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	<title>Kommentare zu: kulturelle und natürliche Symbiosen/Sozialdemokratien</title>
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	<description>Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 16 Feb 2012 13:42:25 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Helmut Höge</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2008/05/25/soziale-symbiosensoziale-demokraten/comment-page-1/#comment-60629</link>
		<dc:creator>Helmut Höge</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 11:58:59 +0000</pubDate>
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		<description>Genetische Erklärung u.a. für die Exzesse der Kulturrevolution: das MAO-GEN - endlich entdeckt!


Eine neue Studie der Florida State University will den Zusammenhang zwischen einer seltenen Variation des MAO-Gens und dem gesteigerten aggressiven Verhalten von Gang-Mitgliedern entdeckt haben. Vorherige Forschungen verknüpften das MAO-Gen schon einmal mit aggressivem Verhalten. Die neue Studie soll allerdings darüber hinaus belegen, dass die MAO-Genvariante Gang-Mitglieder hervorbringt, so Kevin M. Beaver, der Leiter der Studie. Für die Studie wurden 2.500 Jugendliche befragt und untersucht. Ihre Antworten und DNA-Daten hätten die Vermutungen des Forschungsprojektes um Beaver bestätigt, der sich mit Forschungen zu „biosozialer Kriminalität“ bereits einen Namen gemacht hat. Laut der Studie werde das Verhalten und die Stimmungslage der Gen-Träger von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin beeinflusst, die von dem MAO-Gen gesteuert werden. Laut der Studie ist das „ Gangster-Gen“ auf dem X-Chromosom lokalisiert, von dem Männer bekanntlich nur eines besitzen. Warum sich dennoch mehr Männer in Gangs organisieren als weibliche XX-Trägerinnen, auch darauf hat das Forschungsprojekt eine Antwort: Weise ein Mann die MAO-Variante, die als „Gangster-Gen“ gilt, auf, gebe es kein zweites Gen, welches diesem entgegenwirken könne.

PM Florida State University, 05.06.09, online: www.fsu.edu/news/2009/06/05/warrior.gene/

(Gefunden auf der Internetseite des Gen-ethischen Netzwerks. Dort noch mal nachgefragt: MAO steht für Monoaminooxydase, davon gibt es zwei Varianten: A - ist wichtig für den Abbau von Serotonin und Noradrenalin; B - für den Abbau von Dopamin. Es handelt sich dabei um Neutransmitter im Gehirn.) </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Genetische Erklärung u.a. für die Exzesse der Kulturrevolution: das MAO-GEN &#8211; endlich entdeckt!</p>
<p>Eine neue Studie der Florida State University will den Zusammenhang zwischen einer seltenen Variation des MAO-Gens und dem gesteigerten aggressiven Verhalten von Gang-Mitgliedern entdeckt haben. Vorherige Forschungen verknüpften das MAO-Gen schon einmal mit aggressivem Verhalten. Die neue Studie soll allerdings darüber hinaus belegen, dass die MAO-Genvariante Gang-Mitglieder hervorbringt, so Kevin M. Beaver, der Leiter der Studie. Für die Studie wurden 2.500 Jugendliche befragt und untersucht. Ihre Antworten und DNA-Daten hätten die Vermutungen des Forschungsprojektes um Beaver bestätigt, der sich mit Forschungen zu „biosozialer Kriminalität“ bereits einen Namen gemacht hat. Laut der Studie werde das Verhalten und die Stimmungslage der Gen-Träger von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin beeinflusst, die von dem MAO-Gen gesteuert werden. Laut der Studie ist das „ Gangster-Gen“ auf dem X-Chromosom lokalisiert, von dem Männer bekanntlich nur eines besitzen. Warum sich dennoch mehr Männer in Gangs organisieren als weibliche XX-Trägerinnen, auch darauf hat das Forschungsprojekt eine Antwort: Weise ein Mann die MAO-Variante, die als „Gangster-Gen“ gilt, auf, gebe es kein zweites Gen, welches diesem entgegenwirken könne.</p>
<p>PM Florida State University, 05.06.09, online: <a href="http://www.fsu.edu/news/2009/06/05/warrior.gene/" rel="nofollow">http://www.fsu.edu/news/2009/06/05/warrior.gene/</a></p>
<p>(Gefunden auf der Internetseite des Gen-ethischen Netzwerks. Dort noch mal nachgefragt: MAO steht für Monoaminooxydase, davon gibt es zwei Varianten: A &#8211; ist wichtig für den Abbau von Serotonin und Noradrenalin; B &#8211; für den Abbau von Dopamin. Es handelt sich dabei um Neutransmitter im Gehirn.)</p>
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		<title>Von: Helmut Höge</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2008/05/25/soziale-symbiosensoziale-demokraten/comment-page-1/#comment-56335</link>
		<dc:creator>Helmut Höge</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 14:29:25 +0000</pubDate>
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		<description>Zur Erforschung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise in Kassel und ihrer Kritik durch die völlig verrohten Spiegel-Biologen:

