzeichnet und uns zeigt, auf welchen Wegen über die Seite surfen, welche Elemente sie wahrnehmen und welche nicht. Um die Darstellung und Aufteilung der Seite zu verbessern und sie so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten, leisten die grafisch aufbereiteten Statistiken dieses Analysetools wertvolle Ergebnisse.

Diese sind, unter anderen, in den bevorstehenden Relaunch von taz.de eingeflossen. Etracker speichert keine vollständigen IP-Adressen, über die ein User identifiziert werden könnte, und auch die anonymen Nutzungsprofile landen bei niemand anderem als der der taz.

Das ist uns durchaus etwas wert: Anders als die weit verbreitete und kostenlose Software „Google Analytics“ ist etracker kostenpflichtig, dafür aber konform mit deutschem Datenschutzrecht. Vor der Einführung haben wir die NutzerInnen von taz.de auf den Einsatz von etracker hingewiesen, die Funktionsweise erklärt und zudem eine Handreichung geliefert, wie man die Protokollierung durch etracker in seinem Browser unterbinden kann.

Neben diesem Analysetool haben wir den freiwilligen Bezahldienst Flattr auf taz.de eingebunden. Von Twitter und Facebook finden Sie bei uns nur einfache Links – da steckt kein Dienst dahinter.

Für unbedenklich und unverzichtbar halten wir die auf taz.de eingebunden Zählpixel von Infoline, die für die IVW („Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern“) die Reichweite aller Zeitungen und Webseiten messen, und der „Verwertungsgesellschaft Wort“, die zählen, wie oft ein Artikel aufgerufen wurde und die Urheber entsprechend vergütet. Auf jeder von IVW gezählten Website – das sind nahezu alle Nachrichtenseiten und Zeitungen im Netz –  ist ein IVW-Pixel platziert, über das die Zugriffe auf diese Seite registriert werden. Es werden nur statistische und keine personalisierten Daten erhoben Diese werden monatlich veröffentlicht  Die IVW-Zählung ist konform mit den deutschen Datenschutzrechtsbestimmungen.

Wenig Einfluss hat die taz allerdings auf Java-Script-Codes, die über auf taz.de gebuchte Online Werbung eingespielt werden. Bei einem Seitenaufruf können, je nach aktuell ausgelieferten Bannern, neben dem von uns intern verwendeten AdServer „AdSpirit“, teilweise mehr als ein Dutzend weiterer externer Server von Werbekunden und/oder Online-Vermarktern aufgerufen werden.

Wenn Sie sehen möchten, was auf taz.de los ist, verwenden Sie Ghostery, eine kostenlose Software, die im Hintergrund erfolgende Kommunikation mit Dritten aufzeigt und diese Vorgänge auf Wunsch selektiv blockiert.

Insbesondere über die Ausspielung von Restplatzbannern via Online-Vermarkter, wie zum Beispiel „Adscale“ oder „AdJug“, können Tracker auf die Seite geraten, die das Ziel verfolgen nutzungsbasierte Online-Werbung (Retargeting) auszuliefern. Nicht alle tracken die User, einige organisieren nur die Auslieferung der Anzeige vom Server des Anbieters. Das lässt sich aber von unserer Seite kaum überprüfen, und schon gar nicht umfassend in jedem Einzelfall.

Betroffen von diesem unkontrollierten Verhalten der Onlinewerbung ist nahezu jede Webseite, die Banner über externe Vermarkter ausspielt, auf deren Mechanismen Seitenbetreiber wie die taz keinen Zugriff und Einfluss haben. Entziehen kann sich eine Webseite nur, wenn sie auf Erlöse aus diesen Online-Anzeigen verzichtet.

Das ist für taz.de, wie für viele andere Nachrichtenseiten, die auf Einnahmen durch Werbung angewiesen sind, keine Lösung und erst dann eine reale Option, wenn sich die Erlöse von selbstverwalteter Premiumwerbung und die Erlöse durch freiwilliges Bezahlen über taz-zahl-ich vervielfacht haben.

Kommentare (9)

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  1. Einfach absurd. Ich hätte nicht erwartet das die Taz so verantwortlunglos scheiße ist.

  2. Ich nutze einen tracker blocker weil ich nicht von jeder website die ich besuche ausgehorcht werden will. Ihr habt was gegen NSA? War ziemlich geschockt als mein anti tracker mir mitteilte das ich von der taz bespitzelt werde. Das kann man schön verpacken, aber es ist nichts anderes.
    Hatte mehr erwartet. Dummy me!

  3. ich finde Google Analytics gar nicht problematisch – was ich problematisch finde ist das die BND,NSA&Co alles erfassen und speichern – alles !!

    Ich finde das eigentlich gar nicht so schlecht nicht immer nur Ariel Werbung vorgesetzt zu bekommen sondern auch mal was das für mich relevant ist.

  4. Danke und ein guter Anfang, aber gerade diese Seite benutzt den Tracker CoolIris. Was das Ding macht ist mir unklar, aber da es sich um eine USA Firma handelt, werde ich leider vorerst mein Trackblocker anlassen müssen.

  5. Zur ‘VG Wort’ hätte Herr Niggemeyer ein paar berechtigte Anmerkungen.

    Ähnlich wie die GEMA rein theoretisch eine richtige Sache (wie oben dargestellt), in der Realität ein maßloser und arroganter Wasserkopf, der vorrangen denselbigen bereichert, und auf die “Mitglieder” gut verzichten könnte:

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-vg-wort-gibt-8-aufs-wort-aufs-geld-und-aufs-recht-vielleicht-nicht-so/

  6. Danke für den Hinweis und dass ihr auf Google Analytics verzichtet.

  7. Einen Hinweis habt ihr ja wohl vergessen: das sich jeder mit ein paar Klicks einen Ad-Blocker in seinen Browser integrieren kann – und dann diesen ganzen Werbe,- und tracking-Müll sofort loswird.

    • ich gehe mal davon aus, dass du für die nutzung von taz online was bezahlst, wenn du die werbung ausfilterst? ja? ok, kann ich akzeptieren, auch wenn ich diese bösebösewebung-hysterie nicht nachvollziehen kann.
      oder nein, das ist dir die taz nicht wert? dann würde ich vorschlagen, dass du mal erklärst, wie so ein angebot finanziert werden soll.

      • 3rd-Party Trackingscripte sind im Hinblick auf Privacy bedenklich, zudem ein Sicherheitsrisiko, und nicht -ich wiederhole- NICHT notwendig zum Einbinden von Werbung. Es ist dennoch gängige Praxis. Wieso? Weil eben das Tracking so feine Zusatzerlöse verspricht für die Werbedienstleister.

        Und dann ist es noch total abgefahren wie die Performance des Browsers steigt wenn nicht noch pro Webseite 10-20 Scripte extra laufen.

        Ich habe keinen Adblocker, nur einen Privacyblocker. Von Werbung bleibt aus obigen Gründen trotzdem kaum etwas übrig