Über Lebensverlegenheiten im Zoo

Der Zoo in Almaty/Kasachstan

Im Zoo leiden die Tiere für das Vergnügen der Menschen,“ zu diesem Schluß kommt der Psychologe und Tierrechtler Colin Goldner in einem zookritischen Artikel der Basler Zeitung. Ansonsten ist die Zoo-Berichterstattung der deutschsprachigen Presse fast durchweg Zoo-Reklame – die dabei meistens auch noch hemmungslos die Tiere vermenschlicht: Sie sind alle zufrieden, um nicht zu sagen glücklich hinter Gittern, in ihrer neuen Heimat – und kriegen laufend süße Babys. Zu dieser Behauptung findet man im Internet eine ausführliche Presseanalyse – festgemacht an der Berichterstattung über den Zoo Dresden – von der „Tierrechtsgruppe Dresden“.

Die postsowjetische Presse ist kritischer, man wünschte sich das auch von der Hauptstadtpresse, denn auch hier läuft beim Ostberliner Tierpark genug Seltsames. Eine Ausnahme ist der Schriftsteller Martin Kluger: Er veröffentlichte 2002 einen Roman „Abwesende Tiere“, in dem er auf über 1000 Seiten das hintergründige Treiben im Westberliner Zoo schilderte. Sowie der Sachbuchautor Jan Mohnhaupt mit seiner Geschichte des Westberliner Zoos und des Ostberliner Tierparks im Kalten Krieg: „Der Zoo der Anderen“ (2017).

Die folgende Chronik über ein Wirtschaftsjahr im Zoo Almaty (aus verschiedenen kasachischen Medien – übersetzt von der Redaktion der Zoopresseschau)) beginnt am 5.November 2015 – mit einem geschenkten Diagnosegerät für den Zoo, und endet mit der Vorstellung des neuen Zoodirektors am Jahresende 2016 und seinen ersten Interviews 2017. Man lese also von hinten nach vorne, wenn man der Chronik folgen will. Auffallend ist, wie oft etwas zuerst im Internet veröffentlicht wurde – und dann von den anderen Medien gleichsam rematerialisiert wird.

Dieser Eintrag ist im Grunde eine Fortsetzung der drei vorangegangenen blog-einträge, wobei im letzten schon von Schneeleoparden (Irbisse) die Rede war, um die es auch im Zoo Almaty immer wieder geht. Daneben sind dort noch die kasachischen Saiga-Antilopen ein wiederkehrendes Thema, zumal sie gerade massenhaft an einer seltsamen Epidemie sterben. Bis zur Auflösung der Sowjetunion gab es Zuchtprogramme und die Tiere waren ganzjährig geschützt, so entstand wieder eine große Population, aber dann wurden sie in wenigen Jahren bis fast zum Aussterben bejagt, sowohl von Armuts- als auch von Reichtumswilderern. Die ehemalige Hauptstadt Alma-Ata (Großvater Apfel) wurde 1993 in Almaty (Äpfelchen) umbenannt, der Zoo wurde 1937 eröffnet.

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Kasachstans neue Haupstadt „Astana“ (Hauptstädtchen): „Zwischen Schneeleopard und Expo“ (Photo: freenet.de). Fast 1000 Kilometer nördlich von Almaty in der Steppe gelegen, wo keiner hinziehen wollte. Seit 2015 entsteht dort auch ein Zoo. 2017 findet in Astana die Expo statt.

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27. Febr. 2017: Neuer Direktor des Zoos Almaty: Es ist alles viel schlimmer als ich dachte
Vor kurzem nahm Jershan Jerkinbajew die Zügel der Verwaltung des Zoos in seine Hände. Er ist Abgeordneter des Maslichats der Stadt, ehemaliger Direktor des Ski-Kurorts „Schymbulak“ und des Hochgebirgssportkomplexes „Medeu“. In einem Interview mit dem Korrespondenten von Tengrinews.kz sprach er über die wichtigsten Probleme des Zoos Almaty, erklärte er die Gründe für Misserfolge in der Vergangenheit, antwortete auf die Frage nach dem Tod von Tieren und teilte Pläne mit. […]
TENGRINEWS: Was sind die Hauptprobleme des Zoos Almaty jetzt?
Je. Jerkinbajew: Das Hauptproblem ist die veraltete materiell-technische Basis. Die Bedingungen der Tierhaltung entsprechen nicht den modernen Anforderungen, nahezu alle Expositionen und Winterhäuser der Tiere, Inkubator, veterinärmedizinischer Teil, das Verwaltungsgebäude sind abgenutzt und baufällig, ganz zu schweigen von ihrem ästhetischen Anblick. Natürlich ist es unter solchen Bedingungen für die Tiere, um es gelinde auszudrücken, nicht angenehm zu leben, und für die Mitarbeiter zu arbeiten. Dies wirkt sich negativ aus auf die richtige Führung der Sammlung, als Folge kommt es nicht zu kompletten Paaren, es entsteht ein Überschuss, es kommt zu unzulässigen Kreuzungen (Inzucht) und Krankheiten.
TENGRINEWS: In den vergangenen Jahren wurde über die Rekonstruktion des Zoos diskutiert. In welchem Stadium seiner Realisierung befindet sich dieses Projekt jetzt?
Je. Jerkinbajew: Bis heute gibt es einen Masterplan für die Rekonstruktion des Zoos Almaty, der von dem anerkannten Spezialisten in diesem Bereich, dem deutschen Architekten Peter Rasbach entworfen wurde. Dieser Plan beinhaltet eine komplette Veränderung des bestehenden Zoos mit dem Übergang von einem taxonomischen System – bei dem Tiere nach bestimmten Artgruppen aufgeteilt sind – zu einem Kontinentalsystem, bei dem die Expositionen nach zoogeografischen Gesichtspunkten, nach Kontinenten, angeordnet sind. Die Arbeit Rasbachs ist sehr professionell gemacht und die Realisierung des Plans wird den Zoo Almaty auf das gegenwärtige Niveau bekannter Zoos der Welt heben. Darüber hinaus ermöglicht es unserem Zoo, ein vollwertiges Mitglied des internationalen „Clubs“ der Zusammenarbeit und des Austausches von Tieren zu werden. […]
TENGRINEWS: Was den äußeren Anblick des Objekts betrifft – das ist klar. Aber was die Menschen vor allem bewegt, ist der Tierbestand des Almatyer Zoos. Sagen Sie, welche Tiere befinden sich jetzt in der Risikozone?
Je. Jerkinbajew: Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Es hängt davon ab, was Risikozone genannt wird, ob es Krankheit ist, welche Diagnose es gibt und welches Stadium, ob es das Alter, dann wie alt und so weiter. Ich denke, es ist besser, diese Frage mit einigen Zahlen zu beantworten. Heute sind aufgrund ihres Alters und Gesundheitszustands der Kategorie „Ausmerzung“ 194 Tiere zugehörig. 81 Exemplare sind Produkte von Inzucht – das sind Tiere mit schwach ausgeprägter Immunität und sie können an künftiger Fortpflanzung nicht teilnehmen. 438 Tiere sind überschüssig und werden entweder getauscht oder verkauft. Zurzeit gibt es bei uns keine Tiere, die sich in einem schwierigen oder kritischen Zustand befinden.
TENGRINEWS: Nichtsdestotrotz nannten Kritiker das vergangene Jahr das „tödlichste“ für den Zoo. In den Medien erschienen nicht selten Informationen über den Tod von Tieren. Wenn man es nach der internen Statistik objektiv einschätzt, wie ist die Situation wirklich?
Je. Jerkinbajew: Glaubt man der Statistik, die im Zoo geführt wird, war das vergangene Jahr nicht das „tödlichste“. Ein solches war das Jahr 2011, als 273 Tiere starben. Im Jahr 2012 starben 144 Tiere, im Jahr 2013 waren es 167, im Jahr 2014 verendeten 136, im Jahr 2015 starben 82 und im Jahr 2016 verendeten 88 Tiere – nach den Angaben der Buchführung und der Dokumente über die Sterblichkeit. Doch hier möchte ich bemerken, dass es völlig falsch ist, die Situation nur nach der Sterblichkeits-Statistik des Zoos zu beurteilen. Ich halte auch für möglich, dass in verschiedenen Jahren die Zähl-Methodik unterschiedlich sein kann. Allein die Fische kann man nach verschiedenen Methoden zählen, und in den letzten Jahren wurden sie beim Zählen der Todesfälle überhaupt nicht berücksichtigt. Ich möchte noch einmal auf die Tatsache verweisen, dass ein großer Teil des Tierbestands in unserem Zoo physiologisch veraltet und das Sterben älterer Tiere unabwendbar ist, wie es mit allen Lebewesen auf dieser Welt geschieht. Das muss man nicht zu Skandalen aufbauschen, in allem sollten Objektivität und gesunder Menschenvertand sein. Darüber hinaus wird die zahlenmäßige Größe der Zoo-Sammlung nicht nur von der Sterblichkeit beeinflusst, sondern auch vom Zuwachs und der Richtigkeit der Komplettierung der Sammlung und vielen anderen Faktoren. Zum Beispiel wurde irgendwann die Entscheidung getroffen, verstärkt an einer Verbesserung der Statistik des Tierbestands zu arbeiten. Infolgedessen wurde Inzucht zugelassen und heute haben wir eine große Anzahl von Inzucht-Ergebnissen, das ist ein Verstoß gegen die Regeln.
TENGRINEWS: Klar. Aber ist in nächster Zeit geplant, die Sammlung des Zoos mit neuen Tieren zu vervollständigen? Welche Schwierigkeiten gibt es in diesem Zusammenhang?
Je. Jerkinbajew: Im Moment haben wir eine umfangreiche Arbeit zur Inventarisierung und Analyse der zoologischen Sammlung des Tierparks abgeschlossen. Im Ergebnis wissen wir, dass wir 310 Arten und 2.781 Tiere haben. Viele Tierarten erfordern eine Komplettierung, notwendig ist aber auch der Erwerb neuer Arten. Wir sind gerade dabei, diese Arbeit wiederaufzunehmen, doch es laufen bereits einige Verhandlungen mit ausländischen Kollegen, und bald hoffen wir, von Partnern im Austauschprogramm neue wertvolle Tierarten zu bekommen.
TENGRINEWS: Man darf nicht unerwähnt lassen, dass früher der Zoo Almaty nicht immer den Herausforderungen einer Krisenkommunikation gewachsen war. Welche Schritte sehen Sie, um das Image des Zoos wiederherzustellen?
Je. Jerkinbajew: Erstens, welche Situation auch entstehen und was auch geschehen sollte, wir sind dafür, die Dinge bei ihrem Namen zu nennen und offen auch sowohl die Schwierigkeiten, als auch die Projekte mit der interessierten Öffentlichkeit zu diskutieren. Dafür bereiten wir sowohl Internet-Mittel vor, als auch einen Platz, an dem man sich regelmäßig treffen und unterhalten könnte. Zweitens, für mich persönlich macht es keinen Sinn, Fragen auszuweichen. Selbst dann, wenn ich mich im Arbeitszimmer einschließe und alle Telefone abstelle, bin ich sehr leicht anzutreffen im öffentlichen Empfangsbüro der Partei „Nur Otan“ oder auf Treffen mit der Bevölkerung, weil ich auch noch Abgeordneter des Maslichats der Stadt bin, und der Zoo übrigens sich in meinem Wahlkreis befindet. Deshalb bin ich in meiner Tätigkeit verpflichtet, mit dem Volk zu sein und auf seine Fragen zu antworten, einschließlich der die Tätigkeit des Zoos Almaty betreffenden. Ich glaube daran, dass die Informationstransparenz und das Einbeziehen der Öffentlichkeit in die Erörterung des Lebens des Zoos der wichtigste Schlüssel sind für das Vermeiden falscher Gerüchte und Konflikte. Hauptsache, der Platz des Dialogs verwandelt sich nicht in einen bequemen Ort für Dummschwätzer. Destruktive Kommunikation brauchen wir nicht.
TENGRINEWS: In den Jahren 2012-13 kam es zur Gründung eines Kuratoriums des Zoos aus dem Kreis prominenter Geschäftsleute der Stadt. Dann wurde 2014 ein Aufsichtsrat gegründet. Hat er Ihrer Meinung nach irgendeinen Nutzen gebracht?
Je. Jerkinbajew: Das Kuratorium gründete sich für die Erörterung der Rekonstruktion des Zoos Almaty und bestand aus Vertretern von Geschäftsleuten und Mäzenen, welche diese Idee unterstützten. Später war die Idee der Rekonstruktion bewachsen mit verschiedenen Auslegungen über die Privatisierung des Zoos, über seinen Verkauf, seiner Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, seine Übergabe in private Treuhandverwaltung usw. In einem bestimmten Moment geriet diese Diskussion außer Kontrolle. Einen Punkt setzte der Akim der Stadt, indem er eindeutig erklärte, dass der Zoo Eigentum der Stadt ist und sich unter ihrer Verwaltung befinden wird. Später gründeten sich weitere Räte, ihre Zusammensetzungen wechselten, verschiedene Vorschläge wurden gemacht, darunter auch nützliche, doch eine Sache ist es, Ratschläge zu erteilen, eine andere, eine konkrete Sache zum Wohl der Tiere zu tun. Ich denke, wenn über die Gründung des nächsten Rates entschieden wird, werde ich darauf bestehen, dass in diesen Rat Leute aufgenommen werden, die konkrete Vorschläge und Lösungen haben, die orientiert sind auf die Entwicklung unseres zoologischen Parks.
TENGRINEWS: Lassen Sie uns über den finanziellen Teil der Frage reden. Werden sich mit Ihrer Ankunft die Eintrittspreise in den Zoo verändern? Wie hoch ist das Jahresbudget des Zoos und wodurch wird es gebildet? Insbesondere, welchen Anteil haben daran die Eintrittspreise?
Je. Jerkinbajew: Die Eintrittskarte kostet 700 Tenge für einen erwachsenen Besucher und 200 Tenge für ein Kind. Wir meinen, dass dieser Preis sehr erschwinglich ist, eine Erhöhung ist nicht geplant. Zum Gespräch über die Erhöhung des Eintrittspreises wird man zurückkehren können nicht vor der Verwirklichung der umfassenden Umgestaltung des Zoos. Das Jahresbudget des Zoos im Jahr 2016 betrug etwa 800 Millionen Tenge, von denen 500 Millionen staatliche Fördergelder sind, 300 eigene betriebliche Einnahmen. In der Struktur der betrieblichen Einnahmen sind Einnahmen durch den Verkauf von Eintrittskarten 260 Millionen Tenge, der Rest stammt aus dem Verkauf von Tieren und Mieteinnahmen.
TENGRINEWS: Wie groß ist der Umfang von Investitionen, der notwendig ist für eine vollwertige Rekonstruktion des Zoos? Welche Pläne haben Sie, um Mittel zu beschaffen?
Je. Jerkinbajew: Das Investitionsvolumen für die Rekonstruktion wird bekannt sein nach der Erarbeitung der Kostenvoranschlagsdokumentation für das Projekt und diese Phase liegt noch vor uns, aber es kann schon gesagt werden, dass es um Milliarden Tenge gehen wird. […]
TENGRINEWS: Und zum Abschluss, was meinen Sie, wie viel Zeit wird nötig sein, um alle Vorhaben, Pläne und Anpassungen des Zoos Almaty in gebührender, moderner Art zu realisieren?
Je. Jerkinbajew: Ich denke, wenn wir alle gemeinsam systematisch und hart daran arbeiten, werden wir in 7 Jahren einen schönen modernen Zoo bekommen, doch die Rekonstruktion soll schrittweise in Fragmenten verlaufen, damit die Menschen immer den Park besuchen können, einschließlich während der Rekonstruktion. (Das Gespräch führte Wladimir Prokopenko)

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Schneeleopard

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24. Febr. 2017: Im leidgeprüften Zoo Almaty begann man die Tiere ordnungsgemäß zu füttern
Den Pfleglingen des Zoos Almaty wird eine leuchtende Zukunft versprochen! Der neue Direktor der Einrichtung zweifelt nicht daran, dass sie kommt. Der Zoo befand sich im Zentrum eines Skandals nach dem Tod von Tieren. Allein im vergangenen Jahr starben dort eine Giraffe, eine Tigerin und ein Gepard, Tierschützer vermissen die Schneeleoparden, übermittelt KTK. Jershan Jerkinbajew, Direktor des Zoos Almaty: Tatsächlich gibt es viele Schwierigkeiten. Und sogar mehr, als ich bisher dachte. Erstens ist der Tierbestand in Vielem veraltet, an die 200 Tiere sind schon sehr alt. Zweitens, die Bedingungen ihrer Haltung. Der Zoo wurde schon vor langer Zeit errichtet, seitdem hat sich wenig verändert. Im Zoo werden verschwinden Kioske mit Imbiss und Getränken, auch die Karussells für Kinder. Wie der neue Chef meint, sollen es im Zoo die Tiere komfortabel haben, nicht die Menschen. Jershan Jerkinbajew, Direktor des Zoos Almaty: Wenn gesagt wird, dass auf dem Gelände des Zoos Amüsement für Kinder sein soll, ebenso Restaurants und Cafés, auch Hüpfburgen und Zirkusse, bin ich damit nicht einverstanden. Der Zoo ist erstens ein Ort für Tiere und dann schon eine Ausstellung für Menschen. Vorerst rühmt sich die neue Leitung nur ihrer grandiosen Pläne. Dem Wort soll schon bald die Tat folgen. Alle diese Arbeiten sind im Wesentlichen darauf gerichtet, Fehler zu beseitigen, d.h. dann wird der Zoo Almaty allen Normen entsprechen. Allgemein gesagt, plant die Leitung des Zoos, alle Käfige wegzuräumen und diesen Ort in einen Lebensraum zu verwandeln. Dafür werden ungefähr sieben Jahre benötigt. (Aigerit Buchtajewa)

 

20. Febr. 2017: Akim von Almaty: Zoo wird nicht in private Hände gegeben
Der Akim Almatys, Baúyrshan Baibek, teilte mit, dass dem Almatyer Zoo genügend Mittel zur Verfügung gestellt werden, er wird nicht in Privathände gegeben.

 

16. Febr. 2017: Der neue Leiter des Zoos verzichtete auf Dienstleistungen von Döneranbietern
Weder Kioske noch der Verkauf von Dönern, weder Eis noch Kaffee weder Zuckerwatte noch Hüpfburgen seien nötig, erklärte Jershan Jerkinbajew kategorisch. (Amina Dshalilowa)

 

16. Febr. 2017: Neuer Leiter des Zoos Almaty: Ich brauche nicht „Hinz und Kunz“ und keine Döner
Der ehemalige Generaldirektor von „Schymbulak“, Jershan Jerkinbajew, Ende des vergangenen Jahres zum Direktor des Zoos Almaty ernannt, erteilte auf seiner Seite in Instagramm allen bekannten und unbekannten Bittstellern eine entschiedene Abfuhr, die ihn überreden wollten, „Dönerbuden“ hinzustellen oder „Hinz und Kunz“ einzustellen. Jerkinbajew beabsichtigt, eine einheitliche Konzeption zu erarbeiten für alle Organisationen, die im Bereich des Zoos arbeiten. Die Hauptsache sei, dass dies nicht dem Leben der Tiere schadet.


28. Dez. 2016: Neuer Direktor im Zoo Almaty
Jershan Jerkinbajew, der zum neuen Direktor des Almatyer Zoos ernannt wurde, ist dafür bekannt, dass er einige Großprojekte auf ein neues Niveau hob. Darunter waren Hotelkomplexe und der Wintersportkomplex „Medeu“. Außerdem ist er bis heute unabhängiger Direktor der internationalen britischen Schule Haileybury in Kasachstan. Im vergangenen Jahr starben im Almatyer Zoo 20 Pfleglinge. Unter ihnen die junge Giraffe Melman, die Gepardin Tschita, Siamang Lola. Auf ein großes Echo stieß im Mai die Geschichte mit dem Sterben der Amurtigerin Kuralai, welche längere Zeit krank war. Damals empfand die Öffentlichkeit sehr schmerzlich das Vorgefallene, in sozialen Netzwerken und Foren wimmelte es von empörten Kommentaren. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die Verstöße in der Arbeit des Almatyer Zoos aufdeckte. In das Geschehen mischte sich auch die Partei „Nur Otan“ ein, deren Stadtfiliale Stadtoberhaupt (Akim) Baúyrshan Baibek leitet. Dieser wies an, Maßnahmen zur Verbesserung der Tätigkeit des Zoos zu ergreifen. Auf die Frage von „Liter“, welche konkreten Schritte die neue Führung in diese Richtung zu gehen beabsichtigt, wurde im Pressedienst des Zoos geantwortet, der neue Direktor sei noch nicht bereit, auf die gestellten Fragen zu antworten, weil er sich jetzt erst in der Einarbeitungsphase in die neue Funktion befindet. Jerkinbajew besitzt zwei Hochschulabschlüsse – einen juristischen und einen ökonomischen, er beherrscht fließend Kasachisch, Russisch, Englisch und Türkisch. Ob ihm seine reiche Berufserfahrung helfen wird, den Zoo Almaty auf ein neues Niveau zu bringen, wird die Zeit zeigen. (Malika Rustem, Almaty)

 

23. Dez. 2016: Ex-Chef von „Schymbulak“ wurde Direktor des Zoos Almaty
Jershan Jerkinbajew wurde zum neuen Direktor des Zoos Almaty ernannt. Er beendete im Jahr 2002 die Kasachstanische Staatliche Juristische Akademie in Almaty. In den Jahren 2003-2005 wurden unter Jerkinbajews Leitung Großprojekte für den Start der Hotelkomplexe „Mariott Aktau Hotel“, „Mariott Atyrau Hotel“, „Mariott Executive Apartments Atyrau“ verwirklicht. Jerkinbajew erwarb sich große Verdienste in der Entwicklung des Einreisetourismus in der Republik Kasachstan, mehrmals vertrat er Kasachstan auf internationalen Tourismusmessen in Berlin, London, Madrid. Jerkinbajew erwarb 2005 einen Hochschulabschluss als Ökonom an der Fakultät „Finanzen und Kredit“ der Wirtschaftsuniversität Almaty, in der Spezialrichtung „Bankwesen“. In der Zeit von 2005 bis 2007 arbeitete er als Direktor der Projektentwicklungsabteilung des Unternehmens „Capital Partners“, im Jahr 2007 wurde er Geschäftsführer und übernahm die Gesamtleitung der Tätigkeit der Unternehmensgruppe „Capital Partners“, und er wurde ernannt zum Leiter der Abteilung Internationale Projekte im Bereich des Bildungswesens. Auf diesem Posten arbeitend, beschäftigte er sich mit der Entwicklung der zwei ersten internationalen britischen Schulen Haileybury UK in Kasachstan und ist bis heute unabhängiger Direktor dieser Schulen. Im Jahr 2009 wurde Jerkinbajew zum Generaldirektor des Wintersportgebiets „Schymbulak“ ernannt. Im Jahr 2013 wurde von der Leitung der Stadt beschlossen, den Wintersportkomplex Medeo (Medeu) in treuhänderische Verwaltung unter Leitung von Jershan Jerkinbajew zu übertragen. Im Ergebnis gelang es in den vergangenen zwei Jahren das Objekt soweit zu bringen, dass es sich selbst trägt und so die Belastung des Staatshaushalts beträchtlich verringert, es gelang auch die in der postsowjetischen Zeit verlorengegangene Kultur des Massen-Schlittschuhlaufens zurückzuholen. Jerkinbajew spricht fließend Kasachisch, Russisch, Englisch und Türkisch. Er ist verheiratet, erzieht einen Sohn und eine Tochter.

 

8. Dez. 2016: Tierschützer sind beunruhigt über Zustand von Eisbär Alkor
Almaty. Kazakhstan Today. Kasachstans einziger Eisbär, Alkor, wurde gestern 27 Jahre alt. Nach Almaty kam er noch in den 1990er Jahren im Austausch aus Kaliningrad. Anläßlich seines Geburtstages wurde er mit Fisch und Gemüse bewirtet, dieses zu probieren machte dem Bären aber große Probleme, da er schon einige Monate nicht gesund ist. Das Tier fühle sich mehr oder weniger normal. Am Kopf habe es eine Beule, sie sei auch schon im Frühjahr dort gewesen, doch jetzt sei die Beule bedeckt. Und die Zähne? Was soll’s, das Tier ist alt, kommentierte der Leiter des Reviers für Raubtiere und Säugetiere des Zoos Almaty, Adil Kanapin. Im Zoo behauptet man, das Tier sei in einem ausgezeichneten Zustand und es gebe keinen Grund zur Beunruhigung. Die Spezialisten weigern sich auch, ihn in eine Tierklinik einzuliefern, Aktivisten sprachen mehrfach davon und eingeladene Spezialisten aus dem Ausland. Besonders beunruhig ist man auch über den Gesundheitszustand weiterer drei Gruppen von Tieren im Zoo Almaty. Hilfe brauchen Wölfe, Elefanten und Tiger. In Berlin würde man um die Tiere kämpfen, die ein Krebsgeschwür im letzten Stadium haben. Und sie würden geheilt werden, sagt Tierschützerin Kotenko. Doch in Kasachstan sage man, es werde nicht behandelt – was ist hier los? Es sei das einfachste, einen Arzt zu rufen und das Tier einzuschläfern. Dabei brauchte man ihm nur die Zähne plombieren und es würde noch lange leben. Der Bär sei nicht alt! Sogar mit 27 sei er noch fähig, Nachwuchs zu zeugen.

