Archive for November, 2006

30.11.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (65)

von Helmut Höge

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Diese Pollerreihe ließ der Hauswart über die Hausverwaltung vom Schöneberger Tiefbauamt aufstellen – nachdem der Eckladen einen neuen Mieter gefunden hatte. Der Name dieses Geschäfts bzw. dieser Initiative muß ihn irgendwie dazu inspiriert haben. Und auch mich noch, das Ensemble zu photographieren – obwohl es sich dabei im strengen Sinne um keine “Hausmeisterkunst” handelt.

30.11.2006 von Helmut Höge
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Essen für Deutschland

von Helmut Höge

Die taz hatte immer eine gute Küche (Kantine), d.h. die taz-köche gaben sich immer große Mühe. Der Unmut über das Essen setzte erst ein, als die Kantine outgesourct wurde – im neuen taz-domizil in der Kochstraße. Kurz vorher hatten Hausbesetzer auch noch – zum zweiten Mal – den großen taz-konferenz- bzw. eßtisch geklaut.  Meistens ging es dann darum, dass die Mitarbeiter nicht jeden Tag das selbe (Nudeln) essen wollten. Seitdem die Kantine aber wieder ingesourct wurde (mit dem taz-café) und Nancy wieder Köchin ist, haben die Klagen erst mal aufgehört – nicht jedoch das Reden über das Essen. Schon allein die tägliche Speisekarte ist sprachlich ziemlich elaboriert. Überhaupt hat mit der Ökobewegung eine allgemeine Hinwendung zu “gutem Essen” stattgefunden, was sich u.a. in regelmäßigen taz-beilagen über Wein niederschlägt. Sogar in der Jungen Welt gibt es neuerdings so etwas.

Den Altlinken – wie Christian Semler – ist dieser Hang zur Wohllebe… weiter lesen

29.11.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (64)

von Helmut Höge

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Bei diesem Mobil-Poller hat der Hausmeister eines Hannoveraner Gewerbehofs zwar sehr schön alle Eisenabfälle verwendet, aber die Griffe am Betonsockel sind unsinnig – ich habe es selber ausprobiert. Man kann damit den Poller nur zu zweit tragen und selbst dann schlägt man ihn sich abwechselnd an den Kopf. Man muß, um den Poller woanders hin zu stellen, diesen oben anfassen, kippen und über den Hof bzw. das Pflaster ziehen. Andrers geht es nicht. Die Griffe haben also nur eine ästhetische Bedeutung, man sieht es ihnen jedoch nicht an.

29.11.2006 von Helmut Höge
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Abschaum

von Helmut Höge

“Dieser Abschaum!” meinte eine Dame im Restaurant gegenüber dem taz-café und zeigte auf die vor liegende BILD, wo Britney Spears und Paris Hilton ohne Höschen in New York abgebildet waren. Der Begleiter der Dame gab ihr recht, wenn auch etwas nachdenklicher.

In New York – an der Freiheitsstatue und am Kennedy-Airport – befinden sich Tafeln mit den Gedichtzeilen von Emma Lazarus aus dem Jahr 1883: “Kommt zu mir, ihr müden und armen / Gedrängten Massen, die ihr nach freiem Atmen euch sehnt … /Schickt sie zu mir, die Heimatlosen, Sturmverwehten: / Ich hebe meine Fackel am goldenen Tor.”

Die drei Punkte stehen für eine Zeile, die man weggelassen hat, weil man die frisch Eingewanderten nicht gleich brüskieren wollte. Sie lautet: “Den elenden Abschaum eurer wimmelnden Gestade”. Die Dichterin dachte dabei an all die Hungernden und Arbeitslosen, die sich hoffnungslos in den Küstenstädten Europas ballten.

So hatte die etwa zur selben… weiter lesen

28.11.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (63)

von Helmut Höge

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Diese Poller haben die Pförtner (Schonplätzler) des Aluminiumwerks in Krasnojarsk auf die Schnelle so nebenbei gebaut. Aber seitdem stehen sie alle da – wo einer auch ausgereicht hätte.

