Archive for April, 2007

18.04.2007 von Helmut Höge
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Die gefährlichen Klassen

von Helmut Höge
"Pöbel oben, Pöbel unten!" (F.Nietzsche)

Die Anti-Hartz-IV-Aktivisten der Gruppe “Anders Arbeiten” sind außerordentlich aktiv.
Einmal veranstalteten sie eine Diskussion über die “Marginalisierten – Am Rande der
Gesellschaft”. U.a. berichtete dort der Kreuzberger Pfarrer Peter Storck
über seine Erfahrungen mit Obdachlosen, die er für “relativ
überlebensfähig und sehr eigensinnig” hält – und deswegen als
“Avantgarde” begreift. In den Zwanzigerjahren ließ sich Gregor Gog bei seiner
Organisationsarbeit unter “Landstreichern” ebenfalls von solchen
Überlegungen leiten. Und noch in den Achtzigerjahren gab es in Italien
eine Art Netzwerk von jungen Obdachlosen, die sich stolz “streunende
Hunde” (cani scolti) nannten. In bezug auf die Hartz-IV-Betroffenen gab
eine Diskussionsteilnehmerin aus einer Friedrichshainer
Arbeitsloseninitiative jedoch zu bedenken: “Wir stellen uns die
Erwerbslosen immer zu homogen vor. Alle gehen anders mit ihrer
Arbeitslosigkeit um. Man kann sie nicht einfach mobilisieren.” Die
darauffolgende Diskussion kreiste… weiter lesen

17.04.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (144)

von Helmut Höge

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Dieser Hannoveraner Hausmeister hat sich einen Schwenkpoller ausgedacht – und dann in der Einfahrt zum Hof angebracht. Auch nicht schlecht.

17.04.2007 von Helmut Höge
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Homo Statisticus

von Helmut Höge

Die Meinungsführer legen Wert darauf, dass man ihre Statistiken für “harte Fakten”, also für die Wirklichkeit selbst, hält (ich rede nicht von der Wahrheit, die in Sätzen wie “Glaube nur der Statistik, die du persönlich gefälscht hast!” zum Ausdruck kommt). So wurde z.B. ab 1991 ständig betont, dass die Arbeitslosigkeit im Osten nicht mehr als 20% betrage, obwohl sich dort die meisten in ABM oder Umschulung befanden und arbeitslose Ehepartner von Nochbeschäftigten ebenso unberücksichtigt blieben wie Sozialhilfeempfänger und alle beim Arbeitsamt nicht Angetanzten. Die mehrmals abgeänderte Statistik war ein reines Beruhigungsinstrument. Gleiches gilt auch für den “Teuro”: Regelmäßig wird “statistisch bewiesen”, dass seit seiner Einführung nichts teurer geworden ist. In Wirklichkeit haben sich jedoch alle Preise für Konsumenten wie Dich und Mich nahezu verdoppelt – bei sinkendem Einkommen. Ein weiterer Schwachsinn ist die Behauptung: Wir werden immer älter. Statistisch gesehen ist das richtig, faktisch wurden die Menschen jedoch früher vielweiter lesen

10.04.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (143)

von Helmut Höge

Die folgenden erschütternden Bilder von sinnlos zerstörten Hausmeisterpollern, die uns an die dunkelsten Stunden der deutschen Vergangenheit erinnern, bekam ich von Betroffenen aus Hameln, Stuttgart, Weinheim, Bremen und Husum geschickt – mit der Bitte, sie zu veröffentlichen, damit sich so etwas nie mehr wiederholt:

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Dieser Hutpoller befand sich auf einem Gewerbehof bei Hameln. Der dortige Hausmeister hatte ihn sich besorgt und einbetoniert – “leider nicht tief genug”. Unbekannte fuhren ihn um und entführten ihn sogleich in ihrem Auto. Später entledigten sie sich ihrer Beute auf einem verlassenen  Industriegelände – und suchten feige das Weite.
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Diese zwei umgelegten Betonpoller stammen zwar nicht vom Hausmeister (in Stuttgart), er war jedoch derart entsetzt über diesen Akt der Zerstörung, dass er ihn sofort photographisch festhielt. In seinem Begleitschreiben heißt es: “Das hätte genausogut auch mit den zwei von mir 1971/1972 gebauten und   eingesetzten Betonpollern auf… weiter lesen

10.04.2007 von Helmut Höge
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Witzforschung (Da lacht der Siemensianer)

von Helmut Höge

Beginnen wir mit dem “wissenschaftlichen Witz”: Er besteht zumeist aus einer mehr oder weniger gelehrten Verballhornung von Fachbegriffen. Unter Technikern  lacht man z.B. gerne über den “Lufthaken”.
Laut Wikipedia wird dieser an der “RWTH Aachen und in Norddeutschland auch als Siemens-Luftanker bezeichnet, den man an Stellen eindreht oder schlägt, an denen herkömmliche Haken, auf Grund fehlender fester Materie, keinen Halt finden. Der Lufthaken ist in der Regel mit dem vorangestellten Namen einer dort ansässigen großen Elektronikfirma verbunden. Auch in der Luftfahrt wird darauf gerne zurückgegriffen ([1]). In Österreich ist auch die Bezeichnung Siemens-Lufthaken (ugs. „Siemens-Lufthagl“) gebräuchlich.”

Erwähnt sei ferner ein unfiktives Interview mit dem Ex-Siemenschef und CSUler Heinrich von Pierer über seine “Deutschland AG”:

“Heinrich v. Pierer, der ehemalige Siemens-Chef, hat in den vier Jahren seiner Kanzlerschaft viel erreicht. STERN sprach mit dem Bundeskanzler über seine Erfolge und künftigen Pläne.

