26.06.2006 von Daniel Erk
Der Mainzer Trainer und ZDF-Sonnenschein Jürgen Klopp ist, offenbar, von der Deutschlandeuphorie derart in Beschlag genommen, dass er das Zählen verlernt hat – das Zählen bis drei. Alle anderen Deutungen jedenfalls sind politisch erheblich problematischer und historisch belastend.
Denn wie anders soll man Klopps Äußerung im Zweiten deuteln, er freue sich, mit 70.000 Fans im Stadion mal die eigene Hymne „von der ersten bis zur letzten Strophe singen zu können“. Wie dankbar war da der deutsche Fußballfan vor dem Fernseher, dass Johannes B. Kerner ad hoc interventierte: „Nur die dritte, wir singen … “. Und wie dankbar war da auch die Welt Kompakt, endlich mal wieder hinter dem Schutzschildchen der Ironie alle drei Strophen auf die letzte Seite der letzten Donnerstagsausgabe drucken zu dürfen.
Die Debatte läuft derweil weiter. Zum Einen, weil Wolfgang Thierse beim Nachzählen ebenfalls zu wenig Strophen fand – und zum Anderen, weil Hans Zippert einen… weiter lesen
26.06.2006 von Daniel Erk

Während sich das restliche Wochenblatt über den endlich! lockeren! (besser nicht: befreiten) Umgang mit nationalen Symbolen nach „12 dunklen Jahren“ und weiteren 60 Jahren Enthaltsamkeit in Deutschland freut bzw. ärgert, ist in der Zeit dieser Woche unter der Rubrik „Das politische Buch“ ein weiteres Kapitel der Endlosserie „Hitler und“ zu lesen. In dieser Folge: Der Adel.
Besprochen wird Lothar Machtans neueste Veröffentlichung „Der Kaisersohn bei Hitler“, das die Rolle des deutschen Adels zwischen Kaiser- und „Drittem Reich“ zu analysieren sucht. Dass neben den Arbeitern und Konservativen auch der Adel dem Nationalsozialismus anheim fiel, ist indes wenig überraschend. Interessanter scheint, wie und warum dies vor allem im Falle Prinz August Wilhelm von Preußen geschah.
Besonders interessant aber ist der Autor. Der nämlich hatte zuletzt, 2001, mit „Hitlers Geheimnis“ für größeres Aufsehen gesorgt – als er zu belegen versuchte, dass Hitler nicht nur schwul gewesen sei, sondern dass dies auch… weiter lesen