vonhausblog 26.01.2018

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Am 27. Januar erscheint die taz zu 40 Jahren Tunix-Kongress. Ein linkes Erweckungserlebnis – auch für die taz. Nur, wer erzählt uns davon?

Im Jahr 2018 kommt man als Journalist um ein paar Termine nicht herum. 200 Jahre Marx. 100 Jahre Deutsche Revolution. 40 Jahre Tunix. Tu- bitte-was? Die Älteren in der Redaktion, die die mythische Urzeit der taz miterlebt hatten, bekamen leuchtende Augen, wenn sie von Tunix sprachen: Tausende Spontis feierten Ende Januar 1978 ein dreitägiges Gedankenfestival an der TU Berlin. Woodstock in Räumen.

Mit Stickern wurde für den Kongress geworben

Ein Erweckungserlebnis. Ohne Tunix, so heißt es, gäbe es die Grünen nicht. Den CSD nicht. Die taz nicht. Den Jüngeren dagegen sagte Tunix recht wenig. Wir machten das zum Konzept: Drei halbwegs junge RedakteurInnen (die älteste 15 Tage vor Tunix geboren) sollten herausfinden, was eigentlich genau zwischen dem 27. und 29. Januar 1978 in der TU passierte. Wir begannen im Haus zu recherchieren.

Frag mal den Thomas, sagte man uns, der war bei Tunix. Thomas sagte: Ne, war ich nicht. Glaube ich. Wir schalteten einen Aufruf an die taz-GenossInnen. Einer schrieb uns: An den Rudi (Dutschke) kann ich mich noch gut erinnern! Woran noch? Nur an den Rudi. Ein Interviewpartner sagte, er sei nur wegen Günter Wallraff da gewesen. Aber er war auf keinem Bild zu sehen.

Anruf bei Wallraff: „Waren Sie bei Tunix?“ – „Nein, war ich nicht.“ Pause. „Wobei: Ich saß auf so vielen Podien. Ganz ausschließen kann ich es nicht.“ Während der Recherche ergriff der Geist von 1978 von uns Besitz. Wir arbeiteten immer im Team, diskutierten alles endlos. Zwischendurch riefen wir „Ho, ho, hoch die internationale Kinderschokolade.“ Das Ergebnis können Sie morgen in der taz am wochenende lesen.

Phillip Daum, Redateur der taz am Wochenende

Alle Sonderausgaben der taz zum Nachlesen – kostenfrei auf unserem Portal.

Foto: Gruppenfoto der ersten taz-Redaktion, die sich bald nach dem Kongress zusammenfand.

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