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	<title>Kommentare zu: Von Blog zu Bloch</title>
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	<description>Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 16 Feb 2012 13:42:25 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: andy</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/06/83/comment-page-1/#comment-59410</link>
		<dc:creator>andy</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 17:07:48 +0000</pubDate>
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		<description>@hausmeisterblog (Helmut Höge)
Wäre für mich als unbedarfter Konsument interessant zu wissen, inwieweit die im Blog beschriebenen liebenswürdigen Zeitgenossen dem Minderverbrauch elektrischer Energie in den Zeiten der Pest, sorry, der LED, vorbeugen. Mit permanenter Desinformation, Antiwerbung oder kontinuierlicher regelmäßiger Energiekostenerhöhung unter den glühfadenscheinigsten Argumenten? 
Ich bin leider noch unerfahren in dieser Blog-Kommunikationstechnik, aber vielleicht gibt es ja einen &#039;Posteingangs[feedback]-Melder für alte Blog-Themen&#039; beim verantwortlichen Redakteur, um selber &#039;Feedback&#039; zu erhalten. Vielleicht ja auch den einen oder anderen kompetenten Mitleser aus der Szene...?
Oder gibt es vielleicht schon einen entsprechenden Beitrag?
Schlußendlich noch: Vielen Dank für die subversive Aufklärung</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@hausmeisterblog (Helmut Höge)<br />
Wäre für mich als unbedarfter Konsument interessant zu wissen, inwieweit die im Blog beschriebenen liebenswürdigen Zeitgenossen dem Minderverbrauch elektrischer Energie in den Zeiten der Pest, sorry, der LED, vorbeugen. Mit permanenter Desinformation, Antiwerbung oder kontinuierlicher regelmäßiger Energiekostenerhöhung unter den glühfadenscheinigsten Argumenten?<br />
Ich bin leider noch unerfahren in dieser Blog-Kommunikationstechnik, aber vielleicht gibt es ja einen &#8216;Posteingangs[feedback]-Melder für alte Blog-Themen&#8217; beim verantwortlichen Redakteur, um selber &#8216;Feedback&#8217; zu erhalten. Vielleicht ja auch den einen oder anderen kompetenten Mitleser aus der Szene&#8230;?<br />
Oder gibt es vielleicht schon einen entsprechenden Beitrag?<br />
Schlußendlich noch: Vielen Dank für die subversive Aufklärung</p>
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	<item>
		<title>Von: christine</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/06/83/comment-page-1/#comment-59023</link>
		<dc:creator>christine</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 13:40:16 +0000</pubDate>
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		<description>kannst mir ja irgendwann mal erklären...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>kannst mir ja irgendwann mal erklären&#8230;</p>
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		<title>Von: hausmeisterblog</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/06/83/comment-page-1/#comment-68</link>
		<dc:creator>hausmeisterblog</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 14:48:07 +0000</pubDate>
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		<description>Wenn es um den &quot;Lebenssaft&quot; geht, dann scheinen selbst Linke ins Wanken zu geraten. So titelte z.B.der verdienstvolle Journalist Erich Kuby: &quot;Uns gehört das Öl! schreien die Perser.&quot;
Schon dieser Titel ist eine Unverschämtheit. Dabei ist Erich Kuby, der Autor eines Artikels, der 1951 in der Süddeutschen Zeitung erschien, eigentlich alles andere als ein elitärer eurozentristischer Kalter Krieger. Er flog im Juli 1951 nach Teheran, um über den &quot;Hinauswurf&quot; der Anglo Iranian Oil Companie (AIOC)  in Abadan und die Verstaatlichung der persischen Ölindustrie zu berichten. 1989 nahm er diesen Text in eine Sammlung von Artikeln auf, die er zwischen 1946 und 1989 geschrieben hatte und die dann der BRD-Verlag Hanser sowie ein Jahr später der  DDR-Verlag Volk und Welt unter dem Titel &quot;Mein ärgerliches Vaterland&quot; veröffentlichten. Wenig später wurde er Kolumnist des aus der DDR-Wochenzeitung &quot;Sonntag&quot; hervorgegangenen &quot;Freitag&quot;. Bereits 1957 hatte Erich Kuby eine Recherchetour durch die DDR unternommen, wobei er diese mit der BRD verglich. Seine Eindrücke und Überlegungen  veröffentlichte er damals als Buch. U.a. kam er darin zu dem Schluss, dass es nur im Osten eine politisierte, zu &quot;Unruhen&quot; fähige, studentische Jugend gäbe: &quot;Westdeutsche Jugend findet politisch nicht statt&quot;; dies galt auch und erst recht für die in Westberlin, die er damals noch als &quot;bürgerlich&quot; und antikommunistisch verhetzt einschätzte. Dieser Befund sollte sich jedoch bald und nicht zuletzt durch sein eigenes Wirken geradezu umdrehen, wofür ihn die Freie Universität in Westberlin im Sommersemester 1965, das als &quot;Kuby-Semester&quot; in ihre Geschichte einging, mit einem Haus- und Redeverbot ehrte. 

