Diesen besonders liebevoll aus Metallabfällen zusammengeschweißten und hernach blau angestrichenen Poller bastelte der Hausmeister eines Gewerbehofs in der Kreuzberger Oranienstraße – nach Feierabend. Ich danke der New Yorker Stadtplanungskritikerin Toni Sachs-Pfeiffer, die mich auf diesen Poller aufmerksam machte – indem sie mich quasi anhielt, in jedem Gewerbehof herumzuschnüffeln (Nosing-around). Sie tat dies mit ihrem Photo-Text-Buch über Kreuzberger Hinterhöfe “Nutzungsspuren”, in dem es um die mikroästhetischen Eingriffe von Bewohnern geht.
Archive for Oktober 2nd, 2006
“Ist Arbeitslosigkeit ein Schicksal, das sich vererbt?” fragt die BZ heute ganz groß auf ihrer Titelseite – und bringt dazu erst einmal eine Reportage, die so beginnt:
“Rund 330 000 Familien leben in Berlin vom Arbeitslosengeld II. Zu ihnen gehört auch Famlie K. aus Lichtenberg.
Sie bezieht Stütze vom Staat in drei Generationen. Die BZ erzählt ihre Geschichte und fragt stellvertretend: Ist Arbeitslosigkeit ein Schicksal, das von den Eltern auf die Kinder übertragen wird?”
Die Mutter und ihr Mann hatten vor der Wende ein Kino in Hellersdorf, das “Venus”. Es ging nach der Währungsunion pleite. Dort hatte auch ihr Sohn Mario als Filmvorführer gearbeitet, er ist seitdem ebenfalls arbeitslos. Zur Zeit “arbeitet er ehrenamtlich als Hausmeister. Mario: ‘Ich hoffe, dass es mal ein richtiger Job wird’.”
Ist die Arbeitslosigkeit eine Erbkrankheit? Und wenn ja, vom Individuum oder von der Gesellschaft – dem Kapitalismus? (Wer Arbeitslose hat braucht keine Stasi… weiter lesen