 

6. Dez. 2016: Einziger Eisbär Kasachstans wird 27
Almaty. Er wurde 1989 im Zoo Kaliningrad geboren und kam 1990 nach Almaty. Er hatte auch ein Weibchen namens Kristina, das übrigens auch 30 Jahre alt wurde. Ein ausgezeichnetes Ergebnis, wenn man das Klima Mittelasiens berücksichtige, heißt es im Pressedienst des Zoos Almaty. (Dinara Balymbetowa)

 

25. Nov. 2016: Im Gebiet Almaty fallen Wölfe Hausvieh an
Einwohner der Dörfer und Siedlungen des Gebiets Almaty klagen über die wilden Tiere, die über ihr Vieh herfallen. Allein in einer Nacht rissen Wölfe vier Kühe des Farmers Akikat Okas. Nachts werde das Vieh jetzt in den Stall getrieben. Die Fenster habe man dort vernagelt, man habe Angst vor den Wölfen. Man wollte ja einen Lautsprecher kaufen, um mit Lärm die Räuber abzuschrecken. Doch noch wisse man nicht, wo und wie man einen kaufen kann, sagt Farmer Akikat Okas. Seit Beginn des Jahres haben Jäger 460 Wölfe abgeschossen.
Aber das reicht nicht, anscheinend bestätigt sich hier wieder einmal die „Schwache Dörfer starke Wölfe“-Theorie.

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24. Nov. 2016: Ehemaliger Finanzminister der Republik Kasachstan schlug vor, Zoo Almaty zu schließen
Doch Experten kritisieren diese Idee. Ex-Minister Sejnulla Kakimshanow schrieb auf seiner Facebookseite, Zoos müssten geschlossen werden statt darum zu streiten, wer sie leiten soll. Den Kindern ungesunde Tiere in Gefangenschaft zu zeigen, in engen Käfigen – das sei nicht die beste Form der Erziehung der Kinder und ihres Verhältnisses zur Welt. Man möge als erster in der Welt den Zoo schließen, die Welt werde sehen, dass Almaty nicht so zurückgeblieben sei. Die Tiere sollten in eine natürliche Umgebung oder in ihre Herkunftsgebiete gelassen werden. Angetan haben es ihm die Reservate in Südafrika, dort war er einige Mal. Die Eintragung rief eine stürmische Diskussion hervor. Der Ex-Minister hatte Unterstützer, andere jedoch sprachen erneut davon, dass im Falle einer Schließung des Zoos Almaty sein Gelände einfach mit Hochhäusern und Handelszentren bebaut werde. Doch es gab auch jene, die nicht ohne Grund die Frage stellten, was denn mit den Tieren werde, welche die ganze Zeit in Gefangenschaft gelebt hatten. Die meisten Tiere hätten einfach ihre Instinkte verloren und würden in der Wildnis nicht überleben. Nach Meinung von Angelina Kotenko könne man Zoos nur dann schließen, wenn die Menschen aufhören, Territorien zu bewohnen, die den Tieren gehören, und wieder in Höhlen leben werden. (Aleksandr Miroglow)

 

16. Nov. 2016: Zoo Almaty zog mehrere-Millionen-Tenge-Klage gegen Blogger zurück
Die Geschichte mit der Klage des Zoos Almaty vor Gericht gegen zwei Blogger (Volontäre) fand ein glimpfliches Ende. Beide Seiten setzten sich an den „Verhandlungstisch“ und kamen zu der Schlussfolgerung, dass ihre Interessen in der Tat übereinstimmen und man für das Wohl der Tiere handeln muss. Wie Ende Oktober mitgeteilt wurde, hatte der Zoo Almaty Klage eingereicht gegen Volontäre, in einigen Medien werden die jungen Frauen als Blogger bezeichnet. Sie veröffentlichten Einträge, in denen sie den Zoo eine „Zoohölle“ nannten, die Mitarbeiter „Abdecker“. Solche Veröffentlichungen beschädigen das Image des Zoos, erklärte damals Pressesekretär Tochtar Alijew. Die Summe des Schadens hatte er auf je 17 Millionen Tenge [48549 Euro] beziffert.

 

16. Nov. 2016: Unternehmer sammelten 100.000 Euro zur Unterstützung des Zoos Almaty
Der bekannte Unternehmer Kairat Kudaibergen, der dieser Tage die Patenschaft über die Riesenseeadler übernahm, rief seine Freunde auf, seinem Beispiel zu folgen und die noch fehlende Summe für den Erwerb des Masterplans zur Rekonstruktion des Zoos Almaty zu sammeln. Das deutsche Architektenbüro habe einen neuen einzigartigen Master-Entwicklungsplan auf dem Niveau europäischer Zoos bereits erarbeitet. Der Masterplan koste 150.000 Euro, davon sind von der Stiftung für die Unterstützung der Tiere schon 50.000 Euro bezahlt. Kairat Kudaibergen wird sich bald zusammen mit Vertretern der Verwaltung des Zoos auf die Reise zu Peter Rasbach begeben, um die verbleibende Summe für den Masterplan zu zahlen, der laut Vertrag 150.000 Euro kostet, und die Endvariante des Planes nach Almaty holen. Der Masterplan, der einen neunzigprozentigen Umbau des Stadtzoos vorsah, war vom Akimat der Stadt vor zwei Jahren in Auftrag gegeben worden. Doch die Arbeiten zur Rekonstruktion wurden bisher noch nicht begonnen, weil Mittel für die vollständige Bezahlung des Masterplans fehlten.

 

10. Nov. 2016: Zoo Almaty blieb ohne Leiter

Der Zoo Almaty blieb ohne Leiter. Kanat Karimow habe freiwillig den Direktorensessel freigemacht, berichtet ein Fernsehkanal. Im Verlaufe des Jahres wurde der Zoo mehrfach von Skandalen erschüttert wegen des Sterbens von Tieren. Zuerst habe man dort den Tod von Schneeleoparden verschwiegen, dann sei eine Tigerin schwer erkrankt. Vor kurzem habe der Zoo eine Giraffe und einen Geparden verloren. Karimow habe behauptet, dass die Sterblichkeit unter den Tieren im Zoo die übliche Rate sei. Doch er sei überzeugt: wenn noch ein Tier stirbt (was unvermeidlich ist), werde er erneut beschuldigt. Mehr Klatsch rund um die Einrichtung und seine Person wollte Karimow nicht dulden. Deshalb beschloss er zurückzutreten, heißt es in einer Mitteilung.

 

9. Nov. 2016: Kanat Karimow tritt als Direktor des Zoos Almaty zurück
Seinen Rücktritt erklärte er auf einem Briefing in Almaty. Vor Mitarbeitern des Zoos und Vertretern der Presse berichtete Kanat Karimow über die im Zoo geleistete Arbeit. Er bemerkte, dass die Mitarbeiter mehr Gehalt bekommen, Ausrüstung gekauft wurde. Auch wurde der komplexe Maßnahmeplan 2016-2017 bestätigt, in dem vorgesehen ist, eine Tierklinik zu bauen, sie mit Geräten auszustatten, Spezialisten heranzuziehen. Es sei viel getan worden, es bleibe noch mehr Arbeit im Rahmen des komplexen Planes. Aber die Situation im Informationsraum sei aus dem Rahmen gefallen. Was er auch getan habe als Leiter des Zoos, es gebe sowieso nur diesen Medienrummel rund um den Zoo wegen der Tiere, die sterben, weil sie lebende Wesen seien und die unguten Verhältnisse werden noch angespannter. Weil das mit ihm persönlich zusammenhänge, habe er beschlossen, als Direktor des Zoos zurückzutreten. Er danke den Kollegen für die geleistete Arbeit und wünsche dem neuen Leiter Erfolg. Kanat Karimow arbeitete etwa ein Jahr als Direktor des Zoos Almaty. Die Öffentlichkeit hatte besonders der Tod von sechs Schneeleoparden [manchmal war in der Presse von acht die Rede] beunruhigt, die in den Jahren 2008-2014 starben. Vor kurzem starb ein Gepard, der sechs Jahre alt war, aber auch eine Giraffe. Wie schon früher im Akimat Almatys mitgeteilt wurde, wird, da der Zoo schon veraltet ist in Organisation des Geländes und der Tierhaltung, gegenwärtig der Entwurf einer Planungsdokumentation vorbereitet im Zusammenhang mit der Notwendigkeit der Umgestaltung des Zoos. Der Entwurf wird erarbeitet unter Berücksichtigung der Erfahrungen des Berliner und des New Yorker Zoos.

 

9. Nov. 2016: Direktor des Zoos Almaty tritt nach Skandalen zurück

In der vergangenen Woche sagte Kanat Karimow während einer Sitzung des Aufsichtsrats des Zoos, dass 6 vorhergehende Leiter des Zoos Almaty gezwungen wurden, ihren Posten zu verlassen. Ursache dafür war die negative Informationskampagne. Zu den Ergebnissen der Arbeit des Zoos Almaty in den neun Monaten des laufenden Jahres führte Karimow an, es seien eine Reihe von Fragen gelöst worden, die im Verlaufe vieler Jahre standen. Neue Gehege seien gebaut worden, es wurden 80 Überwachungskameras angebracht zu den existierenden 39. Einige Schulungsseminare wurden durchgeführt, zu denen ausländische Spezialisten eingeladen wurden. Das Gehalt der Mitarbeiter wurde erhöht. Zum ersten Mal wurde begonnen, medizinische Geräte zu kaufen. Im Zoo leben heute 372 Tierarten. Es gebe einen Entwicklungsplan des Zoos für 2017. Karat Karimow übernahm die Stelle des Direktors im Zoo Almaty im vorigen Jahr. Ebenso lange arbeitete auch sein Vorgänger Komek Almenbajew.

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Einer der drei Schneeleoparden im Berliner Tierpark

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7. Nov. 2016: Reitschule auf der Grundlage des Zoos Almaty
Im Zoo Almaty wurde eine Reitschule feierlich eröffnet. Hier können Kinder und alle, die es möchten, das Reiten erlernen. Es gibt spezielle Abonnements, ein Monatsabonnement kostet 15.000 Tenge [ca. 42 Euro]. Für Kinder mit Behinderungen gibt es eine kostenlose Hippotherapie. (Aigul Muchambetowa)

 

6. Nov. 2016: Nursultan Nasarbajew zu Staatsbesuch in Tokio/Schneeleopard als Symbol Kasachstans
Die Beziehungen Kasachstans zu Japan werden von Jahr zu Jahr fester, das Staatsoberhaupt flog bereits zum vierten Mal nach Tokio, der erste Besuch fand vor 22 Jahren statt. Der erste Besuch Nasarbajews in Japan im Jahr 1994 blieb den Japanern als Geste des guten Willens in Erinnerung: der erste Präsident Kasachstans überreichte Japans Premierminister Hosokawa ein „Buch des Gedenkens“, in dem aufgezählt waren die Nachnamen der japanischen Kriegsgefangenen, die in Kasachstan gestorben waren. Der zweite Besuch Nasarbajews in Japan fand 1999 statt, damals überreichte das Staatsoberhaupt ein großzügiges Geschenk: ein Schneeleopard, das Symbol Kasachstans, wurde neuer Bewohner des Zoos in Tokio. Dafür schenkten die Japaner zehn Jahre später dem Zoo Almaty die Tochter des Schneeleoparden Schyngys, das Jungtier Maija. (Julija Petrenko)

 

5. Nov. 2016: Direktor des Zoos Almaty sagt, wer die Tiere ruiniert
Der Direktor des Zoos Almaty dementiert das Massensterben von Tieren, meldet Fernsehkanal KTK. Die Mitteilungen über den qualvollen Tod von Tieren verbreiten angeblich Leute, die ihm übel gesinnt. Mit dem Zoodirektor zu reden gelang auf der Sitzung des Aufsichtsrates. Bis dahin hatte Karimow einige Monate lang Journalisten Interviews verweigert. Die Leidenschaften um den Zoo entfachten sich vor einem halben Jahr. Erst verschwieg man dort den Tod von Schneeleoparden, dann erkrankte eine Tigerin an Lungenentzündung. Zuletzt starb eine Giraffe, das geschah vor zwei Wochen. Vor dem Aufsichtsrat sprach Karimow auch über die weitere Entwicklung des Zoos. Zu den Zielen gehören die Erhöhung der Einnahmen bis auf 500 Millionen Tenge im Jahr und der Besucherzahl bis auf 700.000 Gäste. Die Sterblichkeit unter den Tieren soll auf 5% gesenkt werden. Im vorigen Jahr soll sie, so Karimow, 5,5% betragen haben und von einem Massentiersterben kann keine Rede sein. Karimow nannte das eine Informationskampagne gegen ihn. Vor ihm seien so bereits sechs Direktoren gezwungen worden, ihren Posten zu verlassen, weil in den sozialen Netzwerken, im Fernsehen gegen ihn aufgetreten wurde, der Tod von Tieren wurde als solche Tragödie dargestellt, hinausgestreut wurden solche kompromittierenden Materialien usw. usf. „Die Sterblichkeit ist in unserem Zoo nicht niedriger und nicht höher als in vielen Zoos, wenn nicht der Welt, so doch der ehemaligen Sowjetunion“, sagte Zoodirektor Kanat Karimow.

 

4. Nov. 2016: Im Akimat Almatys kommentierte man das Sterben der Tiere im Zoo und sprach von dort bevorstehenden Veränderungen
Almatys Akimstellvertreter Arman Kyrykbajew kommentierte die Situation rund um das Tiersterben im städtischen Zoo. Was den Rummel um den Zoo betreffe, so sei hier, wie es immer heißt, die Wahrheit immer irgendwo in der Mitte. Zu sagen, es vollziehe sich ein nicht erklärbares Massensterben von Tieren – das sei sicher nicht die Wahrheit. Die Tiersterblichkeit im Zoo Almaty sei heute niedriger als im Moskauer Zoo, erklärte Kyrykbajew.

 

4. Nov. 2016: Akimstellvertreter Almatys: Stimmungsmache um Zoo Almaty aufgebauscht, es gibt kein Massensterben von Tieren
Die Tiersterblichkeit im Zoo Almaty sei viel niedriger als z.B. im Moskauer und im Charkiwer Zoo. Oder auch im Mykolajiwer Zoo. Dort betrage die Sterblichkeitsrate 8% des gesamten Tierbestands, im Zoo Almaty sind es 5,3%. Wenn man insgesamt von den Problemen des Zoos Almaty spreche, dann müsse man drei hervorheben: die Alterung des Tierbestands, die sich aus verschiedenen Gründen vollzieht, u.a. aus finanziellen; unvollständige Paare [Einzeltiere], was auch die Sterblichkeitsrate beeinflusst und Überschuss bei einigen Tierarten. (Tamara Waal)

 

1. Nov. 2016: Abgeordneter des Maslichats wandte sich an Baibek mit Anfrage wegen Zoo
Der Abgeordnete des Maslichats der Stadt und Chefredakteur der Zeitung
Central Asia Monitor Bigeldy Gabdullin wandte sich mit einer Anfrage an den Akim Almatys, Baúyrshan Baibek, in der er Fragen stellte zur Situation im Zoo. Es entstünden immer mehr Fragen rund um den Zoo Almaty, beginnt Gabdullin, deshalb habe er sich entschieden, als Abgeordneter des Maslichats, Baibek darüber zu informieren, was in dieser Einrichtung vor sich gehe. Soweit bekannt wurde, starben im Zoo in den letzten vier Jahren (2013-2016) 1.400 Tiere. Ein großer Teil davon (etwa 1.000) waren Fische. Ein Massensterben unter den Fischen, nach den Dokumenten zu urteilen, gab es 2013. Damals sei nicht Kanat Karimow Direktor gewesen, sondern Aúeschan Abdrachimow, der jetzt die finanzwirtschaftliche Abteilung im Apparat des Akims der Stadt Almaty leite. Und Ursache für das Fischsterben sei meist Flossen- oder Kiemenfäule gewesen. Rechnet man die toten Fische ab, so starben im Zoo Almaty 400 Tiere in 4 Jahren, also im Durchschnitt 100 Tiere pro Jahr. Gabdullin meint, man müsse einen Experten konsultieren, ob das wirklich so viel sei, wie es scheine oder ob das eine mittlere Zahl sei. Welche Sterblichkeit sei in den Zoos der Welt überhaupt die Norm und bei welchen Ursachen. Was die Todesursachen im Zoo Almaty angehe, so zeige eine Analyse der Akten über das Sterben von Tieren in den Jahren 2013-2016, das die Tiere nicht selten an Pneumonie zugrunde gingen. Diese sei zu verschiedener Zeit die Todesursache gewesen bei: 1 Antilope, 2 Giraffen, 2 Capybaras, 1 Gepard, 4 Schneeleoparden, 4 Luchsen, zwei Löwen. Tigerin Kuralai. Davon, dass es im Zoo Almaty keine sachgemäßen Haltungsbedingungen für Katzenartige gibt, sei schon die Rede gewesen, auch, wenn ihn das Gedächtnis nicht im Stich lasse, vom Direktor selbst. Doch seien an Lungenentzündung auch eine Schildkröte, zwei Stachelschweine, sogar Schlangen und Vögel gestorben. Und Gabdullin fragt, ob das nicht davon zeugen könne, dass im Zoo die Anforderungen an die Pflege der Tiere nicht eingehalten werden, die erforderliche Temperatur, dass sie nicht untersucht werden, ihre Gesundheit nicht im Auge behalten werde? Bei einem Menschen könne man Lungenentzündung heute hervorragend heilen, ob sie wirklich tödlich sei bei Tieren? Verbreitet sei auch die Diagnose „Nephritis“, d.h. Nierenentzündung. Das sei ein Anlass mehr, um über die Haltungsbedingungen nachzudenken, darüber, ob sich die Tiere nicht unterkühlen, nicht erkälten. Eine spezielle Todesursache seien auch chronische Erkrankungen, besonders in Magen und Darm – Gastritis, Enteritis, sogar Peritonitis. Solche Diagnosen seien gestellt worden bei 3 Känguruhs, 1 Zebra, 1 Wolf, 1 Schneeleoparden, 2 Schraubenziegen, 1 Luchs, 1 Tiger. Ein Hirsch sei an Peritonitis gestorben, ein Siamang an einem Magengeschwür. Es gebe auch Tiere, deren Zustand als unbefriedigend eingeschätzt werde, d.h. ein tödlicher Ausgang möglich sei. Gabdullin verweist auf den Cheftierarzt des Moskauer Zoos, Michail Alschinezkij, der auf Einladung des Kuratoriums in Almaty weilte und persönlich Tiere untersuchte, die dringend behandelt werden mussten. Wie Tigerin Rada, die möglicherweise einen Tumor im Gehirn hat. Oder Eisbär Alkor, der, so der Moskauer Tierarzt, sehr starke Zahnschmerzen habe, möglicherweise ist ein Eckzahn gebrochen und er müsste entfernt oder behandelt werden. Worauf Kanat Karimow, Direktor des Zoos Almaty, Medien gegenüber sagte, die vorgeschlagenen Möglichkeiten zur Behandlung von Tieren seien in seinem Zoo nicht vorgesehen. Dabei habe er, Karimow, erklärt: Der Zoo werde im nächsten Jahr 80 Jahre alt. Die Stadt habe dem Zoo bereits 57 Millionen Tenge [ca. 162.782 Euro] zur Verfügung gestellt für eine Image-Kampagne. Diese Summe beinhalte auch Ausgaben für die Durchführung einer Konferenz zu Ehren des 80. Jahrestags des Zoos und die Herausgabe eines Buches. Gabdullin fragt, ob das Maslichat Almatys 57 Millionen Tenge zur Verfügung stellen sollte für Souvenirs oder ob es nicht humaner wäre, diese Gelder zu verwenden für die Behandlung schwerkranker Tiere. Gabdullin verweist auf einen Tieraustausch zwischen den Zoos Almaty und Taschkent und in diesem Zusammenhang darauf, dass ein Tukan auf dem Transport von Taschkent nach Almaty krepierte. Als Polizisten den Lastwagen anhielten, wunderten sie sich, als sie einen toten Tukan sahen und verfrorene Schlangen, Störche, Möwen. Sie wurden in einem nicht heizbaren Auto transportiert. Zu diesem Fall, so Gabdullin, sei es offensichtlich notwendig, eine Anfrage an die CITES zu richten, ob der Zoo Almaty eine Erlaubnis dieser Organisation bekommen habe für die Einfuhr. Weil bei der Zollabfertigung, nach Angaben von Quellen, solche Dokumente nicht vorgelegt wurden. Es frage sich, weshalb die Tiere nicht gechipt waren. Geld dafür sei zur Verfügung gestellt worden. Und nicht wenig. Kontrolliert werden müsse die Rechtmäßigkeit des Auftauchens eines Tigers im Zoo Almaty im Juli dieses Jahres, als das Eintreffen eines neuen Pfleglings bekannt wurde. Der Pressedienst des Zoos habe den Medien erklärt, woher er gekommen war: „Ein Einwohner aus Astana hat dem Zoo Almaty einen Amurtiger geschenkt. Der junge Tiger wurde von uns aus Astana abgeholt. Auf einen anonymen Anruf hin fuhren unsere Mitarbeiter zu einem vorher festgelegten Ort und holten die junge seltene Raubkatze ab. Wie das auf der Roten Liste stehende Tierchen zu dem unbekannt bleiben wollenden Bürger gelangt war, ist nicht bekannt. Gabdullin meint, es wäre wünschenswert, eine genetische Untersuchung vorzunehmen, um die Herkunft des Tigers festzustellen. Zu weiteren Problemen gehöre, dass der Tierbestand des Zoos Almaty nach Einschätzung von Experten unbefriedigend sei. Die Tiersammlung benötigt eine Erneuerung und eine Verjüngung. Einzeltiere brauchen unbedingt Partner, neue Arten müssten herangeholt werden, eine Blutauffrischung sei nötig, Überschuss müsste abgegeben werden. Die Arbeit der internationalen Abteilung sei schlecht. Wissenschaftliche Arbeit sei im Zoo nicht geleistet worden. Es gebe noch keine wissenschaftliche Grundlage für die Erforschung des Salzkrautbilchs (oder Wüstenschläfers, Selevinia betpakdalaensis). Bei den Greifvögeln sei in diesem Jahr nur ein Schneegeier-Küken geschlüpft. Das rufe viele Fragen hervor, weil die Fortpflanzung der Greifvögel immer stabil gewesen sei, doch in diesem Jahr hätten sich sogar stabile Paare nicht fortgepflanzt. (Quelle: Parlamentarische Anfrage an den Akim der Stadt Almaty, Baúyrshan Baibek, von Bigeldy Gabdullin, Abgeordneter des Maslichats der Stadt Almaty. In: Central Asia Monitor)

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Anti-Wilderereinheit mit konfisziertem Schneeleopardenfell (Photo: NABU)

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30. Okt. 2016: Gutachten zum Tod einer Giraffe im Zoo Almaty bestätigte Vergiftung
Die zweijährige Giraffe Melman, die Anfang Oktober im Zoo Almaty starb, ist tatsächlich vergiftet worden. Das zeigen die Ergebnisse eines tiermedizinischen Gutachtens. Laut Professor Kanat Orynchanow ist die Vergiftung gekennzeichnet vor allem durch Fressen von Heu mit einer Beimischung von giftigen Kräutern, die in das Futter geraten sein könnten bei der Beschaffung des Heus. Zu einem solchen Ergebnis könne es kommen bei Abweichungen in der Herstellungstechnologie von Kraftfutter, aber auch bei Vorhandensein von Schimmel. Es wird nicht ausgeschlossen, dass verschiedene Pestizide und Düngemittel in das Futter gelangt sein könnten, die auch zu einer Vergiftung des Tieres führen können, sagt der Experte. Außerdem schließen die Spezialisten nicht aus, dass das Tier vorsätzlich vergiftet wurde. Diese Meinung vertritt auch Nadeshda Chalina, Tierärztin mit 27 Jahren Berufserfahrung, die an der medizinischen Analyse beteiligt war. (Aigul Muchambetowa)

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27. Okt. 2016: Zoo Almaty verlangte von Volontärin 18 Millionen Tenge für „Zoohölle“ und „Lager des Todes“
Zoo Almaty verklagte Volontärin Anna Tokischewa wegen Veröffentlichungen, die angeblich „Ehre“ und „Würde“ des Zoos“diffamieren“. Die Verwaltung des Zoos fordert von der jungen Frau 17.877.000 Tenge [50.866 Euro]. Darüber informierte die Volontärin selbst auf ihrer Facebookseite und fügte ein Foto der Klagebegründung hinzu. Insbesondere brachte die Leitung des Zoos ihre Verärgerung darüber zum Ausdruck, dass Anna in ihren Veröffentlichungen den Zoo „Todeslager“, „Zooabdeckerei“, „Konzentrationslager“, „Folterlager“ nannte, die Tiere selbst „Gefangene der Zoohölle“. Nach Meinung der Verwaltung stimmt das Veröffentlichte nicht mit der Realität überein und verunglimpfe den Ruf des Zoos.