In seinem Persien-Text aus dem Jahr 1951 ist von einer solchen Sicht auf die Dinge nichts zu spüren, im Gegenteil: Dieser strotzt vor Arroganz gegenüber den zerlumpten und unausgebildeten persischen Arbeitern, die sich anheischig machen, die klugen, hochorganisierten Engländer an der Öltechnik abzulösen: &quot;Es ist ein Proletariat gezüchtet worden, dem ein Knochen hingeworfen werden mußte. Dieser Knochen ist die Nationalisierung des Öls, und es ist Mussadeq wirklich gelungen, in dieser Frage das Volk vor seinen Karren zu spannen,&quot; schreibt Kuby an einer Stelle, und an anderer: &quot;Es ist in der Tat alles so, daß man sich fragt, ob man an den Folgen eines Hitzschlags verrückt geworden ist oder ob dies Wirklichkeit ist: hier ein kaum noch atmendes Werk, eine der größten, höchst organisierten und technisierten Verwirklichungen des Kapitalismus, dort Menschen, die darüber sprechen, als ob es sich darum handelt, einen Milchladen zu übernehmen...&quot; Heute haben wir eine ähnliche Situation in Venezuela, wo der Mussadeq Hugo Chavez heißt, und so wie Kuby damals argumentiert jetzt und in diesem Fall die FAZ, die auch schon mal einen Berichterstatter zu den umkämpften nigerianischen Ölfeldern schickte, dem   dafür die britische Ölgesellschaft BP ihr Flugzeug zur Verfügung stellte. 

Es geht auch ganz anders, wie sich am Beispiel des Hinauswurfs der englischen Ölgesellschaft (Burma Oil Company) in Burma zeigen läßt - wenn man sich dabei auf burmesische statt britische Berichterstatter verläßt. Die Briten hatten die burmesischen Ölfelder in drei Kriegen gegen das Land und sein Königshaus zwischen 1824 und 1885 erobert und sie dann sukzessive modernisiert, außerdem erschlossen sie sich dort weitere Ölfelder, wobei sie ein einheimisches Proletariat &quot;heranzüchteten&quot; - und zusätzlich noch indische Ölarbeiter ins Land holten. Als diese sich organisierten und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpften, gelang es der englischen Ölgesellschaft, sie rassistisch gegeneinander auszuspielen - mit dem intendierten Erfolg, dass es zu schweren Pogromen unter ihnen kam. 

Zu diesem Zeitpunkt hatte die BOC bereits Konkurrenz im burmesischen Ölgeschäft bekommen - u. a. durch die »Indo-Burma-« und die »British Burma-« Petroleum Companies. Und es begann eine systematische geologische Erforschung Zentralburmas. Für das Land, das zunächst von Indien mitregiert wurde,  erließ man spezielle »Mining Rules«, außerdem nahm eine »Oilfield Commission« ihre Arbeit auf, deren Aufsichtsrat sich aus Vertretern der verschiedenen Öl-Gesellschaften zusammensetzte.  Hintergrund des schon einige Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs gestiegenen Interesses der englischen Regierung an Burma-Öl war die Aufrüstung der deutschen Flotte zur Sicherung und Ausweitung deutscher Übersee-Besitzungen. Sie bewog den damaligen Innenminister Winston Churchill zu einem Meinungswechsel in bezug auf die Modernisierung der englischen Marine. Nachdem man ihn 1911 zum Ersten Lord der Admiralität emannt hatte, setzte der später geadelte Churchill eine Umrüstung der Flotte von Kohle auf Öl durch. Damit war England zwar von den unsicheren Öllieferungen - vor allem aus Persien - abhängig, aber laut Churchill gab es keine andere Wahl für das  Einpire. Mit der Erschließung und Modernisierung der Ölfelder in Burma und Indonesien versuchten die englischen Ölfirmen die Abhängigkeit von Persien zu mindern.  Ein anonym gebliebener englischer Öl-Manager schrieb über die »Burma Petroleum Industry«: »Steady development of the oilfields continued until 1939« - in jenem Jahr wurde Churchill emeut zum Ersten Lord der Admiralität ernannt. Mit dem Zweiten Weltkrieg kam jedoch langsam der Nachschub an englischer Öl-Technik und Ersatzteilen ins Stocken, bis die Invasion der Japaner in Burma sogar die komplette Zerstörung der Öl-Anlagen notwendig machte. Das geschah im März 1942. 

Der anonyme Ölmanager gibt an, daß die in die Luft gesprengten Anlagen einen Wert von 40 Millionen Pfund Sterling hatten. Sein Bericht darüber erschien 1946 in Bombay, wohin sich etliche der in Burma arbeitenden englischen Ölleute zurückgezogen hatten. Obwohl die englische Luftwaffe anschließend noch einmal mehrere der zerstörten Öl-Anlagen und -Einrichtungen bombardierte, gelang es den Japanern während ihrer zweijährigen Besatzungszeit, wieder 80 000 Barrels in Burma zu fördern. Um die Produktion zu forcieren, hatten die dafür abkommandierten japanischen Armeeoffiziere zusammen mit den wenigen noch vorhandenen burmesischen Fachkräften zunächst ein »Oilfield Rehabilitation Committee« gebildet, aus dem dann mit der englischen Rückeroberung des Territoriums die »Burma Oilfield Rehabilitation Unit« hervorging. Diese Zentralinstanz »Unit« war dann nach der Rückeroberung Burmas durch die Engländer u.a. auch für die Einstellung von Ölarbeitern zuständig. Zunächst fanden jedoch nur sehr wenige beim Wiederaufbau Arbeit, außerdem erkannten die Engländer das zuvor von den Japanern ausgegebene Besatzungsgeld nicht an: Es kam zu Demonstrationen und anti-britischen Kampagnen.  Die Zahl der Ölarbeiter hatte zuletzt - 1940 - etwa 15 000 betragen: davon waren 9000 waren burmesischer und 6 000 indischer Herkunft. Sie bildeten die Avantgarde der Industriearbeiterschaft im bis heute agrarisch geprägten Burma. 