&quot;Es ist ein großer Unterschied zwischen etwas noch glauben und es wieder glauben. Noch glauben, daß der Mond auf die Pflanze wirke, verrät Dummheit und Aberglaube, aber es wieder glauben, zeugt von Philosophie und Nachdenken.&quot;
(G.Chr. Lichtenberg)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Erforschung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise in Kassel und ihrer Kritik durch die völlig verrohten Spiegel-Biologen:</p>
<p>&#8220;Es ist ein großer Unterschied zwischen etwas noch glauben und es wieder glauben. Noch glauben, daß der Mond auf die Pflanze wirke, verrät Dummheit und Aberglaube, aber es wieder glauben, zeugt von Philosophie und Nachdenken.&#8221;<br />
(G.Chr. Lichtenberg)</p>
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		<title>Von: Helmut Höge</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2008/05/25/soziale-symbiosensoziale-demokraten/comment-page-1/#comment-37362</link>
		<dc:creator>Helmut Höge</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2008 15:38:43 +0000</pubDate>
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		<description>Herr Höge muss sich fragen lassen, ob denn der Satz &quot; The survival of the fittest&quot; fast 150 Jahre nach seiner Formulierung durch Herbert Spencer (1864), übernommen 1869 durch Charles Darwin, immer noch falsch übersetzt werden darf. Er bedeutet eben nicht wie früher oft behauptet &quot;das Überleben des Stärkeren&quot; und auch nicht wie heute häufig und durch Herrn Höge behauptet &quot;das Überleben des Tüchtigsten&quot;, sondern: &quot; das Überleben der Bestangepassten&quot; im Sinne von Anpassung an die Umwelt. Insofern sind auch die angesprochenen Symbiosen schöne Beispiele für gute Anpassung an die Umwelt und das, was Charles Darwin mit dem übernommenen Satz eigentliche meinte.

Ulrich Duderstadt, Celle</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Herr Höge muss sich fragen lassen, ob denn der Satz &#8221; The survival of the fittest&#8221; fast 150 Jahre nach seiner Formulierung durch Herbert Spencer (1864), übernommen 1869 durch Charles Darwin, immer noch falsch übersetzt werden darf. Er bedeutet eben nicht wie früher oft behauptet &#8220;das Überleben des Stärkeren&#8221; und auch nicht wie heute häufig und durch Herrn Höge behauptet &#8220;das Überleben des Tüchtigsten&#8221;, sondern: &#8221; das Überleben der Bestangepassten&#8221; im Sinne von Anpassung an die Umwelt. Insofern sind auch die angesprochenen Symbiosen schöne Beispiele für gute Anpassung an die Umwelt und das, was Charles Darwin mit dem übernommenen Satz eigentliche meinte.</p>
<p>Ulrich Duderstadt, Celle</p>
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		<title>Von: Helmut Höge</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2008/05/25/soziale-symbiosensoziale-demokraten/comment-page-1/#comment-37315</link>
		<dc:creator>Helmut Höge</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2008 15:05:00 +0000</pubDate>
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		<description>Chimären-Produktion:

