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vonHelmut Höge 20.08.2008

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister, bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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2009 wird das „Darwinjahr“ abgefeiert. Sein Gedankengebäude – in Form des Neodarwinismus – hat sich inzwischen zu einer Leitwissenschaft ausgewachsen. Charles Darwin hat die Natur isoliert, d.h. die Art individualisiert. Seine Aussagen darüber hatten jedoch stets statistischen Charakter. Dergestalt fundierte er bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Margret Thatchers neoliberales Bekenntnis: „Ich kenne keine Gesellschaft, nur Individuen“.

Bei Darwins „struggle for life“ geht es um den Kampf der Individuen innerhalb einer Art. Zufällige Mutationen, die dabei vorteilhaft sind, bleiben erhalten – und setzen sich qua Vererbung innerhalb der ganzen Art durch. Der lange Hals der Giraffen z.B., mit denen sie Futter an Bäumen erreichen, wo ihre Nahrungskonkurrenten nicht hingelangen. Dagegen setzte Jean-Baptiste de Lamarck: Diese Verbesserung der Lebenschancen kam nicht gleichsam aus dem Inneren der Giraffen, sondern war eine Reaktion vieler Giraffen auf Einwirkungen der Umwelt (ihres „Mediums“). Es wurden Erfahrungen gemacht, „Eigenschaften erworben“ und diese vererbt. In Falle der Giraffen wurde der Hals dadurch immer länger – dass die anderen Arten ihnen in den unteren Blattregionen die Nahrung streitig machten. Sie waren sozusagen evolutionär gezwungen, sich hoch und immer höher zu recken/zu entwickeln.

Der Gerechtigkeit halber muß man erwähnen, dass Darwin die „Höherentwicklung“ – mindestens beim Menschen – auch und vor allem durch moralische sowie erzieherische Maßnahmen gewährleistet sah. Statt vieler Mutationen hatte man hier also doch einen durchgehenden Mutualismus in Rechnung zu stellen. Der setzt sich beim Menschen jedoch, im Gegensatz zur Giraffe, gleichsam antinatürlich durch. Dies muß Darwin eher als Christ vermutet haben, in seiner biologischen Evolutionstheorie machte es keinen Sinn.

Der Wiener Amphibienforscher Paul Kammerer versuchte, für die Lamarcksche Modell-Giraffe den empirischen Beweis anzutreten – durch Züchtungsexperimente. So setzte er z.B. Salamander auf Untergründe, vor denen sie grell abstachen. Es gelang diesen Tieren nicht nur, sich gewissermaßen umzufärben, so dass sie die Farbe des Sandes, auf dem sie leben mußten, annahmen. Sie vererbten ihre, der neuen Umgebung angepassten Färbung auch ihren Nachkommen. Von ähnlicher Beweiskraft war ein anderes Experiment – mit Grottenolmen, die in einem Höhlengewässer in den Karpaten leben – in immerwährender Dunkelheit und keine Augen mehr besaßen. Als Kammerer sie in ein Becken mit (Rot-)Licht setzte, entwickelten sie jedoch wieder Augen und diese vererbten sie auch ihren Nachkommen.

Ich habe seine zwei Experimente hier verkürzt wiedergegeben, glaube aber, seine dahinterstehende lamarckistische Intention erfaßt zu haben. Kammerer beging 1926 Selbstmord, nachdem zwei Biologieprüfer der darwinistischen US-Zeitschrift „Nature“ ihn bei einem anderen Experiment der Fälschung seiner Präparate überführt hatten. Es war dabei um Geburtshelferkröten gegangen, deren Männchen ihre Brunftschwielen an den Zehen zurückentwickeln, wenn sie dauerhaft im Wasser gehalten werden. Die Sowjetunion, die Kammerer zur gleichen Zeit ein Forschungsinstitut in Leningrad angeboten hatte, begriff seinen Freitod als erzwungen und somit als Mord. Sie reagierte darauf, indem der Volksbildungskommissar Anatoli W. Lunartscharski und seine Frau einen Spielfilm drehen ließen – „Salamander“, mit welchem sie glasklar bewiesen, dass es das reaktionäre sozialdarwinistisch gesinnte Gesindel in Deutschland – Kirche, Adel, Obrigkeit – gewesen war, das den fortschrittlichen Wissenschaftler in den Tod getrieben hatte. Dem Film wurde dennoch ein Happyend verpasst: In letzter Minute sozusagen gelingt es der Sowjetunion, Kammerer zu retten – und in einem Zug nach Leningrad in Sicherheit zu bringen. Dort warten jede Menge wissenschaftliche Erfolge und Ehren auf ihn. Lunartscharski selbst spielte die Rolle des Heimholers eines kommunistischen Genies aus dem ihm feindlich gesonnenen Ausland in die Heimat aller Werktätigen. Der Film wurde in Deutschland verboten.

