05.11.2009 von Helmut Höge

Ich wollt vorher noch was sagen!
15.Mai (1966)
Heute habe ich meinen Schreibtisch im Büro des Bremer Tierparks, der dem Inder George Munro gehört, bezogen. Ich soll für ihn übersetzen und seiner Frau helfen, die Korrespondenz zu erledigen. Das ist zwar nicht genau das, was ich mir früher immer vorgestellt hatte – damals wollte ich später Zoologie zu studieren und dann in der Serengeti z.B. arbeiten, aber ich bin umgeben von Großtieren. Das ist schon mal was.
1.Juni
Die tägliche Arbeitsbesprechung findet im Bungalow der Familie Munro statt, wo wir bei Country-Musik morgens zusammen frühstücken. Die drei Kinder gehen danach zur Schule und wir anderen drei durch den Park ins Büro.
4. Juni
Die zwei älteren Töchter spielen nachmittags immer mit einigen ihrer Klassenkameraden auf dem Zoogelände. Wenn ich irgendetwas dort erledigen muß, hilft mir manchmal Jennifer, die jüngere der beiden. Sie kennt sich gut mit Tieren aus,… weiter lesen
05.11.2009 von Helmut Höge

Jetzt zeig mal, dass du ein richtiger Bauer bist!
20. November 1989
Sabine Vogel und ich sind heute bereits um 9 Uhr früh in Richtung Potsdam losgefahren. Kurz hinter Babelsberg fragten wir einen Traktoristen, der auf einem riesigen Feld alleine pflügte, nach dem Weg zur nächsten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Er schickte uns nach Saarmund, wo es zwei LPGen gab: eine für Tier- und eine für Pflanzenproduktion. Letztere besaß eine eigene Tankstelle und der Tankwart zeigte uns den Weg zum Verwaltungsgebäude der LPG “Florian Geyer – Tierproduktion”. Dort landeten wir schon bald am t-förmigen Konferenztisch des Vorsitzenden. Nach einer ca. einstündigen Diskussion (“Was haltet ihr von der Wiedervereinigung?”) wurde zwischen uns und dem Vorsitzenden Kärgel sowie seiner Kadeleiterin Elke und dem Produktionsleiter Schmidt (genannt “der Lange”) ein “Potsdamer Abkommen” geschlossen: die LPG würde sich in den nächsten Tagen beim Rat des Kreises, Abteilung “Arbeit und Löhne” (Frau Noack) um… weiter lesen
05.11.2009 von Helmut Höge

Das ist meiner, der große dunkle Koi da! Den hat mein Vater hier im Frühjahr ausgesetzt, weil er zu groß für unseren kleinen Gartenteich wurde.
Ein Rundgang durchs Aquarium
Seit 1913 gibt es in Bremerhaven das sogenannte “Nordsee-Aquarium”, an das 1928 die “Tiergrotten” gebaut wurden. Das Aquarium arbeitet, um seinen Fischbestand immer wieder aufzufüllen, mit dem Bremerhavener “Institut für Meeeresforschung” zusammen, das 1986 in das “Polarforschungsinstitut” integriert wurde. Die Lebendfische für das “Nordsee-Aquarium” kommen außerdem auch noch von der “Bundesforschungsanstalt für Fischerei”, zu der das in Bremerhaven stationierte Forschungsschiff “Anton Dohrn” gehört, das jedoch stillgelegt werden soll. Das “Nordsee-Aquarium” wird seit über 20 Jahren von Werner Marwedel betreut. Nebenbei war er noch lange Zeit Mitglied im Verein der Bremerhavener Aquarienfreunde. Zu Hause besitzt er keine Aquarien, aber gelegentlich übernimmt er im Verein den “Aquariums-Notdienst”. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit, während wir von Becken zu Becken… weiter lesen
05.11.2009 von Helmut Höge

