vonandreas bull 09.11.2016

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Die Auflage der taz sinkt, jedoch nicht so schlimm wie die anderer Tageszeitungen. Warum?

Nicht schon wieder. Nach jedem abgelaufenen Quartal diese Horrormeldung der Interessengemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW) über die drastisch gefallenen Auflagen der Tageszeitungen.

Etwas mehr als siebeneinhalb Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal haben einige Blätter verloren. Die Auflage der taz wirkt dagegen noch wie ein Hort der Stabilität: Verlust nicht einmal zwei Prozent.

Allerdings haben wir diesen günstigen Wert dem gestiegenen Anteil der Testabos zu verdanken, von denen wir in diesem Sommer 33 Prozent mehr verkaufen konnten als 2015. Deren Anteil an der „harten“ verkauften Auflage der taz stieg damit von rund 10 auf etwa 14 Prozent. Sie erinnern sich vielleicht: Das Sonderangebot rund um die Fußball-EM und die Olympischen Sommerspiele in Rio traf auf eine rege Nachfrage nach der täglich gedruckten taz – allerdings zu einem Preis, der gerade mal knapp die Druck- und Vertriebskosten deckte, keineswegs aber die der Arbeit der Redaktion.

Hauptquelle von „richtigen“ taz-Abos

Dennoch sind diese Testabos besonders wichtig. Die Nachfrage nach ihnen ist ein untrüglicher Gradmesser für den Erfolg unserer Werbeangebote. Da haben wir diesmal offenbar ganz richtig gelegen: Diese spezielle Mischung aus unterhaltsamem Sport und Intervention in die öffentliche Wahrnehmung von Politik, die von der taz zu Recht erwartet werden kann, ist ein wirksames Kaufmotiv.

Gleichzeitig sind die Testabos die Hauptquelle von „richtigen“ taz-Abos. Oft bleiben über 20 Prozent der Testenden zumindest für eine Zeitlang dem taz-Abo zu einem der regulären Preise treu, ein Wert, um den wir in der Branche beneidet werden. Nun ja, nicht jede Zeitung hat taz-LeserInnen.

In der Grafik oben können Sie unsere Angebote für die taz.am wochenende und deren Effekte auf die Auflagenentwicklung der vergangenen drei Jahre detailliert ablesen. Auch hier sind es die Testabos zu einem Preis von 10 Euro für 10 Ausgaben, die für Nachfrage sorgen und zunächst Wachstum und dann Stabilität der Auflage bewirken.

Inhaltlich liegen spannungsreiche Wochen vor uns, die Konjunktur politischer und gesellschaftlicher Themen, die Redaktion und Lesenden der taz wichtig sind, könnte kaum größer sein.

Testen Sie jetzt 10 Wochen die  taz.am wochenende. Für 10 Euro kriegen Sie nichts Besseres!

ANDREAS BULL, Geschäftsführer der taz

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kommentare

  • Ähm…. Verlust nicht Gewinn.
    Denkt mal darüber nach.
    Es sind teilweise Eure Formulierungen, die die Menschen nicht mögen.
    Viele Menschen, die in ihrem Inneren genau wissen, was Manipulation ist und was nicht, erhoffen oder erhofften sich von Euch einen Jorunalismus, der Hintergründe beweis aufdeckt.

    Wenn ihr nun „nur“ 2 Prozent Verlust macht, heißt dass, dass 2 Prozent Eurer Leser Eure Art nicht mehr unterstützen können. Das sind 2 Prozent, die sich entschieden haben. Habt ihr mal überlegt, wieviel Prozent auf der Kippe stehen?? Auf der Kippe Euch ihre Unterstützung zu versagen. Was macht ihr da eigentlich?

    Nehmen wir als Beispiel den Artikel über Jo Conrad.
    Ihr benutzt Begriffe wie Reichsbürger. Ihr macht einen Topf auf, und dann landen alle, die sich mit dem Thema und den Nebenthemen beschäftigen in diesen Topf. Die Bildzeitung tut das. Der Verfassungsschutz tut das u.a.. Der Begriff ist eine Wort-Waffe zum Mundtot und unglaubwürdig machen.

    Glaubt ihr wirklich, ihr könnt hundertausende, die sich mit verschiedenen Themen beschäftigen, so in einen Topf werfen?
    Das sind subtilste Manipulationen. Aber das sind dann auch 2 Prozent. Und vielleicht 90 Prozent, die mit einem Abo geliebäugelt haben.

    Respekt ist das Zauberwort. Und in dem Artikel über Jo Conrad fehlt dieser Respekt – allein schon für seine Lebensleistung. Das kostet Euch definitiv Leser. Das hat Euch Vertrauen gekostet. Die ganze Art und Aufmachung des Artikels über Jo Conrad … wer will da von Euch noch interviewt werden?

    Wisst ihr, ich bin in allererster Linie Mensch. Und als Mensch erbringe ich Respekt und Mitgefühl, da ich fühle, wir sind alle mit einander verbunden. Und ich lebe in Deutschland. Da bin ich halt geboren. Und meine Innere Überzeugungen sind Wahrhaftigkeit, Respekt und Mitgefühl.

    Und das fehlt mir in Euren Artikel. Sie sind zum Teil vorkommen zu Halbwissen, Teilwissen und Überschriften Journalismus.

    Wenn ihr Menschen, wie z.B. Jo Conrad in solch ein Licht rückt, macht ihr das indirekt auch mit denen, die sich für die selben Themen interessieren, wie eben z.B. Jo Conrad. Ihr stellt den Journalisen Jo Conrad einwenig naiv dar, einwenig schillernd oder etwas sonderbar. Das ist respektlos. Und das ist die Art die Euch eben Verluste bringt. Zur Zeit noch zwei Prozent. Der Verlust der großen Tageszeitungen ist nicht Euer Gewinn. Das ist doch seltsam, oder!?

    Es ist wie nach einer Landtagswahl oder Bundestagswahl: „Wir sind Sieger, weil wir nicht wie die anderen 2-stellig verloren haben, sondern nur 1-stellig. Daher sind wir die Gewollten!“

    Wenn ihr weiter so Artikel schreibt, wie den über Jo Conrad und andere, mit dieser Art von subtilen Wort- und Assotiationtechnik, werdet ihr noch mehr Verluste einfahren.

    Es geht nicht darum Euch zu bekämpfen, ich kenne Euch nicht persönlich, auch ist Kampf nicht meine Gesinnung, vielmehr geht es darum, dass Ihr bemerkt, dass ihr Euch selbst „bekämpft“ mit dieser Art von Formulierungen.

    Wie gesagt, wenn ihr so Protraits von Menschen macht, verliert ihr Vertrauen….

    Viele Grüße

    Peter

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