Archive for Oktober 15th, 2009

15.10.2009 von Helmut Höge
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Neuer Nomadismus und alter Heimweg

von Helmut Höge

Der Anarcho-Kramer-Verlag in Neukölln hat gerade mal wieder eine produktive Phase: Kürzlich veröffentlichte er ein Buch über die bedrohte Kartoffelsorte “Linda”, dann eins von Hakim Bey über “Piraten” und jetzt eine Aufsatzsammlung über “Heimat, Heimweh und Heimsuchung”, in Vorbereitung ist ferner ein Buch von Bernd Kramer und Clemens de Wroblewsky (Wirt des Raucher-”Café Jenseits”) über bzw. gegen das “Rauchverbot”.

Am “Heimsuchungs”-Reader mußte ich mich mit einem Text beteiligen. Karsten Krampitz hatte über mich vermittelt zwei Texte für die taz geschrieben, die jedoch von den Holz-Redakteuren nicht weggedruckt wurden, daraufhin war ich quasi in seiner Schuld. Er schrieb mir:

Lieber Helmut,

hab ich dir eigentlich erzählt, wie meine Freunde mich nennen? DBK – Daumenbrecherkarsten. Womit wir beim Thema wären: Du wolltest die erste Rate deiner Schuld begleichen, für unsere Anthologie “Heimat, Heimweh, Heimsuchung”, die ich die Freude und große Ehre habe, gemeinsam mit Heiko Werning im Karin Kramer Verlag herauszugeben.

Wann… weiter lesen

15.10.2009 von Helmut Höge
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Im Lokal sitzen und global denken

von Helmut Höge

So könnte man vielleicht meine derzeitige Herbstbefindlichkeit beschreiben. Eigentlich hätte ich viel zu tun, stattdessen hänge ich sozusagen am taz-blog ab – und dabei fallen mir immer neue Eintragungen ein. Obwohl der blogwart meint, zwei am Tag sei schwachsinnig und ich müsse vor allem mehr verlinken. Das eine hat allerdings mit dem anderen nichts zu tun.

Eben rief jemand an und wollte Näheres zum Eintrag über Dr.Dirlewanger wissen – da rächte sich mal wieder meine Schlampigkeit im Umgang mit den Quellen: Ich konnte ihm erst mal nicht weiterhelfen.

Dann erfuhr ich, dass Antonia Herrscher jetzt einen eigenen blog hat “wieneulich”, hoffentlich kann ich ihre Pollerphotos in Zukunft von dort mir kopieren.

Im Café Jenseits am Heinrichplatz erzählte man mir die Geschichte einer gerade erfolgten Straßenumbenennung, da sollte ich was drüber schreiben, riet man mir. Das schaffte ich dann grad noch:

“Alle umzubenennen ist unbezahlbar!” (Helmut Kohl)

Nun nimmt auch… weiter lesen

15.10.2009 von Helmut Höge
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Elinor OstRom!

von Helmut Höge

Der Träger des alternativen Friedensnobelpreises Johan Galtung erklärte uns einmal: "Die ‘Gegenseitige Hilfe’ ist, wie ich das sehe, das Normale. Das ist so normal, dass man es manchmal nicht sieht. Kropotkin hat das Offenbare und Normale gesagt, und Darwin hat einige Einzelfälle herausgeholt und daraus das ‘Typische’ gemacht".  Dies läßt sich auch auf die berühmte 1968 in "Science" veröffentlichte Studie von Garrett Hardin "The Tragedy of Allmende" münzen.

Nach Hardin geht jede Genossenschaft bzw. auf Gemeinschaftseigentum basierende Wirtschaftsweise früher oder später "im Egoismus ihrer Teilnehmer" zugrunde. Im Neodarwinismus gipfelte diese Ansicht dann 1976 in dem Pamphlet "Das egoistische Gen" des englischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins, das tausende von Gentechniker und Gehirnforscher "inspirierte". Auf Hardin bezogen sich aber in der Folgezeit auch mindestens ebensoviele Kritiker des Genossenschafts- und Gemeinschaftseigentums – wenn sie stattdessen für Privatisierung bzw. Privatbesitz votierten.

Anhand vieler Beispiele hat die US-Wirtschaftswissenschaftlerin Elinor Ostrom noch einmal die teilweise jahrhundertelange Stabilität… weiter lesen