taz logo klein
logo taz.de logo tazblogs
04.09.2010

“Ein Prosit – Sieg Heil”

von Daniel Erk

Dass die Münchner Bierkeller ein perfekter Nährboden für Antisemitismus, Faschismus, Nationalsozialismus und eine ganze Reihe als Ideologien getarnte Verbrechen sind, das weiß man aus dem Geschichtsunterricht – ohne Bayern, ohne “die Hauptstadt der Bewegung” und ohne die Unterstützung des rechts-konservativen Bürgertums wäre Hitler nie Reichskanzler geworden.

Deswegen ist jede Skepsis gegenüber eben solchen Kreisen, die auch heute hinter vorgehaltener Hand “vom Hitler” schwärmen, die dem Sarrazin beipflichten (gerade dann, wenn das eigene Genom dem Phänotyp nach zu schließen eher problematisch ist) und die sich der dumpfen Freude des kollektiven Suffs und Gegröles hingeben, natürlich berechtigt.

Denn auch wenn alle total demokratisch, liberal und aufgeklärt tun, strecken sich im Bierzelt eben doch “die Hände in den Himmel”, wenn einer zur “Blasmusi” den Himmler macht und zum fröhlich-bayrischen “Sieg-Heil”-Rufen auffordert. So wie es gerade in der bayrischen Gemeinde Manching bei Ingolstadt auf dem dortigen Barthelmarkt passierte:

Immerhin: Ein Gast hat prompt Strafanzeige erstattet. Und die SZ weiß mehr in der Causa Marthelmarkt.

(Danke Björn!)

31.08.2010

Zurückgebimmelt

von Daniel Erk

Nicht alles, was einen Bürstenbart trägt und bellt ist eine gelungene Hitler-Parodie. Aber halt, das hier ist ja, haha, ohnehin “Alfons Hatler”, gespielt von Christoph Maria Herbst, aus “Der WiXXer“. Haha, äh, nein.

(Danke, Florian, für den Hinweis)

30.08.2010

Reparationszahlungen: ja, Währung: Sex

von Daniel Erk

Warum deutsche Schwule in den frühen 80ern mit einem lockigen, großnasigen US-Amerikaner schlafen wollten – einleuchtend.

(Danke, Giles!)

28.08.2010

Polen, Aserbaidschan, whatever!

von Daniel Erk

Dass Hitler “der größte Popstar aller Zeiten” sei, diese These vertritt das Hitlerblog ja seit Gründung. Dass Hitler aber auch ein unglaublicher Hipster sein soll, ja geradezu ein Stylenazi – das ist eine neue, sehr einleuchtende These. Und genau diese vertritt bzw. illustriert das brandneue Blog “Hipster Hitler”, das Cartoons rund um diesen “Hipster Hitler” verspricht. Ist natürlich eher krude und verquer, aber das ist die Mischung Popkultur plus Hitler ja eigentlich immer. Und der erste Post dort, ein Hitler-Poster, könnte fast ein Buchcover werden, so lässig kommt da Hitler bzw. die Illustration da daher.

(Danke, Lea!)

27.08.2010

Wo wohnt Adolf, wo wohnt Hitler?

von Daniel Erk

(Danke Moritz!)

27.08.2010

Ganz schön “disturbed” vom “Nazi-Holocaust”

von Daniel Erk

Wenn man dem unbezahlten Praktikanten von MotorFM glauben schenken will – und wer wollte das nicht? – dann ist die neue Single der US-amerikanischen Hardrockband “Disturbed” ein Fall für das Hitlerblog. Der unbezahlte Praktikant von MotorFM schreibt da nämlich:

Die US-amerikanische Alternative-Metal-Band Disturbed veröffentlicht diesen Freitag ihr neues Album “Asylum”. Für die 1996 gegründete Formation ist es bereits das fünfte Studioalbum. Als kleinen Appetizer verschenken die Jungs vorab den Song “Never Again”. […] In der ersten Single geht es übrigens um den Nazi-Holocaust.