n der Sowjetunion begann die Chimären-Forschung 1927 - mit der Einrichtung einer Affenforschungsstation in Suchumi/Abchasien. Hier versuchten Otto Julewitsch Schmidt und sein Institutsleiter Ilja Iwanowitsch Iwanow Menschen mit Affen zu kreuzen, nachdem sie zuvor in Afrika Experimente zur Kreuzung von Affen mit Menschen unternommen hatten. Erst seit 1972 weiß man, dass sich so keine &quot;Chimären&quot; erzeugen lassen: also Mischwesen - wie man sie von der &quot;Chimären-Galerie&quot; auf den Türmen von Notre Dame kennt. Otto Julewitsch Schmidt stürzte sich dann zusammen mit seiner Frau Vera in die Psychoanalyse, die er - gefördert von Leo Trotzki und Adolf Abramowitsch Joffe - fast zu einer Staatswissenschaft ausbaute, u.a. profitierte Sigmund Freud davon. In Westeuropa profitierte man 1968 vor allem von den Erfahrungen seiner Frau Vera Schmidt - mit psychoanalytischen Kindergärten; ihre Schriften wurden hier zu Anleitungen für die &quot;Kinderläden&quot;. Otto Julewitsch Schmidt wechselte noch in den Zwanzigerjahren von der Psychoanalyse zur Polarforschung. 1933 leitete er mit dem Kapitän Wladimir Woronin eine Expedition zur Erkundung des Nordlichen Seewegs. Dabei wurde ihr Schiff, die &quot;Tscheljuskin&quot;, in der Beringstraße vom Eis eingeschlossen und zerdrückt. Einen Monat mußte  die Mannschaft auf einer Eisscholle ausharren, bis sie von Polarfliegern gerettet wurden. Ihre Rückkehr nach Moskau gestaltete sich zu einem Triumphzug - vor allem für die Polarflieger. Otto Julewitsch Schmidt ernannte man zum Leiter der Hauptverwaltung Nördlicher Seeweg. Daneben wurde er dann auch noch Herausgeber der Sowjetischen Enzyklopädie. Sämtliche &quot;Säuberungen&quot; gingen an ihm still vorüber, in seiner  Enzyklopädie schlugen sie sich jedoch alle peinlich nieder. Zuletzt widmete sich Schmidt der kosmologischen Forschung, die mit der Planung der ersten  Raketenflüge in den Kosmos forciert wurde. Dieser letzte Abschnitt seiner freimütigen Weltneugier stieß nach seinem Tod 1956 vor allem in den USA,  wenn auch nur kurz, auf  Interesse.  Dort werden seitdem jedoch quasi am laufenden Band Chimären produziert. Es geht eben doch - mittels Gentechnik. 1997 versuchte der amerikanische Gen-Kritiker Jeremy Rifkin als Mitglied im &quot;Rat für eine verantwortungsvolle Genetik&quot; ein Verfahren zur Herstellung von Mensch-Affen-Chimären patentieren zu lassen - um fürderhin alle ernsthaften  diesbezüglichen Ansätze in den Genlabors besser bekämpfen zu können. Seit 1980 waren bereits etliche &quot;Chimären&quot; zusammengebaut worden - angefangen mit genveränderten Bakterien, Fruchtfliegen und Mäusen über viele Pflanzen bis hin zu einer Kreuzung zwischen Schaf und Ziege. Inzwischen wurden bereits einige tausend Patente bewilligt für Gene und gentechnisch veränderte Zellinien, darunter auch menschliche Zellen.  Während in Deutschland die Produktion von Chimären grundsätzlich verboten ist, reicht in den USA bereits die plausible &quot;Beschreibung eines hypothetischen Experiments&quot; zur Patentierung, wie &quot;Nature&quot; 1998 anmerkte. Auf der Affenstation in Suchumi orientierte sich die Forschung ab Anfang der Vierzigerjahre auf das Trainieren von Affen für die Raketen- und Weltraumforschung. In einem anderen Institut, ebenfalls in Suchumi, arbeitete man zur gleichen Zeit an der Entwicklung einer sowjetischen Atombombe, u.a. war der Physiker Manfred von Ardenne daran beteiligt. Als die Sowjetunion auseinanderfiel und in Abchasien/Georgien ein Bürgerkrieg ausbrach, setzte sich der letzte Leiter der Affenstation Boris Lapin mit etlichen Mitarbeitern und Tieren nach Adler in Russland ab. Dort werden nun gegen Bezahlung medizinische Experimente mit den Affen angestellt. Das Institut verbraucht jährlich 3700 Tiere. In Suchumi werden noch 286 gehalten - in Käfigen; das große Freilandgehege wurde im Bürgerkrieg zerstört - die wenigen Affen, die überlebten, halten sich im Gebirge versteckt. In Deutschland berichtete die Springerstiefelpresse 2003 mit Fotos aus dem US-Film &quot;Planet der Affen&quot;, dass Stalin laut einiger wiedergefundender  Dokumente  mit der Chimärenproduktion auf der Affenstation von Suchumi  eine Geheimarmee besonders bestialischer  Soldaten züchten wollte. Der &quot;Independent&quot; wußte dagegen 2008 zu berichten, dass die Sowjets dort bestimmte  &quot;proletarische Prototypen&quot; entwickeln lassen wollten - mit denen sich das Tempo der Industrialisierung des Landes forcieren ließ. Das stimmt zwar beides nicht, aber wahr ist, dass es im Westen inzwischen &quot;mindestens 30 menschliche Chimären&quot; gibt&quot;, sagt jedenfalls Michael Chrichton. 2005 wurde der Patentantrag von Jeremy Rifkin abgelehnt. Er ist darüber froh, denn damit wurde die Diskussion über die Produktion und Profitabilisierung transgener Lebewesen neu eröffnet. Die Forschung wird sie jedoch nicht aufhalten können: &quot;Wir lösen uns sozusagen als Gattungsidentität auf&quot;, in dem wie aus der &quot;biologischen Matrix&quot; aussteigen, &quot;das ist das, was heute ansteht,&quot; meint der Berliner Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme, und dass damit die &quot;Differenz&quot; zwischen Tier und Mensch langsam verschwindet. Wir müssen uns neu definieren. Das wollte auch schon Otto Julewitsch Schmidt mit seinen Experimenten - im revolutionären Überschwang.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Chimären-Produktion:</p>
