14.07.2008 von Helmut Höge
Für jeden Hausmeister und sogar Aushilfshausmeister ein Muß:
Die alljährliche große Gartenschau mit soundsoviel Händlern und Highlights – auf Schloß Ippenburg bei Bad Essen am Teutoburger Wald. Hier hat die Schloßherrin Viktoria
Freifrau von dem Bussche mit Hilfe von 30 Rußlanddeutschen aus dem
weiträumigen Schloßpark eine Ansammlung üppiger Gärten geschaffen. Ihr
Mann züchtet Schweine und baut Getreide an. Wie jedes Jahr gibt es rund
ums Schloß neben 200 Gartenbedarfs-Ausstellern auch eine
Garten-Sonderausstellung. Die diesjährige stand unter dem Motto “Der
Schrebergarten”. 70.000 Besucher schauten sich das heuer alles an.
Wiewohl die gärtnerische Elite nach wie vor in England und Holland zu
finden ist, versuchen doch die Deutschen – voran die Freifrau -
aufzuholen. Allgemein ist das Interesse an Gärten enorm gestiegen. Sie
sind die effektivste Form der Bodenbewirtschaftung – im Gegensatz zur
industrialisierten Großlandwirtschaft, die die profitabelste ist. Ein
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09.07.2008 von Helmut Höge

“Poller und Pylonen fliegen zu lassen, ist in Rio de Janeiro ein Riesenspaß,” schreibt der Photograph Peter Grosse zu diesem Bild.
09.07.2008 von Helmut Höge
Die taz hat neulich ihrem Controller auf Honorarbasis Rheinfried Musch für seine Leistungen gratuliert. Der selbständige “Berater” war früher Ökonom im mittlerweile abgewickelten KWO – Kabelwerk Oberspree. Vor einiger Zeit interviewte ich ihn über das Werk und seine Arbeit darin:
Neulich entdeckte die BZ doch noch einen “versteckten Arbeitslosen” – in Köpenick: “Ich bin der letzte vom Kabelwerk”, titelte sie. Gemeint war damit der Kabelmechaniker Harald Schrapers (47), dem nach 30jähriger Tätigkeit im KWO Wilhelminenhofstrasse “ohne Abfindung” Ende September gekündigt wurde, weil das Werk endgültig dicht macht. Zuvor waren bereits die Kabelwerke von Siemens, Pirelli, Kaiser und Alcatel in Westberlin stillgelegt worden. Zu Hochzeiten arbeiteten über 36.000 Kabelwerker allein in der “Elektropolis” Berlin. Das KWO gehörte zur AEG und wurde 1897 gegründet. Wiewohl man versuchte, gegen die “englische Kabelherrschaft” ein deutsches Funk-Weltnetz auf- und auszubauen (u.a. von Telefunken), konnten die Elektrokonzerne nicht auf eine eigene Kabelproduktion verzichten.
Da alle mit… weiter lesen
04.07.2008 von Helmut Höge

In der Schweiz experimentiert man zur Zeit mit horizontalen Pollern, jeder einzelne vernichtet einen Parkplatz. Das schafft mehr Lebensqualität für all diejenigen, die sich kein Auto mehr leisten können. Und macht sie in gewisser Weise lebensfroher. Die Idee der horizontalen Poller geht auf Igor Jänni, Hofmeister einer Sägerei in St. Gallen von 1912-1934, zurück. Seine horizontalen Poller bestanden jedoch damals aus Fichte und er bezeichnete sie auch nicht als Poller, sondern als Holzzäunli. Ihre verkehrsabweisende Funktion richtete sich vor allem gegen Rinder, speziell gegen ein – besonders aufdringliches. Da aber Jänni seine horizontalen Poller auch damals schon ähnlich niedrig angelegt hatte, wie die Stadt Zürich die ihren heute aus verzinktem Stahl (hier auf dem Photo von Antonia Herrscher), besaßen sie für das spezielle Rind so gut wie gar keine abweisende Funktion. Dies ist nun heute in Zürich ganz anders, wo es bisher noch kein Autofahrer gewagt hat, mit seinem… weiter lesen
04.07.2008 von Helmut Höge
Als ich in den Achtzigern einmal längere Zeit als Hofmeister in der Toskana arbeitete (bei Talla), wunderte ich mich, dass man dort in der Macchia kaum Vögel singen hörte. Alle 50 Meter hingen kleine Schilder an den Bäumen: “Jagen verboten”, “Schutzzone”, Jagdzone” – zwischen diesen absurd kleinen Korridoren huschten die Singvögel quasi lautlos durch das Gestrüpp, um ja nicht zwischen zwei “Schutzzonen” erwischt zu werden.
In diesem Jahr war es jedoch anders: Überall hörte man Vogelstimmen in der Toskana. Was war da in der Zwischenzeit geschehen? Kaum wieder in Deutschland zurück klärte mich die Süddeutsche Zeitung auf – sie hatte sich bei einigen Vogelexperten, u.a. bei Alexander Heyd vom Bonner Komitee gegen den Vogelmord kundig gemacht:
“Naturschützer kämpfen teilweise seit Jahrzehnten gegen die illegale Vogeljagd und sammeln verbotene Netze oder Leimfallen ein, erstatten Anzeigen, informieren die Öffentlichkeit und erzeugen politischen Druck. Das zahlt sich zunehmend aus – in Italien… weiter lesen
04.07.2008 von Helmut Höge

