Das traditionelle Wir-Gefühl anrühren…
Am kommenden Wochenende diskutieren einige Berliner Kollektive über das Kollektive, d.h. über das Wir – ob es der Menschenliebe dienlich ist. Und zwar in der “Meuterei” (Reichenberger Str. 58) und im “about blank” (Markgrafendamm 24c), mit dem üblichen Drumherum: laute Musik und alkoholhaltige Erfrischungsgetränke.
Für Sigmund Freud war die Liebe ambivalent. Zunächst begriff er die erfüllte Liebesbeziehung als ein “wirkungsvolles Mittel gegen das Unbehagen in der Kultur”, da nur ein solches Wir imstande sei, ein ozeanisches Gefühl befriedigten Narzißmus hervorzurufen. Weil jedoch nichts verletzender ist als der Bruch einer Liebesbeziehung, nahm er wieder Abstand von dieser schönen Vorstellung – und damit auch vom “ozeanischen Gefühl” als etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. An die Stelle der ambivalenten Verschmelzung zum Wir trat die öde Balance des Ichs – zwischen Nähe und Distanz.
Ähnlich diskutiert der somalische Schriftsteller Nuruddin Farah noch heute dieses Problem: In… weiter lesen
