Über Lebensverlegenheiten im Zoo (2)

Krim-Karte  (Photo: wikipedia.com)

Krim-Zoos

Die Situation der Zoos stellt sich auf der Krim natürlich anders, vordergründig politischer dar als die des Zoos in Almaty. Wie im Falle Ostberlins (und seines Tierparks in Friedrichsfelde) handelt es sich auch bei der Krim um eine „unfreundliche Übernahme“ – jedenfalls ist das die ukrainische Sicht auf die russische Okkupation der Krim und die Sicht des mit der Ukraine verbündeten Westens. Bei den Krim-Zoos handelt es sich um zwei private. Die Pressemeldungen darüber entstammen, wenn nicht anders vermerkt, alle aus der Zoopresseschau. Ihre Chronologie beginnt hier allerdings mit einem taz-Bericht:

5.Januar 2016

Drei tote Tigerbabys, drei Jahre Haft

Zoodirektor Oleg Subkow soll den Kältetod von drei kleinen Albino-Tigern mitverschuldet haben – und wurde verurteilt. Jetzt wehrt er sich. Der Krim-Unternehmer und Zoodirektor Oleg Subkow hat Anfang dieser Woche in seinem Blog einen offenen Brief an die Verwaltung des russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht. Darin spricht er von einem Krieg, den der Vizepremier der Krim und die örtliche Staatsanwaltschaft gegen ihn und seine Parks führten. „Wenn die präsidiale Verwaltung Russlands genauso ihren Verpflichtungen nachkommt, wie die Krim-Funktionäre, steht unser Land kurz vor einem Kollaps“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der gebürtige Russe eröffnete 1995 seinen ersten Zoo Skaska (Märchen) in Jalta. Ein paar Jahre später kam der Löwen-Safaripark Taigan bei Belogorsk dazu. Subkows Parks mit 3.500 Tieren gehören zu den größten Attraktionen der Halbinsel. Seit Mitte Dezember sind sie geschlossen – nicht zum ersten Mal.

Vor zwölf Jahren streikte Subkow bereits mit seinen Tieren. Damals trugen die Giraffen aus Solidarität mit den Protestierenden während der Orangen Revolution in Kiew orange Bänder.

Nun ist die Krim russisch. Die Probleme sind geblieben. Diesmal protestiert der Exparlamentsabgeordnete der Krim gegen die Willkür der Krim-Funktionäre. Am 11. Dezember wurde der 48-Jährige vom Belogorsker Gericht (Krim) zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Unter anderem wurde er beschuldigt, einen Angestellten verprügelt zu haben und am Unterkühlungstod von drei Albino-Tigerbabys mitschuldig zu sein.

Subkow bestreitet die Vorwürfe. Wenn die Staatsanwaltschaft ihre „erpresserischen Vorwürfe“ nicht zurückziehe, wolle er mit seinen Parks ausreisen. Es gebe genügend Angebote, berichtete Subkow bei einer Pressekonferenz, zum Beispiel aus dem Iran.

Die Causa Subkow hat eine neue Seite in der jüngsten Geschichte der Krim aufgeschlagen. Bis dahin galten kritische Töne gegenüber den Machthabern als Tabu. Der Unmut über die Bürokraten, die bei der Bewältigung der Stromversorgungsengpässe versagt haben, nimmt zu. Am 10. und 11. Januar lud Oleg Subkow Journalisten in seine Tierparks ein. Sie sollten Informationen aus erster Hand bekommen, zum Beispiel, wie die Tiere bei minus 20 Grad versorgt werden.

„Keine Hoffnung auf Besserung“

Oleg Subkow fühlt sich von den Behörden „überfallen“ und erwägt, die Krim zu verlassen. Anastasija Magasowa interviewte ihn:

taz: Herr Subkow, Sie sind von der Staatsanwaltschaft der Krim zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Wie lautet die Anklage?

Oleg Subkow: Ich soll den Wächter meines Zoos verprügelt haben.

Was legt man Ihnen sonst zur Last?

Dass ich meine drei Tigerbabys vergiftet, staatliche Generatoren gestohlen und überhaupt so ziemlich alles verbrochen habe, was es zu verbrechen gibt. Momentan durchforstet man meine Tierparks, um für diese These Beweismaterial zu sichern.

Und was sagen Sie dazu?

Das, was die Machthaber auf der Krim sich gerade erlauben, kann man nicht anders als einen bewaffneten Banditenüberfall bezeichnen.

Warum werden Sie und Ihr Business diesem Druck ausgesetzt?

Ich glaube, die Verwalter der Krim haben keinen blassen Schimmer davon, was ihre Aufgabe ist. Sie verstehen nicht, wie man auf der Halbinsel Frieden und ein gutes Klima für Unternehmer schafft, wie man für Energiesicherheit sorgt. Sie sind ausschließlich damit beschäftigt, ihre eigenen Taschen zu füllen.

Was ist Ihre Hoffnung?

Solange diese Leute regieren, habe ich keine Hoffnung auf Besserung. Seit anderthalb Jahren bemühe ich mich um einen Kompromiss, der mir die Zusammenarbeit mit der lokalen Macht ermöglichen würde. Leider vergeblich. Deswegen habe ich meine Tierparks geschlossen und warte ab, bis auf der Krim ein Machtwechsel stattfindet.

Hat man es auf Sie persönlich abgesehen oder handelt es sich um eine Tendenz?

Ich kann nicht für alle Unternehmer auf der Krim sprechen, aber ich kann Ihnen mit Sicherheit sagen, dass keiner hier ein sorgenfreies und gutes Leben führt. Dafür gibt es objektive Gründe, wie Sanktionen, aber und vor allem auch subjektive wie ein totales Versagen des Machtapparates. Die Menschen wollen ganz normal arbeiten und Steuern zahlen.

Was haben Sie vor?

Im allerschlimmsten Fall ziehe ich mit meinen Parks von der Krim weg. Aber noch hoffe ich auf irgendeine Verständigung mit der Regierung in Moskau, der Staatsanwaltschaft und der Administration des Präsidenten Wladimir Putin. Ich will verstehen, wieso die lokale Macht eine solche hasserfüllte Position gegenüber den nationalen Kulturgütern Russlands, und dazu gehören meine Parks, vertritt.

Übersetzung: Irina Serdyuk

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Krim-Partisanen 1944

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searchnews.info – 19. Aug. 2016
Einzigartig: im Safaripark auf der Krim wurden schneeweiße Löwen geboren
Die hellbraune Löwin Strekosa, die infolge grausamer Behandlung durch ihre vorhergehenden Besitzer erblindete, brachte Zwillinge zur Welt, die weiß sind. Vor acht Jahren gelangte die damals etwa einjährige Löwin aus Jewpatorija, wo sie von der Staatsanwaltschaft der Ukraine bei Fotografen beschlagnahmt wurde, in den Safaripark. Ungewöhnlich ist nicht der Fakt, dass die blinde Löwin Welpen gebar, sondern dass beide Jungtiere weiß sind. Laut Subkow werden die beiden jungen Löwen jetzt künstlich ernährt, weil ihre blinde Mutter das nicht tun kann.

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rosbalt.ru – 24. Okt. 2016
Krim-Rajon, in dem sich die Zoos befinden, bekommt nur sechs Stunden am Tag Strom
Nach dem Zeitplan für zeitweise Stromabschaltungen im Rajon Bjelogorsk der Halbinsel Krim wird das Licht im bevorstehenden Winter drei Stunden am Morgen und drei Stunden am Abend eingeschaltet. Der Zoo „Skaska“ bekam von „Krymenergo“ für den Winter eine Höchstgrenze an Elektroenergie von 418 kW innerhalb von 24 Stunden, das sind zwei- bis dreimal weniger als die Norm, im Safaripark „Taigan“ wird das Licht überhaupt nur einige Male am Tag eingeschaltet, teilt der Besitzer von „Skaska“ und „Taigan“, Oleg Subkow, mit.

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sobytiya.info – 3. Nov. 2016
Besitzer der Krim-Zoos wurde mit Strafe von einer halben Million Rubel belegt
Der Besitzer des Löwenparks „Taigan“ und des Jaltaer Zoos „Skaska“, Oleg Subkow, bekam wieder eine Aufforderung vom Veterinäramt, Strafe zu zahlen, diesmal eine halbe Million Rubel. Am meisten beunruhige im Moment die rachsüchtige Aktivität des Chefs des Veterinärdienstes der Krim, Walerij Iwanow. Er organisiere regelmäßige Kontrollen, die mit Geldbußen in Millionenhöhe enden. Gründe für Strafen sind weit hergeholt, die Geldbußen unangemessen hoch. Kürzlich erhielt Oleg Subkow wieder eine Geldstrafe von 500.000 Rubel, sagte Galina Lomakina, Mitglied des Kuratoriums von Zoo „Skaska“ und Löwenpark „Taigan“. Laut Lomakina nutzt Iwanow seine Dienststellung, um persönliche Rechnungen mit Subkow zu begleichen, der mehrfach den Haupttierarzt der Krim der Inkompetenz beschuldigte. Die Beziehungen zwischen dem Krim-Unternehmer Oleg Subkow und dem Leiter des Veterinärdienstes der Krim, Walerij Iwanow, verschlechterten sich in der Zeit des Krim-Blackout. Damals starben im Zoo „Skaska“ in Jalta Welpen der berühmten weißen Tigerin Tigrjulja, die Subkow einst von der ukrainischen Politikerin Julija Timoschenko geschenkt wurde. Für Iwanow und die Staatsanwältin der Krim, Natalja Poklonskaja, stand fest, dass die seltenen Tiere infolge nicht ordnungsgemäßer Haltungsbedingungen starben. Der Unternehmer selbst ist überzeugt, dass die Tigerwelpen Opfer einer Infektion wurden infolge Schwächung des Immunsystems durch Unterkühlung wegen fehlender Elektroenergie. Der Veterinärdienst der Krim begann nach Abschluss der Wahlen in die Staatsduma Russlands großangelegte Kontrollen des Jaltaer Zoos „Skaska“ und des Löwenparks „Taigan“. Subkow selbst bemerkte, dass die Ursache für den Druck auf sein Unternehmen seine „kühne staatsbürgerliche Position“ sei und der Unwille, sich an Korruption zu beteiligen.

