26.02.2007 von Daniel Erk

Wie das zu Beginn der Woche gezeigte “Education for Death” ist auch “Der Führer’s Face” ein politische Disney-Produktion von 1943. Das US-Militär hatte die medienpolitische Macht des Films begriffen und die Cartoonschmiede explizit mit antifaschistischer Propaganda beauftragt – und die Disney-Studios lösten ihre Aufgabe fabelhaft. So gut, dass es für “Th Führer’s Face” einen Academy Award gab.
Im Gegensatz zu “Education of Death” ist “Der Führer’s Face” wesentlich weniger auf die reale Gefahr des Faschismus bezogen und setzt sich auch weniger kritisch mit den inneren Zusammenhängen des Nazifaschismus auseinander.
Die Art und Weise, wie in “Der Führer’s Face” Hitler und die Deutschen dargestellt werden ist jedoch, aller Absurdität und wirklich sehr gelungenen Komik zum Trotz, von einer gewissen Ernsthaftigkeit im Kern zusammengehalten: Das Wirken von Propaganda und Bedrohung, von Irrsinn und Arbeit, von Industrialisierung und Entfremdung wird als essentieller Bestandteil nazideutscher Politik dargelegt. Durchaus zutreffend.
Der Erfolg… weiter lesen
23.02.2007 von Daniel Erk

Jedem das Seine: Second Life, die derzeit am liebsten durchs mediale Dorf getriebene Sau, hat nun auch ihre Nazipest. Die 3D-Online-Kaschemme glänzt nun zum einen durch eine sehr libertäre Einstellung – eine Zensur findet nicht statt – und zum anderen dadurch, dass die einzige und alleinige Regulierung durch den Markt getätigt wird. Und da es weltweit doch noch ein paar Neo- und Altnazis und sonstige Kryptofaschisten gibt, gibt es im Second Life eben nicht nur eine theoretisch und, man wird sehen, auch praktische Nachfrage, sondern auch ein Angebot.
Dieses wiederum glänzt durch geringe Sach- und Deutschkenntnisse (das half schon immer beim Nationalist-, Rassist- und Faschosein) und wird sicherlich bald schon im Panikmedium ihrer Wahl zur Bedrohung hochgeschrieben. Deutlich sachlicher geht es im aktuellen Beitrag dazu auf Telepolis zu.
Deutlich interessanter als das Gebahren von digitalen Neofaschisten in einer superfreien Marktwirtschaft, dürfte allerdings der pädagogische Rückschlag des Projektes “Drittes… weiter lesen
20.02.2007 von Daniel Erk

Dass Walt Disney seine Zeichner nicht allein Häschen und Mädchen mit großen Augen auf’s Papier bringen ließ, sondern durchaus auch Politisches im Repertoire hatte, das wurde an anderen Stellen bereits dann und wann erwähnt.
Der hier vorliegende Beitrag “Education for Death: The Making Of A Nazi” aus dem Jahre 1943 ist dabei vor allem deshalb so gelungen, weil er den Balanceakt zwischen Lächerlichkeit und Humor zum Einen und Kritik und Warnung andererseits auf verblüffend gute Weise meistert. Die Mechanismen der faschistischen Maschinerie werden dargelegt, die Gefahr verdeutlicht – von einer Dämonisierung aber ist “Education for Death” weit entfernt.
Dazu die Details! Wenn anhand von Dornröschen die deutschfaschistische Saga dargelegt wird und aus aus der holen Prinzessin Deutschland eine üppige, Bier trinkende Walküre und aus dem tapferen Prinzen ein lächerlich gestikulierender Adolf Hitler wird, alles zu Wagners Musik, dann spinnt sich eine gleichsam sehr grundsätzliche und humoristisch brachiale wie… weiter lesen
19.02.2007 von Daniel Erk

“Scheiß’ Nazis” war bislang vor allem eine legitime, politische Äußerung. Scheint, als wäre sie durch den Düsseldorfer Karneval auch als Imperativ in einem sinnvollen Kontext zu verstehen. Oder, frei nach Helmut Kohl: Wichtig ist, was hinten rauskommt.
14.02.2007 von Daniel Erk
Über Nazis kann man nicht nur vollkommen zurecht Witze machen, sondern auch sehr, sehr einfach. Hier ein sehr simples und sehr schönes Exemplar – das möglicherweise dem ein oder anderen Leser drei Sekunden des Nachdenkens abringen wird.

(via wulffmorgenthaler.com)
02.02.2007 von Daniel Erk

Die These “Je unbehelligter und entfernter ein Kulturkreis vom deutschen Faschismus war, desto unsensibler ist der Umgang mit Nazi-Symbolik” wird dieser Tage einmal mehr in Seoul, Korea, bewiesen.
In einem Laden, der vor allen Dingen Apple-Gerät und -Zubehör verkauft, werden unter einer Hakenkreuz-Fahne NS-Zinnsoldaten zum Verkauf angeboten. Darüber, was dies nun bedeuten könnte, entbrannte daraufhin auf BoingBoing eine kurze, aber interessante Diskussion darüber, wie NS-Symbolik in Deutschland und Asien aufgefasst wird, darüber dass ein koreanischer Schweinefutterhersteller einst mittels Hitler für ein Futter warb, dass der Züchtung einer schweinischen Herrenrasse
dienen sollte. Aber auch darüber, dass die Grenzen zwischen toleriertem und als abstoßend empfundenen Hitler-Humor sehr, sehr fein sind.
Leider nicht zur Diskussion kam, dass Steve Jobs Weltherrschaftspläne denen Hitlers im Ausmaße wenig nachstehen. Aber einfach sehr viel besser aussehen, so viel besser funktionieren und Spaß bringen – statt Tod und Teufel.
(Dank gebührt – allen Ernstes –… weiter lesen