Lange vor der russischen Revolution und dem Ersten Weltkrieg hatte Kammerer, der in der „Biologischen Versuchsanstalt im Prater“ experimentierend forschte, vor dem Wiener „Volksbildungsverein“ seine eher auf Beobachtungen und der Kenntnis des Forschungsstandes basierenden Überlegungen zu Kropotkins Lehre von der „gegenseitigen Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“ vorgestellt, wobei er in seiner Darstellung der diesbezüglichen Symbiosen auch die mit Pflanzen einbezog. Ja, selbst das Verhältnis des Ackerbauern zu seinem Weizen begriff Kammerer als ein symbiotisches – insofern der Bauer der Pflanzenart hilft, sich zu verbreiten, auch wenn die einzelnen Pflanzen vom Menschen – letztlich parasitär – vernutzt werden.

Ähnlich argumentiert neuerdings der Münchner Biologe Josef H. Reichholf, wenn er meint, dass die Rinder es „darwinistisch gesprochen zur erfolgreichsten Säugetierart gebracht haben – indem sie sich als ‚Haustier‘ dem Mensch andienten. Man könnte sie als unsere ‚Number-One-Exosymbionten‘ bezeichnen“. Auf der Erde leben derzeit etwa 1,48 Milliarden Rinder, dagegen 6,2 Milliarden Menschen. Aber unser Lebensgewicht beträgt insgesamt nur 0,3 Milliarden Tonnen, während das der Rinder vier Mal so hoch ist – und dementsprechend hoch ist auch ihr Energieverbrauch, dem immer mehr Land zum Opfer fällt, das man ihnen als Weide zur Verfügung stellen muß. Obwohl sie früher oder später vom Menschen alle abgeschlachtet werden, spricht Reichholf hierbei von einer erfolgreichen Symbiose. Anscheinend stirbt auch bei den Rindern die Hoffnung zuletzt – als Art, statistisch gesehen.

Der Wiener Volksbildungsverein, auch „Polycollege“ genannt, war 1887 von Eduard Leisching gegründet worden, um „die von der Schule in der Volksbildung gelassenen Lücken zu ergänzen und dadurch die gegenwärtige und insbesondere die künftige Generation zum Kampfe um’s Dasein zu stärken.“

Dazu zeichnete Paul Kammerer nun in seinen Vorträgen ein umfassendes Bild von den vielfältigen Symbiosen in der Natur. Denn im Kampf ums Dasein muß man sich zusammentun – zu Genossenschaften: nur gemeinsam ist man stark, d.h. der Welt gewachsen. Kammerers Vorträge erschienen 1913 als Buch unter dem Titel „Die Genossenschaft der Lebewesen“. Zuvor hatte er bereits mehrere Schriften über Symbiosen veröffentlicht. Mit dem Titel dieser Schrift knüpfte er an ein Buch aus dem Jahr 1883 von Oskar Hertwig an: „Die Symbiose oder das Genossenschaftsleben im Tierreich“.

Heute vergeht kein Tag, an dem nicht Biologen irgendwo auf der Welt eine neue Symbiose entdecken. Während die Symbiose im Tier- und Pflanzenreich in den meisten Fällen jedoch darin besteht, dass sich Vertreter zweier Arten zusammentun, um ihrer Umwelt besser gewachsen zu sein – wie z.B. der Clownfisch und die Seeanemone, braucht es zur Genossenschaftsbildung mindestens drei – und zwar aus ein und der selben Art (so ist es auch in der letzten Novellierung vom 12.6. 2006 des deutschen Genossenschaftsgesetzes aus dem Jahre 1889 festgeschrieben). Es geht demnach nicht an, dass ein Ehepaar sich z.B. mit seiner Hauskatze zusammentut und eine Genossenschaft gründet, es müssen dies mindestens drei Menschen sein, mündig, also geschäftsfähig überdies.

Das wohl prominenteste Beispiel einer schon schier ewig erfolgreichen Symbiose sind die Flechten. So nennt man das ökonomische Zusammenwirken eines Pilzes und einer Alge – im Ergebnis. Mit der Erforschung der Flechten begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Symbioseforschung, die dann auch lange Zeit eine Domäne der Botaniker, und zwar der russischen Botaniker blieb – beginnend mit Andrej S. Famincym (1835-1918) und Konstantin S. Mereschkowskij (1855-1921), die ihre Forschungsergebnisse nebenbeibemerkt auch im „Biologischen Centralblatt Erlangen“ veröffentlichten.