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Die Krim vom Boot aus (Photo: Jekaterina Beliaeva)

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rg.ru – 5. Nov. 2016
Löwenpark auf der Krim blieb ohne Wasser
Der größte und bekannteste Zoo der Krim, der Löwenpark „Taigan“, verlor die einzige Wasserquelle. Der Taigan-Stausee wurde nach der nächsten Umverteilung von Wasser in die östliche Krim so seicht, dass man schon nicht mehr von dort Wasser entnehmen kann für den Unterhalt von Tieren. Darüber informierte der Direktor und Besitzer des Zoos, Oleg Subkow. Die Taigan-Verwaltung für Wasserwirtschaft setzte die Leiter des Zoos in Kenntnis über die nächste Umverteilung von einer Million Kubikmeter Wasser in den seichter gewordenen Feodossija-Stausee, aus dem die Städte der Ost-Krim mit Wasser versorgt werden – Sudak, Feodossija, Kertsch. Doch da der Taigan-Stausee nach dem Absperren des Nord-Krim-Kanals durch die Ukraine sehr wenig Wasser enthält, ist es unmöglich, aus ihm mit Hilfe von Pumpen Wasser zu entnehmen. Alle Möglichkeiten von Bohrungen sind schon ausgeschöpft: man habe bis zu 140 m tief gebohrt, doch nirgendwo unter dem Park Wasser entdeckt, es gibt auch keine Wasserleitungen in der Nähe. Ein oberirdisches Quellgebiet gibt insgesamt nur zwei, drei Kubik[meter] Wasser pro 24 Stunden, deshalb beginne man mit dem heutigen Tag, Wasser heranzufahren, um die Tiere zu tränken. Um die Tiere einfach zu tränken, brauche man 15-20 Kubikmeter am Tag. Doch im Sommer bei voller Auslastung des Hotels des Zooparks, ständigem Begießen der Bäume und Pflanzen, regelmäßigem Füllen der Becken für Vögel und andere Tiere wächst der Wasserverbrauch bis auf 900 Kubikmeter pro 24 Stunden. Jetzt wird die Situation etwas entschärft, weil Pflanzen nicht mehr gegossen werden müssen. Behörden und Spezialisten des Staatlichen Komitees für Wasserwirtschaft hoffen auf die Regensaison, die gewöhnlich dafür sorgt, dass der Stausee gefüllt wird von den ergiebigen Niederschlägen des Herbstes und des Winters. Doch diese Quelle der Wasserversorgung ist nicht garantiert und hängt nur von der Gnade der Natur ab. Die kritischste Zeit für den Zoo, so sehe er das, werde das Frühjahr des kommenden Jahres sein, sagt Oleg Subkow. Denn sobald der Massenansturm von Touristen beginnen wird, müssen alle Toiletten funktionieren, Pflanzen müssen ständig gegossen werden, der Wasserverbrauch wird wieder stark anwachsen. Was er in dieser Situation machen werde, wisse er noch nicht. Im vergangenen Winter befand sich der Löwenpark „Taigan“ ohne Stromversorgung in einer kritischen Situation wegen eines von der Ukraine organisierten Blackout: die Tiere mussten mit Hilfe von kleinen eisernen Öfen und Dieselgeneratoren gerettet werden. Jetzt steht dem Zoo bevor, einen „Dürre-Test“ zu überstehen. (Ilja Isotow)

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infoline.ua – 1. Dez. 2016
Löwenpark „Taigan“ auf der Krim wird mit Brennholz beheizt
Der Löwenpark „Taigan“ auf der Krim (Bjelogorsk), der von den russischen Behörden die Mitteilung über Einschränkungen im Elektroenergieverbrauch erhielt, wird die Räumlichkeiten seiner Wärme liebenden Pfleglinge (wie Affen, Giraffen u.a.) mit Brennholz beheizen, meldet UNN mit Verweis auf „Krym.Realii“. Obwohl es in Bjelogorsk noch keinen Schnee gibt, sank die Lufttemperatur heute Nacht auf minus 12 Grad.

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interfax-russia.ru – 3. Dez. 2016
Drei seltene Tiger wurden in Zoo auf der Krim geboren
Simferopol. Tigerin Tigrjulja im Zoo Jalta gebar Drillinge, teilte der Besitzer des Zoos, Oleg Subkow, mit. Alle Welpen sind „Jungs“. Atos, Portos und Aramis waren schwach bei ihrer Geburt, wie alle weißen Tigerwelpen, die Tigrjulja zur Welt brachte, und werden künstlich aufgezogen. Der Unternehmer Oleg Subkow eröffnete 1995 den Zoo in Jalta, 2012 den Safaripark „Taigan“ im Rajon Bjelogorsk der Krim. Dort leben einige Tausend Tiere, viele aus seltenen Arten. Im Jahr 2009 schenkte die ukrainische Politikerin Julija Timoschenko dem Jaltaer Zoo eine weiße Tigerin. Tigrjuljas Gefährte wurde der aus Frankreich auf die Krim geholte Bengaltiger Patris. Ihren ersten Wurf hatte Tigrjulja im Mai 2012. Nicht alle Welpen der Tigerin haben überlebt. Ende 2015 starben ihre Drillinge.

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Sibirische Tiger im Krim-Zoo (Photo: Krim-Zoo)

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otr-online.ru – 4. Dez. 2016
Die auf der Krim geborenen Bengaltiger wurden Atos, Portos und Aramis genannt
Laut Subkow hat Tigrjulja ihren Nachwuchs nicht gesäugt, sondern die Welpen verstoßen. Mitarbeiter des Zoos begannen sie künstlich zu ernähren. Subkow fügte hinzu, dass in beiden Krim-Zoos acht weiße Bengaltiger leben. (Warwara Kirillina)

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crimea.vgorode.ua – 6. Dez. 2016
Winterkälte: auf der Krim wurde der Löwenpark „Taigan“ geschlossen
Der Safaripark „Taigan“ im Rajon Bjelogorsk der Krim ist den Winter über geschlossen. Die im Park in einem Safariteil von 20 ha lebenden Löwen kamen in die Winterunterkünfte. „Taigan“ ist der größte Löwenpark Europas, mit einer Fläche von insgesamt 32 ha, von denen 20 ha die Safari bilden. Im Park leben über 70 Löwen. Auch gibt es hier einen Zoo, in dem Hunderte Tiere anderer Arten zu sehen sind, darunter Bären und Tiger, Leoparden, Jaguare, Pumas, Giraffen, Kamele, Affen, zahlreiche Paarhufer und Vögel.

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primechaniya.ru – 14. Dez. 2016
Subkow: Besucherzahlen im Zoo Jalta auf ein Achtel gesunken, und es wird noch schlechter
Die Besucherzahlen im Jaltaer Zoo „Skaska“ und im Löwenpark „Taigan“ sind im Jahr 2016 sehr viel niedriger als im Jahr 2013. Das erklärte Zoodirektor Oleg Subkow. Er sei, was den Besuch seiner Objekte im Jahr 2016 betrifft, zufrieden. Wenn man berücksichtige, dass alle Außenwerbung für „Skaska“ und „Taigan“ vernichtet wurde und die Krim-Regierung eine Informationsblockade und –krieg gegen ihn und seine Parks führe. Auch wenn er mit der Saison 2016 zufrieden sei, doch bis zu den Zahlen des Jahres 2013 sei es ein sehr weiter Weg. Im Vergleich zu 2013 hat sich die Besucherzahl des Jaltaer „Skaska“ auf ein Achtel verringert, des Parks „Taigan“ auf ein Drittel. Dabei sagt der Unternehmer voraus, dass die Saison 2017 für die Krim schlechter als die Saison 2016 werde. Das hänge zusammen mit der Eröffnung und Wiederherstellung der Gasleitung in die Türkei, aber auch mit den eigenen Problemen der Krim, die vorerst nicht gelöst werden können, bemerkt Oleg Subkow.

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pravda.com.ua – 26. Dez. 2016
Besitzer des Zoos auf der Krim: Wir sind nicht Teil der RF, sondern ein rätselhaftes „Konzentrationslager“
Die Verbindung zur Außenwelt ist den Zoos der von Russland okkupierten Halbinsel Krim für eine unbestimmte Zeit völlig verlorengegangen. Das sagte Oleg Subkow, Besitzer des Jaltaer Zoos „Skaska“ und des Löwenparks „Taigan“ in einem Interview mit „Krym.Realii“. Heute seien sogar Austausch und Erwerb von Tieren innerhalb Russlands eine äußerst komplizierte Angelegenheit, denn die Krim sei kein Teil Russlands, sondern ein unbegreifliches „Konzentrationslager“, aus dem die Einreise und Ausreise durch eine peinliche Kontrolle erfolge. Subkow bemerkte auch, dass die Verträge mit Zoos in Europa [EU] über die Lieferung von Tieren gekündigt wurden, die gekauften Tiere mussten verkauft werden oder man verlor sie. Vom Tausch von Tieren mit europäischen Zoos oder über den Kauf von Tieren habe man seit Dezember 2014 aufgehört zu träumen, denn gerade in jenen Dezembertagen habe man den letzten Tiertransport aus drei europäischen Zoos in die Krim eingeführt, sagte Subkow. Der russländische Zoll habe, statt sich zu freuen, dass in der russischen Krim solche einmalige Fracht eintraf, noch dazu mit allen notwendigen europäischen Dokumenten, ihn zu einem Schmuggler erklärt, ein Jahr habe der Zoll seine schändlichen Ermittlungen betrieben und schließlich nachträglich über das Gericht von ihm 1,5 Millionen Rubel eingetrieben. Seinen Worten nach ist für die Zoos die Verbindung zur Außenwelt völlig verlorengegangen für eine unbestimmte Zeit, möglicherweise auch für immer.

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Löwen im Krim-Zoo (Photo: Sputnik Deutschland)

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interfax-russia.ru – 25. Jan. 2017

Besitzer der zwei Krimzoos wird Zoo bei Istanbul bauen

Simferopol. Unternehmer Oleg Subkow aus der Krim, der auf der Halbinsel den Zoo „Skaska“ und den Safaripark „Taigan“ gründete, verkündete die Vereinbarung mit den Machthabern der Türkei über die Errichtung eines Zoos mit einer Fläche von 200 ha in der Gegend von Istanbul. Das Projekt beabsichtigt die Türkei zu finanzieren.