<p>n der Sowjetunion begann die Chimären-Forschung 1927 &#8211; mit der Einrichtung einer Affenforschungsstation in Suchumi/Abchasien. Hier versuchten Otto Julewitsch Schmidt und sein Institutsleiter Ilja Iwanowitsch Iwanow Menschen mit Affen zu kreuzen, nachdem sie zuvor in Afrika Experimente zur Kreuzung von Affen mit Menschen unternommen hatten. Erst seit 1972 weiß man, dass sich so keine &#8220;Chimären&#8221; erzeugen lassen: also Mischwesen &#8211; wie man sie von der &#8220;Chimären-Galerie&#8221; auf den Türmen von Notre Dame kennt. Otto Julewitsch Schmidt stürzte sich dann zusammen mit seiner Frau Vera in die Psychoanalyse, die er &#8211; gefördert von Leo Trotzki und Adolf Abramowitsch Joffe &#8211; fast zu einer Staatswissenschaft ausbaute, u.a. profitierte Sigmund Freud davon. In Westeuropa profitierte man 1968 vor allem von den Erfahrungen seiner Frau Vera Schmidt &#8211; mit psychoanalytischen Kindergärten; ihre Schriften wurden hier zu Anleitungen für die &#8220;Kinderläden&#8221;. Otto Julewitsch Schmidt wechselte noch in den Zwanzigerjahren von der Psychoanalyse zur Polarforschung. 1933 leitete er mit dem Kapitän Wladimir Woronin eine Expedition zur Erkundung des Nordlichen Seewegs. Dabei wurde ihr Schiff, die &#8220;Tscheljuskin&#8221;, in der Beringstraße vom Eis eingeschlossen und zerdrückt. Einen Monat mußte  die Mannschaft auf einer Eisscholle ausharren, bis sie von Polarfliegern gerettet wurden. Ihre Rückkehr nach Moskau gestaltete sich zu einem Triumphzug &#8211; vor allem für die Polarflieger. Otto Julewitsch Schmidt ernannte man zum Leiter der Hauptverwaltung Nördlicher Seeweg. Daneben wurde er dann auch noch Herausgeber der Sowjetischen Enzyklopädie. Sämtliche &#8220;Säuberungen&#8221; gingen an ihm still vorüber, in seiner  Enzyklopädie schlugen sie sich jedoch alle peinlich nieder. Zuletzt widmete sich Schmidt der kosmologischen Forschung, die mit der Planung der ersten  Raketenflüge in den Kosmos forciert wurde. Dieser letzte Abschnitt seiner freimütigen Weltneugier stieß nach seinem Tod 1956 vor allem in den USA,  wenn auch nur kurz, auf  Interesse.  Dort werden seitdem jedoch quasi am laufenden Band Chimären produziert. Es geht eben doch &#8211; mittels Gentechnik. 1997 versuchte der amerikanische Gen-Kritiker Jeremy Rifkin als Mitglied im &#8220;Rat für eine verantwortungsvolle Genetik&#8221; ein Verfahren zur Herstellung von Mensch-Affen-Chimären patentieren zu lassen &#8211; um fürderhin alle ernsthaften  diesbezüglichen Ansätze in den Genlabors besser bekämpfen zu können. Seit 1980 waren bereits etliche &#8220;Chimären&#8221; zusammengebaut worden &#8211; angefangen mit genveränderten Bakterien, Fruchtfliegen und Mäusen über viele Pflanzen bis hin zu einer Kreuzung zwischen Schaf und Ziege. Inzwischen wurden bereits einige tausend Patente bewilligt für Gene und gentechnisch veränderte Zellinien, darunter auch menschliche Zellen.  Während in Deutschland die Produktion von Chimären grundsätzlich verboten ist, reicht in den USA bereits die plausible &#8220;Beschreibung eines hypothetischen Experiments&#8221; zur Patentierung, wie &#8220;Nature&#8221; 1998 anmerkte. Auf der Affenstation in Suchumi orientierte sich die Forschung ab Anfang der Vierzigerjahre auf das Trainieren von Affen für die Raketen- und Weltraumforschung. In einem anderen Institut, ebenfalls in Suchumi, arbeitete man zur gleichen Zeit an der Entwicklung einer sowjetischen Atombombe, u.a. war der Physiker Manfred von Ardenne daran beteiligt. Als die Sowjetunion auseinanderfiel und in Abchasien/Georgien ein Bürgerkrieg ausbrach, setzte sich der letzte Leiter der Affenstation Boris Lapin mit etlichen Mitarbeitern und Tieren nach Adler in Russland ab. Dort werden nun gegen Bezahlung medizinische Experimente mit den Affen angestellt. Das Institut verbraucht jährlich 3700 Tiere. In Suchumi werden noch 286 gehalten &#8211; in Käfigen; das große Freilandgehege wurde im Bürgerkrieg zerstört &#8211; die wenigen Affen, die überlebten, halten sich im Gebirge versteckt. In Deutschland berichtete die Springerstiefelpresse 2003 mit Fotos aus dem US-Film &#8220;Planet der Affen&#8221;, dass Stalin laut einiger wiedergefundender  Dokumente  mit der Chimärenproduktion auf der Affenstation von Suchumi  eine Geheimarmee besonders bestialischer  Soldaten züchten wollte. Der &#8220;Independent&#8221; wußte dagegen 2008 zu berichten, dass die Sowjets dort bestimmte  &#8220;proletarische Prototypen&#8221; entwickeln lassen wollten &#8211; mit denen sich das Tempo der Industrialisierung des Landes forcieren ließ. Das stimmt zwar beides nicht, aber wahr ist, dass es im Westen inzwischen &#8220;mindestens 30 menschliche Chimären&#8221; gibt&#8221;, sagt jedenfalls Michael Chrichton. 2005 wurde der Patentantrag von Jeremy Rifkin abgelehnt. Er ist darüber froh, denn damit wurde die Diskussion über die Produktion und Profitabilisierung transgener Lebewesen neu eröffnet. Die Forschung wird sie jedoch nicht aufhalten können: &#8220;Wir lösen uns sozusagen als Gattungsidentität auf&#8221;, in dem wie aus der &#8220;biologischen Matrix&#8221; aussteigen, &#8220;das ist das, was heute ansteht,&#8221; meint der Berliner Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme, und dass damit die &#8220;Differenz&#8221; zwischen Tier und Mensch langsam verschwindet. Wir müssen uns neu definieren. Das wollte auch schon Otto Julewitsch Schmidt mit seinen Experimenten &#8211; im revolutionären Überschwang.</p>
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		<title>Von: Helmut Höge</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2008/05/25/soziale-symbiosensoziale-demokraten/comment-page-1/#comment-37313</link>
		<dc:creator>Helmut Höge</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2008 14:31:45 +0000</pubDate>
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		<description>Zwillingsforschung - Ein Ei wie das andere: 