STERN: Sehr… weiter lesen

09.04.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (142)

von Helmut Höge

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Eine andere Hofeinfahrt in der Poller-Hochburg Hannover: Hier hat der Hausmeister ein ganzes kleines Poller-Ensemble gebastelt, um ein Kellerfenster zu sichern. Aber wogegen – das habe ich nicht herausbekommen. Vielleicht kann ein Hannoveraner Pollerforscher hier weiterhelfen?

09.04.2007 von Helmut Höge
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Siemens-Opfer

von Helmut Höge

Noch einen drauf auf den Mafia-Vorwurf der SZ setzt die Berliner Zeitung zu Ostern: Mit jedem verhafteten Siemens-Manager, so ihr Kommentator, werde “deutlich, dass hier nicht Täter zur Verantwortung,  sondern arglose Opfer in den Schmutz gezogen werden. Denn sie alle haben nichts anderes getan als das, was im Hause Siemens schon immer gang und gäbe war.” Die korrupten Manager werden von der Berliner Zeitung als “Traditionalisten” bezeichnet: “Über Traditionen aber und deren Verfechter hat kein Richter zu urteilen, sondern die Geschichte.”

Mit Tradition ist hier die staatliche Wirtschaftsförderung der BRD gemeint, die es bis 1999 erlaubte, Schmiergelder im Ausland als “nützliche Aufwendungen” abzusetzen. Ja, es gab vom Wirtschaftsamt sogar Broschüren für Exporteure, in denen genau aufgelistet war, mit was für Bestechungssummen sie in welchem Land rechnen müßten, um erfolgreich zu sein.

Der Kommentator zitiert dazu Puschkin, der in seinem Roman “Die Hauptmannstochter” einen Kriegsrat in einer von Rebellen belagerten Stadt… weiter lesen

08.04.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (141)

von Helmut Höge

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Diesen Poller setzte der Platzwart und Autowäscher der BP-Tankstelle am Großglockner. “Und er kann sich sehen lassen” – wie der Hausmeister der “Generali”-Niederlassung Berlin – Klaus Möller (Name wurde von der Redaktion geändert) – in einem Begleitbrief zu diesem Photo schrieb, das er selbst knipste. Die Person links daneben ist seine Frau Monika. Ich möchte das alles bezweifeln, habe mich jedoch trotzdem entschlossen, sein Photo mit in diese Serie aufzunehmen. Meiner Meinung handelt es sich eher um einen Staatspoller – aufgestellt von irgendeiner dusseligen Regierung, die Erektion beweisen wollte.

Als “starken Stummelpfeiler” bezeichnet das Lexikon den Poller, als “Säule der Republik” die Süddeutsche Zeitung in einem österlichen  Magazinbeitrag über “Senk-Poller” – also über elektrisch ausfahrbare Verkehrsabweiser, wie sie in Berlin schon seit Jahrzehnten vor der Zentrale der Volksbank stehen.

Dem SZ-Autor sind sie nun Symbol dafür, “dass Sicherheit und Abschottung mittlerweile ein ganz normaler Bestandteil der Ausgestaltung unserer Städte… weiter lesen

08.04.2007 von Helmut Höge
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Genossenschaften gründen!

von Helmut Höge

Diese Forderung stellt sich immer dringender – angesichts der zunehmeden Privatisierung von Infrastruktur-Einrichtungen und Sozialbauwohnungen.

Vor kurzem fand in der TU der von Attac, BUKO, AG bäuerliche Landwirtschaft und mehreren Selbsthilfe-Netzwerken lange geplante erste Kongreß über “Solidarische Ökonomie” statt. Zugrunde lag ihm der antidarwinistische Gedanke, dass es nicht der Kampf jeder gegen jeden ist, die eine Art (hier der Mensch) vorantreibt, sondern die vom Lamarckisten Kropotkin so genannte “Gegenseitige Hilfe” bzw. Kooperation. Seit der neoliberalen “Wende” haben sich dazu hierzulande die Genossenschaften als marktwirtschaftlich gerade noch mögliche Unternehmensform vermehrt. Inzwischen greifen aber nicht nur – seltsam genug – soziale Einrichtungen und Vereine auf dieses “Modell” zurück, sondern ganze Städte entscheiden sich, das von den Staatserwaltungen zur Verschleuderung vorgesehene Volkseigentum – wie Wohnungsbau, Gas- Elektrizitäts- und und Wasserwerke – nicht zur Privatisierung frei zu geben, sondern mit einer Genossenschaft zu vergesellschaften.

Hierzu lagen dem Kongreß etliche Projektapiere, aber auch Erfahrungsberichte zugrunde.… weiter lesen

04.04.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (140)

von Helmut Höge

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Frisch aus der Poller-Hauptstadt Hannover: Um unberechtigte Parker abzuhalten, setzte der Hausmeister einer Wohnanlage dort vor der Einfahrt zum Garagenhof einen umklappbaren Poller. Dieser wurde jedoch immer wieder von den die Einfahrt rauf oder runterfahrenden Autos beschädigt, so dass er sich anschließend nicht mehr umlegen bzw. aufstellen ließ. Der Hausmeister ließ sich etwas Einfallen: Er nahm einige Gehwegplatten raus und ersetzte sie durch Beton, in den er sodann ein Pollerbett anlegte. “Nun ist erst mal Schluß mit dem Ärger!”