1939 ging aus den Arbeitskämpfen der Ölarbeiter ein Generalstreik aller burmesischen Arbeiter und Studenten hervor,  der sich zu einer breiten Unabhängigkeitsbewegung ausweitete.  Bis zur tatsächlichen Unabhängigkeit Burmas, 1948, sank die Erdölförderung im Land von 7,7 Millionen Barrel 1941 auf unter 200 000 Barrel 1947. Die erste demokratisch gewählte Regierung Burmas, das U Nu Government, hatte sich schon bald mit den Ansprüchen der Alteigentümer der Ölquellen  zu befassen, die von den Ölgesellschaften die Herausgabe ihrer Brunnen verlangten, eine Minderzahl, die bereits wieder über ihre Brunnen verfügte, erbat sich von der Regierung finanzielle Unterstützung bei den Reparaturen. Auch die &quot;Petroleum Workers Association Yenangyaung&quot; und die &quot;Oilfields All Employees Association Chauk and up-river fields&quot; wandten sich hilfesuchend an ihre Regierung in Rangoon. Gleichzeitig wurde versucht, den Absatz von Petroleum über lokale Märkte wieder in Gang zu bringen. In dieser Situation ließ die BOC die Produktion in Yenangyaung stilllegen: &quot;aus Sicherheitsgründen&quot;. Als der Druck der dadurch arbeitslos gewordenen Ölarbeiter sich in der Forderung nach Verstaatlichung der Ölindustrie niederschlug, gründete die Regierung mit der BOC ein &quot;Joint Oil Venture&quot; (JOV), in dem sie später Mehrheitsgesellschafter wurde. Die Fördermengen fielen jedoch weiterhin. Hauptabnehmer für sämtliche Petroleumprodukte war eine Handelstochter der BOC, die nicht in den Joint-Venture-Vertrag eingebunden war, aber nun die Preise bestimmte: die &quot;British Merger Co&quot;. 

1962 wurde die Regierung U Nu durch einen Putsch des Militärs gestürzt, das Programm des Generals Ne Win hieß &quot;Burmas Way to Socialism&quot; Im darauffolgenden Jahr wurde die gesamte burmesische Ölindustrie verstaatlicht. Zu dem Zeitpunkt produzierte sie noch 5000 Barrel täglich (1 Barrel entspricht 43 Gallonen). Aber das Engagement der bei der &quot;nationalen Rekonstruktion&quot; der Ölproduktion tätigen Arbeiter war groß: Es mußte improvisiert, gebastelt und zusammengearbeitet werden und jeder verfügbare nur irgendwie fahrbare Untersatz wurde eingesetzt, um zumeist gebrauchte Ausrüstungs- und Ersatzteile heranzuschaffen. Sechs neue Ölfelder konnten bis 1978 erschlossen werden, mit Bohrungen bis zu 3000 Metern. Auf der heutigen  45-Kyat-Banknote befindet sich ein Porträt  des revolutionären Ölarbeiters Bo Hla Gyi, auf der Rückseite ist ein alter handgegrabener Ölbrunnen neben einigen modernen Fördertürmen abgebildet. 

Darum ging es mir mit meinem Beispiel: Daß die Verstaatlichung der Ölquellen unausweichlich war und daß die burmesischen Arbeiter dann den fehlenden Technik-Nachschub aus Europa und die abgezogenen  ausländischen Techniker durch Enthusiasmus und Engagement ersetzten - mit Erfolg. Ähnliches geschah bereits kurz nach der russischen Revolution und dem darauffolgenden Bürgerkrieg in Baku und 1945 in der DDR - beim Wiederaufbau der zerstörten Industrieanlagen. Einige alte burmesische Veteranen bekommen noch heute leuchtende Augen, wenn sie an die Zeit des Wiederaufbaus zurückdenken: &quot;Damals war alles möglich! Es herrschte eine ungeheure Aufbrauchstimmung. Und &#039;geht nicht&#039; - gab es nicht!&quot; Ich nehme an, solche O-Töne hätte Erich Kuby 1951 auch bei persischen Ölarbeitern einsammeln können, er zog es jedoch vor, der überheblichen Empörung der englischen Öl-Techniker und -Manager über ihren &quot;Hinauswurf&quot;  Ausdruck zu verleihen.
(Klaus Kubin)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es um den &#8220;Lebenssaft&#8221; geht, dann scheinen selbst Linke ins Wanken zu geraten. So titelte z.B.der verdienstvolle Journalist Erich Kuby: &#8220;Uns gehört das Öl! schreien die Perser.&#8221;<br />
Schon dieser Titel ist eine Unverschämtheit. Dabei ist Erich Kuby, der Autor eines Artikels, der 1951 in der Süddeutschen Zeitung erschien, eigentlich alles andere als ein elitärer eurozentristischer Kalter Krieger. Er flog im Juli 1951 nach Teheran, um über den &#8220;Hinauswurf&#8221; der Anglo Iranian Oil Companie (AIOC)  in Abadan und die Verstaatlichung der persischen Ölindustrie zu berichten. 1989 nahm er diesen Text in eine Sammlung von Artikeln auf, die er zwischen 1946 und 1989 geschrieben hatte und die dann der BRD-Verlag Hanser sowie ein Jahr später der  DDR-Verlag Volk und Welt unter dem Titel &#8220;Mein ärgerliches Vaterland&#8221; veröffentlichten. Wenig später wurde er Kolumnist des aus der DDR-Wochenzeitung &#8220;Sonntag&#8221; hervorgegangenen &#8220;Freitag&#8221;. Bereits 1957 hatte Erich Kuby eine Recherchetour durch die DDR unternommen, wobei er diese mit der BRD verglich. Seine Eindrücke und Überlegungen  veröffentlichte er damals als Buch. U.a. kam er darin zu dem Schluss, dass es nur im Osten eine politisierte, zu &#8220;Unruhen&#8221; fähige, studentische Jugend gäbe: &#8220;Westdeutsche Jugend findet politisch nicht statt&#8221;; dies galt auch und erst recht für die in Westberlin, die er damals noch als &#8220;bürgerlich&#8221; und antikommunistisch verhetzt einschätzte. Dieser Befund sollte sich jedoch bald und nicht zuletzt durch sein eigenes Wirken geradezu umdrehen, wofür ihn die Freie Universität in Westberlin im Sommersemester 1965, das als &#8220;Kuby-Semester&#8221; in ihre Geschichte einging, mit einem Haus- und Redeverbot ehrte. </p>
