Archive for November, 2006

26.11.2006 von Daniel Erk
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HitlerTM (oder: The Hitler Show must go on)

von Daniel Erk

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Zwei, drei Dinge, die hier von Interesse sein könnten: Zum einen funktioniert Hitler vollkommen jenseits der historischen Gestalt als Referenz wenn es um “das Böse an sich” geht. In diesem Fall lautet die Quintessenz: Schlimmer als der Tod ist nur Hitler. Darüber hinaus ist die Wort-Bild-Marke der gezeigten Hitler-Show nicht nur sowohl seitens der Talkshows als auch der Nazi-Symbolik fein beobachtet – und zudem wohl die Vorlage zum Logo des Hitler-Films von Dani Levy. Und, als letzte Überlegung, scheint die kleine Logik-Einführung “Hitler = Deutsch, alles Deutsche = naziesk” immernoch Gültigkeit zu haben. Bzw., in anderen Worten: Du werdest eine Krankenschwester brauchen.

(Herzlichen Dank an Gabriel Yoran)

24.11.2006 von Daniel Erk
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Goodbye Hitler

von Daniel Erk

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Wenn eines Tages auch in Deutschland die hüstelnde Betroffenheit angesicht der frisch, fromm, fröhlich, freien Verquickung von Hitler und Humor normal bzw. eben gang und gäbe geworden ist, wird man sich fragen, wo es denn anfing. Einfach Frage: Natürlich in dem Moment, in dem auch Hitler groß wurde. Denn natürlich gab es in Nazideutschland Hitlerhumor – nur hat’s der Führer nicht gewusst. Bzw. nicht wissen wollen bzw. überhaupt nicht wollen.
Erst mit dem Ende des Dritten Reiches, als den Deutschen das Ausmaß ihres Irrsinns, Wütens und Tötens bewusste wurde, setzte die Scham ein – und damit das Ernsthaftigkeitsprimat. Das, ebenso wenig wie das Führerwitzverbot, absolut war. Zwei sehr hübsche, jüngere Belege des anhaltenden Paradigmenwechsels aus der Harald-Schmidt-Show und der Volksbühne belegen, dass jünst wieder mehr Schwung in diese Art der Witzelei kommt. Nur für den Fall, dass Sie demnächst ein Referat in einem… weiter lesen

22.11.2006 von Daniel Erk
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Eine Schande

von Daniel Erk

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In Stuttgart werden nicht nur Punks wegen Hakenkreuzen verurteilt. Heute wurden die Mitglieder der Band “Race War“, voran Max Hirsch und Gerhard Miller, wegen Volksverhetzung und der Bildung einer kriminellen Vereinigung rechtskräftig verurteilt.

Wenn man sich das Schaffen der Band aus Schwäbisch Gmünd nun etwas genauer ansieht, kann man einerseits ob der Texte und der Haltung entsetzt sein, mit Recht. Noch erschreckender ist allerdings, wie dämlich, dümmlich, schlecht und schlicht das ist, was “Race War” da von sich gegeben haben. Eine Schande für jeden denkenden Mensch – und eine Schande für jeden, der des Deutschen mächtig ist.
Ja, es stimmt was der Richter attestiert: “Die Gruppe habe zur Verbreitung des Nazi-Gedankengutes beigetragen und zum Kampf für die Wiedererrichtung des Nationalsozialismus aufgerufen, betonte der Vorsitzende Richter Wolfgang Küllmer. Mit ihren Texten habe sie einen Nährboden für Rassenhass gebildet.”

Mit ihren Texten haben “Race War” aber auch einmal… weiter lesen

20.11.2006 von Daniel Erk
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Neapel bleibt unser

von Daniel Erk

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Einer der besten Kommentare zu immer wieder hochkochenden und weiterhin anhaltenden Revisionismusanwandlungen.

