Auszeichnung: Migration Control erhält Otto-Brenner-Preis

Seit Ende 2016 gibt das Projekt detailierte Einblicke in die EU-Flüchtlingspolitik. Es erhält den Preis in der Kategorie „Multimedia“.

Wie versucht die EU, Menschen in Afrika davon abzuhalten, nach Europa zu kommen? Wer hilft ihr dabei? Und wer bezahlt da was? Auf diese Fragen gibt seit Mitte Dezember 2016 das taz-Projekt „Migration Control“ Antworten. Auf der Online-Plattform sind Dossiers zu den einzelnen Ländern zu finden sowie Reportagen, Statistiken und EU-Originaldokumente.

Sonderausgabe der taz vom 16.12.2016

„In Afrika wird Migration als Chance gesehen, in Europa als Gefahr. Wir wollten mit diesem Projekt eines der dunkelsten Kapitel der EU-Geschichte aufdecken, die jetzt Afrika wieder nach ihren Vorstellungen formen will“, beschreibt taz-Auslandskorrespondentin Simone Schlindwein das Anliegen, das sie und ihre Kollegen Christian Jakob und Daniél Kretschmar mit der Website verfolgen.

Für ihre Arbeit werden die taz-Journalist*innen nun mit dem Otto-Brenner-Preis in der Kategorie „Multimedia“ ausgezeichnet, dotiert mit 2.000 Euro. Der Preis wird seit 2005 von der Otto-Brenner-Stiftung verliehen, um nach dem Motto „Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“ kritischen Journalismus zu ehren. Insgesamt werden in diesem Jahr 47.000 Euro Preisgeld an die Gewinner*innen ausbezahlt. Die Preise werden am 21. November im Rahmen der Medienpolitischen Tagung 2017 vergeben.

Die Thematik der Website indes ist mindestens so aktuell wie noch vor einem Jahr. In ihrem jüngst im C.H. Links-Verlag erschienenen Buch „Diktatoren als Türsteher Europas. Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert“ berichten Simone Schlindwein und Christian Jakob über derzeitige Entwicklungen in der EU-Flüchtlingspolitik. Zudem wird ein Film auf Arte und im ZDF erscheinen.

Die taz dankt den Dreien für ihren ausdauernden, herausragenden Einsatz und gratuliert zu der Auszeichnung. Großer Dank gebührt außerdem den vielen vielen Kolleg*innen, die sie dabei unterstützt haben:

Inken Bartels (Hamburg), Eric Bonse (Brüssel), Michael Braun (Rom), Alexander Bühler (Berlin), Tony Buyan (London), Ali Celikkan (Berlin), Hans Georg Eberl (Wien), Michael Flynn (Genf), Katrin Gänsler (Coutounou), Fabian Grieger (Berlin), Paul Welch Guerra (Berlin), Dominic Johnson (Berlin), Susanne Knaul (Tel Aviv), Philipp Sofian Naceur (Kairo), Bernard Schmid (Paris), Nina Violetta Schwarz (Tanger), Andrea Stäritz (Abuja), Lea Wagner (Berlin) und Reiner Wandler (Madrid).

 

 

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