Archive for Oktober, 2006

31.10.2006 von Daniel Erk
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Hakenkreuzzüge V: Glauben oder sein lassen

von Daniel Erk

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Es ist und bleibt ein Kreuz mit dem Hakenkreuz. Fuer die Deutschen sowieso, aber auch die Anhaenger des Falun Dafa/Falun Gong (nach blieben passendere Bezeichnung einfach selbst verwenden), bekannt und beliebt als in China verfolgter Kult, haben ihre Liebe Not, den Nazi aus dem Kreuz zu verbannen und nur Sonne, Mond und Sterne darin zu sehen. So tapfer sie es auch versuchen und argumentieren.

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Als waere dieses verzweiflte Tun nicht schon empathiewuerdig genug, scheinen die “Faluns” ihre heiliges Symbol all, ueberall auszumachen, nicht allein in der Milchstrasse. Sondern auch auf einem Gebetsteppich im Koelner Dom (siehe obiges Bild), und auch in der Einlassung eines “Stoplersteins” aus Demnigs Produktion, gespendet von der Gruenen Jugend Bochum (unteres Bild).

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Auf eine Weise ist dieses verkrampfte Suchen nach einem goettlichen Zeichen in Alltag und Umgebung natuerlich laecherlich, vor allem wenn aus einem Teppich im Koelner Dom irgendeine religiose Relevanz… weiter lesen

28.10.2006 von Daniel Erk
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Scheitel können seine Gefühle nicht zeigen

von Daniel Erk

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In einem Spiegelartikel von vor einiger Zeit (Alexander Smoltczyk: ”Die Marke Hitler”, 2005) wurde der Einfluss des deutschen Werbetheoretikers und Autors des Propaganda-Standartwerkes “Propagandamittel der Staatsidee” Hans Domizlaff auf Goebbels im Speziellen und die Nazis im Allgemeinen dargelegt. Ein ueberrraschend guter Artikel, der unter anderem sehr gut darglegt, warum die Symbole des Dritten Reiches noch heute funktionieren: Weil sie wie Logos als richtige Werbetraeger konzipiert wurden. Waehrend aber bei Nivea, Odol, R6 oder Ernte 23 – deren Gestaltung und Konzeption dem gleichen Geist des fruehen proffessionellen Marketings entspringen - niemand Wunder traegt, ist die Irritation bei Hakenkreuz und Hitlerbart allseitig groesser.

Doch nicht allein diese beiden Gestaltungselemente wurden inszeniert und haben nichts an ihrer Deutungsfaehigkeit verloren. Auch Hitlers Scheitel, von dem der Spiegelartikel etwa forsch behauptet, sein Winkel sei mit der Radikalitaet der Nazis immer steiler geworden, darf als derartige Symbolik verstanden werden. Wenig ueberraschend also insgesamt, dass einerseits auch Hitlers Scheitel noch heute als… weiter lesen

27.10.2006 von Daniel Erk
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Hakenkreuzzüge IV: Höllenmaschinen

von Daniel Erk

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‘Form follows function” – das wusste man bereits. Dass sich political Correctness ebenfalls der Funktion unterordnen muss und so auch weniger populaere Formen zum Einsatz kommen, das zeigt ein Blick auf die Hauptplatine des eigenen Computers. Symbolik, Bedeutung, Herkunft, Indien, Hitler und Mecklenburg hin oder her: Das Hakenkreuz ist eine geschickte Anordnung. Und schnelle Prozessoren haben nunmal Vieles – aber sicher keine Zeit fuer Ideologien. Wenn es dem Hakenkreuz nur mal aehlich ginge!

(Jahre spaeter mit Dank an Kathrin Passig)

21.10.2006 von Daniel Erk
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Rassefaria!

von Daniel Erk

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Dieser Tage geistert eine recht willkürliche Liste von, nun ja: einflussreichen Personen, die nie gelebt haben durch die Presse, in der natürlich der Weihnachtsmann ebenso vorkommt wie Superman. Beweisen soll das wohl, dass mit einer Handpuppe Geld scheffeln oder die Welt beherrschen kann, wenn man das denn will.

Sonderlich überraschend ist das nicht, wenn man etwa in die Meine-Schulfreunde-Bücher der Kinder von gestern und heute ansieht, wird man bei den Idolen sicherlich “Baz Benzer” (Originalschreibweise) und “Barbie” finden – und daran, dass diese Kinder von gestern heute gescheitere Erwachsene sind, muss man nicht glauben.

Interessanter ist eigentlich, wie jemand, der tatsächlich gelebt hat, zu einer Figuren werden kann, die von Geschichte und Person einigermaßen losgelöst funktioniert und eigentlich nur noch das Symbol seines eigenen Klischees ist. Speziell geht es natürlich nicht um “jemand”, sondern um Adolf Hitler.
Mit eben jenem wirbt das belgische, niederländischsprachige Wochenblatt “Humo” in… weiter lesen

20.10.2006 von Daniel Erk
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The Unführer

von Daniel Erk

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“Bin ich Hitler?” ist, siehe vorhergehender Beitrag, natürlich auch eine schwierige Frage. Wie gottglücklich man sein darf, dass der US-amerikanische Komiker Stephen Colbert sich genau dazu Gedanken gemacht – und ein entsprechendes Parameter entwickelt hat.

Update: Das Video findet sich nun beim Colbert Report direkt.

19.10.2006 von Daniel Erk
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Ein Zeichen zäh wie Leder

von Daniel Erk

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Neben Was soll ich tun?, Was darf ich hoffen?, Was kann ich wissen? und Was ist der Mensch? ist die Frage Wo endet ernste Sorge und wo beginnt Paranoia? eine der zentralen Fragen der Menschheit.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf etwa muss sich dieser Tage mit dieser Frage, einem Lederknopf und dem Modehersteller Esprit herumschlagen.

