Archive for August, 2006

31.08.2006 von Daniel Erk
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Ausgerechnet Til Schweiger

von Daniel Erk

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Wäre dies Spanien, dieses Blog trüge den Namen “Franco-Blog” und es hätte wirklich alle Hände voll zu tun. Auch fast dreißig Jahre nach dem Tode des “Caudillo” hält die Entfaschistisierung in Spanien nur sehr bedächtig Hof.

Die gigantische Kapelle in der Valle de los Caídos ist noch immer ein beliebter Ort für Hochzeiten, auch wenn die sozialdemokratische Regierung Spaniens zunehmend Geschichtsbewusstsein fördert und Distanz fordert. Gerade letzte Woche erst wurde wieder ein Franco-Denkmal vor der Militärakademie in Saragossa entfernt, drei weitere dieser Art gibt es allerdings noch in Valencia, Toldedo und Ferrol, eine weitere, öffentlich sichtbare Franco-Statue gibt es in Santander. Die bürgerliche Partei Spaniens, die bis 2004 die Regierung stellte, spricht bereits von “linksradikalen Umtrieben”.

Nein, auch Deutschlands Entnazifizierung ging nicht schön von statten, erst derletzt – wird kolportiert – wurde Hitler einmal mehr aus dem Ehrenbürgerbuch einer Stadt gestrichen. Auch hierzulande zogen die alten Eliten… weiter lesen

29.08.2006 von Daniel Erk
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So geht Wehrkraftzersetzung! (oder: Hitler zum Affen machen)

von Daniel Erk

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Während man mittlerweile über Nazis nur noch lachen kann bzw. lachen muss, gab es , man mages kaum glauben, in Deutschland eine Zeit, da war es verboten über Nazis zu lachen. Und zwar von den Nazis selbst. Diese Zeit nannte sich “drittes Reich” und war auch sonst ähnlich fest im Sattel wie dritte Zähne, die dritte Republik Frankreichs oder der Dritte bei einem Springreitturnier.

Jedenfalls durfte man damals keine komischen Dinge über Nazis erzählen – was die Menschen aber natürlich nicht so richtig interessiert hat, weil es ja gerade am meisten Spass macht, über die Mächtigen zu lachen. Vor allem dann, wenn sie sich – wie eben die Nazis – selbst furchtbar ernst nehmen und zudem ungebildet und häßlich sind und absurd gestikulieren.

Und das wurde auch getan. Der Film “Heil Hitler, das Schwein ist tot!” von Rudolph Herzog hat sich auf die Suche nach Flüsterwitzen und Kabarett unter… weiter lesen

29.08.2006 von Daniel Erk
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Die Nazis, der Freud und der Aal

von Daniel Erk

Über den Zusammenhang von aussterbenden Käfern und unsterblichen Nazigrößen konnte man in der letzten Woche in diesem Blog und quer durch die deutsche Presselandschaft einiges über die Verflechtung von Tierreich und drittem Reich lernen. Das aber ist nur der Anfang.

So vermelden die Kollegen vom Reptilienfonds-Blog eine Veranstaltung im taz-Café am morgigen Mittwochabend, die weitere Aufklärung in diesen Dingen verspricht. Dietmar Bartz, der vortragen wird, ist auch über die Rolle des Aals im Nationalsozialismus äußert gut im Bilde. Das klingt absurd, ist es auch, aber auch plausibel. In einem Interview erklärt Bartz:

“Den einen galt der Aal, der ja nicht ortsfest lebt, als “Zigeunerfisch”, anderen dagegen als “germanische Delikatesse”. Auch für die Fettversorgung der Wehrmachtssoldaten war er wichtig. Und er hat eine antisemitische Komponente.”

Und, indirekt auf Bezug auf den Nationalsozialismus aber ganz direkt verwoben mit Siegmund Freud um den es im taz-Café eigentlich gehen soll:

“(…) Sigmund

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28.08.2006 von Daniel Erk
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Adolf Noise: Ein Mixtape mit Hitler (Work In Progress)

von Daniel Erk

Auch wenn Hitler zwar in der deutschen Presse sehr präsent ist, auch wenn Deutschland für den Untergang nominiert ist und Helge Schneider an der Museumsinsel Hakenkreuzfahnen flaggen lässt – es gibt einen Kultursektor in dem die Nazis ungefähr so erfolgreich sind wie im Kampf um Berlin: die deutschen Charts.