 

27. Okt. 2016: 35 Millionen Tenge forderte Zoo von Bloggern für moralischen Schaden
Zoo Almaty verklagte die Volontärinnen Anna Tokischewa und Olga Rjabowa, die angeblich Ehre und Würde des Zoos verunglimpften. Die Summe, welche der Zoo als Entschädigung verlangte – jeweils 17.877.000 Tenge von jeder. Grund für die Klage waren Facebook-Veröffentlichungen von Tokischewa und Rjabowa, welche Freiwillige der gemeinnützigen Bewegung „Ja rjadom“ [etwa: „Ich bin gleich nebenan“] sind. Die Zoo-Leitung ist der Ansicht, dass die Bloggerinnen falsche Informationen verbreiten, die den Ruf des Zoos beschädigen. Im Zoo wurde versichert, die Veröffentlichungen der beiden jungen Frauen hätten dem Zoo über 35 Millionen Tenge Schaden zugefügt. Eine genaue Einschätzung der Image-Verluste gab es aber nicht. Nach den Facebook-Veröffentlichungen hatte der Zoo weniger Besucher, doch konkrete Zahlen und Zusammenhänge mit den Aussagen der Freiwilligen wurden nicht gemacht. Anna Tokischewa selbst ist mit der Klage nicht einverstanden. Sie bemerkt, sie habe in den Posts nur festgehalten, was sie im Zoo gesehen habe. (Nikolai Iwaschtschenko)

 

25. Okt. 2016: Gepard im Zoo Almaty starb, weil er nicht behandelt wurde
Eine gebrochene Pfote, Askaridiasis, Panleukopenie – das sind bei weitem nicht alle Erkrankungen des verendeten Tieres. Der Tod des Geparden im Zoo Almaty im Oktober 2016 war nicht der erste Zwischenfall. Und auch nicht der zweite. Außer der Giraffe Melman am 5. Oktober 2016 starb vier Tage später Siamang Lola. Magengeschwür mit Wanddurchbruch. Was haben sie mit der Äffin gemacht, wenn sie einen Durchbruch der Magenwand hat?, empört sich Angelina Kotenko. Das Tier war nicht mal zehn Jahre alt. Besondere Aufmerksamkeit verdient auch der Tod einer Saiga im Zoo Almaty im Juli dieses Jahres. An die Todesursache „Tod des Tieres infolge eines Schrecks“ glauben die Spezialisten nicht. Sie hätten geschrieben, die Saiga habe sich erschrocken. Das Tier sei ein Jahr im Gehege gewesen und habe sich nicht erschrocken. Es habe den Winter überlebt. Ebenso Neujahr, als die ganze Stadt Feuerwerke startete – das Tier habe sich nicht erschrocken. Womit konnte man es so erschrecken, dass es zu Tode kam?, fragt sich Angelina Kotenko. Welche Tiere im Zoo Almaty demnächst verenden werden, wenn der veterinärmedizinische Bereich nicht in Ordnung gebracht wird, kann man auch auf der offiziellen Site des Zoos erfahren. Der Zustand eines Kuttengeiers, einer Gelben Erdnatter [Elaphe obsoleta rossaleni] und einer Sumatra-Kobra werden hier als „unbefriedigend“ bezeichnet. Das heißt, der Ausgang ist praktisch vorbestimmt. Weitere zehn Tiere, darunter Amurtigerin Rada, gerieten in eine Risikogruppe, die erkranlt ist und eine Behandlung durchmacht, deren Ergebnis vorerst niemand voraussagt. Eisbär Alkor wird in dieser Risikogruppe nicht aufgezählt, ungeachtet dessen, dass Tierschützer und Volontäre mehrfach in sozialen Netzen über den erbärmlichen Zustand des Tieres schrieben. (Aleksandr Miroglow)

 

19. Okt. 2016: Zoo Almaty ergänzte seinen Tierbestand
Zoo Almaty ergänzte seinen Tierbestand mit dem sechsjährigen Schimpansen Pascha, zwei afrikanischen Hyänen und drei Erdwölfen. Die Tiere kamen im Rahmen von Austauschprogrammen aus Moskau. Nach Moskau wurde die Giraffe Changri geschickt, auch die Giraffe Melman sollte den Zoo Almaty verlassen, doch sie starb plötzlich am 5. Oktober. Laut Pressesekretär Toktar Alijew war die Giraffe vermutlich vergiftet. Die Giraffe Alatau wurde im Austauschprogramm in den Zoo Taschkent gebracht.

 

17. Okt. 2016: Warum im Zoo Almaty weiter Tiere sterben
Und es vergingen keine fünf Monate, als die nächste Tragödie im Zoo geschah – unerwartet starb die junge, zwei Jahre alte Giraffe Melman. Das war am 5. Oktober. Was passiert in diesem Zoo, warum sterben hier Tiere, sogar junge und gesunde? Stanislaw Kankurow, Abgeordneter des Maslichats von Almaty und Vertreter der Almatyer Stadtfiliale der Partei „Nur Otan“, sprach ausführlich über die Probleme, die von einer Arbeitsgruppe festgestellt wurden. Kurz kann man sie so formulieren: schlechte Arbeit des veterinärmedizinischen Dienstes; schlechte Arbeit der Leitung des Zoos, um die Lebenstätigkeit der Tiere zu gewährleisten; veraltete Gehege und Infrastruktur; planlose Personalpolitik; fehlende Kontrolle der Fütterung der Tiere; Bestandsaufnahme der Tiere und schlechte Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem, so erklärte Kankurow, gibt es Probleme in den Wechselbeziehungen von Zooleitung und Stiftung, es fehlt ein koordiniertes Zusammenwirken. Wie bekannt, wurden im ersten Halbjahr im Zoo Almaty über 60 Mitarbeiter entlassen. Ob nicht in diesen bisher ungelösten Problemen sich die Ursachen für das Fortsetzen des Tiersterbens im Zoo Almaty verbergen? (Torgyn Nurseítowa)

 

11. Okt. 2016: Hyänen und Schimpanse tauschte Zoo Almaty in Moskau und Taschkent ein
Nun habe man vorerst keine Tiere mehr für den Tausch mit anderen Zoos. Das einzige, was der Zoo Almaty dringend braucht, wäre ein männlicher Gepard. Er habe eine Gepardin namens Tschita, Diese sei vier Jahre alt und bereit zur Fortpflanzung, es werde nur noch ein Kater gebraucht. Doch die Zoos der GUS schweigen, offensichtlich gibt es nichts anzubieten. (Sarina Shakupowa)

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Uigurischer Hirte mit zwei jungen Schneeleoparden

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7. Okt. 2016: Direktor des Zoos Almaty: In Europa leben die Tiere besser als die Menschen in Kasachstan
Kanat Karimow meint, das sei so, weil es in europäischen Zoos keine Probleme mit der Finanzierung gibt. Auf einer Konferenz zum Thema Tierschutz, die heute in Almaty stattfand, beklagte der Zoodirektor unzureichende Finanzierung und Flächen. In Europa, als Beispiel, habe ein Eisbär 700 qm, zwei Bären mit der Perspektive einer Nachzucht haben 2.100 qm. Dort stehe eine Schneekanone, es gebe eine spezielle Zusammensetzung des Wassers, wie im Meer. Gott wisse, wie viel das alles kostet, sagte Karimow. Die fehlende Finanzierung ist nach Meinung des Direktors Hauptursache aller Probleme. „Ich sage Ihnen ehrlich, in Europa leben die Tiere besser als wir hier, in Kasachstan. Weil es finanziert wird.“ (Marina Rusmatowa)

 

7. Okt. 2016: Gestorbene zweijährige Giraffe im Zoo Almaty könnten Besucher vergiftet haben
Das am 5. Oktober gestorbene Tier litt an keinerlei Erkankungen. Um 16 Uhr habe der Tierarzt die Giraffe noch untersucht und sie war gesund, doch schon 17 Uhr sei das Tier einfach umgefallen. Die Mitarbeiter hätten versucht, das Tier zu reanimieren, aber es sei gestorben, sagte Tochtar Alijew, Pressesekretär des Zoos Almaty. (Aigul Muchambetowa)

 

6. Okt. 2016: Im Zoo Almaty starb eine junge Giraffe
Die zwei Jahre alte Giraffe Melman wurde im Zoo Almaty geboren. Die Mitarbeiter verstehen nicht, wie ein gesundes und kräftiges Tier so sterben konnte. Laut Pressesekretär Alijew führten die Skandale im Zoo im April und Mai dieses Jahres zu einem großen Besucherandrang im Sommer. Im Juni kamen ihm zufolge 91.000 Besucher, im Juli 97.000, im August 105.000. Im Sommer wurden neue Besucherrekorde aufgestellt.

 

26. Sept. 2016: Dem Zoo Almaty überlassenes Tigerjunges fand die Polizei am Straßenrand bei Astana
Marina Kudrjawzewa, Tierärztin des Zoos Almaty, sagte, dass der anderthalb Jahre alte Tiger früher, nach seinem Zustand zu urteilen, nicht die erforderliche Pflege hatte. Der unbekannte Anrufer hatte damit gedroht, das Tier zu töten, sollten die Mitarbeiter des Zoos nicht auf seine Mitteilung reagieren, bemerkte Kudrjawzewa.

 

21. Sept. 2016: Krokodilfütterung im Zoo Almaty
Im Zoo Almaty gab es wohl erstmals in seiner Geschichte eine Schau-Fütterung der Krokodile. (Dana Tolepbekowa)

 

16. Sept. 2016: Almaty wird internationale Konferenz von Zoos aus der ganzen Welt übernehmen
In der Zeit vom 4. bis 10. September stimmten in Prag Direktoren von mehr als 80 Zoos darüber ab, welcher Tiergarten die Ehrenkommission für den Mitarbeiter-Erfahrungsaustausch im Herbst 2017 empfängt. Der Zoo Almaty siegte mit großem Vorsprung und die Jahreskonferenz von Vertretern von Zoos der ganzen Welt wird in Almaty stattfinden. Der Zoo Almaty habe den Vorzug vor dem Zoo Nowosibirsk erhalten, sagte der Pressesekretär des Zoos Almaty, Tochtar Alijew. Experten aus der ganzen Welt, etwa 250 Spezialisten, kommen nach Almaty, um die Arbeit des Zoos zu prüfen und Erfahrungen auszutauschen. Im Rahmen der Konferenz wird der 80. Jahrestag des Zoos Almaty gefeiert. (Sarina Shakupowa)

 

9. Sept. 2016: Heimliche Übergabe eines Amurtigers an Zoo Almaty interessierte die Polizei
Die Polizei untersucht die heimliche Übergabe eines Amurtigers an den Zoo Almaty. Die Rechtsschutzorgane sind damit beschäftigt zu klären, wie das auf der Roten Liste stehende Tier Teil eines anrüchigen Geschäfts wurde, das im Gebiet Aqmola stattfand. Für einen illegalen Umgang mit einem seltenen und vom Aussterben bedrohten Tier drohen einem Schuldigen bis zu drei Jahre Gefängnis, teilt der Fernsehsender KTK mit. Im Zoo Almaty sagen sie, den anderthalb Jahre alten Tiger habe ihnen der Besitzer aus Astana, der seinen Namen nicht nennen wollte, kostenlos überlassen. Er habe angeblich nur einen Ort genannt, an dem er das Tier zurückließ. Bei Tierschützern rief diese Version Argwohn hervor. Unbekannt ist, wie der Tiger in irgendeine Privatsammlung gelangen konnte und weshalb der Besitzer seinen Liebling in einen Zoo abgab, in dem Schneeleoparden, Tiger, Affen und andere Tiere eingingen.

 

4. Sept. 2016: Zoo Almaty erwirtschaftete 230 Millionen Tenge (657143 Euro) in acht Monaten
In der Zooverwaltung registriert man einen Besucherrekord – 430.000 Gäste besuchten den Zoo in der Zeit von Januar bis September 2016. Zum Vergleich: im ganzen Jahr 2015 zählte der Zoo Almaty 410.000 Besucher. Der Gewinn wird verwendet für Reparaturen, den Austausch von Gehegen und die Erhöhung des Gehalts der Mitarbeiter. (Sarina Shakupowa)

[1 Euro (E) = 350 Tenge (KZT)]

 

31. Aug. 2016: Zoo Almaty beteiligt sich an der Wiederherstellung der Population der Przewalskipferde
Bereits über zehn Jahre gibt es zwischen Zoo Almaty und dem Naturreservat Altyn-Emel einen gegenseitigen Austausch.

 

26. Aug. 2016: Schulden bei deutschem Architekten für Masterplan zur Rekonstruktion des Zoos Almaty
Almaty. Dem deutschen Architekten Peter Rasbach wurde die restliche Summe für die Schaffung des Masterplans zur Rekonstruktion des Zoos Almaty nicht gezahlt. Aus diesem Grunde können die Arbeiten zur Rekonstruktion nicht angefangen werden, teilt der Pressedienst des Zoos mit. Zurzeit habe der Zoo Almaty keinen Masterplan in den Händen. Im Jahr 2014 sei zwischen dem Kuratorium und Peter Rasbach ein Vertrag abgeschlossen worden über den Masterplan, doch seien zwei Jahre vergangen und den Plan gebe es noch nicht. 25% der Kosten hatte die Stadtverwaltung in Gestalt von „Almatygorstroj“ [etwa: Almatyer städtischer Bau] übernommen. Die restlichen 75% sind noch nicht bezahlt. Die Gesamtkosten für den Vertrag betragen 150.000 Euro. Der Zoo sei schon bereit, die Rekonstruktionsarbeiten zu beginnen, doch ohne Masterplan könne er das nicht tun, teilte der Pressesekretär des Zoos Almaty, Tochtar Alijew, mit. Im Sozialen Hilfefonds für den Zoo Almaty wurde dagegen mitgeteilt, dass die Bezahlung vollständig aus dem Budget der Stadt erfolgen sollte. Sowohl diese Stiftung, deren Kuratoriumsvorsitzender Raímbek Batalow ist, wie auch er selbst haben wiederholt erklärt, nie versprochen zu haben, die Erarbeitung des Masterplans für die Rekonstruktion des Zoos Almaty vollständig zu bezahlen. Am 1. Mai 2016 hatte Peter Rasbach die letzte Skizze des Masterplans vorgestellt. Diese wurde an den Zoo geschickt, an das Akimat und in das Internet gestellt. Doch die detaillierten Materialien des Masterplans werden laut Vertrag erst vorgelegt, wenn die gesamte Summe für den Auftrag bezahlt ist. (Dana Tolepbekowa)

 

26. Aug. 2016: Millionär Batalow wird nicht zahlen für Plan der Rekonstruktion des Zoos Almaty
Der von dem deutschen Architekten Peter Rasbach erarbeitete Entwurf verstaubt im Regal. Rasbach wurden 100.000 Euro nicht gezahlt. In der Zooverwaltung sagten sie, sie hätten bereits die vollständige Rekonstruktion des Zoos geplant. Doch die Arbeit könne nicht begonnen werden, da der Masterplan fehle, den ihnen der Architekt aus Deutschland, Peter Rasbach, nicht gibt. Der nahmhafte Spezialist hat schwerwiegende Gründe: ihm wurden für seine Arbeit 100.000 Euro nicht gezahlt. Im Zoo erwartet man von dem bekannten Mäzen Raímbek Batalow Geld für die Bezahlung des fertigen Masterplans. Doch in der Stiftung, der Batalow vorsteht, verneint man eine Beteiligung an der Fortsetzung dieser Geschichte. Von Beginn der Arbeit am Projekt sei davon die Rede gewesen, dass der Fonds die Erarbeitung der Konzeption für die Rekonstruktion bezahlt, den Masterplan aber die Stadt, weil der Zoo eine staatliche Einrichtung ist. (Sarina Shakupowa)

 

4. Aug. 2016: Aquarium im Wert von 90 Millionen Tenge wird im Zoo Almaty im Oktober fertig sein
Im Zoo Almaty geht der Bau eines Aquariums seinem Ende entgegen. Etwa 500 Fischarten sollen hier einmal in Biotopen präsentiert werden.

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27. Juli 2016: Giraffengeburt im Zoo Almaty
Am 26. Juli um 4 Uhr morgens wurde im Zoo Almaty eine männliche Giraffe geboren, die den Namen Maksim erhielt. Insgesamt wurden seit 2003 in Almaty 12 Giraffen geboren. Für Vater Sulu ist das Neugeborene bereits der sechste Sprössling. Im Zoo befinden sich derzeit sechs Giraffen. Zwei sollen demnächst nach Moskau geschickt werden. (Beksada Ischekenowa)

 

23. Juli 2016: Sechs Erdmännchen aus Russland übersiedelten in den Zoo Almaty
Aus dem Leningrader Zoo erwarb der Zoo Almaty sechs Erdmännchen. (Beksada Ischekenowa)

 

17. Juli 2016: Veteranen von Spezialeinheiten übernahmen die Patenschaft über die Tiger des Zoos Almaty (Foto)
Almaty. Die Vereinigung von Veteranen der Spezialeinheiten und ein Sicherheitsunternehmen übernahmen die Patenschaft über die Tiger des Zoos Almaty, sie richteten das Gehege für die gestreiften Raubkatzen ein. (Dana Tolepbekowa)

 

16. Juli 2016: Almatyer Tiger zogen um unter der strengen Aufsicht der Spezialeinheit
Die Tiger des Almatyer Zoos, die siebenjährigen Urman und Gaúchar zogen um in eine neue erneuerte Anlage. Der Umzug wurde beaufsichtigt von Veteranen einer Spezialeinheit, die vorschlugen, die Patenschaft über die Tiere zu übernehmen und ihnen auf jegliche Weise zu helfen. Der Zoodirektor bemerkte, dass Gaúchar und die zwei dreijährigen Tiger Amur und Busch aus dem Zuchtprogramm ausgeschlossen wurden, für Urman aber eine Partnerin gesucht werde. Tigerin Gaúchar war mit Defekten geboren worden und obwohl sie gebärfähig ist, wird Urman nicht in ihre Nähe gelassen. Jetzt müsse man entscheiden, wohin mit Gaúchar, Amur und Busch, man müsse für sie Bedingungen schaffen und dann könne man für das Zuchtprogramm für Urman eine „Braut“ suchen, erklärte Kanat Karimow. Insgesamt sind im Zoo fünf Tiger: drei Männchen und zwei Weibchen. (Beksada Ischekenowa)

 

15. Juli 2016: Gehege der verstorbenen Kuralaj im Zoo Almaty wird fünfmal so groß werden
Die Anlage der verstorbenen Tigerin Kuralaj im Zoo Almaty wird fünfmal so groß. Im Zoo heißt es, dort werden zwei andere Tiger untergebracht. Feierliche Eröffnung wird am 16. Juli sein. Im erneuerten Gehege werde alles absolut neu sein. Ein neues Becken und Hügel für die Tiere, damit sie nicht nur herumliegen, sondern ein aktives Leben führen, erklärte der Pressesekretär des Zoos Almaty, Tochtar Alijew. Das Gehege werden die Tiger Urman und Gaúchar (6 bzw. 9 Jahre alt) bewohnen. (Alima Bolatbek)

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Protestplakat am Zoo von Las Vegas

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15. Juli 2016: Der nächste Tod eines Pfleglings im Zoo Almaty: es starb eine weibliche Saiga
Die weibliche Saiga Nastja starb an einer Fraktur der Halswirbel, teilt Bnews.kz mit. Die Verwaltung des Zoos vermutet, dass Besucher die Saiga gereizt haben. Nastja ist auf den Reizenden zugerannt und verfing sich mit den Hörnern [wie das, als hornloses Weibchen? – d. Übers.] im Netz des Geheges, fiel dann unglücklich auf die Erde und brach sich dabei die Halswirbel. Vor zwei Monaten hatte das Weibchen Zwillinge zur Welt gebracht. In dieser Zeit sind die Saigaweibchen ziemlich empfindlich und unruhig, deshalb bekam das Saiga-Gehege eine spezielle Umzäunung und es wurde ein Schild angebracht, mit dem Verbot, diese Umzäunung zu überwinden. Wie das Weibchen genau gereizt wurde, wisse man nicht, es sei kein Mitarbeiter in der Nähe gewesen, teilte der Pressesekretär des Almatyer Zoos, Tochtar Alijew, mit. Ihm zufolge haben die Tierärzte des Zoos die Todesursache am selben Tag geklärt. Alijew bemerkte auch, der Zoo werde bald ein neues Saigaweibchen erhalten. Vorläufig leben im Zoo Nastjas Nachwuchs und eine männliche Saiga.

 

13. Juli 2016: Saiga hat überlebt – die Population erholt sich
Entsprechend den Ergebnissen der Flugzählung betrug im Jahr 2016 die Gesamtzahl der Saigas 108.300 Individuen, darunter 36.200 Exemplare der Betpak-Dala-Population, 70.200 Tiere der Ural-Population und 1.900 Individuen der Ustjurt-Population. Diese Daten überraschten die Wissenschaftler. Denn im Mai 2015 führte das katastrophale Massensterben in nur einigen Wochen zum Tod von ungefähr 210.000 Saigas. Und die Population in Betpak-Dala verringerte sich um fast 90%, das war ein Verlust von 60% der Saigas in der ganzen Welt. Die Saiga war akut vom Aussterben bedroht. Nach dem Sterben seien Zweifel entstanden, ob es überhaupt noch überlebende Saigas gibt, sagt Olga Pereladowa, Leiterin des Zentralasien-Programms des WWF. Besonders ermutigt, dass die zentrale Population in Betpak-Dala jetzt anfing, sich allmählich zu erholen. Während des Massensterbens im Jahr 2015 starben in diesem Gebiet vor allem Weibchen und Jungtiere. Außerdem blühte die Wilderei auf, deshalb gab es große Befürchtungen hinsichtlich der Zukunft dieser Population, sagte der Vorsitzende der Kasachstanischen Vereinigung zur Erhaltung der Biodiversität, der internationale Koordinator der Naturschutzinitiative „Altyn dala“, Steffen Zuther. Insgesamt wurden während der April-Zählung in Betpak-Dala 36.200 erwachsene Saigas gezählt. Das sind natürlich sehr viel weniger als die 242.000 Tiere, die hier vor dem Sterben lebten. Auch andere Daten geben Anlaß zur Hoffnung. Eine der Populationen im europäischen Teil Kasachstans, westlich des Ural-Flusses, ist allem Anschein nach heute eine der stärksten Gruppierungen aus über 70.000 Tieren. Die Ustjurt-Population in West-Kasachstan bleibt die verwundbarste. Wilderei hat diese Gruppierung an den Rand des Aussterbens gebracht. Während der Zählung wurde eine geringe (obwohl für die weitere Vermehrung ausreichende) Anzahl von Männchen entdeckt. Die Anzahl der Tiere beträgt hier jetzt 1.900 Individuen, was natürlich sehr, sehr wenig ist. Zugleich bleibt die Wilderei eine ernsthafte Gefahr für diese Tiere. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass ein Massensterben wie im Frühjahr 2015 sich wiederholen kann, denn nach wie vor sind dessen Ursachen nicht vollständig bekannt. Nach Informationen des Ministeriums des Innern der Republik Kasachstan wurden im Jahr 2014 neunundsiebzig Fälle illegaler Jagd auf Saigas registriert, ein Jahr später waren es 107 und in fünf Monaten des Jahres 2016 dreiunddreißig. (Andrej Subow)

 

12. Juli 2016: Freiwillige empörten sich wieder über die Tierhaltungsbedingungen im Zoo Almaty

Volontäre veröffentlichten Fotos und Video, die aus dem Zoo Almaty stammen sollen. Sie behaupten, die gequälten Tiere würden mit verdorbenem Fleisch gefüttert. Die Facebooknutzerin Olga Rjabewa stellte auf ihrer Seite die Frage, wohin die Finanzierung geht, wenn die Tierhaltungsbedingungen sich nicht ändern. Der Direktor des Zoos Almaty, Kanat Karimow, kommentierte den Beitrag der jungen Frau. „Olga Rjabewa kennen wir schon lange. Sie kommt fast jede Woche, sucht bei uns irgendwelche Probleme. Tatsächlich ist alles nicht so traurig wie sie schreibt. Zum Beispiel ist Tigerin Rada ganz banal aus Altersgründen krank – nach menschlichen Maßstäben ist sie über hundert Jahre alt“, sagt Kanat Karimow. Und in Bezug auf den Eisbären sieht Kanat Karimow auch nichts Kriminelles. Laut Karimow hat Alkor ein Becken mit fließendem Wasser, doch weil jetzt im Freien 40 Grad Hitze sind, kann sich das arktische Tier einfach nicht wohlfühlen. Am 7. April hat das Kuratorium des Zoos Almaty den neuen Plan für die Rekonstruktion vorgestellt. Dem Plan zufolge werden die Tiere bald ausgezeichnete Bedingungen haben. Doch die Volontäre beharren darauf, dass sich in drei Monaten nichts verändert habe. Sie befürchten, dass die Tigerin Kuralaj nicht das letzte Opfer der Almatyer „ZooHÖLLE“ ist, wie sie den Zoo nennen. Übrigens wird der Almatyer Zoo im nächsten Jahr seinen 80. Jahrestag begehen. (Marina Rusmatowa)

 

7. Juli 2016: Ein seltenes Symbol. In London erfuhr man von den kasachstanischen Schneeleoparden
Die Biologen Oleg und Irina Loginowa aus Ost-Kasachstan wurden Mitautoren eines 600 Seiten umfassenden illustrierten Buches „Snow leopards“, herausgegeben vom englischen Verlag Elsevier. Herausgeber des Buches ist der englische Irbis-Experte David Mallon. Vor ein paar Jahren war er auf einem Naturschutzforum aufmerksam geworden auf einen Bildband von Oleg und Irina Loginow über den Schneeleoparden. Die kasachstanische Ausgabe beinhaltete eine seltene Auswahl von Fotografien des Tieres in der Wildnis, Fakten über Begegnungen mit dem Menschen, Überblicke von Experten. Damals wurde der englische Spezialist von der Idee ergriffen, eine universelle Arbeit herauszugeben, die unter einem Cover die Ansichten von Spezialisten aus verschiedenen Ländern vereinigt. Auf Bitte von David habe Oleg für das Buch ein Kapitel über den Lebensraum des Irbis in Kasachstan geschrieben, sagte Irina Loginowa, sie selbst schrieb über den Schneeleoparden als Symbol des Staates. Insgesamt waren 200 Autoren aus vielen Ländern beteiligt.

[Siehe: Snow Leopards: Biodiversity of the World: Conservation from Genes to Landscapes Kindle Edition von Tom McCarthy (Herausgeber), David Mallon (Herausgeber) Kindle Edition EUR 58,23, Gebundene Ausgabe EUR 69,99 – Anm. d. Übers.]