Paul Kammerers erste diesbezügliche Arbeit 1907 befaßte sich mit der „Symbiose zwischen Libellenlarve und Fadenalge“. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte er bereits eine Schrift mit dem aufs Ganze gehenden Titel „Symbiose. Neue Weltanschauung“. Aus dem selben Jahr stammt aber auch noch eine Schrift über „Lebensgemeinschaften von Tieren und niederen Pflanzen“. Ihr folgte ein Text über „Einsiedlerkrebs und Korkschwamm“. In einem Verhandlungsbeitrag der 1851 gegründeten Zoologisch-Botanischen Gesellschaft zu Wien zog Kammerer dann 1909 aus seinen vorangegangenen Überlegungen das Fazit, dass „Symbiose“ und „Kampf ums Dasein“ (etwa so wie beim Wiener Arzt Sigmund Freud Eros und Thanatos?) „gleichberechtigte Triebkräfte der Evolution“ seien.

Ein Jahr später wagte er sich damit bereits – Kropotkin folgend – an die Menschennatur – und zwar an die des „Studenten“ und seines „Studiums“, wie es im Untertitel seines „Studentenalmanachs“ mit dem Titel „Erbliche Entlastung und gegenseitige Hilfe“ heißt. Heute geht es an den Universitäten eher umgekehrt, d.h. wieder wie vor „Sarajewo“ antilamarckistisch und antikropotkinistisch zu: Es soll dort an den Excellence-Institutionen eine durch elterlichem Gen- und Geldvermögen definierte Elite ausgebildet werden und wenn sich diese Studenten gegenseitig helfen, dann werden sie z.B. in der weltbesten Uni Harvard dafür sogar bestraft. Es bleibt einstweilen dabei, dass es in vielerlei Hinsicht keinen schärferen Gegensatz in der Wahrnehmung der Welt gibt, als der zwischen Amerika und Russland. Zwischen dem Land, der Gesellschaft, in dem das Glück des Einzelnen verfassungsmäßig verankert ist und jenem, in dem der Einzelne gegenüber dem Kollektiv nichts gilt, wo es jedoch real genau andersherum funktioniert.

Am Schluß der oben bereits erwähnten, 1913 veröffentlichten Schrift „Genossenschaften von Lebewesen – auf Grund gegenseitiger Vorteile“ kommt Kammerer noch einmal auf sein Motiv zurück, warum er die Symbiosetheorie stark machen will, wie man heute sagen würde: Weil der Darwinismus, den man nun – in diesem Commonwealth-dominierten 20.Jahrhundert – nicht mehr aus der Welt schaffen kann, von Übel ist – auch und erst recht für die werktätigen Massen: „Insbesondere hat man die Lehre vom Kampf ums Dasein verderblicher Folgen auf die Moral bezichtigt, ihr das Entstehen der pessimistischen Philosophie und der verfallenden, der dekadenten Kunst zugeschrieben. Die unerbittlichen Grundsätze der Natur, in die die Menschen durch die genannte Lehre Einblick gewinnen, sind ein ernstes Hindernis für die Ausbreitung des Entwicklungsgedankens im Volke, weil sie weiteste Kreise abschrecken, sich die Segnungen anzueignen, die die Naturwissenschaft durch den Nachweis der Wechselwirkung von Anpassung und Vererbung errungen hat. Hier ist das Prinzip der gegenseitigen Hilfe, als ein versöhnliches Gegenstück zum Kampf ums Dasein , dazu berufen, den Widerstand derjenigen Bevölkerungsschichten zu überwinden, die der praktischen Anwendung der Entwicklungstatsachen auf soziale Fragen immer noch ablehnend gegenüberstehen.“

In den ganzen Symbiose-Auswertungen bzw. Interpretationen von Kammerer geht es um den (ökonomischen) Nutzen, den er ähnlich hoch auch bei der Mimikry von Schlangen, Käfern usw veranschlagt. Was diese betrifft, dazu hat inzwischen der Insektenforscher Roger Caillois eine Gegenthese ausgearbeitet, indem er die Mimese (in seinem Buch „Méduse & Cie“) von ihrer darwinistischen (aber auch noch Kammererschen) Verklammerung mit der „Nützlichkeit“ löste – und sie als ästhetische Praxis begriff: So versteht er zum Beispiel die falschen Augen auf den Flügeln von Schmetterlingen und Käfern als „magische Praktiken“, die abschrecken und Furcht erregen sollen – genauso wie die „Masken“ der so genannten Primitiven. Und die Mimese überhaupt als tierisches Pendant zur menschlichen Mode. „Es gibt nur eine Natur“ – soll heißen, dass „die Formen und Verhaltensweisen der Insekten genauso wie bestimmte ästhetische Vorlieben und Faszinierbarkeiten der Menschen sich auf eine gemeinsame Basis zurückführen lassen: auf den Formenvorrat einer bildnerischen Natur, deren spielerisch zweckfreies Wirken sich im Naturreich ebenso niederschlägt wie in der vom Naturzwang freigesetzten Sphäre menschlicher Imagination“, so heißt es in einer FAZ-Rezension.

