Archive for Oktober, 2012

30.10.2012 von Helmut Höge
blogavatar

Kampf der Glühbirnen-Prohibition

von Helmut Höge

Dr. Sabine Vogel – schraubt eine verbotene Glühbirne ein:

 

 

Der erste Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith war sich bereits sicher: “Geschäftsleute des gleichen Gewerbes kommen selten zusammen, ohne dass das Gespräch in einer Verschwörung gegen die Öffentlichkeit endet…” Diese Verschwörung, so sich sich organisiert, nennt man “Kartell” – ein Wort aus dem Duellwesen.

1924 gründete eine Handvoll  Elektrokonzerne ein internationales Kartell namens “Phoebus”, in dem sie u.a. ihre Preise absprachen, mit einer “Kriegskasse” die Konkurrenz bekämpften, die  Weltmärkte unter sich aufteilten, und die Brenndauer von Glühbirnen auf 1000 Stunden reduzierten. Kartellmitglieder, die  langlebigere produzierten, mußten Strafgebühren zahlen. Im Hinblick auf die Werbung fasste das Kartell 1929 folgenden Beschluss: “Die Propaganda soll dahin gehen, dass der Eindruck entsteht, es gäbe eine Konkurrenz zwischen den Lampen-Fabriken.” Und “Die Wahl der Mittel bleibt jedem Mitglied vorbehalten, da es wünschenswert erscheint, dass keine Einheitlichkeit nach außen besteht.”

Noch vor der Gründung des Elektrokartells… weiter lesen

15.10.2012 von Helmut Höge
blogavatar

Aus den Bezirken

von Helmut Höge

Hannah stellt – für den Fotozirkel Hohenschönhausen posierend – die entscheidene Frage

 

“Der Kommunismus ist jetzt ortlos. Er hat keinen Ort mehr, ist nicht mehr lokalisierbar, d.h. er ist ein Virus, wir wissen alle, wie gefährlich Viren sind. Und diesen Virus wird man nicht mehr los. Man wird die Frage nicht mehr los, die der Kommunismus gestellt hat, oder die Marx gestellt hat.” (Heiner Müller)

Konkret auf die Ostdeutschen bezogen lieferten Jana Hensel und Susanne Kailitz gerade – im Freitag-Heft vom 27.9. – einen ausführlichen Befund über deren erzwungene Doppelexistenz: “Born in the GDR” betitelt. Danach werden immer mehr von ihnen erst einmal psychisch krank.  Es fehlt also bloß noch ein aufklärerischer Funke, um “Aus der Krankheit eine Waffe [zu] machen!”

Der DDR-Dichter Volker Braun hat dazu bereits drei Prosatexte veröffentlicht: 1996 “Die vier Werkzeugmacher”; darin geht es um die Arbeiteraristokratie, die in der DDR entstand und die… weiter lesen

09.10.2012 von Helmut Höge
blogavatar

Gehörlosen- bzw. Gebärdensprache (unfertig)

von Helmut Höge

Poller in Weissenfels/Sachsen-Anhalt

 

Es geht mir hierbei um die historische Bedingtheit der natur-wissenschaftlichen/-philosophischen Begriffe, um konkretes und abstraktes Denken – d.h. um abstrakte Begriffe, die nicht der Anschauung entstammen. Es ist eine Vorarbeit dazu. (0)

 

Bezüglich der Sprache der Gehörlosen hat sich in Europa und in den USA ein Streit entwickelt. Historisch ist dieser Streit als Methodenstreit bekanntgeworden, weil er vorrangig unter dem Aspekt der anzuwendenden pädagogischen Methodik gesehen wurde. Die auditiv-verbale US-Methode war lautsprachlich orientiert, die “französische” Methode benutzte dagegen die Gebärdensprache.Es gab und gibt Anstrengungen, die Gebärdensprachen gesetzlich zu verankern. In Schweden wurde die dortige Schwedische Gebärdensprache bereits 1981 als Minderheitensprache anerkannt. Auch Uganda hat schon vor 2000 dessen Gebärdensprache verfassungsrechtlich bestätigt. Seit dem 27. Februar 2005 ist im Schweizer Kanton Zürich verfassungsmäßig anerkannt, dass die Gebärdensprache auch zur Sprachenfreiheit gehört. Das österreichische Parlament nahm im Juli 2005 die Gebärdensprache als anerkannte Minderheitensprache in dieweiter lesen