Das Schaf als Basis der Kommune
“So lange es Pferche für Schafe gibt, wird es auch welche für Menschen geben!” (Claude Lévy-Strauss)
Noch bis in die Fünfzigerjahre waren fast 80% der Bevölkerung Europas Bauern. Heute sind sie nur noch eine Randgruppe. Für Eric Hobsbawm ist diese Entwicklung das “wichtigste Phänomen im 20. Jahrhundert”. Seit diesem großen Umschwung hat man versucht, den sich entvölkernden ländlichen Raum auf dreierlei Weise zu “revitalisieren”: 1. durch Industrialisierung und Subventionierung der großen Landwirtschaftsbetriebe, 2. durch Attraktivierung der Landschaften zur Naherholung und für den Tourismus und 3. durch Umwandlung der Ländereien in Bauland, militärisches Übungsgelände, Golfplätze, Gewerbeparks etc. sowie zur Nutzung für nachwachsende Rohstoffe bzw. regenerative Energien. Dazwischen taten sich jedoch auch immer wieder Nischen auf, in denen sich neue Kleinlandwirtschaften, Selbstvermarktungsinitiativen, Agrarkollektive, Handwerksbetriebe und Utopisten aller Art ansiedeln konnten, wobei sie teilweise ihre Nähe zu den Städten ausnutzen. Infolge der elektronischen Vernetzung in den… weiter lesen