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newdaynews.ru – 26. Jan. 2017
Graue Gespenster: Direktor des „Taigan“ Verbindungen zum Medschlis verdächtigt
Der Besitzer des Krim-Safariparks „Taigan“ wurde beschuldigt, mit der in Russland verbotenen Organisation Medschlis zusammenzuarbeiten. (Leonid Makowezkij)

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uinp-info – 26. Jan. 2017
Besitzer der Krimzoos Subkow beabsichtigt, die türkische Staatsbürgerschaft zu erhalten
Das Erhalten der Staatsbürgerschaft der Türkei ist eine der Bedingungen der türkischen Seite, da sie zu solchen vorteilhaften Bedingungen nur mit einem im eigenen Land Ansässigen zusammenarbeiten können, erklärte Oleg Subkow. Er fügte hinzu, dass die Verhandlungen über den Bau eines „Mega-Taigan“ an der Küste neben Istandul mit der türkischen Seite im Verlaufe einiger Monate geführt wurden. Dem Krim-Unternehmer zufolge schlugen die Behörden der Türkei für die Anlage eines zoologischen Parks ein Grundstück von über 200 ha am Ufer des Schwarzen Meeres vor, in unmittelbarer Nähe Istanbuls. (Olga Filatowa)

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vecherka.su – 26. Jan. 2017
Krim-Unternehmer wird in der Türkei den größten Zoo der Welt errichten
Der Zoo wird „Mega-Taigan“ genannt werden. Die türkischen Machthaber hätten große Ambitionen. Außerdem habe Instanbul 20 Millionen Einwohner. Vor ihm stehe die Aufgabe, was Elefanten, Giraffen, Tiger und Löwen betreffe, weltweit den ersten Platz zu erreichen. Gelder für den Super-Zoo wird die türkische Seite zur Verfügung stellen. Nach Meinung Oleg Subkows wird sein Projekt in der Türkei eine Popularisierung der Krim garantieren. Weil er eben als Krim- und russländischer Unternehmer dort gelte, bemerkte Subkow.

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crimeapress.info – 26. Jan. 2017
Oleg Subkow nimmt türkische Staatsbürgerschaft an
Er stelle den Antrag auf türkische Staatsbürgerschaft und verschweige das nicht. Weil er sich von der Türkei aus nach Europa bewegen und Tiere kaufen müsse… Doch sein Park „Taigan“ und der Zoo „Skaska“ werden auf der Krim solange arbeiten, solange es die wirtschaftliche Situation erlaubt, erklärte Oleg Subkow heute. Nach seiner Information ist der Platz für den Zoo bereits bestimmt – 26 km von Instanbul entfernt. Am Ufer des Schwarzen Meeres. In diesen Zoo werden Hunderte Millionen Dollar investiert, das wird ein ganz anderes Niveau. Seine Aufgabe sei es, zu planen, aus der ganzen Welt Tiere herbeizuschaffen, eine Sammlung zusammenzustellen sowie ein effektives Modell der Wartung und Verwaltung des Zoos zu schaffen, bemerkte Oleg Subkow. Was die Staatsbürgerschaft betrifft, so werde er auf die russische nicht verzichten. Oleg Subkow nimmt die türkische Staatsbürgerschaft an „für das Geschäft“, sie sei notwendig für die Bewegung durch Europa. Dabei bemerkte er, in die Türkei sei er als Bürger der Russischen Föderation gereist, mit einem russischen Paß und es sei „dort keine ukrainische Spur“.

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newc.info – 27. Jan. 2017
Erdogans Sohn wird Oleg Subkows türkischen „Mega-Taigan“ bauen
Simferopol. Der Zoo „Mega-Taigan“, dessen Bau Oleg Subkow in der Türkei plant, wird der größte in der Welt werden. Den Bau wird die Firma des Sohnes von Recep Erdoğan, des Präsidenten des Landes, übernehmen. Das teilte Oleg Subkow selbst mit, der Gründer des Safariparks „Taigan“. Die Türkei wolle einen unwahrscheinlich großen Zoo errichten, der in seiner Größe die Krim-Variante des „Taigan“ übertrifft. Das Projekt soll nicht später als 2019 abgeschlossen sein. (Darja Jaryschko)

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blackseanews.net – 31. Jan. 2017
Künftiger Türke Subkow droht aus der okkupierten Krim alle Löwen wegzunehnen
Der Besitzer des Zoos „Skaska“ und des Safariparks „Taigan“, Oleg Subkow, der Pläne verkündete, türkischer Staatsbürger zu werden, hat vor, mit allen seinen Tieren die okkupierte Krim zu verlassen. Wie der Korrespondent der Agentur „Nowyj Den“ übermittelt, will der Unternehmer, dessen Tätigkeit ständig von verschiedenen Skandalen begleitet wird, die Tiere aus seinen Krimzoos im neuen Park in der Türkei nutzen.

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Zesel im Krim-Zoo – eine Kreuzung zwischen Esel und Zebra (Photo: Krim-Zoo)

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24news.com.ua – 1. Febr. 2017
Investitionen auf der Krim: Mythos oder Realität?
Frage an den Gründer des Jaltaer Zoos „Skaska“ und des Löwenparks „Taigan“, Oleg Subkow: „Oleg, Sie haben beschlossen, Ihre Projekte in die Türkei zu verlegen. Warum gerade dorthin?“
Subkow: Die Türkei, eines von zehn Ländern, die mir vorschlugen, ähnliche Parks auf ihrem Territorium zu organisieren, half. Es gibt in vielen Ländern Touristen und Bewohner, die interessiert sind an einem solchen Produkt. In der Türkei passen die klimatischen Bedingungen – man möchte, dass dieselben Afrikanischen Löwen das ganze Jahr über in Freisichtgehegen spazieren und nicht in Winterquartieren hausen. Weiter sind wichtig:  Stabilität, ein Klima der Investitionen, das Verhältnis zu den Investoren. Denn das, was jetzt auf der Krim geschieht, kann man nicht als günstiges Investitionsklima bezeichnen. Die letzte ukrainische Regierung hat mit mir vereinbart den Bau von fünf neuen Projekten – eines Pferdeparks „Suworowskij“, eines Freizeitparks „Bjelaja skala“, eines Zooparks „Solnyschko“ in Jewpatorija, eines Tigerparks bei Sewastopol und eines „Krim-Kolosseum“. Die russländische Regierung hätte nur einfach die Arbeit an diesen fünf Investprojekten fortsetzen brauchen. Doch auf zehn Sitzungen gab es nicht einmal irgendein Zwischendokument.“

Er, Subkow, habe drei Jahre gekämpft und verstanden, dass er keinerlei Möglichkeit habe, seine Projekte auf der Krim zu verwirklichen. Das wertvollste ist Zeit. Und ihm reichte eine Dienstreise nach Istanbul, um zu verstehen, dass nicht alles in der Welt hoffnungslos ist, dass es Verantwortliche gibt, die aufrichtig interessiert sind an erfolgreichen Investitionsprojekten. Wobei ihm vorgeschlagen wurde, nicht sein Geld zu investieren, wie er es wollte und worauf er bestanden hatte – sondern alles werde gebaut auf Kosten des Rathauses von Istanbul und ihm zur Verwaltung übergeben. (Krym.Realii, SSchA [USA], Oleg Proschkin)
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primechaniya.ru – 10. Febr. 2017
Subkow entschied, den Haushalt von Belogorsk nicht weiter zu „sponsern“
Auf einer Arbeitsberatung der Krim-Regierung in Belogorsk erklärte Rajon-Chefin Galina Perelowitsch,
der Rajon würde nichts verlieren, sollte der Löwenpark „Taigan“ in die Türkei abwandern. Daraufhin versprach Parkbesitzer Oleg Subkow, der Park werde keine Einnahmen in den Haushalt des Rajons mehr einzahlen. So werde der Haushalt des Belogorsker Rajons sofort um 6 Millionen Rubel [98.750 Euro] ärmer.

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news.allcrimea.net – 15. Febr. 2017
Im Rajon Bilohirsk (Belogorsk) begannen Jäger mit Abschuss von Wölfen
Die Behörden des Rajons Bilohirsk (Belogorsk) haben beschlossen, lizenzierte Jäger einzubeziehen und Wölfe abschießen zu lassen, die im laufenden Jahr 49 Ziegen und 30 Schafe gerissen haben. Das schreibt „Krymskaja gaseta“.

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taz – 14.April 2017:

Fassen wir zusammen:

Im Januar meldete „blackseenews“: „Der Unternehmer Oleg Subkow, dessen Tätigkeit ständig von Skandalen begleitet wird, will alle Tiere aus seinen Krimzoos bei Jalta und Belogorsk in einem neuen Park in der Türkei nutzen.“ Er beabsichtige, türkischer Staatsbürger zu werden und mit seinen Tieren die okkupierte Krim zu verlassen.

Auf einer Arbeitsberatung der Krim-Regierung in Belogorsk erklärte die Rajon-Chefin Galina Perelowitsch daraufhin, der Rajon würde nichts verlieren, sollte der Löwenpark „Taigan“ in die Türkei abwandern. Der Zoo-Unternehmer konterte: Sein Park werde keine Einnahmen mehr in den Haushalt des Rajons einzahlen. Einem ukrainischen Nachrichtensender erklärte er: Die letzte ukrainische Regierung habe mit ihm den Bau fünf neuer Projekte vereinbart – einen Pferdepark „Suworowskij“, einen Freizeitpark „Bjelaja skala“, einen Zoopark „Solnyschko“ in Jewpatorija, einen Tigerpark bei Sewastopol und ein „Krim-Kolosseum“. Die russländische Regierung hätte nur einfach die Arbeit an diesen fünf Investitionsprojekten fortzusetzen brauchen – das sei aber nicht passiert. Der Zoo „Mega-Taigan“, den er bei Istanbul plane, werde der größte der Welt werden. Den Bau will die Firma des Sohnes von Präsident Erdogan übernehmen, finanzieren werde das mehrere Millionen kostende Projekt die Stadt Istanbul, die auch ein 200-Hektar-Grundstück zur Verfügung stelle.

Mit dem Sohn ist Bilal Erdogan (36) gemeint, der 2013 eine Reederei und eine Baufirma gründete, außerdem der Jugend-Stiftung Türgev vorsteht, die u.a. Studentenwohnheime baut, wobei sie die Grundstücke angeblich geschenkt bekommt. Daneben gründete Bilal eine weitere Stiftung für Mensch und Bildung. Der Journalist William Engdahl wirft ihm im „New Eastern Outlook“ vor, dass seine Reederei BMZ Group Denizcilik Millionen Barrel syrisches Öl verschifft, was dem ISIS hunderte von Millionen Dollar einbringt. Der TV-Sender Arte bezeichnete Bilal Erdogan bereits als „den Mann, der ISIS finanziert.“

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Kamel im Löwen-Safarikpark „Taigan“ (Photo: Krim-Zoo)

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euromaidanpress.com, 5. März 2014:

Wie die russischen Medien das eigene Volk und die Welt über die Ereignisse in der Ukraine belügen

Mthilfe von Nachrichtenagenturen,Fernsehsendern und Webseiten  führen die russischen Geheimdienste seit mindestens zwei Jahren eine aggressive Propaganda gegen die Ukraine. Zuerst mit dem Ziel, das Abkommen zwischen der EU und Ukraine zu untergraben, jetzt, um das Land zu spalten und einen Informationshintergrund für einen Krieg mit der Ukraine zu schaffen.