<p>In seinem Persien-Text aus dem Jahr 1951 ist von einer solchen Sicht auf die Dinge nichts zu spüren, im Gegenteil: Dieser strotzt vor Arroganz gegenüber den zerlumpten und unausgebildeten persischen Arbeitern, die sich anheischig machen, die klugen, hochorganisierten Engländer an der Öltechnik abzulösen: &#8220;Es ist ein Proletariat gezüchtet worden, dem ein Knochen hingeworfen werden mußte. Dieser Knochen ist die Nationalisierung des Öls, und es ist Mussadeq wirklich gelungen, in dieser Frage das Volk vor seinen Karren zu spannen,&#8221; schreibt Kuby an einer Stelle, und an anderer: &#8220;Es ist in der Tat alles so, daß man sich fragt, ob man an den Folgen eines Hitzschlags verrückt geworden ist oder ob dies Wirklichkeit ist: hier ein kaum noch atmendes Werk, eine der größten, höchst organisierten und technisierten Verwirklichungen des Kapitalismus, dort Menschen, die darüber sprechen, als ob es sich darum handelt, einen Milchladen zu übernehmen&#8230;&#8221; Heute haben wir eine ähnliche Situation in Venezuela, wo der Mussadeq Hugo Chavez heißt, und so wie Kuby damals argumentiert jetzt und in diesem Fall die FAZ, die auch schon mal einen Berichterstatter zu den umkämpften nigerianischen Ölfeldern schickte, dem   dafür die britische Ölgesellschaft BP ihr Flugzeug zur Verfügung stellte. </p>
<p>Es geht auch ganz anders, wie sich am Beispiel des Hinauswurfs der englischen Ölgesellschaft (Burma Oil Company) in Burma zeigen läßt &#8211; wenn man sich dabei auf burmesische statt britische Berichterstatter verläßt. Die Briten hatten die burmesischen Ölfelder in drei Kriegen gegen das Land und sein Königshaus zwischen 1824 und 1885 erobert und sie dann sukzessive modernisiert, außerdem erschlossen sie sich dort weitere Ölfelder, wobei sie ein einheimisches Proletariat &#8220;heranzüchteten&#8221; &#8211; und zusätzlich noch indische Ölarbeiter ins Land holten. Als diese sich organisierten und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpften, gelang es der englischen Ölgesellschaft, sie rassistisch gegeneinander auszuspielen &#8211; mit dem intendierten Erfolg, dass es zu schweren Pogromen unter ihnen kam. </p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt hatte die BOC bereits Konkurrenz im burmesischen Ölgeschäft bekommen &#8211; u. a. durch die »Indo-Burma-« und die »British Burma-« Petroleum Companies. Und es begann eine systematische geologische Erforschung Zentralburmas. Für das Land, das zunächst von Indien mitregiert wurde,  erließ man spezielle »Mining Rules«, außerdem nahm eine »Oilfield Commission« ihre Arbeit auf, deren Aufsichtsrat sich aus Vertretern der verschiedenen Öl-Gesellschaften zusammensetzte.  Hintergrund des schon einige Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs gestiegenen Interesses der englischen Regierung an Burma-Öl war die Aufrüstung der deutschen Flotte zur Sicherung und Ausweitung deutscher Übersee-Besitzungen. Sie bewog den damaligen Innenminister Winston Churchill zu einem Meinungswechsel in bezug auf die Modernisierung der englischen Marine. Nachdem man ihn 1911 zum Ersten Lord der Admiralität emannt hatte, setzte der später geadelte Churchill eine Umrüstung der Flotte von Kohle auf Öl durch. Damit war England zwar von den unsicheren Öllieferungen &#8211; vor allem aus Persien &#8211; abhängig, aber laut Churchill gab es keine andere Wahl für das  Einpire. Mit der Erschließung und Modernisierung der Ölfelder in Burma und Indonesien versuchten die englischen Ölfirmen die Abhängigkeit von Persien zu mindern.  Ein anonym gebliebener englischer Öl-Manager schrieb über die »Burma Petroleum Industry«: »Steady development of the oilfields continued until 1939« &#8211; in jenem Jahr wurde Churchill emeut zum Ersten Lord der Admiralität ernannt. Mit dem Zweiten Weltkrieg kam jedoch langsam der Nachschub an englischer Öl-Technik und Ersatzteilen ins Stocken, bis die Invasion der Japaner in Burma sogar die komplette Zerstörung der Öl-Anlagen notwendig machte. Das geschah im März 1942. </p>
<p>Der anonyme Ölmanager gibt an, daß die in die Luft gesprengten Anlagen einen Wert von 40 Millionen Pfund Sterling hatten. Sein Bericht darüber erschien 1946 in Bombay, wohin sich etliche der in Burma arbeitenden englischen Ölleute zurückgezogen hatten. Obwohl die englische Luftwaffe anschließend noch einmal mehrere der zerstörten Öl-Anlagen und -Einrichtungen bombardierte, gelang es den Japanern während ihrer zweijährigen Besatzungszeit, wieder 80 000 Barrels in Burma zu fördern. Um die Produktion zu forcieren, hatten die dafür abkommandierten japanischen Armeeoffiziere zusammen mit den wenigen noch vorhandenen burmesischen Fachkräften zunächst ein »Oilfield Rehabilitation Committee« gebildet, aus dem dann mit der englischen Rückeroberung des Territoriums die »Burma Oilfield Rehabilitation Unit« hervorging. Diese Zentralinstanz »Unit« war dann nach der Rückeroberung Burmas durch die Engländer u.a. auch für die Einstellung von Ölarbeitern zuständig. Zunächst fanden jedoch nur sehr wenige beim Wiederaufbau Arbeit, außerdem erkannten die Engländer das zuvor von den Japanern ausgegebene Besatzungsgeld nicht an: Es kam zu Demonstrationen und anti-britischen Kampagnen.  Die Zahl der Ölarbeiter hatte zuletzt &#8211; 1940 &#8211; etwa 15 000 betragen: davon waren 9000 waren burmesischer und 6 000 indischer Herkunft. Sie bildeten die Avantgarde der Industriearbeiterschaft im bis heute agrarisch geprägten Burma. </p>