6. Juli 2016: Im Zoo Almaty wird ein Kontaktbereich eröffnet
Almaty. Im Zoo Almaty wird am 6. Juli der Streichelzoo wieder eröffnet, in dem Kinder und Erwachsene direkten Kontakt haben können mit etwa 20 Tieren, vor allem Meerschweinchen, Kaninchen, Hühnern, Pfauen und sogar Ponys.



10. Juni 2016: Zwei Saigas im Zoo Almaty geboren
Erstmals in der gesamten Geschichte des Zoos Almaty wurden zwei Saigas geboren, ein Weibchen und ein Männchen. Ihre Eltern sind Sultan und Anastassija. Die Elterntiere selbst sind jeweils zwei Jahre alt, sie wurden aufgezogen im Republikanischen Staatlichen Betrieb „Wissenschaftliches Forschungsinstitut für Probleme der biologischen Sicherheit“ des Ausschusses für Wissenschaft des Bildungsministeriums der Republik Kasachstan, gelegen in der Siedlung städtischen Typs Gwardejskij. Dort waren sie künstlich aufgezogen worden. Im Juli 2015 kam das Paar in den Zoo Almaty – und es hat geklappt. Bis dahin war man der Meinung, dass Saigas überhaupt nicht in Zoos leben können und sich dort schon gar nicht fortpflanzten. Es ist also eine echte Sensation, sogar weltweit. Im Zoo nennt man die Geburt der kleinen Saigas einen großen Erfolg und vielleicht ist dieses Ereignis der Anfang von etwas Größerem. Der Zoo teilte ebenfalls mit, dass in der Ausstellung der Giftschlangen erstmals eine Schwarze Mamba zu sehen ist, die aus Kenia in den Zoo Almaty kam, auf gesetzlicher Grundlage mit allen Dokumenten und Sicherheitsmaßnahmen. Auch eine junge Ägyptische Kobra erhielt der Zoo. (Quelle: Kasinform)

 

8. Juni 2016: Moskauer Experten attestieren unerwartet: im Zoo Almaty ist alles in Ordnung
In den Zoo Almaty kamen auf Einladung seiner Leitung und des Akimats Almatys Vertreter der Euroasiatischen regionalen Assoziation der Zoos und Aquarien (EARAZA). Wie die Leitung der Vereinigung mitteilte, kamen sie hierher mit der Vorstellung, dass sie im Zoo Almaty einen vollständigen Albtraum vorfinden würden. Sie verbrachten drei Tage im Zoo. Auf der abschließenden Pressekonferenz schlussfolgerten die Spezialisten, dass alles gar nicht so schlecht sei. Man habe nicht das Negative herausfinden wollen, sondern mit Rat helfen, was man tun solle, damit es den Tieren besser gehe, sagte Wladimir Frolow, Leiter der wissenschaftlich-methodischen Abteilung des Moskauer Zoo und Executive Director der EARAZA. Das erste, was die Mitglieder der Kommission ihm zufolge ausgewertet haben, war der Zustand der Tiere, der ungeachtet der zahlreichen Vorwürfe der Öffentlichkeit sich als völlig normal erwies. Die unerwartete Schlussfolgerung der EARAZA läuft den Ergebnissen der Kontrolle durch eine spezialisierte Naturschutz-Staatsanwaltschaft zuwider. Nach deren Ergebnissen wurde erklärt, dass 80% der Gehege und Winterunterkünfte für die Tiere den modernen Haltungsstandards der EARAZA selbst nicht genügen, dass hatte sich direkt auf das Sterben seltener Tiere ausgewirkt. Die Mitglieder der Kommission bemerkten, der Zoo benötige eine Generalüberholung und eine etappenweise Rekonstruktion, wofür gewaltige Investitionen erforderlich seien. Diese Gelder, so bemerkte Tatjana Werschinina, gebe es sogar in Moskau nicht. Leute, die Geld haben, wurden zum Treffen mit Vertretern der EARAZA einfach nicht eingeladen. Wie sich herausstellte, im Kuratorium von Raímbek Batalow, der mit allen Möglichkeiten Geld sammelt für den Bau neuer Gehege, wusste man nichts von diesem Treffen. Übrigens wurde auf der doppeldeutigen Pressekonferenz auch der Direktor des Zoos selbst, Kanat Karimow, nicht gesehen. Im März d.J. hatte die Sekretärin der EARAZA, Tatjana Werschinina, sich schärfer ausgedrückt über die Tierhaltungsbedingungen im Zoo Almaty. Den Tod der Schneeleoparden kommentierend, bemerkte sie, dazu hätten die dieser Art nicht entsprechenden Haltungsbedingungen geführt, und erklärte, Schneeleoparden werde der Zoo erst bekommen, wenn er seine Probleme im Griff habe. (Marija Garejewa)

 

8. Juni 2016: Internationale Kommission gab Besuchern des Zoos Almaty die Schuld an Erkrankungen von Tieren
Leberzirrhose und Enteritis haben sich die Tiere des Zoos Almaty zugezogen dank den Besuchern. Das erklärte eine internationale Kommission auf einer Pressekonferenz. Außerdem bemerkte der Executive Director der EARAZA, Wladimir Frolow, dass die Anzahl der 50 verendeten Tiere im Zoo nicht höher ist als die gewöhnliche durchschnittliche Sterblichkeit. Dass in sechs Monaten der Arbeit von Zoodirektor Karimow 51 Tiere starben, sei niedriger als die Norm. Im Moskauer Zoo würde jeden Tag ein Tier sterben. Die Almatyer würden nur an den Tod einer Tigerin denken und dabei übersehen, dass mit den anderen tierischen Bewohnern alles in Ordnung sei. Die Greifvögel im Zoo Almaty seien sogar in einem besseren Zustand als die im Moskauer Zoo. Und wenn Tiere an Leberzirrhose und Darmentzündung sterben, dann sei das meist die Schuld der Besucher, welche die Tiere füttern, erklärte Frolow. (Beksada Ischekenowa)

 

27. Mai 2016: Batalow erklärte Kontrolle des Zoos Almaty durch Partei „Nur Otan“ für rechtswidrig
Unrechtmäßig und nicht objektiv nennt Raímbek Batalow die Mehrzahl der Empfehlungen nach der Kontrolle des Zoos Almaty durch die Partei „Nur Otan“. Der Vorsitzende des Kuratoriums des „Sozialen Fonds Hilfe für den Zoo Almaty“, der Vorsitzende des Rates der Direktoren der sektorübergreifenden Holding Raimbek Group, Raímbek Batalow, sandte ein Schreiben an die Adresse des Stadtoberhaupts von Almaty, Baúyrshan Baibek. In diesem Schreiben erklärte er, dass er die Kontrolle durch „Nur Otan“ als unrechtmäßig betrachtet. So wurden seinen Worten nach den Vertretern der Stiftung Materialien und Ergebnisse der Kontrolle des Zoos Almaty und des Fonds selbst durch die Almatyer Filiale der Partei „Nur Otan“ nicht vorgelegt. Batalow beschwert sich darüber, dass während der Kontrolle die Mitarbeiter der Stiftung nur eine Begegnung mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Filiale der Partei hatten, die eine Arbeitsgruppe leitet zur Kontrolle der Tätigkeit von Zoo und Stiftung.

 

27. Mai 2016: Die Arbeit des Zoos Almaty wird ein gesellschaftlicher Aufsichtsrat kontrollieren
Interfax-Kasachstan. Die Offenheit und Effektivität der Verwaltung des Zoos Almaty wird ein am vorigen Donnerstag gegründeter Gesellschaftlicher Aufsichtsrat gewährleisten, erklärten die städtischen Behörden. Dem Rat gehören an: das Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Kasachstans, Alichan Meldebekow, die Abgeordneten des städtischen Maslichats Konstantin Awerschin, Bigeldy Gabdulin, Jerlan Stambekow, aber auch der Doktor der Veterinärwissenschaften Professor Achmetshan Sultanow, die Dekanin der Kasachischen Wirtschaftsuniversität Dana Schajachmet, der Leiter der Ausstellungsabteilung des Moskauer Zoos, Jurij Shurawljow, der Kandidat der biologischen Wissenschaften Sergej Skljarenko, der Vorsitzende des Rates der Veteranen des Zoos Almaty, Chassen Bekkulow, der stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Unternehmerkammer „Atameken“, Kairat Kudaibergen. Zum Vorsitzenden des Gesellschaftlichen Rates wurde einstimmig Konstantin Awerschin gewählt, heißt es in der Mitteilung. Nach den Angaben des Pressedienstes haben die Mitglieder des Rates die Absicht, ihre Bemühungen vor allem zu konzentrieren auf die enge Zusammenarbeit von Bevölkerung, Wohltätigkeitsorganisationen und „Almatyer zoologischer Park“, was ein hohes Niveau an Transparenz der Annahme und Realisierung von Verwaltungsentscheidungen in dem staatlichen Betrieb gewährleistet. Priorität im Zoo habe die Erhaltung und Vermehrung des Tierbestands, die Gewährleistung seines normalen Zustands und die tiermedizinische Betreuung, die Verstärkung der materiell-technischen Basis des Betriebes und die Zahlung eines angemessenen Gehalts an seine Mitarbeiter, wird in der Information bemerkt.

21. Mai 2016: Baibek: Zoo Almaty wird nicht in Treuhandverwaltung übergeben
Wie im Akimat bemerkt wurde, kann der Zoo nicht in eine öffentlich-private Partnerschaft übergeben werden, weil er ein besonders geschütztes Naturgebiet ist. Almatys Akim Baúyrshan Baibek erklärte, dass der Zoo Almaty nicht in Treuhandverwaltung übergeben werde, teilt die Nachrichtenagentur Nowosti-Kasachstan mit, unter Berufung auf den Pressedienst der Stadtverwaltung zu den Ergebnissen des Inspektionsbesuches. Es gebe einen Direktor des Zoos, der nach dem Gesetz verantwortlich sei für die Situation hier. Internationale Erfahrungen zeigen auch, dass Zoos im Ausland entweder kommunale oder private sind, sagte Almatys Akim Baúyrshan Baibek. Zugleich beauftragte er die Zooleitung, für alle gesellschaftlichen Organisationen gleichen Zugang zu garantieren, ohne einzelnen Organisationen und Stiftungen Privilegien zu verschaffen. Die Öffentlichkeit wurde im März dieses Jahres auf die Situation im Zoo Almaty aufmerksam, nachdem bekannt wurde, dass dort im Verlaufe mehrerer Jahre wegen schlechter Haltungsbedingungen sechs Schneeleoparden starben. Im Mai starb im Zoo die Tigerin Kuralai, welche Mitarbeiter des Zoos erfolglos zu behandeln versuchten, während eingeladene Spezialisten vorschlugen, das Tier einzuschläfern. Diese Ereignisse entwickelten sich vor dem Hintergrund der Polemik zwischen der Leitung des Zoos und dem Vorsitzenden des Kuratoriums und Gründers des privaten „Sozialen Fonds Hilfe für den Zoo Almaty“, dem Unternehmer Raímbek Batalow.

 

20. Mai 2016: Zoo Almaty wird der Verwaltung für Landwirtschaft und Veterinärwesen übergeben
Der Akim der Stadt Almaty, Baúyrshan Baibek, gab klar zu verstehen, dass er nicht gestatten wird, aus dem Zoo Almaty ein Unternehmen zu machen und dass der Zoo ab heute der Verwaltung für Landwirtschaft und Tiermedizin unterstellt ist. Nach den Worten des Stadtoberhaupts hängen die „unverständlichen Unterstellungen rund um den Zoo“ damit zusammen. dass versucht werde, aus ihm ein Unternehmen zu machen, doch man werde es niemand gestatten, aus dem Zoo ein Geschäft zu machen, mit dem Zoo soll sich der Staat beschäftigen. (Kubambek Turatbekow)

 

20. Mai 2016: Akim Almatys setzte der Übertragung des Zoos in private Verwaltung ein Ende
Es wird keine Übergabe des Zoos in eine Treuhandverwaltung durch Raímbek Batalow oder irgendjemand anderen geben. Almatys Akim Baúyrshan Baibek stattete dem Zoo Almaty einen plötzlichen Besuch ab, nachdem die Arbeitsgruppe der Partei „Nur Otan“ ihre Bemerkungen verkündete bezüglich der Tätigkeit des Zoos und der Hilfe-Stiftung Raímbek Batalows. Der Akim gab dem Zoodirektor den Auftrag, dafür zu sorgen, dass nach zehn Jahren rasanten Verfalls ein sichtbarer Aufstieg kommt. Nachdem er Untergebene im juristischen Bereich und im Bereich der internationalen Erfahrungen konsultiert hatte, setzte Baibek den Überlegungen über die Privatisierung des Zoos ein Ende. Jede Hilfe von Sponsoren für den Zoo werde begrüßt. Das müsse man natürlich stimulieren. Doch eine Übergabe des Zoos in Treuhandverwaltung werde es nicht geben, sagte der Akim. (Marija Garejewa)

 

19. Mai 2016: Staatsanwälte erzählten, weshalb im Zoo Almaty die Tiere sterben
Die Aufsichtsbehörde schloss eine Kontrolle ab und erklärte: die Leiter des Zoos Almaty haben sich nicht um die Tiere gekümmert, sondern darum, wie man mehr Besucher anzieht und Geld verdient, teilt der Fernsehsender „KTK“ mit. Aus diesem Grund starben vor den Augen der Menschen erschöpfte Schneeleoparden, Tiger, Affen und andere Tiere. Die Sterblichkeit ist erschreckend – Dutzende Individuen im Jahr. Es zeigte sich, dass dort internationale Standards der Tierhaltung in Gefangenschaft nicht eingehalten wurden. 80 Prozent aller Gehege wurden für untauglich befunden. Die Tiere wurden nicht richtig gepflegt. Es fehlten Spezialisten, die sich mit der Zucht seltener Arten befassen. Kranke Tiere wurden von unerfahrenen Tierärzten behandelt, die nicht einmal notwendige Präparate und Ausrüstung hatten. Die Staatsanwälte sind der Auffassung, dass zu diesem Verfall die uneffektive Arbeit der Kulturverwaltung geführt hat, welche die Direktoren des Zoos ernannte. Diese Stelle besetzten zu verschiedener Zeit ein Metallurge, ein Meliorationsfachmann, ein Finanzfachmann und jetzt ein Historiker. Die Beamten sahen im Zoo kein besonders geschütztes Naturgebiet, sondern nur einen Ort für die Erholung der Menschen. (Witalij Mantrow)

 

18. Mai 2016: Mitarbeiter des Zoos Almaty klauten Futter für die Tiere, schreibt „Caravan“
„Caravan“ (Kasachstan). Die Arbeitsgruppe, welche den Zoo Almaty inspizierte, deckte eine ganze Reihe von Verstößen auf. Es stellte sich heraus, dass die Tiere nicht ordnungsgemäß gepflegt wurden, Mitarbeiter aber Futter mitgehen ließen, das für die Tiere gedacht war.

 

18. Mai 2016: Nur Otan: „Zoo Almaty ist ein kranker Organismus“
Die Anzahl der Besucher in den letzten fünf Jahren blieb unverändert und beträgt über 470.000 im Jahr. Die Einnahmen stiegen und betrugen im vergangenen Jahr 350 Millionen Tenge. In seinen besten Jahren kamen bis zu 1 Million Besucher in den Zoo Almaty. (Aigerim Urdabajewa)

 

18. Mai 2016: Beim Zoo Almaty wurden weitere 240 ha Land entdeckt, Mitarbeiter wurden beim Diebstahl von Tierfutter erwischt
Es stellte sich heraus, dass der Zoo Grund und Boden im Gebiet Almaty besitzt. Gegenüber „Nur Otan“ berichtete der Direktor des Zoos, weshalb er 62 Mitarbeiter entlassen hatte, Raímbek Batalow erklärte emotional, dass er nicht die Absicht habe, den Zoo zu privatisieren. Im Auftrag des Akims von Almaty, Baúyrshan Baibek, wurde von der Partei „Nur Otan“ eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich ein eigenes Bild machen wollte von der gegenwärtigen Situation im Zoo der Stadt. Der stellvertretende Vorsitzende der Almatyer Filiale der Partei, Stanislaw Kankurow, bemerkte traurig, dass die Finanzierung des Zoos sich in acht Jahren verdoppelt habe, die Anzahl der im Zoo vertretenen Tierarten sich dennoch um ein Viertel verringert habe. Kankurow teilte mit, dass neben den 29 ha [andere Quellen, auch die Website des Zoos: 21 ha – d.Übers.] des Zoos selbst sich in seiner Verfügung noch 90 ha einer „Nebenwirtschaft“ im Dorf Baiserke und 150 ha „Safaripark“ im Gebiet Almaty befinden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe empfahlen im Prozess der Diskussion den verantwortlichen Personen, sich nicht um die eigene Tasche zu sorgen, sondern um das Leben der Tiere. Batalow und Karimow wurde geraten zu klären, „wer der Herr im Zoo ist“ und eine produktive Zusammenarbeit zu organisieren – zwischen Stiftung und Zoo. Auf Beschluss des Maslichats wurde der Zoo aus dem Verantwortungsbereich der Kulturverwaltung herausgenommen und der Verwaltung für Landwirtschaft und Tiermedizin übergeben. (Marija Garejewa)

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Schneeleopard im Zoo Wuppertal Oktober 2008 (Photo: Zoo Wuppertal)

 

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18. Mai 2016: Nur Otan: Arbeit des Hilfefonds für den Zoo Almaty ist undurchsichtig
Besonders bemerkenswert sei, dass der Gründer der Stiftung seinen Wunsch geäußert habe, den Zoo mit Hilfe des Fonds zu leiten. Zugleich habe es in letzter Zeit Versuche des Fonds gegeben, über die öffentliche Meinung Druck zu machen. „In Übereinstimmung mit Punkt 2 des Erlasses des Präsidenten der RK Nr. 172 ‚Über die Liste von Objekten, die keiner Übergabe zwecks Realisierung einer öffentlich-privaten Partnerschaft unterliegen‘ vom 14.01.2016 ist eine Übergabe des Zoos in eine Treuhandverwaltung nicht möglich infolge seiner Hinzuzählung zu den besonders geschützten Naturgebieten“, betonte der Abgeordnete des Maslichats. Auch wurden Versuche des Fonds aufgedeckt, Eigentum des Zoos zu verwalten. Gemäß der Vereinbarung zwischen dem Fonds und dem Unternehmen „Technodom Operator“ vom 07.10.2015 erweist Letzteres Sponsorenhilfe zur Rekonstruktion des Gebäudes Aquarium-Vogelhaus des Zoos mit einer Summe von 55 Millionen Tenge. Diesem Vertrag entsprechend verpflichtet sich die Stiftung, Werbematerialien des Sponsors im Zoo für eine unbestimmte Zeit unterzubringen, ohne dafür eine juristische Grundlage zu haben.

 

18. Mai 2016: Warum „Nur Otan“ gegen die Übergabe des Zoos Almaty an die private Stiftung Batalows ist
Die Partei „Nur Otan“ nimmt das Geschehen um den Zoo Almaty unter strenge Parteikontrolle, mit der Realisierung von Maßnahmen in dieser Richtung wurde bereits begonnen, betonte Stanislaw Kankurow. Im Zusammenhang mit der wachsenden Aufmerksamkeit der Einwohner Almatys und der Massenmedien gegenüber der Tätigkeit des Zoos Almaty wurde im Auftrag des Vorsitzenden der Almatyer Stadtfiliale der Partei „Nur Otan“, Baúyrshan Baibek, Ende April eine Arbeitsgruppe geschaffen, der Parteimitglieder, Abgeordnete des Maslichats und Mitglieder des Gesellschaftlichen Rates der Stadt Almaty angehören, sagt Kankurow. Nach der von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe angeführten Statistik beträgt die Gesamtfläche des Zoos Almaty heute 21,575 ha, außer der Nebenwirtschaft im Dorf Bajserke mit einer Fläche von 89,8 ha und dem Safaripark im Rajon Ili mit einer Fläche von 150 ha. Stanislaw Kankurow berichtete über die von der Arbeitsgruppe aufgedeckten Probleme. 1. Schwache Arbeit des veterinärmedizinischen Dienstes. Ursache: das Fehlen eines Cheftierarztes. Ungenügend eingespielte Wechselbeziehung zwischen den Revieren und der tiermedizinischen Abteilung. Bei der Inventur 2015 wurden Probleme mit der Gesundheit bei Tigern, Jaguaren und Leoparden festgestellt. Wie die Entwicklung zeigt, wurden keine wirksamen Maßnahmen ergriffen. 2. Schwache Arbeit der Leitung des Zoos zur Gewährleistung der Lebenstätigkeit der Tiere. Entsprechend den Empfehlungen des Koordinators des Programms der EARAZA für die Erhaltung und Vermehrung des Amurtigers sowie des Ko-Koordinators des Globalen Programms für die Verwaltung der Amurtigerpopulationen kann der Zoo möglicherweise aus dem Programm ausgeschlossen werden, wenn er seine Arbeit nicht entsprechend organisiert. 3. Veraltete Gehege und Infrastruktur. Die existierenden Gehege erlauben es nicht, Arbeiten zur Bereicherung des Lebensraumes der Tiere durchzuführen und entsprechen zum Teil nicht den Anforderungen an die Tierhaltung. 4. Nicht durchdachte Personalpolitik. Viele Entlassungen. So wurden vom 5. Oktober 2015 bis 4. Mai 2016 zweiundsechzig Mitarbeiter entlassen. Eine selektive Befragung der Gekündigten stellte fest, dass auch Mitarbeiter zur Kündigung gezwungen wurden. 5. Es fehlte ein Kontrollmechanismus bei der Fütterung der Zootiere. Es gibt Aussagen zur Aneignung von Futter durch Mitarbeiter des Zoos. 6. Inventur des Tierbestands, durchgeführt im Oktober 2015, zeigte, dass ein einheitliches System ihrer Durchführung fehlt. Hervorgehoben wird, dass Nachwuchs nicht erfassst wird. 7. Schwache Öffentlichkeitsarbeit, Misstrauen seitens der Bevölkerung infolge der Verheimlichung von Informationen über Todesfälle und Erkrankungen bei den Tieren, trotz Existenz eines Presse-Sekretärs und einer vorhandenen Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.
Was die private Stiftung „Sozialer Fonds Hilfe für den Zoo Almaty“ betrifft, dessen einziger Gründer und höchstes Organ Raímbek Batalow ist, bemerkte Stanislaw Kankurow, dass für 2015 von Sponsorenorganisationen auf das Konto des Fonds ca. 225 Millionen Tenge eingegangen sind. Die Ausgaben betrugen 69,4 Millionen Tenge und zum heutigen Tag sind auf dem Konto des Fonds noch 109,6 Millionen Tenge, als Bankeinlagen. Kankurow bemängelte in erster Linie fehlende Transparenz der Tätigkeit der Stiftung. Laut Kankurow lassen sich auch Absichten verfolgen, die Tätigkeit von Mitarbeitern des Zoos zu regeln. Kankurow sagte, die Übergabe des Zoos in Treuhandverwaltung sei nicht möglich, weil das Zooareal zu den besonders geschützten Naturterritorien gerechnet wird. (Torgyn Nurseítowa)

 

18. Mai 2016: Spezialisten für den Zoo Almaty werden im Ausland ausgebildet
In letzter Zeit haben aus verschiedensten Gründen 63 Mitarbeiter den Zoo verlassen. Gute Spezialisten will der Zoo zur Weiterbildung nach Helsinki schicken, dort werden sie ausgebildet in der Arbeit mit Katzenartigen. Geplant ist ein großes Seminar für Mitarbeiter, die mit großen Tieren arbeiten. Zoodirektor Kanat Karimow erinnert daran, dass der Zoo Almaty im Jahr 2017 seinen 80. Jahrestag begeht.

 

18. Mai 2016: Arbeitsgruppe schlug vor, Zoo Almaty „gehörig ‚aufzupumpen'“
Auf der Sitzung der speziell geschaffenen Arbeitsgruppe wurden Verstöße genannt, die aufgedeckt wurden im Verlaufe der Kontrolle des Zoos Almaty, berichtet Today.kz. Der Zoo wurde von den Mitgliedern der Gruppe als „schwer kranker Organismus“ bezeichnet. Dazu gehören die schwache Arbeit der Mitarbeiter, die veralteten Gehege und Infrastruktur, die nicht durchdachte Personalpolitik, der Zwang zu Kündigungen. Die Bestandsaufnahme der Tiere zeigte, dass zuverlässige Daten fehlen, die Tiere werden nicht mit Chips versehen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist schwach, obwohl es einen Presse-Sekretär gibt, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Filiale der Partei, der Abgeordnete des Maslichats von Almaty, das Mitglied der Arbeitsgruppe Stanislaw Kankurow. Der Vorsitzende des Kuratoriums und Gründer der privaten Stiftung „Sozialer Fonds Hilfe für den Zoo Almaty“, Raímbek Batalow, ist sich sicher, dass internationale Erfahrungen helfen werden, den Zoo aus der Krise zu führen. Als Vorbild könnte der Bildungs-Zoo in Hongkong dienen. Probleme sollten artikuliert und nicht nur vom Tod der Tigerin gesprochen werden. Zurzeit ist laut Batalow die Arbeit am Masterplan abgeschlossen, der dem Stadtrat Almatys vorgelegt wird. Der Zoo wurde vom Akimat Almatys aus der Zuständigkeit der Kulturverwaltung in die Zuständigkeit der Landwirtschaftsverwaltung übergeben, damit er effektiver arbeiten kann. Es soll erreicht werden, dass wieder eine Million Almatyer und ihre Gäste den Zoo besuchen, sagte der Abgeordnete des Maslichats Jerlan Stambekow.