Wir stellen Ihnen hier einige der absurdesten Beispiele der Lügen seitens der russischen Propaganda vor, die von den bekanntesten russischen Zeitungen und Fernsehkanälen verbreitet wurden:

Auf der Krim töten bewaffnete Schläger russische Staatsbürger.

Als einen Grund für den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine nannte der russische Präsident, Wladimir Putin, die Lebensgefahr für russische Bürger auf der Krim. Die Sprecherin des Föderationsrats von Russland, Walentina Matwienko, behauptete, es hätte Tote gegeben. Und ausgerechnet der Föderationsrat stimmte der Anfrage Putins über eine militärische Intervention zu. Um den Mythos über Tote und Extremisten auf der Krim zu unterstützen, veröffentlichte das russische Fernsehen einen Bericht über vermeintliche Schießereien in Simferopol.

Wie Journalisten feststellten, kamen als Bandera-Anhänger bezeichnete Männer in schwarzen Kleidern in Bussen mit Nummernschildern der Krim und Logos des Krimer Löwenparks “Taigan”, der in Belogorsk bei Simferopol liegt, auf die Krim. Ausserdem besaßen diese Unbekannten die neusten russischen Waffen – AK 100 und RG-94-Granatwerfer, die nur auf der Arsenalliste der russischen Armee stehen.

Die Regisseure haben sich auch mit den Blutspuren verkalkuliert – Blutspuren gab es nämlich gar keine, obwohl die Menschen auf dem Pflaster lagen, als wären sie getötet. Die Geschehnisse in Simferopol beleuchtete der (russische) Oppositions-TV Sender Doschd (übersetzt “Regen” Anm. d. Üb.). Bei einer Schaltung auf die Krim berichtete der Journalist, dass es sich anhand der Patronenhülsen nach der Schießerei um Platzpatronen handelt. “Wer auf wen geschossen hat ist unklar, die russischen Militärs nahmen zuerst Kampfstellung neben dem Ministerratsgebäude ein, kehrten aber nach 15 Minuten zum Gebäudeeingang zurück, anscheinend wurde ihnen berichtet, dass die Gefahr vorbei ist,” berichtete der Journalist.

Einen anderen Bericht, ähnlich in der Bedeutung, zeigte der staatliche TV Sender Rossija 24 im Nachrichtenprogramm “Westi”. Dort zeigte man, während der Beschreibung der Ereignisse auf der Krim, den ganzen Bericht hindurch Archivaufnahmen von Zusammenstößen, die man unlängst während der Konfrontationen in Kyiw aufgenommen hatte. Dabei wurden die Bilder als Ereignisse in Simferopol betitelt und kommentiert.

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Die Krimtataren und wir

Von der hauptstädtischen Presse nahezu unbeachtet fand in Berlin eine „Kulturwoche der Krimtataren“ statt. Die Eröffnungsrede hielt der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker. Der Botschafter der Ukraine, zu der die Krim formell seit 1945 und quasi offiziell seit 1991 gehört, schickte ein Grußwort. Und aus der Türkei, wo man von den „Krimtürken“ spricht, kamen einige Wissenschaftler mit Referaten. Auch einige deutsche Turkologen waren eingeladen. Ein ostdeutscher Barkeeper, der sich mit seiner MfS-Verfolgtenrente eine Pferdefarm auf der Krim zugelegt hat, erzählte mir, dass jetzt viele der einst von Stalin wegen ihrer Kollaboration mit den Deutschen verbannten Krimtataren auf die Halbinsel zurückkehren. Inzwischen wären aber ihre Krimdörfer großenteils von dort angesiedelten Ukrainern bewohnt, so dass sie dort nun eher gefürchtet als willkommen seien. Hier und da wäre es sogar schon zu Zusammenstößen gekommen.

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Auch bei den bereits 1917 und 1943 ins Ausland geflüchteten Krimtataren gibt es ein wachsendes Interesse an ihrer Herkunft und an der Krim. In meiner alevitischen Kreuzberger Stammkneipe „Advena“ verkehren jedenfalls zwei in der Türkei geborene Krimtataren, auf die das zutrifft. Der eine besuchte gerade die „Kulturwoche“ – mit der Begründung „Ich bin ja selber ein Krimtatare“, der andere, Hakan Ufakcan, las gerade ein Buch über die Geschichte seines Volkes von einem türkischen Historiker, der in bezug auf die Vertreibung der Krimtataren in den Osten von „Völkermord“ spricht. Ich selber erwarb kürzlich den 1996 erschienenen Roman „Medea und ihre Kinder“ der russischen Erfolgsschriftstellerin Ludmila Ulitzkaya, in der es um die Geschichte ihrer auf der Krim lebenden Schwiegermutter geht – und natürlich auch um die Verbannung der Krimtataren.

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Im Rahmen der Ausstellung „Focus:Istanbul“ im Berliner Martin-Gropius-Bau wurde das Thema ebenfalls berührt, u.a. berichtete Hakan Ufakcan über die Situation der Krimtataren und ihre heutige Zerstreuung. Er ist im anatolischen Eskisehir geboren, einst wegen seiner heißen Quellen berühmt und heute ein wichtiger Nato-Stützpunkt. Dort haben sich seit langem Krimtataren angesiedelt – die ersten kamen, nachdem Katharina die Große ihre Heimat dem russischen Imperium einverleibt hatte. In ihren Befreiungskämpfen hatten sie seitdem immer wieder auf die falschen Verbündeten gesetzt: Osmanen, Franzosen, Engländer und zuletzt die Deutschen, was jedesmal Flucht und Verbannung nach sich zog.

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Hakan Ufakcan wurde 1960 in Eskisehir geboren, seine Großmutter war 1917 mit 16 Jahren zu ihren Verwandten dort hingelangt – ohne Hab und Gut, im Gefolge der ersten Fluchtwelle aus Russland nach der Revolution. Ihre Geschwister waren auf der Krim geblieben. „Aus unserem Dorf, jetzt Stadtteil, hatten vorher schon viele Krimtataren in der berühmten türkischen Schlacht von Kanakkale gekämpft, 1915 – gegen die Ententemächte England und Frankreich, das haben wir in der Schule gelernt.“ Nach der vierten Klasse, 1969, folgte er seinen Eltern nach Berlin, wo er in die 2. Klasse zurückgestuft wurde. „Am Anfang war ich der einzige Ausländer in der Klasse, alle Schüler haben sich um mich versammelt und wollten mich kennenlernen … So verhetzte, ausländerfeindliche Klassenkameraden – das kam erst später“. Hakans Familie wohnte zunächst in Moabit. „Damals durften die türkischen Mädchen abends noch nicht raus, höchstens mit ihrer Familie. Und wir als türkische Jungs durften nie in Diskotheken: ‚Nur für Deutsche!‘ hieß es immer, das selbe bekam man zu hören, wenn man eine Wohnung mieten wollte, oder in bestimmte Berufe rein wollte, – handwerkliche z.B.: Uns haben nur Industriebetriebe ausgebildet.“

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Hakan begann nach der Mittleren Reife eine Schlosserlehre bei Siemens. Gleichzeitig gründete er mit drei Freunden die Band „Kervan“ (Caravan), in der er Bassguitarre und später Saxophon spielte. Die Gruppe vertonte Texte von Nazim Hikmet und Cem Karaca, hatte aber auch eigene Kompositionen. Sie traten mit ihrer Tanzmusik auf bei Hochzeitsfeiern auf, im „Halkeri“ (Volkshaus) am Kottbusser Damm, wo sie auch übten, und schließlich in den ersten türkischen Clubs in Berlin auf. Seine Mutter arbeitete als Hilfsarbeiterin, war aber eine gelernte Schneiderin, – und nähte ihrem Sohn z.B. Schlaghosen für seine Auftritte. Hakans Vater arbeitete als Schlosser bei der KWU im Wedding. Sein Sohn Hakan fing 1983 als Schlosser im Waggon Union Werk an. „Mit Musik Geld zu verdienen, war damals nie so im Blick. Jetzt haben wir übrigens gerade wieder mit Proben angefangen: zur Hälfte noch in der alten Besetzung, bald es geht es dann wieder los – mit türkischer Rockmusik.“

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1985 war Hakan aus der Band ausgestiegen, um in die Türkei zu gehen. Seine Eltern hatten sich getrennt, woraufhin seine Mutter nach Eskisehir zurückgekehrt war, damals waren viele Türken wieder in die alte Heimat zurückgekehrt. Hakan kehrte aber schon bald von dort wieder nach Berlin zurück, wo er eine Anstellung als Kraftwerksmonteur fand. Nebenbei spielte er noch Fußball – bei Anadolu Spor in Kreuzberg. Als er seine Arbeit verlor, ging er für eine Saison nach Antalya – als Mitarbeiter eines Diskothekenbesitzers. Wieder zurück in Berlin heiratete er – 1990. Jetzt hat er bereits drei Kinder und seine Tochter geht auf die Kreuzberger Musikschule, wo sie Klavier lernt, Hakan hilft ihr, wie ebenso seinem jüngsten Sohn, der Fußball spielt, denn er hat inzwischen einen Trainerschein erworben, um die Jugendlichen in seinem Verein zu trainieren. Daneben hat er auch noch einen Taxischein gemacht und sich ein eigenes Taxi angeschafft.