Caillois Vorbehalt, schreibt der Rezensent an anderer Stelle, „richtet sich gegen die Selbstverständlichkeit, mit der das Grundmodell differentiell wirkender Selektionsdrücke und damit das Kriterium des Überlebensnutzens von ‚Anpassungen‘ in Anschlag gebracht wird. In dieser Verabsolutierung des Nutzens, so Caillois, zeige sich eine tiefwurzelnde Voreingenommenheit.“

Ein solches antidarwinistisches oder Antinützlichkeitsdenken hat eine gewisse Tradition in Frankreich: Beginnend spätestens mit dem Genossenschaftsdenker Jean Baptiste Joseph Fourier, dem es dabei primär um die Leidenschaften ging, die dem Kosten-Nutzen-Denken nur scheinbar entgegenstehen. Aus seinen Überlegungen, wie die Leidenschaften in seiner „Phalanstère“ zu entfachen und zu erhalten wären, ergab sich nämlich „wie überall in der genossenschaftlichen Ordnung, ein erstaunliches Resultat: je weniger man sich um den Gewinn kümmert, um so mehr verdient man“. André Breton, der alle Schriften Fouriers in seinem Exil in New York las, schrieb anschließend eine Ode auf ihn. Der den Surrealisten eine zeitlang nahe stehende Georges Bataille gründete wenig später seine ganze Ökonomie statt auf den Nutzen auf die Verschwendung. Gemeinsam mit André Breton und Roger Caillois rief er 1935 die anti-darwinistische, anti-faschistische Gruppe „Contre-Attaque“ ins Leben.

Wenn Roger Caillois ein allgemein-menschliches Kunstwollen auf die Natur und insbesondere die Insektenwelt projizierte, dann konnte sich ein solches Forschungsverfahren indes zur Not sogar auf Darwin berufen: Nachdem 1859 Darwins Hauptwerk „On the Origin of Species by means of Natural Selection“, erschienen war, hatten bereits Marx und Engels gewitzelt, der Autor habe dabei bloß das üble Verhalten der englischen Bourgeoisie auf die Tier- und Pflanzenwelt projiziert, wobei er sich auch noch von der Begrifflichkeit des ihnen besonders verhassten Nationalökonomen Malthus leiten ließ. Insofern war der „Darwinismus“ – spätestens seit seiner deutschen Popularisierung durch den Zoologen August Haeckel – immer auch und zugleich ein „Sozialdarwinismus“.

Kropotkin war um 1900 in seiner sehr viel ernsthafteren Darwin-Kritik noch einen russischen Schritt weitergegangen: In Russland war Darwin in sozialistischen Kreisen überaus populär geworden, weil es nach ihm kein begründetes Hochwohlgeboren mehr geben konnte, auch dass der Mensch vom Affen abstammen sollte, gefiel der russischen Linken, nichtsdestotrotz akzeptierten sie seinen Kerngedanken, das Konkurrenzprinzip, nicht, ebensowenig im übrigen wie die orthodoxe russische Kirche: Dies sei bloß englisches Insel- bzw. albernes Händlerdenken, hieß es. Und in der Tat hatte Darwin sein Evolutionsmodell erstmalig auf den Galapagosinseln umrissen, wo die Arten auf kleinstem Raum leben mußten. Ganz anders dagegen in Sibirien, das Kropotkin erforschte, und wo er eher auf Tiere und Pflanzen gestoßen war, die sich in der unendlichen Weite suchten, um gemeinsam leichter zu überleben.

„Bei Kropotkin finden wir geradezu paradigmatisch eine Art Umkehreffekt gegenüber dem damaligen Sozialdarwinismus,“ heißt es in einem Beitrag von Reinhard Mocek in einem Buch über Symbiosen „Evolution durch Kooperation und Integration“, das mit dem Wiederabdruck der Arbeiten der o.e. russischen Botaniker beginnt. Diese befassten sich neben der Flechte auch mit Orchideen, die, um im nährstoffarmen tropischen Regenwald zu überleben, gleich mehrere Symbiosen mit verschiedenen Kleinstlebewesen und Insekten eingehen – zur Nahrungsaufnahme sowie zur Fortpflanzung. Die französischen Philosophen Gilles Deleuze und Félix Guattari haben daraus 1972 ein ganzes postmodernes Beziehungs- und Organisationsmodell gemacht: „Werdet wie die Orchidee und die Wespe!“ Beide ähnelten sich optisch derart einander an, dass man hierbei von einer doppelten Mimese sprechen könnte. Womit sich die Frage, von wem ging sie aus, die im Falle einer giftlosen Schlange, welche sich einer giftigen im Aussehen angenähert hat, so einfach schien, erübrigt. Ebenso die Frage der stets artenübergreifenden Symbiose – wenn man auch die Menschen in viele Arten aufteilt: Mann und Frau, Schwarz und Weiß, Kopf- und Handarbeiter, Spät- und Frühaufsteher usw.. In der Beziehungsutopie von Deleuze und Guattari nähern diese „Arten“ sich im gemeinsamen Werden einander an.