 

18. Mai 2016: Unbequeme Fragen wurden dem Kuratorium des Zoos Almaty gestellt
Der stellvertretende Vorsitzende der Almatyer Stadtfiliale der Partei „Nur Otan“, Stanislaw Kankurow, deckte eine Reihe von Differenzen in der Arbeit des Kuratoriums des Zoos Almaty auf und bat um einige Erklärungen. Im Jahr 2015 wurden seitens der Sponsoren in den Fonds etwa 225 Millionen Tenge eingezahlt. Heute beträgt der Restbestand der Geldeinlage 109 Millionen Tenge. Kankurow verweist auf einige Verstöße. Der erste: es fehlen Transparenz und Offenheit für die Öffentlichkeit. Auch wurde beschlossen die Stiftung zu unterhalten mit Mitteln der Gründer, doch einige Mitarbeiter der Raimbek group, ohne zu ihr zu gehören, wurden finanziert nach Vertrag über die Bereitstellung von Dienstleistungen. Kankurow bat um eine erklärende Antwort. Er fügte auch hinzu, dass entsprechend der Anweisung von Präsident Nursultan Nasarbajew der Zoo nicht in Privathände übergeben wird, da er ein geschütztes Territorium ist. Er wolle keine Zeit verschwenden auf die unsinnige Privatisierung des Zoos, um so mehr, als das unmöglich sei, sagte Batalow. Aber eine öffentlich-private Partnerschaft gebe die Möglichkeit, mehr für den Zoo zu tun. Hier werde sich auch die Transparenz verbessen. Die Sponsoren wollen nicht in ein System investieren, das nicht transparent ist. Batalow gibt zu, man habe nicht rechtzeitig berichtet, aber auf der Website der Stiftung stehe alles. Es stimme, dass einige bezahlte Leute keine Mitarbeiter der Stiftung sind, doch sie arbeiten unmittelbar mit dem Zoo und ihre Arbeit müsse bezahlt werden. Die Zusammenarbeit von Stiftung, Akimat und Zoo werde es erlauben, die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern, erklärte Raímbek Batalow. Zur Bestätigung seiner Worte wurde ein Memorandum unterzeichnet über die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung „Kuratorium Zoo Almaty“, dem Akimat und dem Zoo. (Beksada Ischekenowa)

 

18. Mai 2016: Bericht des Zoos Almaty: Tiersterblichkeit ging zurück
Von Januar bis Mai 2016 besuchten den Zoo 85.737 Menschen, die Einnahmen vom Verkauf der Eintrittskarten betrugen 49.457.900 Tenge [132.323 Euro].

 

18. Mai 2016: Innerhalb von zehn Jahren sind im Zoo Almaty mehr als 1.000 Tiere gestorben
Seit 2006 tarben im Zoo Almaty 1.382 Tiere. Dabei spricht die Leitung des Zoos von einem Absinken der Sterblichkeit um 10%. Das sagte Zoodirektor Kanat Karimow auf der ersten Sitzung des Gesellschaftlichen Rates für die Kontrolle der Arbeit des Zoos. Gegenwärtig beherbergt der Zoo Almaty 5.204 Tiere aus 353 Arten und 6 Hybriden. Hauptsächliche Probleme im Tierbestand sind das Altern, fehlende Partner für die Bildung von Paaren und das Vorhandensein einer großen Zahl von Überschusstieren. Im Zusammenhang damit gibt es Verträge über Tausch und Erwerb von Tieren. So tauscht Almaty einen männlichen Schimpansen gegen eine weibliche Giraffe aus Rostow. Es gibt Verträge mit europäischen Zoos, z.B. aus Frankreich. In Baiserke [10 km nördlich von Almaty] wird ein Zuchtzentrum entstehen, teilte Karimow mit. (Beksada Ischekenowa)

 

17. Mai 2016: „Nur Otan“ übernahm die Kontrolle der Situation im Zoo Almaty
Almaty. Kazakhstan Today. Die Partei „Nur Otan“ nahm die Situation im Zoo Almaty unter ihre Kontrolle, wurde im Pressedienst der Almatyer Filiale der Partei mitgeteilt. Wie es in der Partei hieß, konzentrierte sich in letzter Zeit die große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Zoo Almaty in Verbindung mit Erkrankungen und Sterben von Tieren. In diesem Zusammenhang werden im Auftrag des Vorsitzenden der Stadtfiliale der Partei, Almatys Akim Baúyrshan Baibek, dringende Maßnahmen ergriffen, die es gestatten, die Tätigkeit des Zoos insgesamt zu verbessern.

 

16. Mai 2016: In den Zoo Almaty werden Gorillas, Rote Pandas und ein freundliches Quokka kommen
Der Zoo Almaty wird umgestaltet entsprechend internationalen Standards. Der Zoo wird nach Kontinenten aufgeteilt – Afrika, Asien und Arktis, es werden neue Freigehege entstehen. Der soziale Fonds „Hilfe für den Zoo Almaty“ berichtete über die großartigen Pläne für die bevorstehende Rekonstruktion. Die Tiere werden nach zoogeografischen Gesichtspunkten präsentiert: kaltes und tropisches Asien, Madagaskar, Australien, Nord- und Südamerika, Eurasien u.a. Das „kalte Asien“ wird vertreten sein durch Amurtiger, Schneeleoparden, Isabellbären und sibirische Braunbären, Wölfe, Luchse, Amurleoparden, Huftiere der kasachstanischen Steppe und Vögel. In dieser Klimazone werden den Besuchern erstmals Kropfgazellen vorgestellt. Im „tropischen Asien“ werden neben den schon allen bekannten Gibbons und Siamangs neue Bewohner gezeigt: den Tierbestand komplettieren Orang-Utans, Nasenaffen, Languren, Wanderus, Zwergotter, Binturongs, Bengaltiger und Rote Pandas. „Afrika“ wird eine richtige Savanne und ein Wald, in einer Gemeinschaftsanlage werden leben Giraffen, verschiedene Antilopen, Strauße, Zebras. Hier werden leben Hyänen, Löwen, Geparden, Nashörner, Flusspferde, Schimpansen, schwarzweiße Stummelaffen und erstmals werden geholt Gorillas, Brillenpinguine, Honigdachse und Erdferkel. „Madagaskar“ werden bewohnen Rote und Schwarzweiße Varis, Kattas und Fossas. In „Südamerika“ werden angesiedelt Mähnenrobben, Großer Ameisenbär, Nandu. Tapire, Capybaras und Jaguare erhalten einen neuen Lebensraum. Nach einer Information des sozialen Fonds „Hilfe für den Zoo Almaty“ wird es eine große Anzahl von Papageien und anderen Vögeln geben. „Nordamerika“ macht die Besucher bekannt mit Skunks, Waschbären, Pumas, Vielfraßen, Weißkopfseeadler. „Arktika“ bietet die Möglichkeit, herrliche Bedingungen für Eisbären, Polarfüchse und Schnee-Eulen zu schaffen. „Eurasien“ wird vertreten sein durch Hirsche, eine große Anzahl von Vögeln. Erstmals wird es eine Anlage für die Kaspische Robbe geben. (Ajnur Kaípowa)

 

16. Mai 2016: Tierbestands-Konzeption für Masterplan der Rekonstruktion des Zoos Almaty veröffentlicht
Die Kosten für die Erarbeitung des Planes betragen 150.000 Euro. Die detaillierte Arbeit am Masterplan begann im November 2015 durch die Kuratorin der Sammlung vom Fonds, Angelina Kotenko, bei Mitarbeit von Peter Rasbach. Das Team von Raímbek Batalow stellte Details des Generalplans für den Zoo vor. Die Konzeption des Tierbestands für den Masterplan sieht eine völlige (90%) Neugestaltung des Zoos nach geografischem Prinzip vor. Der Plan zeigt die Schaffung neuer, bequemer und sicherer Freigehege. Besondere Aufmerksamkeit in der neuen Konzeption ist der Verbesserung der Tierhaltung und dem Bau überdachter (winterfester) Häuser gewidmet. Im Tierbestand des Zoos werden nach der Erneuerung Tiere von fünf Kontinenten vertreten sein. Sie werden in zoogeografischen Zonen präsentiert: 1. Kaltes Asien 2. Tropisches Asien 3. Afrika (Savanne) 4. Afrika (Wald) 5. Madagaskar 6. Australien 7. Nordamerika 8. Südamerika 9. Eurasien 10. Aktis.

 

16. Mai 2016: Im Zoo Almaty überflüssiges Personal entdeckt
Die Anzahl der Festangestellten des Zoos Almaty ist mindestens auf das Doppelte aufgebläht. Zu dieser Schlussfolgerung kamen französische Experten, nachdem sie ungefähre Berechnungen angestellt hatten, als sie im Jahr 2013 eine Wirtschaftsprüfung durchführten. Die französischen Spezialisten, Zoo-Consultantin Laurence Colas, Veterinär-Consultant Cédric Libert und ihr Kollege Anjouan Valle d’Oro-Besier [?] führten eine Wirtschaftsprüfung des Zoos Almaty durch im Auftrag des städtischen Akimats bereits im Jahr 2013. Und bereits damals verwiesen sie auf eine Menge Fakten zum Missbrauch von Mitteln durch die Verwaltung, die man hätte lenken können auf die Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen. In den vergangenen drei Jahren hat sich fast nichts verändert, der Bericht der Wirtschaftsprüfer wurde auf die lange Bank geschoben und seine Existenz wurde schnell vergessen. Die Angaben über die Anzahl des im Zoo Almaty arbeitenden Personals studierend (das waren zu der Zeit 273 Personen), haben die französischen Gäste lange versucht zu verstehen, wer von diesen Leuten wofür verantwortlich ist. Die Anzahl des Betreuungspersonals in Bezug setzend zur Fläche des Zoos und der Anzahl der zu betreuenden Tiere, kamen die Experten zu dem Schluss, dass die Anzahl der Mitarbeiter überhöht und unzweckmäßig ist.

 

13. Mai 2016: Zoo Almaty beschloss, einen neuen Tiger zu kaufen
Der Zoo Almaty, in dem am 8. Mai die Tigerin Kuralai starb, beschloss den Erwerb eines neuen Tigers. Die Raubkatze wird im Herbst dieses Jahres kommen, den Zoo selbst erwarten radikale Veränderungen. Der Zoo Almaty werde sich so verändern, dass man ihn nicht wiedererkennt. Bald entsteht hier ein neues Aquarium, mit Haien und vielen anderen erstaunlichen Fischen, es werden bequeme moderne Freigehege und Käfige für Säugetiere und Vögel errichtet. In den Zoo sollen neue vierfüßige Bewohner aus Deutschland und Russland gebracht werden. Für die Rekonstruktion des Aquariums werden 55 Millionen Tenge zur Verfügung gestellt. Außerdem werden im Zoo moderne Anlagen und Häuser von europäischem Standard für Schneeleoparden, Tiger, Wölfe und Bären gebaut. (Autoren der Quelle: Il’sat Aktschurin, Amirbolat Kussaínow, Walerij Taúbaldijew)

 

12. Mai 2016: Eine Million Dollar im Zoo Alamaty „verloren“
Sogar eine oberflächliche Wirtschaftsprüfung des Zoos Almaty, durchgeführt von Sachverständigen aus Frankreich bereits im Jahr 2013, „fand“ allein in den Ausgaben für die Ernährung der Tiere fast eine Million verschwundene Dollar. Das Auf und Ab und die Wehen rund um das weitere Schicksal des Zoos Almaty wirbelten nicht nur eine Masse unangenehmer Probleme auf, sondern riefen auch eine Menge Fragen hervor. Die wichtigste davon: Weshalb befindet sich die beliebteste Erholungsstätte der Almatyer die ganze Zeit am Rande des Überlebens, wenn (nach Angaben von 2013) ihr Gesamtbudget über 3 Millionen Dollar beträgt? Eine Antwort darauf konnten die französischen Spezialisten geben, die im Auftrag des städtischen Akimats im Jahr 2013 durchführten „Eine vorläufige Wirtschaftsprüfung zu Fragen, wie man den Zoo der Stadt Almaty angleicht an internationale Normen und Forderungen der Entwicklung“. Die Schlussfolgerungen der ausländischen Experten in aller Kürze: Die Infrastruktur des Zoos ist in einem jämmerlichen Zustand, die Tiere leben nicht, sie sind mit Überleben beschäftigt, Fachleute (der Ausbildung nach) gibt es unter den Mitarbeitern fast keine, das Personal ist auf mehr als das Doppelte aufgebläht. Doch die Hauptsache, das Futter, das für die Tiere gekauft wird, ist sogar nach europäischen Preisen in direktem Sinne des Wortes golden. […] Regelmäßig sind in der Verwaltung des Zoos Klagen zu hören, dass Mittel fehlen und, dass man die von den Mäzenen gesammelten Gelder nicht sieht. Dabei wird bescheiden verschwiegen, dass gerade für die Gelder der Mäzene das neue Aquarium gebaut wird, bald mit dem Geld der Wohltäter Freigehege für Schneeleoparden, Bären und Wölfe erneuert, genauer, erarbeitet und praktisch von null gebaut werden. Die Ursache für die Klagen ist höchstwahrscheinlich eine einfache – die Verwaltung hat keinen direkten Zugang zu den Mittel der Mäzene, weil die Verwendung dieser Mittel vom Kuratorium des „Sozialen Fonds Hilfe für den Zoo Almaty“ kontrolliert wird. Wahrscheinlich sorgt gerade dies für Verstimmungen in der Leitung des Zoos. (Autor der Quelle: Aleksandr Miroglow)

 

11. Mai 2016: In der Raímbek-Holding wurde über den Entwurf der Rekonstruktion des Zoos in Almaty berichtet
Wegen häufig gestellter Fragen zur Tätigkeit des Sozialen Fonds Hilfe für den Zoo Almaty und des Kuratoriums wird eine Serie von Informationsmaterialien über die Tätigkeit der Stiftung veröffentlicht, heißt es auf den Facebook-Seiten von Raímbek. Weiter wird die Geschichte der Frage angeführt, die im Jahr 2013 begann. Beginnen müsse man sicher 2013, als dank der Einmischung seitens Raímbek Batalows drei junge, im Zoo Almaty geborene Amurtiger vor dem Verkauf an einen Zirkus bewahrt wurden. Die Geschichte gelangte bis zum Akim der Stadt, welcher, als er den jämmerlichen Zustand des Zoos sah, dem Geschäftsmann vorschlug, die Initiative in seine Hände zu nehmen und beim Zoo einen Gesellschaftlichen Aufsichtsrat zu schaffen, heißt es in der Information. Damals, darauf wird in der Mitteilung verwiesen, traten in den Gesellschaftlichen Rat ein Raímbek Batalow, Sergej Skljarenko, Jelena Kukele, Angelina Kotenko, Askar Bajtassow, Kajrat Kul’bajew u.a. Dem Rat wurde die Aufgabe gestellt, dem Zoo Almaty zu helfen, ein vorbildliches Touristenobjekt zu werden. (Autorin der Quelle: Maija Tenisbajewa)

 

11. Mai 2016: Obduktion zeigte, woran Tigerin Kuralai starb
Die Obduktion wurde an dem Tag durchgeführt, an dem Kuralai gestorben war – am 8. Mai 2016. Dafür wurde ein unabhängiger Pathologe aus der Kasachischen Nationalen Agraruniversität eingeladen. Das war kein Mitarbeiter des Zoos Almaty. Der Pathologe stellte folgende Diagnose: alveoläre Pneumonie [?]. Außerdem zeigte die Obduktion, dass die Tigerin eine Dystrophie des Herzmuskels sowie eine Hyperämie der Gehirngefäße hatte. Als Folge begann bei der Tigerin ein entzündlicher Prozeß im Dünndarm, eine Entzündung der Nieren, betonte Agybai Ashibajew. Der Leitung des Zoos fiel es schwer, Schuldige am Tod der Katzenartigen im Zoo zu nennen. Er könne jetzt niemand die Schuld geben am Tod der Schneeleoparden und der Tigerin Kuralai. Es sei nicht auszuschließen, dass diese Tiere von Vögeln angesteckt wurden, also Spatzen, Tauben, Elstern, Krähen. Die Kompetenz der Tierärzte des Zoos wurde mehrfach einer Kritik unterzogen. Kapital.kz versuchte zu klären, ob das Problem vielleicht auch daran lag, dass Tierärzte fehlten. Doch aus dem Gespräch mit Agybai Ashibajew folgte, dass es genügend Tierärzte gab. (Autorin der Quelle: Anna Widjanowa)

 

11. Mai 2016: Im Zoo Almaty wurden die Ursachen des Todes von Tigerin Kuralai genannt
Im Zoo Almaty wurden die Ergebnisse der Obduktion der verendeten Tigerin Kuralai verkündet. Die Raubkatze wurde zugrunde gerichtet von Pneumonie, Anämie, Erschöpfung und wundgelegene Stellen. In den letzten Lebenstagen erstarrten ihre Lungen fast vollständig, das Gehirn lief voll Blut. Kuralai starb ihren – äußerst qualvollen – Tod, obwohl der Leitung des Zoos mehrfach geraten wurde, die Großkatze von ihren Leiden zu erlösen und sie einzuschläfern. Während die einen erfolglos an geschlossenen Türen klopfen, können andere ohne Schwierigkeit durch sie hindurch gehen. Zu denen gehört der Vertreter der Firma, die im Zoo die Aquarien saniert. Er bekennt: man könne tatsächlich mitfühlen mit den Tieren. Die Tiere würden unter ungeeigneten Bedingungen gehalten. In der ganzen Zeit, in der Widrigkeiten den Zoo verfolgen, stellte sich der Direktor nur einige Male den Journalisten. Auch heute muss sein Stellvertreter auf die unangenehmen Fragen antworten. Akbai Ashibajew bekennt: nach dem Tod Kuralais kann man die Kompetenz des ganzen veterinärmedizinischen Dienstes des Zoos anzweifeln. Die Ergebnisse der Obduktion sind abschreckend. Und noch vor zwei Wochen wurde im Zoo versichert, dass die Raubkatze wieder auf die Beine kommt.

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Die zwei anderen Schneeleoparden im Berliner Tierpark

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11. Mai 2016: Über 500 Tiere starben im Zoo Almaty in den letzten fünf Jahren
Innerhalb von fünf Jahren starben im Zoo Almaty 570 Tiere verschiedener Arten, das ergab sich aus der Antwort des Akimats der Stadt auf eine offizielle Anfrage von Tengrinews.kz. Im Jahr 2012 starben 144 Tiere, im Jahr 2013 verendeten 167 Exemplare, im Jahr 2014 starben 136 Individuen, im Jahr 2015 waren es 100 und seit Beginn des Jahres 2016 starben 23 Tiere. Zurzeit werden im Zoo Almaty insgesamt 5.169 Tiere aus 355 Arten gehalten. Die Fläche des Zoos beträgt 21,5 ha. Nachzuchten gab es 224 im Jahr 2012, 132 im Jahr 2013, 228 im Jahr 2014, 163 im Jahr 2015 und 23 seit Beginn des Jahres 2016. Insgesamt 770 Individuen. 85 Prozent der verstorbenen Tiere starb aus Altersgründen. Davon waren nur 10% Tiere, deren Arten auf der Roten Liste stehen. Jetzt ist der Zoo Almaty ein staatliches kommunales Unternehmen, das sich in der Zuständigkeit der Kulturverwaltung der Stadt Almaty befindet. Zurzeit gibt es Überlegungen, den Zoo Almaty der Landwirtschaftsverwaltung der Stadt Almaty zu übergeben. (Rosa Jessenkulowa)

 

11. Mai 2016: Die Tragödie ist zu Ende
Ungeachtet der Empfehlungen des Cheftierarztes des Moskauer Zoos, Michail Al’schinezkij, die leidgeprüfte Tigerin Kuralai unverzüglich einzuschläfern, entschied die Leitung des Zoos Almaty anders und ließ es zu, dass das Tier sich noch einige Tage quälte. Bekanntlich war Michail Al’schinezkij speziell nach Almaty gekommen auf Einladung des Vorsitzenden des Kuratoriums des sozialen Hilfefonds für den Zoo, Raímbek Batalow, und des städtischen Akimats, um den Zustand der kranken Tigerin einzuschätzen. Nach der Untersuchung brachte der Spezialist sein Befremden zum Ausdruck hinsichtlich der Behandlungsmethoden und er versicherte, dass der Tigerin schon nichts mehr helfen könnte; er riet, ihren Qualen ein Ende zu bereiten. Trotzdem setzten die einheimischen Tierärzte ihre Versuche fort, die ohne Erfolg blieben. Kuralai war über vier Monate krank. Bei ihr wurde eine Lungenentzündung festgestellt, aber auch eine Erkrankung der Nieren. Infolge längerer Unbeweglichkeit hatten sich am Körper des Tieres wundgelegene Stellen und Wunden gebildet. Allgemeine Aufmerksamkeit zog die Tigerin im April des laufenden Jahres auf sich, als im Internet eine Information auftauchte, das Tier werde von Schamanen behandelt. Der Zoodirektor jedoch dementierte diese Information und erklärte, Kuralais Zustand werde von den besten Tierärzten der Stadt beobachtet. (Anna Gontscharowa, Almaty)

 

9. Mai 2016: Aktivisten fordern die Aufnahme neuer Tiere in den Zoo Almaty zu verbieten
Wegen der hohen Sterblichkeit der Tiere im Zoo Almaty fordert der Gesellschaftliche Fonds „Kare-sabota“ ein Verbot einzuführen, die Aufnahme von Tieren betreffend, bis sich die Bedingungen im Zoo geändert haben. In den letzten zehn Jahren habe sich der Tierbestand im Zoo Almaty um ein Drittel verringert. Dabei gab es seit 2009 sechs, sieben Leiter. Heute sehe man, dass der Direktorenwechsel die Situation nicht verbessere, da die Probleme mehr globaler Natur sind, angefangen vom Gehalt der Mitarbeiter bis hin zu ihrer Ausbildung. Man wolle internationale Organisationen einbeziehen mit der Bitte, die Aufmerksamkeit auf die Haltungsbedingungen und die vielen Sterbefälle im Zoo zu richten. Den hauptsächlichen Schwerpunkt setze man auf ein Verbot der Aufnahme neuer Tiere bis zur Beseitigung aller Probleme, die zum Tod von Tieren führen, insbesondere der auf der Roten Liste stehenden, erklärte die Präsidentin von „Kare-sabota“, Julija Kowalenko. Sie bemerkte, die Rekonstruktion des Zoos sei keine Aufgabe für einen Monat, sondern eine große Sache und könnte sich über Jahre hinziehen. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag starb Amurtigerin Kuralai, ein Pflegling des Zoos Almaty. Die Großkatze war seit Anfang 2016 krank. Alle Kasachstaner machten sich Sorgen um das Tier. Kuralai sei gegen vier Uhr morgens gestorben, sagte der stellvertretende Zoodirektor, Akbai Ashibajew. Eine halbe Stunde zuvor hätte ihn der diensthabende Tierarzt angerufen und ihm die Verschlechterung ihres Zustands mitgeteilt. Die letzten zwei Tage habe die Tigerin keinen Appetit gehabt und man habe ihr unterstützende Präparate eingeführt. Zurzeit kläre der Pathologe die Todesursache. Wie bekannt, wurde Kuralai am 4. Mai vom Cheftierarzt des Moskauer Zoos, Michail Al’schinezkij, untersucht. Nachdem er eine unerfreuliche Diagnose gestellt hatte, empfahl der russländische Tierarzt nachdrücklich, die Tigerin einzuschläfern. Al’schinezkij kommentierte: Die Frage des Wohls des Tieres kann nicht politisiert werden. Und der Zoo Almaty, der Mitglied der EAZA ist, ist verpflichtet, den ethischen Kodex dieser Organisation zu beachten, indem er Kuralai „Freiheit von Schmerzen“ gewährt. Er meine, der einzig richtige Ausweg in dieser Situation ist Euthanasie. Die Tigerin befindet sich in einem solchen Zustand, dass sie zu retten leider nicht möglich ist. Doch die Leitung des Zoos Almaty war der Ansicht, jeder soll bei seiner Meinung bleiben und weigerte sich, die Tigerin einzuschläfern. (Beksada Ischekenowa, Almaty)

 

8. Mai 2016: Im Zoo Almaty starb Tigerin Kuralai
Amurtigerin Kuralai, die lange krank war und deren Schicksal die kasachstanische Öffentlichkeit verfolgte, starb in der Nacht zum Sonntag. Die genaue Todesursache werde nach der Obduktion feststehen. Als die Öffentlichkeit vom schwierigen Zustand des Tieres erfuhr, untersuchte es am 3. Mai der nach Almaty gekommene Cheftierarzt des Moskauer Zoos, Michail Al’schinezkij. Laut Al’schinezkij war die Ursache des Zustands der Tigerin höchstwahrscheinlich eine Geschwulsterkrankung – so die vorläufige Schlussfolgerung. Der Moskauer Cheftierarzt sagte, die Tigerin habe keine Chance auf Genesung und es wäre besser, sie einzuschläfern. Er teilte auch mit, dass das Tier unter starken Schmerzen leidet. Die Tigerin hatte wundgelegene Stellen, welche die Hüftbeine zeigen, sie war stark unterernährt, sie bewegte sich praktisch nicht. In der Nacht vom 7. zum 8. Mai starb das Tier.