Das ist doch eine hessische Birke, oder?
15. Januar. (1979)
Wir sind eingeschneit und sitzen in dem Bauernhaus, das Heike sich zusammen mit einigen Freunden zu einem kleinen Tagungshaus ausgebaut hat. Das Dorf ist jedoch groß genug, um uns mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen, so daß wir uns keine Sorgen machen, sondern ruhig bleiben und uns weiter darauf konzentrieren, Zukunftspläne zu schmieden. Ich will immer noch oder schon wieder weg und Heike weiß nicht so recht, von meiner Landwirtschaftsleidenschaft ist sie nur mäßig begeistert. Schließlich eine Art Kompromiß: Wir suchen uns einen Wohnwagen, den wir ausbauen und kaufen einen Traktor als Zugmaschine, mit dem ich mich unterwegs bei den Bauern nützlich machen kann. Auch eine Art von “Landwirtschaftsmaschine”, wenn auch nicht mehr so klein. Das Pferd und den Esel lassen wir erst einmal in Italien, bewegen uns jedoch in ihre Richtung – Süden.
18.Januar
Wir haben einen Schaustellerwagen gefunden… weiter lesen
05.11.2009 von Helmut Höge

Wir sind hier nicht in Italien. Das ist griechisch. Kuck!
17.Mai (1978)
Pfingsten ging es los, vorher mußte ich noch einen Pferdeanhänger besorgen. Und eigentlich hätte ich für das Pferd und den Esel vorher noch irgendwelche wichtigen Zollformalitäten und Veterinär-Gutachten einholen müssen. Einen Anlauf machte ich und holte den Tierarzt. Der kam auch und meinte, für die notwendige Unbedenklichkeitsbescheinigung müßte den beiden Tiere Blut abgenommen werden, das er untersuchen müsse. Beim Esel war das kein Problem, aber wir fingen beim Pferd an – und das ließ wie üblich keinen Mann im Kittel an sich heran. Wir kämpften eine Weile – der Tierarzt, das Pferd und ich, gaben dann aber auf, den Esel ließen wir ungeschoren. Und ich hoffte, dass ich das Problem schon irgendwie an der Grenze, am Brennerpaß, lösen würde. Während einer Pause auf der Fahrt dorthin ließ ich in Bayern das Pferd und den Esel… weiter lesen
05.11.2009 von Helmut Höge
Fortsetzung Tagebuch

Von da müssen sie gleich kommen! Nein, von hier, ich seh sie bereits.
8. Dezember
Pünktlich um neun Uhr kam Dirk. Er brachte noch Werner – seinen Schwager und Pinki, seinen Treckerfahrer – mit. Sie mußten sich gleich an die Arbeit machen und mithelfen, die Strohballen vor die Laufställe in der Scheune aufzustapeln. Um 14 Uhr sollte die Kommission kommen, aber wir waren lange vorher fertig. Bevor wir anfingen, war Hans doch noch etwas nervös geworden. Gegen Mittag fuhren wir los. Leinchen hatte wider Erwarten keine großen Zicken gemacht und war ruhig in den Anhänger gestiegen. Allerdings hatte sie dann die ersten hundert Kilometer doch Angst und war völlig durchgeschwitzt. Ich war wegen ihr nervös und ließ Werner, den Fahrer, ein paar Mal unterwegs anhalten. Dann über die Rheinbrücke bei Köln. Das war nichts Großartiges mehr, nichts Triumphierendes, wie damals noch mit Leinchen auf der… weiter lesen
05.11.2009 von Helmut Höge

Mach auch das Victory-Zeichen für den Longnose, der will uns photographieren.
Über Misthaufen-Gespenster, -Philosophen und Bauernträumer (ein Einschub)
Das Wort “Misthaufengespenst” erfand einmal ein Kind auf einem Steglitzer Spielplatz im Streit mit einem anderen: Die beiden hatten zusammen gespielt und plötzlich angefangen, sich zu beschimpfen, wobei sie nach immer verletzenderen Worten suchten: “Du Idiot, du Pisser, du Kacker…usw. Schließlich holte eines der Kinder zum entscheidenden Schlag aus: “Du, du, du….Misthaufengespenst!” Da war das andere baff und sagte nichts mehr. Das zweite Schimpfwort stammt aus Bernardo Bertoluccis großartigem Film “1900″ – ein Bauernepos, das die Klassenkämpfe in der Po-Ebene bis zum Sieg des Faschismus thematisiert. Es kommt darin zu einem Streit zwischen zwei Brüdern, die in der Landwirtschaft arbeiten: Der eine ist Gutsverwalter und schließt sich der faschistischen Bewegung an, der andere ist Kommunist. Er wird irgendwann von seinem Bruder als “Misthaufenphilosoph” abgetan.
Und dann gibt es auch… weiter lesen