Dieser Hausmeister eines Zürcher Dienstleistungskomplexes hat mit einem Verkehrssteuerungsinstrument ein anderes ausgehebelt, wobei er die drei dabei verwendeten Pilonen auch noch sehr hübsch gestaffelt hat. Photo: Antonia Herrscher
04.07.2008 von Helmut Höge
Aus Ulaanbaatar berichtete Ulrike Gonzales am 2.7.:
Am vergangenen Sonntag waren hier Parlamentswahlen, in der Nacht zum Montag und am Montag gab es eine Auseinandersetzung um das Wahlergebnis, am Dienstag eine große Demonstration mit anschließenden Ausschreitungen, gestern Nacht brannte das Gebäude der regierenden Mongolischen Revolutionären Volkspartei völlig aus, der mongolische Staatspräsident hat den Ausnahmezustand über Ulaanbaatar verhängt.
Ich will Euch nur in Kürze die politische Situation erläutern:
Hauptthema des Wahlkampfes war die Auseinandersetzung um die Gewinne aus dem Goldabbau in der Mongolei. Die mongolische Opposition, die Bürgerbewegungen und die mongolische Grüne Bewegung kritisieren immer wieder, dass die Gewinne aus dem Goldabbau größtenteils (über 90 Prozent, besagen einige Schätzungen!) an die ausländischen Firmen gehen, in deren Hand der Goldabbau hier ist. Die entsprechenden Gesetze zur Goldförderung sind in Hinsicht auf den Umweltschutz, auf die Arbeitsbedingungen und auf die Steuerabgaben wohl völlig unzureichend. Es wird immer wieder gesagt, dass alle PolitikerInnen (und… weiter lesen
03.07.2008 von Helmut Höge

Wir haben den Hausmeister der neuen Ver.di-Zentrale in Berlin Kreuzberg in Verdacht, diesen Poller kunstvoll zusammengesetzt zu haben, denn er paßt wie die Faust aufs Auge zu der neuen Ver.di-Kampfparole “Genug gespart” – darüber hat dieser Poller jegliche Funktion abgestreift, im Gegenteil: Er behindert den Verkehr auf dem Fahrradweg: Die Radfahrer sind schier gezwungen anzuhalten, was ihren Blick unweigerlich auf die neue Ver.di-Parole lenkt. Photo: Antonia Herrscher
03.07.2008 von Helmut Höge
Bei dieser Hitze hängen die meisten Hausmeister schlapp rum, andererseits mehren sich die Verbrechen, begangen von Hausmeistern nach Feierabend – wenn man der Presse glauben darf. Wer auch dazu zu schlapp ist, schraubt sich wenigstens in Gesprächen zu immer abenteuerlicheren Gedanken hoch.
Neulich verstieg sich einer im Hausmeistertreff der ÖTV am Wannsee zu der These, dass die riesige Ansammlung von E.coli-Bakterien in unserem Darm, ohne die wir nicht leben können, unsere Träume, Wünsche und Willen mitbestimmt. Also wenn ich z.B. eine vegetarische Diät abbreche, weil ich plötzlich Heißhunger auf Hühnerbrühe habe, dann ist das vielleicht ein Wunsch oder Wille, den mein “Symbiont” E.coli, der in einigen Varietäten auch zu einem “Parasiten” werden kann, mir quasi vom Darm aus eingibt.
Schon der Wissenshistoriker Michel Serres fragte sich, ob “parasitäre Verhältnisse” eine Ausnahme oder “nicht einfach das System selbst sind”? Ähnliches könnte auch und erst recht für “symbiotische Verhältnisse” gelten,… weiter lesen