<p>1939 ging aus den Arbeitskämpfen der Ölarbeiter ein Generalstreik aller burmesischen Arbeiter und Studenten hervor,  der sich zu einer breiten Unabhängigkeitsbewegung ausweitete.  Bis zur tatsächlichen Unabhängigkeit Burmas, 1948, sank die Erdölförderung im Land von 7,7 Millionen Barrel 1941 auf unter 200 000 Barrel 1947. Die erste demokratisch gewählte Regierung Burmas, das U Nu Government, hatte sich schon bald mit den Ansprüchen der Alteigentümer der Ölquellen  zu befassen, die von den Ölgesellschaften die Herausgabe ihrer Brunnen verlangten, eine Minderzahl, die bereits wieder über ihre Brunnen verfügte, erbat sich von der Regierung finanzielle Unterstützung bei den Reparaturen. Auch die &#8220;Petroleum Workers Association Yenangyaung&#8221; und die &#8220;Oilfields All Employees Association Chauk and up-river fields&#8221; wandten sich hilfesuchend an ihre Regierung in Rangoon. Gleichzeitig wurde versucht, den Absatz von Petroleum über lokale Märkte wieder in Gang zu bringen. In dieser Situation ließ die BOC die Produktion in Yenangyaung stilllegen: &#8220;aus Sicherheitsgründen&#8221;. Als der Druck der dadurch arbeitslos gewordenen Ölarbeiter sich in der Forderung nach Verstaatlichung der Ölindustrie niederschlug, gründete die Regierung mit der BOC ein &#8220;Joint Oil Venture&#8221; (JOV), in dem sie später Mehrheitsgesellschafter wurde. Die Fördermengen fielen jedoch weiterhin. Hauptabnehmer für sämtliche Petroleumprodukte war eine Handelstochter der BOC, die nicht in den Joint-Venture-Vertrag eingebunden war, aber nun die Preise bestimmte: die &#8220;British Merger Co&#8221;. </p>
<p>1962 wurde die Regierung U Nu durch einen Putsch des Militärs gestürzt, das Programm des Generals Ne Win hieß &#8220;Burmas Way to Socialism&#8221; Im darauffolgenden Jahr wurde die gesamte burmesische Ölindustrie verstaatlicht. Zu dem Zeitpunkt produzierte sie noch 5000 Barrel täglich (1 Barrel entspricht 43 Gallonen). Aber das Engagement der bei der &#8220;nationalen Rekonstruktion&#8221; der Ölproduktion tätigen Arbeiter war groß: Es mußte improvisiert, gebastelt und zusammengearbeitet werden und jeder verfügbare nur irgendwie fahrbare Untersatz wurde eingesetzt, um zumeist gebrauchte Ausrüstungs- und Ersatzteile heranzuschaffen. Sechs neue Ölfelder konnten bis 1978 erschlossen werden, mit Bohrungen bis zu 3000 Metern. Auf der heutigen  45-Kyat-Banknote befindet sich ein Porträt  des revolutionären Ölarbeiters Bo Hla Gyi, auf der Rückseite ist ein alter handgegrabener Ölbrunnen neben einigen modernen Fördertürmen abgebildet. </p>
<p>Darum ging es mir mit meinem Beispiel: Daß die Verstaatlichung der Ölquellen unausweichlich war und daß die burmesischen Arbeiter dann den fehlenden Technik-Nachschub aus Europa und die abgezogenen  ausländischen Techniker durch Enthusiasmus und Engagement ersetzten &#8211; mit Erfolg. Ähnliches geschah bereits kurz nach der russischen Revolution und dem darauffolgenden Bürgerkrieg in Baku und 1945 in der DDR &#8211; beim Wiederaufbau der zerstörten Industrieanlagen. Einige alte burmesische Veteranen bekommen noch heute leuchtende Augen, wenn sie an die Zeit des Wiederaufbaus zurückdenken: &#8220;Damals war alles möglich! Es herrschte eine ungeheure Aufbrauchstimmung. Und &#8216;geht nicht&#8217; &#8211; gab es nicht!&#8221; Ich nehme an, solche O-Töne hätte Erich Kuby 1951 auch bei persischen Ölarbeitern einsammeln können, er zog es jedoch vor, der überheblichen Empörung der englischen Öl-Techniker und -Manager über ihren &#8220;Hinauswurf&#8221;  Ausdruck zu verleihen.<br />
(Klaus Kubin)</p>
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		<title>Von: hausmeisterblog</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/06/83/comment-page-1/#comment-52</link>
		<dc:creator>hausmeisterblog</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2006 08:06:42 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Bernd,
ich bin nicht &quot;angefressen&quot;, im Gegenteil, du gabst mir ja mit Deinem Link Gelegenheit,mich noch einmal über Glühbirnen auszulassen. Ich habe mich so lange mit diesem Gegenstand  beschäftigt - und nun vedrschwindet er langsam. Bei Osram in Berlin werden schon keine Glühbirnen mehr hergestellt, die Produktion wurde in den Elsaß verlegt. &quot;Wir sind jetzt ein Hightech-Betrieb,&quot; meinte die Frau in der Telefonzentrale bei Osram-Spandau - und wollte damit sagen, dass sie nur noch Hochdruckentladungslampen herstellen. Auch die Tage des Aswechselns von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen, was das selbe ist, sind gezählt... 
