Archive for Januar 31st, 2007

31.01.2007 von Helmut Höge
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Aus für Siemens-Handys

von Helmut Höge

Gestern war der letzte Arbeitstag für 165 BenQ-Mobile-Mitarbeiter in Kamp-Lintfort. Der Betriebsrat gab ihnen Geleit und verschenkte rote Rosen. “Kein neuer Job, aber zumindest ein Dankeschön”, bemerkte Heike Deppner vom Betriebsrat.

spiegel-online berichtet:

Zwar betont die Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager, Gespräche würde weiterhin geführt. Doch das ist für den Gesamtbetriebsratschef Michael Leucker nach monatelangem Bangen nur ein schwacher Trost: “Es wird immer schwieriger, sich da noch Hoffnung zu bewahren.” Sorgen und Frust lasten auf der Stimmung der jetzt noch 60 Angestellten, die bis März und zum Teil noch bis Juni mit der Abwicklung des Unternehmens beschäftigt sind.

Siemens hatte sein Handy-Geschäft 2005 inklusive einer Mitgift von mehreren hundert Millionen Euro an den taiwanesischen Elektronikkonzern BenQ abgegeben. Nach Umsatz- und Marktanteilsverlusten hatte die neue Mutter dem Unternehmen aber im vergangenen Jahr Geldzahlungen gestoppt und die deutsche Tochter so in die Pleite geschickt. Ende September 2006 stellte BenQ Mobile Insolvenzantrag.

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31.01.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (113)

von Helmut Höge

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Weil es mehrmals vorgekommen war, dass ein rückwärts einparkdendes Auto den Fahrradständer beschädigte, schweißte dieser Rostocker Hausmeister ein seltsames Eisengebilde als Poller an den Ständer, das so hoch war, dass die Autofahrer es vom Rückspiegel aus sehen konnten. Das Objekt hatte er Jahre zuvor in seinem Betrieb zusammengebaut und dann auf seinem Datschengrundstück auf einen alten Anker geschweißt. Nach der Wende mußte er jedoch seine Datsche aufgeben. Auch seinen Anker gab er auf, nicht jedoch das Objekt mit dem blechernen Mövenwimpel, das in seinem Keller landete.. Als er dann einen neuen Job – als Hausmeister – fand, bekam es erneut eine Funktion.

31.01.2007 von Helmut Höge
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Der Siemens-Prozeß

von Helmut Höge

In den Siebzigerjahren prozessierte die Siemens AG gegen ein Buch über Siemens von F.C. Delius. Auf der heutigen Webpage des Dichters F.C. Delius heißt es – gleich vorneweg:

“Seit 1963 in Berlin, Studium an der Freien und Technischen Universität (Dr. phil. 1970). 1970 bis 1978 Lektor für Literatur in den Verlagen Klaus Wagenbach und Rotbuch. Prozesse, welche die Siemens AG (1972 – 76) und Helmut Horten (1979 – 82) gegen ihn führten, erfolgreich überstanden.”

Umgekehrt heißt es in einer Laudation auf F.C.Delius – von Irmela von der Lühe 2002:

“Insbesondere in den frühen Arbeiten zeigt er sich als scharfsichtiger und scharfsinniger Satiriker, ja als poetischer Rächer an einer selbstzufriedenen Wirtschaftswunderwelt, die mit dem Kanzler Ludwig Erhard nicht nur freimütig einbekannte “wir sind wieder wer”, sondern die überdies auch noch glaubte, sie dürfe alles. Solcher kapitalgestützten und phrasengesättigten Siegermentalität ist F. C. Delius früh ins Wort “gefallen”: mit der Dokumentarpolemik “Wir… weiter lesen