Unbequemer Journalismus: Im Knast wegen Drohnenbesitz

Mit seinen Berichten über das Leid der Rohingya hat sich Aung Naing Soe Feinde gemacht. Nun droht ihm eine Haftstrafe – für ein eher leichtes Vergehen.

Vor zwei Jahren war er bei uns in Berlin: der Fotograf und Journalist Aung Naing Soe. Damals nahm er zusammen mit KollegInnen aus Myanmar an einem Workshop der taz Panter Stiftung teil.

Seit Freitag sitzt er in einem Gefängnis nahe Myanmars Hauptstadt Naypyitaw, nachdem er gemeinsam mit einem Reporter aus Malaysia, einer Kamerafrau aus Singapur und einem lokalen Fahrer festgenommen wurde. Die Behörden werfen dem Team vor, gegen das Im- und Export-Gesetz verstoßen zu haben. Dabei geht es um eine Drohne, die sie zum Filmen nutzen wollten.

Nun drohen ihnen drei Jahre Haft. Aung Naing Soe war als Übersetzer für das Team dabei, das für den türkischen Staatssender TRT gerade einen Abgeordneten interviewt hatte und nun Drohnenaufnahmen vom Parlament anschließen wollte. Das Informationsministerium bestreitet, über die Aufnahmen informiert gewesen zu sein, wie TRT sagt.

Der 26-Jährige Aung Naing Soe gehört der muslimischen Minderheit im überwiegend buddhistischen Myanmar an. Er hat sich einen Namen gemacht, als er das Leid der muslimischen Rohingya dokumentierte und über seine Freundschaft mit einem später ermordeten muslimischen Anwalt schrieb. Inzwischen hat die Polizei seine Wohnung durchsucht, Computer und Speichersticks mitgenommen.

Kollegen vermuten, dass die Behörden sich an seinen Berichten störten. Das Burma Human Rights Network räumt ein, die Nutzung der Drohne könnte illegal gewesen sein. Im Fall eines Touristen sei dessen Drohne aber nur konfisziert worden.

Foto: dpa

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