vonblogwart 02.11.2015

taz Hausblog

Wie tickt die denn? Der Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

Mehr über diesen Blog

Die Bäume sind weg, jetzt geht es dem Parkplatz an den Kragen. Doch das Ziel der nächsten Wochen liegt tiefer: die Moorlinse unter dem taz Grundstück

Die Bauarbeiten für den Neubau der taz in der Friedrichstraße gehen seit Montag mit dem Aushub der Baugrube richtig los. Zunächst wird der Beton der ehemaligen Lager und Parkplatzflächen der Blumengroßmarkthalle abgebrochen. Aus den Ergebnissen von Probebohrungen wissen wir, dass wir es unter dem taz-Grundstück mit einem besonders schwierigem Baugrund, genauer mit einer 11 Meter tiefen Moorlinse zu tun haben.

So fanden die Planer in den Bau-Archiven auch einen Beitrag aus der Fachzeitschrift „Tiefbau“, dem Organ der Tiefbau-Berufsgenossenschaft von 1922, in dem die Gründung der städtischen Untergrundbahn in der südlichen Friedrichstraße genau am taz-Baugrundstück detailliert beschrieben ist:

„An einer Stelle, etwa 10 Meter nördlich der Einmündung der verlängerten Hedemannstraße in die Friedrichstraße, fand man etwa 10 m tief im Moor liegend, eine hölzerne Brücke aus alter Zeit, die wahrscheinlich einstmals zur Überbrückung des Grabens diente und im Laufe der Zeit immer tiefer ins Moor eingesackt war.“

Wenn man vor hundert Jahren den Tunnel der Berliner U-Bahn im Moor auf Tiefbohrpfählen gründen konnte, dann wird es mit den modernen Technologien des Bauens auch möglich sein, das neue taz-Haus an diesem Ort sicher zu gründen. Mit der Ausführung der Baugrube und der Tiefgründung ist die Firma FRANKI beauftragt, ein führender Spezialist für Baugruben und Pfahlgründungen.

Wikipedia weiß über das Unternehmen übrigens folgendes zu berichten:

„Das Unternehmen hat eine mehr als hundertjährige Tradition, die mit der Erfindung eines Ortbetonrammpfahls mit vergrößertem Pfahlfuß, den Frankipfahl, begann. Im Mai 1909 meldete Edgard Frankignoul seine Erfindung zum Patent an. Gegründet wurde das Unternehmen 1910 in Belgien und damit praktisch kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Trotz der Bedrohung durch den Krieg gründete Edgard Frankignoul zusammen mit Edmond Baar, einem Aristokraten aus Lüttich, 1910 die ‚Société des Pieux Armés Frankignoul‘.“

 

KARL-HEINZ RUCH

 

Titelbild: Der alte Parkplatz auf dem taz Grundstück verschwindet, darunter lauert schwieriger Baugrund auf die Spezialisten.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

http://blogs.taz.de/hausblog/2015/11/02/tau-neubau-bautagebuch-montag-02-11-15/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • So-so-so, wenn DAS man nicht ein Omen ist …. der taz.neubau, resp.: die ’neue‘ taz wird (eventuell doch) im Sumpf versinken ? „Moorlinsen“ sollen ja nicht nur den Blick trüben, sondern auch besonders schwer im Magen liegen.

  • Das u liegt auf der Standardtastatur nur eine Taste von dem z entfernt. Es handelt sich wohl um einen Tippfehler, passiert alenn. Trotzdem ist mir taz.neubau in der Titelzeile lieber als das augenblickliche tau.neubau. Wofür stünde tau schon, tagesundingsbums?

    Lasst die Blogartikel doch endlich auch von den geübten KorrigiererInnen in eurer Korrekturabteilung checken.

Schreibe einen Kommentar zu Finchen Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*