Archive for September, 2006

29.09.2006 von Daniel Erk
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Es ist ein Kreuz, ein Hakenkreuz

von Daniel Erk

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Traurig schaut der Punk. Guten Grund hat er, gerade wurde vom Landesgericht Stuttgart verurteilt, 3600 mal an beliebigen Strassenecken “Haste mal ‘n Euro zu fragen” um so eine ihm aufgebrummt Geldstrafe abzuzahlen (wie auch die taz berichtet). Mit seinem alten Job geht das nun, vorerst zumindest, nicht mehr – denn Hakenkreuz verkaufen, auch durchgestrichene – findet man in Stuttgart – ist eher keine so gute Idee. Zumindest als Punk. Sagt zumindest das aktuelle Urteil.

Das Onlinejugendmagazin der Sueddeutschen Zeitung, jetzt.de, berichtet in seiner aktuellen Ausgabe und fragt alsgleich: Ist dieser Punk ein Faschist? Das ist zwar sicher aufmerksamkeitsstark, leider aber vollkommen an der Thematik vorbei.

Niemand, selbst das Stuttgart Landgericht nicht, wirft dem armen Punk aus Winnenden vor, ein Nazi, ein Fascho oder eine sonstige Arschgeige zu sein. Es geht vielmehr im Prinzip um die Frage, ob Hakenkreuze in Deutschland im Strassenbild erwuenscht sind und erlaubt sein… weiter lesen

26.09.2006 von Daniel Erk
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Malen nach Zahlen: ’18, ’33, ’45 usw. usf.

von Daniel Erk

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Auf manche Dinge ist Verlass. Auf Politiker im Allgemeinen nicht immer, auf Adolf Hitler schon. Wo er auftaucht ist a) Aufruhr geboten und b) der Spiegel vor Ort (aber nicht nur der: die Times berichtet da und da ueber Hintergruende und Zuammenhaenge) Mit den Worten Robert Gernhardts: “Haessliches/Du hast sowas Verlaessliches”.

Und ja, Haesslichkeiten sind es durch aus, die heute im englischen Lostwithiel fuer rund 170.000 Euro die Besitzer wechselten. Ueberraschend ist, dass ein so hoher Betrag mit einem derart untaltentierten Kuenstler erreicht wurde. Die Versteigerung selbst – der Spiegel raunt: ein Skandal – war bereits vor Wochen angekuendigt worden (Hitlerblog berichtete).

Unter aethetischen und kuenstlerischen Gesichtspunkten sind die Hitlerwerke selbstredend Geschmacklosigkeiten. Als Zeitzeugnisse sind sie aber maximal egal. Immerhin ging “A. Hitler” ja nicht als Groesster Maler aller Zeiten in die Geschichtsbuecher ein. Das waere zwar der Weltgeschichte zu wuenschen – fuer die Kunstgeschichte aber eine ebenbuertige Katastrophe.

(Ganz… weiter lesen

26.09.2006 von Daniel Erk
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Beim Barte des Groefaz

von Daniel Erk

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Hitlerrezeption, das ist eine der impliziten Thesen hier, ist eine Frage des Abstandes zum Gegenstand. Der Enkel lacht leichter ueber den Fuehrer als der Grossvater (der im Zweifelsfall gar nicht lacht, sondern schwaermt), der Inder benennt eine Futterstelle wesentlich leichter “Hitler’s Cross” als ein Israeli, US-Amerikaner oder gar Deutscher. Und Hitlerhumor, Titanic, Moers und Konsorten, waere dann ein Spezialfall. Tendenziell noch feinfuehliger anzufassen.

Ist aber wohl Quatsch (und die grosse Forschungsarbeit zum Thema auch dahin): Aus dem Fundus der Kreuzberger Galerie ‘endart’ ist oben zu sehender Einband via Kalender/Schroeder hier gelandet. “Ich war Hitlers Schnurbart” ist eine bereits 1949 entstandene, musikalische Groteske des Berliner Kabarettisten Guenter Neumann (1913 – 1972). Der Einband gehoert zu den Noten des Stueckes in der 25-seitigen Erstausgabe von 1950.

