Archive for Juni 13th, 2009

13.06.2009 von Helmut Höge
blogavatar

Sozialer Witz

von Helmut Höge

In diese Kategorie gehört die Hochstapelei, der Hochstapler. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. Der Memoiren erster Teil ist der Titel eines Romans von Thomas Mann, der in den Jahren 1909 bis 1911 entstand. Thomas Mann plante den Roman seit 1905. Angeregt hatten ihn die Memoiren des Hochstaplers und Betrügers Manolescu. Sie wurden 1929 unter dem Titel “Manolescu – der König der Hochstapler” verfilmt – und waren ein Bestseller.  Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten Manolescu zuvor allerdings den Ehrentitel  “Hochstapler”, der in der  Verbrecherhierarchie hoch angesehen war,  verweigert – und ihn als schnöden Dieb verurteilt.  Berliner Gerichtsgutachter hatten ihm “manischen Entartungswahnsinn” attestiert.

Mich regte nun die “Die New Economy und ihre formbildenden Kräfte” zu einer
Beschäftigung mit Hochstaplern an. Vor etwa einem Jahr ergab sich die Gelegenheit, darüber für eine Kunstzeitschrift zu schreiben, die die “Hochstapelei” zu ihrem Schwerpunktthema gewählt hatte. Ich weiß gar nicht, ob mein Text darin jemals… weiter lesen

13.06.2009 von Helmut Höge
blogavatar

Europa-Hausmeister

von Helmut Höge

So sah sich Deutschland lange Zeit – als Europa-Hausmeister. Thomas Mann verdammte seine  “Heimat” deswegen – von seinem kalifornischen Exil aus. Nach dem Krieg galt der Lübecker aus diesem Grund hier als “Jude” und “Vaterlandsverräter”. Die Kritik an dem Nobelpreisträger nahm noch zu, als Thomas Mann sich 1947 zurück nach Deutschland wagte. In der Berliner Zeitung hat Harald Jähner darüber heute einen langen Text veröffentlicht.

Der Schriftsteller Otto Flake (1) verteidigte Thomas Mann gegenüber sogar die Kriegsverbrechen als Opfergänge: “Der Deutsche war töricht genug,” schrieb er, “der modernen Welt die Gefahr vorzuleben, die ihr tatsächlich droht, die Maßlosigkeit nämlich, die auftritt, sobald man die Bindungen zerstört.” Die westlichen Nationen hätten den bloß “allzu beflissen” Deutschen “den Kloakendienst” überlassen, während sie selbst, “die Hände in den Hosentaschen, verächtlich zuschauten.”

Mit dem hausmeisterlichen “Kloakendienst” meinte Otto Flake die Vernichtung der Bolschewisten und Juden, die für die meisten Deutschen identisch waren. Flake nahm… weiter lesen