Ob’s nun daran liegt, dass die Deutschen sich in Nachrichtenmagazinen und Kinosälen eigentlich ganz gerne ein bisschen vor sich und ihrer Vergangenheit gruseln, aber in Radio, Musikfernsehen und auf Mixtapes von dererlei Gefühlsregungen verschont bleiben wollen oder daran, dass das Topos bislang nur unzureichend in Szene gesetzt wurde – das ist die große Frage, die es zu klären gilt.

Daher soll an dieser Stelle gesammelt werden: Musik über Hitler und die Nazis, alle Genres, alles Sprachen. Egal ob Bushido “Ich bin ein Führer wie A.” schwadroniert oder ob anhand Hitler die Ungerechtigkeit der Liebeswelt beklagt wird: Erlaubt ist, was hitler* ist.… weiter lesen

28.08.2006 von Daniel Erk
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Über den Kampf zum Endsieg (bzw.: Der Untergang)

von Daniel Erk

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Beinahe könnte man meinen, die Ereignisse überschlügen sich. Beinahe könnte man glauben, ein ganz heißes Eisen sei da am Wochenende vom Medienbetrieb aufgetan und mit Chuzpe angegegangen worden. Aber genaugenommen rechtfertigen weder Quantität noch Qualität die Hitlerei vom Wochenende.

(I) Dieser Inder, Sie erinnern sich, der mit der Hitler-Snackbar, wundert sich zwar, – wird den Namen “Hitler’s Cross” jedoch nicht beibehalten. Vielleicht finanziert Reuter’s ihm ja ein neues Frontsigne. Deren großer Renner war das Thema schließlich in der letzten Woche.

(II) Eine so hübsche Gelegenheit mal wieder ein düsteres Schiffchen mit Wolfgang Petersens Filmmelodie von “Das Boot” zu untermalen, darf man sich einfach nicht entgehen lassen, schon gar nicht bei Spiegel Online. In dem kurzen Videobeitrag zum Text werden alsdann nicht nur die üblichen Nazigeschichtenergänzungsstoffe “eigentliche Überlegenheit”, “Anstand” und “Heldentum eines glühenden Hitlerverehrers” aufgefahren – auch die Spekulationsmaschine wird im fünften Gang angelassen. Quintessenz: Vielles könnte passieren,… weiter lesen

26.08.2006 von Daniel Erk
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Dem Ignaz sei Häusle (Teaser)

von Daniel Erk

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Nein, das Leben ist nicht lustig, wenn man Gegenstand jugendlichen Amüsements in Internetforen namens Lachmeister oder Chilloutzone ist. Nein, es ist keine Freude, für ein weiteres, bislang unentdecktes Führerhauptquartier gehalten zu werden, nein, auch der südwestdeutsche Diminutiv hilft da nicht und nein, Irrtum, die auf dem Bild zu sehende Kirche ist kein Gotteshaus für politisch Fehlgeleitete. Die Geschichte des Nazihäusle, man erahnt es, ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Denn im Gegensatz zum Inder, der seine Speiselokalität mit einem “Hitler” und einem Hakenkreuz versieht, um den Umsatz anzukurbeln, ist der Badener zum einen weder so abgebrüht noch so verzweifelt – Provokation ist schliesslich ein arg simples Gewerbe. Und die Wahrheit um das traurige Nazihäusle und die Kirche?

Lesen Sie den Rest der Geschichte und was Ignatz Bubis damit nicht zu tun hat – in der freundlich kooperierenden Riesenmaschine.

24.08.2006 von Daniel Erk
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Nazi Trek

von Daniel Erk

Gäbe es so etwas wie einen geeichten Gradmesser für die Banalisierung politischer Inhalt und Symbole, er wäre sicher an TV-Serien geknüpft, die im Privatfernsehen am Nachmittag laufen. Seichter, schamloser, banaler als in diesem Umfeld kann es eigentlich gar nicht werden. Denkt man.Kann es nämlich doch. Zum Beispiel dann, wenn sich Science-Fiction-Serien an der Aufarbeitung (oder eben nicht) historischer Kontexte versucht. Ein wirklich sehr hübsches Beispiel hierfür ist die Star-Trek-Folge “Patterns Of Force” (dt. Schablonen der Gewalt), in die erste Enterprise-Mannschaft (die mit Kirk und Spock) auf einem Nazi-Planeten landet.