Das ist zwar alles ein paar Jahre her und der Tonfall in Sachen Hitlerhumor duerfte sich einerseits verschaerft (“Schrecklicher Verdacht: War Hitler Antisemit?”) andererseits veraendert… weiter lesen

25.09.2006 von Daniel Erk
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Hausrecht, Heimstatt und Heimat, Kehrwoche

von Daniel Erk

Ich habe mir nun einige Tage das Treiben von Rechtsradikalen, Rechtsextremen, Xenophoben, Nazis, Neonazis, Nationalisten und ähnlich gelagerten Fällen angesehen und auf Diskurs (tendenziell vergeblich) und selbstoffenbarende Dummheit (recht erfolgreich) gehofft. Nun ist’s mir zu dumm.
Das Hitler-Blog ist ebenso wenig ein Ort für Hitler-Derivate wie das NPD-Blog ein Ort für NPD-Wähler oder das Bildblog für Bild-Journalisten. Darüber hinaus habe ich wenig Lust, sowohl diesem Schwachsinn als auch dieser Feindlichkeit, meistens sogar der erfolgreichen Kreuzung beider Phänomene eine Heimstatt zu geben.
Im Klartext: Ab sofort herrschen Zensur und Sauberkeit im Hause Hitler-Blog.
In meiner Heimat nannte sich das Kehrwoche.

24.09.2006 von Daniel Erk
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Der Hynkelstein der Geschichte

von Daniel Erk

Es ist nur ein kurze DPA-Meldung, die der Stern auf seiner Homepage veröffentlichte und so recht offenbart sich in ihr nicht die Brisanz der Geschichte: Nach 60 Jahren in den USA wurde eine in den sechziger Jahren nach Kalifornien ausgewanderte, nun 84 jährige Deutsche im August abgeschoben – weil sich bei einem erneuten Abgleich ihrer Daten herausstellte, dass sie bei ihrer Einreise ihre Tätigkeit als KZ-Wärterin in Ravensbrück unterschlagen hatte. Nun kennt man die grünen US-Visa-Formulare und die Frage nach der Beteiligung an NS-Verbrechen. Nun kennt man auch die Konsequezen. Sicher, denkt man, kein Einzelfall. Und, denkte man weiter, ein später Sieg für die Gerechtigkeit und des Rechtssystems der USA.

Die ganze Geschichte und ihre Tragweit erfährt man bislang jedoch nur, wenn man die US-amerikanische Presse (etwa die Mercury News oder der Los Angeles Times – via Inside Bay Area) dazu liest – und vermutlich Stern und… weiter lesen

23.09.2006 von Daniel Erk
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Papa Nazi (II)

von Daniel Erk

Dass es um die Kommunikation zwischen islamischen Raum und der Zone der Aufklärung nicht ums Beste bestellt ist, konnte man in den letzten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren aus beinahe jeder Gazette des Landes herauslesen. Von einem Kulturkampf war und ist die Rede, von heiligem Krieg ums Heiligste bzw. Unheiligste, es ging um Karikaturen und um Karikaturen, die zwar auf theologische Weise möglicherweise schlaue, auf eine sehr offensichtliche Art aber sondergleichen doofe Weise Öl ins Feuer des Dauerkonfliktes goßen. Was Jyllands Posten ein erstes Mal auflodern ließ, entfachte der heilige Vater zu Rom derletzt auf ein Neues. Und nun dies.Das ägyptische Magazin Rosa Al Yousef (liebe Wiki-Link-Klicker: ja, es ist ein Magazin, ich hielt es heute in der Hand) zeigt den lieben Razze aus der ewigen Stadt – und um sein Hals baumelt ein fesches Hakenkreuz, das – wäre es aus Gold – beinahe ein Hiphop-Insignium wäre. Wie ist… weiter lesen

22.09.2006 von Daniel Erk
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Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz erkennen (I)

von Daniel Erk

Dies ist als (zugegeben verspäteter) Auftakt einer kleine Serie gedacht, die Anordnungen zusammenträgt, die entweder fahrlässig und ungewollt oder auf Teufel und komm ‘raus Hakenkreuze zeigen. Ältere Semester unter den Lesern erinnern sich vielleicht noch an den Beitrag mit dem Kleiderständer, an die Luftbilder von Häfen oder Gebäuden. Das alles und noch viel mehr wird ab sofort in der losen Serie “Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz erkennen” behandelt. Vorschläge sind immer sehr herzlich willkommen.