Und bei aller Vorsicht, bei allem Antifaschismus und allen richtigen und wichtigen Lehren aus dem Dritten Reich darf man hier ruhig schon mal jubeln: Hurra, Deutschland hat eine neue Hexenjagd. Denn dergestalt präsentieren sich im Kasus Esprit Bürger, Presse und Rechtswesen.

Der Kölner Express, auch sonst nicht unbedingt als Heimstatt der Ernstzunehmendheit bekannt, ereifert sich auf eine Weise, die man nur lächerlich oder ärgerlich finden kann. Unter der Überschrift “HAKENKREUZ AUF KNÖPFEN? Schlimmer Nazi-Verdacht gegen Esprit” schwadroniert Christian Wiermer allerlei Verdächtiges, Schlimmes und gar Schröckliches zusammen:

Der Verdacht ist unglaublich: Der Modekonzern Esprit soll Kleidung mit

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18.10.2006 von Daniel Erk
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Da lacht der Diktator

von Daniel Erk

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Bilderfälschung ist ein altes Handwerk und es hat seit jeher gute Gründe: Bildwirkung, Propaganda, Eitelkeiten. Kleinigkeiten also.

Dieser Meinung ist jedenfalls, wie Heise vermeldet, die spanische Presse und zwar von links bis rechts, durch die Bank.
Konkret geht es um eine Reihe von Bildern, die Begegnung, zum Teil vermeintliche Begegnungen zwischen Hitler und Franco zeigen und an denen die spanische Nachrichtenagentur EFE mal massiv, mal gekonnt, mal überraschend offensichtlich diletantisch rumgewerkelt hat. Insgesamt ging es vor allem darum, Franco entweder überhaupt neben Hitler zu bringen, entschlossener oder schlicht besser aussehen zu lassen.

Die eitlen Spanier! würde man beinahe ausrufen. Wenn es nur das wäre.

16.10.2006 von Daniel Erk
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Tiger im ‘Tank’

von Daniel Erk

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Nur drei Begriffe: “Panzerabwehrrakete Rotkäppchen”, “Landkreuzers P-1500 ‘Monster’”. und “Nachtsichtgeraten”. Und schon war er dahin, der unterschwellige Vorsatz nicht ständig auf die Riesenmaschine zu verweisen. Aber eben: “Panzerabwehrrakete Rotkäppchen”, “Landkreuzers P-1500 ‘Monster’”, “Nachtsichtgeraten” – da sagt man nicht nein. Gerade dann wenn der Buchdeckel des besprochenen Werkes derart hübsch ist. Und wenn man immer noch nicht weiß, wie welchem Geschenk man den Naziopa zu Weihnachten erst erfreut und den Frieden unter dem Baum erhält – um dann doch noch den Krieg zwischen den Generationen dolchstoßlegendär anzuwachen. Nachträglich, zwischen Weihnachten und Neujahr, durch die Häme des Buches.

(Besten Dank an Ira Strübel für die herausragende Besprechung in der Riesenmaschine)

15.10.2006 von Daniel Erk
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Es geht om Doitschland

von Daniel Erk

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(…)

Liebe Gäste aus dem Än- ond Aosland,
maine Damen ond Herrrren! 

(…)

Niemand än da Welt darf denken, a könne alle Aofgaben allaine schaffen! Bai alla Bedoitong von Doitschland, bai alla Bedoitong von Eorrropa, de gewachsen äst, dörfen wär aine Ainsächt ne vergessen: Ohne de Verrainägten Staaten von Amerrräka geht än da Welt än vielen Regäonen wenäg bäs nächts! Bai alla Stärke Amerrräkas gält: Ohne Partna äst auch Amerrräka nächt än da Lage, den Bedrrrohongen onserra Zait erfolgrraich zo begegnen! Nor än da Werte- ond Sächerhaitsgemainschaft mät anderrren kann de aigene Sächerhait gefestägt werden! Nor so wärd aine Polätäk för Tailhabe alla an Wohlstand ond Entwäcklong mögläch! 

De Krraft da Frraihait, das Land da Ädeen, Verrantwortong än da Welt ‑ das machte Doitschlands Stärke vor 16 Jahrrren aus ond das macht se hoite aus! Davon hängt onserrre gemainsame Zokonft ab! De Polätäk kann, wenn se ainen langenweiter lesen

14.10.2006 von Daniel Erk
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Grünweiße Scheiße

von Daniel Erk

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Es gibt einige gute Gründe, die aktuelle Innen- und Außenpolitik der Vereinigten Staaten zweifelhaft, vielleicht auch falsch zu finden, darüber kann man, muss man aber nicht streiten. Woran es jedenfalls nichts zu zweifeln gibt: Allen Bush-Hitler- und 9/11-Reichstagsbrandversuchen zum Trotz sind die Vereinigten Staaten noch immer das Land auf der Welt, in dem die meisten und buntesten Einwanderergruppen verhältnismäßig harmonisch zusammenleben – und nicht zuletzt findet man zumindest an der US-amerikanischen Ostküste eine jüdische Kultur, die jedem Deutschen nochmals hübsch und mit viel Recht einen Schrecken der Schande einjagt.

Ja, die USA sind ein Land, in dem beinahe jeder nach seiner Facon leben kann und in dem staatliche Zensur und Einschränkung mit Argusaugen verfolgt werden – und eben nicht religiöse Minderheiten, wirre Sekten oder radikale Parteien. Und das heißt auch, dass es in den USA ein überraschendes Set an US-Naziparteien verschiedentlicher Schattierung gibt.

Neben den bekannteren Klassikern wie… weiter lesen