Am Wochenende fand im Tempodrom das 3. deutsche Zwillingstreffen statt, zu dem einige hundert Zwillingspaare zwischen 5 und 75 Jahren angereist waren - auf Einladung des Ulmer Konzerns Ratiopharm. Die Zwillinge hatten sich für ihre &quot;Auftritte&quot; präpariert: gleiche Klamotten angezogen und Haarfrisuren machen lassen.

Die Medien wussten das zu honorieren, besonders wenn es sich dabei um attraktive, weibliche Zwillinge handelte. Umgekehrt testet zum Beispiel die Verhaltensforschung bei Zwillingen, ob sie unabhängig voneinander dieselben Männer beziehungsweise Frauen attraktiv finden. Dazu referierte der Zwillingsforscher Riemann bereits auf dem 2. Zwillingstreffen von Ratiopharm: &quot;Zwillinge und das Konzert der Gene&quot;.

Für die angereisten Zwillinge selbst war das &quot;große Zwillingscasting&quot; sowie ein &quot;TV-Casting&quot; und die Autogrammstunden der seit 2000 aus der Ratiopharm-Werbung bekannten Zwillingspaare attraktiv. Besonders einige junge blonde Zwillinge posierten auf dem Rasen am Tempodrom vor den Kameras, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Ihr Medienbewusstsein war auf der Höhe der genetischen Zwillingsforschung, die seit dem Zweiten Weltkrieg alle &quot;lebenden Entitäten als programmierte Kommunikationssysteme&quot; fasst, wie die Biologiehistorikerin Lily E. Kay das nennt. Den Soziologen Marshall Mc Luhan hatte diese Verwendung von Kybernetik und Informationswissenschaft in der Molekularbiologie zu der Bemerkung veranlasst: &quot;Das Medium ist die Botschaft.&quot;

Neuerdings meint Jean Baudrillard sogar: &quot;Es gibt kein Medium im buchstäblichen Sinne des Wortes mehr: Von nun an lässt es sich nicht mehr greifen, es hat sich im Realen ausgedehnt und gebrochen …&quot; Die Medien (ver)senken sich einerseits tief ins Soziale, andererseits gelangen sie mit den &quot;entschlüsselten&quot; genetischen Botschaften nach oben - und breiten sich auf allen Oberflächen aus.

Mit einigem Recht kann man behaupten, dass diese Entwicklung mit der deutschen Zwillingsforschung begann - und zwar an der Selektionsrampe von Auschwitz, wo der Humangenetiker Dr. Mengele 200 Zigeuner- und Juden-Zwillingskindern aussortierte, um ihre Intelligenz zu testen, indem er ihnen als Erstes die Frage stellte: &quot;Alle Tiere sterben. Napoleon ist gestorben. Ist Napoleon ein Tier?&quot; Mengele fungierte damals als das Frontschwein von Professor v. Verschuer, der erst Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie war und nach dem Krieg in Münster lehrte.

In Auschwitz wurden die Zwillinge psychisch und physisch vermessen, solche mit körperlichen Anomalien ließ Mengele töten und sezieren, ihre interessanten Teile bekam Verschuer in Berlin. Die anderen Zwillinge wurden später mit Typhus infiziert, ihr Blut bekam das Kaiser-Wilhelm-Institut für Biochemie, dessen Direktor, Nobelpreisträger Professor Butenandt, nach dem Krieg Präsident der Max-Planck-Gesellschaft wurde.

Die Vererbungsforschung ging ab 45 jedoch in amerikanische Hände über und geriet dort zunächst unter militärische Leitung, wobei vorwiegend Bakteriengenetik betrieben wurde. Daneben wurde und wird natürlich auch in den USA Intelligenzforschung und Schlimmeres anhand von Zwillingen betrieben, was bis heute Kontroversen auslöst. So stellte man zum Beispiel in unserem 50er-Jahre-Biologiebuch die mendelschen &quot;Erbsengesetze&quot; direkt neben den Stammbaum der Familie Bach, um die Vererbbarkeit von &quot;Musikalität&quot; zu suggerieren, wir Schüler waren jedoch von der Lernfähigkeit aller Menschen derart überzeugt, dass wir anders interpretierten: &quot;Wenn ein Bach-Kind in so einer Familie aufwächst, wo sich alles nur um Töne und Noten dreht, dann muss es ja musikalisch werden - ob seine Gene wollen oder nicht!&quot;