Folge I: XBOX 360

Was eigentlich (statt eines Hakekreuzes) gezeigt werden soll: Dass die neue XBOX rundherum, auf 360 Grad einsetzbar ist.

(das Bild ist der Tagespost entliehen)

21.09.2006 von Daniel Erk
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Deutschland erwache!

von Daniel Erk

“Die demokratischen Parteien werden sich nun mit den Hitler-Karikaturen in der NPD auseinandersetzen müssen.” (Uwe-Karsten Heye)

Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst des Nationalismus. Alle Mächte der Parteien der Mitte haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, die Ministerpräsidenten und die Medien, die Konservativen und Sozialdemokraten, christliche Pfarrer und deutsche Polizisten.

Nur leider, schlechte Nachrichten: Es ist kein Gespenst, das da umgeht. Es sind eben keine irren, wirren “Hitler-Karikaturen” (wo, ja wo ist da bitte der Hitler? Wo sind die Karikaturen? Wo soll bitte der Witz sein?), die dumm, deppert und simpel sind – es ist eine Partei mit einem Programm und, viel effektiver, einer Strategie. Und die Schergen, die hassverblendeten Hetzer und ja, auch, die Schläger der NPD werden nicht dümmer und erfolgloser, wenn man statt einer angemessenen Krisenbeschreibung immer nur den Teufel an die Wand malt.

Noch viel schlimmer aber als die demokratie-populistischen Reden, die inszeniert angewiederte Verweigerungshaltungen und die aktuellen… weiter lesen

21.09.2006 von Daniel Erk
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Schrei nach Liebe (Even Hitler had a girlfriend)

von Daniel Erk

Während für ein Anekdoten-Best-Of “Hitler, die späten Jahre” mehr als genug Material in den Geschichtsbüchern der Welt bereit steht, ist die Sammlung für “Hitler, the early works” bzw. “Hitler, the Linz years” noch arg dünn.

Neues, vermeldet aktuell der britische Daily Mail, ist dem Buch “The Young Hitler I Knew” von August Kubizek zu entnehmen, der sich immerhin rühmt, Hitlers bester und einziger Freund durch die Pubertät hindurch gewesen zu sein. Im Zentrum des Interesses und der mehr als auführlichen Ausführungen des Daily Mail steht nun also eine junge Frau namens Stephanie Isak, deren Anblick den jungen Adolf derart in den Bann gezogen haben soll, dass er über geschlagene vier Jahre all seine Wünsche, Hoffnungen, all seine jugendliche Liebe auf sie projeziert haben soll. Und, und genau an dieser Stelle beginnt das hitlereske Gemurmel, vielleicht, vielleicht war es ihr jüdisch klingender Nachname, der einen Teil zu Hitlers Judenhass und… weiter lesen

18.09.2006 von Daniel Erk
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Plattdeutsch

von Daniel Erk

Mehr als 60.000 NPD-Wähler in Mecklenburg-Vorpommern sind ein guter Grund zu Sorge und Bauchschmerzen. Sie sind aber auch guter Anlass, mal wieder Plattitüden über arbeitslose Nazis und frustierte Ossis zusammenzuschustern oder das absolut neue und wahnsinnig überraschende ”Wolf im Schafspelz”-Konzept der NPD entsetzt und höchst investigativ offenzulegen.

Sicherlich, wer von Hitler als Bestie spricht (und ebenso denkt), wer tatsächlich glaubt, einen Nazi erkenne man ganz einfach an Baseballschläger, Glatze und Alkoholfahne, der mag nun entsetzt und empört vom Hocker fallen. Und natürlich: Und auf eine Weise sind auch die Vorstadtreihenhaus Nazis der nordostdeutschen NPD weiterhin dumm. Man muss sich nur einmal die wirren Bezüge zu Odin und Walhalla ansehen – oder die Wahrnehmung des Christentums, dieser “vorderasiatischen Erfindung”, als frühe Überfremdung Deutschlands.

Nicht minder naiv sind aber leider auch Mitte und Linke: Mit dem kruden Feindbild vom bösen Nazis, spielen sie langfristig der NPD in die Arme. Die angekündigte Fundamentalopposition der NPD mit… weiter lesen