Laut Episodenguide ist die Handlung grob diese: “Vom Planeten Ekos aus wird die Enterprise mit Atomraketen attackiert. Kirk, Spock und McCoy lassen sich von den Bewohnern des Planeten, einer wiedererschaffenen Nazi-Gesellschaft gefangen nehmen. Durch die Zusammenarbeit von Kirk mit einer Untergrundbewegung, die auf Zeon lebt, gelingt es ihm das Regime zu denunzieren und John Gill, einen ehemaligen Lehrer Kirks… weiter lesen

23.08.2006 von Daniel Erk
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Von kleinen Bissen und großer Freude

von Daniel Erk

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Erinnert sich noch jemand an Nürnberg? Dieses Lebkuchenstädtchen irgendwo im Südostdeutschen, das vor vielem Jahren mal kurz mit einem großen, hochmodern inszenierten Parteitag (da können sich die Schwenker oranger CDU-Fähnchen noch einiges abgucken) im Zentrum der Weltöffentlichkeit stand – und das erst jüngst mit einem Burger King Aufmerksamkeit erlangte?

Nun, dieses Nürnberg darf sich in guter Gesellschaft wähnen, denn was der Nürnberger Burger King kann, das kann der fesche Inder auch: Schnelles Essen und schnelle Mark in schrägem historischen Kontext. Während man aber in Deutschland recht dezent nur einen schatten des dritten Reichs zur großen Pommes gereicht bekommt, macht man in Mumbai, Indien, Nägel mit Köpfen und benennt die Futterstelle daher: Hitler’s Cross.

Natürlich geht es kein bisschen darum, Hitlers Ideen zu verbreiten – lässt der Inhaber von Hitler’s Cross verbreiten – vielmehr ginge es darum, einfach anders zu sein. Anders in der Art, wie auch Adolf… weiter lesen

21.08.2006 von Daniel Erk
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I Love Adolf

von Daniel Erk

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Dass Adolf Hitler, semiotisch-narrativ betrachtet, längst das böse Krokodil und
den Räuber Hotzenplotz abgelöst hat und nicht nur für Walter Moers eine prima Handpuppe abgibt, das hatten wir ja schon geklärt.

Dass Hitler wusste, was Frauen sind und vielleicht schwul war, das verdanken wir ebenso aufklärerischer wie wissenschaftsversessener Geschichtsforschung.

Wie es sich aber ausnimmt, wenn sich Hitler verknallt – das stand bisher noch aus. Doch, Gottseidank, auch dieses Vakuum ist gefüllt – anhand der etwas undurchschaubaren und humortheoretisch vielleicht sogar geschmäcklerischen Photo-Story “Hitler In Love (Brauner Frühling)”. Die hitleresken Zutaten zu der gleichsam wirren wie genretypischen Geschichte sind Berlin, Bösewichterei und ein schwarzer, knapper Schnauzbart – alles andere muss man sich denken.

Was wiederum zur zweiten Hypothese dieses Blogs führt: Hitler geht immer. Ein bisschen wie Nachtisch.

(Dank gebührt Leser und Hitlerdarsteller Lukas W.) 

20.08.2006 von Daniel Erk
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Neue Shirts zum Ausderhautfahren (Fortsetzung)

von Daniel Erk

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Das sind mir schöne Rechte, die die Rechte anderer mit ihren springstiefelbeschnürten Füßen treten. Im hiesigen Zeichenblog stellt Gerhard Seyfried die Urheberrechtsverhältnisse rund um den Hitler-Smiley klar – und Antrag auf Schadenersatzmillionen.

Wäre auch zu wunderlich gewesen: Skinheads mit Köpfchen, Nazis mit Humor. Auf in den Kampf, ihr Rechtsanwälte, es ist für eine gute Sache.