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Sein Schwiegervater betreibt am Görlitzer Bahnhof ein Restaurant, Hakans Frau hilft dort in der Küche aus, er selbst hilft dem Schwiegervater bei Behördensachen. Außerdem stellt er noch zusammen mit seinem Partner Kemal Zigarettenautomaten auf und vermietet Gasgrillgeräte. Vor einigen Jahren fing er an, sich für die Geschichte der Krimtataren, die zugleich auch die seiner Familie ist, zu interessieren, außerdem träumte er von einem Pferdehof und Kumys. „Mein Großvater hatte 400 Hektar Land, auf denen er Weizen anbaute, als Kind habe ich oft auf seinem Mähdrescher gesessen. Er hat als Krimtatare auf deutscher Seite gekämpft — in der Wlassow-Armee. Zuletzt ist er von Klagenfurt aus zu Fuß in die Türkei geflüchtet, nachdem es sich herumgesprochen hatte, dass die westlichen Alliierten die gefangen genommenen tatarischen, kosakischen und nordkaukasischen Heere der Deutschen an die Sowjets übergeben würden. Er hat dann eine Rente von der BRD gekriegt, hat sich bei Eskisehir niedergelassen und meine Großmutter geheiratet. Seine Familie war auf der Krim geblieben, – nach 1945 hatten sie unter den Sowjets eine schwere Zeit. Wir haben immer noch Kontakt zu ihnen, auch zu den dort lebenden Angehörigen meiner Großmutter, besonders zu der Tochter ihrer Schwester: Die ist Tänzerin gewesen und unterrichtet jetzt Volkstanz auf der Krim, manchmal laden die Krimvereine in der Türkei sie ein. Verwandte von mir in Eskisehir haben kürzlich eine Stiftung gegründet, um die Rückkehr der einst nach Sibirien und sonstwohin verbannten Tataren auf die Krim zu unterstützen. Mein Vater ist ein Krimtatare aus Bulgarien, die haben ebenfalls auf deutscher Seite gekämpft, viele sind dann 1944 von dort aus in die Türkei geflüchtet. Von unseren Verwandten leben einige in New York, außerdem haben wir noch zu den in Bulgarien gebliebenen Kontakt. Da gab es 1988 eine Überführungsaktion vom türkischen Ministerpräsidenten Özal, bei der viele Krimtataren in die Türkei kamen.

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Hier in Berlin leben einmal die Weißen, – also die ehemals reiche Krimtataren, die 1917 nach Deutschland geflüchtet sind. Dann die aus der Türkei als Gastarbeiter hierher gekommenen, ich kenne etwa ein Dutzend. Und dann gibt es noch etliche, die nach dem Zerfall der Sowjetunion nach Berlin ausgewandert sind. In der Türkei sind die ‚Krimtürken‘ überall integriert. In unserem Dorf waren sie fast alle Sozialdemokraten. Ein Verwandter meiner Mutter, Hassan Polatkam, brachte es als Mitglied der Demokratischen Partei sogar bis zum Minister, nach dem Militärputsch 1961 wurde er jedoch hingerichtet.“

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Hakans Schwiegervater hat im Frühjahr angefangen, ein neues Restaurant – mit Garten – in der Wienerstrasse zu bewirtschaften, er hat Hakan und seine Frau gebeten, dort mit einzusteigen. Die beiden sind aber noch unentschieden. Hakan liebt die Unabhängigkeit bei seinen jetzigen Tätigkeiten, einschließlich Taxifahren. Da kann er zwischendurch im „Advena“ einkehren – und sich z.B. mit uns über die Krimtataren austauschen: ihr woher und wohin.

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Wer sich schon immer gefragt hat, wo die ganzen Papageien geblieben sind. Hier: im Depot des Natural History Museums New York.

Sonderausstellung ARA im Museum für Naturkunde Berlin: ab 22.5.2017. Presseerklärung: „Bunt und laut, intelligent und gesellig, stark und trotzdem sanftmütig – so zeichnen viele Menschen das Bild von den Papageien aus Südamerika. Was viele nicht wissen: die beliebten Exoten sind vielfach stark bedroht. Einige  Arten, wie Spix- und Blaukehlara, stehen am Rande des Aussterbens. Der Kuba-Ara ist sogar bereits ausgestorben und nur wenige Exemplare sind überhaupt in naturkundlichen Sammlungen erhalten. Anderen Arten droht dieses Schicksal heute, denn immer mehr Lebensraum geht durch Waldrodung und den Ausbau von Ackerbau und Viehzucht verloren. Aber auch Wilderei und der illegale Handel mit den Tieren sind für den Rückgang der Bestände verantwortlich. Mit zahlreichen Projekten soll diese Entwicklung gestoppt werden. Auch von Deutschland aus kümmern sich Umweltschützer um die Einrichtung von Schutzgebieten oder die Nachzucht und Wiederauswilderung der bedrohten Vögel. Mit spektakulären Objekten bringt die Sonderausstellung einen Hauch von Südamerika nach Berlin und wirft am Beispiel der Aras die Fragen auf: Was hat der Verlust der Artenvielfalt eigentlich mit uns zu tun? Und was bedeutet nachhaltiger Naturschutz und verantwortungsbewusstes Handeln in einer sich ständig wandelnden, globalisierten Welt?“

Ist der Satz „Nur wenige Exemplare sind überhaupt in naturkundlichen Sammlungen erhalten“ nicht ein lapsus linguae  im Zusammenhang mit dieser Presseerklärung?

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General Winter im Sozialen

Nachdem erst der Gouverneur des sibirischen Oblasts Swerdlowsk und dann auch der Botschafter Kasachstans in Berlin die arbeitslosen Deutschen, speziell die Rußlanddeutschen, aufgefordert hatten, zwecks Behebung ihres großen „Kadermangels“ in Sibirien bzw. Kasachstan spät aber nicht zu spät doch wieder heim bzw. zurück zu kehren, legte das Zweite Deutsche Fernsehen nach – und schickte gleich drei mal zwei kinderreiche Familien aus Ost- und Westdeutschland, teilweise mit Hunden und rudimentären Russischkenntnissen ausgerüstet, in verschiedene dörfliche Ecken Sibiriens, wo sie sich nur mit einer an Hartz IV gemahnenden Mindestfinanzierung mehrere Monate lang durchschlagen mußten – bei Temperaturen weit unter der Gefühlskälte. Der nächste Sibirienlockruf kam jüngst, am 23. Oktober vom Gouverneur des Gebietes Nowosibirsk – und richtete sich an den unternehmungslustigen Teil des deutschen Kapitals, dem die dortige Gebietsadministration exzellente Investitionsbedingungen – wie Steuervergünstigungen in bezug auf den Ertrag, die Immobilien und den Grund und Boden – verspricht, dazu ein zunehmend freundlicheres Wirtschaftsrecht, eine im Vergleich zu Deutschland schlankere Bürokratie…und – noch schöner: „Bei uns ist es verboten, mit sozialen Forderungen an Investoren heranzutreten. Die einzige Forderung an sie lautet: Der Plan muß erfüllt werden!“ Dafür gibt die Gebietsadministration sogar jährlich 10 Millionen Euro für die Zahlung der Zinsen von Investitionskrediten aus. Der Gouverneur, Tolokonskij, ließ nicht nur Werbebroschüren und CDs sowie ein Video auf Deutsch über seinen „dynamischen“ Oblast in Berlin, er eröffnete dort am selben Tag auch noch zusammen mit der Commerzbank AG eine „Nowosibirsker Wirtschaftswoche“ – unter dem Motto: „Sibirien – mit Zuversicht in die Zukunft sehen!“

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Zwar konnte sich das Erste Deutsche Fernsehen noch nicht dazu durchringen, einen ebenfalls sehr werbewirksamen Film über die Geschichte und Gegenwart der Krimfestung Sewastopol vom Berliner Regisseur Kornel Miglus zu finanzieren, aber von dort aus kommen auch so immer mehr Indizien, dass die Krim zum Anziehungspunkt abenteuer-heckender Deutscher wird. Da gibt es z.B. den ehemaligen „Wessi-Designer“ Olaf, der dort eine Russin geheiratet und eine Touristenpension eröffnet hat. Dann den in Rente gegangenen Goldschmied aus Pankow Reiner, der dort gleich mit zwei Russinnen lebt, die inzwischen beide von ihm ein Kind haben. Und nicht zu vergessen der einst regimeverfolgte Barkeeper Willi aus dem Prenzlauer Berg, der mit seinem 2CV ständig zwischen seiner Pferdefarm nahe Jalta und einer gemieteten Berliner Einraumwohnung pendelt: nicht zuletzt deswegen, weil seine geliebte Ukrainerin, die eigentlich sein Krimprojekt verwalten soll, sich in einen der jungen Pferdepfleger dort verliebte – und jetzt sogar schon ein Kind von ihm erwartet.

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Während der Nowosibirsker Gouverneur betont, „das wichtigste, was wir den deutschen Investoren bieten können, ist Ruhe und Sicherheit für Heute und Morgen“, zog es einige der deutschen Nachwende-Abenteurer gerade zu dem Zeitpunkt auf die Krim, als diese noch ein einziges „Banditennest“ zu werden drohte. Dann aber schafften es die russischen und ukrainischen Milizen mit wiedervereinten Kräften, die meisten kriminellen Banden nostalgisch zu liquidieren. Eine hatte z.B. fast die gesamte Sewastopoler Transportflotte an die Türkei verkauft. Die Schiffe ankern noch immer bei Istanbul – und hunderte von Sewastopoler Offiziere verstehen die Welt nicht mehr, sie treffen sich aber immer noch täglich im Seemannsclub: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, wie Paustowski einmal in seinem Odessaer Schwarzmeer-Bulletin „Der Rote Matrose“ schrieb. Viele höhere Ränge der Landstreitkräfte auf der Krim bekamen nach ihrem Großeinsatz eine ebenso großzügige Abfindung – u.a. in Form von abgelegenen Banden-Immobilien. Die deutschen Abenteurer brachten dann einige darauf, diese zu Gästehäusern auszubauen.

In den letzten Jahren kamen daneben vor allem Krimtataren – aus der Verbannung zurück, um sich ihr einstiges Eigentum zu sichern: Das macht sie bei den an ihrer Stelle auf die Krim verschleppten Ukrainern nicht gerade beliebt – was sich gelegentlich bis zur Islamfeindseligkeit steigert. Hierbei versuchte erst der Norweger Thor Heyerdahl gegen zu steuern, indem er mit einer von seiner jungen Frau gesteuerten Yacht mehrmals die Krimhafenstädte besuchte, wo er offiziell dafür warb, nur ja nicht die frühe Besiedlung der Halbinsel durch die Wikinger zu vergessen. Nach ihm traten die Westberliner Joseph-Beuys-Forscher auf den Plan, indem sie immer wieder vor Ort, d.h. in den drei Krimdörfern, die behaupten, dass bei ihnen 1943 der Künstler als WK-Zwo-Kampfflieger notgelandet sei und sie den Schwerverletzten heimlich gesundgepflegt hätten, erläutern, dass dieser – Beuys – damals allein mit den von Krimtataren alterprobten Mitteln Filz, Fett und Honig geheilt wurde, weswegen der Künstler auch später noch am Liebsten mit diesen Materialien arbeitete. Schon planen Projektemacher überall auf der Krim Beuyssche Künstlerkolonien – seitdem auch noch die Sparkasse Wilhelmshaven als Abwicklungsstelle der Künstlersozialkasse mit der Artbrut-Bank in Sewastopol ein Partnerschaftsabkommen geschlossen hat.