Und dieses „Werden“ das gehört für die beiden französischen Philosophen “ immer einer anderen Ordnung als der der Abstammung an. Es kommt durch Bündnisse zustande…Werden besteht gewiß nicht darin, etwas nachzuahmen oder sich mit etwas zu identifizieren; es ist auch kein Regredieren-Progredieren mehr; es bedeutet nicht mehr, zu korrespondieren oder korrepondierende Beziehungen herzustellen; und es bedeutet auch nicht mehr, zu produzieren, eine Abstammung zu produzieren oder durch Abstammung zu produzieren. Werden ist ein Verb, das eine eigene Konsistenz hat; es läßt sich auf nichts zurückführen und führt uns weder dahin, ‚zu scheinen‘ noch ‚zu sein‘.“ Das Werden ist eine Vermehrung, die durch Ansteckung geschieht. So wie beim Vampir – der sich ja auch nicht fortpflanzt, sondern ansteckt. Zwischen der Orchidee und der Wespe findet eine artenübergreifende Ansteckung statt, die hinterrücks zur Vermehrung führt (wenigstens bei der Orchidee). Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Der Anarchist Fürst Peter Kropotkin hatte in seinem Buch über „Die gegenseitige Hilfe“ bereits vorausgesehen: Wenn man die Beobachtungsinstrumente verfeinert, werde man mit der Zeit im bis jetzt noch unsichtbaren Bereich noch viel mehr Symbiosen entdecken: Inzwischen ist es z.B. schon fast unumstritten, dass auch die „Kraftwerke“ in unseren Körperzellen – die Mitochondrien, die mithilfe des Sauerstoffs der Luft aus Nährstoffmolekülen chemische Energie produzieren, sowie die „Kraftwerke“ in den pflanzlichen Zellen: Chloroplasten, die das Sonnenlicht durch Photosynthese in nutzbare chemische Energie und Nährstoffe umwandeln – einmal als Bakterien dorthin gelangt sind. Statt sie zu verdauen, wurden sie integriert, wobei sie nach und nach ihre genetische Individualität verloren und zu Symbionten wurden – d.h. zu Organellen (Orgänchen). Nicht in einem Wirts-Gast-Verhältnis, sondern als Geber und Nehmer.

Die radikalsten Vertreter unter den Symbioseforschern gehen inzwischen so weit, alle komplexen Organismen als das Werk von symbiosesuchenden Bakterien zu begreifen, die auf diese Weise immer genug Nahrung zur Verfügung haben: z.B. die Kolibakterien in unserem Darm, ohne die wir nicht leben können – sie allerdings sehr wohl ohne uns. Die heutige Number-One-Symbioseforscherin, die US-Mikrobiologin Lynn Margulis kann sich daneben für einen noch umfassenderen, d.h. noch größeren Gedanken erwärmen – als Anhängerin der „Gaia-Hypothese“ des englischen Geophysiologen James Lovelock, die besagt, dass die gesamte Erde einschließlich ihrer Atmosphäre ein einziger meist auf Symbiose beruhender Organismus ist.

Vor einigen Jahren gab Lynn Margulis ein Buch über die (russische) Geschichte der Symbioseforschung – von der Biologiehistorikerin Lija Khachina heraus. Daraus geht hervor: „Im Verhältnis zur Selektionstheorie Darwins betrachtete Famincyn die Symbiogenesetheorie als eine wesentliche Ergänzung, während Mereschkowskij sie als Alternative verstanden wissen wollte.“ Dies schreiben die Herausgeber des o.e. Symbiosebuches. Am Ende findet sich dort aber auch noch ein selbstkritischer Ausblick – im Hinblick auf die anhaltende Symbioseforschung und -findung: „Zu viel einer guten Idee?“ betitelt. Die FAZ rezensierte das Buch desungeachtet geradezu überschwenglich – unter dem Titel „Erfolgreich leben durch Zusammenarbeit“. Wir sind hierbei jedoch wieder an den Anfang zurückgeworfen: als Genossenschaft oder als Zweierbeziehung? Partiell oder total? zeitweilig oder für immer?

