vonhausblog 23.10.2017

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Wie verantwortungsvoll ist es, eine Satirepartei zu wählen? Nicht besonders, meinte taz-Redakteur Martin Kaul. Das polarisierte.

630.000 Klicks. taz-Kollege Martin Kaul hat offenbar einen Nerv getroffen, als er zehn Tage vor der Bundestagswahl seinen Aufruf veröffentlichte, keinesfalls die Schnupsis von der Satirepartei Die Partei zu wählen („Elitär, bourgeois und amoralisch“). Darf man für einen Haufen Spaßbolde stimmen, während Flüchtlingsheime brennen und die AfD ins Parlament einzieht? Nein, schrieb Kaul: „Mit solchen Schnupsis ist kein Staat zu machen. Diese Schurken sind selbstverliebte Gesellen.“

Das Corpus Delicti

630.000 Mal wurde der Artikel seitdem auf taz.de angeklickt. Er ist mit Abstand meistgelesener Artikel zur Wahl 2017. Das Interview mit Angela Merkel, das für die taz eine Premiere war, hat etwas mehr als 46.000 Klicks. Kauls Appell war so erfolgreich, dass er jetzt sogar als T-Shirt zu kaufen ist – gewissermaßen, zumindest: Als offiziellen Fanartikel bietet Die Partei selbst schwarze Shirts mit der Aufschrift „Schnupsi“ an. Preis pro Stück 15 Euro, lieferbar ab heute, Vertrieb über den Shop des Satire-Magazins Titanic.

Übrigens, T-Shirts mit politischen Statements und um Weiten weniger „bourgeois und elitär“ gibts bei uns in der taz: das T-Shirt „Free Deniz“. Ist aber nichts für echte Schnupsis. Allerdings: Was ist ein Schnupsi überhaupt? Gute Frage. Im Duden gibt es keinen Eintrag. Im Internet taucht der Begriff bevorzugt in Verbindung mit roten Herzen auf. Offenbar ein Kosename. Richtig schlimm findet Kaul Die Partei also gar nicht.

Foto: dpa

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