Um den Nazi-Holocaust, ja da schau an! Wer kam in diesem “Nazi-Holocaust” denn um’s Leben? Nazis? Oder war’s, vielleicht, vielleicht, doch der Massenmord der Nazis an Juden, Sinti und Roma und Behinderten? Und überhaupt: Was für ein naheliegendes Thema für eine Hardrockband! Und was für eine Überraschung bei einem Titel wie “Never Again”.

Und ungefähr so überraschend klingt das Stück dann auch. A propos “Never Again” – könnte das für Poprock über’s Dritten Reich vielleicht bitte auch gelten?

Update, auf Hinweis von Murdock in den Kommentaren:

Schon 1998 versuchte sich der New Yorker Wu Tang Clan bzw. dessen Rapper Remedy am selben Thema, inklusive herbäischen Gedichten und Zeilen wie den Folgenden:

“I can’t express the pain/That was felt on the train/To Auschwitz, tears poured down like rain/Naked face to face/With the master race … Rabbi’s and priests/Disabled individuals/The poor, the scholars all labeled common criminals/Mass extermination/Total annihilation/Shipped into the ghetto and prepared for liquidation/Tortured and starved/Innocent experiments/Stripped down and carved up or gassed to death/The last hour, I smelled the flowers/Flashbacks of family then sent to the showers”

25.08.2010

The (International) Nazi Conspiracy

von Daniel Erk

Die Bilder von Dan Chung bleiben verblüffend, auch nach dem dritten Blick. Sie zeigen jugendliche Mongolen, allesamt im Look von Nazi Skins – kahle Schädel, Armeehosen, Springerstiefel, Eiserne Kreuze um den Hals. Und das ist kein Witz, das ist nicht die Abteilung “Postmodernes Theater” – das ist, wenn man der Guardian-Journalistin Tania Branigan glauben mag, Alltag in Ulan Bator.

In einem Beitrag über die Nazi-Skin-Szene der Mongolei schreibt Branigan:

“Sie heben ihre rechten Hände an die schwarz-gekleidten Brustkörbe und salutieren ihrer Nation: “Sieg heil!” Sie preisen Hitler’s Hingabe an ethnische Reinheit. Aber mit ihren hohen Wangenknochen, dunklen Augen und ihrer dunklen Haut, verkörpern sie schwerlich das arische Ideal des Dritten Reichs. Diese neue Ausformung des Nazismus hat eine eher unwahrscheinliche Heimstätten gefunden: die Mongolei.”

Ähnlich wie Nazi Skins in Deutschland oder anderswo auf der Welt (auch hierzu weißt der Guardian mehr – aus Taiwan, Chile und auch Israel) beschränkt sich der Nazismus auf wenige Grundpfeiler und, natürlich, auch Unwissen. Der Hauptfeind der mongolischen Nazi Skins ist China bzw. die Chinesen, von denen sich die mongolischen Nazis selbstverständlich bedroht fühlen. Ein 23-Jähriger der Gruppe “Weißes Hakenkreuz” erklärt:

“Wir müssen als Nation sicherstellen, dass unser Blut rein bleibt. Es geht um unsere Unabhängigkeit. Wenn wir anfangen uns mit den Chinesen zu vermischen, werden sie uns schlucken. Die mongolische Gesellschaft ist nicht sonderlich reich. Die Ausländer kommen mit viel Geld und könnten uns unsere Frauen wegnehmen.”

