(aus meinem aktuellen Lieblingstumblr: Least Helpful: Daily Dispatches from the Internet’s Worst Reviewers)
Was geht in einem Menschen vor, der sich einen Aufkleber auf’s Auto beppt, auf dem ein Adolf Hitler-Rockstar-Mischling zu sehen ist, der das Satan- oder Metalzeichen mit der Hand macht? Ist das bloß Provokation – oder Ausdruck von Zustimmung? Hitler als Teufel? Als Star? Und macht es einen Unterschied, dass das in Portugal geschehen ist?
Das Bild ist aus der Sammlung der portugiesischen Ephemera Foundation, die jegliche politische, gewerkschaftliche und andere internationale Kampagnen vor allem aus Portugal selbst, aber auch aus 86 weiteren Ländern der Welt dokumentiert. Der Name der Stiftung ist dabei recht treffend: die Ephemera vulgata ist die gemeine Eintagsfliege; Ephemera sind Gegenstände, der zum kurzen Gebrauch gedacht sind – eben Buttons, Bierdeckel, Aufkleber.
Eins dürfte einem mit so einem Aufkleber natürlich sicher sein: die Vorfahrt.
(Danke, Júlio Sequeira/Ephemera Foundation)
Die Fawlty-Towers-Wendung “Don’t mention the war” ist längst Folklore im deutsch-britischen Verhältnis, aber nicht nur das. Neuerdings ist die Anweisung, unter keinen Umständen den zweiten Weltkrieg zu erwähnen, in Großbritiannien rechtskräftig geworden. Und das kam so, wie AP meldet:
Vor über vier Jahren, im Jahr 2007, zogen Reinhard und Kathryn Wendt in das Dorf Lower Upnor im Süden Englands und recht bald kam es zu einem Disput mit einem Nachbarn, dem Mathematiklehrer Geoffrey Butler. Es ging dabei um einen kleinen Flecken Land, aber das war bald nebensächlich, denn Butler entschied sich die Auseinandersetzung psychologisch zu führen und das Leben der Wendts zur Hölle zu machen. Und da kam ihm “der Krieg” offenbar recht gelegen.
Er zeigte, schreibt AP, “den Hitlergruß und trug einen Hitlerbart, spielte laut Reden von Winston Churchill und patriotische britische Musik ab, um das Leben der Nachbarn mit allen Mitteln der Kunst bzw. des Krieges… weiter lesen
Trotz ausführlichster Recherchen zwei Minuten Google-Bildersuche, konnte ich nicht herausfinden, was es mit diesen Socken auf sich hat. Ein dicker, quadratschädliger und offenbar melancholischer Hitler, aber das sehen Sie ja selbst. Absurd ja, aber – höhö – aus den Socken haut das nun auch keinen mehr.
(Danke, Robby!)
Ich werde nun doch zur Re:Publica gehen/kommen/wie auch immer und überlege, ob es nicht nett wäre in deren Rahmen aus dem Buch zu lesen und Bilder zu zeigen. Falls Berliner Veranstalter, Buchladenbesitzer und andere mitlesen, gerne melden. Alle Ideen, die darauf hinauslaufen, dass ich 30 Minuten vorher mit einem USB-Stick und meinen losen Blattsammlung aufkreuze, finde ich gut (alle anderen nicht so).
Die Behauptung, dass es bald kein Produkt mehr geben wird, das nicht mit Hitler verkauft werden kann – sie ist vermutlich bereits erfüllt. Georg Buchrucker aus Bonn zeigt mit seinem Einfall außerdem, dass man mit Hitler wirklich jeden Scheiß machen kann und eben auch Toilettenpapier. Dass Hitler hier ästhetisch in der Optik irgendwo zwischen Superheldencomic und Manga angesiedelt ist, spricht Bände. Solange man den schöne antifaschistischen Schein wahrt, ist keine Geschmacklosigkeit und Trivialisierung zu bescheuert, als dass der Unfug sofort erkannt würde (und nicht noch als “Kult” abgefeiert würde).
(via BoingBoing/Danke Gunnar, danke Martin J.)
Henryk M. Broder knüpft nun an seine glorreichen 80er an. Broder, die fabelhafte Nervensäge, hat nämlich einen Nachfolger zu seinem Buch “Der ewige Antisemit“, das zumindest dem Titel nach an “Hitler besiegen” von Avraham Burg aus dem Jahr 2007 erinnert. Es heißt “Vergesst Auschwitz!” und natürlich meint Broder das nicht so – aber fast.
Im Interview mit Stern Online erläutert Broder:
“Ich hatte einen Freund, der war Psychologe, und der hat mal eine Untersuchung gemacht mit Jugendlichen, die nach Auschwitz gefahren sind. Die waren nachher antisemitischer eingestellt als vorher. Was ich sehr gut nachvollziehen kann. Dieses Grauen muss ja irgendwie verarbeitet werden. Und das führt zur Projektion der eigenen Aggressivität auf die Opfer. Mir geht’s ja so ähnlich: Wenn ich im Fernsehen eine Stunde lang Afrikaner höre, die sich darüber beschweren, dass sie nicht genug zu essen bekommen, dann denke ich: Geht doch arbeiten. So geht es den
Ja, so ein populärkultureller Nazi-Film ist eine schöne Gelegenheit, mal wieder die NS-Klamotte aufzutragen. Das dachte sich nicht nur der NPD-”Politiker” Karl Richter, der seinerzeit als Komparse bei der Untergang fröhlich den Hitlergruß aufzeigte und nicht nur die krachledernen Nerds in “Iron Sky”, sondern auch das polnische Starlet Magda Modra (Wikipedia via Google Translate).
Modra, in Polen bekannt durch diverse Auftritte als Model, Sängerin und Darstellerin, trat bei der Premiere der Neuverfilmung der polnischen 60er-Jahre-Science-Fiction-Saga “Hans Kloss” nämlich, siehe Bild, in NS-Montur auf. Was das polnischen Internetmagazin Onet zu der Vermutung anregte, Modra habe sich damit “vermutlich einen Platz auf der Liste der schrägsten Outfits des Jahres 2012 gesichert”. In der Tat!
Neben der verunglückten Maskerade der Modra sind der aktuelle Film (siehe Plakat), seine offenbar sehr populäre 60er-Jahre-Vorlage (es gibt sogar ein, äh, Museum – also im Netz) sowie die Legenden… weiter lesen
Ich lese gerade das sehr tolle “Der Klang der Familie” von Felix Denk und Sven von Thülen, eine Oral History über “Berlin, Techno und die Wende”, wie das Buch im Untertitel heißt. Quasi eine Art “Verschwende deine Jugend” auf E.
Darin geht es relativ am Anfang auch um die wunderbar schrottige, aber fröhliche 1988er Westbam Hitsingle “Monkey say, Monkey do” – und wer grüßt und grinst von dessen Cover? Acid Hitler!








