taz.bienenstock: Von Räuberbienen und Hochzeitsflügen

Auf dem taz-Dach leben weiterhin Bienen. Der Standort ist für ein Bienenvolk nicht immer ganz unproblematisch. Es fehlt Schutz vor Sonne und Wind.

Letzten Spätsommer und Herbst waren noch zwei starke Bienenvölker dort, doch sie wurden von Wespen und später auch noch Räuberbienen heimgesucht. Doch ein Völkchen hat überlebt und kämpft sich jetzt durch die schwierigen Wetterbedingungen dieses Jahres.

Wir erinnern uns: Im Frühling war es schon sehr früh warm. Die Bienen sind also früh ausgeflogen, die Königin hat fleißig Eier gelegt, die Bienen haben gebrütet, was sehr viel Energie kostet. Dann war es plötzlich wieder fast Winter und wurde noch einmal wochenlang richtig kalt und ungemütlich, bis weit in den Mai hinein. So sind hier im Berliner Raum und weit darüber hinaus viele Bienenvölker dem Hungertod nur dank Fütterung durch die Imker entronnen.

Dazu kamen später die vielen Unwetter mit Starkregen und orkanartigem Wind, die den Bienen das Leben schwer machten. Starker Wind nämlich nervt die Bienen nicht nur beim Fliegen, er fegt auch zusammen mit Starkregen die Läuse von den Pflanzen, und das ist für Bienen ein Verlust, denn sie sammeln auch den süßen Honigtau, der von den Läusen ausgeschieden wird.

Durch das schlechte Wetter im Frühling wurden auch noch die Bienenköniginnen auf ihren Hochzeitsflügen nicht richtig begattet. Das hat Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und schwächt ein Bienenvolk zusätzlich.

Das mit dem Hochzeitsflug geht so:

Eine Königin hat nur ein enges Zeitfenster für die Begegnung mit dem anderen Geschlecht. Sie lässt sich nämlich nicht inzestuös im Bienenstock von der eigenen Verwandtschaft begatten, sondern fliegt im Frühling aus und wartet ab, welche Drohnen von anderen Völkern so auf sie fliegen. Wenn es in dieser Zeit aber viel regnet und stürmt, sind die Bedingungen für diese Tête à têtes doch nicht ideal, und es passiert schlicht nicht so besonders viel. Oder die wertvolle Königin geht verloren, was für ein Volk ein kleiner GAU ist.

So kommt es, dass auch die anderen Völker unserer Imker, die an anderen Standorten beheimatet sind, sich nicht richtig entwickeln konnten. Er konnte uns keine zusätzlichen Bienenkästen aufs Dach stellen, was eigentlich geplant war.

Unserem tapferen kleinen Völkchen werden wir den gesamten Honig in diesem Jahr lassen und ihnen nichts wegnehmen. Es muss ja wieder zu Kräften kommen. Außerdem wird es zum Ende der Saison an einen geschützteren Standort gebracht.

Und nächstes Jahr? Zieht die taz-Belegschaft erst einmal ins neue Haus um, vorausgesetzt, dass alles nach Plan läuft. Und vielleicht schauen wir 2019, ob da nicht noch ein Plätzchen frei sein wird für taz-Bienen.

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