vonBlogwart 12.11.2014

taz Hausblog

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Mehr als fünf Dutzend Artikel haben beide über dieses Thema innerhalb weniger Wochen und Monate geschrieben: Kai Schlieter und Kaija Kutter, einerseits Leiter des taz-Reporterpools, andererseits Reporterin in Hamburg bei der taz.nord, sind immer am Ball geblieben.

Typisch für beide, Rechercheure im gesellschaftlichen Schmutz mit Stehvermögen. Eben um nichts anderes als um Zustände mieser Art haben sie sich journalistisch gekümmert: Die Haasenburg-Heime in Brandenburg für Jugendliche waren in, um das Mindeste zu sagen, fragwürdigem Zustand. Inzwischen ist diese Einrichtung geschlossen – auch dank der Arbeit dieser KollegInnen. Für ihre Enthüllungen sind sie nun vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg mit dem „Langer Atem“-Preis ausgezeichnet worden.

Bei der Preisverleihung am Dienstag in der Akademie der Künste in Berlin fühlten sich beide zurecht für eine auch juristisch beinhart ausgetragene Berichterstattung angemessen gewürdigt: „Ich muss aufpassen, was ich sage“, sagte Kaija Kutter, um keinen Vorwand für presserechtliche Ahndungen zu liefern.

Fest steht: Sie haben katastrophe Zustände aufgedeckt. Beispielsweise wurden Jugendliche mit Gurten an ihren Betten festgeschnallt und einiges mehr. „Mit unserem Material hätten wir mehrere taz-Ausgaben füllen können“, so Kai Schlieter.

Ende 2013 kündigte das zuständige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg die endgültige Schließung der Einrichtung an. Dafür, dass die beiden Journalisten ihren Job ernst nehmen und hingesehen haben, sich nicht einschüchtern ließen und recherchierten, erhielten sie den Preis.

In der Laudatio von Roland Warin (vom TV-Sender N24) hieß es: „Kaija Kutter und Kai Schlieter haben über Monate hinweg zu dem so wichtigen Thema Gewalt in Kinderheimen Fakten um Fakten zusammengetragen, sich auch von Drohungen nicht einschüchtern lassen und mit ihren Veröffentlichungen dafür gesorgt, dass die Behörden endlich eingriffen – und dazu beigetragen, dass die skandalösen Zustände in drei Heimen ein Ende fanden.“

Zur Pressemitteilung der taz.

Hier finden Sie mehr über den Skandal in den Haasenburg-Heimen.

Text: JAN FEDDERSEN, Foto: SABINE GUDATH

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