 

8. Mai 2016: Im Zoo starb Tigerin Kuralai
Am Sonntag, dem 8. Mai, starb nach langer unbekannter Krankheit das Tier, das in der letzten Zeit zum Symbol der ernsthaften Probleme im Zoo Almaty wurde. Von der Krankheit des Tieres erfuhr die Öffentlichkeit Ende April, als Foto- und Videomaterialien veröffentlicht wurden. Jedoch war offensichtlich, dass Kuralai bereits lange krank war – das Tier war sehr dürr und am Körper waren tiefe wundgelegene Stellen sichtbar. Anfang Mai besuchte auf Einladung von Geschäftsmann Raímbek Batalow der Cheftierarzt des Moskauer Zoos, Michail Al’schinezkij, den Zoo Almaty. Al’schinezkij äußerte die Meinung, dass es nicht gelingen werde, die Großkatze zu retten und jeder Tag des Lebens für diese eine Qual sei. Der Tierarzt empfahl, Kuralai einzuschläfern. Doch die Leiter des Zoos entschieden sich dafür, den Rat des externen Tierarztes nicht zu befolgen. Kuralais Geschichte ist nur einer aus einer Serie von Skandalen, die mit dem Zoo Almaty zusammenhängen. (Amina Dshalilowa)

 

8. Mai 2016: Todesursache von Tigerin Kuralai im Zoo Almaty unbekannt
Der Tierkörper wird zur Obduktion geschickt. Das erfuhr informburo.kz vom stellvertretenden Direktor des Zoos Almaty, Agibai Ashibajew. Man müsse die Todesursache klären. Es werden Analysen und Proben genommen. Danach werde man wissen, woran Kuralai genau starb und ob die Diagnosen der Tierärzte richtig waren, sagt Agibai Ashibajew. Bekannt wurde, dass die gesundheitlichen Probleme der Tigerin Anfang 2016 begannen. Das Tier fing an, schlagartig abzunehmen, es verlor den Appetit. Die Tierärzte diagnostizierten eine Erkrankung der Lungen und der Nieren. Bereits mitgeteilt wurde, dass zwischen der Leitung des Zoos Almaty und dem Kuratorium ernsthafte Kontroversen entstanden bezüglich der Frage, ob die kranke Tigerin Kuralai eine Chance auf Leben habe. Auf Einladung des Vorsitzenden des Kuratoriums, Raímbek Batalow, wurde der Cheftierarzt des Moskauer Zoos zu dem Tier gelassen, der eindeutig schlussfolgerte: die Tigerin quält sich, eine Chance auf Genesung gibt es nicht, das Tier muss eingeschläfert werden. Vorher tauchte eine Information auf über nichttraditionelle Behandlungsmethoden der Tigerin, die im Zoo angewandt werden. Insbesondere wurde behauptet, dass ein gewisser Schamane versuche, Kuralai zu retten. Doch der Pressesekretär des Zoos, Michail Sorokoúmow, dementierte diese Information. Seit 2015 wurde versucht, das Tier zu heilen, aber ohne Erfolg. Wie die früher gestorbenen Schneeleoparden hatte die Tigerin Lungenentzündung. Erschreckende Fotos der Tigerin wurden von ungenannten Mitarbeitern des Zoos aufgenommen. Auf den Fotos liegt die sich nicht aufrichtende Kuralai mit Wunden und wundgelegenen Stellen am Körper in einem Käfig. Danach weilten im Zoo der Regisseur Nurtas Adambai und der Fernsehproduzent Adil‘ Lijan. Sie statteten Zoodirektor Kanat Karimow einen plötzlichen Besuch ab, mit dem Ziel, persönlich die sechsjährige Tigerin Kuralai zu sehen. Nurtas Adambai schlug dem Direktor des Zoos Almaty vor, im Käfig der sterbenden Tigerin zu leben. Er sprach sich auch dafür aus, den Zoo Almaty ganz und gar zu schließen. (Ajnur Kaípowa)

 

5. Mai 2016: Im Zoo Almaty weigert man sich, den Empfehlungen des Moskauer Tierarztes nachzukommen
Im Zoo Almaty weigert man sich, der pessimistischen Prognose des Moskauer Tierarztes zu glauben, welcher der Tigerin Kuralai den Tod prophezeite. Ungeachtet der Aussage des Spezialisten, das Tier quäle sich und es sei sogar aus ethischen Überlegungen heraus vernünftig, dieses einzuschläfern, glaubt man im Zoo daran, dass Kuralai wieder gesund wird. Niemand im Zoo denkt auch daran, auf die Empfehlungen Michail Alschinezkijs zu hören, welche die Behandlung einer weiteren kranken Tigerin, Rada, und den Eisbären Alkor betreffen. Die Tigerin sei schon alt, sagt Akbai Ashibajew. Es sei möglich, dass die Ursachen ihres Verhaltens psychische sind. Man könne keine Magnetresonanztomographie von ihr machen, „da solche Apparate für Tiere bei uns nicht vorgesehen sind. Wie stellen Sie sich das vor? Sollen wir sie in ein Krankenhaus für Menschen bringen? In welcher Klinik erlaubt man, einen Tiger mitzubringen?“ Michail Alschinezkij kam nach Almaty auf Einladung des Leiters des Kuratoriums des Zoos, Raímbek Batalow, des Akimats von Almaty und der Partei „Nur Otan“, welche eine öffentliche Untersuchung der Situation im Zoo initiiert hatte. Batalow hatte sich schon früher dafür ausgesprochen, die Tigerin Kuralai einzuschläfern. (Dana Kruglowa)



5. Mai 2016: Tigerin Kuralai stand auf und fraß
Das Tier, das bereits einige Wochen schwer krank ist und nach Meinung eines Experten keine Überlebenschance hat, nimmt auf diesem Video Nahrung zu sich. Die Aufzeichnung stammt wahrscheinlich vom 1. Mai, in das Netz gestellt wurde sie am 5. Mai. Am 4. Mai aber wurde bekannt, dass der Cheftierarzt des Moskauer Zoos, Michail Al’schinezkij, nachdem er Kuralai untersucht hatte, zu der Schlussfolgerung gelangte, dass es keine Überlebenschancen gibt und die Großkatze sich stark quält. Der Doktor aus Russland empfahl, die Tigerin einzuschläfern, doch die Leitung des Zoos hofft auf eine Genesung des Tiers. Kuralais Schicksal wie auch das Verschwinden der Schneeleoparden, der Tod eines Schimpansen und der keinen Optimismus einflößende Gesundheitszustand anderer Tiere machten in den letzten Wochen die Situation im Zoo Almaty zu einem der Hauptthemen für Journalisten. (Amina Dshalilowa)

 

5. Mai 2016: Leute – ihr seid Tiere. Die im Zoo Almaty sterbende Tigerin Kuralai ist schon nicht mehr zu retten
Die Empörung der Almatyer kannte keine Grenzen, denn die Verwaltung des Zoos versichert weiter, dass die sechsjährige Tigerin auf dem Wege der Besserung ist und es keinen Anlaß gebe für Besorgnis. Und endlich kam Tierarzt Michail Al’schinezkij aus Russland nach Almaty. Nach der ersten Untersuchung erklärte er, die Tigerin müsse eingeschläfert werden, damit sie von ihren Leiden erlöst werde. Mehr noch, der Moskauer Spezialist brachte sein Befremden zum Ausdruck aus Anlass der Behandlung der Tigerin mit „Phönix-Elixier“ und „Phönix-Elixier: die drei Juwelen“, den Immunmodulatoren Immunorm und Camedonum sowie mit Impfstoff gegen Flechte. Auch staunte Michail Al’schinezkij über den neben dem Käfig aufgestellten Luft-Ionisator, der angeblich einen heilenden Effekt auf das Tier ausüben soll. Die Anwendung eines Ionisators ist nur in geschlossenen Räumen sinnvoll, bemerkte der Tierarzt. Bleibt nur zu beten für die Pfleglinge des Zoos Almaty. Schneeleoparden sind gestorben, jetzt ist die Tigerin an der Reihe. Wer ist der nächste auf der Todesliste? Möglicherweise haben die Tierschützer recht und der Zoo sollte besser geschlossen werden? (Tatjana Alad’ina)

 

5. Mai 2016: Erklärungen der Leitung des Zoos, dass es der Tigerin besser geht, fanden eine visuelle Bestätigung
Trotz der Schlussfolgerung des Cheftierarztes des Moskauer Zoos, dass die Tigerin im Zoo Almaty keine Überlebenschance habe, hat die Leitung des Zoos Almaty in Gestalt des Direktors, Kanat Karimow, und des stellvertretenden Direktors, Akbai Ashibajew, mehrfach bestätigt, dass Kuralai auf dem Wege der Besserung sei. Doch den Worten folgten keine Beweise – als Vertreter der Öffentlichkeit Zutritt erhielten zum veterinärmedizinischen Bereich, lag die Tigerin unbeweglich, rührte weder Futter noch Wasser an, es tat einfach weh, das Tier anzusehen. Doch die Leitung des Zoos bleibt dabei: die Behandlung muss fortgesetzt werden. Auf YouTube erschien heute ein Video, das diese Position der Leitung unterstützt. Hier ist wirklich zu sehen, wie das Tier sich auf die Vorderpfoten stellt und auf den stark geschädigten hinteren Extremitäten zu stehen versucht, Fleisch kaut und ein ruhiges Knurren von sich gibt. Offensichtlich wurde das Video am 1. Mai aufgenommen. Den Rat, die Tigerin einzuschläfern, gab der Moskauer Spezialist Michail Al’schinezkij drei Tage später.

 

5. Mai 2016: Leitung des Zoos Almaty traf keine Entscheidung über das weitere Schicksal der Tigerin Kuralai
Journalisten der Redaktion erfuhren aus Quellen, die anonym bleiben wollen, dass die Tigerin Kuralai weiter von kasachstanischen Tierärzten behandelt wird. Der Mitarbeiter des Zoos Almaty, Michail Sorokoúmow, weigerte sich, diese Information zu kommentieren. Sorokoúmow teilte mit, dass die Leitung des Zoos nächste Woche eine Pressekonferenz organisiert, auf der sie über das weitere Schicksal der kranken Tiere informieren wird. Außer Kuralai waren im Zoo Almaty eine weitere Tigerin, Rada, und ein Eisbär erkrankt. Nachdem Almatyer Tierärzte die erkrankten Tiere behandelt hatten, hatte der Geschäftsmann Raímbek Batalow auf seine Kosten den Cheftierarzt des Moskauer Zoos, Michail Al’schinezkij, in den Zoo Almaty eingeladen; dieser empfahl, Kuralai von den Schmerzen zu erlößen und das Tier einzuschläfern.

 

5. Mai 2016: Leitung des Zoos Almaty hofft immer noch die Tigerin Kuralai heilen zu können
Die Tierärzte des Zoos Almaty hoffen noch, dass es Tigerin Kuralai wieder besser geht. Auch nach der Schlussfolgerung des Moskauer Spezialisten blieben die kasachstanischen Tierärzte bei ihrer Meinung. „Dieser Mensch kam für einen Tag, untersuchte und fuhr wieder weg, aber wir sind jeden Tag mit Kuralai zusammen. Und wir sehen, dass das Tier natürlich nicht kuriert ist, es ihm aber besser geht“, sagte der stellvertretende Zoodirektor, Akbai Ashibajew, zu Fernsehjournalisten. (Beksada Ischekenowa
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5. Mai 2016: Leitung des Zoos Almaty weigert sich, kranke Tigerin einzuschläfern
Laut Information des Portals radiotochka.kz, teilt die Leitung des Zoos Almaty nicht die Meinung des Cheftierarztes des Moskauer Zoos, Michail Al’schinezkij, der die kranken Tiere in Almaty untersuchte. Der stellvertretende Almatyer Zoodirektor Ashibajew verwies auf die Ergebnisse der Blutuntersuchungen, die gestern eintrafen, sie waren vor zehn Tagen nach Deutschland geschickt worden. Und alle diese Ergebnisse habe man vorgelegt, deshalb kann er, Ashibajew, nicht sagen, warum er, Al’schinezkij, sie nicht gesehen hat. (Nikolai Iwaschtschenko)

 

4. Mai 2016: Auf Anraten des Tierarztes sollte etwas öfter das Wasser gewechselt werden im Becken des kranken Bären im Zoo Almaty
Der Cheftierarzt des Moskauer Zoos, beteiligt an der Tierarztgruppe der EARAZA, ordentliches Mitglied der WDA (Wild Disease Association), Michail Al’schinezkij, gab Empfehlungen für die Haltung des Eisbären Al’kor im Zoo Almaty. Insbesondere empfahl er, öfter das Wasser im Becken des kranken Bären zu wechseln. Außerdem, so der Spezialist, sei eine Röntgenuntersuchung der Zähne des Tieres erforderlich, um zu klären, ob der gebrochene Eckzahn extrahiert werden muss oder ob er therapeutisch behandelt werden kann. Untersucht werden müsse auch eine Neubildung auf der Kopfhaut – Röntgen und Biopsie. Unbedingt müsse die Umwelt des Tieres bereichert werden – mit Spielzeug und besonderen Fütterungsmethoden, bemerkte Al’schinezkij. (Rosa Jessenkulowa)



14. Apr. 2016: Für das Sterben der Schneeleoparden bekamen Mitarbeiter des Zoos Almaty einen Verweis
Einer von ihnen, ein ehemaliger Tierarzt, wurde bereits 2013 entlassen. Der ihn ablösende Mitarbeiter erhielt 2015 einen Verweis wegen nachlässigem Verhalten gegenüber seinen Pflichten. Wie in der territorialen Inspektion des Ausschusses für veterinärmedizinische Kontrolle und Aufsicht für die Stadt Almaty als Antwort auf eine offizielle Anfrage des informburo.kz mitgeteilt wurde, wurden vier der verstorbenen Schneeleoparden (Lider und Pirat aus Kirgistan, Arylan aus Frankreich, Sneshana aus der Tschechischen Republik) aufgenommen laut Empfangsdokumenten, die vom Cheftierarzt des Zoos Almaty, A.A. Kuderin, unterzeichnet waren. Es wird klargestellt, dass der Tierarzt die Quarantänemaßnahmen nicht durchgeführt hat. In der territorialen Inspektion wurde mitgeteilt, dass von diesen vier Schneeleoparden zwei Tiere, die in Kirgistan erworben wurden, von Cheftierarzt Kuderin angenommen wurden mit körperlichen Defekten und Augenerkrankungen. Für die zugelassenen Verstöße erhielt Cheftierarzt A.A. Kuderin einen strengen Verweis am 16. Mai 2013 wegen des unbefriedigenden Zustands der Tiere des Reviers „Raubtiere“, später wurde er aus dem Zoo entlassen, heißt es in der Antwort der Inspektion. Außerdem, wird mitgeteilt, dass bereits im Februar 2015 wegen der Sterblichkeit der Schneeleoparden der Cheftierarzt des Zoos, A.S. Dujsenow, einen Verweis erhielt wegen nachlässigem Verhalten gegenüber seinen dienstlichen Pflichten. So habe die Kontrolle gezeigt, dass die schuldigen Dienstpersonen disziplinarisch bestraft wurden. Und um unangemessene Tierhaltung zu vermeiden, hat der Ausschuss empfohlen, die Gehege für die Haltung von Raubtieren, Primaten u.a. an internationalen Tiergesundheits-Normen auszurichten, unter Berücksichtigung des natürlichen Lichts, mit geräumigeren Unterkünften sowie auch den tiermedizinischen Dienst auszurüsten mit modernen veterinärmedizinischen Diagnosegeräten – präzisierte man in der territorialen Inspektion. Dem Zoo Almaty wurde auch empfohlen, eine getrennte veterinärmedizinische Quarantäneeinheit zu schaffen für neu ankommende Tiere.

1. Apr. 2016: Im Zoo Almaty stirbt wegen Einmischung des Kuratoriums in die Behandlung eine Tigerin
Almaty. Im Zoo Almaty stirbt infolge Einmischung in die Behandlung und unbegründeten Ausschluss des behandelnden Arztes durch das Kuratorium eine Tigerin, teilte in einem Brief an Kazakhstan Today die Tierärztin des Zoos, Marina Kudrjawzewa, mit. Laut M. Kudrjawzowa hat sich auf grobe Art und Weise irgendein I[…] S[…] eingemischt und gefordert, dass die Behandlung unter seiner Anordnung durchgeführt wird, obwohl er selbst keine tierärztliche Ausbildung hat und niemand um seine Konsultation gebeten hat, seine Anwesenheit vom Kuratorium aufgezwungen wurde. […] Auf welchen Grundlagen darf ein Mensch „von draußen“ (weil er kein Mitarbeiter des Zoos ist und die Verwaltung des Zoos ihn nicht für Konsultationen herangezogen hatte) verlangen, ihm unbequeme Mitarbeiter des Zoos nicht hereinzulassen?! Eine Konferenz, die stattfand, brachte auch positive Ergebnisse, so wurde z.B. beschlossen, den gesamten Tierbestand gründlich zu untersuchen, darunter auf solche versteckten Infektionen wie Leukose, falls notwendig, Blutproben in andere Städte zu schicken, das Blut der Tiere zu untersuchen auf Hormonstörungen. Und Tierärzte aus Almaty sollen zum Praktikum in den Moskauer Zoo geschickt werden. Berührt wurde auch das Thema des Sterbens der Schneeleoparden im Zoo Almaty. Es wurde angemerkt, dass gleich einige Zoos Schneeleoparden schickten, obwohl es lange dauert und kompliziert ist, die Genehmigung für einen Umzug der Tiere aus einem Zoo in einen anderen zu bekommen. Das bringt auf den Gedanken, dass sie jene Exemplare geschickt haben, die sie versuchten loszuwerden. D.h. der Zoo Almaty war gezwungen, die Tiere anzunehmen, obwohl es Versuche gegeben hatte, auf die aufgedrängten Schneeleoparden zu verzichten. Nach allem zu urteilen, haben der Tod der Schneeleoparden und der heutige Zustand der Tigerin Kuralai ähnliche, wenn nicht identische Ursachen. Insgesamt, wenn man das rüpelhafte Verhalten einiger auf der Konferenz Anwesender weglässt, können solche Versammlungen einen wohltuenden Einfluss auf das Schicksal des Zoos Almaty haben, schlussfolgerte die Tierärztin des Zoos Almaty, Marina Kudrjawzewa.

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Portrait eines Schneeleoparden von Svetlana Ledneva-Schukina

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1. Apr. 2016: Im Zoo Almaty wurde versucht, Tiere mit Rattengift zu vergiften
Das Gift fand man in einem Beutel mit Gemüse, den einer der Städter gebracht hatte. Jetzt suchen Mitarbeiter des Zoos und Polizisten den Saboteur. Die todbringende Delikatesse wurde bereits am Sonntag entdeckt. Bekannt gemacht wurde sie erst heute. Bei Verwendung des Inhalts der Pakete mit Kohl und Mohrrüben, welche für die Tiere gebracht wurden, fanden die Sicherheitskräfte Rattengift. Jetzt versuche man, den Täter anhand der Aufzeichnungen der Videokameras zu ermitteln. Laut Mitarbeitern ist die Suche nach dem Missetäter erschwert wegen des großen Besucherandrangs. Doch wurde bekannt, dass es nicht der erste Versuch war, Tieren Schaden zuzufügen. Nicht lange vor diesem Zwischenfall brachten Unbekannte Äpfel in den Zoo, die gespickt waren mit Nähnadeln und Stecknadeln.

 

1. Apr. 2016: Unbekannte versuchten, Pfleglinge des Zoos Almaty zu vergiften
In einem Paket mit Gemüse, das ein Besucher für die Tiere zurückließ, wurde Rattengift entdeckt. Jetzt versuchen Polizisten, mit Hilfe der Videokameras die Missetäter zu finden, das ist erschwert, weil der Andrang groß war. Es sei daran erinnert, dass im Zoo bereits ohne jedes Gift Schneeleoparden, Flusspferde, Luchs und Bengaltiger gestorben sind.

 

31. März 2016: Im Zoo Almaty ließ man schon 8 gefährdete Schneeleoparden bestialisch zugrunde gehen
Astana. In sozialen Netzwerken wimmelt es von verärgerten Mitteilungen an die Adresse des Zoos Almaty. Es stellt sich heraus, dass in den vergangenen Jahren dort nicht sechs, wie anfangs genannt, sondern acht der seltenen Schneeleoparden gestorben sind. Das Symbol Kasachstans, eine sehr seltene Wildkatze, die kein einziges Mal in der Geschichte ihrer Existenz einen Menschen angegriffen hat (zumindest nach offiziellen Informationen), wurde ein Opfer menschlicher Liederlichkeit, des Fehlens elementarer Haltungskriterien und, was am schlimmsten, der Unlust, sich mit ihnen „abzumühen“. Das Problem besteht darin, dass einige der in den Zoo Almaty gekommenen Schneeleoparden, nach einigen Angaben, schon krank waren. Die inkompetente Pflege führte überhaupt erst dazu, dass die einen an Unterkühlung starben, nachdem sie angeblich an Lungenentzündung erkrankt waren, andere – an Immunschwäche, dritte wurden ganz und gar zu Kannibalen. Ausgehend von Daten der Biologie, denen entsprechend so etwas, wenn auch in sehr seltenen Fällen, in der Wildnis geschehen kann, gegenüber kleinen und geschwächten Irbissen, wandte sich „centrasia.ru“ an den offiziellen Vertreter des Zoos Almaty für Öffentlichkeitsarbeit, Michail Sorokaúmow, der erklärte, dass in ihrer Einrichtung Derartiges nicht geschehen war und solches Gerede in sozialen Netzwerken leere Hirngespinste sind. Trotzdem sei nicht verständlich, weshalb die Mitarbeiter des Zoos bis jetzt die genaue Anzahl der Schneeleoparden nicht nennen können, die starben. Ursprünglich war von sechs Tieren die Rede, jetzt ist diese Anzahl auf acht angewachsen und niemand weiß, ob sie endgültig ist – von Mal zu Mal kommen immer neue Details und wilde Vermutungen über das Verschwinden der Schneeleoparden aus dem Zoo Almaty zum Vorschein. In jedem Fall, so kommt heraus, sind die Tiere selbst schuld, nicht das Fehlen einer Gesetzgebung, die ein Maß an Verantwortung vorsehen würde für solche Taten, nicht eine Zooleitung, die nichtqualifizierte Spezialisten in ihrem Personal hat. Dabei ist oft die Rechtfertigung zu hören, dass die Schneeleoparden, wenn sie gesund gewesen wären, nichts „dergleichen“ geschehen wäre. Doch wird dabei außer acht gelassen, dass bei sachgemäßer Pflege, richtiger Anwendung notwendiger Kenntnisse in Haltung und Behandlung dieser seltenen Tiere und sogar der Beachtung der internationalen Regeln des Tausches und des Kaufs seltener Tiere sich alles in der Tat nach einem völlig anderen Szenario entwickeln können. Die heutige Leitung des Zoos schickt einige Mitarbeiter zur Schulung in der Pflege von Schneeleoparden in den Nowosibirsker Zoo, wo man diese Tiere schon lange zu halten versteht und sogar erreichen konnte, dass sie sich in Gefangenschaft fortpflanzen, obwohl so etwas sehr selten geschieht. Und wieder die Frage: warum hätte man das nicht schon früher tun können? Warum hätte man sich nicht um Hilfe an die Kollegen in diesem Zoo oder im Sankt-Petersburger wenden können, wo Irbisjunge von ihrer zweiten Lebenswoche an gefüttert werden und niemand meint, etwas Besonderes zu tun. Die Mitarbeiter dieser Zoos kennen und lieben ihre Arbeit, sie sind hochqualifizierte Spezialisten, obwohl weder in Sibirien noch im Föderationskreis Nordwestrussland Schneeleoparden in der freien Natur vorkamen oder vorkommen. Warum wird in kasachstanischen Zoos eine solche Situation geschaffen, da der Tod eines Tieres ein fast „normaler Fall“ ist, wenn dafür niemand die Verantwortung trägt, weder administrativ noch strafrechtlich? (
Olga Schischanowa)

 

24. März 2016: Schneeleoparden wird Zoo Almaty nicht bekommen, solange er bei sich keine Ordnung schafft
Die EARAZA erlaubt die Einfuhr neuer Schneeleoparden erst, nachdem sie sich überzeugt hat, dass im Zoo Almaty für Ordnung gesorgt wurde. In der Euroasiatischen Regionalen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EARAZA) kommentierte man den Tod der Schneeleoparden im Zoo Almaty. „Zum Tod der Schneeleoparden führten die schlechten Haltungsbedingungen. Sie entsprachen nicht dieser Art“, meint die leitende Methodikerin des Moskauer Zoos und Exekutivsekretärin der EARAZA, Tatjana Werschinina. Als sie in Almaty waren, von Medeo nach Schymbulak aufstiegen, habe man ihnen sogar Fährten von Schneeleoparden gezeigt. Das heißt, Almaty gehört zu ihrem Verbreitungsgebiet. Eine komplizierte Frage, man müsse aufklären. Was die Benachrichtigung betreffe, von der die Rede gewesen sei, so müssen sie die EARAZA konkret von den verendeten Schneeleoparden nicht in Kenntnis setzen. „Erst Sie haben sich jetzt in dieser Angelegenheit an uns gewandt“, teilte Werschinina mit. In der Antwort aus dem Zoo Almaty wurde jedoch darauf verwiesen, dass über alle verendeten Schneeleoparden rechtzeitig einige kasachstanische und internationale Organisationen, einschließlich EARAZA, informiert wurden. Der Zoo Almaty werde keine neuen Tiere bekommen, solange er nicht bei sich aufräume. Für den Tod der Schneeleoparden könne man niemand in einem anderen Land bestrafen, man könne nur klar zu verstehen geben, dass der Zoo Almaty diese Tiere vorerst nicht halten darf und sie nicht mehr bekommen wird, bemerkte die Exekutivsekretärin der EARAZA. Tatjana Werschinina bemerkt auch, man könne nicht an allem Unglück dem Zoo die Schuld geben, stattdessen sollte man diesen besser entsprechend unterstützen. Eine große Verantwortung hätten hier die städtischen Behörden. Als Beispiel führte sie an, wie die Situation im Moskauer Zoo sich grundlegend verändert hat nach dem Bürgermeisterwechsel. Unter sehr komplizierten Bedingungen würden die Zoos arbeiten, dass müsse man berücksichtigen. Man könnte Tierärzte, Tierpfleger an Orte schicken, wo Schneeleoparden gehalten werden. Doch Geld für Dienstreise und Praktikum gibt man ihnen nicht. Es gibt einen neuen Direktor, doch niemand kennt ihn. Die Gehälter sind niedrig, die Personalfluktuation – alles das ist sehr wichtig. Man müsse nicht nur Antworten fordern, wer und wie bestraft werden muß, sondern Hilfe leisten. Zoos seien einerseits sehr arme Einrichtungen, andererseits die am meisten besuchten Einrichtungen der Kultur. Wenn niemand dem Zoo hilft, passiert nichts. Werschinina führt als Beispiel den Moskauer Zoo an: bevor Lushkow [1992-2010 Oberbürgermeister von Moskau] kam, war nichts in Ordnung. Er stellte Mittel zur Verfügung, erhöhte die Gehälter. Jetzt kamen Mitarbeiter mit Hochschulbildung, eine Rekonstruktion wurde durchgeführt. Dass das Gelände klein sei und an arbeitsfreien Tagen ein riesiges Gedrängel sei – das sei schon ein anderes Problem, doch Ordnung habe der Oberbürgermeister geschaffen. Hier hänge eben alles von der Stadt ab, bemerkte Werschinina. Die Expertin hält das systematische Sterben von auf der Roten Liste stehenden Tieren nicht für eine Nachlässigkeit des Zoos. Schneeleoparden seien sehr problematische Tiere. Wenn alles so einfach wäre, würde man sie züchten wie Katzen und Hunde, sagte die Methodikerin des Moskauer Zoos. Schneeleoparden können sich vermehren, dann aber alle infolge Krankheiten sterben. Sie können auch krank ankommen, obwohl es ein tierärztliches Zeugnis gibt. Das Problem bestehe nicht darin, dass sie sich in alten Käfigen infiziert haben, vielleicht waren die Bedingungen einfach nicht die geeignetsten. Zur Erinnerung: am 3. März 2016 wurde im Zoo Almaty mitgeteilt, dass alle sechs Schneeleoparden gestorben sind. Nach Meinung des Direktors der Stiftung für den Schutz des Schneeleoparden, Oleg Loginow, wurden die Tiere unter schrecklichen Bedingungen gehalten. Direktor Kanat Karimow erzählte auch, gegen ihn werden Intrigen gesponnen. Irgendein Unternehmer, dem er verboten hatte, auf dem Zoogelände zu arbeiten, hat angeblich beschlossen, es ihm heimzuzahlen und für seine Absetzung zu sorgen. Dieser Unternehmer allein schaukle die Situation hoch, um seine Absetzung zu erreichen, erklärte Kanat Karimow. Den Namen nenne er nicht. Er hatte 16 Attraktionen auf dem Gelände des Zoos, deren Betrieb verboten wurde. Weil es kein Vergnügungspark ist, sondern ein Zoo. Mels Jeleússinow, eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, nahm an, dass der Hype um den Zoo absichtlich entfacht wird, um sein Gelände in Besitz zu nehmen. (Marija Garejewa)

 

23. März 2016: Im Zoo Almaty durften die kleinen Gäste einen Elefanten streicheln und auf einem Lama reiten

Almaty. Im Zoo Almaty wurde das Neujahrs- und Frühlingsfest Nouruz gefeiert. Über 7.000 Menschen besuchten an diesem Tag den Zoo. Kleine Gäste durften einen Elefantenrüssel streicheln, auf Lama, Pferden, Pony und Kamel reiten.

