Hier hat der Hausmeister eines in Umbau befindlichen Teppichlagers in Berlin einen vorübergehend installierten Hydranten vor dem Umgefahren-Werden schützen wollen – indem er mit ein paar Handgriffen und Brettern eine Art Poller zusammenkloppte, aber dann weitete sich sein “Projekt” derart aus, auch farblich, dass schließlich eine große Kiste am Straßenrand daraus wurde.
Archive for Juni, 2007
Wenn man neben einem jungen Mann geht oder steht, der in mehr oder weniger gut kombinierte “Streetwear” gekleidet ist, fragt man sich manchmal: Ist seine “Mode” zum Verschwinden oder zum Auffallen gedacht?
Als ich in den Achtzigerjahren mit einem Pferd unterwegs war, das eine Satteltasche mit meinen Habseligkeiten trug, war meine Kleidung (Jeans, Parka, Roots-Schuhe) nach rein praktischen Gesichtspunkten für das Unterwegssein gewählt. Die Art und Weise, wie die Leute mich wahrnahmen und unterwegs ansprachen, brachte mich jedoch irgendwann darauf: “Das bin ich doch gar nicht, für den die mich halten.” Dieser Gedanke forcierte meine unglückliche “Depersonalisierung” noch, die schon durch den abrupten Wechsel von einem sesshaften Studenten zu einem Wanderknecht hervorgerufen worden war. Umgekehrt erzählte mir eine Freundin neulich: In der Türkei wurde sie für eine Türkin gehalten, in Schweden für eine Schwedin, in Italien für eine Italienerin und in Irland für eine Irin. Jetzt wolle sie dieses… weiter lesen
Schnappschuß vom TU-Hausmeister Jens Dürwald aus Rostock: “Am Tag danach”. Wie sich die Bilder doch gleichen! In Kreuzberg sieht es nach dem 1. Mai manchmal genauso aus – jedenfalls wenn man Pollerforscher genug ist, um überhaupt einen Blick für solche Dinge zu haben. Der normale Bürger sieht da nur Gewalt, Hass, Zerstörungswut, Randale, Verwahrlosung, Lebensgefahr, Drogen – und Schlimmeres, z.B. ungehemmte Lebenslust.
Als die Autonomen aus Heiligendamm zurückkehrten, demonstrierten sie erst einmal noch kurz in Mitte. Einige zogen dann weiter nach Kreuzberg, wo sie unterwegs – quasi en passant – einige große Farbbeutel – vorwiegend gelbe und rote – an die taz-fassade warfen. Betroffen waren davon die Fenster des taz-cafés und die im ersten Stock des Konferenzsaals. Der Redakteur für besondere Aufgaben versprach, sich gleich nach dem Wochenende darum zu kümmern, dass die Farbflecken als Kritik an der taz-G-8-Berichterstattung nicht beschädigt oder entfernt werden – z.B. vom taz-fensterputzer, über den man mal gesondert berichten müßte: er ist schon von Anfang an als Fensterputzer dabei, manchmal fegt er auch noch den Hof, wenn er ihm zu verdreckt erscheint.
Dann kamen zwei Leserbriefe:
1. Brief
Soso. Farbbeutel auf dem Berliner taz-Gebäude. Ein Bekennerschreiben
kann ich euch leider nicht präsentieren – ich war’s nämlich nicht.
Trotzdem maße ich mir an, die im entsprechenden… weiter lesen
Diesen Poller baute der Haustechniker eines Lagerhauses bei Wismar, indem er als Fuß ein altes Teil von einer kaputten Mühle verwendete. Von den drei Haken an der Spitze ist einer dazu da, um eine Absperrkette einzuhängen. Die zwei anderen geben jedoch Rätsel auf.
Ein 1969er-Zitat – gefunden im Handbuch “Transnationale Guerilla”
Der Spiegel: “Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung…”
Th. W. Adorno: “Mir nicht.”
Was die derzeitigen G-8-Gipfelproteste betrifft, kann man die taz glatt vergessen – mit ihrer kindischen Vorliebe für Clownerien und Spaßmacher als der Militanz letzter Weisheit und ihren ebenso müden wie mürbenText-Beiträgen von Talkshow-Moderatoren, Attack-Karrieristen und Pastoren. Der heutige Text von einem der letzteren wurde gestern abend noch – mit Pastorenstimme – in der Kreuzberger Kneipe “Sol & Sambra” vorgelesen: Und trug dort immerhin zur allgemeinen Belustigung bei.