Ich ging in das Institut für Lichttechnik der TU, um noch einmal die Entwicklung und Geschichte der elektrischen Beleuchtung rekapituliert zu bekommen.
Der dortige Oberingenieur Felix Serick bot mir eine Tasse Kaffee an - und begann...
Wenn ich ihn richtig verstanden habe, bewegt man sich bei der Entwicklung der Lichttechnik stets zwischen den drei Polen &quot;Ethik, Energie und Ästhetik&quot;. Dazu interviewte ich dann wenig später auch noch den Diplomingenieur Alfred Wacker vom Geschäftsbereich Hochdruckentladungslampen bei Osram in München, der übrigens nach wie vor &quot;ein Faible für Glühlampen&quot; hat, weil sie &quot;genial einfach&quot; konstruiert sind, ebenso ihr Betrieb und weil das Stromnetz für sie erfunden wurde. 

In der Lichttechnik beschäftigt man sich nur mit den Strahlen im sichtbaren Bereich, d.h. alles wird laut Felix Serick &quot;grundsätzlich von der Augenempfindlichkeit aus bewertet&quot;. 

Am Pol Ästhetik geht es dabei u.a. um die &quot;Farbqualität&quot;, wobei die Glühlampe (mit einem Farbwiedergabeindex von 100) nach wie vor besser abschneidet als Entladungslampen, die immer &quot;Löcher im Farbspektrum&quot; aufweisen, wie Alfred Wacker sagt. Ähnliches gilt auch für Leuchtstoffröhren: Wenn man z.B. die Glühlampe über dem Eßtisch durch eine Energiesparlampe ersetzt, sieht plötzlich der Brotaufstrich längst nicht mehr so appetitlich aus. Vorbild für die Lichttechniker ist stets das &quot;kontinuierliche Spektrum der Sonne&quot;, die tagsüber mit 6000 Kelvin abstrahlt und abends auf 1800 absinkt. &quot;Wir müßten uns vielleicht auch mit adaptiven Lichtquellen beschäftigen, die gegen Abend matt werden,&quot; gibt Herr Wacker deswegen zu bedenken. Bei der Glühlampe kann man das bereits mit einem Dimmer erreichen. Auf kompensatorische Weise tun das die Leuchtstoffröhrenkäufer, indem sie z.B. in Norwegen welche mit warmem Licht bevorzugen und in Sizilien solche mit kälterem Licht. 

Am Pol &quot;Energie&quot; schneiden dagegen die Entladungslampen besser als die Glühlampen ab, weil sie einen bis zu 8 mal höheren Wirkungsgrad haben. Letztere  konnten jedoch bei ihren Halogen-Varianten aufholen, indem es gelang, durch Mehrfachbeschichtung des Glaskolbens die nutzlose Infrarotabstrahlung wieder zurück auf die Wendel zu spiegeln. Mit diesem &quot;Wärme-Recycling&quot; wird die Lichtausbeute um 30% gesteigert. 

Am Pol &quot;Ethik&quot; haben wir es u.a. mit dem Widerspruch zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft zu tun, der durch die Kartellisierung  der Elektroindustrie in der Vergangenheit noch verschärft wurde. Erst am 13. September 1989 löste sich das internationale Elektrokartell IEA angeblich auf. Der Begriff des Kartells stammt aus dem Duellwesen - bei der Lampenproduktion drehte sich der Kampf vorwiegend um die &quot;Lebensdauer&quot;, um Dumpingpreise und um &quot;producing and non-producing countries&quot; sowie um Patentprioritäten. So haben z.B. die Ägypter das Edison-Patent  nie anerkannt - mit der Begründung, daß sie schon 2000 Jahre vor Christus eine Art Glühlampe erfunden hätten, wie Edison selbst in seinem Buch &quot;Meine 40jährige  Prozessiererei&quot; schrieb. In Summa kann man vielleicht sagen, dass ein Fortschritt auf dem einen Pol immer auch einen Rückschritt auf einem anderen bedeutet. Oder umgekehrt: So hat z.B. die &quot;Energiekrise&quot; in den Siebzigerjahren sofort die Entwicklung neuer Lichtquellen forciert. Die Elektrokonzerne, es gibt nur noch etwa ein halbes Dutzend weltweit, müssen dazwischen sozusagen einen ständigen Eiertanz vollführen. 
Das Problem ist bei allen elektrischen Lichtquellen das gleiche - mit den Worten von Felix Serick: &quot;Die natürliche Wiedergabe von Körperfarben, wie sie mit Hilfe des kontinuierlichen Sonnenspektrums erfolgt, erfordert eine annähernd gleichmäßige spektrale Ausfüllung des gesamten sichtbaren Wellenlängenbereichs von 380...780 Nannometern (nm). Die Augenempfindlichkeit erreicht ihr Maximum bei 555 nm (gelb-grün) und fällt annähernd symmetrisch um dieses Spektrum soweit ab, dass sie bereits bei 473 nm (blau) bzw. 652 nm (rot) die 10%-Grenze - bezogen auf den Maximalwert - unterschreitet. Eine gleichmäßige Füllung des gesamten sichtbaren Bereichs (verbunden mit exzellenter Farbwiedergabe) steht also (immer) im Gegensatz zu hohen Lampenwirkungsgraden&quot; - bisher jedenfalls noch. Und das Verfahren bei den Glühwürmchen - auch wenn sie den Leuchtdioden täuschend ähnlich sehen - hilft uns dabei nicht weiter, denn ihre  Energiequelle besteht nicht aus Elektrizität, sondern aus einer Lumineszenz zwischen zwei chemischen Stoffen, d.h. organischen Molekülen, bei deren Vermischung eine Photonen-Emission auftritt. Es ist nicht einfach, diese beiden Stoffe - Luziferin und Luziferase genannt - industriell herzustellen, deswegen ist ihr Licht gegenüber der elektrischen Beleuchtung nicht konkurrenzfähig.