 

18. März 2016: Zehn Kilometer von Almaty entfernt registrierten Fotofallen einen Schneeleoparden
Ein einzigartiges Video von einem Schneeleoparden nur 10 km von Almaty entfernt. Das seltene Video dokumentiert dank eines gemeinsamen Projekts der Gesellschaftlichen Organisation „Kasachische Geographische Gesellschaft“ und des Instituts für Zoologie des Wissenschaftsausschusses des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Republik Kasachstan. Den Wissenschaftlern zufolge wurden Anfang des XX. Jahrhunderts oft Schneeleoparden angetroffen in den Bergen um Almaty, doch die zahlenmäßige Zunahme der Bevölkerung, die Erschließung der Hochgebirge und das intensive Bauen von Touristenobjekten führten zu einer Verringerung der Lebensräume des Schneeleoparden. Bis in jüngste Zeit war es praktisch nicht möglich, die Anzahl der Irbisse genau festzustellen. Mit dem Auftauchen der Fotofallen verbesserte sich die Lage. Ein Schock sei die Nachricht vom Tod der sechs Schneeleoparden im Zoo Almaty gewesen, es dürfe nicht zugelassen werden, dass diese Situation sich wiederhole. Jetzt bestehe die Aufgabe der Wissenschaftler darin, die Bedingungen für das Überleben des Schneeleoparden in der Wildnis zu erhalten. Dieses Monitoringprogramm erlaube es, neue einzigartige Daten über Anzahl, Migration und soziales Verhalten der Schneeleoparden zu bekommen, bemerkte der Leiter der Projekte der „Kasachischen Geographischen Gesellschaft“, Magshan Sagimbajew. Den Wissenschaftlern zufolge werden die Ergebnisse der Forschungen allen interessierten Ministerien und Ämtern in Form von Empfehlungen überreicht, damit diese Entscheidungen treffen zur Erhaltung der Schneeleoparden als Art in Kasachstan. In Kasachstan verringerte sich die Irbispopulation in den letzten Jahrzehnten und wird gegenwärtig auf 110-130 Exemplare geschätzt.

 

17. März 2016: Das Sterben der Schneeleoparden in Almaty wird genutzt für den Zugriff auf das Gelände des Zoos, meinen die „Grünen“
Naturschützer äußerten die Vermutung, dass die Geschichte mit den verstorbenen Schneeleoparden Leuten in die Hände spielt, die Interesse am Gelände des Zoos haben. In Almaty starben nach offiziellen Angaben des Zoos von 2009 bis 2014 in Gefangenschaft 6 Schneeleoparden. Doch der Hype um ihren Tod erhob sich erst jetzt. Warum hat sich bisher niemand für den systematischen Verlust der Schneeleoparden im Zoo interessiert und welche eigennützigen Ziele könnten interessierte Personen verfolgen, wenn sie diese traurige Geschichte ausnutzen, fragen sich Umweltschützer. Der Zoo fing an Probleme zu bekommen, als darüber nachgedacht wurde, dieses Gelände zu privatisieren, meint der Ökologe und Aktivist Mels Jeleússisow. Er könne auch nicht sagen, dass dort Amateure arbeiten. Regelmäßig wechselten nur die Direktoren, die Belegschaft aber arbeitete dort seit Jahrzehnten, sie wüssten alles. Es gab die Idee, den Zoo zu verlegen und um diese Idee herum ranke sich die ganze Komödie, meint Jeleússisow. Das sei das Schema der Inbesitznahme von Land, ausgearbeitet von Beamten, Investoren und Leuten, von denen sie gedeckt werden. Als in den sozialen Netzwerken das Thema Schneeleopardensterben breite Wellen schlug, so bemerken die Umweltschützer, seien „Trolle“ aufgetaucht, die mit Gedanken um sich warfen von der Art „lasst uns den Zoo – ein Tier-KZ – gleich ganz schließen.“ (Marija Garejewa)

 

11. März 2016: Zusammen mit den Schneeleoparden starben im Zoo Almaty Flusspferde, ein Luchs und ein Bengaltiger
Der Direktor des Zoos Almaty erklärte, der Tod der sechs Schneeleoparden könne das Image des Zoos Almaty, der Stadt Almaty und ganz Kasachstans schädigen. In der betrachteten Zeit starben im Zoo Almaty besonders wertvolle und seltene Tierarten, solche wie Flusspferde, Kasachstan-Wildschaf, Bartgeier, Schimpanse, Zentralasiatischer Luchs, Bengaltiger, teilte der Direktor des Zoos Almaty, Kanat Karimow, mit. Er erklärte auch, dass der Zoo Almaty die Schneeleoparden, die gestorben waren, nicht gekauft hatte, sondern als Geschenk oder im Tausch bekam. Der Zoo hat finanzielle Mittel nur für ihren Unterhalt ausgegeben. Personalfluktuation hat es wohl vor allem im Bereich der Leitung des Zoos gegeben. Die Ereignisse, von denen die Rede ist, geschahen von 2009 bis 2014. In dieser Zeit waren Direktoren des Zoos Almaty:
1. Almenbajew K.M. – 08.1980 – 08.2009;
2. Abdrachimow A.O. – 08.2009 – 26.04.2012;
3. Jestajew Sh.M. – 26.04.2012 – 20.05.2013;
4. Abdrachimow A.O. – 22.05.2013 -28.05.2014;
5. Mukaschew Je. A. – 28.05.2014 – 13.10.2014;
6. Kurmanbajewa D.N. – 13.10.2014 – 09.10.2015.
Im Zoo versicherte man, dass heute alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Tierhaltungsbedingungen zu verbessern. Dazu gehört die Verbesserung der beruflichen Ausbildung des Personals, die Logistik, der Bau einer neuen Anlage für Schneeleoparden, deren Platz von einer Expertengruppe ausgewählt wurde. Im Jahr 2015 wurden von Spezialisten des Zoos Almaty Forschungsarbeiten im Rehazentrum für Schneeleoparden in der Kirgisischen Republik durchgeführt, das unter der Schirmherrschaft des NABU Deutschland arbeitet. (Nasymgul Kumyspajewa)

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11. März 2016: Im Zoo Almaty verschwanden in zehn Jahren 178 Tierarten
Schon über einen Monat verschwindet das Thema des jämmerlichen Zustandes des Zoos Almaty nicht aus Zeitungsseiten, Fernsehsendungen und Informations-Websites. Es stellt sich heraus, dass in zehn Jahren, von 2005 bis 2015, die Anzahl der Tierarten im Zoo Almaty um mehr als ein Drittel geschrumpft ist. Diese Daten sind offen zugänglich – auf der Site der EARAZA. Wenn es im Jahr 2005 im Zoo 523 Tierarten gab, so sind es im Jahr 2015 nur noch 345, das sind 178 Arten weniger. (Andrej Subow)

 

9. März 2016: Tierschützer: im Zoo Almaty starben mehr Schneeleoparden, die Felle könnten verkauft worden sein
Almatyer Aktivisten wenden sich dagegen, erneut Schneeleoparden in den Zoo Almaty zu holen. Sie sind überzeugt, dass weder eine neue Anlage noch eine sorgfältige Pflege sie überleben lässt unter den gegebenen Bedingungen. Keine Ruhe lässt den Aktivisten die Frage, wo tatsächlich die Felle aller an Krankheiten verstorbenen Tiere sind. Allein ein Fell koste auf dem Schwarzmarkt bis zu 60.000 Dollar. Die Aktivisten schließen nicht aus, dass die Irbisfelle möglicherweise verkauft wurden.

 

7. März 2016: Es wird gefordert, Überreste der gestorbenen Schneeleoparden einer DNA-Analyse in Almaty zu unterziehen
Bürgeraktivisten in Almaty fordern, ihnen Felle und Überreste der im Zoo verstorbenen Schneeleoparden zu überlassen für eine DNA-Analyse im Rahmen der Ermittlungen der Ursachen für das Sterben der Irbisse. Die Aktivistin Irina Karimbajewa schrieb in Facebook, sie wolle, dass alle wissen: der Skandal mit den verschwundenen Schneeleoparden im Zoo Almaty sei nicht einfach ein kleiner Skandal. Die Schneeleoparden waren dem Zoo Almaty im Rahmen internationaler Programme überlassen worden – von Zoos in Japan, Frankreich, Tschechien und Polen, und aus Kirgisien. Irbisse seien sehr teuer und sie seien sehr selten. So sei der Skandal ein internationaler. Die Ermittlungen beginnen erst. Und das ist erst der Anfang. Im vergangenen Jahr sind im Zoo Almaty über 80 Tiere gestorben. In ihrem Post bemerkte Frau Karimbajewa, dass der Stand der Dinge im Zoo Almaty viel zu wünschen übrig lasse und sie interessiere sich für die Meinung der Mäzene, die Geld für die Rekonstruktion des Zoos zur Verfügung gestellt haben. Fragen warf auch der Tod der Tiere selbst auf. Wo sind ihre Felle? Nutzer des sozialen Netzwerkes unterstützten Karimbajewa, bemerkten jedoch, die Ermittlungen der Aktivisten werden höchstwahrscheinlich keinerlei Ergebnisse bringen. Eher werde wohl der Zoo schnellstens alle Dokumente vorbereiten, in denen stehe, dass alle Schneeleoparden unheilbar krank waren, sie sehr gut gepflegt wurden und an einem regnerischen Tag sind sie plötzlich gestorben, meint Zlata K-a. Bei diesem zum Himmel schreienden Zustand des Zoos und der Ökologie in der Stadt denke man daran, vier neue Irbisse zu holen! Diese seien von vornherein zum Tode verurteilt, sie können den Smog von Almaty nicht einatmen, schrieb Indira Mendybaeva. Gestern wandte sich eine Gruppe von Einwohnern Almatys an den Präsidenten Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, mit der Bitte, den ökologischen Kollaps in Almaty zu stoppen. Die Leute sind davon überzeugt, dass die Tiere Opfer der verschmutzten Umwelt geworden sind und fürchten jetzt um ihre eigene Gesundheit. (Wladimir Krikun)


6. März 2016: Schneeleopardenfell in einem Restaurant in Almaty entdeckt
Auf Twitter ist eine Abbildung eines an der Wand hängenden Schneeleopardenfells platziert. Die Bildautorin teilte mit, sie habe das Foto im Restaurant „Jurta“ im Kök-Töbe gemacht. Am 2. März hatte es ein spontanes Treffen im Zoo Almaty gegeben, ehrenamtliche Funktionäre fragten den stellvertretenden Bürgermeister, Jerlan Aúkenow, wohin die Schneeleoparden verschwunden sind. Weder der Stellvertreter des Bürgermeisters noch der Zoodirektor konnte die Frage beantworten, doch versprachen sie Aufklärung. Am nächsten Tag teilte der stellvertretende Direktor, Agibaj Ashibajew, mit, dass alle sechs Schneeleoparden an Krankheiten starben. Ursache des Unwohlseins der Tiere waren nach seinen Worten die ungeeigneten Haltungsbedingungen für wilde Katzen. Die Vertreter des Zoos versprachen, ein neues Gehege zu errichten und dann über den Erwerb neuer Schneeleoparden zu beraten. Der Schneeleopard steht auf der Roten Liste Kasachstans und ist Symbol der Stadt Almaty. (Amina Dshalilowa)

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6. März 2016: Einwohner von Almaty haben ihre Zweifel hinsichtlich des Schneeleopardenfells in einem Restaurant
In Kommentaren wird vermutet, das Fell stamme von einem der im Zoo Almaty gestorbenen Schneeleoparden. Der Direktor des Parks „Kök-Töbe“ bestätigte die Echtheit des Fells. Es sei ein Geschenk, doch von wem, erinnert sich Nurlan Kasijew nicht – es seien etwa zehn Jahre vergangen. Wenn man dem Parkdirektor glaubt, dann ist ausgeschlossen, dass an der Wand des Restaurants das Fell eines Tieres hängt, das im Zoo Almaty starb. Die Daten stimmen nicht überein. Der erste Schneeleopard starb erst 2009 im Zoo Almaty. Oleg Loginow, Direktor der Stiftung zur Erhaltung des Schneeleoparden, kommentiert die Situation: Ein Fall, der zum Himmel schreie. Dilettantisches Verhalten gegenüber Tieren. Im Zoo gab es eine schlechte Pflege, schlechte Gehege, schlimme hygienische Zustände und falsche Tierhaltung. Tiere müsse man zu halten verstehen, wenn es der führende und beste Zoo in Kasachstan sei. Wenn Tiere im Zoo eins nach dem anderen sterben, müsse man sich Gedanken machen. Vielleicht gibt es im Zoo eine schlechte Seuchenlage. Jetzt dürfe man in den Zoo Almaty keine Schneeleoparden holen. Erst sollten Spezialisten die Haltungsbedingungen untersuchen. Werde das nicht getan, wäre es gefährlich, Schneeleoparden hierher zu holen, sie könnten auch sterben. (Marija Garejewa)

 

6. März 2016: Bei Nasarbajew darüber beschwert, dass Bewohner Almatys das Schicksal der toten Schneeleoparden erwartet
Die Almatiner behaupten, sie erwarte das Schicksal der toten Schneeleoparden. Einwohner Almatys wandten sich an den Präsidenten Kasachstans mit der Bitte, den ökologischen Kollaps in der Hauptstadt des Südens zu stoppen. Die Einwohner behaupten, sie ersticken in der Luft, die von Autoabgasen, falscher Bebauung und Störungen der Windzirkulation verschmutzt ist. Die Tragödie im Zoo Almaty, als sechs Schneeleoparden starben, hat die Öffentlichkeit wachgerüttelt. Die Leute sind überzeugt, dass die Tiere Opfer der verschmutzten Umwelt wurden und fürchten nun um ihre eigene Gesundheit. Den Hilferuf, der an Staatsoberhaupt Nursultan Nasarbajew adressiert ist, veröffentlichte Irina Karimbajewa, Einwohnerin von Almaty, auf ihrer Seite und in der Gruppe „Saschtschitim Almaty“ [„Schützen wir Almaty“] auf Facebook.
„Verehrter Nursultan Abischewitsch! Verzeihen Sie uns, dass wir uns an Sie persönlich wenden, und nicht an Ihre Stellvertreter. Doch wir sehen keinen anderen Ausweg mehr. In unserer Stadt ist eine Katastrophe. Vor kurzem erfuhren wir, dass im Zoo Almaty sechs Schneeleoparden starben, Symbole Kasachstans. Uns allen wurde mitgeteilt, dass ihre Lungen offenbar von einer Infektion befallen waren – von einer Lungenentzündung. Biologie-Experten aber nahmen an, dass die Tiere an Umweltverschmutzung sterben konnten. Doch ich werde Ihnen etwas anderes sagen – an Luftverschmutzung sterben in Almaty auch Menschen. Wir ersticken von einem unerträglichen Smog. Die Stadt verkraftet eine solche Menge von Autos nicht. Bei uns geht eine falsche Bebauung der Stadt vor sich – und die Windzirkulation wird gestört. Der Smog lagert sich in unseren Lungen ab, er lagert sich ab in den Lungen unserer Kinder… Sie leiden überall an Allergien, Bronchitis, Asthma und noch einem Haufen unbekannter Krankheiten“, schreibt Irina Karimbajewa im Namen der Öffentlichkeit Almatys. In der Mitteilung ist auch die Rede davon, dass die gewinnbringenden Projekte, die in Almaty verwirklicht werden, die Umweltbedingungen der Stadt zerstören; die Finanzspritzen müsse man nach Meinung der Einwohner in eine völlig andere Bahn lenken: in die Entwicklung eines ökologisch sauberen öffentlichen Transports, in Metro, moderne Straßenbahnen. Irina Karimbajewa selbst erklärte in einem Interview mit informburo.kz, sie werde schon morgen diese Eingabe in Form einer Petition gestalten, um mit der Sammlung von Unterschriften zu beginnen. Sie ist sicher, dass diesen Hilferuf viele Kasachstaner unterstützen werden.

 

5. März 2016: Stiftung „Snow Leopard Fund“: Ursache für den Tod der Schneeleoparden in Almaty könnte die Inkompetenz der Mitarbeiter des Zoos sein
Bischkek. Die Situation, die dazu führte, dass im Zoo Almaty Schneeleoparden starben, könnte entstanden sein infolge der Inkompetenz der Mitarbeiter des Zoos, teilte der Direktor des öffentlichen Naturschutzfonds „Snow Leopard Fund“, Oleg Loginow, mit. Das meldete KasTAG am Samstag. Man habe schon vor langer Zeit, bereits in den 1990er Jahren, darauf verwiesen, dass man Schneeleoparden nicht so halten könne, doch sei man beschuldigt worden, voreingenommen zu sein. Das ganze Problem sei die Inkompetenz der Mitarbeiter und man sei sich nicht sicher, dass jemand gefunden werde, der Fachmann ist und, die Hauptsache, die Tiere liebe, das sei die wichtigste Bedingung, teilte Oleg Loginow mit. Laut Fondsdirektor gab es die letzte Geburt von Schneeleoparden im Zoo Almaty im Jahr 1985. Dabei kümmerte sich der Zoologe Antonio Soruschew um die Jungtiere. Laut Loginow arbeit Soruschew gegenwärtig nicht in Zoos. Das niedrige Gehalt und das ungesunde Klima im Kollektiv erlauben es Spezialisten nicht, in diesem Zoo Fuß zu fassen, man müsse sich ein Beispiel an Moskau nehmen, wo sich alles vermehrt und es ein Sponsoring-System gibt und die Mitarbeiter normale Gehälter erhalten, bemerkte O. Loginow. Hinzu käme, so die PR-Direktorin des „Snow Leopard Fund“, Irina Loginowa, dass noch bei der Gründung des Zoos Almaty nach einem Entwurf des Naturforschers Maksim Swerjew für das Schneeleopardengehege vorgesehen war ein Ort auf der Anhöhe, am höchsten Punkt, und „nur ein Mensch, der kein Wissen hat, konnte entscheiden, das Gehege zu verlagern.“ Antonio Soruschew, der seinerzeit die Schneeleoparden pflegte, habe scharf auf die Nachricht vom Tod der Tiere reagiert und auch geschrieben, dass das Problem nicht irgendeine Lungenentzündung sei, sondern das Fehlen von Spezialisten; im Zoo Nowosibirsk befanden sich die Tiere, bevor sie auf das neue Gelände umgesiedelt wurden, in kleinen, engen Käfigen, dabei gab es einen sehr hohen Prozentsatz an Nachzuchten, sagte die Zoologin. Wie in den Medien berichtet wurde, tauchten in sozialen Netzen Mitteilungen vom Verschwinden einiger Schneeleoparden aus dem Zoo Almaty auf. Später teilte Zoodirektor Kanat Karimow mit, dass die Tiere gestorben seien. Als Todesursache der Schneeleoparden werden ihre schlechten Haltungsbedingungen genannt. Laut Karimow kamen die ersten Irbisse im Jahr 2002 in den Zoo. Sie kamen über Tausch, einige waren Geschenke aus Zoos Japans, Polens, Frankreichs, Kirgisistans. Doch, so der Direktor, weil das Gehege nicht ganz an einem gelungenen Ort lag, neben einem kleinen Fluss, war es feucht. Das war die Ursache dafür, dass die Schneeleoparden erkrankten.

 

4. März 2016: Experte: eine der Ursachen für den Tod der Schneeleoparden im Zoo Almaty könnten die Umweltbedingungen sein
Indirekte Ursache des Todes der Schneeleoparden im Zoo Almaty könnte die Umweltverschmutzung sein, welche Lungeninfektionen provoziert, diese Meinung äußerte gegenüber Tengrinews.kz der Direktor des öffentlichen Fonds „Snow Leopard Fund“, Oleg Loginow. Dabei zweifelt er nicht daran, dass die schlechten Haltungsbedingungen der Tiere und Inkompetenz der Mitarbeiter des städtischen Zoos zum Tod der Tiere geführt haben. Loginow erklärte, dass bis jetzt die Umstände, die zum Tod der Tiere geführt haben, nicht bis zum Ende untersucht wurden, und niemand sagen konnte, weshalb diese Infektion auftritt und wie man sie bekämpfen kann. Seinen Worten nach ist eine zweiseitige Lungenentzündung, die bei den Schneeleoparden festgestellt wurde, charakteristisch für den Zoo Almaty. Wenn die Ursache in den Umweltbedingungen liegt, dann könnte man eine Zuchtstätte errichten irgendwo in der Gegend von „Medeo“ oder in Talghar. Das Problem könne man lösen, doch dafür brauche man kompetente Leute und Mittel, nicht mal solche gewaltigen, die hineingesteckt werden in den Bau von Wolkenkratzern, klagt Loginow. Ursache sei, dass unwissende Leute arbeiten, die nicht die notwendigen Bedingungen für die Tierhaltung schaffen können. Zurzeit ermittelt die spezialisierte Naturschutz-Staatsanwaltschaft Almatys die Umstände des Todes der Schneeleoparden im städtischen Zoo.

