Archive for März, 2012

26.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus – Cluster-Metastasen

von Helmut Höge

Cluster 1

Das Gegenteil von einer Kairo-Virusinfektion sind Cluster-Metastasen

Das anglo-amerikanische Wort “cluster” wird von Wikipedia mit „Traube“, „Bündel“, „Schwarm“, „Haufen“ übersetzt. Über “Schwärme” gibt es mittlerweile im Deutschen zig Diplom- und Doktorarbeiten, sogar einen Bestseller. Über den “Haufen” dagegen nur ein paar abfällige Bemerkungen – u.a. von Mao tse tung: in bezug auf das vorrevolutionäre China und seine Völker sprach er von einem “Haufen Sandkörner”. Neuerdings wird die Clusterbildung von oben forciert – wobei die Initiatoren (Politiker und Unternehmer/Investoren) von Public-Private-Partnership (PPP) sprechen.

Gegenüber PPP und Cluster-Bildung hatte sich beizeiten bereits der der Ethnologe Claude Lévy-Strauss für ein Denken und Planen auf “authentischem Niveau” ausgesprochen: Weil diese Gesellschaft die Individuen auf auswechselbare Atome reduziere und sie zugunsten des Profits zentraler, anonymer Gewalten enteigne, dürfe man gerade jetzt nicht mehr das “Niveau des Authentischen” verlassen. Und dieses existiere nur in “konkreten Beziehungen zwischen Einzelnen: Auf authentischem Niveau liegt z.B.… weiter lesen

21.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 142

von Helmut Höge

“Ich will aus meiner Mördergrube kein Herzchen machen.” (Max Hoelz)

 

Aus Syrien meldete dpa gestern:

Einen Tag nach den heftigen Gefechten in der Hauptstadt Damaskus haben Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten erneut die Protesthochburgen Syriens unter Beschuss genommen. Dabei seien am Dienstag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, die meisten in Al-Rastan und dem Al-Chalidija-Viertel in Homs, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Auch in der Provinz Hama habe es Angriffe der Armee von Präsident Baschar al-Assad gegeben.

Damaskus, wo sich am Vortag in einem Nobelviertel Rebellen und Assad-Soldaten Kämpfe geliefert hatten, war am Dienstag massiv abgesichert. Meldungen aus Syriensind wegen der vom Regime erhobenen Medienblockade von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf auch der Opposition in einem offenen Brief an den Syrischen Nationalrat (SNC) und anderen Aktivisten schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Dazu gehörten Entführungen, Inhaftierungen und Folter… weiter lesen

07.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 141

von Helmut Höge

Mehringhof (1)

Im Babylon Mitte fand am 17.2., am Tag der lybischen Befreiungsfeier, eine ungewöhnliche  Veranstaltung statt: Gezeigt wurde ein Film der Fernsehjournalistin Nicole Nagel: “Win or Die: Voices Of The Libyan Revolution”. Die Regisseurin war auf eigene Rechnung während der Kämpfe gegen das Gaddafi-Regime nach Benghasi geflogen, hatte dort etliche Rebellen interviewt und war dann mit ihnen gen Tripoli gezogen, wobei sie mitunter der Front sehr nahe gekommen war. In der Diskussion nach dem Film bezeichnete sie sich als Adrenalin-Junkie. Der Kinosaal war fast zur Hälfte mit Exil-Libyern gefüllt, von denen nicht wenige in den Kämpfen verwundet worden waren. Sie kamen in Rollstühlen und auf Krücken. Ob des erfolgten Sieges der Rebellen waren sie jedoch ausgesprochen guter Laune, zumal der Film von Nicole Nagel die Siegesstimmung bereits zeigte. Eins ums andere Mal wiederholte das libysche Publikum im Kinosaal die im Film geäußerten Parolen und Forderungen, was aus der… weiter lesen

01.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 140

von Helmut Höge

Poller nützen – Poller schützen. Photo: Peter Loyd Grosse

“Kunst-Revolte” – eine tagelange Veranstaltung

Das Problem bei all den Veranstaltungen, die jetzt über und zu den “Arabischen Aufständen”, der “Arabellion” oder dem “Arabischen Frühling” stattfinden, ist: Die Referenten – westliche Arabienexperten, -kenner und arabische Intellektuelle – sind immer noch “optimistisch”: Zumindest ihre – persönliche – “Freiheit” und ihr Wirkkreis hat sich infolge der arabischen Revolten erheblich erweitert. Die ägyptische Filmemacherin Amal Ramsis sagte es im Berliner “Instituto Cervantes” auf der Eröffnungsveranstaltung einer “arabischen Frauenfilmreihe” so: “Es sind viele Dinge in Kairo erreicht worden. Die Revolution hat uns [Filmemacherinnen] einen Dienst erweisen. Jetzt wollen alle unsere Filme, die vor 2011 gedreht wurden, sehen. Ich habe an 15 Festivals über den Arabischen Frühling teilgenommen, überall wurden die Filme gezeigt.”

Dabei ist sich Amal Ramsis im Klaren, dass “die Konterrevolution gesiegt hat” – mindestens in ihrem Land, und dass diese – die… weiter lesen