Aber Sibirien schläft nicht: Wie der Spiegel vermeldete, schickte der z.Zt. im Moskauer Gefängnis „Matrosenruh“ einsitzende Chef von Jukos einfach einen „als Schamanen kostümierten Ex-Marinesoldaten zu Ausstellungen nach Westeuropa, damit er von der lebendigen Stammestradition der sibirischen Ewenken künde“ – in deren Gebiet Jukos die meisten Ölquellen hat. Kurz danach trat im Haus der Kulturen der Welt eine schamanistische Tanzgruppe aus Kamtschatka auf. Daraufhin formierten sich in Friedrichshain und Friedenau die ersten esoterisch angehauchten „Gagarin-Brigaden“ vor den Arbeitsämtern – und machten sich fit for wladiwostok. Mit einem Hölderlin-Lied – „Wir sind, wir“ – auf den Lippen ziehen sie schon bald gen ferner Osten: „Wir haben unsere Lust daran, uns in die Nacht des/ Unbekannten, in die kalte Fremde irgend einer andern/ Welt zu stürzen, und, wäre es möglich, wir verließen/ der Sonne Gebiet und stürmten über des Irrsterns/ Grenzen hinaus. Ach! für des Menschen/ wilde Brust ist keine Heimat möglich…“ Der Kohlhistoriker Michael Stürmer führte dazu vor dem Unternehmerverband Gesamtmetall bereits aus: Als „Helden“ taugen die Deutschen nicht, wohl aber komme ihnen bei der wirtschaftlich-wissenschaftlichen (Wieder-) Eroberung des Ostens eine führende Rolle zu. Der Slawist Schlögel titelte daraufhin für die FAZ: „Sibirien ist eine deutsche Seelenlandschaft“; und der jüngst verstorbene Lothar Baier sprach in der F.R. gar von einem „arktischen Arkadien“.

Prompt verdoppelte die Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Anzahl ihrer Exhuminierteams auf der Krim – und Istanbul stellte noch mehr Fährschiffe nach Jalta und Sewastopol in Dienst – nachdem die Ukraine die Visaerteilung endlich erleichtert hatte. Auch einige junge, in Kreuzberg lebende türkische Krimtataren und Lassen träumen bereits von einem eigenen Reiterhof in der alten Heimat. Während der gelegentlich in Treptow lebende ewenkische Künstlerschamane Michail Guruev ein „nordasiatisches Kulturzentrum“ an der Selenga nahe Burjatien schon fast fertig gebaut hat – die Initiative „Asialounge“ veranstaltet dazu eine Ausstellung mit seinen Werken auf dem Pfefferberg… So werden nach und nach alle Altberliner an die Peripherie der vergangenen Sowjetunion ins „terrain vague“ abgestoßen, während sich die Neuberliner gerade vom zukünftigen Hauptstadtflair angezogen fühlen.

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Im Löwen-Safaripark „Taigan“ (Photo: Krim-Zoo)

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Sowjetische Avantgarde

Am Rand der ehemaligen Sowjetunion hat sich noch einiges Sowjetisches erhalten: So z.B. das neuerdings von Kirgisistan-Touristen gerne besuchte Dorf „Rot-Front“ nahe der Hauptstadt Bischkek. Einst hieß es „Bergtal“, mit der Kollektivierung der Landwirtschaft wurde es in „Kolchos Rot-Front“ umbenannt. Aus Protest gegen die Kollektivierung war es zuvor im gesamten „Deutschen Bezirk“, der mehrere Dörfer umfaßt, zu einem Massenaufstand der Mennoniten gekommen. Sie leiten sich von dem Friesen Menno Simons her, der im 16.Jhd. der Täuferbewegung angehörte. 1934 wurde die Kolchose „Rot Front“ der „konterrevolutionären Sabotage“ bezichtigt, man warf ihr vor, nicht genug Getreide abgeliefert zu haben. 9 Personen wurden verurteilt. 1991 wurde der Deutsche Nationalrayon in den früheren Grenzen wiederhergestellt. Es gibt dort inzwischen Betriebe der Verarbeitungsindustrie, Unternehmen für technische Reparaturen und im Dienstleistungsbereich. Mit bundesdeutschen Mitteln wurde das Fleischverarbeitungskombinat „Brücke“ aufgebaut. Es gibt ein Bezirks-Kulturhaus, ein Zentrum der deutschen Kultur, eine allgemeinbildende Oberschule, eine Musik- und eine Sportschule, einen Kindergarten, Bibliotheken, einen Sportkomplex, eine Fachschule (seit 1949), ein Hotel und eine Apotheke. Ferner einen Supermarkt und mehrere Cafes. 2007 wurde ein neues Schulgebäude errichtet.

Von den einst 56.000 in Kirgistan lebenden Deutschen sind seit 1986 75% nach Deutschland ausgewandert. Etwa 150 leben noch in „Rot-Front“, wo regelmäßig Gottesdienste stattfinden und der Tourismus blüht. Das Dorf wurde 1927 von 25 Familien landloser Russlandmennoniten gegründet. Die Übersiedlung der Mennoniten von der Wolga und aus dem Schwarzmeergebiet nach Zentralasien erfolgte Ende des 19.Jhds., nachdem sie in St. Petersburg 1879 die Zusage ausgehandelt hatten, dass ihre Söhne keinen Wehrdienst zu leisten brauchten, wenn sie in Zentralasien siedelten.

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Im Nordwesten von Usbekistan, in der Grenzstadt Nukus, am Aralsee gelegen, stößt man ebenfalls auf eine sowjetische Sehenswürdigkeit, die inzwischen berühmt ist. Westliche Medien sprechen von einem „Louvre in der Wüste“, gemeint ist das Museum von Sawitzki. Der Guardian nannte es „one of the most outstanding museums of the world“. Es beherbergt neben wertvollen Sammlungen von Kunsthandwerk aus der autonomen Republik Karakalpakstan und zentralasiatischen Malern eine der umfangreichsten und bedeutendsten Gemäldesammlungen der Russischen Avantgarde. So befinden sich dort u. a. Werke von Kliment Red’ko, Lyubov Popova und Ivan Koudriachov. Daneben aber auch Werke des Sozialistischen Realismus. Die deutsche Regierung ließ verlauten: „Einige dieser Gemälde sind restaurierungsbedürftig. Die Spende der Deutschen Botschaft, umfasst daher in erster Linie Spezialmaterialien zur Restaurierung von Gemälden.“ Die Chefrestauratorin des Museums, Alwina Spade, ist eine 81-jährige Wolgadeutsche.

Der in Kiew geborene Künstler Igor Sawizki nahm 1950 an einer ethnographischen Expedition nach Karalpakstan teil, der ärmsten Gegend in der Sowjetunion, und blieb dort, um immer weiter zu sammeln. Daneben brachte er Bilder mit der Eisenbahn aus allen Ecken der Sowjetunion in das Nukus Museum. Er verstand sich nicht als Sammler, sondern als Retter von Kunst, die „Moskau“ nicht wollte, wobei er jedoch vom „Ideologie-Sekretär der Kommunistischen Partei in der Republik Marat Nurmuchamedow“ unterstützt wurde. Das hat sich 2016 aber anscheinend geändert. „Die Welt“ schrieb: „In der Wüste Usbekistans steht ein Museum voll kostbarer Gemälde der russischen Avantgarde. Nun wurde die Direktorin Marinika Babanasarowa, die Tochter von Nurmuchamedow, gefeuert, die die Sammlung über Jahrzehnte bewahrt hat.“ Ihr wird heimlicher Verkauf von Bildern und Ersetzung durch Kopien vorgeworfen. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet. Ein Katalog, den sie zum 100. Geburtstag des Museumsgründers Sawizki vorbereitet hatte, wurde beschlagnahmt. „Wird die Sammlung nun geplündert?“ fragte „Die Welt“, „‚Zweifellos hat Babanasarowa dafür gesorgt, dass das Museum nicht geplündert wird. Und sie wurde entlassen, damit es geplündert werden kann‘, ist der Kunstwissenschaftler Boris Chukhovich überzeugt, der auf zentralasiatische Kunst spezialisiert ist und heute in Kanada arbeitet. ‚Die Erfahrung anderer Museen in Usbekistan war leider sehr bedrückend‘. Tatsächlich tauchten Bilder aus anderen Museen in Usbekistan bei Auktionen oder sogar in einer Privatvilla der Präsidententochter Gulnara Karimowa in der Schweiz auf.“

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Aus aktuellem Anlaß – der russischen Okkupation der Krim – klärte uns die taz über die Geographie und Geopolitik der Krim auf:

„Die Krim ist unser!“ Dieser Schlachtruf fehlte auf keiner der vom Kreml verordneten Demonstrationen der vergangenen Jahre. Im Fühjahr 2014 und im Zuge der Protestbewegung des Euromaidan in der Ukraine annektierte Moskau die Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer. Dieser völkerrechtswidrige Akt, der international nicht anerkannt ist, ist mit einer der Gründe für die hohen Zustimmungswerte zu der Politik von Präsident Wladimir Putin. Sie liegen derzeit bei bis zu 80 Prozent.

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Die Krim hat eine Fläche von 26.844 qkm. Sie ist im Westen und Süden vom Schwarzen Meer sowie im Osten vom Asowschen Meer umgeben. Im Norden ist die Halbinsel durch ein System flacher Buchten (Sywasch) im Westen des Asowschen Meeres mit dem Festland verbunden. Im Osten grenzt die Krim mit der Halbinsel Kertsch an die Straße von Kertsch. Für den Nordteil der Insel ist eine Steppenlandschaft charakteristisch. Im Süden liegt das Krimgebirge, das eine Wetter- und Klimascheide ist. Nördlich der Berge herrscht ein gemäßigtes, südlich hingegen ein mediteranes Klima.

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Auf der Krim leben knapp zwei Millionen Menschen. Davon sind 63 Prozent Russen, 15,5 Prozent Ukrainer sowie 12,5 Prozent Krimtataren.

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Seit 1783 ist die Krim unter russischer Herrschaft. In diesem Jahr gliederte der Fürst und Feldherr Grigori Potjomkin die Insel in das russische Zarenreich ein. Am 8. April wurde sie formell von Katherina II. als „von nun an und für alle Zeiten russisch“ deklariert.