 

4. März 2016: Zum Tod der Schneeleoparden im Zoo Almaty führten die entsetzlichen Haltungsbedingungen
Im Fonds für die Erhaltung des Schneeleoparden wurde vorgeschlagen, die Haltungsbedingungen der Schneeleoparden in Almaty und anderen Zoos der Welt zu vergleichen. Nach Meinung des Direktors der Stiftung, Oleg Loginow, wurden die Schneeleoparden, das Symbol des Landes, unter entsetzlichen Bedingungen gehalten. Es gab keine weiträumigen und gut aussehenden Gehege. Dafür leben diese Tiere in Käfigen, wo sie später an Lungeninsuffizienz sterben. Der Fall schreie zum Himmel. Das sei ein inkompetentes Verhalten zu Tieren. Im Zoo war die Pflege schlecht, die Gehege schlecht, es gab schlimme unhygienische Bedingungen und eine falsche Haltung der Tiere. Der Zoo Almaty ist alt, er existiert seit 1937, hätte man dem Aufmerksamkeit schenken können? Man hätte Spezialisten einbeziehen können und gar nicht mal so große Summen an Geld. Warum werden in Europa, wo Schneeleoparden überhaupt nicht vorkommen, die Tiere in herrlichen, gut aussehenden Gehegen gehalten, wo man die Irbisse nicht im Käfig beobachten kann, sondern neben großartigen Felsen, mit Gewässern und Fontänen. Man kann wie in Europa solche großen, gut aussehenden Gehege mit Felsen und Fontänen machen, damit die Besucher begeistert sind und nicht die Tiere dafür bedauern, dass sie im Käfig sitzen, wie in einem Gefängnis, empört sich der Direktor der Stiftung für den Erhalt des Schneeleoparden, Oleg Loginow. Der Gründer des Fonds stellte der Redaktion von informburo.kz Fotos von Gehegen für Schneeleoparden in Kasachstan und in Europa zur Verfügung, damit die Leser anschaulich den Unterschied in den Haltungsbedingungen der wilden Katzen sehen. Insgesamt gebe es in der freien Natur Kasachstans, sagt Loginow, nicht mehr als 120 Irbisse. Doch in kasachstanischen Zoos gebe es keine. Er wolle anmerken, so Loginow, dass es den letzten Nachwuchs, d.h. die letzte ernsthafte Beziehung zu Schneeleoparden im Jahr 1985 gegeben habe. D.h. wenn die Tiere sich fortpflanzen in Gefangenschaft, wurden für sie normale Bedingungen geschaffen. Wenn es keinen Nachwuchs gibt, bedeutet das, die Bedingungen für die Tiere können nicht gut sein. Oleg Loginow zeigte sich auch besorgt über die Entscheidung des Zoos Almaty, noch einige Schneeleoparden zu erwerben. (Nasymgul Kumyspajewa)

 

4. März 2016: Anstelle der sechs toten Schneeleoparden im Zoo Almany werden zwei lebende Paare geholt
Im Zoo Almaty wird es neue Schneeleoparden geben. Nach dem Tod aller Schneeleoparden beschloss die Leitung des Zoos Almaty, neue Gehege zu errichten und andere Tiere zu holen. Wie der Direktor des Zoos Almaty, Kanat Karimow, mitteilte, wird zurzeit eine Voranschlagsdokumentation für den Bau anderer Gehege für neue Schneeleoparden erarbeitet. Der Bau der Gehege soll 70 Millionen Tenge [etwa 185.000 Euro] kosten. Die Mittel werden von einer privaten Projektgesellschaft zur Verfügung gestellt. Laut Information der Zooleitung werden drei Spezialisten des Zoos Almaty in den Nowosibirsker Zoo geschickt, zur Ausbildung. Wenn die Gehege fertig sind und von einer internationalen Kommission beurteilt wurden, werde sich der Zoo Almaty zwecks Erwerb von Schneeleoparden an die internationalen Zooverbände wenden, den Weltzooverband und den Europäischen Zooverband (WAZA, EAZA), den Euroasiatischen Regionalen Zooverband (EARAZA), dessen Mitglied der Zoo Almaty ist. Sie helfen dem Zoo Almaty, zwei Paare Schneeleoparden auszusuchen und zu bekommen, die eine Perspektive haben für eine spätere Zucht, teilte Kanat Karimow mit. Im Zoo Almaty legten sie die Daten vor für alle Tiere und verwiesen auf die Ursache des Todes jedes Schneeleoparden.
1. Maija – Schneeleopardin, kam in den Zoo Almaty im Jahr 2008 aus Japan. Sie starb am 19. September 2009, laut pathologisch-anatomischer Diagnose an eitriger Lungenentzündung.
2. Artos – Schneeleopardenkater, kam 2008 aus Polen. Er starb am 3. Oktober 2010, laut pathologisch-anatomischer Diagnose an chronischer Lungenentzündung.
3. Arilan – Schneeleopardin, kam im Jahr 2012 aus Frankreich. Sie starb am 15. Oktober 2013, laut pathologisch-anatomischer Diagnose an Lungenentzündung.
4. Lider – männlicher Schneeleopard, kam 2012 aus Kirgisistan, hatte einen angeborenen Defekt des oberen Augenlids und war blind. Er starb am 10. Juli 2014, laut pathologisch-anatomischer Diagnose an zweiseitiger Bronchopneumonie.
5. Sneshana – Schneeleopardin, kam 2012 aus Tschechien in den Zoo Almaty. Sie starb am 6. September 2014, laut pathologisch-anatomischer Diagnose an Lungenentzündung.
6. Pirat – männlicher Schneeleopard, kam 2012 aus Kirgisistan, hatte einen angeborenen Defekt des oberen Augenlids und war blind. Er starb am 4. November 2014, laut pathologisch-anatomischer Diagnose an chronischer Lungenentzündung.
„Die Kadaver der Tiere wurden vernichtet in völliger Übereinstimmung mit den Vorschriften der Hygiene- und veterinärmedizinischen Gesetzgebung der Republik Kasachstan“, erklärte Kanat Karimow. Auf die Frage, ob die Felle der Tiere auch vernichtet wurden, antwortete der Zoodirektor nicht. Bekanntlich tauchte vor gar nicht so langer Zeit eine Information auf, im Zoo Almaty seien die Schneeleoparden verschwunden. Der stellvertretende Bürgermeister Almatys, Jerlan Aúkenow ordnete dienstliche Ermittlungen an. Es stellte sich heraus, dass die Schneeleoparden an Krankheiten und falschen Haltungsbedingungen gestorben waren. (Nasymgul Kumyspajewa)

 

4. März 2016: Im Zoo Almaty starben einer nach dem anderen 6 auf der Roten Liste stehende Schneeleoparden
Zwei von ihnen waren aus Kirgisistan. Sie sind nicht verschwunden, sie sind „einfach gestorben“. Dieser Tage brachten soziale Netze und eine Reihe von Medien die besorgniserregende Information über das rätselhafte Verschwinden der Schneeleoparden aus dem Zoo Almaty. Zakon.kz fand heraus, was mit den wertvollen Tieren geschah. Die Vermutung, die Tiere sind einfach verkauft worden, wurde im Zoo sofort dementiert. Es gab eine andere Ursache für das Verschwinden der Irbisse. „Sie sind nicht verloren gegangen. Sie sind bei uns einfach wegen Krankheit gestorben, zu verschiedenen Zeiten“, kommentiert die Situation der stellvertretende Direktor des Zoos Almaty, Agibai Ashibajew. Nach den Worten des stellvertretenden Zoodirektors wurden 6 Schneeleoparden geschenkt und gebracht aus Japan, Polen, Frankreich, Kirgistan. So kam das Weibchen Maija, geboren 2007, aus Japan. Gestorben ist Maija 2009 an Lungenentzündung. Kater Artos, 2007 geboren, kam aus Polen, starb an der Krankheit im Jahr 2008. Katze Arilan, 2010 geboren, kam aus Frankreich nach Almaty, sie starb 2013. Im Jahr 2012 kamen die Kater Lider und Pirat aus Kirgistan nach Almaty. Zwei Jahre später, im Jahr 2014, starben sie. Der eine im November, der andere im Juli, erzählte Ashibajew. Lider und Pirat wurden von Bruder und Schwester geboren, sie waren blind infolge einer [Mißbildung] an den Augenlidern. Für sie wurden Spezialisten eingeladen, die ihnen die Augenlider korrigierten, um das Sehen zu verbessern. Doch die Immunität der Tiere war schwach und sie starben an Lungenentzündung. Und es gab noch die Katze Sneshana, die auch starb. Als Ursache für den Tod dieser Tiere wird der falsche Ort für die Haltung genannt. Nicht ganz gelungen sei die Auswahl der Stelle für die Haltung der Irbisse gewesen. Erstens war es nicht weit von einem kleinen Fluss entfernt, es war ständig feucht. Und der Ort war zu schattig, Bäume verdeckten das Sonnenlicht. „Sie verstehen selbst, die tägliche Durchführung einer Desinfektion war einfach nicht möglich“, bemerkt der stellvertretende Direktor des Zoos Almaty. Auf die Frage, ob die Leitung verstanden habe, dass der Ort für die Schneeleoparden nicht richtig ausgewählt wurde, ob irgendwelche Maßnahmen zu ihrer Rettung ergriffen wurden, antwortete Ashibajew, er könne nicht für die frühere Leitung sprechen und nicht sagen, weshalb dieser Ort für die Haltung der seltenen Tiere ausgewählt wurde. Die Leitung des Zoos wechselte im Jahr 2010, die Gehege für die Schneeleoparden waren schon errichtet.

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3. März 2016: Zoo Almaty blieb ohne Schneeleoparden
Im Zoo Almaty starben innerhalb einiger Jahre alle Schneeleoparden. „In den Zoo kamen sie im April 2012. Zwei wurden aus Kirgisien gebracht, einer aus Polen, ein weiterer aus Japan. Und nach und nach starben sie alle. Vielleicht wegen des Klimas, vielleicht, weil die Gehege nicht die geeigneten waren, erfuhr ‚Interfax-Kasachstan‘ vom Pressesekretär des Zoos, Michail Sorokoúmow.“ Seinen Worten nach hatten die Irbisse aus Kirgisien namens Lider und Pirat „Probleme mit den Augen, die Augenärzte operierten sie, sie lebten noch zwei Jahre, dann starben sie“, die beiden anderen starben an Lungenentzündung. Inzwischen plant der Zoo, im nächsten Jahr neue Schneeleoparden über Tausch zu erwerben. Für sie werde ein Gehege entstehen, sorgfältig die Haltungsbedingungen geprüft, bemerkte M. Sorokoúmow. Seinen Worten nach gibt es weltweit insgesamt 80 Zoos, in denen Schneeleoparden leben, „und das sind im wesentlichen junge Tiere, die, in der Regel, schnell sterben“.

 

3. März 2016: Im Zoo Almaty verendeten infolge der ungeheuerlichen Haltungsbedingungen die letzten Schneeleoparden (Irbisse)
Die Schneeleoparden im Zoo Almaty starben wegen der schlechten Haltungsbedingungen. Das teilte Zoodirektor Kanat Karimow dem Korrespondenten von Tengrinews.kz mit. Vorher war in sozialen Netzen die Mitteilung aufgetaucht, dass aus dem Zoo Almaty auf rätselhafte Weise einige Schneeleoparden verschwunden sind. Der Direktor dementierte diese Erklärung und sagte, dass die Tiere gestorben sind. Als Todesursache wird der falsche Ort für die Haltung genannt. Insgesamt starben innerhalb einiger Jahre im Zoo Almaty sechs Schneeleoparden. Er könne nicht die Handlungen früherer Leiter des Zoos kommentieren. Wovon sie sich leiten ließen, als sie das Gehege errichteten, wisse er nicht. Nach diesem Fall gab es schon den dritten Direktorenwechsel. Dieses Ereignis war 2014. Jetzt werde ein Masterplan erarbeitet für die Rekonstruktion des Zoos. Diese wird durchgeführt von dem bekannten Architekten Peter Rasbach. Im April wird er den Masterplan vorstellen, der auch ein Gehege für Schneeleoparden vorsieht. Alle Gehege werden an den natürlichen Lebensraum der Tiere angenähert, sagte Karimow. Außerdem bemerkte der Direktor, dass bis September einige neue Schneeleoparden im Zoo Almaty eintreffen können, für diese bereite man schon neue Gehege vor. (Quelle: tengrinews.kz)

 

3. März 2016: Wie und warum der Zoo Almaty sechs Schneeleoparden“verlor“
Das Verschwinden der Schneeleoparden aus dem Zoo Almaty wurde mit der Krankheit der Tiere erklärt, die sich infolge falscher Haltungsbedingungen entwickelte. Sechs Schneeleoparden „starben einfach infolge Krankheit“. Eben so kommentierte die Situation der stellvertretende Direktor des Zoos Almaty, Agibai Ashibajew. Das meldet „365info“. Die Ursache für den Tod der Tiere war in den einen Fällen „Lungenentzündung“, in anderen eine „Krankheit“. Aber welche, wurde nicht genauer gesagt. Laut stellvertretender Zoodirektor ist ihnen die Ursache für den Tod der sechs Irbisse bekannt: falsche Haltung unter Bedingungen, die nicht den Anforderungen entsprachen. An allem Vorgefallenen darf man natürlich nicht der heutigen Leitung des Zoos Almaty die Schuld geben: als sie ihren Dienst antrat (vor etwa einem halben Jahr) lebte schon keiner der Schneeleoparden mehr. Doch möchte man sehr darauf hoffen, dass sich die Fehler früherer Jahre nicht wiederholen. Denn in naher Zukunft soll es wieder Schneeleoparden im Zoo Almaty geben.

 

3. März 2016: Alle sechs Schneeleoparden im Zoo Almaty starben
Am Tag zuvor teilte der neue Direktor des Zoos Almaty, Kanat Karimow, dem stellvertretenden Bürgermeister Jerlan Aúkenow mit, er wisse nicht, „wo die Schneeleoparden abgeblieben“ seien. Aúkenow ordnete an, dienstliche Ermittlungen durchzuführen und ihm die Ergebnisse mitzuteilen. Es stellte sich heraus, dass die Irbisse nirgendwohin verschwunden sind, sondern im Zoo an Krankheiten starben. Die letzten der sechs Tiere, die zu verschiedenen Zeiten im Zoo gehalten wurden, starben im Jahr 2014, erzählte Pressesekretär Michail Sorokoúmow. (Marija Garejewa)

 

3. März 2016: Zoo Almaty wird auf Kosten privater Investoren rekonstruiert
Der Plan für die Rekonstruktion des Zoos Almaty wird dem Stadtrat Ende März vorgelegt. Das geschieht nicht mit Haushaltsmitteln, sondern auf Kosten von Investoren, des Gesellschaftlichen Rates. Das teilt Bürgermeister-Stellvertreter Jerlan Aúkenow mit. Dann werde die Voranschlagsdokumentation erarbeitet. Im laufenden Jahr werde mit der Rekonstruktion des Zoos Almaty begonnen, der von der Öffentlichkeit schon lange gefordert wird. Ein bekannter deutscher Architekt werde das Projekt realisieren. Laut Kanat Karimow, Direktor des Zoos Almaty, wurde bereits mit der Sanierung des Aquariums begonnen, auf Kosten eines Unternehmers, der dafür 55 Millionen Tenge [ca. 145.000 Euro] zur Verfügung stellte. Die Rekonstruktion des Zoos Almaty soll 2-3 Jahre dauern. (Serikshan Maúletbai)

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Putin mit Schneeleopard

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2. März 2016: Stellvertretender Bürgermeister forderte zu klären, wohin die Schneeleoparden geraten sind
Auf einem spontanen Treffen im Zoo der Stadt fragten ehrenamtliche Funktionäre den stellvertretenden Bürgermeister Jerlan Aúkenow, wohin die Schneeleoparden verschwunden seien. Wie sich herausstellte, wußte der Stellvertreter des Stadtoberhaupts nichts davon, dass aus dem Zoo Almaty diese vom Aussterben bedrohten Tiere verschwunden sind. Auf die Frage, wo die Schneeleoparden sind, wußte auch der Direktor des Zoos Almaty keine Antwort. Er könne diese Frage nicht beantworten, weil er einfach über keine Information verfüge. Er sei erst vor vier Monaten zum Direktor ernannt worden. Die vorhergehende Zoodirektorin habe ihm nichts übergeben, weil sie gleich nach ihrer Entlassung ins Krankenhaus kam. Die Gesundheit habe sie im Stich gelassen. Natürlich werde später die Übergabe stattfinden und er werde auf diese Frage antworten können, sagte der Direktor des Zoos Almaty, Kanat Karimow. Jerlan Aúkenow, stellvertretender Bürgermeister von Alma-Ata, verlangte seinerseits von der Leitung des Zoos zu klären, warum, und die Hauptsache, wohin die Schneeleoparden verschwunden sind. Der Zoodirektor versprach, in nächster Zeit alle Details zu klären und teilte mit, dass jetzt die Gehege für Schneeleoparden saniert werden. Sobald die Sanierung abgeschlossen sei, werden unbedingt Tiere die Gehege besiedeln. Woher der Zoo die Irbisse nimmt, sagte Kanat Karimow nicht. (Aleksandr Miroglow)

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15. Jan. 2016: Augenzeugen filmten gefährdeten Schneeleoparden in den Bergen des Gebiets Almaty
Der auf der Roten Liste stehende Schneeleopard wurde in den Bergen des Gebiets Almaty gefilmt. In dem Moment, als das seltene Tier über die Schneedecke bummelte, jagten ihm Menschen auf Schneemobilen nach. Einzigartige Bilder wurden auf Facebook abgelegt, doch wer Autor der Videoaufnahmen ist, bleibt vorerst unbekannt. In Kommentaren verurteilen Internetnutzer die Autoren des Videos, weil sie das Tier vor sich her trieben. Spezialisten zufolge hätte das Tier nach einer solchen Verfolgung sterben können. Über das Schicksal dieses Schneeleoparden gibt es keine Information, weil das Video abreißt. Das Tier durch Pulverschnee zu jagen, so dass es sich mit maximaler Anstrengung seiner Kräfte einige Minuten lang bewegen muss – sei fast sein Tod. Sogar ohne Schnee stirbt z.B. die Saiga, nachdem sie im Sommer zehn Minuten durch die Steppe gejagt wurde, mit einer für sie Höchstgeschwindigkeit, sagt der Biologe Sergej Skljarenko. Es sei auf dem Video zu sehen, dass der
Schneeleopard nicht deshalb langsam läuft, weil er nicht laufen will, sondern weil er nicht kann. Das Tier bewege sich mit Mühe, weil der Pulverschnee tief sei. Und das abgehetzte Tier habe keine Kraft mehr. In solchen Situationen könne der Schneeleopard sterben, vielleicht nicht sofort, aber in zwei bis drei Stunden. Deshalb sei das Verhalten dieser jungen Leute kein gutes, es werfe Fragen auf.

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28. Nov. 2015: Weltelefantentag im Zoo Almaty
Im Zoo Almaty leben zwei Asiatische Elefanten – Lau und Arushan. Anfang der 2000er Jahre kamen sie aus Laos nach Kasachstan.

 

20. Nov. 2015: Im Zoo versammelte sich ein ziemlich gemischtes Publikum
Im Jahr 1936 beschloss der Rat der Volkskommissare der Kasachischen SSR die Gründung eines Tiergartens in Alma-Ata. Man begann, einen geeigneten Standort zu suchen, unter der Leitung des erfahrenen Jägers Mursachan Tolebajew. Am 19. Februar 1937 wurde auf Beschluss des Stadtrats für den Tiergarten ein Grundstück mit einer Fläche von 46 ha am rechten Ufer des Flüsschens Kasatschka zur Verfügung gestellt. Mursachan Tolebajew wurde erster Direktor des Zoos Alma-Ata. Tolebajew fing
selbst Tiere für den Zoo: dessen erste Bewohner wurden Kropfgazellen, Steinböcke und Saigas. Er nahm Verbindung auf zu den Zoos in Moskau und Leningrad, ebenso zum Naturreservat Askanija-Nowa und begann, über den Kauf von Tieren zu verhandeln. Mursachan Tolebajew lernte den Mitarbeiter des Moskauer Zoos Maksim Swerjew kennen und lud ihn ein, in Alma-Ata zu arbeiten. Später wurde dieser zu einem angesehenen Wissenschaftler und Naturschriftsteller. Swerjew eröffnete eine Station junger Naturforscher und arbeitete viele Jahre als stellvertretender Direktor des Zoos Alma-Ata. Im Oktober 1937 trafen auf dem Bahnhof Alma-Ata in speziellen Waggons Löwe, Bären, Tiger, Krokodil und Schlangen ein. Die feierliche Eröffnung des Zoos fand am 7. November statt, am 20. Jahrestag der Oktoberrevolution. An den ersten beiden Tagen war der Eintritt frei. Mursachan Tolebajew wurde ausgezeichnet mit einer Urkunde des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten für den sicheren Transport der Tiere aus Moskau nach Alma-Ata. Doch schon am 5. Dezember wurde er verhaftet, man erinnerte sich an seine frühere Verbindung zur Alasch-Partei. Im Jahr 1938 wurde Mursachan Tolebajew erschossen. Und erst 20 Jahre später wurde er rehabilitiert, weil es keinen Straftatbestand gab. In den Jahren des Krieges hatte es der Zoo Alma-Ata nicht leicht – er wurde nicht mehr versorgt und die meisten Mitarbeiter gingen an die Front. Praktisch alle Arten tropischer Vögel und anderer Tiere starben. Große Probleme gab es auch in den schweren 1990er Jahren. Viele Tiere starben, ihre Körper wurden an Raubtiere verfüttert. Einige exotische Tiere wurden an Privatpersonen verkauft. Unter der Sowjetmacht betrug die Fläche des Zoos Alma-Ata 32 ha, auf 13 davon befanden sich Gehege und Käfige, auf 19 – Teiche. Jetzt beträgt die Fläche nur 21 ha. Worüber der Zoo Almaty heute verfügt: Elefanten, Giraffen, Zebras, Flusspferde, Nashörner, Tapire, Antilopen, Bucharahirsche, Damhirsche, Rehe, Argalis, Uriale und Mufflons. Besonders reich vertreten sind im Zoo die Katzenartigen: Löwen, Leoparden, schwarze Panther, Jaguare, Pumas, Servale, Luchse. Es gibt auch den seltenen Isabellbären. Die Primaten sind vertreten durch Meerkatzen und Makaken, Paviane, Schimpansen und Gibbons. Der Tierbestand des Zoos umfasst 330 Arten mit über 5.000 Individuen. Im Jahr besuchen den Tiergarten in Almaty eine halbe Million Menschen. (Erik Aúbakirow)

 

7. Nov. 2015: Zoo Almaty begeht Geburtstag
Am 78. Jahrestag seiner Eröffnung kamen über 5.000 Besucher. Er beherbergt heute über 6.000 Tiere in 348 Arten.

 

7. Nov. 2015: Über 5.000 Besucher begrüßte der älteste Zoo Kasachstans an seinem Geburtstag Als der Zoo eröffnet wurde, waren hier etwa 50 Tierarten vertreten, hauptsächlich aus der einheimischen Fauna – Saigas, Kamele, Argalis u.a. Den Tierbestand zu ergänzen halfen den Kollegen in Kasachstan die Zoos in Moskau und Leningrad, sie überließen dem Zoo in Alma-Ata Löwen, Tiger, Leoparden, Antilopen. Seinerzeit war der Zoo Alma-Ata berühmt für seine Zucht von Greifvögeln: Steinadlern, Bartgeiern, Falken u.a., jetzt aber auch von Schlangen, besonders Boas. Heute zählt der Zoo Almaty über 6.000 Tiere in 348 Arten. In diesem Jahr kamen hinzu: Saigas, Siamang, Loris, Opossums, Degus. Nachwuchs gab es 168 Jungtiere, von denen waren 137 Küken verschiedener Vogelarten. Besonderer Stolz der Mitarbeiter des Zoos: die erste Geburt von Blauschafen in der Geschichte des Zoos Almaty.

 

5. Nov. 2015: Kasachstan: Im Zoo Almaty begann man mit Ultraschalluntersuchungen bei Tieren
Der Zoo Almaty bekam ein Ultraschallgerät im Wert von 1,5 Millionen Tenge. Ein solches Gerät gab es vorher nicht im Zoo Almaty. Deshalb beschloss die Leitung des Zoos, ihren Tierarzt zur Qualifizierung nach Moskau zu schicken. Das Gerät wurde dem Zoo zu Ehren des 78. Jahrestags vom Wohltätigkeitsfonds „Ajala“ zur Verfügung gestellt.

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So weit die Meldungen aus der Zoopresseschau. Auf „globestories“ fand sich noch folgender Bericht aus dem Zoo von Almaty:

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Während und nach der Augen-Operation bei einem Schneeleoparden im Zoo Almaty

 

Augen-OP am Schneeleoparden

Sie wurden in Kirgistan geboren, im Wildtier-Reha-Zentrum des Deutschen Naturschutzbundes (NABU) Issyk-Kul. Ihre Eltern stammen aus den Tienschan-Bergen. Sie wurden aus den Fangeisen der Wilderer gerettet. Ihre Pfoten waren zu sehr verstümmelt, um in freier Wildbahn zu überleben. 2009 gab es dann einen versehentlichen Zuchterfolg. Von den vier Jungtieren waren zwei männlich und zwei weiblich. Während die beiden Weibchen, kerngesund, heute noch immer im Reha-Zentrum leben, machte sich bei Leader und Pirat schon früh eine Augenkrankheit bemerkbar.

Im April 2012 bat der Almaty Zoo den Augenarzt Sultankulov Banu darum, die beiden Schneeleoparden zu behandeln. Er willigte ein und führte die Operation sogar kostenlos durch. Knapp zwei Stunden war das Team pro Leopard beschäftigt. Ein Tierarzt war als Berater dabei, denn Banu hatte vorher nur an Menschen operiert. Der Eingriff war erfolgreich und das Sehvermögen der beiden Tiere konnte zu 40 Prozent wieder hergestellt werden.

Ahmetova Zhunnat ist die Chefin der Internationalen Abteilung des Almaty Zoo. Sie ist stolz auf den medizinischen Erfolg und sagt: „Uns ist da eine sehr seltene Operation gelungen.“ Als Wermutstropfen fügt sie hinzu: „Wären die Tiere früher operiert worden, hätten wir noch bessere Resultate erzielen können.“

Knapp zwei Jahre sind seit der Operation vergangen und Leader und Pirat leben noch immer im Almaty Zoo. Dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt, merkt man den Großkatzen an. In ihren Bewegungen fehlt das Selbstbewußtsein und ihr Blick ist nicht so wach und aufmerksam, wie der von Binal. Die tschechische Schneeleoparden-Dame schleicht wie ein Gespenst durch ihr Gehege. Die Menschen beobachtet sie mißtrauisch aus der Ferne. Bei ihr erkennt man ihn noch, den „Geist der Berge“.

Von Adriane Lochner: Biologie studiert, drei Jahre in den USA gearbeitet und an der Technischen Universität in Hamburg-Harburg promoviert. Danach war ich in der Hochschullehre und als PR-Beraterin tätig – http://globestories.com/ueber-mich/

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„Leader“ im Zoo Almaty

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„Pirat“ im Zoo Almaty

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