(Herzlichen Dank an Sascha Lobo)

19.11.2006 von Daniel Erk
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Die Sache hat einen Haken

von Daniel Erk

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Hallo Schilda Stuttgart! Heute Abend, nicht ganz auf der höhe Zeit, zeigt Spiegel TV einen Beitrag der mal wieder den Prozess gegen den schwäbischen Punkversand thematisiert, der für seinen Hakenkreuz-Shirts und -Buttons verurteilt wurde (Zitat “Es ischt wohl unklar, ob das Hakenkreuz in den Mülleimer wandert oder rauskommt”).

Skurril nicht nur, dass der Beitrag erst heute (22.20 Uhr auf RTL) kommt, skurril ist auch immernoch, dass das benachbarte Landgericht Tübingen im gleichen Kasus entgegengesetzt entschied. Skurril auch, wie ernst der Staatsanwalt in der Vorschau schauen kann um betretener Miene große Weisheiten von sich zu geben: “Ein Hakenkreuz ischt ein Hakenkreuz – au’ wenn’s durchgestrichen ischt.”

Und das ist strafbar, ganz recht. Außer natürlich die Fifa streicht, wie in einem Prospekt zur WM, das Hakenkreuz durch, dann – ja was? Ist es dann kein Hakenkreuz mehr? Würde man ja gerne wissen.
Hier die Vorschau.

18.11.2006 von Daniel Erk
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Zu viel Symbolik

von Daniel Erk

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Wieviel Symbolik verträgt ein Symbol eigentlich? Und wieviel der Betrachter? Ab wievielen kombinierten wirren Symbolen entwirrt sich die Semiotik von alleine? Fragen, die einem beim Anblick des obenstehehenden Steinmetz-Freimaurer-Christen- Hakenkreuzes aus dem reichen Fundus des Kollegen Gerhard Seyfried (das dieser nahe des Stüdsterns in Berlin fand). Danke, ja, nicht jedes Hakenkreuz bzw. nicht alles, was dessen Anmutung teilt, ist zwingend ein Fall für das Hitler-Blog und ja, auch dieses nicht zwingenderweise.
Allerdings: Wer weiß das denn noch? Angesichts der Hakenkreuz-Hexenjagd letztes durch den Kölner Stadtanzeiger anlässlich eines klassischen (wirklich klassischem, nicht in “diesem” deutsche Sinne klassisch) Lederknopfes auf einer Esprit-Strickjacke muss man diese Frage wohl präemptiv stellen. Ein, zwei Generationen darf man diesem Land wohl noch geben, dann werden nicht nur die Zeitzeugen Nazideutschlands, sondern auch die Enkel der Henker gestorben sein und was dann kommt – Gleichgültigkeit oder kontextlose Paranoia – das dürfte auf eine ganz… weiter lesen

17.11.2006 von Daniel Erk
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Keine Angst vor Hitler

von Daniel Erk

(aus der taz, im September 2006)

In Sachsenhausen hat er vor ehemaligen Lagerhäftlingen gelesen und im Osten in den sogenannten “national befreiten Zonen”: Serdar Somuncu. Bekannt geworden ist er durch seine provokante Lesung aus Hitlers “Mein Kampf”. Dafür und für seine Performance von Goebbels’ “Wollt ihr den totalen Krieg” erhielt er 2004 den “Prix Pantheon”.

Serdar Somuncu ist noch einmal mit seinem Programm “Hitler Kebab” unterwegs, bevor er in eine Kreativpause geht. Ein Gespräch über die Beleidigung von Landsleuten, rassistische Opas und das Fieber, das der Name “Hitler” immer noch entfacht.

Kennen Sie immer noch die angespannte Aufregung, wenn Sie den Namen “Hitler” hören?
Nein, aber das kannte ich auch früher nicht. Meine Haltung zu Hitler ist die gleiche wie zu jeder anderen Rolle auch. Wenn ich von der Bühne gehe, wird die Marionette wieder in den Kasten gelegt, und das war’s.

