Schrei nach Liebe
von Daniel Erk
Langsam muss man sich sorgen, vielleicht. Post-WM, Bundestagssommerpause, Nahostkonflikt – um die hitlerisierend irrlichternde Befindlichkeit der Deutschen ist es ruhig, sehr ruhig geworden. Dabei, das muss man bei aller Abneigung voraussetzen, leben auch Hitler und der Hitlervergleich von der Zuneigung, Zuwendung und Liebe. Ohne gehen sie ein, wie ein Führer ohne williges Volk.
Wundervoll also, dass man sich in so trüben und grauen Tagen an einem von Boris Hoppel entworfenen Kuschelführer festhalten kann. Gerade den Deutschen, diesem melancholische, verliererkomplexgetriebenen Volk, dürfte dieser kleine Mann mit klitzekleinem Bart gut gefallen. Und wie hübsch er das Händchen hebt! Wie man nur all die Jahre ohne konnte! Hitler in my heart! Oder auch: Ohne Hitler. Da schnallst du ab. Mein fucking Herz. Immer auf dieselbe Stelle.
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