Geschichte der O.
Bis in die Siebzigerjahre gab es in Kreuzberg 36 nur zwei Restaurants: die “Stiege” und das “Samira” – jeweils am einen und am anderen Ende des Amüsierabschnitts der Oranienstraße gelegen. Die Oranienstraße wird oft nur kurz “O” genannt, vor allem von den mit Becksflaschen in der Hand Rumlaufenden, weswegen ein amerikanischer Amüsierkonzern seine neue Vergnügungshalle auf der anderen Spreeseite jetzt auch “O2″ (“-World”) nannte. Die “Stiege” und das “Samira” gehörten und gehören den palästinensischen Brüdern Seoud. Nachdem wir jahrzehntelang dort eingekehrt waren, baten wir Mahmoud Seoud um ein Interview.
Claudia Basrawi/Helmut Höge: Was hat sich verändert in all den Jahren in Kreuzberg?
Mahmoud Seoud: Viel, aber der Kiez ist noch da. “S.O. 36 bleibt!” wie es heißt. Dass sich McDonald’s hierher gewagt hat, finden wir allerdings unglaublich. In unseren Lokalen haben wir eine Menge Stammgäste seit der Wende verloren, dafür kommen nun vor allem spanische Touristen,… weiter lesen