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In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Sewastopol zum Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Die Stadt war auch einer der Hauptschauplätze des Krimkrieges (1853-1856). Am 29. Oktober 1914 und damit drei Monate nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Sewastopol von deutschen Kriegsschiffen, die unter türkischer Flagge segelten, beschossen. Das hatte den Kriegseintritt Russlands gegen das Osmanische Reich zur Folge.

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1942 bis 1944 wurde die Krim nach schweren Kämpfen durch die Wehrmacht besetzt. Heftiger Widerstand sowjetischer Soldaten und Zivilisten verhinderte Pläne der Hitler-Truppen, die Insel als „Gotengau“ zu annektieren, in den auf Drängen Mussolinis die Südtiroler angesiedelt werden sollten.

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Nach der Schlacht um die Krim wurden am 18. Mai 1944 wurden auf Befehl des sowjetischen Machthabers Josef Stalin 181.000 Krimtataren wegen Kollaboration mit den Deutschen nach Zentralasien deportiert. Bei dem Transport in Viehwaggons kam etwa die Hälfte von ihnen ums Leben.

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Nach 1946 hatte die Krim zunächst acht Jahre lang den Status eines Gebietes (Oblast) innerhalb der Russischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR). Nikita Chrustschow, der 1953 Parteichef der KPdSU geworden war, überlies ein Jahr später der ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik die Krim. Über die Gründe für diese Entscheidung gehen die Meinungen auseinander. Einige Experten vertreten die These, dass es effektiver gewesen sei, geplante Infrastrukturprojekte in den Zuständigkeitsbereich nur einer Sowjetrepublik zu übergeben.

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1967 wurden die Krimtataren offiziell rehabilitiert, konnten aber erst ab 1988 auf die Krim zurückkehren.

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Nach dem Zusammenbruch deer Sowjetunion (1991) erhielt die Krim ein Jahr später den Status einer Autonomen Republik innerhalb des ukrainischen Staates und damit weitgehende Hoheitsrechte. Sie hatte ein eigenes Staatswappen, ein eigenes Parlament sowie eine eigene Regierung. In der Verfassung von 1998 sind Ukrainisch, Russisch und Krimtatarisch als Sprachen festgelegt. In einem Vertrag vom Mai 1997 einigten sich Russland und die Ukraine über die Aufteilung der Schwarzmeerflotte.

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Ende Februar 2014, wenige Tage nach der Absetzung des ukrainischen Staatspräsidenten Wiktor Janukowitsch als Folge monatelanger Proteste, besetzten bewaffnete Kräfte das Regionalparlament der Krim. Sergej Aksjanow wurde zum neuen Ministerpräsidenten bestimmt sowie die Durchführung eines Referendums über die Abspaltung der Krim von der Ukraine beschlossen. Bei der umstrittenen Volksabstimmung am 16. März 2014 stimmten offiziellen Angaben zufolge 96,77 Prozent der Wähler für einen Anschluß an Russland. Ein entsprechender Vertrag, den Russlands Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnete, wurde von der russischen Duma sowie dem russischen Föderationsrat ratifiziert. Am 21. März 2014 unterzeichnete Putin das verfassungsändernde Gesetz zur Aufnahme der Krim als „Föderationssubjekte Republik Krim und Stadt föderalen Ranges Sewastopol“ in die Russische Föderation.

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Seit Russlands Annexion der Krim sind vor allem die Krimtataren wieder verstärkten Repressionen ausgesetzt. Aus diesem Grund haben inzwischen tausende von ihnen ihre Heimat vor allem in Richtung des ukrainischen Festlandes verlassen.

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Die wichtigsten Wirtschaftszweige der Krim sind die Landwirtschaft (Obst, Gemüse, Weinbau und Geflügel) sowie der Tourismus, mit dem fast die Hälfe der Krim-Bewohner ihren Lebensunterhalt verdient. Der Fremdenverkehr ist jedoch seit der russischen Annexion der Krim massiv eingebrochen.

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Die Krim hat die weltweit längste Oberleitungsbuslinine (86,5 Kilometer). Diese verbindet den Hauptort Simferopol mit den beiden Küstenstädten Jalta und Aluschta.

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Seit 2014 wird an einer 19 Kilometer langen Brücke über die Straße von Kertsch gebaut. Sie soll die Halbinsel Krim mit der Halbinsel Taman in der russischen Region Krasnodar verbinden. Die Brücke ist als Eisenbahn- und Straßenverbindung geplant und soll 2018 fertig gestellt werden.

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Die Reste der Säugetiere befinden sich in diesem Saal

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Neuere Krim-Meldungen:

–  „Bei Weinmesse in Italien Produktion aus der Krim beschlagnahmt“

–  „Die Krimtataren von A bis Z“ – so heißt ein mehrteilige Serie auf der Internetseite des „Ukraine-Journals“, während die „Ukraine-Nachrichten die Krim als „Zankapfel seit Jahrhunderten“ herausarbeitete.

–  „Kiew plante 2014 Landeeinsatz zur Verhinderung von Krim-Referendum“ – lautete eine Schlagzeile von „Sputnik Deutschland“, eine andere: „Russischer Admiral: Wer die Krim besitzt, dominiert Eurasien“. Während „Russia Today Deutsch“ berichtete: „Russlands Regierung lockt Urlauber mit Billigtickets zu Krim-Reisen“

Interessant ist, dass hierzulande fast nur russische und ukrainische Medien auf Deutsch Einzelheiten über die Krim verbreiten. Wie z.B. der russische „Sputnik Deutschland“: „Gestoppt und bestraft: Was ein ukrainisches Schiff auf Krim-Gewässern verlor.“ Und das „Ukraine-Journal“: „Seit Besetzung der Krim wurden auf der Halbinsel 11 Krimtataren getötet“. Die Phantasie kennt keine Grenzen bei den Quid-Pro-Quo-Schikanen und -Enthüllungen. Und wenn gar nichts mehr geht, wird um Aufhebung wenigstens der kleinsten und absurdesten Behinderungen und Behauptungen gerungen – mit Vernunftargumenten: wieder oder immer noch Quid pro Quo. Die berühmte Diplomatie, die ein listiger Handel  ist. Das Hin und Her setzt sich sogar im Ausland fort, indem „Sputnik Deutschland“ hier z.B. vermeldet: „Deutschland veröffentlicht Lehrbuch mit Krim als Teil Russlands“ – und die ukrainische Öffentlichkeit Deutschland ob dieser realpolitischen Parteinahme scharf kritisiert, während die ukrainische Regierung eine russische Schlagersängerin nicht zum „Grand Prix“ nach Kiew einreisen läßt, weil sie auf der Krim im Rahmen einer russischen Veranstaltung aufgetreten war. Was Russland bewog, nicht am „Grand Prix“ teil zu nehmen. Der deutsche Botschafter in Kiew verspricht zur selben Zeit, dabei zu helfen, „die Krim-Blockade zu durchbrechen“.

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Löwenspaß im Safaripark „Taigan“ (Photo: Krim-Zoo)

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Eine äußerst fundierte und deswegen auch dicke Studie, vor allem über die Zeit der deutschen Besetzung der Krim, legten Karl-Heinz Roth und Jan-Peter Abraham 2011 vor – unter dem Titel „Reemtsma auf der Krim“. „Der Umfang der Studie resultiert vor allem aus dem Ansatz einer ‚doppelten Sichtweise von ‚oben‘ und ‚unten‘, in der Konzern-, Besatzungs- und Erfahrungsgeschichte kombiniert werden, wie die Autoren in ihrer – hinsichtlich Methodenwahl und Forschungsinteresse erfreulich transparent vorgehenden – Einleitung darlegen,“ heißt es in einer Rezension des Geschichtswissenschaftsforums „hsozkult.de“.

Aus den Krim-Geschichten der Jahre 1918-20 schöpfend, als sie das Hauptquartier der konterrevolutionären „Weißen“ (der Wrangel-Armee) im Bürgerkrieg war, hat der Sohn von Jewgenia Ginsburg, Wassili Axjonow, 1979 einen utopischen Krim-Roman „Die Insel Krim“ veröffentlicht, der die neoliberale Krim-Ära von den späten Achtzigerjahren bis zur „Krimkrise“ (der russischen Besetzung der Halbinsel im Frühjahr 2014) vorwegnimmt: Die Halbinsel ist bei ihm eine neutrale Insel zwischen den Roten (den zynisch gewordenen Sowjets) und den Weißen (Glücksritter und Businessmen mit Familiensinn): eine heiße Zone ihrer Vermischung, so ähnlich wie die von John F. Kennedy und Marylin Monroe im Duett besungene Insel im Roten Meer: „Die besondere politische Einheit Westberlin“.

2014 (!) heißt es über diesen Krim-Roman von Axjonow in einer Rezension der Berliner Zeitung: „Gerade ist die Krim von ihrem übermächtigen Nachbarn Russland geschluckt worden. Das ist nicht nur ein Fall für Politik und Völkerrecht, sondern auch für die Literatur, und es gilt festzuhalten, dass diese in der Deutung des Vorgangs einen nicht mehr einholbaren Vorsprung besitzt. Zu danken ist das dem Schriftsteller Wassilij Axjonow, der alles in seinem Roman „Die Insel Krim“ ganz genau beschrieben hat. Einen Schnellschuss kann man das Werk nicht nennen, denn es erschien – in Englisch – vor mehr als 30 Jahren. Die Ausgangslage des Romans und der Realität gehen auseinander. Auf Axjonows Krim haben die Reste der Weißen Armee einen zweiten russischen Staat neben der Sowjetunion aufgebaut. Diese Krim ist nicht nur demokratisch und wohlhabend. Sie ist unverschämt reich und dekadent. Sie ist alles, was die Sowjetunion nicht ist und wovon die Sowjetmenschen nur träumen. Doch die Bevölkerung der Krim ist ‚von der maßlosen Demokratie demoralisiert‘, wie es im Buch heißt.

Die Träume des heutigen, realen Chefs der Krim, eines mutmaßlichen Kleinkriminellen, der ironischerweise ebenfalls den Familiennamen Aksjonow trägt, waren andere. Er sehnte sich nach dem reicheren Russland, doch das ist nicht entscheidend. Wichtig ist vielmehr, dass der reale Akteur Aksjonow und der Romanheld Andrej Lutschnikow von derselben Idee besessen sind. Es ist die Idee des gemeinsamen Schicksals und der nationalen Einheit aller Russen.