Unsere rechten Lehrer gaben verunsichert klein bei, die heutigen linken Lehrer dagegen sind angesichts ihres frustrierend-zähen Unterrichts gerne bereit, die mangelnden Leistungen ihrer Schüler auf genetische Dispositionen zurückzuführen. Die Zwillingsforschung hilft ihnen dabei. Sie ist für den ganzen Neoliberalismus die Entlastungswissenschaft schlechthin - und die mediengeilen Zwillinge machen nur das Beste daraus!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zwillingsforschung &#8211; Ein Ei wie das andere: </p>
<p>Am Wochenende fand im Tempodrom das 3. deutsche Zwillingstreffen statt, zu dem einige hundert Zwillingspaare zwischen 5 und 75 Jahren angereist waren &#8211; auf Einladung des Ulmer Konzerns Ratiopharm. Die Zwillinge hatten sich für ihre &#8220;Auftritte&#8221; präpariert: gleiche Klamotten angezogen und Haarfrisuren machen lassen.</p>
<p>Die Medien wussten das zu honorieren, besonders wenn es sich dabei um attraktive, weibliche Zwillinge handelte. Umgekehrt testet zum Beispiel die Verhaltensforschung bei Zwillingen, ob sie unabhängig voneinander dieselben Männer beziehungsweise Frauen attraktiv finden. Dazu referierte der Zwillingsforscher Riemann bereits auf dem 2. Zwillingstreffen von Ratiopharm: &#8220;Zwillinge und das Konzert der Gene&#8221;.</p>
<p>Für die angereisten Zwillinge selbst war das &#8220;große Zwillingscasting&#8221; sowie ein &#8220;TV-Casting&#8221; und die Autogrammstunden der seit 2000 aus der Ratiopharm-Werbung bekannten Zwillingspaare attraktiv. Besonders einige junge blonde Zwillinge posierten auf dem Rasen am Tempodrom vor den Kameras, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.</p>
<p>Ihr Medienbewusstsein war auf der Höhe der genetischen Zwillingsforschung, die seit dem Zweiten Weltkrieg alle &#8220;lebenden Entitäten als programmierte Kommunikationssysteme&#8221; fasst, wie die Biologiehistorikerin Lily E. Kay das nennt. Den Soziologen Marshall Mc Luhan hatte diese Verwendung von Kybernetik und Informationswissenschaft in der Molekularbiologie zu der Bemerkung veranlasst: &#8220;Das Medium ist die Botschaft.&#8221;</p>
<p>Neuerdings meint Jean Baudrillard sogar: &#8220;Es gibt kein Medium im buchstäblichen Sinne des Wortes mehr: Von nun an lässt es sich nicht mehr greifen, es hat sich im Realen ausgedehnt und gebrochen …&#8221; Die Medien (ver)senken sich einerseits tief ins Soziale, andererseits gelangen sie mit den &#8220;entschlüsselten&#8221; genetischen Botschaften nach oben &#8211; und breiten sich auf allen Oberflächen aus.</p>
<p>Mit einigem Recht kann man behaupten, dass diese Entwicklung mit der deutschen Zwillingsforschung begann &#8211; und zwar an der Selektionsrampe von Auschwitz, wo der Humangenetiker Dr. Mengele 200 Zigeuner- und Juden-Zwillingskindern aussortierte, um ihre Intelligenz zu testen, indem er ihnen als Erstes die Frage stellte: &#8220;Alle Tiere sterben. Napoleon ist gestorben. Ist Napoleon ein Tier?&#8221; Mengele fungierte damals als das Frontschwein von Professor v. Verschuer, der erst Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie war und nach dem Krieg in Münster lehrte.</p>
<p>In Auschwitz wurden die Zwillinge psychisch und physisch vermessen, solche mit körperlichen Anomalien ließ Mengele töten und sezieren, ihre interessanten Teile bekam Verschuer in Berlin. Die anderen Zwillinge wurden später mit Typhus infiziert, ihr Blut bekam das Kaiser-Wilhelm-Institut für Biochemie, dessen Direktor, Nobelpreisträger Professor Butenandt, nach dem Krieg Präsident der Max-Planck-Gesellschaft wurde.</p>
<p>Die Vererbungsforschung ging ab 45 jedoch in amerikanische Hände über und geriet dort zunächst unter militärische Leitung, wobei vorwiegend Bakteriengenetik betrieben wurde. Daneben wurde und wird natürlich auch in den USA Intelligenzforschung und Schlimmeres anhand von Zwillingen betrieben, was bis heute Kontroversen auslöst. So stellte man zum Beispiel in unserem 50er-Jahre-Biologiebuch die mendelschen &#8220;Erbsengesetze&#8221; direkt neben den Stammbaum der Familie Bach, um die Vererbbarkeit von &#8220;Musikalität&#8221; zu suggerieren, wir Schüler waren jedoch von der Lernfähigkeit aller Menschen derart überzeugt, dass wir anders interpretierten: &#8220;Wenn ein Bach-Kind in so einer Familie aufwächst, wo sich alles nur um Töne und Noten dreht, dann muss es ja musikalisch werden &#8211; ob seine Gene wollen oder nicht!&#8221;</p>
<p>Unsere rechten Lehrer gaben verunsichert klein bei, die heutigen linken Lehrer dagegen sind angesichts ihres frustrierend-zähen Unterrichts gerne bereit, die mangelnden Leistungen ihrer Schüler auf genetische Dispositionen zurückzuführen. Die Zwillingsforschung hilft ihnen dabei. Sie ist für den ganzen Neoliberalismus die Entlastungswissenschaft schlechthin &#8211; und die mediengeilen Zwillinge machen nur das Beste daraus!</p>
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		<title>Von: Helmut Höge</title>
		<link>http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2008/05/25/soziale-symbiosensoziale-demokraten/comment-page-1/#comment-37312</link>
		<dc:creator>Helmut Höge</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2008 14:28:07 +0000</pubDate>
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		<description>Die terroristische Umwandlung von Geschichte in Natur:


