Archive for Oktober 1st, 2006

01.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (11)

von Helmut Höge

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Diesen Poller gestaltete der Hausmeister einer neuen Wohnanlage in Berlin-Zehlendorf. Dazu nahm er zwei Mauersteine und ein von den Bauarbeitern zurückgelassenes Winkeleisen, die er zusammensteckte, indem er mit einem Hammer das Eisen in die Löcher der zwei Steine zwängte.  Sein Poller paßt in jeder Hinsicht zum Gebäudeensemble, aus dessen Materialabfällen er bestand. Ich habe allerdings nicht herausbekommen, wozu er gut sein sollte. Die Bauherren bzw. die ihnen gehörende Hausverwaltung der dortigen Eigentumswohnungen  garantierte den Käufern auch bei Leerstand eine Miete. Diese Garantie erlosch jedoch schon drei Jahre später  mit dem Konkurs der Hausverwaltung – und auch ihre Hausmeisterei geriet in Auflösung. Mehrmals wechselten die Mitarbeiter, in der Zwischenzeit übernahmen sogar einige Wohnungsbesitzer gewisse Hausmeisteraufgaben, damit das Umfeld ihrer leerstehenden “Appartments” weiterhin “stimmte” – und potentielle Mieter ihrer Wohnungen nicht von vorneherein abgeschreckt wurden. Möglich, dass der Poller von einem dieser Wohnungsbesitzer hergestellt wurde, womit die Frage: wozu? aber immer… weiter lesen

01.10.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (10)

von Helmut Höge

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Auch bei der Hausmeisterkunst kann man zwischen alter und neuer unterscheiden. Dieser sorgfältig aus mehreren Eisenabfällen zusammengeschweißte Poller wurde irgendwann in den Siebzigerjahren vom Hausmeister des Gewerbehofs in der Kreuzberger Cuvrystraße angefertigt. Er diente dazu, die Einfahrt zu versperren, wenn der Hof mit Lieferfahrzeugen vollgestellt war. Vor einigen Jahren kaufte ein “neuer Russe” die Immobilie, in der sich jetzt Medien- und Modebetriebe eingemietet haben. Der Poller wurde in eine Ecke abgestellt, wo er nun langsam zuwächst.  Ursprünglich gehörte zu ihm noch ein zweiter – und beide wurden gelegentlich – mit einer Kette verbunden – vor der Luke zum Eiskeller aufgestellt, um die Leute, die über den Hof gingen, davon abzuhalten, da reinzufallen. Dieser zweite Poller ist jedoch schon seit langem verschwunden. Wenn ich einen der Mieter, einen Kulturwissenschaftler, dort richtig verstanden habe, dann hat man den Eiskeller langsam mit Müll aufgefüllt. Das fing schon im Krieg an. Aber vor… weiter lesen

01.10.2006 von Helmut Höge
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Neophilie – pah!

von Helmut Höge

1969 gründeten sich in den USA und also auch in der BRD alle möglichen “Liberation Armys”. Das inspirierte uns in  Westberlin zur Gründung einer  “Necrophiliacs Liberation Front” – in der wir viel Spaß hatten. Aber nun breitet sich die “Neophilie” aus – und das ist gar nicht lustig: Dieser Mist begann schon mit den fünf “Neuen Bundesländern” (Helmut Kohl). Dem folgte auf dem Fuß ein “Neues  Denken” (Richard von Weizsäcker) und sogar eine “Neue Ära” (Michael Stürmer). Und prompt sprach die Treuhandchefin Birgit Breuel von einer “Neuen Ökonomie”. Woraufhin sich auch die Massenmedien  “dem Neuen”  (von FAZ bis ZEIT) nicht länger verschlossen, ja sich sogar selbst wie Eberhard Diepgen ein “Neues Outfit” (BILD)  zulegten.

Überhaupt wurde die “Neue Hauptstadt” (Tagespiegel) geradezu von Neophilien heimgesucht: Wenn man der Presse glauben durfte, standen die “Neuen Investoren” (Berliner Zeitung) Schlange und “Neue  Ideengeber” (taz) waren plötzlich gefragt wie nie zuvor, während die Politik… weiter lesen