In Rumänien herrscht (wegen der Chinesen?) chronischer Schrottmangel, so dass immer mehr Hausmeister bei ihrer Pollerproduktion auf Beton zurückgreifen (müssen). Dieser Hausmeister eines Mehrzweckgebäudes in Bukarest, in dem früher die Partei untergebracht war und nun u.a. eine Bank, hat sich für rechtwinklige Betonkästen entschieden, die seine Frau hernach mit Erde und Grassamen füllte, auch strich sie die Kästen weiß an. Im Gegensatz zu den Metallpollern müssen diese nun aber mindestens einmal täglich gegossen werden. Und das werden sie auch. Photo: Stefanie Peter
Archive for August 31st, 2008
Die gewerbliche Produktivgenossenschaft in Deutschland
Ein theoriegeschichtlicher Beitrag von Werner Kruck (aus: Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen, Bd. 43, 1993)
I. Vorbemerkung
Aufgrund der deutschen Wiedervereinigung wird die Genossenschaftstheorie aus zwei Richtungen erneut mit dem Thema »Produktivgenossenschaften« konfrontiert. Auf der einen Seite zeigt sich deutlich, daß ein wirtschaftlicher Umbau Ostdeutschlands, der sich einzig auf die Initiativkräfte der West-Unternehmen stützt, nur zögerlich zustande kommt[1]. Es gilt somit, das Spektrum möglicher einzel- und gruppenwirtschaftlicher Aktionsformen auf Selbsthilfe- und Innovationspotentiale hin zu prüfen, um zu einer funktionsfähigeren Aufbaukonzeption zu finden[2]. Gleichzeitig hat sich im Zuge der Vereinigung eine gesamtdeutsch veränderte Realität dadurch eingestellt, daß sich aus den Selbsterhaltungsbemühungen der ehemaligen Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) heraus, zwischenzeitig eine neue produktivgenossenschaftliche Infrastruktur gebildet hat[3]. Die früher quasi vernachlässigbare Anzahl westdeutscher Produktivgenossenschaften hat im Westen nur noch wenige Wissenschaftler zugunsten dieser Unternehmensform wirken lassen[4]. Im Einklang linker und rechter politischer Grundüberzeugungen wird überwiegend der… weiter lesen
Der Hausmeister dieses alten Gewerbekomplexes, Herr Kinkel, hat sich von der Beuys-Aktion zur documenta 7 “Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung – 7000 Eichen” (inklusive 7000 Basaltsäulen) inspirieren lassen. Der Stadtbaum stand schon da, wenn auch keine Eiche, die kleine Basaltsäule besorgte ihm sein Schwager, der – ebenfalls als Hausmeister – in einem Basaltwerk in der Rhön arbeitete. Und das Schöne: die Stadtverwaltung ließ es geschehen. “Sieht ja auch aus wie echte Kunst,” so Kinkel. Photo: Peter Grosse
“Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?”
(Hannah Arendt 1958)
Im Anschluß an den Berliner Kongreß “Solidarische Ökonomie” verfasste Werner Ruhoff eine Kritik an Genossenschaften, hier einige Auszüge daraus:
“Solidarische Ökonomie” im Kapitalismus – Genossenschaften ein Ansatz?
Das Thema Genossenschaft war als Querschnittsthema in vielen Bereichen enthalten: z.B. Gesundheit/Heilung, Sozialbetriebe, Wir-eGs statt Ich-AGs, Vergenossenschaftlichung privatisierter Bereiche (z.B. kommunale Wasserversorgung u.v.a.), Selbstverwaltung statt staatlicher Bürokratie;
Wie solidarisch sind Genossenschaften?
Dazu ein Rückblick: Genossenschaften wurden von Einigen als ein Lösungsansatz angesehen, die juristisch-ökonomische Trennung von Lohnarbeit und Kapital durch eine demokratisch verfasste Gruppeneigentumsform aufzuheben bzw. abzumildern, sprich Gleichheit (wie weit ?) und Solidarität innerhalb eines Betriebes herzustellen.
Hier greift m.E. der Einwand, dass bisher alle traditionellen Genossenschaften und auch die in den siebziger/achtziger Jahren gegründeten Alternativunternehmen sehr starken Anpassungszwängen von… weiter lesen