Von Hitler haben die jungen Männer ähnlich wenig Ahnung: Er wird für seine Rassenpolitik und seine vermeintliche Stärke gelobt, der Zweite Weltkrieg und der Holocaust, naja, das war dann wohl nicht so toll. Dass die Nazis Mongolen unter den gefangenen Sowjet-Soldaten aussonderten und ermordeten, davon ist natürlich nicht die Rede. Und recht populären, nationalistischen sowie anti-chinesischen Hiphop der Gruppe “4 Züg” gibt es dann ja auch noch – im Refrain heißt es hier tatsächlich über Chinesen “Erschießt, erschießt, erschießt sie alle”:

So albern das alles klingen mag, sind diese Gruppen natürlich nicht ungefährlich. Für Chinesen, für nicht-Mongolen generell – und für alle, denen Rassenreinheit einen feuchten Kehrricht bedeutet.

24.08.2010

Hitler, der alte Aschkenazi

von Daniel Erk

Dass Wissenschaftler im Allgemeinen und solche in Deutschland und Israel im Besonderen mit der schonungs- sowie lückenlosen Aufarbeitung des Dritten Reichs und der Biographie Hitlers äußert gut beschäftigt sind, das dürfte spätestens seit der zahnmedizinischen Abschlussarbeit des letzten Jahres bekannt sein. Die Meldungen reißen nicht ab – und die neueste kommt aus Israel, wie Haaretz meldet:

Dass Hitler nicht direkt groß und blond und arisch war, das weiß jeder, der auch nur einmal ein Hitler-Photo gesehen hat. Dass aber Hitlers DNA überraschend weitgehend der DNA von europäischen Juden und nordafrikanischen Berbern ähnelt, dass ist dann doch verblüffend. Hitlers Rassismus mit den Mitteln der (na gut, na gut) Rassenforschung zu schlagen – dass muss man auch erstmal wollen.

(Dank an @neuraum)

24.08.2010

Brüste, Klone, Hakenkreuze

von Daniel Erk

Im Blog des amerikanisch-jüdischen “Heeb”-Magazines findet sich gerade eine herrlich abwegige Geschichte – und sie handelt, wie man dem obigen Photo schon entnehmen kann, von Brüsten, Juden und Hakenkreuzen.

Im Mittelpunkt steht dabei eine Ideologie namens Raelismus, nicht zu verwechseln mit dem grob gegenteiligen Realismus, bei dem es laut Wikipedia um Folgendes geht:

Die Religion wurde 1973 von Claude Vorilhon alias Raël, gegründet, der in diesem Jahr eine Begegnung mit einem aus einem UFO entstiegenen Vertreter einer außerirdischen Zivilisation gehabt haben will. Die religiöse Bewegung wurde dafür bekannt, dass sie das Klonen von Menschen ermöglichen will.

So weit, so wirr – dass unter anderem auch Jesus höchstpersönlich sowie natürlich Adolf Hitler geklont werden sollen, ist da nur noch eine Randnotiz. Schön ist aber vor allem das ebenfalls oben abgebildete Signé der Sekte: Ein Davidstern, in dessen Zentrum ein Hakenkreuz eingefügt wurde. Das würde natürlich so manchem verschwörungstheoretischem US-Amerikaner und antisemitischen Europäer gut gefallen – ist aber wie alle anderen Ideen der Raëlisten, einfach bloß: Quatsch.

23.08.2010

Den “Kleinen Hitler” besteigen

von Daniel Erk

Zu einem Nazi-Eklat kam es, wie der englische “Telegraph” berichtet, vor Kurzem in Schweden: Der Tradition folgend, dürfen auch dort Klettersteige vom Erstbesteiger benannt werden – und so finden sich unter den Kletterrouten in Schweden Namen wie “Kristallnacht”, “Zyklon B”, “Swastika”, “Crematorium” und “Little Hitler”. Der Humor dahinter ist ebenso pubertär wie ärgerlich und faschistoid – sich für das Wochenende in der Natur eine “Kristallnacht vorzunehmen oder durch ein Krematorium zu gehen, ungefähr die kindischste aller Provokationen. Die ersten Forderungen, die Namen zu ändern, sind natürlich längst eingetroffen.

(Danke, David!)