28.11.2006 von Helmut Höge
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Ein großer Iwanfreund

von Helmut Höge

Manchmal stößt man im vorbeigehen auf interessante Bücher: So kaufte ich z.B. mal einem Dichter sein Werk in der U-Bahn ab, ein Taxifahrer verkaufte mir während der Fahrt seine Autobiographie, von einem Chinesen erwarb ich am Reichstag eine Chronik seines Kampfes mit der Bayernhypo und der Ostberliner Althippie Willi verkaufte mir seine Biographie von einer Parkbank in Prenzlauer Berg weg. Neulich lernte ich an einer Theke den Pädagogen Alfons Rujner kennen, der mir an Ort und Stelle die im Selbstverlag erschienene Geschichte seiner Jugend in russischer Kriegsgefangenschaft: “Mit 17 hinter Stacheldraht” verkaufte. Das Stettiner Arbeiterkind war in den letzten Kriegstagen noch eingezogen worden und hatte sich dann den Amis ergeben, die ihn jedoch den Sowjets übergaben, damit er dort – “Back in the USSR” – beim Wiederaufbau helfe. Der kleine aber sportliche Alfons kam nach einem langen Marsch durch Tschechien und wochenlanger Bahnfahrt in ein Arbeitslager bei einem abgebrannten Dorfweiter lesen

27.11.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (62)

von Helmut Höge

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Diesen pennerabweisenden Poller bastelte der vietnamesische Besitzer des Imbiß “Chinapfanne” im Supermarkt “Netto” im Prenzlauer Berg (Schivelbeiner Ecke Seelower Straße). Er übt für den Supermarkt so etwas wie eine Hausmeisterfunktion aus – ob vom Filialleiter gezwungen oder freiwillig konnte der Photograph dieses Pollers – Frank Doepper aus der taz-EDV-Abteilung – nicht herausbekommen, ebensowenig, ob der Pollerfuß vom vietnamesischen Imbißbesitzer geklaut oder geborgt oder gekauft wurde. Was er aber ganz sicher weiß, ist, dass es sich bei der Supermarkt-Filiale, an der dieser Antipenner-Poller aufgestellt wurde, nicht um eine von “Netto”, sondern von “Extra” handelt. Erstere ist Resultat eines Joint Ventures zwischen Spar Deutschland und Dansk Supermarket A/S, letzteres ein “Projekt” der Metro Group – Jacke wie Hose.

27.11.2006 von Helmut Höge
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Zwei Amis in Berlin

von Helmut Höge

Gerade sprach der Holocaust- bzw. Deutschenforscher Daniel Goldhagen als “amerikanischer Vordenker” auf einer Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin über den “politischen Islam” und seinen “Krieg gegen den Westen”. Für Goldhagen ist diese “Bewegung” die gefährlichste seit dem Faschismus. Wobei er “den Iran” für noch viel bedrohlicher als “Al Quaida” hält. Nicht die christlich-geschäftstüchtige USA, sondern der religiös-fundamentalistische Islam befindet sich laut Goldhagen in einem “Kampf der Kulturen”. Diese Eiferer “werden mutiger und durstiger, sie wollen mehr und mehr”.

Die Atombombe des Irren Iraners “kann auch Deutschland erreichen”. “Europa muß mit den USA verbunden bleiben”. “China und Russland decken den politischen Islam”. Er ist eine “transnationale Bewegung”, die einen “Todeskult” betreibt und durch “Blutlust”gekennzeichnet ist . Und diese “ähnelt der kommunistischen Bewegung in ihrer Hochzeit” (also nicht nur dem Faschismus). “Wir befinden uns in einem Krieg” usw..

Dieser grauenvolle Flachdenker und Kalte Krieger aus New York – Goldhagen… weiter lesen

25.11.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (61)

von Helmut Höge

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So sehen auf der Straße nach Mandalay die offiziellen Verkehrsabweiser der Straßenbehörde aus – wie buddhistische Tempeltänzerinnen, die es dort ansonsten gar nicht gibt. Wozu auch?

25.11.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (60)

von Helmut Höge

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In Mandalay entdeckten wir einen kleinen Handwerksladen, der die heiligen Poller gewissermaßen in Serie herstellte. Sie waren jedoch genaugenommen keine Hausmeisterkunst mehr.  Das Signum der von Hausmeistern hergestellten Poller ist ihre Einmaligkeit und Unverkäuflichkeit – selbst wenn es sich um eine (kleine) Serie handelt.  Aber in Burma ist alles anders.