Die Friesen verwandelten alle Natur um sich herum per Handarbeit in Kultur. Umgekehrt verhält es sich mit den herrschenden Klassen. &quot;Das Geheimnis des Adels ist die Zoologie,&quot; meinte Karl Marx und spielte damit auf dessen saubere Stammbäume an, die so sehr den Abstammungslehren der Evolutionsforscher glichen. Jeder Herrschaftsform ist jedoch daran gelegen, sich als von Gott gesandt bzw. als &quot;naturgegeben&quot; darzustellen. Auch die Bourgeoisie beruft sich immer wieder gerne auf die Natur und naturalisiert damit ihren Machtanspruch. Das reicht von &quot;Es gibt eben solche, die befehlen und sone, denen man befehlen muß&quot; - bis zur modernen bereits  von den faschistischen Rasseforschern strapazierten Genetik. Roland Barthes hat dieses Bemühen in seinen &quot;Mythen des Alltags&quot; thematisiert, es geht darin um einige subtile Analysen der Sinnprozesse, mit deren Hilfe die Bourgeoisie ihre historische Klassenkultur in universelle Natur verwandelt. Die Bourgeoisie verewigt sich und ihre Produktionsverhältnisse, indem sie permanent Geschichte in Mythos einmünden läßt. Der Mythos verschleiert nichts. Die Widersprüche bleiben durch das Herstellen naturalisierter Kausalzusammenhänge gerade durch ihre Benennung verdeckt. Aufhebung oder Verdeckung funktionieren über mythologische Zusammenhänge und Naturalisierungen. &quot;Der Mythos leugnet nicht die Dinge, seine Funktion besteht im Gegenteil darin, von ihnen zu sprechen. Er reinigt sie nur einfach, er macht sie unschuldig, er gründet sie als Natur und Ewigkeit, er gibt ihnen eine Klarheit, die nicht die der Erklärung ist, sondern die der Feststellung&quot;. Ich habe so etwas  noch in meinem amerikanisch gereinigten Biologie-Lehrbuch schlucken müssen: Neben einem Schema der Mendelschen Erbsengesetze befand sich dort ein Stammbaum der Familie Bach, um uns klar zu machen, dass die Erbsenblütenfarben genauso vererbt werden wie die Musikalität in der Bachsippe. Alles ist in den Genen festgelegt: die Intelligenz, das Dominanzstreben, die Schönheit, der Erfolg usw.. Und dementsprechend werden laufend neue Gene isoliert: das Neid-Gen, das Geiz-Gen, das Eifersuchts-Gen, Bullimie-Gene usw..Der vorläufige Gipfel dieses bourgeoisen Naturalismus fand sich neulich in einem riesigen Artikel im Tagesspiegel, dem besonders unkritischen Westberliner Bauludenblatt: Eine Gruppe von &quot;US-Wissenschaftlern&quot; (!), so berichtete der tsp, hatte in einem Großversuch an einigen tausend eineiigen Zwillingen festgestellt, das sogar politische Einstellungen und überhaupt alle Meinungen genetisch bedingt seien. Für die Linke, die derzeit ohne eine kämpferisch aufstrebende neue Klasse im Hintergrund agiert, heißt das: Ihr braucht euch gar nicht zu bemühen und rumzuagitieren, die Klassenverhältnisse sind fest in der Natur verankert. Versucht lieber individuell euer Glück, indem ihr euch friedlich in die Machtstrukturen einfädelt, statt wieder und wieder den Aufstand dagegen zu proben. Der Privatisierungsirektor der Treuhandniederlassung für Berlin, Hans-Christoph Wolf, vormals ein Siemensmanager, führte dazu einmal aus: &quot;Zufälligerweise gehöre ich zu dieser Generation, die hier 1968 an der FU Berlin gewesen ist. 1972 gab es einen Unternehmerbrief in Westberlin, in dem stand drin: &#039;Stellt die Demonstranten ein oder wie immer man sie genannt hat, also die 68er, denn ihr werdet feststellen, nach wenigen Monaten ist deren Engagement für euch nützlich&#039;. Das war ungefähr der Inhalt. Und das stimmt auch. Bleiben wir mal bei denen, die querdenken, also bei dieser halben Mischung aus Querulant und Exzentriker - die sind unendlich wertvoll. Sie sind unbequem, klar. Sie ducken sich nicht, wenn der Chef kommt, und halten ihm nicht die Tür auf, weil sie das gar nicht interessiert. Aber wenn man solche Leute in eine Organisation einbauen kann, dann sind solche Organisationen erfolgreich. Glücklicherweise gab es in der Industrie keinen Radikalenerlaß, auch wenn einige Betriebe sich so verhalten haben. Die Kraft liegt nicht in der Konformität. Wichtig für den Erfolg ist es, die, die bei Demonstrationen, und die, die bei sagen wir der Bundeswehr mitmarschiert sind, an einen Tisch zu bringen. Der Fortschritt kommt daher, daß Leute nicht immer das gleiche denken. Ich gehörte zu denjenigen, die mit allen Mitteln protestiert haben. jetzt habe ich manchmal den Eindruck, daß meine Kinder dadurch protestieren, daß sie aus meiner Sicht so konservativ werden, daß ich mich schon schäme. Aber das ist der Gegenprotest, wiederum gegen die Eltern, und ist vielleicht ganz vernünftig so.&quot; Der gute Wolf hat ganz einfach seine Protest-Gene vererbt. Da kann man nichts machen!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die terroristische Umwandlung von Geschichte in Natur:</p>