Sie behaupten aber, dass die meisten Deutschenweiter lesen

15.11.2006 von Daniel Erk
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Ulkiger Beobachter

von Daniel Erk

Es wurde aber auch Zeit. Der eifrigste Beobachter von Deutschlands Volk
wartet just heute mit einer Nazitümmeleigeschichte auf, die alle Bestandteile einer hübschen Farce aufweisen: Dummheit, Hybris, Naivität – und aufgeschrecktes Bohei.

Doch von vorne: Ehssan Dariani ist der Mann hinter StudiVZ, einer Netzwerkplattform für Studenten, recht jung, mit Abschluss der Uni St. Gallen und Wohnsitz in Berlin – also ein potentieller Medienliebling. Ein Aufsteiger. Ein Macher. Ein Erfolgsmensch.

So sah ihn auch die Presse – bislang. Denn nun, da aus StudiVZ vielleicht ein Millionendeal wird, wird Ehssan Dariani vermehrt auf die Finger geklopft – und siehe da, neben seltsamem Gebaren beim Datenschutz und in den AGBs ist Herr Dariani ein Freund satirischen Nazihumors. Und da hört der Spaß natürlich auf.

Aber im Originaltext.

“Schon vor Monaten sicherte sich Dariani die Adressen voelkischer-beobachter.de und voelkischerbeobachter.de. Die Seiten wurden mit einem überarbeiteten Titelblatt der Nazi-Zeitung verziert – eine Party-Einladung

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15.11.2006 von Daniel Erk
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Dr Russ, dr Barrt, dr Föhrer

von Daniel Erk

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Als Helge Schneider und Dani Levy im vergangenen Jahr die Berliner Museumsinsel reichskrieghakenkreuzbeflaggen ließen, gingen die Bilder um die Welt – die Titelseiten vor allem britischer Zeitungen waren voll damit. Es war aber auch zu schön – und kam vor allem dem zu nahe, was in und um Deutschland von Deutschland erwartet wird, was nun aber wirklich keine Zukunft hat: Die Revitalisierung von Nazideutschland wie anno 1933.

Das ist natürlich sehr hübsch, dass ausgerechnet die Erfüllung von Erwartungen zu Aufmerksamkeit führte, nicht im Allgemeinen, sondern im Speziellen, nämlich im Falle Helge Schneiders, dessen Humor/Kunst/Mist (Zutreffendes bitte selbst auswählen) gerade in der Nichterfüllung von Erwartungen besteht.

Jedenfalls gibt es nun via YouTube die ersten Trailer zu sehen und die, gut so, verursachen eher Unsicherheit als riesige Vorfreude. Aber es ist zu erahnen, dass der Film in seinen Details hübsch werden könnte,… weiter lesen

08.11.2006 von Daniel Erk
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Liebe, Liebe über alles

von Daniel Erk

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Es ist ein Kreuz mit der Liebe, ein Hakenkreuz. Nazideutsche Symbolik dagegen ist ganz einfach, die erkennt man immer. Wie eine gute Marke, wie diese unglaublich witzig gemeinten T-Shirts in den späten 90ern, auf denen “Fuck” statt “Ford”, “Kiffers” statt “Snickers” oder “Adihash” statt “Adidas” stand. Das Spiel mit nazideutscher Symbolik ist sogar so einfach, dass solche, zu deren originären, kulturellen Sprachschatz das eigentlich nicht gehört, damit locker-leicht umgehen können. Wie zum Beispiel die in Berlin lebenden, aber aus San Fransisco stammende Musikerin Little Miss Luzifer (auch: da). Wie deren Musik klingt? Keine Ahnung. Aber seit wann muss man Ahnung haben, um sich popkulturell zu äußern? Ist Ahnung bei derartigem Spiel mit Oberfläche und Inhalt nicht eher überflüssiger Ballast? Eben.