„Im Laufe der Evolution wurden Gene des Endosymbionten in das Kern-Genom übernommen,“ heißt es im „Geleitwort“ des Kölner Molekularbiologen Lothar Jaenicke. Durch diese Form einer „friedlichen Übernahme“ entsteht eine Abhängigkeit (z.B. des Mitochonten von der ihn umgebenden Körperzelle), nichtsdestotrotz „ergänzen die miteinander lebenden Wesen sich“, meint Jaenicke, so dass „aus beiden Partnern mehr als ihre Summe wird, die wie in einer perfekten Ehe auf Dauer Eigenheiten ablegen und annehmen – bis das der Tod sie scheidet.“ Im klassischen Altertum soll „symbios“ bereits ein Wort für Ehegatte gewesen sein. Im längsten Text des Buches – über die Erforschung der Blaualgen – heißt es dazu ergänzend von Dieter Mollenhauer: „Irgendwie läßt sich immer feststellen, dass es den beiden prospektiven Symbiosepartnern nicht besonders gut gehen darf, wenn das Zusammenspiel erfolgreich etabliert werden soll.“ Außerdem versuchen sie, auch noch mit anderen Lebewesen zu kooperieren: So haben z.B. verschiedene Pilze und Amöben schon früher mit „Entocytobiosepartnern experimentiert und tun dies offenbar auch weiterhin“. Neben einer solchen „Untreue“ gibt es noch eine weitere Parallele zwischen diesen und menschlichen Symbiosen: „Die Grenzen zwischen Beute und Partner sind fließend,“ wie Eberhard Schnepf schreibt. Ähnlich hatte bereits der Sozialphilosoph Jean-Francois Lyotard 1974 in bezug auf die Ökonomie („libidinal“) festgestellt: „Aus Gegnern werden Partner!“

Mitte der Siebzigerjahre hielt Roland Barthes am Collège de France eine Vorlesung – unter dem Titel „Wie zusammen leben“. Mehrmals kam er dabei auch auf Fouriers utopische Genossenschaft zu sprechen: „Bei Fourier geht das Phantasma der Phalanstère paradoxerweise nicht mit der Abschaffung der Einsamkeit einher, sondern mit dem Vergnügen daran: ‚Ich liebe es, allein zu sein‘ [Das Phantasma als Ursprung von Kultur, als Erzeugung von Kräften, Differenzen]. Bei Fourier ist das Phantasma nicht Negation einer Negation, nicht das Gegenbild einer Frustration: Die eudämonistischen Visionen koexistieren, ohne einander zu widersprechen. [Eudämonismus – philosophische Lehre, die im Glück des Einzelnen oder der Gemeinschaft die Sinnerfüllung menschlichen Daseins sieht] Phantasma: absolut positives Szenario, welches das Positive des Begehrens ins Szene setzt, das nur Positives kennt. Mit anderen Worten, das Phantasma ist (offensichtlich!) nicht dialektisch. In der Phantasie allein leben wollen und zugleich, ohne Widerspruch dazu, zusammenleben wollen = unsere Vorlesung.

Immer noch zu Fourier: Die Utopie wurzelt in gewissen Bildern des Alltags. Je weiter der Alltag des Subjekts (auf sein Denken) durchschlägt, desto stärker (ausgefeilter) ist die Utopie: Fourier ist gegenüber Platon der bessere Utopist. Der Weg zur Utopie führt über das ‚Ausmalen von Einzelheiten‘. Worin bestand der Alltag Fouriers? Zwei Fourier-Kommentatoren (Armand und Maublanc) haben es deutlich gemacht – und ein dritter (Desroche) hat sich darüber mokiert (zu Unrecht natürlich): ‚Die Phalanstère ist das Privatparadies eines alten Mannes, der gewohnheitsmäßig Kaschemmen und Bordelle frequentiert‘. Kaschemmen, Bordelle, (oder damit assoziierte Orte): was für ein ausgezeichneter Stoff für Utopien!