In Summa: Den Leuchtdioden, bei denen die Lebensdauer so gut wie keine Rolle mehr spielt, gehört die Zukunft: in den Büros und Wohnzimmern vielleicht als Lichtwände. Es gibt sie schon in vielen Ampeln in Clustern. Man muß schon genau hinkucken, um zu sehen, dass die eine oder andere Diode ausgefallen ist. Ich bin dann noch mal nach Regensburg gefahren, um mir die Produktion dieser Leuchtdioden anzusehen. Aber da gab es nichts zu sehen - sie werden in Malaysia hergestellt. Stattdessen bekam ich noch einmal einen Vortrag zu hören - darüber, wie sie produziert werden und welche Probleme dabei auftreten. Der Vortrag des technischen Leiters ging über meinen Verstand, deswegen will ich es hiermit bewenden lassen.
(Helmut Höge)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Bernd,<br />
ich bin nicht &#8220;angefressen&#8221;, im Gegenteil, du gabst mir ja mit Deinem Link Gelegenheit,mich noch einmal über Glühbirnen auszulassen. Ich habe mich so lange mit diesem Gegenstand  beschäftigt &#8211; und nun vedrschwindet er langsam. Bei Osram in Berlin werden schon keine Glühbirnen mehr hergestellt, die Produktion wurde in den Elsaß verlegt. &#8220;Wir sind jetzt ein Hightech-Betrieb,&#8221; meinte die Frau in der Telefonzentrale bei Osram-Spandau &#8211; und wollte damit sagen, dass sie nur noch Hochdruckentladungslampen herstellen. Auch die Tage des Aswechselns von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen, was das selbe ist, sind gezählt&#8230;<br />
Ich ging in das Institut für Lichttechnik der TU, um noch einmal die Entwicklung und Geschichte der elektrischen Beleuchtung rekapituliert zu bekommen.<br />
Der dortige Oberingenieur Felix Serick bot mir eine Tasse Kaffee an &#8211; und begann&#8230;<br />
Wenn ich ihn richtig verstanden habe, bewegt man sich bei der Entwicklung der Lichttechnik stets zwischen den drei Polen &#8220;Ethik, Energie und Ästhetik&#8221;. Dazu interviewte ich dann wenig später auch noch den Diplomingenieur Alfred Wacker vom Geschäftsbereich Hochdruckentladungslampen bei Osram in München, der übrigens nach wie vor &#8220;ein Faible für Glühlampen&#8221; hat, weil sie &#8220;genial einfach&#8221; konstruiert sind, ebenso ihr Betrieb und weil das Stromnetz für sie erfunden wurde. </p>
<p>In der Lichttechnik beschäftigt man sich nur mit den Strahlen im sichtbaren Bereich, d.h. alles wird laut Felix Serick &#8220;grundsätzlich von der Augenempfindlichkeit aus bewertet&#8221;. </p>
<p>Am Pol Ästhetik geht es dabei u.a. um die &#8220;Farbqualität&#8221;, wobei die Glühlampe (mit einem Farbwiedergabeindex von 100) nach wie vor besser abschneidet als Entladungslampen, die immer &#8220;Löcher im Farbspektrum&#8221; aufweisen, wie Alfred Wacker sagt. Ähnliches gilt auch für Leuchtstoffröhren: Wenn man z.B. die Glühlampe über dem Eßtisch durch eine Energiesparlampe ersetzt, sieht plötzlich der Brotaufstrich längst nicht mehr so appetitlich aus. Vorbild für die Lichttechniker ist stets das &#8220;kontinuierliche Spektrum der Sonne&#8221;, die tagsüber mit 6000 Kelvin abstrahlt und abends auf 1800 absinkt. &#8220;Wir müßten uns vielleicht auch mit adaptiven Lichtquellen beschäftigen, die gegen Abend matt werden,&#8221; gibt Herr Wacker deswegen zu bedenken. Bei der Glühlampe kann man das bereits mit einem Dimmer erreichen. Auf kompensatorische Weise tun das die Leuchtstoffröhrenkäufer, indem sie z.B. in Norwegen welche mit warmem Licht bevorzugen und in Sizilien solche mit kälterem Licht. </p>
<p>Am Pol &#8220;Energie&#8221; schneiden dagegen die Entladungslampen besser als die Glühlampen ab, weil sie einen bis zu 8 mal höheren Wirkungsgrad haben. Letztere  konnten jedoch bei ihren Halogen-Varianten aufholen, indem es gelang, durch Mehrfachbeschichtung des Glaskolbens die nutzlose Infrarotabstrahlung wieder zurück auf die Wendel zu spiegeln. Mit diesem &#8220;Wärme-Recycling&#8221; wird die Lichtausbeute um 30% gesteigert. </p>
<p>Am Pol &#8220;Ethik&#8221; haben wir es u.a. mit dem Widerspruch zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft zu tun, der durch die Kartellisierung  der Elektroindustrie in der Vergangenheit noch verschärft wurde. Erst am 13. September 1989 löste sich das internationale Elektrokartell IEA angeblich auf. Der Begriff des Kartells stammt aus dem Duellwesen &#8211; bei der Lampenproduktion drehte sich der Kampf vorwiegend um die &#8220;Lebensdauer&#8221;, um Dumpingpreise und um &#8220;producing and non-producing countries&#8221; sowie um Patentprioritäten. So haben z.B. die Ägypter das Edison-Patent  nie anerkannt &#8211; mit der Begründung, daß sie schon 2000 Jahre vor Christus eine Art Glühlampe erfunden hätten, wie Edison selbst in seinem Buch &#8220;Meine 40jährige  Prozessiererei&#8221; schrieb. In Summa kann man vielleicht sagen, dass ein Fortschritt auf dem einen Pol immer auch einen Rückschritt auf einem anderen bedeutet. Oder umgekehrt: So hat z.B. die &#8220;Energiekrise&#8221; in den Siebzigerjahren sofort die Entwicklung neuer Lichtquellen forciert. Die Elektrokonzerne, es gibt nur noch etwa ein halbes Dutzend weltweit, müssen dazwischen sozusagen einen ständigen Eiertanz vollführen.<br />
