vonhausblog 16.02.2018

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

Mehr über diesen Blog

Die Brandwand des neuen taz-Hauses wurde vom TFTS Kollektiv künstlerisch gestaltet. Dabei übertrugen die Künstler die Außenfassade des taz-Neubaus in ein die komplette Wandfläche füllendes buntes Raster. Mit demselben frischen, weil unverstellten Blick auf die taz und ihre Inhalte, hat nun das Tape-That-Kollektiv ein Kunstwerk aus neon pinkem Klebeband auf eine Betonwand im taz Rohbau angebracht. Im Interview mit der taz beantwortet Stefan Busch, ein Mitglied von Tape That, einige Fragen zur tape Art im taz Haus und allgemein.


Wer war der Auftraggeber für die Tape Art im taz-Rohbau?

Der Bauprojektmanager SMV  kam über die Eventagentur, die das Event geplant hat, auf uns zu, um dort eine Wand live zu bekleben.
(Anmerkung der Redaktion: Das Event war die Kickoff Party für den taz Neubau Ende Januar)

Die Brandwand: Auch hier diente die Architektur als Inspiration

Was war das Motto? Warum habt ihr euch für pink/weiß entschieden?

In der Gestaltung waren wir eigentlich komplett frei und haben uns von dem Stahlgerüst der Fassade inspirieren lassen. Da wir wussten dass es eine Abendveranstaltung wird, wollten wir was mit Neonfarben machen, das pinke Tape leuchtet unter Schwarzlicht extrem gut.



Ihr macht vergängliche Kunst? Ist das nicht irgendwie schade? Warum nutz ihr gerade Tape?



Tape ist ein neues Medium an dem wir immer Neues für uns entdecken können. Vergänglich ist relativ, da man auch Tape-Art-Kunstwerke ewig haltbar machen kann. Für Veranstaltungen dieser Art und temporäre Installationen ist es natürlich perfekt, da man es eben, anders als Farbe, problemlos wieder abbekommt. Wir haben damit kein Problem, ein Maler ärgert sich ja vielleicht auch mal, dass er nicht einfach STRG-Z machen kann, wenn ihm ein Strich nicht gefällt, der bleibt dann da. Wir können alles was wir machen, einfach entfernen und wieder was Neues machen.

Wie viele seid ihr?



Der harte Kern von Tape That besteht aus sechs Leuten: Thomas Meissner, Stephan Meissner, Nikolas Lawin, Stefan Busch, Adrian Dittert und My Lan Nguyen. Drumherum kommen dann noch Bekannte, Freunde und Helfer, die immer mal wieder dabei sind.

Macht ihr auch Street Art oder stört da die Witterung?



Die Mitglieder von Tape That haben sehr unterschiedliche Hintergründe, aber grundsätzlich interessieren wir uns alle sehr für Street Art. Es sollte schon immer einen guten Grund für uns geben, mit Tape zu arbeiten. Auf der Straße oder Outdoor ist Tape Art nicht unbedingt gut geeignet, weniger wegen der Witterung, sondern weil Tapen meistens länger dauert als Sprayen. Außerdem will man ja gerade bei Street Art oft, dass es nicht wieder ab geht.

Tape That klingt wie Take That. Ist das Absicht?

Nein, auf keinen Fall. Was haben wir denn mit denen gemeinsam? Es klingt einfach gut, aber es gibt keine besondere Geschichte zu dem Namen.

Kennt ihr die taz? Was denkt ihr über uns? Und was über das Bild an der Brandwand?



Ich kann nicht für die anderen sprechen, aber klar kenne ich irgendwie die taz und lese auch ab und zu mal einen Artikel. Bei der Veranstaltung ging es ja um die Eröffnung des neuen Gebäudes. Wir haben im Prinzip einfach mit der Architektur von dem Gebäude gespielt und daraus ein abstraktes Bild gemacht. Die Gestaltung der Brandwand gefällt uns gut.

Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade im taz-Neubau kreativ seid?

Wir machen wirklich sehr unterschiedliche Projekte. Neben Projekten, wie das für SMV, machen wir noch unsere freie Kunst und Ausstellungen – 2016 haben wir die Tape Art Convention organisiert und kuratiert. Da die Tape Art Szene noch recht überschaubar ist haben wir uns gedacht, dass es toll wäre, wenn wir die bekanntesten Künstler mal in Berlin versammeln und eine Gruppenausstellung auf die Beine stellen. Da waren dann Künstler aus London, Philadelphia, Melbourne und Amsterdam dabei. Wir haben uns eine Woche in die Neurotitan Galerie eingeschlossen und gezeigt, was man künstlerisch so aus dem Alltagsgegenstand Klebeband rausholen kann. Die nächste Convention ist momentan übrigens in Planung und findet vielleicht schon im Sommer statt.

Ein weiteres laufendes Projekt nennen wir „Tape Art around the World“. Wir verstehen uns als „Tape Art-Botschafter“. Klebeband kann in fast jedem Haushalt auf der Welt gefunden werden. Was die Wenigsten wissen: Das ist alles was nötig ist, um kreativ zu werden!

 Man braucht weder teure Farben, noch teure Leinwände – nur herkömmliches Klebeband. Wir sind von diesem Open Source Ansatz, Kunst zu erschaffen, fasziniert und versuchen, diesen Gedanken mit dem Projekt „Tape Art Around the World“ in die kulturell unterschiedlichsten Regionen der Welt zu tragen. Bisher konnten wir dies in Ägypten, Bulgarien, China, Estland, Großbritannien, Indien, Jerusalem, Kambodscha, Katar, Montenegro, Namibia, in den palästinensischen Gebieten, Peru Portugal, Russland, Saudi Arabien, USA, Schweden, Vietnam und Weißrussland tun. Es wäre schön, wenn die Tape Art im neuen Haus bleiben würde oder wir ein neues Bild bekämen.

Interview: Désirée Fischbach, Online-Anzeigen und Datenanalyse bei der taz

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/hausblog/tape-art/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.