<p>Die Friesen verwandelten alle Natur um sich herum per Handarbeit in Kultur. Umgekehrt verhält es sich mit den herrschenden Klassen. &#8220;Das Geheimnis des Adels ist die Zoologie,&#8221; meinte Karl Marx und spielte damit auf dessen saubere Stammbäume an, die so sehr den Abstammungslehren der Evolutionsforscher glichen. Jeder Herrschaftsform ist jedoch daran gelegen, sich als von Gott gesandt bzw. als &#8220;naturgegeben&#8221; darzustellen. Auch die Bourgeoisie beruft sich immer wieder gerne auf die Natur und naturalisiert damit ihren Machtanspruch. Das reicht von &#8220;Es gibt eben solche, die befehlen und sone, denen man befehlen muß&#8221; &#8211; bis zur modernen bereits  von den faschistischen Rasseforschern strapazierten Genetik. Roland Barthes hat dieses Bemühen in seinen &#8220;Mythen des Alltags&#8221; thematisiert, es geht darin um einige subtile Analysen der Sinnprozesse, mit deren Hilfe die Bourgeoisie ihre historische Klassenkultur in universelle Natur verwandelt. Die Bourgeoisie verewigt sich und ihre Produktionsverhältnisse, indem sie permanent Geschichte in Mythos einmünden läßt. Der Mythos verschleiert nichts. Die Widersprüche bleiben durch das Herstellen naturalisierter Kausalzusammenhänge gerade durch ihre Benennung verdeckt. Aufhebung oder Verdeckung funktionieren über mythologische Zusammenhänge und Naturalisierungen. &#8220;Der Mythos leugnet nicht die Dinge, seine Funktion besteht im Gegenteil darin, von ihnen zu sprechen. Er reinigt sie nur einfach, er macht sie unschuldig, er gründet sie als Natur und Ewigkeit, er gibt ihnen eine Klarheit, die nicht die der Erklärung ist, sondern die der Feststellung&#8221;. Ich habe so etwas  noch in meinem amerikanisch gereinigten Biologie-Lehrbuch schlucken müssen: Neben einem Schema der Mendelschen Erbsengesetze befand sich dort ein Stammbaum der Familie Bach, um uns klar zu machen, dass die Erbsenblütenfarben genauso vererbt werden wie die Musikalität in der Bachsippe. Alles ist in den Genen festgelegt: die Intelligenz, das Dominanzstreben, die Schönheit, der Erfolg usw.. Und dementsprechend werden laufend neue Gene isoliert: das Neid-Gen, das Geiz-Gen, das Eifersuchts-Gen, Bullimie-Gene usw..Der vorläufige Gipfel dieses bourgeoisen Naturalismus fand sich neulich in einem riesigen Artikel im Tagesspiegel, dem besonders unkritischen Westberliner Bauludenblatt: Eine Gruppe von &#8220;US-Wissenschaftlern&#8221; (!), so berichtete der tsp, hatte in einem Großversuch an einigen tausend eineiigen Zwillingen festgestellt, das sogar politische Einstellungen und überhaupt alle Meinungen genetisch bedingt seien. Für die Linke, die derzeit ohne eine kämpferisch aufstrebende neue Klasse im Hintergrund agiert, heißt das: Ihr braucht euch gar nicht zu bemühen und rumzuagitieren, die Klassenverhältnisse sind fest in der Natur verankert. Versucht lieber individuell euer Glück, indem ihr euch friedlich in die Machtstrukturen einfädelt, statt wieder und wieder den Aufstand dagegen zu proben. Der Privatisierungsirektor der Treuhandniederlassung für Berlin, Hans-Christoph Wolf, vormals ein Siemensmanager, führte dazu einmal aus: &#8220;Zufälligerweise gehöre ich zu dieser Generation, die hier 1968 an der FU Berlin gewesen ist. 1972 gab es einen Unternehmerbrief in Westberlin, in dem stand drin: &#8216;Stellt die Demonstranten ein oder wie immer man sie genannt hat, also die 68er, denn ihr werdet feststellen, nach wenigen Monaten ist deren Engagement für euch nützlich&#8217;. Das war ungefähr der Inhalt. Und das stimmt auch. Bleiben wir mal bei denen, die querdenken, also bei dieser halben Mischung aus Querulant und Exzentriker &#8211; die sind unendlich wertvoll. Sie sind unbequem, klar. Sie ducken sich nicht, wenn der Chef kommt, und halten ihm nicht die Tür auf, weil sie das gar nicht interessiert. Aber wenn man solche Leute in eine Organisation einbauen kann, dann sind solche Organisationen erfolgreich. Glücklicherweise gab es in der Industrie keinen Radikalenerlaß, auch wenn einige Betriebe sich so verhalten haben. Die Kraft liegt nicht in der Konformität. Wichtig für den Erfolg ist es, die, die bei Demonstrationen, und die, die bei sagen wir der Bundeswehr mitmarschiert sind, an einen Tisch zu bringen. Der Fortschritt kommt daher, daß Leute nicht immer das gleiche denken. Ich gehörte zu denjenigen, die mit allen Mitteln protestiert haben. jetzt habe ich manchmal den Eindruck, daß meine Kinder dadurch protestieren, daß sie aus meiner Sicht so konservativ werden, daß ich mich schon schäme. Aber das ist der Gegenprotest, wiederum gegen die Eltern, und ist vielleicht ganz vernünftig so.&#8221; Der gute Wolf hat ganz einfach seine Protest-Gene vererbt. Da kann man nichts machen!</p>
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