Noch ein Beweis für die phantasmatische Kraft des Zusammenlebens: ‚harmonisch‘ zusammenleben,’gut‘ miteinander auskommen: Was gäbe es Faszinierenderes, was wäre beneidenswerter?: Paare, Gruppen, sogar (gelungene) Familien. Das ist der Mythos (das Trugbild?) im Reinzustand, der reine Romanstoff. (Es gäbe keine Familien, wenn es nicht auch ein paar gelungene gäbe!).“

Habe ich das richtig verstanden: Nicht Zweierbeziehung oder Genossenschaft – ist die Frage, sondern ob die eine wie die andere vom Phantasma beherrscht wird, zu „gelingen“, d.h. „harmonisch“ zu bleiben, zu sein oder wenigstens zu scheinen. Schon bei den nicht verdauten, sondern lebendig integrierten Einzellern, wie den Mythochondrien und Chloroplasten, die dann im Laufe der gemeinsamen Evolution immer mehr von ihrer Autonomie verloren (ähnlich wie unsere Haustiere und Nutzpflanzen), konnten die Symbioseforscher  nicht klären, ob es sich dabei um eine Form von „Versklavung“, ein quasi auf Vernunftgründen beruhenes Sich-Assoziieren oder ein Einverleiben handelte. Bei den Einzellern ebenso wie bei den Menschen ließ und läßt sich das schwer entscheiden: Zumal „heute, da einem inzwischen selbst die freiwilligen Handlungen aufgezwungen werden,“ wie Stanislaw Jerzy Lec klagte.

„Hinter jedem Zusammenschluß zu Genossenschaften steht gemeinhin die Not,“ da waren sich mindestens die deutschen Genossenschaftsbegründer Hermann Schulze-Delitsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen einig. Ähnliches gilt auch für die Zweierbeziehungen, mindestens wenn sie einer Not-wendigkeit gehorchen. Und oft genug gelingt es dem Paar gerade nicht, dass sie symbiotisch wie die Orchidee und die Wespe werden, sich also artübergreifend annähern, sondern ihre Stabilität aus dem Auseinanderstreben beziehen. In der Familienforschung gehört es zu den sicheren Erkenntnissen, dass diejenigen Paarbildungen am stabilsten sind, in denen beide den gleichen Grad an Unreife haben – aber entgegengesetzte Abwehrmechanismen.

Schieben wir die Entscheidung zwischen Sich-Einzeln-Durchschlagen und Gemeinsam-Kämpfen auf – bis zum Herbst 2008. Da findet im Berliner Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) ein Symposium darüber statt. Vom 31.10 bis 2.11. unter dem Titel „Kultur der Evolution – Evolution der Kultur“.

Als Referenten sind geladen: der Herausgeber des oben mehrmals erwähnten Symbiose-Buches Ekkehard Höxtermann; die US-Mikrobiologin litauischer Herkunft Lynn Margulis, der die internationale Symbioseforschung sehr viel verdankt; der österreichische Tierphilosoph Thomas Macho, der Schweizer Bakterien- und Viren-Forschungs-Historiker Philip Sarasin, die Autorin eines Buches über die russisch-sowjetische Avantgarde Margarete Vöhringer und der anti-darwinistisch aktive Kulturwissenschaftler Peter Berz. Aber auch der Prager Parasitenforscher Jaroslav Flegr – denn ist eine gute Symbiose nicht ein gegenseitiger Parasitismus?

Peter Berz, das sei noch hinzugefügt, wird über den sowjetischen Dichter Ossip Mandelstam referieren. Dieser machte 1930 mit seiner Frau Urlaub in Armenien. Dort lernte er in einer Teestube den Biologen Boris Kusin kennen, welcher ihn derart für den Lamarckismus, den man damals gelegentlich auch „Lamarxismus“ nannte, begeisterte, dass Mandelstam anschließend meinte: „Ich habe mein Schach auf die Biologie gesetzt“- und Texte über die Lektüre, den Stil von Darwin und Lamarck schrieb. Ähnlich wie Mandelstam, der dabei starb, wurde dann auch Boris Kusin nach Osten verbannt. Nach dem Krieg holte Iwan Panin Boris Kusin aus seiner kasachischen Verbannung. Der Polarforscher Panin war – als Nachfolger des Psychoanalyseoberhauptes der Sowjetunion Otto Julewitsch Schmidt – bis 1946 Leiter der Hauptverwaltung Nördlicher Seeweg gewesen, danach verwaltete er die limnologische Forschungsstation in Borok, an einem Wolga-Stausee im Oblast Jaroslawl gelegen, wo er Kusin zum wissenschaftlichen Leiter machte. Die Forschungsstation gehörte einst zum Gutsbesitz der Morosows. Ihr letztee Sprössling, Nikolai Alexandrowitsch Morosow, war ein Universalgelehrter und Revolutionär.Er hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts den Narodniki angeschlossen – und zwar der terroristischen Fraktion, woraufhin er 25 Jahre in zaristischer Festungshaft verbringen mußte. Nach der Revolution bekam Nikolai Alexandrowitsch seinen Gutsbesitz in Borok von den Bolschewiki zurück. Er machte daraus eine limnologische Forschungsstation, die später zur weltweit größten ihrer Art gedieh. 1946 starb Morosow und Panin baute sie zusammen mit Kusin weiter aus. Dort sowie am Moskauer Naturkundemuseum wird noch immer – Kusin eingedenk – lamarckistische Forschung betrieben. Die Symbioseforschung ist inzwischen weltweit durch. Lynn Margulis‘ Verdienst besteht u.a. darin, sie noch einmal mit dem „Lamarckismus“ verknüpft zu haben – wenn auch eher zaghaft.