Das Problem ist bei allen elektrischen Lichtquellen das gleiche &#8211; mit den Worten von Felix Serick: &#8220;Die natürliche Wiedergabe von Körperfarben, wie sie mit Hilfe des kontinuierlichen Sonnenspektrums erfolgt, erfordert eine annähernd gleichmäßige spektrale Ausfüllung des gesamten sichtbaren Wellenlängenbereichs von 380&#8230;780 Nannometern (nm). Die Augenempfindlichkeit erreicht ihr Maximum bei 555 nm (gelb-grün) und fällt annähernd symmetrisch um dieses Spektrum soweit ab, dass sie bereits bei 473 nm (blau) bzw. 652 nm (rot) die 10%-Grenze &#8211; bezogen auf den Maximalwert &#8211; unterschreitet. Eine gleichmäßige Füllung des gesamten sichtbaren Bereichs (verbunden mit exzellenter Farbwiedergabe) steht also (immer) im Gegensatz zu hohen Lampenwirkungsgraden&#8221; &#8211; bisher jedenfalls noch. Und das Verfahren bei den Glühwürmchen &#8211; auch wenn sie den Leuchtdioden täuschend ähnlich sehen &#8211; hilft uns dabei nicht weiter, denn ihre  Energiequelle besteht nicht aus Elektrizität, sondern aus einer Lumineszenz zwischen zwei chemischen Stoffen, d.h. organischen Molekülen, bei deren Vermischung eine Photonen-Emission auftritt. Es ist nicht einfach, diese beiden Stoffe &#8211; Luziferin und Luziferase genannt &#8211; industriell herzustellen, deswegen ist ihr Licht gegenüber der elektrischen Beleuchtung nicht konkurrenzfähig.</p>
<p>In Summa: Den Leuchtdioden, bei denen die Lebensdauer so gut wie keine Rolle mehr spielt, gehört die Zukunft: in den Büros und Wohnzimmern vielleicht als Lichtwände. Es gibt sie schon in vielen Ampeln in Clustern. Man muß schon genau hinkucken, um zu sehen, dass die eine oder andere Diode ausgefallen ist. Ich bin dann noch mal nach Regensburg gefahren, um mir die Produktion dieser Leuchtdioden anzusehen. Aber da gab es nichts zu sehen &#8211; sie werden in Malaysia hergestellt. Stattdessen bekam ich noch einmal einen Vortrag zu hören &#8211; darüber, wie sie produziert werden und welche Probleme dabei auftreten. Der Vortrag des technischen Leiters ging über meinen Verstand, deswegen will ich es hiermit bewenden lassen.<br />
(Helmut Höge)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Bernd</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/06/83/comment-page-1/#comment-50</link>
		<dc:creator>Bernd</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2006 07:21:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://taz.de/blogs/hausmeisterblog/2006/08/06/83/#comment-50</guid>
		<description>Ohje, nicht angefressen sein - ich wollte nur meiner Faszination Ausdruck verleihen, welch unglaubliche Mengen an Text Du in so kurzer Zeit zustande bringst.
Gruß von Blog zu Blog
Bernd</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ohje, nicht angefressen sein &#8211; ich wollte nur meiner Faszination Ausdruck verleihen, welch unglaubliche Mengen an Text Du in so kurzer Zeit zustande bringst.<br />
Gruß von Blog zu Blog<br />
Bernd</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Detlef Guertler</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/06/83/comment-page-1/#comment-46</link>
		<dc:creator>Detlef Guertler</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Aug 2006 19:25:38 +0000</pubDate>
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		<description>Respekt, Kollege Höge.
Angesichts der sich aufdrängenden Parallele zwischen Hausmeistertätigkeit und Glühbirnenproduktion hatte ich erwartet, das Glühbirnenkartell schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt im Hausmeisterblog zu finden. Jetzt ist es endlich so weit...
Neu war mir, dass chinesische Glühbirnen fünfmal so lange halten wie abendländische. Werden die Inlands-Birnen eigentlich in anderen Fabriken hergestellt als die Glühbirnen für den ausländischen Markt, für uns also?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Respekt, Kollege Höge.<br />
Angesichts der sich aufdrängenden Parallele zwischen Hausmeistertätigkeit und Glühbirnenproduktion hatte ich erwartet, das Glühbirnenkartell schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt im Hausmeisterblog zu finden. Jetzt ist es endlich so weit&#8230;<br />
Neu war mir, dass chinesische Glühbirnen fünfmal so lange halten wie abendländische. Werden die Inlands-Birnen eigentlich in anderen Fabriken hergestellt als die Glühbirnen für den ausländischen Markt, für uns also?</p>
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