vonblogwart 20.12.2015

taz Hausblog

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Sehr viel zu sehen ist ja nicht auf der Baustelle. Das heißt aber natürlich nicht, dass auch nichts passiert.

Wie zuletzt berichtet, wurde aus gegebenem Anlass (zweifacher Fliegerbombenfund auf einem benachbarten Grundstück) erstmal die gesamte Strecke des Baugrubenverbaus nach metallischen Gegenständen untersucht. Bei den 60 Probebohrungen kamen drei Verdachtsfälle zum Vorschein. An diesen Stellen schürfte dann ein Bagger besonders vorsichtig unter Aufsicht einer Fachfirma. Gefunden wurde glücklicherweise nur gewöhnlicher Schrott, die Achsen des künftigen Trägerbohlwandverbaus, der verhindern wird, dass Erdreich in die Baugrube rutscht, gelten nun als kampfmittelfrei.

Mittlerweile sind alle für den Holzbohlen-Verbau notwendigen 63 H-Träger rund um den Rand der zukünftigen Baugrube in den Baugrund eingebracht. Im Einzelnen:

26 Träger HEB 300 ( 300mmx300mm) Länge pro Träger 6,10m = 158,60m, 17 Träger HEB 340 ( 340mmx300mm) Länge pro Träger 7,20m = 122,40m und 20 Träger HEB 340 ( 340mmx300mm) Länge proTräger 12,50m = 250,00m. Gesamtlänge der bis dato eingebrachten Träger in den Baugrund = 531,00m

Dazu mussten natürlich dicke Löcher gebohrt werden. Schwierig wird dies, wenn der Bohrer dabei auf altes möglicherweise schön durchweichtes Holz trifft, das sich wie Gummi um das Gestänge wickelt. Holzpfähle wurden einst unter die Fundamente der früheren Bebauung in der Torflinse platziert. So lassen wir das neue taz-Gebäude natürlich nicht schwimmen. Das wird ein ordnungsgemäßer Stahlbeton-Pfahlbau, so wie der U-Bahn-Tunnel gleich nebenan, der seit knapp 100 Jahren unverrückt seinen Dienst tut.

Die Baustelle ist nun also für das Herstellen der Atlas-Pfähle (Vollverdrängungspfahl) vorbereitet. Spundwandbohlen für das Tiefteil (2. Untergeschoss) und die Bewährungskörbe für die Tiefbohrpfähle wurden ebenfalls angeliefert und bereitgelegt. Jetzt fehlt nur noch das Bohrgerät. Das steht noch vor Berlin und wartet auf die Fahrerlaubnis der Polizei. Wie sowas überhaupt funktioniert, das Herstellen der Tiefbohrungen, erklärt die Firma Franki auf ihrer Homepage: www.franki.de/de/schraubpfaehle-ia.php

Im Untergrund unterhalb der alten Bebauung wurden übrigens alte Eisenbahnschienen gefunden (vermutlich von einer Draisine zur Andienung für die Herstellung der U-Bahntrasse). Ganz wie nebenbei haben die Bauarbeiter auch noch auf der Gehwegseite an der Friedrichstraße und entlang der Verbaulinie das alte Bernburger Kalksteinpflaster abgetragen. Die Pflastersteine sind nun eingelagert und werden, wenn das neue taz-Haus fertig gestellt ist, wieder sorgfältig am Randstreifen als Mosaik verlegt und somit das Bild des historischen Trottoirs wiederhergestellt. Spätestens dann sollten Sie mal gucken kommen.

KARL-HEINZ RUCH, Geschäftsführer der taz

Titelbild: Screenshot unserer Neubau-Cam

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