Ich habe diese Biologie-Geschichte hier zusammengefasst, weil sie so ähnlich oder vielmehr analog auch in der Soziologiegeschichte, genauer gesagt: in der Genossenschaftsforschung ablief. Darüber ebenfalls ein kurzer Abriß:
(folgt später)

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kommentare

  • Lieber Höge,

    ich habe es heute endlich mal überprüft, nachdem ich es selbst schon einige Male falsch in Umlauf gesetzt habe. Das Zitat von Thatcher lautet: „There is no such thing as society. Ther are only men and women and families.“ Das ist etwas anderes als „only individuals“ und schon gar als die Variante, die ich mochte: „…no such thing as society, there are only individuals and markets“.
    Das Original-Zitat passt auch besser zu der Krämerstochter Thatcher, die sich an all das nicht mehr erinnern kann. Aber es ist – anders als ihre Praxis – kein Credo des Neoliberalismus, sondern eher Zeugnis der Illusionen des hilflosen Kleinbürgertums und der Schiefheit ansatzweise biologistischer Analogien. In dem Interview, in dem sie es gesagt hat, setzt sie, nicht anders als Ulrich Beck etwa, auf die Netzwerke der Zivilgesellschaft. Natürlich unter Umgehung der Eigentumsfrage.
    Im Übrigen – auch wenn das nicht hierher gehört: Lass uns mal ein Bier trinken….

  • Martina Heßler schreibt in ihrem Vortrag über „Die doppelte Unsichtbarkeit digitaler Bilder“:

    Wie Hans-Jörg Rheinberger zusammenfasste: „Die technischen Bedingungen determinieren die Wissensobjekte in doppelter Hinsicht: Sie bilden ihre Umgebung und lassen sie so erst als solche hervortreten, sie begrenzen sie aber auch und schränken sie ein.“

    Die materielle Kultur unterliegt nun seit den letzten Dekaden und verstärkt im letzten Jahrzehnt aufgrund des Einsatzes des Computers einem wesentlichen Wandel. Die Digitalisierung der Naturwissenschaften veränderte deren Labore: Computer, Bildgenerierungs- und Bildbearbeitungsprogramme sowie hoch auflösende Drucker gehören heute zur Grundausstattung wissenschaftlicher Arbeitsplätze.

    Mit der Digitalisierung wandelten sich daher auch die naturwissenschaftlichen Bilderwelten, die Praxen, die Regeln der Bildproduktion und dementsprechend die Bildprodukte selbst – nicht zuletzt entsteht hier die Frage nach ihrem Bildstatus.

  • Zum statistischen Charakter der Darwinschen „Evo“ und seinem „Händlerdenken“ stotterte ich dann noch dies zusammen:

    Nicht Darwins Beobachtungen und Korrespondenzen stehen zur
    Disposition, sondern das, was er daraus gemacht hat: Eine Mutation ist
    doch nur interessant, insofern sie sich durchsetzt – statistisch in der
    Art, diese Statistik sehe ich auch noch bei der innerartlichen
    Konkurrenz, die er unterstellt und im Resultat survival of the fittest nennt.

    Für mich alles analog dessen was Marx das Herausabstrahieren oder auch Reduzieren nennt, also der Abstraktionsvorgang, der aus einem
    Gebrauchwert einen Tauschwert macht, den man mit anderen in bezug auf seine Wertgröße in Vergleich bringen kann. „Die Bildung des Wertbegriffs muß man sich wie die Bildung eines Gattungsbegriffs vorstellen: Hegel hätte es als eine verständige Abstraktion bezeichnet,“ schreibt der Marxologe Helmut Reichelt.

    Unterhalb der Schafsarten kann man nur noch die Schafe zählen, sagt
    Foucault.

    Den Wert besitzen die toten Waren nur als „gesellschaftliche Beziehung
    (in gesellschaftlicher Beziehung)“. So besitzen die lebenden Organismen auch ihre Mutation – es ist ihr Artwert. Diese ganzen Bakterienforschungen im Labor – reine Statistikerei.

    Der Wissenschafts-, Biologie- und Gentechnik -Historiker Hans-Jörg Rheinberger erzählte unlängst, er hätte über zehn Jahre in einem Genlabor gearbeitet, das mit Bakterien arbeitete, ohne dass er sie einmal durch das Mikroskop näher beobachtet hätte.

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