Hier ist noch mal ein hausmeisterlicher “Mentök”-Poller, nur diesmal ohne Kettenhaken. Ich glaube, das waren dann auch schon fast alle “Budapester”, die uns gewissermaßen ins Auge gefallen sind.
Archive for Mai 15th, 2007
Auf dem Markt lernt man die Verstellung, die Lüge – deswegen brauchte es das Theater, den Roman und die Wahrscheinlichkeitstheorie, um diesem ganzen Scheiß gewachsen zu sein.
In Osteuropa wurden nach dem Zerfall der Kommunismen viele große Sportstadien sofort zu Marktplätzen umgerüstet. Der “Jarmark Europa” im und am Warschauer Stadion in Praga entwickelte sich sogar zum größten Arbeitgeber Polens. Gleichzeitig bildeten die von der globalisierten neuen Ökonomie überall freigesetzten Arbeitermassen Men-in-Sportswear-Banden, die einen schwunghaften Handel mit illegalen Waren bis hin zu Menschen betreiben. Auch die nun nicht mehr vom Warschauer Pakt bzw. vom Freien Westen gesponsorten Partisanenbewegungen machten sich weltweit auf diese oder ähnliche Weise wirtschaftlich selbständig. Der Berliner Politikforscher Herfried Münkler spricht von “privatisierten Kriegen” – als “Fortsetzung der Ökonomie mit anderen Mitteln”. Wohingegen der Jerusalemer Konfliktforscher Martin van Creveld diese Kriege als Fortsetzung des Sports mit anderen Mitteln begreift. Darauf deutet nicht nur die aus den schwarzen US-Ghettos… weiter lesen
Die beiden Hausmeister-Poller auf diesem Bild wurden bereits an anderer Stelle in diesem blog ordentlich gewürdigt,
jedoch nicht die beiden Passanten dahinter – Olga und Wladimir Kaminer, die skeptisch kucken: weniger auf die Poller als auf die von der anderen Seite die Poller photographierende Photographin und mich. Dahinter steckt wahrscheinlich der vor allem von Olga Kaminer ausgedrückte Gedanke - es war am ersten Tag unseres Budapest-Besuches: Das kann ja heiter werden – bei den vielen Hausmeister-Pollern, die hier überall herumstehen… Am zweiten Tag machten wir uns deswegen ohne die beiden zu Fuß durch die Stadt auf Poller-Suche – sowie proletarische Wohnquartiere, Kneipen und Wochenmärkte. Wladimir Kaminer hatte derweil einen Pressetermin, über den er dann in einer Kolumne mit dem Titel “Grillen in Budapest” berichtete. Sie sei hier wiedergegeben:
Die meisten ausländischen Verlage, die meine Werke veröffentlichen, sind
in Ungarn, dort habe ich inzwischen fünf Verleger. Der erste war früher
Soeben wurde die dritte Nummer unserer deutsch-mongolischen Zeitschrift “SuperNomad” ausgeliefert. Da es dafür noch keinen taz-blog gibt, sei hier ein Beitrag aus der 3.Nummer reingestellt:
Während die DDR vorwiegend mongolische Literatur, von alten aber auch jüngeren Autoren auf Deutsch veröffentlichte, überwiegt hier und jetzt die Literatur über die Mongolei. Es entstehen nicht nur – wegen der vielen Geberländer, die dort heute tätig sind – eine Unmenge Forschungs- und Entwicklungs-Berichte, daneben werden auch immer mehr Reisenotizen publiziert oder alte Reiseberichte ausgegraben und neu ediert. Es gab in Deutschland zwei “Mongolistik-Schulen”: eine – noch aus der Geopolitik des Nationalsozialismus überkommene – an der Bonner Universität und eine neue – solidarisch ausgerichtete – in Ostberlin, nachdem die DDR im Rahmen der internationalen Bruderhilfe besonders enge Beziehungen zur Mongolei aufgenommen hatte.
Zu den wenigen noch lebenden mongolischen Schriftstellern, die erst in der DDR, aber dann auch im Westen bekannt wurden, gehört Galsan Tschinag. Er… weiter lesen