Der Autor Axjonow untersucht mit anfangs heiterem Sarkasmus und der erfrischenden Selbstironie seines Helden Lutschnikow, wohin das führt: ‚Der totalitäre Gigant frisst das fröhliche Kaninchen auf dessen letzten Wunsch‘, fasst es ein Freund Lutschnikows zusammen.“

Und weiter heißt es: „Wladimir Putin ließ für seine Wiedervereinigung mit der Krim kürzlich russischen Eliteeinheiten vermummt und ohne Hoheitszeichen die Halbinsel besetzen und belog die Welt danach, dies seien Selbstverteidigungskräfte. Ihre Spezialausrüstung, die automatischen Waffen hätten sie angeblich in jedem Supermarkt kaufen können. Selbst hier meint man, den Schriftsteller als Ideengeber zu erkennen.“

Die putinschen Selbstverteidigungskräfte fuhren wie bereits erwähnt PKWs mit den Kennzeichen des „Krim-Zoos“. So ründet sich die Geschichte.

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Das Wissen über die Tierwelt befindet sich in dieser Bibliothek

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Die Zoopresseschau vom 21. Mai 2017 berichtete weiter über die Krim-Zoos

 

newdaysnews.ru – 18. Apr. 2017:
„Türkischer Untertan“ Subkow wird nicht zum Jalta-Forum zugelassen. Er erklärt, dass sein Zoo offen für alle ist
Die Teilnahme des skandalösen Unternehmers Oleg Subkow am Jaltaer Internationalen Forum ist fraglich. Falls er nicht akkreditiert wird, muss sich Subkow mit Investoren auf dem Flughafen, am Bahnhof oder im Park „Tajgan“ treffen, schreibt „Jalta-24“. Erinnern wir uns: Subkow hatte früher erklärt, dass die lokalen Behörden auf der Krim seine Entwicklung als Unternehmer behindern, deshalb habe er die Absicht, die türkische Staatsbürgerschaft zu bekommen und sich mit dem Zoogeschäft schon dort zu beschäftigen. Doch die Hoffnungen auf einen Umzug des großen Zoos in die Türkei erfüllten sich nicht. Subkow behauptet, dass ihn irgendwelche Missgünstige „weggeschoben“ haben von der Teilnahme am Bau eines Objekts. Am Vorabend der Feierlichkeiten zum dritten Jahrestag der Durchführung des Referendums bedauerte Subkow öffentlich die Wiedervereinigung der Krim mit Russland und verkündete weiter seine Position dazu in ukrainischen Medien, die antirussländische Ansichten vertreten. (Anastasija Suk, Jalta)

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komtv.org – 19. Apr. 2017:
Im Zoo „Taigan“ wurden die Löwen in die Weiten der „Savanne“ hinausgelassen
Aus diesem Anlass kamen Tausende Besucher, etwa einhundert Journalisten aus verschiedenen Ecken Russlands sowie Delegationen aus Rjasan und Tula. (Oleg Schirokow)

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newstes.ru – 3. Mai 2017:
Wie es in der Tat im „Skaska“ aussieht, den Sacharowa besuchte
Eine Touristenreise führte die offizielle Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Marija Sacharowa, in den privaten Jaltaer Zoo „Skaska“. Darüber schrieb sie auf ihrer Facebookseite. Direktor und Gründer des „Skaska“, Oleg Subkow, bestätigte der Informationsagentur „Politika Segodnja“ [„Politik Heute“], dass die Sprecherin des Außenministeriums tatsächlich vom Zoo begeistert war. Und klagte, dass in der Ukraine die Dinge besser liefen. „Wir haben nicht einen internationalen Vertrag eingehalten“, bemerkte er. „Alle Verträge, die mit Europa abgeschlossen wurden, haben sich zerschlagen. Die letzten Vertreter der Tierwelt haben wir im Dezember 2014 geholt, nach den letzten ukrainischen Genehmigungen. Das waren Jaguare, Pumas, 150 verschiedene Vögel, Affen.“ Nicht besser ist die Situation im Löwenpark „Tajgan“, der eine Filiale des Jaltaer Zoos ist. Dort gibt es kein Wasser, weil der Tajgan-Stausee abgelaufen ist. Hilfe ist nirgendwoher zu erwarten. Der Direktor des Zoos ist überzeugt davon, dass die Machthaber mit allen Kräften den Park „Tajgan“ vernichten. Heute ist die Farm geschlossen, wo die Tiere für die Fütterung der Raubtiere gezüchtet wurden. „Tajgan“ hat die größte Sammlung an Raubtieren: 75 Löwen, 45 Tiger, ein Zehntel der gesamten Amurtigerpopulation lebt in diesem Zoo. Im Föderationsrat kennt man die komplizierte Situation im Zoo. Für die Ursache hält man den Menschen. „Ich kenne Oleg Subkow schon sehr lange, wenn von irgendwelchen Problemen die Rede ist, ist das Hauptproblem Oleg Subkow selbst“, bemerkt in einem Gespräch mit der IA „Politika Segodnja“ Senator Sergej Zekow. „Er sucht keine Verbündeten in seiner Arbeit. Er bringt es zu allen Zeiten fertig, bei allen Mächten, sich Feinde zu machen. Nicht selten macht er beleidigende Äußerungen gegen Beamte der verschiedenen Ebenen.“ Er zeige sich ständig beleidigt und so war es immer. Das sei ein Konfliktmensch. Man habe ihn mehrfach auf das unredliche Führen von Unternehmertätigkeit verwiesen, wenn er ohne Genehmigung Billboards aufstelle. Zekow erinnerte, dass der Zoo für Subkow in erster Linie ein Gewinn bringendes Geschäft ist. Er vergaß auch nicht die politische Tätigkeit des Jaltaer Zoochefs. Am Anfang seiner politischen Karriere war Subkow Anhänger der „orange“ Partei, war Abgeordneter des Obersten Sowjets der Krim vom Block Julija Timoschenkos, fügte der Senator hinzu.

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Die Globale Verteilung von Menschen, Haus- und Nutztieren und Wildtieren

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crimeapress.info – 5. Mai 2017
Besitzer des Zoos „Skaska“ und des Löwenparks „Taigan“, Oleg Subkow prozessiert. Recht erfolgreich
Gleich zwei Entscheidungen von Gerichten der Krim haben so oder anders mit Oleg Subkow zu tun. Der Besitzer des Zoos „Skaska“ und des Löwenparks „Tajgan“ soll den Leiter des Staatlichen Komitees der Veterinärmedizin der Republik Krim, Walerij Iwanow, moralisch entschädigen. Das Jaltaer Stadtgericht entsprach der Klageschrift. Die Summe: 5.000 Rubel. Iwanow hatte 25.000 verlangt. Das zweite Gerichtsurteil ist bereits ein vollständiger Sieg Subkows. Auf dem Spiel standen nicht 5.000, sondern Ruf, Biographie, ohne Pathos – das Schicksal. Das Richterkollegium des Berufungsgerichts der Republik Krim beschäftigte sich mit der Sache des „von Subkow verprügelten Parkwächters“. Das Gericht erster Instanz hatte seinerzeit den Besitzer des „Tajgan“ zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Heute wurde dieses unrechtmäßige Urteil des Belogorsker Rajongerichts aufgehoben.

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news.allcrimea.net – 5. Mai 2017:
Jaltaer Stadtgericht entsprach der Klage des Cheftierarztes der Krim gegenüber Subkow
Das Jaltaer Stadtgericht entsprach der Klageschrift des Leiters des Staatlichen Komitees für Veterinärmedizin der Republik Krim, Walerij Iwanow, zu Schutz seiner Ehre, Würde und Ansehen sowie einer Entschädigung für moralische Schäden gegen den Direktor der Zoos „Skaska“ und Taigan, Oleg Subkow, reduzierte aber die Höhe der Entschädigung.

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news.rambler.ru – 12. Mai 2017:
Die gestreiften Vier: Im Safaripark auf der Krim wurden Amurtiger geboren
Tigerin Tschara aus dem Safaripark „Taigan“ auf der Krim gebar Vierlinge. Diesmal kümmert sich Mutter Tigerin selbst um ihren Nachwuchs.

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news.allcrimea.net – 12. Mai 2017:
Subkow könnte für drei Jahre ins Gefängnis gehen
Heute wird ein Punkt gesetzt in einem Fall, der sich schon zwei Jahre hinzieht: der Direktor und Gründer des Zoos „Skaska“ und des Safariparks „Taigan“, Oleg Subkow, erwartet das Urteil des Gerichts. Wie Subkow sagte, wird es heute die Gerichtsverhandlung geben über den Fall eines Jungen, der sich im „Tajgan“ verletzt hatte, indem er eine dekorative Laterne auf sich fallen ließ. Dutzende von Kontrollen und Verhöre wurden im Park von Mitarbeitern der Strafverfolgungsbehörden durchgeführt. Subkow bemerkte, dass die Mutter des verletzten Kindes 4,5 Millionen Rubel als moralische Entschädigung verlangt und ungefähr 100.000 als materielle Entschädigung. Die Staatsanwaltschaft forderte das Gericht auf, 2-3 Jahre Freiheitsstrafe zu verhängen und zusätzlich eine Geldstrafe von einer halben Million Rubel. Subkow betrachtet sich als unschuldig, da im „Taigan“ alles für die Sicherheit der Kinder getan wurde. Erwachsenen wird beim Kauf der Eintrittskarte ein Parkführer ausgehändigt, in dem u.a. die Parkordnung nachzulesen ist.

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kubnews.ru – 12. Mai 2017:
Reich der Löwen des Parks „Taigan“
Der Park „Taigan“ ist der größte Löwenpark in Europa. Auf seinem weitläufigen Areal von 32 ha leben 75 Exemplare dieser afrikanischen Raubtiere. Die Löwen leben in einem natürlichen Lebensraum: Natur und Klima der Krimsteppen sind maximal angenähert an die Bedingungen des Lebens der Raubkatzen in der afrikanischen Savanne. Der Park „Taigan“ wäre ein Paradies auf Erden, wenn es nicht ein „Aber“ gäbe. Die Tätigkeit der Beamten aller Schattierungen erschwert außerordentlich das Leben der Parkbewohner und seines Gründers, Oleg Subkow. Im vorigen Jahr war Oleg Aleksandrowitsch 156 mal auf allen möglichen Gerichtsverhandlungen, in Hunderten von Bänden der Genehmigungsdokumentation und aller möglichen bürokratischen Haarspalterei, es gab einen richtigen Krieg mit der lokalen Macht um einen Elektrogenerator, den der Park besonders im Winter benötigt. Alles das stresst außerordentlich und raubt die Möglichkeit, sich der geliebten Tätigkeit zu widmen. (Aleksandr Kulikow)

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Wildtiere und Menschen in absoluten Zahlen

 

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