vonhausblog 25.05.2018

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Am 25. Mai 2018 tritt die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, in Kraft. Ihr vollständiger Titel würde kaum in diesen Text passen. Sie besteht aus 99 Artikeln. Noch eine 9 dazu und das Ganze umgedreht ergibt die biblische Zahl des Tiers, was beweist, dass es sich um eine Verschwörung diabolischer Abmahnanwälte handelt, gegen die auch mal eine Verordnung erlassen werden sollte.

Die EDV-Administratoren müssen ab jetzt jeden Datenspeicher genau analysieren und dokumentieren, bis hin zu den Schutzklassen der Serverraum-Türen. Auch in allen anderen Abteilungen wird die DSGVO emsig umgesetzt. Die taz tut sich naturgegeben schwer mit der Zentralisierung von Daten. Deshalb hütet sie jede Abteilung wie den heiligen Gral: Leser*innen-Daten, Abo-Daten, Kommune-Daten. Webseiten und Formulare müssen nun geändert, Einverständniserklärungen eingeholt werden.

Jochen Ronig, dem obersten Datenschutzbeauftragten der taz, gefällt die Idee hinter der neuen Verordnung. Ronig kümmert sich zusammen mit Franz Wolffersdorff, dem Justiziar der taz, um die Umsetzung der DSGVO. Dazu sagt er: „Vieles ist unklar. Richtig los geht es, wenn die ersten Urteile fallen.“

Ein gespaltenes Verhältnis zur Sache hat Berit Lusebrink von der taz Genossenschaft: „Privat freue ich mich, wenn mein Postfach leerer wird. Was die Kommunikation der Genossenschaft angeht, haben wir Angst. E-Mails sind unser wichtigstes Medium für die Leserbindung. Wir rechnen damit, dass wir 80 Prozent der Adressen verlieren, wenn wir jeden Leser um Erlaubnis bitten müssen, ihn anschreiben zu dürfen.”

Hier finden Sie die neue Datenschutzerklärung der taz.

Ulf Schleth, taz-Webentwickler

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