Hier folgen nun zwei etwas ernster zu nehmende Heiligendamm-Texte – einer über “Bewegung” und einer über “Medien”. Ersterer stammt wieder von Commander Shree Stardust (aus der Jungen Welt von heute) und letzterer von Dr. Sabine Vogel (aus der heutigen Berliner Zeitung):
Der Taktik-Kassiber: Organisation!
Gettysburg! Gettysburg!« – wie die Unionstruppen 1863 den Ort ihres Sieges… weiter lesen
Diesen (Welllmann-) Poller in der Bühnendekoration eines globalisierungskritischen Stückes entdeckte der Hausmeister eines Neuköllner Jugendzentrums während der G-8-Krawalle von Merkel, Putin, Bush etc. im nahen Rostock – ebenfalls in einem Jugend- bzw. Kulturzentrum dort: in Lichtenhagen. Er photographierte den Poller – elektronisch und schickte das Bild an die taz, die es noch mal elektronisch bearbeitete und dann hier – an Ort und Stelle – in diesen blog stellte. Wie anschließende Recherchen ergaben, hatte einer der am globalisierungskritischen Stück mitwirkenden Schauspieler/Bühnendekorateure den ankerverstärkten Poller aus Kreuzberg mitgebracht, wo er selbst auch wohnt. Er – der Poller – war bei den vorvorletzten Mai-Krawallen in seinem heißgeliebten “Problemkiez” herausgerissen worden – von gewaltbereiten Jugendlichen in Schwarz (Autonome wohlmöglich) und hernach von ihnen vom Dach des Hauses Oranienstraße 36 auf das Dach einer unten vorbeifahren “Wanne” (vulgo: Mannschaftswagen) geworfen worden, deren blechverstärktes Dach es jedoch nicht durchstoßen, sondern nur leicht verbeult hatte. Anschließend… weiter lesen
Mail vom Erratik Institut Berlin – gerade eben:
Zur Kenntnisnahme!
Diese Nachricht wurde weitergeleitet.
Quelle ist NICHT das Erratik Institut Berlin.
Zur Kenntnisnahme!
()
>www.piratecinema.org
Wir bedanken uns für die zahlreichen Nachrichten, die uns in Rostock erreichten.
Zurück in Berlin, passenderweise via Bad Kleinen, bleibt nachzureichen, dass,
während in Rostock 100 mal dasselbe Auto brannte, 400 mal derselbe Polizist sich
am eigenen Tränengas verletzte und 200.000 mal derselbe Rostocker Bürger vor den
“Scherben seiner Existenz”, im Grunde ein sehr schönes und völlig zutreffendes
Bild für den Alltag dort, stand, in Delhi bei Strassenschlachten mit der Polizei
mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen sind, und der eigentliche und einzige
Grundkonsens, der die jugendliche Euphorie der Gipfel-Camper, die kompromisslose
Professionalität der Greenpeace-Aktivisten und den debilen Hochmut von Herbert
Grönemeyer befeuert, darin besteht, dass keine und keiner dieser 25 es verdient
hat,… weiter lesen
Wüster Sonnenuntergang an der Ostsee von den Dünen bei Kühlungsborn aus photographiert – vom Hausmeister der ehemaligen Kunstschule Heiligendamm: Willi Vielgut (bzw “Wenigschlecht”, wie die Studenten ihn zu nennen beliebten).
Eine thailändische Freundin von mir heißt “Oy-Siemens”, weil sie mal ein Bordell in der Moabiter Siemensstraße besaß und die Thai-Scene ähnlich wie die Linke hierzulande bei kollektiven oder individuellen Existenzprojektgründungen die Gruppe bzw. den Einzelnen mit dem Ort, wo das geschieht, gleichsam identifiziert – und danach benennt: Die Wannseekommune, Die Konstanzer (Frauen-WG in der Konstanzerstraße), die Magelsener (eine Landkommune bei Hoya) usw. Analog dazu wird der AUB-Gründer nun der Schelsky-Siemens genannt.
Ein Artikel von Silvio Biblich, veröffentlicht auf www.likedeeler-online (sic), beschäftigt sich mit seinem Wirken im Osten – in Greifswald – und zwar damit, “wie die ‘Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger’ AUB des Wilhelm Schelsky in Greifswald die Auslagerungsstrategien des Siemens-Konzerns beförderte”. Ich entnahm den Artikel gestern der Jungen Welt, die anscheinend mehr Bewegungsmelder nach Rostock entsandt hat, als sie täglich braucht, so dass einige sich reporterhaft im mecklenburg-vorpommerschen Umkreis herumgetrieben haben.
Auch die anderen Medien langweilen sich und uns mit dem… weiter lesen